{"id":9365,"date":"2011-05-09T08:28:37","date_gmt":"2011-05-09T06:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9365"},"modified":"2011-05-09T08:28:37","modified_gmt":"2011-05-09T06:28:37","slug":"hinweise-des-tages-1379","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9365","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Banken-Boom &ndash; Tanz auf dem Vulkan; Umverteilung in Deutschland: Das gef&auml;hrliche Dogma; Deutschland ist bei der Euro-Rettung isoliert; Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-IV-Reform; Ohne &Uuml;berstunden reicht es nicht; Mehr Psycho vom Netto; Drohen, tricksen, verz&ouml;gern &ndash; wie RWE die Energiewende bei den Kommunen bek&auml;mpft; Verj&auml;hrtes Misstrauen; Elektronische Gesundheitskarte &ndash; Mega-Flop im Massentest; Abhaken und durchwinken &ndash; wie das Finanzamt bei den Reichen wegschaut; CDU r&uuml;ckt offenbar von schnellem Atomausstieg ab; Italiens Gewerkschaftsbund CGIL protestierte mit Generalstreik gegen Wirtschaftspolitik der Regierung; Wolfgang Ne&scaron;kovi&#263;: W&uuml;rde des Wilhelminismus; Vernichtendes Urteil; Reinfall f&uuml;r Rechtsextreme; Die Gr&uuml;nen machen alles mit; &bdquo;Henri-Nannen-Preis (KR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Banken-Boom &ndash; Tanz auf dem Vulkan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Umverteilung in Deutschland: Das gef&auml;hrliche Dogma<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Deutschland ist bei der Euro-Rettung isoliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-IV-Reform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Ohne &Uuml;berstunden reicht es nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Mehr Psycho vom Netto<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Drohen, tricksen, verz&ouml;gern &ndash; wie RWE die Energiewende bei den Kommunen bek&auml;mpft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Verj&auml;hrtes Misstrauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Elektronische Gesundheitskarte &ndash; Mega-Flop im Massentest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Abhaken und durchwinken &ndash; wie das Finanzamt bei den Reichen wegschaut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">CDU r&uuml;ckt offenbar von schnellem Atomausstieg ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Italiens Gewerkschaftsbund CGIL protestierte mit Generalstreik gegen Wirtschaftspolitik der Regierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Wolfgang Ne&scaron;kovi&#263;: W&uuml;rde des Wilhelminismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Vernichtendes Urteil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Reinfall f&uuml;r Rechtsextreme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Die Gr&uuml;nen machen alles mit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">&bdquo;Ich sehe keinen Grund, den Preis zur&uuml;ckzugeben&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=9365&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Banken-Boom &ndash; Tanz auf dem Vulkan<\/strong><br>\nHat die Finanzwirtschaft zur Normalit&auml;t zur&uuml;ckgefunden? Mitnichten. Das System ist genauso anf&auml;llig wie vor der gro&szlig;en Krise. Es wird wieder munter gezockt und die Chance f&uuml;r eine Reform verspielt. Ohne eine rigide Umkehr vom bisherigen Kurs droht schon bald ein neues Finanzdesaster. [&hellip;]<br>\nWeniger Spa&szlig; macht es, dem Treiben des Geldgewerbes zuzuschauen. Gerade einmal zweieinhalb Jahre sind es her, seit mit der Pleite von Lehman Brothers das globale Finanzsystem vor dem Kollaps stand. Doch gelernt hat die Branche offenbar nichts aus dem schlimmsten Crash seit 1929.