{"id":93940,"date":"2023-02-19T09:00:18","date_gmt":"2023-02-19T08:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940"},"modified":"2023-02-17T11:43:49","modified_gmt":"2023-02-17T10:43:49","slug":"hinweise-der-woche-295","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h01\">G&uuml;nter Verheugen: &bdquo;Willentlich und wissentlich eine Linie &uuml;berschritten&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h02\">Munitionslieferungen an die Ukraine: &ldquo;Dieser Krieg wird &uuml;ber Ressourcen entschieden&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h03\">Seymour Hersh im Interview: Joe Biden sprengte Nord Stream, weil er Deutschland nicht traute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h04\">Den Kollaps verhindern: Durch Kriegswirtschaft oder eine &Ouml;ko-Diktatur?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h05\">Abwarten und Tee trinken? Die deutsche Wirtschaftspolitik muss sich zum Handeln entschlie&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h06\">Zehntausende Busfahrer fehlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h07\">Bundesrat blockiert Hinweisgeberschutzgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h08\">Virologe Streeck zieht Corona-Bilanz: &bdquo;Das nahm fast intolerante Z&uuml;ge an&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h09\">Eliten in der Politik: Volksvertreter &ndash; oder eine Gruppe, die unter sich bleibt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93940#h10\">&raquo;Das Kanzleramt attackierte und diskreditierte uns &ouml;ffentlich&laquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>G&uuml;nter Verheugen: &bdquo;Willentlich und wissentlich eine Linie &uuml;berschritten&ldquo;<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here EU-Kommissar erz&auml;hlt von einer Zeit, in der es Dialog und Kooperation mit Russland gab. Fast w&auml;re ein eigenst&auml;ndiges Europa gelungen.<br>\nBerliner Zeitung: Herr Verheugen, Sie haben Ihre Karriere als FDP-Au&szlig;enpolitiker begonnen. Der legend&auml;re Hans-Dietrich Genscher war ein Mann des Dialogs und der Auss&ouml;hnung. Wie haben Sie ihn erlebt?<br>\nG&uuml;nter Verheugen:  Ich folgte Genscher 1974 in das Ausw&auml;rtige Amt. Sp&auml;ter sa&szlig;en wir uns zehn Jahre lang im Ausw&auml;rtigen Ausschuss gegen&uuml;ber. Ich habe von ihm gelernt, dass man, egal was auch geschieht, immer miteinander reden muss. Man darf niemals die Gespr&auml;chskan&auml;le abrei&szlig;en lassen. Man muss bei allen Gegens&auml;tzen und bei allen Konflikten immer versuchen, das Gemeinsame zu suchen. Genschers Prinzip, das ich teile, war Kooperation, nicht Konfrontation.<br>\nNach dem Fall der Mauer und dem Untergang der Sowjetunion waren Sie einer der Vordenker der Europ&auml;ischen Union. Welche EU stand den Politikern damals vor Augen?<br>\nEs war f&uuml;r uns alle v&ouml;llig klar, das ein vereintes Deutschland nur im Rahmen eines vereinten Europas f&uuml;r die &uuml;brigen Europ&auml;er dauerhaft ertr&auml;glich sein w&uuml;rde. Ein v&ouml;llig ungebundenes Deutschland kam nicht in Frage. Uns war zugleich v&ouml;llig klar, dass ein integriertes Europa nur funktionieren w&uuml;rde, wenn es einen engen Schulterschluss zwischen Deutschland und Frankreich gibt. Der traurige Zustand der EU auf der internationalen B&uuml;hne r&uuml;hrt daher, dass es den Gleichklang zwischen Deutschland und Frankreich nicht mehr gibt.<br>\nKam der Bruch nur von der deutschen Seite?<br>\nDie Franzosen haben immer versucht, den Deutschen klarzumachen, dass es ein autonomes, in eigener Verantwortung handelndes Europa braucht. Unmittelbar nach der Wende, nach dem Zerfall der Sowjetunion, gab es eine kurze Phase, in der ein eigenst&auml;ndiges Europa m&ouml;glich gewesen w&auml;re. Das dr&uuml;ckte sich in der Charta von Paris aus, Gorbatschow sprach vom gemeinsamen europ&auml;ischen Haus. Da hat man den Schritt nicht getan, sich von den USA zu emanzipieren, weil das die Nato in ihren Grundlagen ver&auml;ndert h&auml;tte. Ich war nie der Meinung, dass man die Nato aufgeben m&uuml;sse. Aber ich habe mir damals vorgestellt, die Nato k&ouml;nnte ein gesamteurop&auml;isches Sicherheitssystem in einem politischen B&uuml;ndnis mit den USA und Kanada werden, eine Art OSZE plus. Das wurde auch ernsthaft erwogen, auch in den USA, Russland die Mitgliedschaft in der Nato anzubieten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/guenter-verheugen-willentlich-und-wissentlich-eine-linie-ueberschritten-li.316010\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Oskar Lafontaine: &bdquo;Die Bundesrepublik muss erkennen, dass sie andere Interessen als die USA hat&ldquo;<\/strong><br>\nSie haben ein neues Kapitel &uuml;ber den Ukraine-Krieg f&uuml;r Ihr Buch &bdquo;Ami, it&rsquo;s time to go&ldquo; geschrieben und gewarnt, dass m&ouml;glicherweise ein gro&szlig;er Konflikt droht. Sie fordern einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen. Sollte denn Deutschland sofort die Waffenlieferungen stoppen?