{"id":9376,"date":"2011-05-10T08:39:39","date_gmt":"2011-05-10T06:39:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9376"},"modified":"2011-05-10T11:54:30","modified_gmt":"2011-05-10T09:54:30","slug":"hinweise-des-tages-1380","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9376","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Offenlegung von Nebeneink&uuml;nften; Geheimnisverrat in Berlin erz&uuml;rnt Euro-Staaten; Hedgefonds verbrannte 100 Millionen Dollar pro Tag; US-Firmenchefs sahnten 2010 ab; Paul Krugman &ndash; Angst an falscher Stelle; Deutsche Exporte brechen alle Rekorde; 30.000 Tote pro Jahr durch Krankenhaus-Infektionen; NRW startet Initiative gegen Billigl&ouml;hne; Krankenversicherer wimmelt Senioren ab; Kinderarmut schrumpft &ndash; auf dem Papier; Bericht aus der Hartz-IV-Provinz; Sch&auml;ubles Chefvolkswirt wird Industrielobbyist; Deutsches Steuergeld f&uuml;r Diktator; Streit um Volksz&auml;hlung: &ldquo;Statistik, nicht Spitzelei&rdquo;; Pekings Preisdiktatur; Wie staatliche Hochschulen ihre Studienabschl&uuml;sse verkaufen; Wem geh&ouml;rt die &ouml;konomische Bildung?; Premium kostet extra; Jury erkennt &ldquo;Spiegel&rdquo;-Redakteur Nannen-Preis ab (KR\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Offenlegung von Nebeneink&uuml;nften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Geheimnisverrat in Berlin erz&uuml;rnt Euro-Staaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Hedgefonds verbrannte 100 Millionen Dollar pro Tag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">US-Firmenchefs sahnten 2010 ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Paul Krugman &ndash; Angst an falscher Stelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Deutsche Exporte brechen alle Rekorde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">30.000 Tote pro Jahr durch Krankenhaus-Infektionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">NRW startet Initiative gegen Billigl&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Krankenversicherer wimmelt Senioren ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Kinderarmut schrumpft &ndash; auf dem Papier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Bericht aus der Hartz-IV-Provinz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Sch&auml;ubles Chefvolkswirt wird Industrielobbyist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Deutsches Steuergeld f&uuml;r Diktator<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Streit um Volksz&auml;hlung: &ldquo;Statistik, nicht Spitzelei&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Pekings Preisdiktatur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Wie staatliche Hochschulen ihre Studienabschl&uuml;sse verkaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wem geh&ouml;rt die &ouml;konomische Bildung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Premium kostet extra<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Jury erkennt &ldquo;Spiegel&rdquo;-Redakteur Nannen-Preis ab<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9376&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Offenlegung von Nebeneink&uuml;nften<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wir wollen wissen, wer bezahlt ?<\/strong><br>\nStellen Sie sich folgendes vor: Der von Ihnen gew&auml;hlte Bundestagsabgeordnete h&auml;lt im Jahr f&uuml;nf Vortr&auml;ge f&uuml;r die Finanzbranche und verdient damit neben seinem Mandat knapp 50.000 Euro, weil er pro Vortrag 9.999 Euro bekommt &ndash; und Sie als W&auml;hler\/in und die restliche &Ouml;ffentlichkeit erfahren nichts davon. Das darf nicht sein, finden Sie? Der Bundestag hat aber genau das gerade vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/05\/wir-wollen-wissen-wer-bezahlt-aktion-gegen-verschleierung-von-politiker-nebeneinkunften\/\">Lobbycontrol<\/a><\/li>\n<li><strong>Kritiker bef&uuml;rchten Verschleierung<\/strong><br>\nDie geplanten neuen Ver&ouml;ffentlichungspflichten von Nebenverdiensten der Bundestagsabgeordneten sto&szlig;en bei Anti-Korruptions-Organisationen auf Kritik: Politiker k&ouml;nnten ihre Kontakte zur Wirtschaft verschleiern. [&hellip;]<br>\nAm Donnerstag soll der Gesch&auml;ftsordnungsausschuss des Bundestages &uuml;ber die Regelung beraten. K&uuml;nftig sollen die Nebeneinkommen von Abgeordneten gestaffelt von 10.000 Euro bis &uuml;ber 150.000 Euro im Jahr ver&ouml;ffentlicht werden. Geplant sind sieben statt wie bisher drei Stufen. Die Untergrenze soll einheitlich bei 10.000 Euro liegen. Au&szlig;erdem soll die Anzeigepflicht f&uuml;r