{"id":94022,"date":"2023-02-20T10:30:46","date_gmt":"2023-02-20T09:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94022"},"modified":"2023-02-20T11:09:59","modified_gmt":"2023-02-20T10:09:59","slug":"gibt-es-eine-verhandlungsloesung-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94022","title":{"rendered":"Gibt es eine Verhandlungsl\u00f6sung in der Ukraine?"},"content":{"rendered":"<p>Die Rufe nach einer Verhandlungsl&ouml;sung im Ukraine-Krieg werden langsam lauter. Vor kurzem l&ouml;ste die Studie &bdquo;<em>Avoiding a Long War<\/em>&ldquo; der&nbsp;<em>RAND-Corporation<\/em>&nbsp;in westlichen Hauptst&auml;dten Konsternation aus, weil erstmals ein der US-Regierung nahestehendes Institut einen Tabu-Bruch beging, indem es die Ukraine implizit aufforderte, Verhandlungen mit Russland aufzunehmen [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94022#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Die &Uuml;berlassung von gut und gerne 20 Prozent des ukrainischen Territoriums an die Russische F&ouml;deration, welche die Administration Biden der Regierung in Kiew offenbar vorschlug, ist Teil der vorgeschlagenen Verhandlungsl&ouml;sung. Es lohnt sich, die Studie einmal genauer anzuschauen. Von <strong>Ralph Bosshard<\/strong>, mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/gibt-es-eine-verhandlungsloesung-in-der-ukraine\/\">Globalbridge.ch<\/a>, wo der Artikel zuerst erschienen ist.<br>\n<!--more--><br>\nDie Studie war eventuell einfach als Versuchsballon gedacht, mit welchem die US-Regierung auszuloten versuchte, inwieweit die europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten bereit sind, Verhandlungen mit der russischen Seite zuzulassen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Nachdem gerade in multilateralen Foren seit 2013 eine Atmosph&auml;re geschaffen worden war, in welcher Verhandlungen als Zeichen der Schw&auml;che ausgelegt werden, ist das Umfeld f&uuml;r solche ung&uuml;nstig. Alleine schon die Aufnahme von Verhandlungen wird von einigen eifrigen Transatlantikern als Niederlage betrachtet werden. Manche von ihnen werden sich fragen m&uuml;ssen, wie man eine derartige Niederlage kommunizieren soll oder ob es besser ist, zur&uuml;ckzutreten.<\/p><p>Fast sieht es so aus, als ob Dmitry Medvedev Recht beh&auml;lt, der einmal sagte, die USA h&auml;tten noch jeden Verb&uuml;ndeten fr&uuml;her oder sp&auml;ter im Stich gelassen [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Mit den bisherigen Waffenlieferungen haben namentlich die USA der Ukraine gezeigt, dass ihre Unterst&uuml;tzung nicht unbegrenzt ist. Die RAND-Studie fordert genau das. Auch in Kiew wei&szlig; man, dass nur durchschlagende Erfolge weitere Waffenhilfe sichern. Derartige Erfolge erzielte die ukrainische Herbstoffensive im letzten Jahr aber nicht und solche sind mit den versprochenen Waffen wohl auch nicht zu erreichen [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Ein blo&szlig;er Waffenstillstand, wie ihn die RAND-Studie als eine Handlungsoption vorschl&auml;gt, dient in erster Linie US-amerikanischen und westeurop&auml;ischen Interessen, aber nicht ukrainischen. Eine Unterbrechung der Kampfhandlungen und erst recht ein Waffenstillstand w&uuml;rden wohl die milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung des Westens an die Ukraine versiegen lassen&nbsp;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. Damit tr&auml;te wieder die Situation der Jahre 2014 bis 2022 ein, und je l&auml;nger so ein Waffenstillstand dauerte, desto gr&ouml;sser w&auml;re die&nbsp;Gefahr, dass aus dem&nbsp;<em>de facto<\/em>&nbsp;Zustand ein dauerhafter wird.