{"id":93402,"date":"2023-02-05T09:00:09","date_gmt":"2023-02-05T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402"},"modified":"2023-02-03T15:11:34","modified_gmt":"2023-02-03T14:11:34","slug":"hinweise-der-woche-293","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h01\">Stolpern in den Weltkrieg: Immer mehr Waffen f&uuml;r Kiew<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h02\">Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gef&auml;hrlicher moralischer &Uuml;berheblichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h03\">Victoria Nuland freut sich &uuml;ber Zerst&ouml;rung von Nord-Stream-Pipelines<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h04\">Ohrfeigen f&uuml;r Scholz: Bundeskanzler zu Besuch in Brasilien.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h05\">Der Westen braucht einen Plan B<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h06\">Mehr Respekt, Frau Faeser!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h07\">Ern&auml;hrungsarmut wegschweigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h08\">Hunger und Armut in Syrien &ndash; die Folge westlicher Blockadepolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h09\">&Uuml;ber die Klugheit im Nachhinein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93402#h10\">&laquo;Der Preis f&uuml;r die politische Korrektur ist eine abstrakte, b&uuml;rokratische Sprache. Die Sprache aber muss alles k&ouml;nnen, auch l&uuml;gen, schimpfen, spotten&raquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stolpern in den Weltkrieg: Immer mehr Waffen f&uuml;r Kiew<\/strong><br>\nDer Waffenhunger der ukrainischen F&uuml;hrung scheint grenzenlos. Kaum haben die USA und Deutschland verk&uuml;ndet, der Ukraine &raquo;Leopard&laquo;- und &raquo;Abrams&laquo;-Panzer zu liefern, fordert der ukrainische Pr&auml;sident Selenskij Kampfjets und Raketen. Zwar hat Kanzler Scholz die Lieferung von Kampfflugzeugen oder die Entsendung von Bodentruppen am Mittwoch im Bundestag ausgeschlossen. Doch wie glaubhaft ist das, nachdem er schon mehrfach rote Linien gezogen hat, nur um sie wenig sp&auml;ter zu &uuml;berschreiten? Erste Gespr&auml;che zwischen NATO-Chef Stoltenberg und Selenskij &uuml;ber die Lieferung von F-35-Atombombern laufen wohl schon, und sowohl die USA als auch Frankreich schlie&szlig;en nicht aus, der Ukraine Kampfjets zu liefern.<br>\n&raquo;Wir k&auml;mpfen einen Krieg gegen Russland&laquo;, entschl&uuml;pfte es der deutschen Au&szlig;enministerin auf einer Versammlung des Europarats. Wei&szlig; Frau Baerbock nicht, was sie da sagt? Oder will sie demn&auml;chst auch deutsche Soldaten zur Begleitung deutscher Panzer in die Schlacht gen Russland schicken, da f&uuml;r die Ausbildung ukrainischer Soldaten die Zeit fehlt? Oder wurden wir alle get&auml;uscht und diese Ausbildung hat l&auml;ngst stattgefunden, da man schon vor Monaten entschieden hat, &raquo;Leopard&laquo;-Panzer zu liefern?<br>\nSo oder so: Ohne ein direktes Eingreifen der NATO wird die Ukraine ihr Ziel, die russischen Truppen auch aus dem Donbass und von der Krim zu vertreiben, kaum erreichen. &raquo;Ein Sieg ohne Luftwaffe ist kaum vorstellbar&laquo;, bringt es der ukrainische Vizeau&szlig;enminister und Bandera-Verehrer Melnyk auf den Punkt.<br>\nDer Westen wird sich also entscheiden m&uuml;ssen: Wird er f&uuml;r einen Sieg der Ukraine russisches Roulette spielen und einen Atomkrieg riskieren? Oder werden die USA und die NATO noch zur Vernunft kommen und die Ukraine dazu bringen, einen Kompromissfrieden zu akzeptieren? Aber wie zynisch ist es dann, die ukrainische F&uuml;hrung jetzt durch immer neue Waffenlieferungen zu ermutigen, weitere Zigtausende, vielleicht Hunderttausende Menschen in den Tod zu schicken?<br>\nWir sind auf einer absch&uuml;ssigen Bahn, die in einem Weltkrieg und einer atomaren Apokalypse enden kann. Und klar ist auch: F&uuml;r einen Kriegseintritt m&uuml;sste der Westen jene &raquo;Werte&laquo; opfern, die bislang zur Rechtfertigung des Krieges herangezogen werden, allen voran Meinungsfreiheit und Demokratie. Denn ein solcher Schritt in den Abgrund lie&szlig;e sich der Bev&ouml;lkerung auch bei fortgesetzter Medienpropaganda wohl kaum schmackhaft machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/443731.stolpern-in-den-weltkrieg.html\">Sahra Wagenknecht in junge Welt<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Im Kriegsfall ganz vorn<\/strong><br>\nIm Fall einer etwaigen Ausweitung des Ukraine-Krieges zu einem Krieg zwischen Russland und der NATO w&uuml;rden aktuell deutsche Soldaten als erste an die Front geschickt. Die Bundeswehr f&uuml;hrt in diesem Jahr die sogenannte NATO-Speerspitze (Very High