die T&auml;tigkeit als Bundesminister oder Parlamentarischer Staatssekret&auml;r beziehungsweise Staatsminister entfallen. [&hellip;] Zwar schaffe die geplante Neuregelung mehr Transparenz bei hohen Nebeneink&uuml;nften, &bdquo;diesem begr&uuml;&szlig;enswerten Erkenntnisgewinn steht jedoch die gravierende Verschleierung der Eink&uuml;nfte aus Einzeleinnahmen unter 10.000 Euro gegen&uuml;ber&ldquo;, sagte Jochen B&auml;umel von Transparency International Deutschland. &bdquo;Man k&ouml;nnte fast denken, hier soll der &Ouml;ffentlichkeit hinsichtlich bestimmter Eink&uuml;nfte Sand in die Augen gestreut werden&ldquo;, f&uuml;gte er hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/kritiker-befuerchten-verschleierung\/-\/1472596\/8425536\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Geheimnisverrat in Berlin erz&uuml;rnt Euro-Staaten<\/strong><br>\nDie Wut in den Eurol&auml;ndern ist gro&szlig;: Ein deutscher Informant soll Inhalte eines vertraulichen Ministertreffens durch gezielte Indiskretionen nach au&szlig;en getragen haben. Es seien immer wieder deutsche Quellen, durch die Spekulationen angeheizt w&uuml;rden, kritisieren die Partner der W&auml;hrungsunion.<br>\nNach dem geheimen Treffen einiger Euro-L&auml;nder am vergangenen Freitag in Luxemburg w&auml;chst der &Auml;rger &uuml;ber den Umgang deutscher Politiker mit der Krise in Griechenland. &ldquo;Irgendjemand in Berlin streut in unertr&auml;glicher Unverantwortlichkeit vertrauliche Informationen&rdquo;, sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-L&auml;nder der S&uuml;ddeutschen Zeitung: &ldquo;Dadurch werfen sie Griechenland und den Euro den Spekulanten zum Fra&szlig; vor.&rdquo;<br>\nVertreter aus Euro-L&auml;ndern sind &ldquo;besorgt&rdquo; &uuml;ber die politische Schw&auml;che Berlins. Die W&auml;hrungsgemeinschaft sei nur dann stark, wenn auch Deutschland stark sei. Offensichtlich gelinge es der Bundesregierung nicht, das griechische Problem geeint zu l&ouml;sen, hei&szlig;t es.  [&hellip;]<br>\nDer &Auml;rger in der Gruppe der 17 Euro-L&auml;nder ist gro&szlig;. Es seien immer wieder deutsche Quellen, die vertrauliche Informationen weiterg&auml;ben und Spekulationen anheizten. &ldquo;In Deutschland gibt es Personen, die absichtlich Ger&uuml;chte und Halbwahrheiten streuen&rdquo;, so ein Kritiker. &ldquo;Sie handeln entweder verantwortungslos oder verfolgen eine eigene Agenda, wobei Letzteres nat&uuml;rlich eine Katastrophe w&auml;re&rdquo;, hie&szlig; es weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/griechenland-wird-spekulanten-zum-frass-vorgeworfen-geheimnisverrat-in-berlin-erzuernt-euro-staaten-1.1095194\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><strong>dazu: Der gepl&uuml;nderte Staat<\/strong><br>\nGriechenlands Gewerkschaften bek&auml;mpfen die Sparbem&uuml;hungen des Staates. Sie wehren sich gegen drohende Privatisierungen, die Griechenland aus der Schuldenkrise holen sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/der-gepluenderte-staat\/-\/1471908\/8426214\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Hedgefonds verbrannte 100 Millionen Dollar pro Tag<\/strong><br>\nDer Crash des &Ouml;lpreises l&auml;sst Autofahrer hoffen &ndash; viele Spekulanten hat er kalt erwischt. Der weltweit gr&ouml;&szlig;te Rohstoff-Hedgefonds, Clive Capital, hat binnen vier Tagen rund 400 Millionen Dollar verloren. Auch andere Finanzfirmen machten hohe Verluste. [&hellip;]<br>\nRund 400 Millionen Dollar Verlust machte das Unternehmen &ndash; binnen vier Tagen. Das berichtet die britische &ldquo;Financial Times&rdquo; (&ldquo;FT&rdquo;) unter Berufung auf einen Unternehmensinsider. Demnach habe Clive Capital seine Investoren am Freitag &uuml;ber den Blitzverlust informiert. Insgesamt habe das Unternehmen fast zehn Prozent seines Investitionsvolumens verbrannt. Dieses werde auf rund f&uuml;nf Milliarden Dollar gesch&auml;tzt.<br>\nAndere Hedgefonds h&auml;tten &auml;hnlich hohe Verluste hinnehmen m&uuml;ssen, berichtet die &ldquo;FT&rdquo;. Manche m&uuml;ssten gar ein Minus hinnehmen, das deutlich im zweistelligen Prozentbereich liege.