<\/p><p><strong>Der Westen milit&auml;risch geschw&auml;cht<\/strong><\/p><p>Offenbar&nbsp;bereitet&nbsp;das &bdquo;atemberaubende&ldquo; indirekte milit&auml;rische Engagement einiger NATO-Verb&uuml;ndeter ma&szlig;gebenden Kreisen in den USA Kopfschmerzen [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Der Erfolg von Bundeskanzler Olaf Scholz, der die Lieferung von US-Panzern an die Ukraine zur Vorbedingung f&uuml;r die Lieferung deutscher &bdquo;Leopard-2&ldquo; Panzer machte, mag dieses Unbehagen noch verst&auml;rkt haben.<\/p><p>Russland&nbsp;versuchte&nbsp;im vergangenen Fr&uuml;hjahr mit zahlenm&auml;&szlig;ig schw&auml;cheren Kr&auml;ften die numerisch st&auml;rkere ukrainische Armee handstreichartig zu &uuml;berrennen, was nicht gelang. Mit der Mobilisierung von Reservisten korrigierte Russland sein Defizit an Personal und zerschlug die Hoffnungen auf einen kurzen Krieg. Klar ist aber, dass keine der beiden Parteien einen absoluten milit&auml;rischen Sieg erk&auml;mpfen kann [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Unklar ist, wie stark die Ukraine milit&auml;risch wirklich ist. Eine deutsche Quelle sprach unl&auml;ngst von 700&rsquo;000 Mann Personalst&auml;rke und von Verlusten von um die 100&rsquo;000 Mann [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>].&nbsp;Zur Wahrung US-amerikanischer Interessen fordert&nbsp;die RAND-Studie eine Kl&auml;rung der milit&auml;rischen Hilfe an die Ukraine bzw. die Erstellung eines langfristigen Hilfsprogramms. Weiter fordert die Studie, zuk&uuml;nftige milit&auml;rische Hilfe an die Ukraine m&uuml;sse an die Bedingung gekn&uuml;pft werden, dass die Ukraine in Waffenstillstandsverhandlungen eintrete [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]. Das zeigt, dass die Waffenlieferungen zumindest aus den USA nicht dazu dienen, der Ukraine die R&uuml;ckeroberung des Donbass und der Krim zu erm&ouml;glichen, sondern ihre Verhandlungsposition gegen Russland zu verbessern. Jetzt, wo die Waffenreserven Westeuropas langsam schwinden, schmelzen die notwendigen Ressourcen dahin. Die Waffen, die in der Ukraine zerst&ouml;rt werden, fehlen in naher Zukunft schon woanders. Das ist m&ouml;glicherweise der&nbsp;Hintergrund&nbsp;der Aussage von US-Pr&auml;sident Joe Biden, dass der Krieg mittels Verhandlungen beendet werden m&uuml;sse [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>].&nbsp;<\/p><p><strong>Entt&auml;uschte Hoffnungen auf einen Umsturz in Moskau<\/strong><\/p><p>Allein schon der Beginn von Verhandlungen w&uuml;rde bedeuten, dass verschiedene Ambitionen westlicher Au&szlig;enpolitik nicht umgesetzt werden k&ouml;nnen. Es wird dem Westen nicht gelingen darzulegen, dass sich milit&auml;rische Aggression nicht lohnt, denn selbst wenn Russland sich auf die Waffenstillstandslinie von Minsk zur&uuml;ckziehen m&uuml;sste, die bis zum 24. Februar vergangenen Jahres Bestand hatte, ist der Schaden an der internationalen Ordnung angerichtet [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>].&nbsp;Bisher war man davon ausgegangen, dass jede L&ouml;sung, welche Sewastopol, die Krim und die vier Oblaste im S&uuml;dosten der Ukraine in russischem Besitz bel&auml;sst, f&uuml;r den Westen inakzeptabel sei.