<br>\nDer Habitus der Masters of the Universe wird wieder gepr&auml;gt vom branchentypischen &Uuml;berlegenheitsgef&uuml;hl. Man hat, so wird dem Publikum selbstgewiss vermittelt, alles im Griff. Die Party geht weiter, als wenn nichts gewesen w&auml;re. &ldquo;Wir tanzen auf einem Vulkan&rdquo;, sagt selbstkritisch ein Schweizer Banker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,761319,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Umverteilung in Deutschland: Das gef&auml;hrliche Dogma<\/strong><br>\nPolitiker und &Ouml;konomen erz&auml;hlen st&auml;ndig, wie sch&auml;dlich Umverteilung von Verm&ouml;gen doch sei. Diese These ist erstens unsinnig und zweitens extrem gef&auml;hrlich. Deutschland sollte den Irrweg Amerikas vermeiden &ndash; und dringend gegen eine Spaltung der Gesellschaft ank&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/umverteilung-in-deutschland-das-gefaehrliche-dogma-1.1094535\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> F&uuml;r NachDenkSeiten-Leser nichts Neues, als Artikel in der SZ aber durchaus beachtlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutschland ist bei der Euro-Rettung isoliert<\/strong><br>\nGriechenlands Haushaltsloch ist gr&ouml;&szlig;er als erwartet. Berlin dringt auf einen Schuldenschnitt f&uuml;r den Pleite-Staat. Die EZB und EU-Partner sind dagegen.<br>\nDeutschland pl&auml;diert f&uuml;r einen Schuldenschnitt Griechenlands f&uuml;r den Fall, dass die Hellenen ein weiteres Hilfspaket der EU bekommen. Geht es nach Berlin, sollte sich die Regierung in Athen jetzt mit seinen privaten Gl&auml;ubigern zusammensetzen und l&auml;ngere Laufzeiten f&uuml;r seine Bonds verhandeln, erfuhr &ldquo;Welt Online&ldquo; nach den Geheimverhandlungen am Freitagabend. [&hellip;]<br>\nDie anderen, das sind die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB), die EU-Kommission und auch andere Regierungschefs innerhalb der EU. Seit Wochen warnt EZB-Pr&auml;sident Jean-Claude Trichet vor einer Umschuldung, in welcher Form auch immer, weil sie die Stabilit&auml;t des europ&auml;ischen Finanzsystems gef&auml;hrden k&ouml;nnte &ndash; und vermutlich auch, weil sie die Notenbank selbst Milliarden an Abschreibungen kosten w&uuml;rde. Die Griechen selbst sind zwar f&uuml;r einen Zahlungsaufschub. Allerdings denken sie dabei weniger an die Anleihen, die ihre privaten Gl&auml;ubiger &ndash; zumeist griechische Banken &ndash; halten, sondern an l&auml;ngere Zahlungsfristen f&uuml;r die Hilfskredite von EU und Internationalem W&auml;hrungsfonds (IWF).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13359945\/Deutschland-ist-bei-der-Euro-Rettung-isoliert.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-IV-Reform<\/strong><br>\nDie Verk&uuml;rzung individueller Arbeitslosigkeitsphasen war ein zentrales Ziel der Hartz-IV-Reform. In dem Beitrag wird die Dauer der individuellen Arbeitslosigkeitsphasen vor und nach der Hartz-IV-Reform vergleichend untersucht. Datengrundlage ist das SOEP. In einem ersten Schritt geht es um die Frage nach der Existenz einer &ldquo;Arbeitslosigkeitsfalle&rdquo; im Schnittbereich von Sozialtransfers und Arbeitsmarkt f&uuml;r die Zeit von 2002 bis 2004 und von 2005 bis 2007. Diese Analyse zeigt, dass das Problem &uuml;berlanger Arbeitslosigkeitsphasen, auf das die Hartz-IV-Reform zielte, vor 2005 kaum bestand. In einem zweiten Analyseschritt kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich die Arbeitslosigkeitsphasen nach der Hartz-IV-Reform kaum ver&auml;ndert haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/119_113625.