{"id":9359,"date":"2011-05-06T17:25:46","date_gmt":"2011-05-06T15:25:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9359"},"modified":"2011-05-06T17:25:46","modified_gmt":"2011-05-06T15:25:46","slug":"hinweise-des-tages-ii-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9359","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Kinderarmut nur halb so hoch wie gedacht; Die Propaganda vom Fachkr&auml;ftemangel; Die Irrt&uuml;mer des Hans-Werner Sinn (Folge II) Sicherungsverwahrung &mdash; Business as usual?; Sarrazins unseri&ouml;ser Umgang mit&nbsp;Zahlen; Uni Bayreuth wirft Guttenberg vors&auml;tzliche T&auml;uschung vor; Arzt im System: Flugreisen, Autos oder Bares; WHO-Chefin gibt es erstmals zu: Radioaktive Strahlung immer gef&auml;hrlich; Lobbyisten sind in Ministerien beliebt; How Goldman Sachs Created the Food Crisis; Der arabische Fr&uuml;hling; Hartz IV f&uuml;r Portugal. (KR\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Kinderarmut nur halb so hoch wie gedacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Die Propaganda vom Fachkr&auml;ftemangel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Irrt&uuml;mer des Hans-Werner Sinn (Folge II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Sicherungsverwahrung &mdash; Business as usual?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Sarrazins unseri&ouml;ser Umgang mit&nbsp;Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Uni Bayreuth wirft Guttenberg vors&auml;tzliche T&auml;uschung vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Korruption im Gesundheitswesen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Gepfefferte Kritik an Polizei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">WHO-Chefin gibt es erstmals zu: Radioaktive Strahlung immer gef&auml;hrlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Prozesserfolg: Agrarsubventionen teilweise wieder &ouml;ffentlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Middelhoff muss Schadenersatz zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">SPD setzt FDP unter Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Lobbyisten sind in Ministerien beliebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Finanzkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">How Goldman Sachs Created the Food Crisis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Volksbegehren &bdquo;Keine Privatisierung gegen den B&uuml;rgerwillen!&ldquo; 03. Mai &ndash; 23. Mai 2011<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Amnesty International und FIAN fordern, dass Deutschland endlich das Zusatzprotokoll zum Sozialpakt ratifiziert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Der arabische Fr&uuml;hling<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">&Uuml;ber gewerkschaftliche K&auml;mpfe um Mindestl&ouml;hne in Kambodscha: Streiken erlaubt, aber&hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Hartz IV f&uuml;r Portugal<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9359&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Kinderarmut nur halb so hoch wie gedacht<\/strong><br>\nDie Armut der Kleinen in Deutschland ist offenbar viel geringer als angenommen: Nach FTD-Informationen mussten entsprechende DIW-Statistiken massiv nach unten korrigert werden. Dabei erh&ouml;hte die Bundesregierung wegen vermeintlicher Kinderarmut hierzulande erst k&uuml;rzlich das Kindergeld. Statt bei 16,3 Prozent, wie 2009 von der Industriel&auml;nderorganisation OECD vermeldet, lag sie damals nur bei zehn Prozent. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Datenkorrektur, die das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) durchgef&uuml;hrt hat. Die Kinderarmut war demnach nie h&ouml;her als der OECD-Schnitt von 12,3 Prozent. Im neuesten Bericht der Organisation liegt sie korrigiert bei 8,3 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:armutsstatistik-fauler-zauber-mit-statistiken\/60048195.html\">FDT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man ahnt es schon, wir liegen unter dem Durchschnitt und schon ist die Welt in Ordnung. Bei Vorstellung der OECD-Studie &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/51\/0,3746,de_34968570_34968855_47680307_1_1_1_1,00.html\">Doing better for Families<\/a>&rdquo; schrieb das Hamburger Abendblatt z.B.: &ldquo;Bei der Kinderarmutsrate kommt Deutschland laut OECD auf einen vorbildlichen Wert von 8,3 Prozent &ndash; das Mittel liegt bei 12,7 Prozent.