<br>\nOskar Lafontaine: Auf jeden Fall, denn diese Waffenlieferungen f&uuml;hren ja zu keinem endg&uuml;ltigen Ergebnis in dem Sinne, dass sie nach Meinung der Milit&auml;rs die Lage dort entscheidend ver&auml;ndern. Im Grunde genommen ist jeder Tag ein Tag, der verloren geht, denn es sterben immer mehr Menschen, und jeder, der zur Verl&auml;ngerung des Krieges beitr&auml;gt, muss sich dieser Verantwortung bewusst sein. Immer mehr Menschen sterben auch durch politische Fehlentscheidungen. Es ist bedauerlich, dass der Westen nach Zeugnis des ehemaligen israelischen Premierministers Bennett die Waffenstillstandsverhandlungen, die fast vor einem Abschluss standen, im letzten Fr&uuml;hjahr verhindert hat.<br>\nJa, das soll im April 2022 gewesen zu sein. Nach Butscha war endg&uuml;ltig Schluss mit der ukrainischen Bereitschaft f&uuml;r Verhandlungen. Ein Argument derjenigen, die sagen, man m&uuml;sse die Ukraine weiterhin milit&auml;risch unterst&uuml;tzen, ist, dass sonst Russland weiter vordringen und die Ukraine ganz einnehmen wird oder sogar EU-L&auml;nder angreifen k&ouml;nnte. Was w&uuml;rden Sie denn daraufhin sagen?<br>\nOskar Lafontaine: Die Waffenlieferungen haben dazu gef&uuml;hrt, dass der Krieg ein Jahr dauert, 200.000 Soldaten sind gefallen, 50.000 Zivilisten fielen dem Krieg zum Opfer. Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen verhindern, dass die ganze Ukraine besetzt wird. Wer sagt, Russland werde EU- L&auml;nder angreifen, behauptet gleichzeitig, dass die Schutzgarantie der NATO ein leeres Versprechen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/oskar-lafontaine-die-bundesrepublik-muss-erkennen-dass-sie-andere-interessen-als-die-usa-hat\/\">Overton Magazin<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Munitionslieferungen an die Ukraine: &ldquo;Dieser Krieg wird &uuml;ber Ressourcen entschieden&rdquo;<\/strong><br>\nDie Waffenlieferungen an die Ukraine reichen nicht, um das Blatt zugunsten Kiews zu wenden, sagt der Milit&auml;ranalyst Markus Reisner. Daf&uuml;r m&uuml;ssten weit mehr Ressourcen geliefert werden. Doch das trauten sich die USA bislang nicht.<br>\ntagesschau.de: NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg hat es ein Logistik-Rennen genannt: Es gehe jetzt darum, der Ukraine Munition und Treibstoff zu liefern, bevor Moskau auf dem Schlachtfeld die Initiative ergreife. Hat er recht?<br>\nMarkus Reisner: Das unterschreibe ich zu 100 Prozent. Dieser Krieg wird &uuml;ber Ressourcen entschieden. Lange Zeit wollte man das nicht wahrhaben. Man hat geglaubt, man schaffe es in wenigen Monaten. Und jetzt stellen wir fest, dass viele Annahmen, die der Westen getroffen hat, nicht oder kaum eingetroffen sind.<br>\nWir haben zum Beispiel das zehnte Sanktionspaket gegen die Russen, trotzdem ist deren Wirtschaft nicht in die Knie gegangen. Wir haben auch Waffen in unglaublichen Mengen geliefert. Trotzdem geht die russische Armee jetzt in die Offensive. [&hellip;]<br>\ntagesschau.de: Wie sehen die Munitionsbest&auml;nde der Ukraine im Vergleich zu jenen Russlands aus?<br>\nReisner: Die Ukrainer haben in den ersten Monaten einen sehr erfolgreichen Man&ouml;verkrieg gef&uuml;hrt. Die Russen haben ihnen dann im Sommer einen Stellungskrieg aufgezwungen, einen Abnutzungskrieg. Daraufhin ist die Ukraine wieder in die Offensive gegangen &ndash; aber jetzt haben die Russen die Lage wieder in einen Abnutzungskrieg gewandelt. Und der wird vor allem durch Ressourcen entschieden, also Munition. Im Milit&auml;r gibt es den Begriff des Munitionshungers. Und dieser Munitionshunger, der tritt jetzt massiv in der Ukraine ein.<br>\nDie Hauptwaffe der Russen in der Abnutzungskriegsf&uuml;hrung ist die Artillerie. Nach Sch&auml;tzungen hatten die Russen vor Kriegsbeginn circa 17 Millionen Artilleriegranaten. Von denen haben sie bis jetzt unglaubliche sieben Millionen verbraucht. Ihre Eigenproduktion wird auf circa 3,4 Millionen Granaten pro Jahr gesch&auml;tzt. Das hei&szlig;t, f&uuml;r dieses Jahr haben sie noch immer circa knapp 13 bis 14 Millionen Granaten verf&uuml;gbar, also ausreichend, um diesen Weg weiterzuf&uuml;hren. [&hellip;]<br>\nDie russischen Attacken sind zudem sehr viel g&uuml;nstiger als die ukrainische Verteidigung. Eine deutsche Iris-T-Flugabwehrrakete hat im Sommer 400.000 Euro gekostet, jetzt circa 750.000 Euro. Eine iranische Drohne kostet 20.000 US-Dollar. Es ist ein enormes finanzielles Missverh&auml;ltnis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/munition-ukraine-101.html\">tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> Ein interessantes Interview. Die &Ouml;sterreicher ticken doch etwas anders als die Deutschen, was den Krieg betrifft.