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ohne &Uuml;berstunden reicht es nicht<\/strong><br>\nLeiharbeit und Lohndumping bei Versandzentrum Hermes an der Tagesordnung<br>\nDas weltweit gr&ouml;&szlig;te Versandhandelsunternehmen OTTO hat in den 90ern dringend ben&ouml;tigte Arbeitspl&auml;tze in die sachsen-anhaltische 19000-Einwohner-Stadt Haldensleben gebracht. Mittlerweile sind es rund 3000 Stellen. Allerdings gliederte der Konzern das Haldenslebener Versandzentrum zwischenzeitlich in seine Logistik-Tochter &raquo;Hermes Fulfilment&laquo; aus und senkte damit die L&ouml;hne drastisch. Zudem l&auml;&szlig;t Hermes heute einen gro&szlig;en Teil der Arbeit von Zeitarbeitern erledigen. Neues Personal, vorrangig f&uuml;r die Kommissionierung im Schichtbetrieb, aber auch f&uuml;r die F&uuml;hrungsaufgaben, wird fast ausschlie&szlig;lich &uuml;ber das Zeitarbeitsunternehmen &raquo;Randstad&laquo; rekrutiert. Die L&ouml;hne der Leiharbeiter sind so niedrig, da&szlig; viele sie vom Jobcenter aufstocken lassen m&uuml;ssen. Zus&auml;tzlich kursiert das Ger&uuml;cht, da&szlig; Hermes 120 bis 150 polnische Leiharbeiter in die Hallen holen will, weil die Zeitarbeitsfirma zu wenig Arbeitskr&auml;fte zu Verf&uuml;gung hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-09\/043.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Mehr Psycho vom Netto<\/strong><br>\nVor zwei Jahren hat Netto die Filialen des Discounters Plus &uuml;bernommen, zusammen mit den Angestellten, in deren Arbeitsvertr&auml;gen ein h&ouml;heres Gehalt festgeschrieben war. &ldquo;Wir k&uuml;ndigen euch nicht&rdquo;, hat laut O. ein Vorgesetzter zu ihr gesagt. &ldquo;Wir kriegen euch auf andere Weise raus.&rdquo; Mobbing sei f&uuml;r diese MitarbeiterInnen t&auml;gliche Erfahrung. &hellip;<br>\nSolche Verst&ouml;&szlig;e sind allerdings schwer zu beweisen. &ldquo;Die Position der Arbeitnehmer ist so schlecht, dass sie gar nicht bis zu den Arbeitsgerichten durchkommen&rdquo;, sagt ein Arbeitsrichter. Vor Gericht gebe es h&ouml;chstens Aussicht auf einen &ldquo;billigen Vergleich&rdquo;, meist w&uuml;rden die Verfahren jedoch eingestellt. Anwalt Hjort w&uuml;rde dennoch pr&uuml;fen, ob er helfen kann. Er sagt aber: &ldquo;400-Euro-Kr&auml;fte gehen typischerweise gar nicht zum Anwalt, weil sie nicht den Impetus haben oder die H&uuml;rden zu hoch sind.&rdquo; Ein grunds&auml;tzliches Problem sei auch, dass sich der Staat &ldquo;aus der Kontrolle der Arbeitsbeziehungen verabschiedet&rdquo; habe, sagt Hjort. Kein Arbeitgeber m&uuml;sse mehr mit ernsthaften Kontrollen rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/mehr-psycho-vom-netto\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Drohen, tricksen, verz&ouml;gern &ndash; wie RWE die Energiewende bei den Kommunen bek&auml;mpft<\/strong><br>\nLange hatten die gro&szlig;en Energiekonzerne quasi ein Monopol auf den Betrieb der Stromnetze. Doch vielerorts laufen die Vertr&auml;ge daf&uuml;r in den n&auml;chsten Jahren aus &ndash; und nun wollen etliche Kommunen die Netze selbst betreiben. Zum Beispiel, um eine klimafreundliche Energiewende einzuleiten, oder einfach, um die Milliardengewinne aus dem Betrieb der Stromnetze in die kommunalen Haushalte zu lenken. MONITOR zeigt, wie der Energiekonzern RWE versucht, das zu verhindern und seine Marktmacht zu sichern: Mit Lobbyarbeit, mit Drohungen und mit Gerichtsprozessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/\/sendungen\/2011\/0505\/rwe.php5\">Monitor<\/a>\n<p>dazu: <strong>Stadtwerke nutzen Atomausstieg<\/strong><br>\nStephan Weil, Pr&auml;sident des Verbandes kommunaler Unternehmen, k&uuml;ndigt Milliarden-Investitionen in die Stromproduktion an. Die Stadtwerke greifen die Vormachtstellung der Stromriesen an.