&rdquo; Vorbildlich? Erstens sind in der OECD mittlerweile sehr unterschiedliche L&auml;nder versammelt, z.B. weitaus &auml;rmere Nationen wie Portugal, Griechenland, die T&uuml;rkei, Mexiko, Chile, Ungarn, Polen, Estland &mdash; umso beachtlicher wenn Ungarn vor uns liegt. Ma&szlig;stab sollte f&uuml;r uns Skandinavien, &Ouml;sterreich oder Frankreich sein. Zweitens sind 8,3 Prozent immer noch ein Skandal. Und was hei&szlig;t hier arm? Als arm gilt eine Familie, wenn ihr Haushaltseinkommen weniger als die H&auml;lfte des Durchschnittseinkommens (Median) betr&auml;gt. Die Zahl der Kinder in sozial und wirtschaftlich schwachen Familien d&uuml;rfte h&ouml;her ausfallen. Die Sozialpolitik sollte sich auf diese Gruppe konzentrieren.<\/em><br>\n<em>Ma&szlig;nahmen wie die Erh&ouml;hung des Kindergeldes und das Bildungspaket (l&auml;cherlich) greifen nicht, wenn kein sozialpolitisches Konzept mit der entsprechenden Infrastruktur existiert. Wie meinte der Sozialwissenschaftler Rolf Rosenbrock unl&auml;ngst in einem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/armut-in-deutschland-kinder-brauchen-mehr-als-zehn-euro-fuer-den-sportverein-1.1088973\">Interview<\/a>: &ldquo;Kinder aus armen Familien sind deutlich h&auml;ufiger krank als ihre wohlhabenden Altersgenossen. Sie leben seltener in einem Netzwerk sicherer Beziehungen und haben weniger Erfolgserlebnisse. Sie erhalten weniger Anregungen, entwickeln weniger eigene Ziele, sind dann schlechter in der Schule. Sie landen sp&auml;ter bestenfalls in eher ungesunden Jobs und entwickeln schon ab Kindheit eine Lebensweise, von der wir wissen, dass sie zu mehr Krankheit und zu k&uuml;rzerem Leben f&uuml;hrt. Einen gro&szlig;en Teil dieser Probleme kann man kompensieren: mit partnerschaftlicher Betreuung um die Geburt durch Familienhebammen, mit systematischem Ausbau der Fr&uuml;hf&ouml;rderung, mit besserer Unterst&uuml;tzung von Elterngruppen, mit starken Anreizen zum fr&uuml;hen Kita-Besuch, einem Ausbau der Kitas zu anregenden Lernr&auml;umen. All das ist bekannt und ist Konsens unter Gesundheitswissenschaftlern. &hellip; Wir brauchen keine Riesensummen. Wir m&uuml;ssen nicht alle Kinder in Deutschland massiv unterst&uuml;tzen. Den meisten geht es besser als je zuvor. Ungef&auml;hr achtzig Prozent leben in besseren gesundheitlichen Bedingungen als jede Generation zuvor &ndash; ihnen fehlen weder Geld noch F&ouml;rderung noch elterliche Zuwendung. Sie profitieren davon, dass Deutschland seit sechzig Jahren in Frieden und relativem Wohlstand lebt. Aber wir wissen, dass das bei zwanzig Prozent nicht so ist.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Propaganda vom Fachkr&auml;ftemangel<\/strong><br>\n&ldquo;Der Fachkr&auml;ftemangel wird in den n&auml;chsten Jahren zum Schl&uuml;sselproblem f&uuml;r den deutschen Arbeitsmarkt und nicht die Arbeitslosigkeit&rdquo;, erkl&auml;rt Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle, und Arbeitgeber-Pr&auml;sident<br>\nDieter Hundt fordert unentwegt &ldquo;wirksame Ma&szlig;nahmen&rdquo; dagegen. Das alles geschieht, obwohl ab dem 1. Mai die Freiz&uuml;gigkeit in arbeitsrechtlicher Hinsicht auch f&uuml;r Arbeitnehmer aus den acht osteurop&auml;ischen Staaten gilt, die 2004 der Europ&auml;ischen Union beigetreten sind. Dann d&uuml;rfen B&uuml;rger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn in Deutschland uneingeschr&auml;nkt arbeiten. Ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt also tats&auml;chlich so dramatisch, wie Br&uuml;derle und Hundt behaupten? Keineswegs. Die Debatte zeigt vielmehr, wie interessengeleitet die Diagnose eines angeblichen Fachkr&auml;ftemangels ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2011\/mai\/die-propaganda-vom-fachkraeftemangel\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Irrt&uuml;mer des Hans-Werner Sinn (Folge II)<\/strong><br>\nDies ist ein l&auml;ngerer Beitrag, der mit dem Urteil enden wird, dass Hans-Werner Sinn eine Art Carl Schmitt der &Ouml;konomie ist: Die oder Wir. Wenn es den Iren oder den Portugiesen gut geht, geht es uns schlecht &ndash; und umgekehrt. So gesehen w&auml;re das Hilfsprogramm f&uuml;r Portugal also falsch. So denken viele in Deutschland, so einfach ist die Sache aber nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2011\/05\/05\/die-irrtumer-des-hans-werner-sinn-folge-ii_3004\">ZEIT Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sicherungsverwahrung &mdash; Business as usual?