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Seymour Hersh im Interview: Joe Biden sprengte Nord Stream, weil er Deutschland nicht traute<\/strong><br>\nDer Investigativjournalist Seymour Hersh hat eine umstrittene Recherche zum Nord-Stream-Anschlag ver&ouml;ffentlicht. Wir haben mit ihm gesprochen. Ein Interview. [&hellip;]<br>\n&Uuml;ber Ihre Geschichte wurde in deutschen Medien eher zur&uuml;ckhaltend und kritisch berichtet. Manche griffen Ihren Ruf an oder sagten, Sie h&auml;tten nur eine einzige anonyme Quelle, und das sei nicht zuverl&auml;ssig.<br>\nWie k&ouml;nnte ich &uuml;ber meine Quelle sprechen? Ich habe viele Geschichten geschrieben, die auf ungenannten Quellen beruhen. Wenn ich jemanden nennen w&uuml;rde, w&uuml;rde er gefeuert oder, noch schlimmer, eingesperrt werden. Das Gesetz ist sehr streng. Ich habe noch nie jemanden enttarnt, und wenn ich schreibe, sage ich nat&uuml;rlich, wie ich es in diesem Artikel getan habe, dass es sich um eine Quelle handelt, Punkt. Im Laufe der Jahre sind die Geschichten, die ich geschrieben habe, immer akzeptiert worden.<br>\nWie haben Sie Ihre Fakten &uuml;berpr&uuml;ft?<br>\nIch habe f&uuml;r die aktuelle Story mit ebenso erfahrenen Faktenpr&uuml;fern zusammengearbeitet, wie ich sie fr&uuml;her beim New Yorker hatte. Nat&uuml;rlich gibt es viele M&ouml;glichkeiten, obskure Informationen, die mir mitgeteilt werden, zu pr&uuml;fen. Die pers&ouml;nlichen Angriffe auf mich verfehlen au&szlig;erdem den Punkt. Der Punkt ist, dass Biden beschlossen hat, die Deutschen diesen Winter frieren zu lassen. Der Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten m&ouml;chte lieber, dass Deutschland friert, als dass Deutschland die Ukraine m&ouml;glicherweise nicht mehr unterst&uuml;tzt, und das ist f&uuml;r mich eine verheerende Sache f&uuml;r dieses Wei&szlig;e Haus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/seymour-hersh-im-interview-joe-biden-sprengte-nord-stream-weil-er-deutschland-nicht-traut-li.317700\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wer sprengte die Pipeline in der Ostsee?<\/strong><br>\nVor wenigen Tagen ver&ouml;ffentlichte Seymour Hersh einen Artikel &uuml;ber die Urheberschaft der Biden-Regierung. Der Umgang damit liefert wenige Erkenntnisse &uuml;ber den Tatbestand, aber offenbart viel &uuml;ber die Funktionsweise unseres Mediensystems. Wie es gewesen ist, interessiert kaum noch einen. [&hellip;]<br>\nWie es auch gewesen sein mag, es stellen sich dem Leser in dem Artikel vom 8. Februar berechtigte Fragen: War Hersh (oder ein Mitarbeiter) an den von ihm genannten Orten, um dort mit eigenen Augen zu sehen, was ihm die Quelle sagte? Gibt es Hinweise vom mittelbar eingebundenen Personenkreis, die etwa auf den im Man&ouml;ver verwendeten Schiffen etwas &uuml;ber die Kampftaucher zu sagen wissen? Was wei&szlig; man &uuml;ber die Flugdaten des im Artikel erw&auml;hnten P8-&Uuml;berwachungsflugzeugs der norwegischen Marine, die bei einem scheinbaren Routineflug eine Sonarboje abgeworfen haben soll?<br>\nIn dem Zusammenhang zitiert er einen Wissenschaftler, der sich mit dem Thema des Ausl&ouml;semechanismus f&uuml;r die von den Tauchern gelegten Sprengs&auml;tze auskennt. Aber warum hat sich Hersh nicht mit den Bildern und Videos vom Tatort besch&auml;ftigt, die etwa der Spieltheoretiker Christian Rieck schon vor drei Monaten in einem Gespr&auml;ch mit dem Wehrtechnik-Experten Thorsten P&ouml;rschmann analysierte? Sie werden auch in den Vereinigten Staaten bekannt sein.<br>\nDas sind nur einige Punkte, worauf Hersh keine Antworten gibt. Sie widerlegen keineswegs seine Story, aber lassen den Recherchebedarf erkennen. Allerdings gibt es f&uuml;r investigative Journalisten heute ein Problem: Hersh repr&auml;sentiert die Hochzeit des amerikanischen Journalismus, als es in der Regierung viele Mitarbeiter gab, die den amtlichen Verlautbarungen entgegentreten wollten. Die Watergate-Aff&auml;re war zu der Zeit zweifellos der H&ouml;hepunkt. Seitdem hat sich nicht nur die Medienlandschaft, sondern auch das Selbstverst&auml;ndnis in den Regierungen ge&auml;ndert. Sie tun alles, um Lecks in der eigenen Administration gar nicht erst entstehen zu lassen.