<br>\nDie Stadtwerke wollen im Falle eines schnellen Atomausstiegs in den kommenden Jahren zus&auml;tzlich Milliarden investieren und damit die Vormachtstellung der vier Stromriesen angreifen. Der Pr&auml;sident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Stephan Weil, sagte der Frankfurter Rundschau: &bdquo;Wird die Laufzeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Kernkraftwerke zur&uuml;ckgenommen, dann investieren die Stadtwerke bis 2020 zus&auml;tzlich sechs Milliarden Euro.&ldquo;<br>\nDer Marktanteil der Stadtwerke an der Stromerzeugung werde sich so von zuletzt 9,2 Prozent verdoppeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/stadtwerke-nutzen-atomausstieg\/-\/1472780\/8422348\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Verj&auml;hrtes Misstrauen<\/strong><br>\nVor 30 Jahren ist ein Teil des Volks gegen seine Z&auml;hlung auf die Stra&szlig;e gegangen. Heute ver&ouml;ffentlichen viele Menschen sorglos private Daten im Internet. Der Zensus erregt nicht mehr. Das Geld f&uuml;r diese Stra&szlig;enaktion h&auml;tte sich der Staat, also wir alle, glatt sparen k&ouml;nnen. [&hellip;]<br>\nEs ist Volksz&auml;hlung, Stichtag 9. Mai 2011, und wenn sich &uuml;berhaupt jemand aufregt, dann h&ouml;chstens einige Kommunalpolitiker &uuml;ber ihren Kostenanteil. Die Interviewer, die an den Wohnungst&uuml;ren l&auml;uten, werden nicht als Heimsuchung betrachtet, sondern schlimmstenfalls als l&auml;stige G&auml;ste am Feierabend. Die wird dann schnell wieder los, wer den Fragebogen in eigener Regie ausf&uuml;llt und Versand gelobt.<br>\nWar da was? Ach ja, dieses uralte Misstrauen gegen eine wissbegierige Obrigkeit, lange verj&auml;hrt und fast vergessen. Volksz&auml;hlung &ndash; das Stichwort rangierte vor drei&szlig;ig Jahren ungef&auml;hr auf einer Stufe mit Atomkraft, Startbahn-West und Pershing-Raketen. Ein bunter Reigen von Anarchos &uuml;ber aufstrebende Gr&uuml;ne bis zu Anw&auml;ltinnen mit FDP-Parteibuch vollbrachten ein Werk, aus dem heutige Wutb&uuml;rger lernen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/verjaehrtes-misstrauen\/-\/1472602\/8422272\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es f&auml;llt in der Tat schwer, sich in einer Zeit, in der viele B&uuml;rger ihre privaten Daten freiwillig Konzernen wie Facebook, Amazon, Google oder den unz&auml;hligen Bonus-Karten-Anbietern geben, &uuml;ber den Zensus zu echauffieren. Das eigentliche Problem ist weniger das statistische Interesse des Staates, sondern vielmehr die zahlreichen <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spezials\/datenschutz\/datenschuetzer-zweifeln-am-zensus\/-\/1472644\/8374116\/-\/\">datenschutzrechtlichen Probleme<\/a> des Zensus.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Eine Scheinwelt aus Daten<\/strong><br>\nFr&uuml;her galt der &ldquo;gl&auml;serne B&uuml;rger&rdquo; als die Hauptgefahr des amtlichen Datensammelns. Heute ist die gr&ouml;&szlig;te Gefahr der Irrglaube, dass es diesen Gl&auml;sernen l&auml;ngst gibt. Digitale Resignation hat sich breitgemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/eine-scheinwelt-aus-daten\/4149088.html\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Elektronische Gesundheitskarte &ndash; Mega-Flop im Massentest<\/strong><br>\nHorrende Kosten, kein Zusatznutzen: Seit Jahren finanzieren die gesetzlich Versicherten ein Mammutprojekt namens elektronische Gesundheitskarte. Einst sollte diese das Gesundheitswesen revolutionieren, nun entpuppt sie sich als absoluter Flop. Eingef&uuml;hrt wird das Placebo-K&auml;rtchen trotzdem.