<\/strong><br>\nTrotz weitgehender Kritik wird sich f&uuml;r die Betroffenen wenig &auml;ndern. &ndash; Das Bundesverfassungsgericht erkl&auml;rte in seinem gestrigen Urteil die aktuelle Praxis zur Sicherungsverwahrung f&uuml;r verfassungswidrig. Das BVG schloss sich damit augenscheinlich den vorangegangenen Entscheidungen des Europ&auml;ischen Gerichtshofes f&uuml;r Menschenrechte an. Von einer Aufhebung der Sicherungsverwahrung kann allerdings nicht gesprochen&nbsp;werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dasdossier.de\/magazin\/macht\/staat\/sicherungsverwahrung-business-usual\">Das Dossier<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sarrazins unseri&ouml;ser Umgang mit&nbsp;Zahlen<\/strong><br>\nThilo Sarrazin und seine Anh&auml;nger legen viel Wert darauf, dass seine Meinung durch Fakten belegt sei. Sarrazin nutzt also den Ruf von Statistiken als scheinbar objektive Darstellung der Wirklichkeit &bdquo;so, wie sie ist&ldquo;. Wie fragw&uuml;rdig dieser Ruf der Statistik schon prinzipiell ist, haben wir (die Autoren Gerd Bosbach und Jens J&uuml;rgen Korff, KR) in unserem Buch &bdquo;L&uuml;gen mit Zahlen&ldquo; dargelegt. Speziell bei Sarrazin haben wir aber so viele Fehler oder auch L&uuml;gen im Umgang mit Statistiken festgestellt, dass wir ihm die redliche Argumentation entschieden absprechen. Ein paar Belege f&uuml;r diese Einsch&auml;tzung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.luegen-mit-zahlen.de\/blog\/sarrazins-unserioeser-umgang-mit-zahlen\">die Website www.l&uuml;gen-mit-zahlen.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Uni Bayreuth wirft Guttenberg vors&auml;tzliche T&auml;uschung vor<\/strong><br>\nJetzt hat es der Ex-Bundesminister schriftlich: Die Universit&auml;t Bayreuth hat das Ergebnis der Untersuchung von Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorarbeit bekanntgegeben. Er habe vors&auml;tzlich get&auml;uscht und wissenschaftliche Standards &ldquo;grob verletzt&rdquo;. &Uuml;ber die ganze Arbeit verteilt f&auml;nden sich Stellen, die als Plagiat zu qualifizieren seien, hei&szlig;t es in der Erkl&auml;rung. Besonders deutlich lasse sich dies anhand der verwendeten Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages veranschaulichen. Den kompletten 40-seitigen Bericht der Selbstkontroll-Kommission wollen Hochschulpr&auml;sident R&uuml;diger Bormann und der Kommissionsvorsitzende Stephan Rixen am kommenden Mittwoch bei einer Pressekonferenz vorstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,761135,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Korruption im Gesundheitswesen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Arzt im System<\/strong><br>\nEin Freiflug nach Chicago. Ein kostenloser BMW. Ein Konto in der Schweiz. So sieht sie in der Praxis aus, die missbrauchte &auml;rztliche Therapiefreiheit: &Auml;rzte w&auml;hlen die Medikamente f&uuml;r ihre krebskranken Patienten nicht mehr nach deren Bed&uuml;rftigkeit aus, sondern nach den pers&ouml;nlichen Verg&uuml;nstigungen, die Pharmafirmen, Apotheker oder Ger&auml;tehersteller ihnen f&uuml;r entsprechende Verordnungen versprechen.<br>\nHippokrates? &Auml;rztliche Selbstkontrolle? Der Beruf mit dem h&ouml;chsten Ansehen? Was ist da blo&szlig; schiefgelaufen?<br>\nJetzt mischt sich erstmals der Bundesgerichtshof ein in ein Dilemma, das zu l&ouml;sen Aufgabe des Parlaments und der Selbstverwaltung gewesen w&auml;re. Die Haltung der Karlsruher Richter wirkt erfrischend. Obwohl das endg&uuml;ltige Urteil noch aussteht, l&auml;sst ihre Vorabpositionierung wenig Zweifel: Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitssystem sind keine Kavaliersdelikte. Auch die G&ouml;tter in Wei&szlig; d&uuml;rften demn&auml;chst bestraft werden, wenn ihr Handeln nicht von medizinischer Notwendigkeit, sondern von Bestechlichkeit geleitet ist.<br>\nQuellen: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2011%2F05%2F06%2Fa0042&amp;cHash=acd8e0fbf8\">taz Artikel 1<\/a><br>\nQuellen: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F05%2F06%2Fa0093&amp;cHash=87911abfec\">taz Artikel 2<\/a><br>\nQuellen: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F05%2F06%2Fa0094&amp;cHash=83bb30162d\">taz Artikel 3<\/a><\/li>\n<li><strong>Flugreisen, Autos oder Bares<\/strong><br>\nWie oft bei &Auml;rzten betrogen, bestochen oder falsch abgerechnet wird, k&ouml;nnen die Ermittler der Kassen kaum absch&auml;tzen. Selten k&ouml;nnen sie wirklich etwas tun.<br>\nBestechlichkeit und Bestechung zwischen &Auml;rzten auf der einen und Pharmafirmen, Apothekern, Sanit&auml;tsh&auml;usern, Rehazentren oder Heilmittelherstellern auf der anderen Seite geh&ouml;ren seit Jahren zum Alltag der Antikorruptionsermittler der Krankenversicherungen. Seit 2004 ist jede Krankenkasse und jede Kassen&auml;rztliche Vereinigung (KV) als Interessenvertreterin der rund 120.000 niedergelassenen &Auml;rzte nach dem Sozialgesetzbuch V verpflichtet, eine solche Task Force zur Ermittlung von Fehlverhalten der verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem einzurichten.