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,761413,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn der SPIEGEL sich zumindest ein wenig M&uuml;he geben w&uuml;rde, seinen Lesern die Hintergr&uuml;nde der Zockerei auf den Finanzm&auml;rkten zu erkl&auml;ren. Die im Artikel beschriebenen Gesch&auml;fte sind Wetten auf Warentermingesch&auml;fte. Solche Wetten zeichnen sich dadurch aus, dass sie &ndash; abz&uuml;glich der Geb&uuml;hren &ndash; reine Nullsummenspiele sind. Oder um es noch einfacher zu sagen: Was der eine Spieler verliert, muss der andere Spieler gewinnen. Wenn also verschiedene Hedgefonds in den letzten Wochen hohe Verluste erlitten, m&uuml;ssen andere Marktteilnehmer hohe Gewinne eingestrichen haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>US-Firmenchefs sahnten 2010 ab<\/strong><br>\nDie Bosse der gro&szlig;en US-Konzerne haben im vergangenen Jahr pr&auml;chtig verdient. Nach einer Erhebung des &ldquo;Wall Street Journal&rdquo; (Montag) stieg der Verdienst im Vergleich zum Krisenjahr 2009 um 11 Prozent auf im Schnitt 9,3 Mio. Dollar (6,5 Mio. Euro). Darin eingerechnet sind das Festgehalt und alle Boni.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1304551398532\/US-Firmenchefs-sahnten-2010-ab\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Paul Krugman &ndash; Angst an falscher Stelle<\/strong><br>\nWashington sorgt sich um Schulden und Inflation. Die wirkliche Gefahr der Arbeitslosigkeit hingegen wird verkannt. Und jeder Versuch, Arbeitslosen zu helfen, wird von den Angstmachern gestoppt.<br>\nAlle wichtigen &ouml;konomischen Faktoren zeigen, dass der Aufschwung in den USA sich verlangsamen k&ouml;nnte. Die Besch&auml;ftigungsquote w&auml;chst nicht schneller als die erwachsene Bev&ouml;lkerung. Mehr als sechs Millionen Amerikaner sind l&auml;nger als sechs Monate ohne Job, mehr als vier Millionen l&auml;nger als ein Jahr.<br>\nEs w&auml;re sch&ouml;n, wenn irgendjemand in Washington sich daf&uuml;r interessieren w&uuml;rde. Nicht dass unsere politische Klasse selbstgef&auml;llig w&auml;re. Im Gegenteil. Die Debatte ist bestimmt von Angst, Angst vor der Schuldenkrise, der Inflation, der Abwertung des Dollar. Die Bedrohungen sind zwar eingebildet, aber die Angst vor den Hirngespinsten wirkt. Niemand k&uuml;mmert sich um die reale Krise, das Elend arbeitsloser Amerikaner und ihrer Familien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/angst-an-falscher-stelle\/-\/1472602\/8426038\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutsche Exporte brechen alle Rekorde<\/strong><br>\nEuropas Konjunktur zieht an &ndash; und vor allem die Bundesrepublik profitiert: Im M&auml;rz haben deutsche Firmen so viel exportiert wie noch nie. Insgesamt setzten sie Waren im Wert von fast 100 Milliarden Euro ab.<br>\nDie Unternehmen setzten Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro im Ausland ab und damit 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Damit wurde der im April 2008 erreichte Rekord von 88,8 Milliarden Euro deutlich &uuml;bertroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,761389,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Unseren t&auml;glichen &ldquo;die Wirtschaft l&auml;uft toll&rdquo;-Jubelartikel gib uns heute&hellip; der SPIEGEL behauptet sogar wahrheitswidrig, &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,761472,00.html\">Mehr als eine Million Jobs bleiben unbesetzt<\/a>&rdquo; &hellip;<br>\nDann k&ouml;nnten ja die L&ouml;hne endlich mal richtig steigen, stattdessen sinken sie weiter. Kein Wort zu den unglaublichen Risiken der Exportorientierung und der Austerit&auml;tsprogramme in unseren Hauptabnehmerl&auml;ndern in der EU. Die Unterschiede zur DDR-Jubelpresse sind bestenfalls noch graduell.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>30.000 Tote pro Jahr durch Krankenhaus-Infektionen<\/strong><br>\nExperten halten die Todesf&auml;lle durch resistente Erreger in Kliniken f&uuml;r gesch&ouml;nt. Laut Bericht ist die Zahl doppelt so hoch wie bislang gedacht.<br>\nIn Deutschland sterben nach Angaben von Hygieneexperten bis zu 30.000 Patienten pro Jahr an Krankenhaus-Infektionen &ndash; doppelt so viele wie bisher angenommen. Wie die &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung unter Berufung auf eine gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Krankenhaushygiene, der Gesellschaft f&uuml;r Hygiene, Umweltmedizin und Pr&auml;ventivmedizin sowie des Bundesverbandes der &Auml;rzte des &Ouml;ffentlichen Gesundheitsdienstes f&uuml;r den Gesundheitsausschuss des Bundestages berichtet, halten die Experten die bisherigen Sch&auml;tzungen der Krankenhaus-Infektionen mit resistenten Erregern f&uuml;r gesch&ouml;nt. [&hellip;] Statt der bisher angenommenen 400.000 bis 600.000 Infektionsf&auml;lle m&uuml;ssen von &bdquo;einer Mindestzahl von 700.000&ldquo; Infektionen ausgegangen werden. Auch die Zahl der gesch&auml;tzten Todesf&auml;lle von 7500 bis 15.000 durch sogenannte nosokomiale Infektionen m&uuml;sse &bdquo;nach oben korrigiert&ldquo; werden. Stattdessen sei &bdquo;mit bis zu 30.000 Todesf&auml;llen pro Jahr&ldquo; zu rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13360660\/30-000-Tote-pro-Jahr-durch-Krankenhaus-Infektionen.