<br>\nZu diesem Punkt hat Hersh jetzt in einem Interview mit der Berliner Zeitung eine interessante Anmerkung gemacht: Bei seiner Quelle (oder Quellen?) handele es sich &bdquo;um Leute, die in Spitzenfunktionen bei den Geheimdiensten arbeiten und gut ausgebildet sind. Sie wendeten sich gegen das Projekt, sie hielten es f&uuml;r verr&uuml;ckt. Kurze Zeit nach dem Anschlag, nachdem sie getan hatten, was ihnen befohlen worden war, gab es bei den Beteiligten eine Menge Zorn &uuml;ber die Operation und Ablehnung.&ldquo; Das sei einer der Gr&uuml;nde, warum Hersh so viel erfahren habe. Man wird sehen, als wie verl&auml;sslich sich diese Quellen erweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dersandwirt.de\/wer-sprengte-die-pipeline\/\">Frank L&uuml;bberding auf Der Sandwirt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Den Kollaps verhindern: Durch Kriegswirtschaft oder eine &Ouml;ko-Diktatur?<\/strong><br>\nDer Staat wird st&auml;rker in die Wirtschaft eingreifen m&uuml;ssen, um den &ouml;kologischen Kollaps der Wirtschaft und soziale Verwerfungen zu verhindern. Dies muss aber keinen Verlust an Wohlstand bedeuten.<br>\nDie taz-Autorin Ulrike Hermann l&ouml;ste k&uuml;rzlich eine Kontroverse aus, weil sie mit Blick auf den Klimawandel eine &Uuml;berlebens- oder Kriegswirtschaft forderte. Gemeint ist die st&auml;rkere Lenkung von Investitionsentscheidungen durch den Staat. So habe etwa die britische Regierung 1939 im Rekordtempo die zivile Wirtschaft auf die Erfordernisse der Milit&auml;rproduktion umstellen m&uuml;ssen, ohne die Versorgung mit Lebensmitteln zu gef&auml;hrden. Mit anderen Worten: Statt Panzer und Munition in Automobilwerken geht es dieses Mal um Z&uuml;ge oder Solar- und Wasserkraft.<br>\nHermann forderte jedoch auch eine Schrumpfung der Wirtschaft, um die Menschheit vor dem Klimakollaps zu bewahren. Die Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) w&uuml;rde &uuml;berdies auch den Kapitalismus und das aktuelle Finanzsystem erledigen, wo immer mehr Kapital nach Anlage sucht. Den Kapitalismus findet Hermann zwar besser als seinen Ruf. Dieser vertrage sich aber nicht mit den Lebensinteressen der Menschheit und dem &Ouml;kosystem, da es einen Zwang zu Wachstum und somit auch Ressourcenverbrauch g&auml;be. (&hellip;)<br>\nDer Kapitalismus war immer dann am &bdquo;erfolgreichsten&ldquo; bei der Schaffung von Wohlstand f&uuml;r weite Teile der Bev&ouml;lkerung, wenn er wie nach dem Zweiten Weltkrieg mit heftigen staatlichen Eingriffen kombiniert wurde. Eine Kriegswirtschaft, die jedoch unter Zwang die Wirtschaft schrumpft (und laut Hermann nebenbei auch gleich den Kapitalismus abschafft), d&uuml;rfte Kapitalismus-Kritik eher unpopul&auml;r machen und ist wenig hilfreich. Zumal eine Schrumpfung der Wirtschaft unsere Industrie noch nicht umweltfreundlicher macht und daher sogar kontraproduktiv sein kann. (&hellip;)<br>\nUnsere Debatten sind so verengt auf die Verteuerung des &ouml;kologisch sch&auml;dlichen Konsums und Instrumente wie den Emmissionshandel, weil dahinter die Ideologie des Marktes steht, wonach man alles &uuml;ber den Preis regelt. Und den Reichsten tut es nat&uuml;rlich nicht besonders weh, wenn mal hier oder da der Sprit teurer wird. Jene, die sich aber die Miete in den Innenst&auml;dten nicht mehr leisten k&ouml;nnen und bei schlechter &ouml;ffentlicher Verkehrsanbindung und Nachtschichten zur Arbeit pendeln m&uuml;ssen, sp&uuml;ren eine Verteuerung.<br>\nSie werden aber deswegen ohne Alternativen nicht einfach ihr Verhalten &auml;ndern und auf das Auto verzichten (k&ouml;nnen). &Uuml;ber den individuellen Konsum wird im Kapitalismus zunehmend auch die richtige politische Haltung signalisiert, weil wir den Geldbeutel mit Demokratie verwechseln. Das f&uuml;hrt dann zu Widerspr&uuml;chen. Im Prenzlauer Berg rollt der SUV vor den Bioladen, obwohl der Malocher, dem die M&uuml;lltrennung l&auml;stig ist, einen geringeren &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck verursacht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/klimawandel-den-kollaps-verhindern-durch-kriegswirtschaft-oder-eine-oeko-diktatur-kolumne-fabio-de-masi-li.314573%20\">Fabio De Masi in Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Abwarten und Tee trinken? Die deutsche Wirtschaftspolitik muss sich zum Handeln entschlie&szlig;en<\/strong><br>\nIn Deutschland wird ger&auml;tselt, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird. Man schwankt zwischen der Hoffnung auf eine kaum sp&uuml;rbare Abschw&auml;chung und der Bef&uuml;rchtung, es k&ouml;nne eine Phase langanhaltender Stagnation oder Schw&auml;che bevorstehen, selbst wenn es kurzfristig nicht zu einer Rezession kommt. Die Frage, um die es vorrangig gehen muss, ist, wie die Wirtschaftspolitik in Deutschland angesichts der offensichtlichen Schw&auml;che der hiesigen Wirtschaftsentwicklung proaktiv eingreifen kann, um einen m&ouml;glichen Absturz zu verhindern.