<br>\nStrafrechtlich relevante Verdachtsf&auml;lle m&uuml;ssen die internen Fahnder den Staatsanwaltschaften melden. Standesrechtlich besteht die M&ouml;glichkeit, den &Auml;rzten bei besonders gravierendem Fehlverhalten die kassen&auml;rztliche Zulassung zu entziehen.<br>\nWie gro&szlig; der Handlungsbedarf ist und wie schwierig die Ahndung offensichtlicher Bestechung von &Auml;rzten aufgrund der bislang unklaren Gesetzeslage war, zeigt eine Umfrage der taz bei der AOK Niedersachsen, der TKK in Hamburg und der KKH-Allianz in Hannover.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/flugreisen-autos-oder-bares\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gepfefferte Kritik an Polizei<\/strong><br>\nAusgerechnet ihre Untergebenen bringen Berlins Innensenator Ehrhart K&ouml;rting (SPD) und Polizeipr&auml;sident Dieter Glietsch in Bedr&auml;ngnis. Am Mittwoch hat erneut ein Polizist Anzeige gegen Polizisten erstattet. Ein Beamter des Landeskriminalamtes will auf den Maidemos von einem Faustschlag eines anderen Beamten ins Gesicht getroffen worden sein. Bereits am Dienstag hatten zwei Berliner Zivilpolizisten Kollegen angezeigt, nachdem sie von ihnen am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg grundlos mit Pfefferspray attackiert und durch Faustschl&auml;ge verletzt worden sein sollen. K&ouml;rting und Glietsch hatten zuvor Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ckgewiesen, der Polizeieinsatz am 1. Mai sei unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F05%2F06%2Fa0055&amp;cHash=433926d344\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>WHO-Chefin gibt es erstmals zu: Radioaktive Strahlung immer gef&auml;hrlich<\/strong><br>\nBislang vertrat die WHO immer dieselbe Position wie die IAEA: So genannte &ldquo;interne radioaktive Strahlung&rdquo;, im K&ouml;rper angereichert, sei nicht gef&auml;hrlich. Damit ist nun Schluss.<br>\n&ldquo;Es gibt keine ungef&auml;hrlichen Niedrigwerte radioaktiver Strahlung&rdquo;, erkl&auml;rte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Mittwoch bei einem kurzfristig anberaumten Treffen mit Mitgliedern der kritischen &ldquo;Initiative f&uuml;r eine unabh&auml;ngige WHO&rdquo;&hellip;<br>\nZugleich r&auml;umte die Generaldirektorin ein, da&szlig; sie &ldquo;keine Expertin f&uuml;r radioaktive Strahlung&rdquo; ist, und da&szlig; die WHO &ldquo;bei diesem Thema heute fast &uuml;berhaupt keine eigene Kompetenz mehr hat&rdquo;. Die Abteilung f&uuml;r Strahlenbiologie in der Genfer WHO-Zentrale wurde vor zwei Jahren auf Druck privater und staatlicher Geldgeber geschlossen. Zuvor war der stellvertretende Leiter der Abteilung mit dem Versuch, niedrigere WHO-Grenzwerte f&uuml;r Jodbelastung durchzusetzen, am Einspruch der IAEA und Frankreichs gescheitert.&nbsp;<br>\nHeute gibt es in der Genfer WHO-Zentrale nur noch eine einzige Strahlenbiologin. Chan sagte der &ldquo;Initiative f&uuml;r eine unabh&auml;ngige WHO&rdquo; zu, sie wolle &ldquo;untersuchen, was mit den Dokumenten der 2.001 gemeinsam mit der IAEA veranstalteten Tschernobyl-Konferenz in Kiew geschehen ist&rdquo;. Bislang behauptet die WHO wahrheitswidrig, die Dokumente seien vollst&auml;ndig ver&ouml;ffentlicht worden.<br>\nTats&auml;chlich wurde nur eine knappe Zusammenfassung ver&ouml;ffentlicht. Von den &uuml;ber 700 Dokumenten der ersten Tschernobylkonferenz, 1995 gemeinsam von WHO und IAEA in Genf durchgef&uuml;hrt, wurden bis heute lediglich zw&ouml;lf ver&ouml;ffentlicht. Das habe die IAEA unter Berufung auf das Abkommen mit der WHO durchgesetzt, best&auml;tigte der damalige WHO-Generaldirektor Nakashima inzwischen in einem Fernsehinterview.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/radioaktive-strahlung-immer-gefaehrlich\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Prozesserfolg: Agrarsubventionen teilweise wieder &ouml;ffentlich<\/strong><br>\nWieso bekommen Energiekonzerne wie RWE Agrarsubventionen &ndash; und wieviel &uuml;berhaupt? Lange wurde in Deutschland darum gerungen, welche Informationen &uuml;ber dieses Thema ver&ouml;ffentlicht werden m&uuml;ssen. Am Mittwoch hat die Bundesregierung ihre Datenbank &uuml;ber die Empf&auml;nger von Agrarsubventionen nun wieder ins Netz gestellt.