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wen wundern diese Zahlen? Seit dem Beginn der gro&szlig;en Privatisierungswelle im Jahre 1995 sind alleine in der Krankenpflege rund 50.000 Vollzeitstellen abgebaut worden. Heute versorgt eine Pflegekraft rund 25% mehr F&auml;lle als vor 15 Jahren. Die jeden Monat geleisteten &Uuml;berstunden entsprechen dabei einem &Auml;quivalent von 15.000 Vollzeitstellen. Selbstverst&auml;ndlich geht diese &Uuml;berbelastung auch auf Kosten der Pflegequalit&auml;t. Im Pflegethermometer 2009 gaben mehr als die H&auml;lfte aller befragten Krankenpfleger an, dass sie wegen des &uuml;berbordenden Zeitdrucks <a href=\"\/?p=8797\">M&auml;ngel bei der Hygiene begehen mussten<\/a>. Eine Besserung kann erst dann in Sicht sein, wenn man in deutschen Krankenh&auml;usern wieder eine ausreichende Personaldecke vorh&auml;lt. Das widerspricht allerdings den Renditew&uuml;nschen der Krankenhausbetreiber. Es ist an der Zeit, die Frage zu stellen, was uns als Gesellschaft unsere Gesundheit wert ist und ob man es zulassen darf, dass auf Kosten unserer Gesundheit Renditew&uuml;nsche realisiert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>NRW startet Initiative gegen Billigl&ouml;hne<\/strong><br>\nDer nordrhein-westf&auml;lische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) startet eine Bundesratsinitiative gegen Billigl&ouml;hne f&uuml;r Minijobber. Wer einen 400-Euro-Job hat, soll demnach k&uuml;nftig nur noch rund zw&ouml;lf Stunden pro Woche arbeiten d&uuml;rfen. Das entspricht einem Lohn von etwa 8,50 Euro pro Stunde. [&hellip;]<br>\nSchneider betont, er wolle 400-Euro-Jobs &ldquo;nicht abschaffen, sondern deutlich st&auml;rker reglementieren&rdquo;. Damit solle &ldquo;Missbrauch auf dem R&uuml;cken der Besch&auml;ftigten und zu Lasten der &ouml;ffentlichen Kassen einged&auml;mmt werden&rdquo;. Bislang gibt es keine Arbeitszeit-Begrenzungen f&uuml;r 400-Euro-Jobs. Die Zahl der Minijobber in Deutschland ist bis Ende September 2010 auf 7,3 Millionen angewachsen. Das sind rund 1,6 Millionen mehr als im Jahr 2003.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,761545,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Krankenversicherer wimmelt Senioren ab<\/strong><br>\nMit der City BKK ist die erste gesetzliche Kasse nach der Gesundheitsreform zahlungsunf&auml;hig. Insbesondere &auml;ltere dort Versicherte sto&szlig;en bei der Suche nach einem neuen Anbieter auf Schwierigkeiten &ndash; besonders bei einer Hamburger Kasse mit &ldquo;exzellenter Finanzstabilit&auml;t&rdquo;.<br>\nDie fast 140.000 Mitglieder der wirtschaftlich zugrunde gegangenen gesetzlichen Krankenkasse City BKK haben teilweise Probleme bekommen, in eine neue Kasse zu wechseln. So wimmelt etwa die Hanseatische Krankenkasse (HEK) aus Hamburg vor allem Alte ab &ndash; obwohl sie gesetzlich verpflichtet ist, sie aufzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/versicherung\/kassenpleite-krankenversicherer-wimmelt-senioren-ab-1682889.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=wirtschaft\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kinderarmut schrumpft &ndash; auf dem Papier<\/strong><br>\nDie Forscher des DIW korrigieren die Zahlen nach unten: Kinder sind zwar weiterhin besonders oft auf Hartz IV angewiesen. Doch die Zahl der verarmten Kinder sind deutlich geringer. M&ouml;glich macht das eine neue Methode. [&hellip;]<br>\nUnd warum hat das DIW die Armutsquote derart drastisch nach unten korrigiert?  Das Institut l&auml;sst jedes Jahr mehr als  20.000 B&uuml;rger &uuml;ber ihre Lebenssituation befragen, und zwar immer die gleichen Menschen. Doch seit einigen Jahren sinkt die Bereitschaft, Auskunft zu geben &ndash; und darauf haben die Forscher reagiert. Fr&uuml;her haben sie es sich einfach gemacht: Wenn in einem Haushalt mit mehreren Erwachsenen eine Person nichts sagte, wurde ihr Einkommen auf Null gesetzt. Jetzt schaut sich das DIW an, was diese Person im Vorjahr verdiente und sch&auml;tzt ihre aktuellen Eink&uuml;nfte. Dadurch sind die &ndash; gesch&auml;tzten &ndash; Einkommen vieler Haushalte gestiegen, sie gelten nicht mehr als arm. Nat&uuml;rlich sind mit der neuen Methode auch keine hundertprozentig richtigen Angaben m&ouml;glich. Die Armutsquote d&uuml;rfte aber realistischer sein als bisher. [&hellip;]<br>\nDurch die statistischen Korrekturen hat sich die tats&auml;chliche Lage der Kinder in Deutschland nat&uuml;rlich nicht verbessert. Und hier liegt einiges im Argen, das belegen sehr harte Daten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit: Demnach waren Ende vorigen Jahres 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren auf Hartz IV angewiesen. Das sind 16 Prozent aller Jungen und M&auml;dchen. In der Gesamtbev&ouml;lkerung beziehen &bdquo;nur&ldquo; zehn Prozent aller B&uuml;rger Hartz IV.