<br>\nDie Regierung hatte sich alles so sch&ouml;n ausgedacht. Eine kleine Karte, die ins Portemonnaie der Patienten passt, sollte die unz&auml;hligen gro&szlig;en Probleme des Gesundheitswesens l&ouml;sen. Weniger Missbrauch, keine Doppeluntersuchungen mehr, im Notfall der Zugriff auf die relevanten Daten des Versicherten. Und vor allem: Einsparungen durch mehr Transparenz.<br>\nSo weit die Theorie. Die Praxis ist ern&uuml;chternd: Keines der Ziele wurde bislang erreicht. Nach sechs Jahren Entwicklung steht das Projekt &ldquo;elektronische Gesundheitskarte&rdquo; noch immer am Anfang. Das Lichtbild des Versicherten ist die einzige Neuerung gegen&uuml;ber den aktuellen Versichertenkarten. Dabei hat das Mammutprojekt bislang 500 Millionen Euro gekostet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,755464,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Abhaken und durchwinken &ndash; wie das Finanzamt bei den Reichen wegschaut<\/strong><br>\nDie Verfassung fordert unmissverst&auml;ndlich: Der Staat muss bei seinen B&uuml;rgern die Steuern gleichm&auml;&szlig;ig und damit gerecht eintreiben. Doch die Praxis sieht dramatisch anders aus. W&auml;hrend normale Arbeitnehmer mit ihren Eink&uuml;nften f&uuml;r das Finanzamt v&ouml;llig transparent sind und kaum Spielraum zum Steuersparen haben, werden Einkommensmillion&auml;re, Freiberufler und Unternehmen von den Steuerbeh&ouml;rden zum Teil jahrzehntelang &uuml;berhaupt nicht &uuml;berpr&uuml;ft. Der Grund: es fehlen Pr&uuml;fer und Steuerfahnder. Dem Staat gehen dadurch j&auml;hrlich zweistellige Milliarden-Betr&auml;ge verloren. Der Bundesrechnungshof kritisiert das &ndash; doch j&uuml;ngste Recherchen belegen, dass viele Bundesl&auml;nder ihr Steuerpersonal zuletzt sogar noch weiter abgebaut haben. Die Folge: So genannte Durchwinkwochen beim Finanzamt. Gute Zeiten f&uuml;r wohlhabende Steuerhinterzieher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/\/sendungen\/2011\/0505\/reiche.php5\">Monitor<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>CDU r&uuml;ckt offenbar von schnellem Atomausstieg ab<\/strong><br>\nDie Kernenergie sei ein Element vorausschauender Energieversorgung, so ein Papier aus dem Bundesvorstand.<br>\nDas Datum f&uuml;r einen m&ouml;glichen Atomausstieg geh&ouml;rt derzeit wohl zu den heikelsten Themen innerhalb des Regierungslagers. W&auml;hrend einige, wie CSU-Parteichef Horst Seehofer, auf einen Ausstieg bis sp&auml;testens 2022 dr&auml;ngen, geht der Gesinnungswandel insbesondere den Vertretern der Wirtschaftsfl&uuml;gel der Regierungsparteien zu schnell. Berichte des Handelsblattes, wonach sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits auf ein konkretes Datum f&uuml;r den Ausstieg dr&auml;nge, musste ein Regierungssprecher wieder einschr&auml;nken. Noch steht nichts fest, auch ein Modell mit Restlaufzeiten ist durchaus m&ouml;glich. In eine Beschlussvorlage des CDU-Parteivorstandes, die Greenpeace zugespielt wurde und Telepolis vorliegt, ist jedenfalls von einem schnellen Atomausstieg oder gar konkreten Terminen nichts mehr zu lesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34695\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Italiens Gewerkschaftsbund CGIL protestierte mit Generalstreik gegen Wirtschaftspolitik der Regierung<\/strong><br>\nIn Italien w&auml;chst der Widerstand gegen Regierungschef Silvio Berlusconi. Hunderttausende Menschen legten am Freitag in zahlreichen St&auml;dten des Landes die Arbeit nieder und versammelten sich zu mehr als 100 Kundgebungen, um eine Steuerreform und Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit zu fordern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-07\/028.