Readiness Joint Task Force, VJTF), deren offizielle Aufgabe es ist, innerhalb von weniger als 72 Stunden &bdquo;als erste Kr&auml;fte schnell und schlagkr&auml;ftig&ldquo; intervenieren zu k&ouml;nnen &ndash; bei Bedarf auch in einem Waffengang gegen Russland. Weitere NATO-Truppen w&uuml;rden ihr in hohem Tempo folgen. Ein General der Bundeswehr wird mit der &Auml;u&szlig;erung zitiert, die VJTF-Verpflichtungen seien wegen der Gefahr, der Ukraine-Krieg k&ouml;nne sich ausweiten, von einer &bdquo;gestiegene[n] Ernsthaftigkeit&ldquo; gepr&auml;gt. F&uuml;r verschiedene Einheiten der VJTF stehen zur Zeit rund 8.000 Soldaten der Bundeswehr bereit, darunter Truppen der Land-, Luft- und Seestreitkr&auml;fte. Flaggschiff der maritimen Komponente ist eine Fregatte der deutschen Marine, die &uuml;ber Kapazit&auml;ten zur U-Boot-Jagd verf&uuml;gt. Deutsche VJTF-Einheiten haben in den vergangenen Jahren f&uuml;r ihre aktuelle Aufgabe zahlreiche Man&ouml;ver durchgef&uuml;hrt &ndash; f&uuml;r den Krieg gegen einen milit&auml;risch prinzipiell ebenb&uuml;rtigen Feind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9146\">German Foreign Policy <\/a><\/p>\n<p>und: <strong>&bdquo;Wir haben keine Wahl. Die bestehende Ordnung wird allemal kollabieren&ldquo;<\/strong><br>\nKornblum: Meiner Meinung nach haben Deutschland und Russland immer noch mehr gemeinsam, als man denkt. Vor allem, weil sie f&uuml;r mehrere hundert Jahre irgendwie au&szlig;erhalb des Mainstreams europ&auml;ischer Politik und Kultur blieben. Ich habe das selbst erlebt: Wenn Russen und Deutsche sich begegnen, dann ist da immer ein Gef&uuml;hl gemeinsamer Identit&auml;t &ndash; gegen die gro&szlig;en atlantischen M&auml;chte.<br>\nViele Amerikaner teilen &uuml;brigens nicht die weitverbreitete deutsche Sicht, Frieden in Europa sei ohne Russland nicht m&ouml;glich. Bin ich daher besorgt &uuml;ber das deutsche Verhalten gegen&uuml;ber Russland? Ja, das bin ich. Irgendwie hat die Berliner Regierung immer noch nicht verstanden, worum es heute geht. Sprechen Sozialdemokraten &uuml;ber die Ukraine-Politik ihres Kanzlers, dann benutzen sie gerne ein Wort: &bdquo;Klugheit&ldquo;.<br>\nDank Olaf Scholzens Kurs w&uuml;rde die Nato keine Kriegspartei und Putin z&uuml;ndete keine Atombombe, sagen sie dann. Das verst&ouml;rt mich wirklich. Soll das solidarisch sein? Die USA haben Milliarden Dollars zur Bewaffnung eines europ&auml;ischen Landes, der Ukraine, ausgegeben. Sie liegt weit weg von unseren Ufern, ist aber von einem anderen europ&auml;ischen Land, Russland, angegriffen worden. H&auml;tten die USA das nicht getan, die EU st&uuml;nde vor einem Zusammenbruch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus243497929\/John-Kornblum-Wir-haben-keine-Wahl-Die-bestehende-Ordnung-wird-allemal-kollabieren.html\">Welt Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein sehr erhellendes Interview. Kornblum gibt ohne weiteres zu, dass das Ziel der US-Politik ist, einen Wiederann&auml;herung Deutschlands und Russlands f&uuml;r immer unm&ouml;glich zu machen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gef&auml;hrlicher moralischer &Uuml;berheblichkeit<\/strong><br>\nDie Berichterstattung in Deutschland &uuml;ber den Krieg in der Ukraine ger&auml;t in eine immer st&auml;rkere Schieflage. Man bekommt den Eindruck, dass eine wachsende Zahl von Journalisten und Journalistinnen sich nicht mehr als Berichterstatterinnen und Kommentatoren verstehen, sondern als Influencer.<br>\nEs geht nicht mehr um das pro und contra zu jedem einzelnen Vorschlag zur Unterst&uuml;tzung der Ukraine und zur Frage, wie das Sterben so schnell wie m&ouml;glich beendet werden kann. Es geht um Bekenntnisse. Die m&ouml;glichst laute Forderung nach Panzern &ndash; und absehbar auch nach den von der Ukraine geforderten Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen bis hin zu einer Flugverbotszone -, ersetzt die n&uuml;chterne Auseinandersetzung mit der Frage, was verantwortungsvolles Handeln ein Jahr nach dem russischen &Uuml;berfall auf die Ukraine bedeutet. Panzer-Politik und Panzer-Journalismus beherrschen die Schlagzeilen der Zeitungen, die Fernseh-Nachrichten und die talk-shows.<br>\nWer nach dem Sinn von Panzer-Lieferungen fragt, wer nach den Zielen fragt, die damit erreicht werden sollen, wer auf Risiken und Gefahren hinweist, die mit der Lieferung von Panzern verbunden sind, der wird in die Ecke gestellt und muss sich vom hohen moralischen Ross herab belehren lassen. Das geht nicht selten bis hin zu pers&ouml;nlichen Angriffen, die beleidigend, ja verleumderisch sind. Ein besonders &uuml;bles Beispiel daf&uuml;r ist, wie der fr&uuml;here ukrainische Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk, heute Vize-Aussenminister der Ukraine, am vergangenen Wochenende Rolf M&uuml;tzenich, den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bundestag angegriffen hat.