<br>\nDiese Daten seien nach dem Umweltinformationsgesetz &ouml;ffentlich zug&auml;nglich. Soweit es sich bei den Empf&auml;ngern um nat&uuml;rliche Personen handelt, also einzelne Landwirte, m&uuml;ssten sie vor einer Ver&ouml;ffentlichung angeh&ouml;rt werden, um ihre Datenschutzrechte zu wahren. Dies sei bei Aktiengesellschaften und GmbHs als juristischen Personen nicht erforderlich, da sie nicht unter das Datenschutzgesetz fielen. Somit sind die Informationen &uuml;ber Firmen ohne Einschr&auml;nkung freizugeben. Auch das Argument des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die Daten fielen in die Kompetenz der Bundesl&auml;nder und w&uuml;rden vom Bund nur treuh&auml;nderisch weitergeleitet, so dass der Bund hier gar keine Kompetenz besitze, lie&szlig; das Gericht nicht gelten. Ebenso scheiterte der Versuch der Beh&ouml;rde, die Freigabe mit dem Hinweis abzulehnen, dass die Daten f&uuml;r die beantragte Ver&ouml;ffentlichung extra bearbeitet werden m&uuml;ssten, da sie in der beantragten Form nicht vorl&auml;gen. Eine Revision hat das Gericht nicht zugelassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/sonstige_themen\/nachrichten\/artikel\/gegen_das_qschweigen_der_aemterq_greenpeace_praesentiert_buergerinformationsgesetz\/\">Greenpeace<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Middelhoff muss Schadenersatz zahlen<\/strong><br>\nDas Landgericht Essen hat entschieden: Ex-Arcandor-Chef Middelhoff hat bewusst Anleger get&auml;uscht. Nun k&ouml;nnten weitere Prozesse folgen.<br>\nDer fr&uuml;here Chef des Arcandor-Konzerns, Thomas Middelhoff, muss dem Chefredakteur der &bdquo;Welt&ldquo;-Gruppe, Jan-Eric Peters, Schadenersatz in H&ouml;he von 2575 Euro plus Zinsen zahlen. Das hat die Vierte Zivilkammer des Essener Landgerichts verk&uuml;ndet.<br>\nPeters hatte nach mehrfacher Aussage des Unternehmens, die Anteile an seiner Touristiktochter Thomas Cook nicht verkaufen zu wollen, Arcandor-Aktien erworben. Als dann pl&ouml;tzlich doch der Verkauf gepr&uuml;ft wurde, st&uuml;rzte der Aktienkurs um 50 Prozent, und Peters erlitt einen hohen finanziellen Schaden.<br>\nW&auml;hrend die Vorsitzende Richterin im Fall der Aussage zu Thomas Cook eine &bdquo;vors&auml;tzliche sittenwidrige Sch&auml;digung&ldquo; und eine &bdquo;bewusste T&auml;uschung&ldquo; des Anlegers durch Middelhoff erkannte, wies sie den zweiten Teil der Klage ab, bei der es um eine Aussage des damaligen Vorstandschefs zu einer Kapitalerh&ouml;hung ging.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13349596\/Middelhoff-muss-Schadenersatz-zahlen.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>SPD setzt FDP unter Druck<\/strong><br>\nDie Sozialdemokraten sprechen sich f&uuml;r eine Wiedereinf&uuml;hrung der Vorratsdatenspeicherung aus und bieten sich der Union als handzahmerer Erf&uuml;llungsgehilfe an<br>\nObwohl das B&uuml;ndnis aus Union und FDP im Herbst 2009 von beiden Partnern als Wunschkoalition pr&auml;sentiert wurde, setzte sich in den gut eineinhalb Jahren darauf der Eindruck fest, dass die Gro&szlig;e Koalition mit der SPD harmonischer ablief. An diese Zeiten m&ouml;chte die sozialdemokratische Parteispitze CDU und CSU nun m&ouml;glicherweise erinnern. [&hellip;]<br>\nNun springt die SPD-Spitze der Union zur Seite und pr&auml;sentiert sich mit einer Wiederholung der Forderungen von Politikern wie Hans-Peter Friedrich als potenzieller Mehrheitsbeschaffer f&uuml;r solche Vorhaben. Der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel verlautbarte, dass die SPD von der Richtigkeit der Vorratsdatenspeicherung &ldquo;&uuml;berzeugt&rdquo; sei und forderte die Regierung auf, sie solle nicht mehr dar&uuml;ber streiten, sondern schnell einen neuen Gesetzentwurf dazu vorlegen. Au&szlig;erdem, so Gabriel, m&uuml;ssten die von der Regierung Schr&ouml;der befristet erlassenen Sonderbefugnisse f&uuml;r Geheimdienste verl&auml;ngert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34684\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Lobbyisten sind in Ministerien beliebt<\/strong><br>\nBundesministerien besch&auml;ftigen weiter dutzende externe Mitarbeiter an wichtigen Positionen: Allein 56 Externe &ndash; zum Beispiel Angestellte von Lobbyorganisationen &ndash; haben im zweiten Halbjahr 2010 in der Bundesverwaltung gearbeitet. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Innenministeriums zu externen Mitarbeitern an das Parlament hervor, der der taz vorliegt. Zum Vergleich: Zwischen Februar und Ende Juni 2009 listete das Innenministerium nur 49 externe Mitarbeiter auf. Die<br>\nMitarbeiter sitzen teilweise auf wichtigen Positionen. Der 64-seitige Bericht erw&auml;hnt etwa einen Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, der im Bundesministerium f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter anderem f&uuml;r die &ldquo;Koordinierung von BMZ-Positionen&rdquo; zust&auml;ndig ist. Aus dem Papier geht auch hervor, dass die Ministerien nach wie vor 13 Externe besch&auml;ftigten, die nach der Verwaltungsvorschrift dort nicht mehr t&auml;tig sein