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kinderarmut-schrumpft---auf-dem-papier\/-\/1472780\/8425834\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bericht aus der Hartz-IV-Provinz<\/strong><br>\nZahlen, Fakten, Berichte, Talkshows. Alle reden &Uuml;BER Hartz IV, aber wer redet denn mit den betroffenen Menschen? Es ist leicht, sich f&uuml;r gutes Geld &Uuml;BER Hartz IV zu &auml;u&szlig;ern, und denke ja nicht jemand, dass sich einer der Mitdiskutierenden bei Sandra Maischberger, Anne Will oder &ldquo;Hart aber fair&rdquo; in das Studio begeben w&uuml;rde ohne vorherige Zusage eines satten Honorars, einer 1.-Klasse-Bundesbahnfahrkarte, eines Lufthansa-Business-Tickets oder eines &ldquo;Premiumhotels&rdquo;, als &ldquo;bescheidene&rdquo; Unterkunft, weil man ja &ldquo;wichtig&rdquo; ist und mitreden kann, man ist ja &ldquo;Experte&rdquo; und das kostet halt. Und &uuml;ber andere zu reden war schon immer einfacher, als &uuml;ber sich selber zu reden [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/5952\/bericht-aus-der-hartz-iv-provinz\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.H.:<\/strong> Ein Bericht &uuml;ber den Alltag mit Hartz IV, der sich meilenweit vom &bdquo;L&uuml;genfernsehen&ldquo; (Zitat Polit-Magazin &bdquo;Panorama&ldquo;) abhebt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sch&auml;ubles Chefvolkswirt wird Industrielobbyist<\/strong><br>\nDer Chefvolkswirt des Bundesfinanzministeriums wechselt an die Spitze einer der m&auml;chtigsten Lobbyvereinigungen Deutschlands: Markus Kerber soll k&uuml;nftig die Gesch&auml;fte des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) f&uuml;hren. Der Verband habe dem Vorschlag von Pr&auml;sident Hans-Peter Keitel am Montag zugestimmt, teilte der BDI mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,761571,00.html\">SPIEGEL-Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutsches Steuergeld f&uuml;r Diktator<\/strong><br>\nDie Bundesregierung bezahlt Usbekistans Pr&auml;sident Islam Karimow Miete f&uuml;r die Nutzung eines Luftwaffenst&uuml;tzpunktes. Es geht um knapp 16 Millionen Euro pro | Geld, Flugpl&auml;tze und Menschenrechte: Am 25. Mai wird der usbekische Vizeau&szlig;enminister Wladimir Norow in Berlin empfangen. Neben Gespr&auml;chen im Ausw&auml;rtigen Amt wird der Diplomat mit Abgeordneten und Wirtschaftsvertretern zusammenkommen. W&auml;hrend Norow in Berlin erwartet wird, verweigerten deutsche Konsulatbeamte dem usbekischen Oppositionspolitiker Atanasar Arifow jedoch ein Einreisevisum, so dass dieser nicht auf einer Versammlung der usbekischen Opposition in D&uuml;sseldorf Anfang Mai teilnehmen konnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/asien\/artikel\/1\/deutsches-steuergeld-fuer-diktator\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Streit um Volksz&auml;hlung: &ldquo;Statistik, nicht Spitzelei&rdquo;<\/strong><br>\nAb Montag will der Staat Auskunft &ndash; zur Arbeitszeit, zur Herkunft, zur Toilette. Ein Gespr&auml;ch zwischen der Autorin Juli Zeh, die den Zensus verweigert, und dem obersten Volksz&auml;hler Gert G. Wagner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/1\/politik\/schwerpunkt-ueberwachung\/artikel\/1\/statistik-nicht-spitzelei\/\">taz<\/a>\n<p>Siehe dazu auch:<\/p>\n<p><strong>Nur nicht vorhandene Daten sind sichere Daten<\/strong><br>\nDer Zensus 2011 wird als registergest&uuml;tzte Volksz&auml;hlung durchgef&uuml;hrt. Ein Gro&szlig;teil der Daten wird deshalb nicht pers&ouml;nlich abgefragt, sondern aus Datenbanken von Melde&auml;mtern und der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &uuml;bernommen. Wer wissen will, welche seiner pers&ouml;nlichen Daten weitergegeben wurden, kann bei den Beh&ouml;rden nachfragen.<br>\nDas hat Sandra M&uuml;ller getan. Daraufhin erhielt die Berliner Studentin und Volksz&auml;hlungsgegnerin von der Arbeitsagentur die pers&ouml;nlichen Daten einer v&ouml;llig fremden, aber namensgleichen Person zugeschickt: darunter Namen, Adresse, Handynummer, E-Mail-Adresse, Steuernummer und eine Liste der bisher beantragten Leistungen.