<br>\nAngesichts des tiefen Einschnitts der Wirtschaft im Jahr 2020 und der Angebotsschocks danach, die zu enormen Preiserh&ouml;hungen gef&uuml;hrt haben, sind die Prognosen f&uuml;r 2023 mit gro&szlig;er Unsicherheit behaftet. Niemand kann sich, wie hier gezeigt, darauf verlassen, dass die Annahmen, auf denen die Vorhersagen basieren, auch eintreten werden. Weder kann man darauf bauen, dass die Verbraucher ihre Ersparnisse noch weiter herunterfahren, noch kann man darauf setzen, dass das Ausland seine Nachfrage so steigert, dass es f&uuml;r Deutschland via steigende deutsche Exporte wieder einmal die L&ouml;sung liefert. Insbesondere die Erwartung, die auch dem Jahreswirtschaftsbericht der Regierung zugrunde liegt, dass n&auml;mlich die Investitionst&auml;tigkeit der Unternehmen von der akuten Nachfrageschw&auml;che nur wenig beeintr&auml;chtigt wird, ist fragw&uuml;rdig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2023\/02\/11\/abwarten-und-tee-trinken-die-deutsche-wirtschaftspolitik-muss-sich-zum-handeln-entschliessen\/\">Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker auf Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zehntausende Busfahrer fehlen<\/strong><br>\nDie Busbranche hat ihre Prognose zum Fahrermangel bis 2030 auf Basis aktueller Unternehmensbefragungen deutlich nach oben angepasst. Inzwischen geht der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) davon aus, dass in den n&auml;chsten sieben Jahren rund 87.000 Fahrerinnen und Fahrer fehlen werden, wie der Verband mitteilte. Bislang bezifferte die Branche den voraussichtlichen Mangel stets auf rund 76.000 Besch&auml;ftigte bis 2030. Aktuell fehlten den Busunternehmen der Umfrage zufolge insgesamt fast 7800 Leute. (&hellip;)<br>\nDer Verband fordert deshalb vor allem eine Vereinfachung und eine Entb&uuml;rokratisierung der Ausbildung f&uuml;r Busfahrer. In Deutschland ist die Ausbildung demnach zweigeteilt: Zum einen m&uuml;ssen angehende Fahrerinnen und Fahrer den Busf&uuml;hrerschein erwerben. Zum anderen m&uuml;ssen sie die sogenannte Berufskraftfahrerqualifikation abschlie&szlig;en, die es ihnen erm&ouml;glicht, Fahrg&auml;ste zu bef&ouml;rdern. Das f&uuml;hrt aus Sicht des BDO dazu, dass die Ausbildung in Deutschland deutlich teurer und langwieriger ist als im Vergleich mit anderen EU-L&auml;ndern wie etwa &Ouml;sterreich.<br>\nDer Verband fordert deshalb, dass diese beiden Ausbildungswege zusammengelegt werden. &ldquo;Mit einer &ldquo;2 in 1&Prime;-Ausbildung w&auml;ren Busfahrerinnen und Busfahrer nach einer Unterrichtseinheit, einer Theorie- und einer Praxispr&uuml;fung einsatzbereit&rdquo;, hei&szlig;t es in einem Positionspapier des Verbands.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Zehntausende-Busfahrer-fehlen-article23910961.html\">n-tv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bundesrat blockiert Hinweisgeberschutzgesetz<\/strong><br>\nIm Dezember hatte das Hinweisgeberschutzgesetz die letzte H&uuml;rde im Bundestag genommen. Es sollte Whistleblower:innen Rechtssicherheit geben, wenn sie Missst&auml;nde aufdecken wollen. Doch trotz kritisierter L&uuml;cken ging das Gesetz offenbar einigen unionsgef&uuml;hrten L&auml;ndern im Bundesrat zu weit: Sie blockierten das Gesetz in einer Abstimmung am heutigen Freitag.<br>\nSo warnte etwa Hessens Justizminister Roman Poseck, dass nicht alle Hinweisgebenden &bdquo;Gutes im Schilde&ldquo; f&uuml;hren w&uuml;rden. Hessen w&uuml;rde sich bei der Abstimmung enthalten. Andere bem&auml;ngelten, dass das Gesetz &uuml;ber die EU-Vorgaben hinaus gehe. Die Mindeststandards in einer EU-Richtlinie besagen beispielsweise, Hinweisgebende m&uuml;ssten Verst&ouml;&szlig;e gegen EU-Recht abgesichert melden k&ouml;nnen. In der deutschen Umsetzung war diese Absicherung auch f&uuml;r bestimmte Verst&ouml;&szlig;e gegen deutsche Gesetze geplant. Au&szlig;erdem waren kurz vor der finalen Abstimmung auch etwa verfassungsfeindliche &Auml;u&szlig;erungen von Beamt:innen unterhalb der Strafbarkeitsschwelle aufgenommen worden. Ebenso wie eine Pflicht f&uuml;r anonyme Meldewege. (&hellip;)<br>\nTransparency Deutschland kritisierte die Blockade. Gegen&uuml;ber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Sebastian Oelrich, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Hinweisgeberschutz: &bdquo;Einige Union-gef&uuml;hrte L&auml;nder haben heute mit fachlich fragw&uuml;rdigen und zum Teil schlicht unrichtigen Argumenten das Gesetz zum Schutz von Hinweisgebenden blockiert.