d&uuml;rften<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F05%2F06%2Fa0066&amp;cHash=0757003d58\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Finanzkrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>N&auml;chste US-Klage gegen Deutsche Bank<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank kommt in den USA nicht zur Ruhe und hat nun in den USA die n&auml;chste Klage am Hals: Erst werfen ihr New Yorker Staatsanw&auml;lte Betr&uuml;gereien bei Kreditb&uuml;rgschaften vor, nun bezichtigt sie die Staatsanwaltschaft von Los Angeles r&uuml;der Methoden bei Zwangsr&auml;umungen. Das Institut sieht sich zu Unrecht am Pranger. Die Ankl&auml;ger werfen dem Kreditinstitut vor, gepf&auml;ndete H&auml;user verwahrlosen zu lassen, die finanzschwachen Bewohner zu drangsalieren und widerrechtlich zu vertreiben. Ganze Gegenden verk&auml;men, die Kriminalit&auml;t nehme zu. &ldquo;Die Deutsche Bank ist einer der gr&ouml;&szlig;ten Besitzer abbruchreifer H&auml;user in der Stadt Los Angeles&rdquo;, erkl&auml;rte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (Ortszeit).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1304551074131\/Zwangsraeumungen-Naechste-US-Klage-gegen-Deutsche-Bank\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Gerechtigkeit auf Umwegen<\/strong><br>\nDie Klagen der US-Staatsanw&auml;lte gegen Banken an der Wall Street m&ouml;gen nicht immer dem allgemeinen Rechtsempfinden gen&uuml;gen. Doch erst durch sie zeigt sich, wie haneb&uuml;chen das Gesch&auml;ft in den Tagen des Immobilienbooms war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/2.220\/deutsche-bank-gerechtigkeit-auf-umwegen-1.1093205\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Geldanlage: Fondsmanager Die Billionen-Vernichter<\/strong><br>\nSollen Anleger ihr Geld einem Fondsmanager anvertrauen? Eher nicht. Eine Studie offenbart, wie schlecht diese weltweit abschneiden. Danach zahlen die Kunden wegen der Deals der Fondsmanager j&auml;hrlich mehr als eine Billion Dollar drauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/2.220\/geldanlage-fondsmanager-die-billionen-vernichter-1.1092800\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Robert Skidelsky: Demokratie oder Finanzsystem?<\/strong><br>\nWelche Rolle spielen gew&auml;hlte Politiker angesichts einer spekulativen Attacke? Sollen sie einfach den Willen das Marktes akzeptieren und die n&ouml;tigen Schmerzen den B&uuml;rgern auferlegen? Das w&auml;re sinnvoll, wenn die Finanzm&auml;rkte die Preise von Verm&ouml;genswerten immer oder zumindest normalerweise korrekt festlegten. Aber das tun sie eben nicht. Der Finanzkollaps der Jahre 2007-2009 war das Ergebnis einer massiven &Uuml;berbewertung von Verm&ouml;genspreisen durch Privatbanken und Ratingagenturen. Warum sollten wir also glauben, dass die M&auml;rkte das Risiko griechischer, irischer oder portugiesischer Anleihen richtig bewerten? In Wahrheit werden diese Preise durch Herdenverhalten &ldquo;gemacht&rdquo;. John Maynard Keynes erkl&auml;rte den Grund vor vielen Jahren: Es ist die &ldquo;die &auml;u&szlig;erste Unsicherheit der Wissensgrundlage, auf der unsere Sch&auml;tzungen der voraussichtlichen Ertr&auml;ge gemacht werden m&uuml;ssen.&rdquo; Wenn man nicht wei&szlig;, was man tun soll, macht man das, was die anderen tun.<br>\nBisher haben diese Entwicklungen noch nirgends die Demokratie ersch&uuml;ttert, aber wenn sich genug Menschen &uuml;ber mehrere Dinge gleichzeitig &auml;rgern, hat man alle Zutaten f&uuml;r eine giftige politische Mischung. Nationalismus ist die klassische Erscheinungsform einer blockierten Demokratie. F&uuml;r Politiker ist es wichtig, harten Entscheidungen nicht auszuweichen, aber dies hat aus  freien St&uuml;cken und in ihrer eigenen Geschwindigkeit zu erfolgen. Wenn eine gew&auml;hlte  Regierung vom Anleihenmarkt attackiert wird,  ist es von entscheidender Bedeutung, dass die  politische Klasse geeint bleibt. Idealerweise sollte es eine zeitlich begrenzte &Uuml;bereinkunft aller Parteien &uuml;ber einen Ma&szlig;nahmenkatalog geben, in dem die Grenzen des politisch  Machbaren festgelegt werden. Leider f&uuml;hrt politische Uneinigkeit angesichts finanzieller Zw&auml;nge immer zu gr&ouml;&szlig;eren Schaden f&uuml;r Demokratie und Wirtschaft als instinktiver Patriotismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/skidelsky40\/German\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So sinnvoll der Appell des gesch&auml;tzten Robert Skidelsky ist, so verkennt er doch, dass das Problem eher darin liegt, dass  Politiker oft aus nicht ganz uneigenn&uuml;tzigen Motiven oder Inkompetenz den Einfl&uuml;sterungen des Finanzkapitals nachgeben. Erschwerend kommt hinzu, dass