<br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit spricht von einem &ldquo;menschlichen Fehler&rdquo;. &ldquo;Falsche Daten zu verschicken ist grob fahrl&auml;ssig&rdquo;, meint dagegen Sandra M&uuml;ller. Ob ihre Namensvetterin von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &uuml;ber die Verwechslung informiert wurde, ist nicht bekannt. [&hellip;]<\/p>\n<p>Ein Hauptgrund f&uuml;r die Verfassungsbeschwerde sind die mangelnden Regelungen zu den Volksz&auml;hlern. In Berlin musste man kein F&uuml;hrungszeugnis vorlegen, wenn man sich als Volksz&auml;hler beworben hat, so dass auch Vorbestrafte oder polizeilich bekannte Rechtsradikale Volksz&auml;hler werden konnten.<br>\nWenn man nun bedenkt, dass es zudem erlaubt ist, dass die Volksz&auml;hler die ausgef&uuml;llten Frageb&ouml;gen mit nach Hause nehmen und dort mehrere Tage aufbewahren, mache ich mir gro&szlig;e Sorgen. Ich habe Angst, dass unsere Daten missbraucht werden oder in die falschen H&auml;nde geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/22\/0,3672,8236182,00.html\">heute<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Pekings Preisdiktatur<\/strong><br>\nSicher, ein Milliardenkonzern wie Unilever wird eine Strafe von rund 300.000 Dollar verschmerzen k&ouml;nnen. Peking ma&szlig;regelt das Unternehmen nur, weil es die Preise f&uuml;r seine Kosmetikprodukte leicht anheben wollte. Problematischer ist jedoch das Signal, das die chinesischen Beh&ouml;rden mit dieser Bestrafung an ausl&auml;ndische Investoren senden: Wer Produkte in China verkaufen will, muss sich die Preise letztlich von Peking diktieren lassen. Die chinesische Regierung mag nachvollziehbare Gr&uuml;nde f&uuml;r ihre Preisdiktate haben. Die Inflation im Land ist mit 5,4 Prozent so stark gestiegen wie seit knapp drei Jahren nicht. Das bedroht nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern auch den politischen Frieden &ndash; gerade wenn sich Waren des t&auml;glichen Bedarfs pl&ouml;tzlich verteuern, wie Lebensmittel oder auch Kosmetikartikel, wie sie Unilever herstellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:china-pekings-preisdiktatur\/60049362.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Leitartikler der FTD tut ein wenig sehr naiv. Sowohl die Unternehmen, die sich in China engagieren, als auch die Chinaberichterstatter wissen doch ganz genau, dass China keineswegs den reinen Marktkr&auml;ften vertraut. Die zentrale Planungs- und Entscheidungsort des Entwicklungsstaates, China, ist die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC). Sie entscheidet dar&uuml;ber, welche Branchen, welche Unternehmen f&ouml;rderungsw&uuml;rdig sind, sie entscheidet &uuml;ber Rohstoffzuteilungen. Die NDRC verpflichtet ausl&auml;ndische Investoren, einheimische Zulieferer zu akzeptieren oder technologisches Know-How zu transferieren. So muss BASF den Produktionskreislauf ihres 860-Millionen-Euro-Projekts den Mitarbeitern des Chongqing Chemical Industry Park, in dem die Anlage gebaut wird, zug&auml;ngig machen.<br>\nW&auml;hrend die westlichen Industrienationen vor allem auf die Marktkr&auml;fte im Freihandel setzen, konzentriert sich China auf die Frage, wie entwickle ich wettbewerbsf&auml;hige Industrien, die auf dem Weltmarkt bestehen k&ouml;nnen. Aber NDRC hat aber nicht nur die au&szlig;enwirtschaftliche Flanke des Entwicklungsstaates im Auge, sondern trifft auch Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung der Inflation. Der Kampf gegen die Teuerung hat zurzeit h&ouml;chste Priorit&auml;t. Die Inflationsrate hatte im M&auml;rz den vorl&auml;ufigen H&ouml;chststand seit drei Jahren von 5,4 Prozent erreicht. Neben der viermaligen Erh&ouml;hung des Leitzinses, wurden die Unternehmen angewiesen, die Preise niedrig zu halten, um die Inflation nicht weiter anzufachen. &ndash; Nat&uuml;rlich ist das Ganze h&ouml;chst unfair, nicht so sehr gegen&uuml;ber dem westlichen Kapital, das f&auml;hrt immer noch gen&uuml;gend Profit ein, sondern gegen&uuml;ber anderen Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern. Kleinere Volkswirtschaften wie z.B. Vietnam oder Mexiko k&ouml;nnen sich protektionistische Ma&szlig;nahmen oder Preisdiktate nicht erlauben. Die Verlockungen des riesigen Marktes bringen aber alle Klagen der ausl&auml;ndischen Unternehmen zu Verstummen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wie staatliche Hochschulen ihre Studienabschl&uuml;sse verkaufen<\/strong><br>\nSeit einigen Jahren gibt es private Bildungseinrichtungen, an denen man durchaus betr&auml;chtliche Studiengeb&uuml;hren zahlen muss, um am Ende den Abschluss einer staatlichen Hochschule zu erlangen, an der man nur wenig Zeit verbringt (und zwar im wesentlichen zur Abnahme einiger Pr&uuml;fungen). Studis Online hat sich diese Kooperationen n&auml;her angeschaut. Einige sind nicht nur politisch zweifelhaft, sondern auch rechtlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1216-ppp.php\">Studis online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wem geh&ouml;rt die &ouml;konomische Bildung?