&ldquo; Dass nun weiter gro&szlig;e rechtliche Unsicherheit f&uuml;r Hinweisgebende bestehe sei &bdquo;im internationalen Vergleich ein Armutszeugnis&ldquo;.<br>\nTats&auml;chlich ist Deutschland bei der Umsetzung der EU-Vorgaben zu sp&auml;t dran: Eigentlich h&auml;tten die Vorgaben der Richtlinie bis Ende 2021 umgesetzt werden m&uuml;ssen, das scheiterte jedoch an Uneinigkeit der damaligen Gro&szlig;en Koalition. Die neue Ampelregierung hat daraufhin einen neuen Anlauf gestartet.<br>\nDa es nun zum Konflikt zwischen Bundestag und Bundesrat gekommen ist, k&ouml;nnte das Gesetz in den sogenannten Vermittlungsausschuss gehen, um einen Kompromiss zu finden. Das kann mehrere Monate dauern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/whistleblower-bundesrat-blockiert-hinweisgeberschutzgesetz\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Virologe Streeck zieht Corona-Bilanz: &bdquo;Das nahm fast intolerante Z&uuml;ge an&ldquo;<\/strong><br>\n&Uuml;bersch&auml;tzte Impfstoffe, schlechte Datenlage, unn&ouml;tige H&auml;rte und Hysterie: Der Virologe Hendrik Streeck zieht Corona-Bilanz und w&uuml;nscht sich eine breite Aufarbeitung der Fehler. [&hellip;]<br>\nEs gibt Hinweise, dass Deutschland in der Nachbetrachtung schlechter dasteht, als unsere Politiker gern behaupten; nicht nur was die psychosozialen Kollateralsch&auml;den der Ma&szlig;nahmen angeht. Wie sehen Sie das?<br>\nStreeck: Wer nur das Pandemiemanagement unkritisch lobt, macht es sich zu einfach. Auch mit dem Pr&auml;ventionsparadoxon zu argumentieren und zu behaupten, dass eine aus der Luft gegriffene Anzahl an Todesf&auml;llen verhindert wurde, ist in der R&uuml;ckschau irref&uuml;hrend und statistisch nicht valide. In manchen Bereichen finde ich sogar, dass wir die Krise eher schlechter bew&auml;ltigt haben als andere Staaten.<br>\nWo etwa?<br>\nStreeck: Obwohl Schweden insbesondere anf&auml;nglich schwere Fehler gemacht hat, zum Beispiel wenn es um den Schutz der &auml;lteren Bev&ouml;lkerung geht, muss man am Ende feststellen: Schweden hat es geschafft, dass sich die Gesellschaft untergehakt und die Krise gemeinsam bew&auml;ltigt hat. Es geht hier bei der Frage nach den Lehren aus der Pandemie um eine ganzheitliche Betrachtung.<br>\nMit weniger Streit?<br>\nStreeck: Ja, und gr&ouml;&szlig;erer Offenheit; wir hier haben uns zu lange zu sehr auf eine einzige wissenschaftliche Perspektive gest&uuml;tzt. Eine Pandemie ist nicht nur die Summe ihrer Infektionen, sondern eine medizinische, politische und gesellschaftliche Herausforderung, in der wir Wirkungen und Nebenwirkungen unseres Handelns besser diskutieren m&uuml;ssen. Wir haben viel l&auml;nger als andere L&auml;nder geglaubt, das Virus unbedingt kontrollieren zu m&uuml;ssen &ndash; und auch zu k&ouml;nnen. [&hellip;]<br>\nEs ging schnell mehr um Gut und B&ouml;se als um die Suche nach dem richtigen Weg. Das nahm teils fast intolerante Z&uuml;ge an, es herrschte die Totalit&auml;t eines einzigen Arguments statt Diskurs. Und dabei merkte man viel zu sp&auml;t: Richtiger Umgang mit Corona ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der l&auml;ngst nicht nur virologische Aspekte hat. Da fehlten die facettenreichen Stimmen vieler Fachleute, die am Ende doch alle das gleiche Ziel hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/coronavirus\/virologe-streeck-zieht-corona-bilanz-das-nahm-fast-intolerante-zuege-an_id_185435522.html\">Focus<\/a>\n<p>dazu: <strong>Lauterbach: &bdquo;Das Verdrehen von Tatsachen hat in der Pandemie erheblichen Schaden ausgel&ouml;st.&ldquo;<\/strong><br>\nBundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach spricht im SPIEGEL mit dem Virologen Christian Drosten &uuml;ber die Rolle von Politik, Wissenschaft und Medien in der Corona-Pandemie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/presse\/interviews\/interview\/lauterbach-drosten-spiegel-11-02-23.html\">Bundesgesundheitsministerium<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Dem Bundesgesundheitsminister scheint an der Verbreitung seines Interviews im Spiegel viel gelegen zu sein. Darin kommt er mit Christian Drosten zu dem Schluss, dass es nun eine handfeste Umdeutung gebe. &bdquo;Wenn jetzt eine Gruppe von Journalisten im Nachhinein ankommt, die vollkommen ober&#64258;&auml;chlich mit der Thematik und aktuell aufkommenden &Auml;u&szlig;erungen dazu umgeht und irgendwas hinschreibt, was einfach nicht stimmt, die alles pl&ouml;tzlich infrage stellt, dann regt mich das auf.