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wolfgang Ne&scaron;kovi&#263;: W&uuml;rde des Wilhelminismus<\/strong><br>\nWer als Abgeordneter die Ordnung im Deutschen Bundestag st&ouml;rt, wird in Zukunft sanktioniert. Gute Manieren scheinen dort wichtiger zu sein als kontroverse Debatten.<br>\nTausend Euro soll sie k&uuml;nftig kosten, die nicht unerhebliche St&ouml;rung der Ordnung im Plenarsaal des Deutschen Bundestags. Im Wiederholungsfall das Doppelte. So sieht es eine &Auml;nderung der Gesch&auml;ftsordnung vor, die Union, SPD und FDP unterst&uuml;tzen. Presse und Funk sind begeistert: Die Initiative sei geeignet, &bdquo;p&ouml;belnde&ldquo; linke Abgeordnete in den Griff zu bekommen und die &bdquo;W&uuml;rde&ldquo; des Bundes&shy;tages zu bewahren, hei&szlig;t es. W&uuml;rde? Der Deutsche Bundestag wird nicht gew&auml;hlt, um eherne W&uuml;rde ausstrahlen. Ihm kommt die W&uuml;rde zu, die Inte&shy;ressen des Volkes zu vertreten. Diese W&uuml;rde l&auml;sst sich nicht in erster Linie mit der Kleiderordnung erfassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1118-gastkommentar1\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Vernichtendes Urteil<\/strong><br>\nEvident. Grob. Verletzt. Bei jedem Wort ist es, als bef&ouml;rderten die Professoren von der Uni Bayreuth das Elaborat zu Guttenbergs, das ihnen zur Pr&uuml;fung vorlag, angewidert in den Papierkorb.<br>\nBis vor zwei Monaten war die Universit&auml;t m&auml;chtig stolz auf Karl-Theodor zu Guttenberg. Jetzt geht sie auf gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Abstand. Mit Recht f&uuml;rchtet sie nach Guttenbergs akademischer Kernschmelze die Kontamination. In der Absetzbewegung bleibt sogar der Doktorvater auf der Strecke. Kaum verhohlen mokieren sich seine Kollegen &uuml;ber das &bdquo;Summa cum laude&ldquo; f&uuml;r Guttenbergs zusammengeklaubtes Machwerk.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/vernichtendes-urteil\/-\/1472602\/8417452\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wen wundert diese Kehrtwende? Die Universit&auml;t Bayreuth hat bei der Kontrolle von Guttenbergs Dissertation ganz offensichtlich versagt. Nun tritt sie die Flucht nach vorne an, um ihren Namen zu retten. Nicht nur in Bayreuth h&auml;tte man sich sicherlich ein clevereres Krisenmanagement des ehemaligen Shooting-Stars gew&uuml;nscht. Guttenberg hat va banque gespielt und verloren und dabei einen gigantischen Scherbenhaufen hinterlassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Reinfall f&uuml;r Rechtsextreme<\/strong><br>\nNur wenige &raquo;pro NRW&laquo;-Anh&auml;nger bei braunem &raquo;Freiheitsmarsch&laquo;. Tausende protestierten gegen den Aufzug in K&ouml;ln<br>\nErneut ist die rechtsextreme Partei &raquo;pro NRW&laquo; mit dem Versuch gescheitert, einen &raquo;Gro&szlig;aufmarsch&laquo; gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands durchzuf&uuml;hren. Statt der angemeldeten 2500 Rechten kamen am Samstag nur etwa 300 Rassisten zu einem &raquo;Marsch der Freiheit&laquo; in K&ouml;ln. Den ganzen Tag &uuml;ber kam es in der Domstadt zu Aktionen von Nazigegnern. Bereits am Samstag morgen blockierten Antifaschisten die Bahngleise am Bahnhof Leverkusen-Opladen und verz&ouml;gerten damit die Abreise einer dort wartenden Gruppe von &raquo;pro NRW&laquo;-Anh&auml;ngern um mehr als zwei Stunden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-09\/042.