<br>\nBegr&uuml;ndungspflichtig ist nicht mehr die Lieferung von immer mehr Waffen. Wer verantwortlich abw&auml;gt, dem werden mangelnde Solidarit&auml;t mit der Ukraine vorgeworfen. Motto scheint immer st&auml;rker zu sein, deutsche und europ&auml;ische Politik vorsorglich daf&uuml;r verantwortlich zu machen, dass die Ukraine ihre selbst erkl&auml;rten Ziele milit&auml;risch nicht erreichen kann. Da werden S&uuml;ndenb&ouml;cke erfunden, damit man sie sp&auml;ter jagen kann. Gegen die Einsch&auml;tzung vieler sachkundiger Beobachter soll die Illusion eines milit&auml;rischen Siegs der Ukraine gegen Russland aufrecht erhalten werden, koste es noch so viele Menschen in der Ukraine das Leben.<br>\nDie Risiken und Gefahren, die f&uuml;r Deutschland und Europa &ndash; nicht f&uuml;r die USA &ndash; aus einer solchen Politik entstehen, werden ausgeblendet, verdr&auml;ngt oder geleugnet. Wer &uuml;ber Risiken und Gefahren spricht, wird moralisch diskreditiert, als feige oder def&auml;tistisch gebrandmarkt, &uuml;bertroffen nur noch vom Vorwurf, ein Pazifist zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blog-der-republik.de\/ukraine-verantwortungsbewusstes-handeln-statt-gefaehrlicher-moralischer-ueberheblichkeit\/\">Christoph Habermann in Blog der Republik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Victoria Nuland freut sich &uuml;ber Zerst&ouml;rung von Nord-Stream-Pipelines<\/strong><br>\nDie Linke fordert die Bundesregierung auf, die Aufkl&auml;rung der Anschl&auml;ge voranzutreiben und Rechenschaft &uuml;ber den Stand der Ermittlungen abzulegen.<br>\nSevim Dagdelen, Linke-Abgeordnete und Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der Nato, fordert von der Bundesregierung mehr Aktivit&auml;t bei der Aufkl&auml;rung der Anschl&auml;ge auf die Nord-Stream-Pipelines. Dagdelen sagte der Berliner Zeitung: &bdquo;Die Bundesregierung muss dringend ihren Willen zur Aufkl&auml;rung &uuml;ber die Urheberschaft f&uuml;r diesen beispiellosen Angriff auf die deutsche Energiesouver&auml;nit&auml;t unter Beweis stellen und vorantreiben sowie gegen&uuml;ber Parlament und &Ouml;ffentlichkeit Rechenschaft &uuml;ber den Stand der Ermittlungen ablegen. Das bisherige Zuwarten Berlins kommt einer Vereitelung der Strafverfolgung gleich.&ldquo; Hintergrund der Forderung ist eine Aussage von Victoria Nuland, Unterstaatssekret&auml;rin der US-Regierung. Nuland hatte vergangene Woche bei einer Anh&ouml;rung im US-Kongress zum Anschlag gesagt: &bdquo;Senator Cruz, genau wie Sie bin ich, und ich denke, auch die Regierung, sehr erfreut zu wissen, dass Nord Stream 2 jetzt, wie Sie gerne sagen, ein St&uuml;ck Metall auf dem Meeresgrund ist.&ldquo;<br>\nCruz hatte Nuland gefragt, ob die von ihm vor dem russischen Angriff vorgeschlagenen Sanktionen gegen Nord Stream 2 den russischen Angriff auf die Ukraine verhindert h&auml;tten. Dies h&auml;tten ihm im Januar 2022 sowohl der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj als auch die polnische Regierung damals signalisiert. Nuland sagte, sie glaube, dass das fr&uuml;hzeitige Aus f&uuml;r Nord Stream 2 &bdquo;Putin nicht gestoppt&ldquo; h&auml;tte: &bdquo;Ich glaube nicht, dass wir diesen Krieg verhindert h&auml;tten, wenn die Europ&auml;er schneller bei Nord Stream 2 t&auml;tig geworden w&auml;ren &ndash; obwohl auch ich mir das gew&uuml;nscht h&auml;tte.&ldquo; Es sei aber wichtig gewesen, dass &bdquo;mit dem Tag, da der Krieg begann, die Deutschen die Pipeline gestoppt&ldquo; h&auml;tten. Dagdelen zu der Aussage: &bdquo;Die offene Freude der US-Unterstaatssekret&auml;rin Nuland &uuml;ber die Terrorattacke ist entlarvend.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/victoria-nuland-freut-sich-ueber-zerstoerung-von-nord-stream-pipelines-li.312835\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ohrfeigen f&uuml;r Scholz: Bundeskanzler zu Besuch in Brasilien.