<\/strong><br>\nNotizen zur Verflechtung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik<br>\nInsbesondere Wirtschaftsverb&auml;nde, unternehmernahe Stiftungen, Institute und Initiativen fordern seit einem Jahrzehnt mehr &ouml;konomische Bildung an Schulen. Die vorliegenden Studien zeigen, dass sie als locker verbundene Lobbyisten zusammen mit Wirtschaftsdidaktikern ein bestens finanziertes politisch-p&auml;dagogisches Netzwerk bilden. Seine Akteure und Aktivit&auml;ten finden parteipolitische Unterst&uuml;tzung vor allem bei CDU und FDP.<br>\nIn und mittels der &ouml;konomischen Bildung bef&ouml;rdert dieses Netzwerk die Interessen der privaten unternehmerischen Wirtschaft sowie politische Positionen des wirtschaftsliberal-konservativen Spektrums. In diesem Sinne sollen auch die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler einseitig beeinflusst werden. Das legen Analysen einiger Unterrichtsmaterialien nahe, die Akteure aus diesem Netzwerk entwickelt haben und verbreiten. Pluralistische Ans&auml;tze in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik sucht man dort meist vergebens.<br>\n&Uuml;ber Lehr-Lern-Materialien strebt insbesondere die Finanzindustrie nach Pr&auml;senz im Klassenzimmer, ihre Mitarbeiter sollen zu Finanzieller Allgemeinbildung unterrichten. Das ist eine bemerkenswerte Vermischung von Bildungsauftrag und Gewinninteressen. Fasst man die Ergebnisse der einzelnen, explorativen Analysen zusammen steht zu bef&uuml;rchten, dass ein Schulfach Wirtschaft zum Fach der Wirtschaft und Wirtschaftsverb&auml;nde wird und wirtschaftsliberal-konservatives Denken in die Schulen bringen soll.<br>\nDemgegen&uuml;ber m&uuml;ssen Bildungspolitik und Wirtschaftsdidaktik den wissenschaftlichen und politischen Pluralismus in der &ouml;konomischen Bildung in allgemein bildenden Schulen sichern. Den Unternehmer- und Wirtschaftsverb&auml;nden steht kein Alleinvertretungsanspruch f&uuml;r &bdquo;die Wirtschaft&ldquo; zu. Auch Akteure wie Gewerkschaften, Umwelt- und Verbraucherverb&auml;nde haben zu wirtschaftlichen Themen Wichtiges zu sagen. Deshalb geh&ouml;rt in einer Demokratie die &ouml;ffentliche &ouml;konomische Bildung allen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iboeb.org\/moeller_hedtke_netzwerkstudie.pdf\">initiative f&uuml;r eine bessere &ouml;konomische bildung [PDF &ndash; 2.6 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Premium kostet extra<\/strong><br>\nSeit dem 9. Mai gibt es auch bei der FTD Paid Content &ndash; in der auch bei der Londoner Financial Times seit Langem praktizierten Light-Version. Der gr&ouml;&szlig;te Teil der online lesbaren Inhalte bleibt &ndash; noch? &ndash; weiter kostenlos, f&uuml;r &ldquo;Premium-Inhalte&rdquo; ist ab sofort aber zu berappen.<br>\nAm liebsten m&ouml;chte Chefredakteur Steffen Klu&szlig;mann nat&uuml;rlich digitale Abos verkaufen, mit 24,90 Euro pro Monat ist die FTD dabei ziemlicher Spitzenreiter im Netz. Aber daf&uuml;r bekommt man bei der FTD ja traditionell ein &ldquo;innovatives journalistisches Konzept und den Mut, mal etwas anders zu machen als die Wettbewerber&rdquo;, wie Klu&szlig;mann schreibt. Au&szlig;erdem f&uuml;hrt das an gedrucktem  Auflagenschwund leidende Blatt unangefochten in der Kategorie &ldquo;h&ouml;chster Anteil an Bordexemplaren an der Gesamtauflage&rdquo;, aber das l&auml;sst Klu&szlig;mann lieber weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/premium-kostet-extra\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Willkommen in der digitalen Zwei-Klassen-Gesellschaft. Das gerade die FTD ihre ausf&uuml;hrlicheren Artikel nur noch Premium-Kunden kostenlos zur Verf&uuml;gung stellen will, ist nat&uuml;rlich besonders bedauerlich, da dieses Blatt seit einigen Monaten durch einige fundierte und dabei auch kritische Artikel auf sich aufmerksam gemacht hat. Bei einem Preis von 24,90 Euro f&uuml;r den Zugang zum vollen Internetangebot ist das Scheitern dieses Projektes jedoch bereits vorbestimmt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Jury erkennt &ldquo;Spiegel&rdquo;-Redakteur Nannen-Preis ab<\/strong><br>\nDie elfk&ouml;pfige Jury des Henri-Nannen-Preises hat beschlossen, dem Spiegel-Redakteur Ren&eacute; Pfister f&uuml;r sein Portr&auml;t &uuml;ber den bayerischen Ministerpr&auml;sidenten Horst Seehofer den Preis in der Kategorie Reportage abzuerkennen. Das erfuhr das Hamburger Abendblatt am Montag. Es ist das erste Mal in der Geschichte dieser renommierten Ehrung, dass ein Preistr&auml;ger die Auszeichnung zur&uuml;ckgeben muss. Einen Nachr&uuml;cker wird es nicht geben. 