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Gr&uuml;nen machen alles mit<\/strong><br>\nTrotz des Streits &uuml;ber die Hochmoselbr&uuml;cke stimmen die Gr&uuml;nen auf dem Parteitag f&uuml;r das Vertragswerk. Von J&uuml;rgen Trittin gab es Lob f&uuml;r &ldquo;Gr&uuml;nland-Pfalz&rdquo;.<br>\nRot-Gr&uuml;n in Rheinland-Pfalz ist perfekt. Die SPD und die Gr&uuml;nen billigten am Wochenende auf ihren Parteitagen den Koalitionsvertrag. Doch w&auml;hrend bei den Sozialdemokraten am Samstag in Mainz gro&szlig;e Zufriedenheit mit dem am Freitag vorgestellten Vertrag herrschte &ndash; es gab denn auch nur drei Gegenstimmen -, zeigten auf der Delegiertenversammlung der Gr&uuml;nen am Sonntag in Neuwied entt&auml;uschte Interessengruppen ihren Unmut. Die Gr&uuml;nen, so der h&auml;ufige Vorwurf, h&auml;tten sich von Ministerpr&auml;sident Kurt Beck &ldquo;&uuml;ber den Tisch ziehen lassen&rdquo;. Dennoch stimmten nach einer kontroversen Diskussion 92 Prozent der Delegierten f&uuml;r den Koalitionsvertrag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/die-gruenen-machen-alles-mit\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>&bdquo;Ich sehe keinen Grund, den Preis zur&uuml;ckzugeben&ldquo;<\/strong><br>\nDer &ldquo;Spiegel&rdquo;-Autor Ren&eacute; Pfister hat den Henri-Nannen-Preis f&uuml;r die beste Reportage gewonnen. Die Diskussion dar&uuml;ber, ob dies zu Recht geschehen ist, ging auch am Sonntag weiter. [&hellip;]<br>\nUnter dem Titel &bdquo;Am Stellpult&ldquo; hatte Ren&eacute; Pfister die private Seite des bayerischen Ministerpr&auml;sidenten Horst Seehofer als Modelleisenbahner dargestellt und die Herrschaft &uuml;ber seine Miniaturwelt mit der &uuml;ber den Freistaat in Beziehung gesetzt. Der Autor hatte bei der Preisverleihung auf Nachfrage von Moderatorin Katrin Bauerfeind allerdings zugestanden, dass er die Modellbahn im Keller von Seehofers Ferienhaus nie selbst gesehen hat. [&hellip;] Oscar Tiefenthal, Leiter der Evangelischen Journalistenschule in Berlin, kritisiert die Camouflage in Pfisters Beitrag. &bdquo;Eine Reportage lebt vom Selbsterlebten, nicht vom H&ouml;rensagen&ldquo;, sagte Tiefenthal in einem epd-Gespr&auml;ch. Ein Reporter schildere, was er beobachtet: &bdquo;Dazu ist es zwingend erforderlich, pers&ouml;nlich vor Ort zu sein.&ldquo; Wer die Story von Pfister lese, denke automatisch: &bdquo;Toll, wie kommt der Kerl in den Keller von Horst Seehofer!&ldquo; So sei es aber nicht gewesen, sagte Tiefenthal. &bdquo;Daher hat Pfister ein sch&ouml;nes und sprachlich &uuml;berzeugendes St&uuml;ck geschrieben, nicht aber eine preisw&uuml;rdige Reportage&ldquo;. Ob er den Preis zur&uuml;ckgebe, m&uuml;sse er selbst entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/ich-sehe-keinen-grund-den-preis-zurueckzugeben-\/4149226.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Banken-Boom &ndash; Tanz auf dem Vulkan; Umverteilung in Deutschland: Das gef&auml;hrliche Dogma; Deutschland ist bei der Euro-Rettung isoliert; Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-IV-Reform; Ohne &Uuml;berstunden reicht es nicht; Mehr Psycho vom Netto; Drohen, tricksen, verz&ouml;gern &ndash; wie RWE die Energiewende bei den Kommunen bek&auml;mpft; Verj&auml;hrtes Misstrauen; Elektronische<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9365\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9365","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9365"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9365\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9370,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9365\/revisions\/9370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}