das Wetten mit Staatsanleihen nicht auf nationale Grenzen beschr&auml;nkt ist, es also internationaler Absprachen bedarf. In der EU hat im Verlauf solcher Absprachen  das Finanzkapital &uuml;ber seine Lobby in Br&uuml;ssel eine nochmalige Chance, Einfluss zu nehmen. Was nicht hei&szlig;t, dass einzelne Nationalstaaten nicht mit gutem Beispiel vorangehen k&ouml;nnten. &ndash; Im &Uuml;brigen schildert Skidelsky sch&ouml;n konkret, wie Spekulanten gegen einen Staat &lsquo;short&rsquo; gehen, also auf den Preisverfall einer Staatsanleihe wetten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>How Goldman Sachs Created the Food Crisis<\/strong><br>\nDon&rsquo;t blame American appetites, rising oil prices, or genetically modified crops for rising food prices. Wall Street&rsquo;s at fault for the spiraling cost of food.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.foreignpolicy.com\/articles\/2011\/04\/27\/how_goldman_sachs_created_the_food_crisis?page=0,1\">Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Volksbegehren &bdquo;Keine Privatisierung gegen den B&uuml;rgerwillen!&ldquo; 03. Mai &ndash; 23. Mai 2011<\/strong><br>\n&bdquo;In Art. 72 der Hamburger Verfassung wird folgender Absatz eingef&uuml;gt (Abs. 4 alt wird zu 5): &sbquo;(4) Eine Ver&auml;u&szlig;erung von &ouml;ffentlichen Unternehmen und Konzernen der Freien und Hansestadt Hamburg, die dem Gemeinwohl dadurch dienen, dass sie Verkehrsleistungen oder Versorgungs- und Entsorgungsleistungen f&uuml;r die Allgemeinheit erbringen oder wesentliche Beitr&auml;ge zur wirtschaftlichen, verkehrlichen, sozialen oder kulturellen Infrastruktur leisten, setzt einen zustimmenden Volksentscheid voraus. Dasselbe gilt f&uuml;r &ouml;ffentliche Unternehmen und Konzerne nach Satz 1 bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen, sofern diese mehr als unwesentlichen Einfluss auf die Erbringung der Leistung des Unternehmens aus&uuml;ben k&ouml;nnen. Der Senat f&uuml;hrt den Volksentscheid innerhalb von vier Monaten nach dem Verkaufsbeschluss durch.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.volksbegehren-hamburg.de\/sites\/default\/files\/U-Liste.pdf\">Volksbegehren Hamburg [PDF &ndash; 545 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Amnesty International und FIAN fordern, dass Deutschland endlich das Zusatzprotokoll zum Sozialpakt ratifiziert<\/strong><br>\nDie Bundesregierung muss sich klar zu den sozialen Menschenrechten und dem internationalen Menschenrechtsschutz bekennen. &bdquo;Deutschland soll endlich das Beschwerdeverfahren zum Internationalen Pakt &uuml;ber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) ratifizieren!&ldquo;. Das fordern Amnesty International und FIAN anl&auml;sslich der Anh&ouml;rung der deutschen Regierung vor dem UN-Sozialausschuss am 6. Mai in Genf. &bdquo;Die Ratifizierung des Zusatzprotokolls zum UN-Sozialpakt erm&ouml;glicht Betroffenen, sich vor dem UN-Sozialausschuss &uuml;ber die Verletzung von sozialen Rechten, wie zum Beispiel Diskriminierung im Zugang zu Bildung, zu beschweren&ldquo;, erkl&auml;rten die Organisationen. Die Bundesregierung hat mehrmals angek&uuml;ndigt, das Zusatzprotokoll zu ratifizieren, dies aber immer wieder vertagt.<br>\nDeutschland wird vor dem UN-Sozialausschuss den 5. Staatenbericht zum Stand der Umsetzung des UN-Sozialpakts in Deutschland vorstellen. Dabei wird sich das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales auch zum aktuellen Stand der Ratifizierung &auml;u&szlig;ern. Seit mehr als zwei Jahren pr&uuml;ft die Bundesregierung die Ratifizierung des Zusatzprotokolls. Dieses w&uuml;rde Menschen in Deutschland, die ihre sozialen Rechte verletzt sehen, die M&ouml;glichkeit geben, sich an die Vereinten Nationen zu wenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fian.de\/online\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=362:deutschland-bei-sozialen-menschenrechten-unglaubwuerdig-amnesty-international-und-fian-fordern-dass-deutschland-endlich-das-zusatzprotokoll-zum-sozialpakt-ratifiziert&amp;catid=56:pressemitteilungen&amp;Itemid=59\">FIAN<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Der arabische Fr&uuml;hling<\/strong><br>\nDie Massen mutiger Menschen in der arabischen Welt, von Tunis bis zum Tahrir-Platz, von Jemen und Bahrain bis nach Bengasi und Tripolis, haben unsere Herzen erobert. In den Vereinigten Staaten und in Europa ist der Winter der Unzufriedenheit jedoch nicht vorbei: Weder hat der arabische Fr&uuml;hling den unbarmherzigen Angriffen konservativer Politiker auf die materiell Schw&auml;chsten in den USA Einhalt geboten, noch hat der Aufstieg eines politisch verbr&auml;mten