<\/strong><br>\nEine &raquo;Charmeoffensive&laquo;: So hatten Politik und Medien zu Jahresbeginn das peinlich schleimige Auftreten von Frank-Walter Steinmeier beim Amtsantritt seines brasilianischen Amtskollegen sch&ouml;ngeredet. Der Bundespr&auml;sident habe es doch tats&auml;chlich geschafft, noch vor den offiziellen Feierlichkeiten zur Amtseinf&uuml;hrung einen Gespr&auml;chstermin bei Luiz In&aacute;cio Lula da Silva zu ergattern, h&ouml;rte man: ein Privileg! Nach dem Treffen strahlte Steinmeier in die Kameras, t&auml;tschelte Lulas Unterarm, betonte g&ouml;nnerhaft, es sei &raquo;gut zu wissen, dass Brasilien zur&uuml;ck ist auf der internationalen B&uuml;hne&laquo;: So sehen enge Partner aus, nicht wahr? Olaf Scholz hat am Montag nun die Berliner &raquo;Charmeoffensive&laquo; fortgef&uuml;hrt: &raquo;Wir freuen uns alle, dass Brasilien zur&uuml;ck auf der Weltb&uuml;hne ist&laquo;, schnulzte der Kanzler &ndash; und seine Entourage prahlte stolz, Scholz sei der erste ausw&auml;rtige Regierungschef, den Lula nach seinem Amtsantritt in Bras&iacute;lia empfange: Wie nahe steht man sich doch! Enge Partner? Lula hat die schmierige Anwanzerei, neben Scholz vor der versammelten Presse stehend, mit einer doppelten Ohrfeige beantwortet. Munition f&uuml;r die Ukraine? Brasilien hat Geschosse f&uuml;r den Flugabwehrpanzer &raquo;Gepard&laquo;, seit es ihn zum Schutz seiner Stadien bei der Fu&szlig;ball-WM 2014 erwarb. Es ist aber nicht bereit, sich am Ukraine-Krieg zu beteiligen, und r&uuml;ckt die Munition deshalb nicht raus. &raquo;Brasilien ist ein Land des Friedens&laquo;, erkl&auml;rte Lula &ndash; und das hei&szlig;t im Umkehrschluss: Deutschland, das sich so gern als angebliche Friedensmacht inszeniert hat, ist heute ein Land des Kriegs.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/443995.ohrfeigen-f%C3%BCr-scholz.html\">junge Welt<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>&bdquo;Ein Ausdruck des Neokolonialismus&rdquo;<\/strong><br>\nDeutschland st&uuml;tzt sich bei seiner Versorgung mit gr&uuml;nen Energietr&auml;gern und zentralen Rohstoffen der Energiewende st&auml;rker als bisher auf Chile. Bundeskanzler Olaf Scholz hat bei seinem Aufenthalt in dem s&uuml;damerikanischen Land eine schon seit zehn Jahren bestehende &bdquo;Rohstoffpartnerschaft&ldquo; ausgebaut. Insbesondere soll der deutsche Zugriff auf Lithium und auf Kupfer gest&auml;rkt werden. Auch gr&uuml;nen, mit Hilfe erneuerbarer Energietr&auml;ger produzierten Wasserstoff wird Berlin in gro&szlig;em Umfang aus Chile beziehen. Deutsche Konzerne sind an profitablen Wasserstoffvorhaben in dem Land beteiligt. Begleitend hat die EU am 9. Dezember ihr seit 2002 bestehendes Freihandelsabkommen mit Chile ausgeweitet. In seiner neuen Version stellt es 99,9 Prozent aller Exporte aus der EU von Steuern frei; umgekehrt untersagt es Santiago, die Ausfuhr unverarbeiteter Rohstoffe zu beschr&auml;nken, um den Aufbau eigener Wertsch&ouml;pfungsketten zu f&ouml;rdern. Kritiker, darunter die Kleinbauernorganisation Via Campesina, prangern das Abkommen als klaren &bdquo;Ausdruck des Neokolonialismus&ldquo; an und kritisieren, es diene vor allem &bdquo;der Elektromobilit&auml;t der EU&ldquo; &ndash; dies auf Kosten Chiles.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9149\">German Foreign Policy<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Ukraine-Solidarit&auml;t in S&uuml;damerika: Realit&auml;tscheck f&uuml;r Olaf Scholz<\/strong><br>\nLateinamerika will sich im Ukrainekrieg auf keine Seite schlagen. Entt&auml;uschung dar&uuml;ber ist fehl am Platz &ndash; Engagement aus Europa hat man dort lange vermisst.<br>\nDie Reise des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz nach Argentinien, Chile und Brasilien, also in die drei politisch und wirtschaftlich bedeutsamsten L&auml;nder S&uuml;damerikas, ist zu einem Realit&auml;tscheck geworden. Alle drei L&auml;nder sind progressiv regiert, die Pr&auml;sidenten kommen aus Parteien, die Scholz&rsquo; Sozialdemokratie nahestehen &ndash; aber beim Versuch, sie in die Solidarit&auml;t mit der angegriffenen Ukraine einzubinden, bei&szlig;t Scholz auf Granit.<br>\nZwar haben alle drei L&auml;nder in der UN-Vollversammlung Anfang M&auml;rz 2022 den russischen Einmarsch in die Ukraine verurteilt, auch wenn Gabriel Boric in Chile und Luis In&aacute;cio Lula da Silva in Brasilien da noch gar nicht im Amt waren. Aber keines von ihnen lie&szlig; sich in die internationalen Sanktionen gegen Russland einbinden, und nicht nur die drei, sondern vermutlich kein einziges lateinamerikanisches Land w&uuml;rde heute Waffenlieferungen an die Ukraine zustimmen.<br>\nDas liegt nicht daran, dass die drei Regierungen ideologisch irgendwelche Bedenken gegen das Recht auf Verteidigung h&auml;tten, der Meinung w&auml;ren, es sei in Ordnung, Nachbarl&auml;nder zu &uuml;berfallen, oder Putins antiliberalem v&ouml;lkisch-machistischem Ideen&shy;ersatz etwas abgewinnen k&ouml;nnten.