2011 wird somit in der Kategorie Reportage kein Preis verliehen. [&hellip;]<br>\nDie elfk&ouml;pfige Jury hatte sich um 16.15 Uhr zu einer Telefonkonferenz zusammengeschaltet. Nur der Chefredakteur der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo;, Kurt Kister, fehlte. Er hatte zuvor seinen Mitjuroren eine schriftliche Erkl&auml;rung zukommen lassen, in der er sich gegen eine Aberkennung des Preises aussprach. Au&szlig;er ihm votierten auch &bdquo;Geo&ldquo;-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede, &bdquo;FAZ&ldquo;-Herausgeber Frank Schirrmacher und &bdquo;Spiegel&ldquo;-Chefredakteur Mathias M&uuml;ller von Blumencron gegen eine Aberkennung.\n<p>Der &bdquo;Spiegel&ldquo;-Redakteur Ren&eacute; Pfister beschreibt zu Beginn seiner Reportage &bdquo;Am Stellpult&ldquo; den Keller von Horst Seehofers Ferienhaus in Schamhaupten, in dem dieser eine M&auml;rklin-Eisenbahn aufgebaut hat. Dort war der Autor aber selbst nie gewesen. Das hatte er bei der Preisverleihung am vergangenen Freitag in Hamburg auf die Frage der Moderatorin selbst erkl&auml;rt. [&hellip;]<\/p>\n<p>Pfisters Text ist ein Betrug an der Wahrheit, ist Verrat dessen, woran Journalisten mindestens zu glauben vorgeben. Er ignoriert alles, was an diesem Abend gefeiert wird, und erhebt sich in einer Weise &uuml;ber die Recherchen und M&uuml;hen der Kollegen, dass man sich abwenden m&ouml;chte. Anders als es bei einem Guttenberg gewesen w&auml;re &ndash; dem es geholfen h&auml;tte, w&auml;re deutlich geworden, dass er die Wissenschaft nicht absichtlich get&auml;uscht h&auml;tte -, ist der fehlende Vorsatz hier nicht schuldmindernd. Nicht zu wissen bedeutet in diesem Falle, sein Handwerk nicht zu verstehen. Das ist die n&auml;chste Ohrfeige. F&uuml;r den Qualit&auml;tsjournalismus, der doch den Unterschied machen soll zu Facebook und Twitter. Um den allein es an diesem Abend in Hamburg und um den es den meisten G&auml;sten lebenslang geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/kultur-live\/article1883592\/Jury-erkennt-Spiegel-Redakteur-Nannen-Preis-ab.html\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die &bdquo;Eisenbahn-Aff&auml;re&ldquo; ist f&uuml;r den SPIEGEL ein echter PR-GAU. Gleichzeitig ist jedoch die pomadige Selbstgerechtigkeit, die aus jeder Zeile des Artikels des Hamburger Abendblattes trieft, heuchlerisch. Das Springer-Blatt tut gerade so, als sei es selbst der Gralsh&uuml;ter des Qualit&auml;tsjournalismus. Wenn man im Hause Springer nur ein Qu&auml;ntchen des journalistischen Anspruchs einhalten w&uuml;rde, den Abendblatt-Autor Kai-Hinrich Renner beim SPIEGEL einfordert, w&auml;re das bereits ein Quantensprung in Sachen Qualit&auml;t. Es dr&auml;ngt sich eher der Eindruck auf, dass der Springer-Verlag wochenlang nach einer Chance gesucht hat, den SPIEGEL wegen dessen Titelstory zur &bdquo;BILD-Zeitung&ldquo; einen auszuwischen. Zwei Verlagsh&auml;user, die sich ansonsten gegenseitig beim Niveau-Limbo unterbieten, werfen sich gegenseitig &bdquo;einen Betrug an der Wahrheit&ldquo; vor? Das ist irgendwie kafkaesk. Aber wie hei&szlig;t es so sch&ouml;n &ndash; Pack schl&auml;gt sich, Pack vertr&auml;gt sich.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Offenlegung von Nebeneink&uuml;nften; Geheimnisverrat in Berlin erz&uuml;rnt Euro-Staaten; Hedgefonds verbrannte 100 Millionen Dollar pro Tag; US-Firmenchefs sahnten 2010 ab; Paul Krugman &ndash; Angst an falscher Stelle; Deutsche Exporte brechen alle Rekorde; 30.000 Tote pro Jahr durch Krankenhaus-Infektionen; NRW startet Initiative gegen Billigl&ouml;hne; Krankenversicherer wimmelt Senioren ab; Kinderarmut schrumpft &ndash;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9376\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9376","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9376"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9376\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9382,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9376\/revisions\/9382"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}