&ldquo; Und Lauterbach sekundiert: &bdquo;Dieses Verdrehen von Tatsachen hat in der Pandemie erheblichen Schaden ausgel&ouml;st. Ohne Desinformationskampagne einiger Medien, Parteien, &raquo;Querdenker&laquo; und Wissenschaftler h&auml;tten wir eine deutlich h&ouml;here Impfquote bei den &Auml;lteren gehabt. Weniger Tote waren m&ouml;glich.&ldquo; Hier machen Lauterbach und Drosten genau das, was Streeck kritisiert. Und zwar Behauptungen mit einer aus der Luft gegriffenen Anzahl an Todesf&auml;llen aufzustellen. Ein Trick. Die Umdeutung nehmen damit gar nicht Gruppen von Journalisten, Parteien, Querdenkern oder Wissenschaftler vor, sondern Drosten und Lauterbach. Mit Hilfe des Spiegel-Interviews, das prominent auf der Seite des BMG nachzulesen ist, betreiben sie selbst eine Umdeutung der Realit&auml;t. <\/em><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Deutschland kann viel lernen aus Corona: Ohne lebendige Debattenkultur ist die Wissenschaft nichts wert<\/strong><br>\nFalsche Entscheidungen in der Coronapolitik seien nicht zu verhindern gewesen, sagt Lauterbach. Das stimmt nicht ganz &ndash; denn viele Mitentscheider waren einfach neunmalklug. [&hellip;]<br>\nDer Gesundheitsminister tut es gerade auf seine Weise. Maskenpflicht im Freien: &bdquo;Schwachsinn&ldquo;. Schul- und Kitaschlie&szlig;ungen: falsch, sch&auml;dlich, aus heutiger Perspektive geradezu fatal. Panikkommunikation mit der drohenden Corona-Killervariante: ach, &bdquo;lassen wir das K-Wort&ldquo;.<br>\nF&uuml;r manche Kritiker &uuml;berzogener Corona-Ma&szlig;nahmen, vor allem &uuml;bereiliger Beschl&uuml;sse zulasten von Jugendlichen und Kindern, m&ouml;gen die j&uuml;ngsten Eingest&auml;ndnisse Karl Lauterbachs eine Wohltat sein. F&uuml;r jene mit einer gesunden Abneigung gegen Selbstbezogenheit und politische Verkl&auml;rung sind sie weiterhin schwere Kost.<br>\nDenn es ist &uuml;berdeutlich, welches Narrativ Lauterbach &ndash; und mit ihm viele andere &ndash; in den vergangenen Wochen zu etablieren versuchen: Dass die Coronapolitik von Beginn an stets getrieben war vom aktuellen Stand der Wissenschaft. Man habe es nicht besser gewusst und daher falsche Entscheidungen getroffen. Schade drum, nicht zu &auml;ndern, hinterher ist man immer kl&uuml;ger. Allein: Stimmt halt nicht. Viele waren vorher einfach nur neunmalklug.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/deutschland-kann-viel-lernen-aus-corona-ohne-lebendige-debattenkultur-ist-die-wissenschaft-nichts-wert-9350999.html\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Corona-Aufarbeitung &ndash; &bdquo;Journalisten haben beide Augen zugedr&uuml;ckt&ldquo;<\/strong><br>\nBereits im Fr&uuml;hjahr 2020 hat Gerd Antes, Medizinstatistiker und einstiger Direktor von Cochrane Deutschland, die deutsche Corona-Politik kritisiert. Im Interview erkl&auml;rt er, wo besonders die Medien w&auml;hrend der Pandemie versagt haben und was das viel diskutierte Cochrane-Review zu Masken aussagt. [&hellip;]<br>\nGesundheitsminister Karl Lauterbach hat gestern auf einer Pressekonferenz gesagt, dass die Ma&szlig;nahmen insgesamt sehr gut gewirkt h&auml;tten.<br>\nDa sehen Sie es ja. Wer ernsthaft behauptet, dass alles gut war, der m&ouml;chte nicht hinschauen. Und da ist Lauterbach repr&auml;sentativ f&uuml;r die obere Ebene. Indes sehe ich auf der Arbeitsebene auch etwas Anderes. Da haben wir ein viel gr&ouml;&szlig;eres Potential. Menschen, die wirklich wissen, was zu tun ist. Das beweist letztlich auch das eingangs erw&auml;hnte Interview von Lothar Wieler mit der Zeit. Wobei Wieler nat&uuml;rlich das Problem hatte, dass er zwischen allen St&uuml;hlen eingeklemmt war: Da war das zum Teil wirklich gute Personal aus dem RKI, und da war die politische Ebene, die von oben g&auml;ngelte. Und dann, das geh&ouml;rt auch zur Wahrheit dazu, gab es in Teilen eine Komplizenschaft zwischen Politik, Wissenschaft und Medien. Die hat zuweilen Narrative entwickelt und stabilisiert, die uns auch jetzt in der Phase der Aufarbeitung nicht wirklich n&uuml;tzlich sind. Diese Mischung aus Verharmlosung und &bdquo;Es war doch alles gut!&ldquo;. Das schn&uuml;rt uns sehr ein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/evidenzbasierte-aufarbeitung-der-corona-politik-gerd-antes\">Cicero<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Eliten in der Politik: Volksvertreter &ndash; oder eine Gruppe, die unter sich bleibt?<\/strong><br>\nViele Politiker kommen aus der gleichen Bev&ouml;lkerungsschicht. Diese Schieflage ist eine Gefahr f&uuml;r unsere Demokratie &ndash; die doch eigentlich repr&auml;sentativ sein soll.