<br>\nWas bei diesem Besuch aufscheint, insbesondere bei der bemerkenswerten Pressekonferenz von Scholz und Brasiliens Lula da Silva, ist etwas anderes:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ukraine-Solidaritaet-in-Suedamerika\/!5911979\/\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Westen braucht einen Plan B<\/strong><br>\nBald rollen deutsche Leopard-2-Panzer &uuml;ber die Schlachtfelder. Weil der Krieg trotzdem noch lange dauern wird, braucht der Westen eine Strategie f&uuml;r m&ouml;gliche Verhandlungen. (&hellip;)<br>\nKl&uuml;ger, als nur mehr Waffen zu fordern und von einem &bdquo;regime change&ldquo; in Moskau zu tr&auml;umen, ist es, einen Plan B f&uuml;r einen langen Krieg zu entwickeln. Der hei&szlig;t Diplomatie. Wer da an gem&uuml;tliche Gespr&auml;che oder einen Friedensvertrag denkt, liegt falsch. Diplomatie ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.<br>\nDie von Scholz unterst&uuml;tzte Botschaft Xis an Putin, blo&szlig; keine Atomwaffen einzusetzen, hat Moskaus nukleare Drohung Glaubw&uuml;rdigkeit und damit Macht gekostet. Das ist vielleicht mehr wert als eine gewonnene Schlacht. Dass Waffen und Diplomatie ein Widerspruch sind, ist ein Kurzschluss deutscher Debatten, in denen Moral oft realpolitischen Verstand ersetzt.<br>\nDer Plan B w&auml;re das offensive Angebot der Nato, zu verhandeln. Das k&ouml;nnte Putin unter Druck setzen und der russischen Elite irgendwann als Notausgang erscheinen. Es w&auml;re einen Versuch wert.<br>\nDas Szenario f&uuml;r einen kalten Frieden lautet Land gegen Sicherheit. Die Krim und der Donbass bleiben russisch besetzt. Die Nato wird daf&uuml;r Kyjiw verl&auml;ssliche Sicherheitsgarantien geben m&uuml;ssen, die de facto einer Nato-Mitgliedschaft gleichkommen. Das w&auml;re kein Friede, nur ein Waffenstillstand, den beide Seiten f&uuml;r Aufr&uuml;stung nutzen. Ein eingefrorener Krieg, so wie in Abchasien, Transnistrien und S&uuml;dossetien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Lieferung-von-Kampfpanzern-an-Ukraine\/!5908991\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Oh, ein Wunder, in der bellizistischen Gr&uuml;nen-taz, in der alles neben den Forderungen nach Waffen, mehr Waffen und noch mehr Waffen und einem (nicht n&auml;her definierten) Sieg der Ukraine schon die Idee, mit Russland zu verhandeln, als Sakrileg gilt, m&uuml;sste Reinecke eigentlich gesteinigt werden. Und das wird er auch, weiter unten in den Leserkommentaren. Dabei nennt er Verhandlungen leider nur den &ldquo;Plan B&rdquo;, obwohl sie Plan A sein sollten; aber er schl&auml;gt einen realistischen Ausweg vor, der die Ukraine Land und Macht kosten wird, aber viele, viele Menschenleben bewahren k&ouml;nnte. Nebenbei r&auml;umt er noch mit der Gr&uuml;nen Lebensl&uuml;ge bzw. L&uuml;ge auf, dass die Ukraine bei den Verhandlungen das Heft in der Hand h&auml;tte: ein Land, dass auf Gedeih und Verderb von &ldquo;westlicher&rdquo; Unterst&uuml;tzung vor allem aus den USA abh&auml;ngig ist und ohne Hilfe keine zwei Wochen &uuml;berleben k&ouml;nnte, kann nat&uuml;rlich von den Geld- und Waffenlieferanten gezwungen werden zu verhandeln und bestimmte schwer akzeptable Ergebnisse zu schlucken. Eigentlich ist der ganze Artikel ein einziges Eingest&auml;ndnis, dass die Waffenlieferungen an die Ukraine lediglich zu einem jahrelangen Abnutzungskrieg f&uuml;hren und das Leiden verl&auml;ngern, dass also die Politik der Gr&uuml;nen v&ouml;llig auf dem Holzweg ist.<\/em><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>RAND Corporation: Diesen Krieg kann keiner gewinnen. Kehrt jetzt Vernunft ein?<\/strong><br>\nDie US-Denkfabrik RAND Corporation r&auml;t zu Waffenstilstand und Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Grundlage ist eine schonungslose Milit&auml;r-Analyse.<br>\nDie RAND Corporation, eine der einflussreichsten unabh&auml;ngigen Denkfabriken in den USA, insbesondere in Bezug auf milit&auml;rische und internationale Angelegenheiten, kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Ergebnis, dass ein langer Krieg zwischen Russland und der Ukraine f&uuml;r die US-Interessen mehr Nachteile als Vorteile bringt. RAND ist eine Gr&uuml;ndung aus dem milit&auml;rischen Umfeld und der R&uuml;stungsindustrie. Die Analysen der Denkfabrik sto&szlig;en in der Regel bei politischen, wirtschaftlichen und milit&auml;rischen Entscheidern auf gro&szlig;es Interesse.