Neonationalismus in Deutschland und Frankreich ein Ende gefunden, die beide versuchen, ihre nationalen Sparma&szlig;nahmen allen Lohnempf&auml;ngern in der Europ&auml;ischen Union aufzuzwingen. Dennoch sprie&szlig;en selbst in einigen amerikanischen Bundesstaaten frische Sch&ouml;sslinge aus dem gefrorenen Boden: Wochenlang k&auml;mpften die Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst in Wisconsin gegen den Verlust ihres Rechts auf Tarifverhandlungen, und &auml;hnliche Aktionen sind f&uuml;r Indiana, Ohio und andere Bundesstaaten angek&uuml;ndigt. Im Internet macht das Foto eines Plakats, das ein &auml;gyptischer Demonstrant hochh&auml;lt, die Runde. Auf dem Plakat steht: &ldquo;&Auml;gypten unterst&uuml;tzt die Arbeiter in Wisconsin: Eine Welt, ein Leid&rdquo;. Ein Einwohner von Wisconsin antwortete: &ldquo;Wir lieben Euch. Danke f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung und Gl&uuml;ckwunsch zu Eurem Sieg!&rdquo;<br>\nNat&uuml;rlich k&auml;mpfen die Demonstranten in Wisconsin und die tunesischen und &auml;gyptischen Revolution&auml;re f&uuml;r unterschiedliche Ziele. Erstere widersetzen sich ihrer weiteren Ruhigstellung und Dem&uuml;tigung, durch die sie in den vergangenen 20 Jahren aufgrund der verheerenden Auswirkungen des amerikanischen und des globalen Finanzkapitalismus beinahe zu gef&uuml;gigen und mutlosen Stubenhockern gemacht worden sind. Die arabischen Revolution&auml;re hingegen k&auml;mpfen f&uuml;r demokratische Rechte, einen freien &ouml;ffentlichen Raum und den Anschluss an die moderne Welt nach Jahrzehnten der L&uuml;gen, Isolation und T&auml;uschung. In beiden F&auml;llen aber wurde Hoffnung auf Wandel geweckt: Die politischen und wirtschaftlichen Ordnungen sind zerbrechlich und f&uuml;r Ver&auml;nderungen empf&auml;nglich.<br>\nQuelle:  <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2011\/mai\/der-arabische-fruehling\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>&Uuml;ber gewerkschaftliche K&auml;mpfe um Mindestl&ouml;hne in Kambodscha: Streiken erlaubt, aber&hellip;<\/strong><br>\nIn Kambodscha streikten zwischen dem 13. und 17. September 2010 Tausende Besch&auml;ftigte der Bekleidungsindustrie. Der Streik war der gr&ouml;&szlig;te, den das Land bisher jemals erlebt hat. Auf seinem H&ouml;hepunkt waren es laut Sch&auml;tzung der Gewerkschaften 200000 Besch&auml;ftigte aus 90 Fabriken, d.h. mehr als die H&auml;lfte (!) aller FabrikarbeiterInnen der kambodschanischen Bekleidungsindustrie, die an Streikaktionen beteiligt waren. Der Streik stie&szlig; also auf eine ungeheure Resonanz auch bei denjenigen, die nicht den beiden Gewerkschaftsverb&auml;nden C.CADWU und NIFTUC angeh&ouml;rten, die dazu aufgerufen hatten. Um es vorwegzunehmen: Der Streik hat einen Teilerfolg erbracht, aber auch heftige Abwehrreaktionen der Gegenseite hervorgerufen, unter denen viele Besch&auml;ftigte und AktivistInnen bis heute zu leiden haben. Ein Grund f&uuml;r den folgenden Bericht und ein exemplarisches Beispiel daf&uuml;r, warum es f&uuml;r ein Land nicht ausreichen kann, ein gutes Arbeitsrecht zu verfassen und brav ILO-Konventionen zu ratifizieren. Das allein n&uuml;tzt den Besch&auml;ftigten leider gar nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/26567\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Hartz IV f&uuml;r Portugal<\/strong><br>\nDie Portugiesen haben nicht mehr die Wahl. Nach der gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Regierung in Lissabon stellten sich gestern auch die beiden gro&szlig;en rechtsliberalen Oppositionsparteien hinter das EU-Hilfspaket, mit dem die Schuldenkrise im &auml;rmsten Land Westeuropas &uuml;berwunden werden soll.<br>\nDamit unterst&uuml;tzen alle gro&szlig;en Parteien den Sparkurs, der noch im M&auml;rz zum Sturz von Premierminister Jos&eacute; S&oacute;crates gef&uuml;hrt hatte. Die Bedingungen haben es n&auml;mlich in sich &ndash; auch wenn die Auflagen f&uuml;r Portugal nicht ganz so hart ausfallen wie die f&uuml;r Griechenland. Auf die B&uuml;rger kommen dennoch viele H&auml;rten zu. So werden Arbeitslosenhilfe und Renten gek&uuml;rzt; gleichzeitig wird ein System nach dem Vorbild von Hartz IV eingef&uuml;hrt. Die L&ouml;hne im &ouml;ffentlichen Dienst werden bis 2013 eingefroren, im Privatsektor soll sich die Lohnentwicklung k&uuml;nftig nach der Produktivit&auml;t (und nicht wie bisher nach der Inflation) richten. Gleichzeitig werden viele Produkte teurer, da die Mehrwertsteuer steigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2011%2F05%2F06%2Fa0085&amp;cHash=0a9dd089ab\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. 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