<br>\nWissenschaftler schlagen Alarm. Die repr&auml;sentative Demokratie, eigentlich Garant f&uuml;r den demokratischen Ausgleich von Einzelinteressen zugunsten einer Politik f&uuml;r alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, ger&auml;t zunehmend in Schieflage. Was ist geschehen? Unser Staatswesen funktioniert als parlamentarische Parteiendemokratie. Vom Volk werden in freier Wahl Vertreter gew&auml;hlt, die das Volk im Bundestag repr&auml;sentieren, auch die Minderheiten.<br>\nDurch Repr&auml;sentation wird nicht nur der politische Prozess professionalisiert und effizient und strukturiert erm&ouml;glicht, auch die Qualit&auml;t der politischen Entscheidungen &ndash; so die politikwissenschaftlichen Argumente &ndash; sei h&ouml;her als bei Entscheidungen, die beispielsweise durch Volksabstimmungen herbeigef&uuml;hrt werden. Doch dieses sch&ouml;ne System wird zunehmend dysfunktional. Und das liegt daran, dass die &bdquo;Auserw&auml;hlten&ldquo;, unsere Volksvertreter, inzwischen eher eine elit&auml;re Gruppe bilden, dies sich zudem noch in Teilen aus sich selbst und ihresgleichen heraus reproduziert.<br>\nDer Soziologe Harald Welzer l&auml;sst sich im aktuellen Spiegel damit zitieren, dass die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung (er meint die &bdquo;kleinen Leute&ldquo;) weder in der medialen &Ouml;ffentlichkeit noch im Bundestag vertreten sei, sondern man sie nur noch als Paketboten wahrnimmt. &bdquo;Das ist eine Gesellschaft, die nicht funktionieren kann&ldquo;, so Welzer.<br>\nDer Elitenforscher Michael Hartmann hat k&uuml;rzlich im Interview mit der Berliner Zeitung berichtet, dass das Spitzenpersonal in Deutschland weit &uuml;berdurchschnittlich aus den &bdquo;oberen Schichten&ldquo; kommt. &bdquo;F&uuml;nfzig Prozent der Spitzenpolitiker stammen aus den oberen vier Prozent der Bev&ouml;lkerung.&ldquo; Damit stellt sich schon die Frage, ob uns da eine abgehobene Clique regiert.<br>\nAuch Hartmann sieht die gro&szlig;e Gefahr, dass der diagnostizierte &uuml;berproportionale Einfluss von Eliten die Demokratie bereits aush&ouml;hlt &ndash; denn die Eliten haben andere Wahrnehmungen von der Welt, andere Priorit&auml;ten und k&ouml;nnen sich oft schwer in den normalen Alltag und die N&ouml;te der einfachen Menschen hineinversetzen. Eine L&uuml;cke, die Populisten gern &ndash; verbal &ndash; f&uuml;llen. Von Eliten gemachte Politik ist schon deshalb nicht im Interesse der gesamten Gesellschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/essay-analyse-gefahr-fuer-unsere-demokratie-eliten-in-der-politik-volksvertreter-oder-eine-gruppe-die-unter-sich-bleibt-li.315107\">Denis Huschka in Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&raquo;Das Kanzleramt attackierte und diskreditierte uns &ouml;ffentlich&laquo;<\/strong><br>\n&Uuml;ber die Verstrickung von Olaf Scholz in &raquo;Cum-Ex&laquo;-Gesch&auml;fte und den Hamburger SPD-Filz. Ein Gespr&auml;ch mit Oliver Schr&ouml;m.<br>\nIn Ihrem j&uuml;ngst erschienenen Buch &raquo;Die Akte Scholz. Der Kanzler, das Geld und die Macht&laquo; haben Sie den amtierenden Bundeskanzler der L&uuml;ge &uuml;berf&uuml;hrt. Inwiefern hat Olaf Scholz bez&uuml;glich der sogenannten &raquo;Cum-Ex&laquo;-Aktiengesch&auml;fte die Unwahrheit gesagt?<br>\nOlaf Scholz war zweimal als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss in Hamburg geladen und hat da jeweils dutzendfach gesagt, er k&ouml;nne sich an die Treffen mit den &raquo;Cum-Ex&laquo;-Bankiers nicht erinnern. Man muss wissen, dass f&uuml;r Zeugen vor Untersuchungsaussch&uuml;ssen dieselben Regeln gelten wie vor Gericht. Der Zeuge darf nicht l&uuml;gen, nichts besch&ouml;nigen und auch nichts weglassen. Es gibt allerdings auch Aussagen von Olaf Scholz aus zwei Sitzungen des Finanzausschusses des Bundestags aus dem Jahr 2020. Die Protokolle liegen mir vor. Aus ihnen geht hervor, dass sich Scholz an eines der Treffen sehr wohl erinnert. Das ist ein krasser Widerspruch zu seiner Aussage im Untersuchungsausschuss. Somit ist seine Aussage, er k&ouml;nne sich nicht erinnern, zumindest die Unwahrheit, wenn nicht gar eine L&uuml;ge. Da er vor dem Untersuchungsausschuss zur Wahrheit verpflichtet ist, k&ouml;nnte der Bundeskanzler neben einem politischen auch ein juristisches Problem bekommen, wegen einer uneidlichen Falschaussage.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/444835.steuerraubskandal-das-kanzleramt-attackierte-und-diskreditierte-uns-%C3%B6ffentlich.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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