<br>\nDie aktuelle Studie kritisiert, dass sich die politische Debatte in Washington &bdquo;zu eng auf eine Dimension des Kriegsverlaufs konzentriert&ldquo;. Die Interessen der Ukraine seien andere als die der USA. W&auml;hrend &bdquo;die territoriale Kontrolle f&uuml;r die Ukraine immens wichtig&ldquo; sei, &bdquo;ist sie f&uuml;r die Vereinigten Staaten nicht die wichtigste Dimension f&uuml;r die Zukunft des Krieges&ldquo;. Die Autoren Samuel Charap und Miranda Priebe kommen zu dem Schluss, &bdquo;dass neben der Abwendung einer m&ouml;glichen Eskalation hin zu einem Russland-Nato-Krieg oder einem russischen Nukleareinsatz auch die Vermeidung eines langen Krieges eine h&ouml;here Priorit&auml;t f&uuml;r die Vereinigten Staaten haben&ldquo; als die R&uuml;ckgewinnung der territorialen Kontrolle durch die Ukraine. Im Ergebnis sieht die Analyse zun&auml;chst einen Waffenstillstand und schlie&szlig;lich ein Abkommen zwischen den Kriegsparteien als die f&uuml;r die US-Interessen vorteilhafteste L&ouml;sung. Nachdem ein &bdquo;absoluter Sieg&ldquo; einer der Parteien sehr unwahrscheinlich sei, sollten die aktuellen Frontlinien eingefroren werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/militaer-analyse-ukraine-geopolitik-us-denkfabrik-rand-corporation-diesen-krieg-kann-keiner-gewinnen-kehrt-jetzt-vernunft-ein-li.313682\">Berliner Zeitung<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Frieden f&uuml;r die Ukraine: Mehr Lula wagen!<\/strong><br>\nBrasiliens Pr&auml;sident Lula da Silva will einen Friedensclub gr&uuml;nden. Deutsche Journalisten reagieren mit Unterstellungen darauf. Ein Gastbeitrag von Johannes Varwick.<br>\nDer frisch gew&auml;hlte brasilianische Pr&auml;sident Lula da Silva bietet sich als Vermittler im Ukraine-Krieg an und regt an, einen &bdquo;Friedensclub&ldquo; zu gr&uuml;nden. Der Krieg sei an einem Punkt angekommen, an dem keiner mehr seine Maximalziele erreichen k&ouml;nne. Es sei notwendig, eine Gruppe von L&auml;ndern zu bilden, die stark genug sei und respektiert werde, um sich mit Russland und der Ukraine an einen Verhandlungstisch zu setzen. Neben Brasilien erw&auml;hnt er China, Indien und Indonesien &ndash; diejenigen Staaten, die zwar mehr oder weniger scharf den russischen Angriffskrieg verurteilen, sich aber weder an den westlichen Sanktionen noch an Waffenlieferungen beteiligen.<br>\nRussland habe den Fehler begangen, &bdquo;in das Territorium eines anderen Landes einzudringen&ldquo;, sagte Lula. &bdquo;Aber ich denke immer noch: &sbquo;Wenn einer nicht will, streiten zwei nicht.&lsquo;&ldquo; Man wisse nicht genau, warum der Krieg begonnen worden sei, aber einige sagten, &bdquo;der Krieg habe begonnen, weil die Ukraine in die Nato&ldquo; wolle. F&uuml;r eine L&ouml;sung des Konfliktes m&uuml;sse mithin &uuml;ber die Ursachen und Hintergr&uuml;nde geredet werden. Lula ist also recht klar in der Verurteilung des russischen Angriffskrieges, aber weniger eindeutig bei der im Westen vorherrschenden Lesart, auf russische Interessen sei zu wenig R&uuml;cksicht genommen worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/frieden-fuer-die-ukraine-mehr-lula-wagen-li.313631\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Mehr Respekt, Frau Faeser!<\/strong><br>\nBei der Tarifrunde im &ouml;ffentlichen Dienst treffen Alltagshelden auf staatlichen Sparwahn und Respektlosigkeit. Verhandelt wird &uuml;ber das Gehalt von 2,5 Millionen Besch&auml;ftigten: M&uuml;llwerker, Krankenpfleger, Busfahrer, Erzieher, Klarwerksmitarbeiter, &Auml;rzte, Juristen und so weiter. Ohne sie w&uuml;rde unser Alltag nicht funktionieren.<br>\nIhr Reallohn ist durch den Preisschock geschrumpft. Gerade in den unteren Tarifstufen sind die L&ouml;hne ohnehin niedrig &ndash; Erzieher, Busfahrer und Krankenpfleger liegen in der Regel unter dem deutschen Medianlohn von 3.550 &euro; brutto. Die Helden des Alltags verdienen unterdurchschnittlich, seit Jahren wird geknausert, um in der Staatskasse zu sparen. Die letzte Tarifrunde liegt zweieinhalb Jahre zur&uuml;ck, mitten in der Pandemie. Das Ergebnis damals: Eins-Komma-Paar-Gequetschte Prozent. Daf&uuml;r wurde kr&auml;ftig geklatscht, als sie uns in der Pandemie mit &Uuml;berstunden und eigenem Ansteckungsrisiko den Arsch gerettet haben &ndash; f&uuml;r viele ein Zeichen von Hohn, nicht von Respekt. Respekt bedeutete mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Und mehr Kollegen! An allen Ecken und Enden fehlt n&auml;mlich Personal, sch&auml;tzungsweise rund 360.000 Besch&auml;ftigte &ndash; von der Kita bis zum Krankenhaus.<br>\nKein Wunder also, dass die Gewerkschaften hohe Forderungen stellen. Das Geklatsche und Gespare ist man satt. 10,5 Prozent mehr Lohn sollen es sein, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat, Laufzeit: 12 Monate. F&uuml;r den M&uuml;llwerker und die Erzieherin bedeuten die 500 Euro sogar mehr als 10,5 Prozent.<br>\nAm Verhandlungstisch sitzen den Gewerkschaften gegen&uuml;ber: die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverb&auml;nde (VKA) und die Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Faeser verhandelt f&uuml;r den Bund und ist die prominenteste am Tisch. Sie gibt die Richtung vor. Im Interview vor der ersten Verhandlungsrunde trat die Ministerin m&auml;chtig auf die Erwartungsbremse: &raquo;Die nun verk&uuml;ndeten Forderungen der Gewerkschaften treffen bei Bund und Kommunen auf eine angespannte Haushaltslage&laquo;, so Faeser. Entsprechend endete die erste Verhandlung ergebnislos. VKA und Faeser hatten nicht einmal ein Angebot dabei. Respekt plakatieren, aber nach 2,5 Jahren Heldentaten nicht einmal ein Angebot dabei zu haben? Passt nicht zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mauricehoefgen.substack.com\/p\/faeser-tarifrunde-oeffentlicher-dienst-tvoed\">Maurice H&ouml;fgen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ern&auml;hrungsarmut wegschweigen<\/strong><br>\nReicht das B&uuml;rgergeld f&uuml;r gesundes Essen? Sechs Ministerien ringen um die Antwort &ndash; das Problem darf blo&szlig; nicht zu gro&szlig; erscheinen.<br>\nDie Botschaft war eigentlich unmissverst&auml;ndlich. Mitten im reichen Deutschland gebe es &bdquo;armutsbedingte Mangelern&auml;hrung und teils auch Hunger&ldquo;, bilanzierte der Wissenschaftliche Beirat des Bundesern&auml;hrungsministeriums (BMEL) 2020 in einem Gutachten. Knapp drei Jahre vergingen, bis mit dem Gr&uuml;nen Cem &Ouml;zdemir ein erster Minister &auml;hnlich deutliche Worte fand &ndash; allerdings nur dann, wenn er sich mit dem Rest der Bundesregierung nicht abstimmen musste, wie zuletzt in einem Gastbeitrag f&uuml;r die Welt, in dem er &bdquo;Ern&auml;hrungsarmut&ldquo; als Problem benannte.<br>\nDie Ampelkoalition als Ganze tut sich damit n&auml;mlich schwer. Das belegen eindrucksvoll jene zwei Wochen im vergangenen Herbst, in denen insgesamt sechs Ministerien die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion abstimmten. Darin ringen sie um politisch korrekte Formulierungen und wollen nicht anerkennen, was wissenschaftlich vom Beirat klar beschrieben ist.<br>\nNach einer Informationsfreiheitsanfrage liegen der taz jetzt die Unterlagen des Abstimmungsprozesses vor: Rund 50 E-Mails mit Textentw&uuml;rfen und Kommentaren, die zwischen den Ministerien hin- und hergingen. Sie erm&ouml;glichen seltene Einblicke in die Ministerialb&uuml;rokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Buergergeld-Regelsatz-zu-niedrig\/!5909759\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Hier klingt in der taz sogar Kritik an den Gr&uuml;nen durch, die aber nicht nur als Teil der Bundesregierung l&uuml;gen, sondern als urspr&uuml;ngliche Verursacher des Monstrums Hartz IV daran Schuld haben, dass Menschen nur 5,70 Euro am Tag zum Essen haben. Womit bekannterma&szlig;en nicht nur gesundes Essen unm&ouml;glich zu finanzieren ist, sondern viele Leute nicht einmal &uuml;berhaupt die notwendigen Lebensmittel kaufen k&ouml;nnen, gesund hin oder her.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Hunger und Armut in Syrien &ndash; die Folge westlicher Blockadepolitik<\/strong><br>\nMit der tragischen und historisch gesehen skandal&ouml;sen Allein-Entscheidung der Schweizer Regierung im Februar 2022, entgegen der Schweizer Neutralit&auml;t die Sanktionen der EU gegen Russland pauschal zu &uuml;bernehmen, hat diese Regierung auch die Funktion der Schweiz als neutrale Vermittlerin massiv besch&auml;digt. Und sie hat auch den Platz Genf als bew&auml;hrten Verhandlungsort definitiv abgewertet. Bereits hat das sp&uuml;rbare Auswirkungen &ndash; und betroffen sind wie immer bei Sanktionen vor allem die Unterschichten und die Armen. Der hier folgende Beitrag aus Syrien von Karin Leukefeld zeigt, wie das funktioniert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/hunger-und-armut-in-syrien-die-folge-westlicher-blockadepolitik\/\">Karin Leukefeld auf Globalbridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Uuml;ber die Klugheit im Nachhinein<\/strong><br>\nDie Zeit besch&auml;ftigt sich in dieser Woche mit dem Thema &bdquo;Unsere Corona-Fehler&ldquo;. Darin Bekenntnisse von Wissenschaftlern, Politikern und Journalisten. Ich habe mich geirrt ist eine Sammlung von Statements &uuml;berschrieben. H&auml;ufig liest man da heraus, dass man im Nachhinein kl&uuml;ger geworden sei, eine beliebte Floskel, um dem Eingest&auml;ndnis des Irrtums die Angriffsfl&auml;che zu nehmen, um das eigene schuldhafte Verhalten zu relativieren.<br>\nMan h&ouml;rt jetzt auch oft von den Verantwortlichen, dass sie dies und jenes nicht mehr so machen w&uuml;rden, also zum Beispiel die Schulen und Kitas zu schlie&szlig;en oder die Spielpl&auml;tze. Doch Zweifel an diesem Lerneffekt sind angebracht, da es doch immer darauf ankam, was &ouml;ffentlich durchsetzbar war. Der Stand der Erkenntnis spielte nie eine Rolle. Man verzichtete sogar aktiv darauf, das Wissen, das man hat, zu nutzen und dort, wo Wissen fehlt, es durch Forschung Schritt f&uuml;r Schritt zu verbessern. Stattdessen erfand man einfach Realit&auml;ten, indem man zum Beispiel Modellen vertraute, deren Aussagekraft aufgrund der vielen Annahmen schlichtweg unbrauchbar war. Dennoch nahm man stets das schlimmste Szenario als Begr&uuml;ndung f&uuml;r politische Entscheidungen.<br>\nKurzum: es war eben m&ouml;glich, das alles zu tun und deshalb hat man es getan. Daf&uuml;r gibt es auch einen sch&ouml;nen Beleg. Nach dem ersten Lockdown versprach der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn im September 2020 mit seiner bekannten Formulierung &bdquo;Mit dem Wissen von heute, w&uuml;rden wir anders handeln&ldquo;, dass es keine Schlie&szlig;ung des Einzelhandels mehr geben werde. Es kam bekanntlich anders und der Lockdown dauerte noch sehr viel l&auml;nger. Der Punkt ist einfach, dass man hinterher eben nicht kl&uuml;ger ist, sondern man immer bef&uuml;rchten muss, dass sich dieser schlimme Machtmissbrauch einfach wiederholt. Der Lerneffekt muss daher in der Erkenntnis bestehen, dass es viel zu einfach ist, Grundrechte &uuml;ber eine fragw&uuml;rdige Verordnungspraxis au&szlig;er Kraft zu setzen. Eine dringende Aufgabe von Politik und Gesellschaft w&auml;re es da sicherlich, diesen eklatanten Mangel zu beheben. (&hellip;)<br>\nEs gibt eine vern&uuml;nftige Ordnung, an die sich eine &bdquo;Wir sind aber die Wissenschaft&ldquo; nicht mehr unbedingt halten wollte. Das Ergebnis ist Chaos. Noch bis zum Februar wird den Menschen zum Beispiel das Tragen von Masken auferlegt, nicht aber, weil es sich aus der Ordnung heraus erg&auml;be, nein, denn das zust&auml;ndige Gesetz ist l&auml;ngst gegenstandslos geworden, aber man tut einfach so, als best&uuml;nde die Rechtsgrundlage einfach fort und ersetzt die konkret definierte Krankheit einfach durch eine oder mehrere andere, abgesichert von &bdquo;der speziellen Wissenschaft&ldquo;, die das irgendwie f&uuml;r richtig h&auml;lt. Das Gesetz wird derweil nicht ge&auml;ndert, vermutlich weil die demokratische Mehrheit daf&uuml;r fehlt, deshalb wird von den Lehrlingen der Machtmissbrauch mit Hilfe eines Ordnungsrechts ohne Rechtsgrundlage einfach fortgesetzt. Sonderlich klug oder kl&uuml;ger ist das immer noch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taublog.de\/230127uber-die-klugheit-im-nachhinein\">TauBlog<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Corona-Aufarbeitung scheitert (bevor sie begonnen hat)<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93388\">NachDenkSeiten<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&laquo;Der Preis f&uuml;r die politische Korrektur ist eine abstrakte, b&uuml;rokratische Sprache. Die Sprache aber muss alles k&ouml;nnen, auch l&uuml;gen, schimpfen, spotten&raquo;<\/strong><br>\nDer Sprachwissenschafter Roland Kaehlbrandt hat eine Liebeserkl&auml;rung ans Deutsche geschrieben. Bedr&auml;ngt werde die deutsche Sprache vom Englischen. Und vom Gendern.<br>\nHerr Kaehlbrandt, nicht alle teilen Ihre Begeisterung f&uuml;rs Deutsche. Mark Twain sprach von der &laquo;schrecklichen deutschen Sprache&raquo;, Voltaire und Kaiser Karl V. hielten Deutsch gerade f&uuml;r gut genug, um mit Pferden zu sprechen. Was am Deutschen macht es so schwierig, es zu lieben?<br>\nDeutlich weniger, als man meint. Es heisst, das Deutsche sei umst&auml;ndlich und klinge barsch. Wir sagen zu Ausl&auml;ndern mitleidig: deutsche Sprache, schwere Sprache. Aber stimmt das? Nein. Mit seinem stimmig gebauten Wortschatz, dem elastischen Satzbau und den beziehungsfreundlichen Partikeln ist Deutsch eine gut lernbare, leistungsf&auml;hige und sch&ouml;ne Sprache. Man ist sich dessen nur nicht bewusst.<br>\nIn Frankreich, wo Sie lange gelebt haben, liebt man die eigene Sprache. Haben die Deutschen vielleicht auch Angst, damit zu grosse Heimatliebe auszudr&uuml;cken?<br>\nDie Untersch&auml;tzung der eigenen Sprache hat eine lange Geschichte. Das Deutsche musste sich im eigenen Sprachbereich gegen Latein und Franz&ouml;sisch durchsetzen, gegen Teile der eigenen Eliten. Heute gibt es &auml;hnliche Tendenzen in Wirtschaft und Wissenschaft. Auch im Zusammenhang mit der Einwanderung wird gefragt: Ist die deutsche Sprache Ausl&auml;ndern zumutbar, m&uuml;ssten wir Englisch nicht als zweite Verwaltungssprache einf&uuml;hren? Als w&uuml;rde ausgerechnet das die Integration erleichtern! Weltfremd.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/deutsche-sprache-eine-liebeserklaerung-von-roland-kaehlbrandt-ld.1722806\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein lesenswertes Interview. davon k&ouml;nnen wir einiges lernen. Auch f&uuml;r die eigene, Sprachpraxis, auch bei den NachDenkSeiten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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