&nbsp;<\/p><p>In der&nbsp;Schw&auml;chung&nbsp;Russlands durch den Krieg in der Ukraine erblicken die Autoren der RAND-Studie nur einen moderaten Vorteil f&uuml;r die USA, da diese nun noch enger an China gebunden werde. Das dauernde finanzielle und materielle Engagement der USA und die enormen Investitionen in die Ukraine f&uuml;hrten dazu, dass Washington sich nicht anderen Problemen widmen und keine Kooperation mit Russland in anderen Bereichen eingehen k&ouml;nne, beklagten die Autoren [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]. Ein konkretes Beispiel ist die Frage der nuklearen Proliferation, wo sich Russland als &bdquo;Spoiler&ldquo; bet&auml;tigen k&ouml;nnte. Erste konkrete Auswirkungen k&ouml;nnte das im Zusammenhang mit dem Iran haben: Wenn Russland dem Iran im Gegenzug f&uuml;r die milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung, welche dieser ihm momentan leistet, bei Bedarf Kernwaffen zur Verf&uuml;gung stellt, analog der nuklearen Teilhabe einiger NATO-Staaten, dann kann dieser sein Kernwaffen-Programm einstellen und die Aufhebung der gegen ihn gerichteten Sanktionen fordern. Ein solches Vorgehen m&uuml;sste helles Entsetzen im gesamten Nahen Osten ausl&ouml;sen. Es wird wohl nicht kommuniziert werden, aber damit rechnen muss man in Israel und am Persischen Golf sehr wohl.<\/p><p>Um seinem Ziel der territorialen Wiederherstellung der Ukraine n&auml;herzukommen, braucht Zelensky einen Regimewechsel in Moskau, der nach den Erfahrungen der letzten Monate aber unwahrscheinlich ist. Von einem Machtwechsel erwarten sich auch die Autoren der RAND-Studie keine radikalen Ver&auml;nderungen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Putin&rsquo;s war could very well continue without Putin&ldquo; [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>].&nbsp;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und ein neuer Pr&auml;sident im Kreml wird auch nichts an den geopolitischen Widerspr&uuml;chen und den geostrategischen Realit&auml;ten &auml;ndern k&ouml;nnen.&nbsp;<\/p><p>Solange der Westen nicht selbst mit eigenen Truppen auf Seiten der Ukraine in den Krieg eintritt, werden viele unbeteiligte L&auml;nder denken, der Westen schicke gerne Waffen und Geld in Kriegsgebiete und &uuml;berlasse Tod und Zerst&ouml;rung anderen.&nbsp;<\/p><p><strong>Angst um die Wirtschaft<\/strong><\/p><p>Ein Friedensabkommen w&uuml;rde den US-Interessen besser dienen als ein Waffenstillstand, ist aber unwahrscheinlich [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Am wichtigsten sei aber die Vermeidung eines langen Kriegs in der Ukraine. Dieses Ziel ist&nbsp;f&uuml;r die USA wichtiger als die Wiederherstellung der territorialen Integrit&auml;t der Ukraine, h&auml;lt die Studie implizit fest, denn ein langer Krieg&nbsp;bringe&nbsp;den USA und der gesamten Weltwirtschaft enormen wirtschaftlichen Schaden [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. Die Umstellung auf Kriegswirtschaft, die von manchen in Westeuropa schon gefordert wurde, w&uuml;rde den wirtschaftlichen Schaden noch weiter vergr&ouml;&szlig;ern.<\/p><p>Der RAND-Studie sagt auch, dass die territorialen Verluste, welche die Ukraine bis Dezember 2022 erlitt, keine vitalen wirtschaftlichen Konsequenzen f&uuml;r die Ukraine h&auml;tten [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]. Andererseits m&uuml;ssten die USA nun den ukrainischen Staat solvent erhalten, w&auml;hrend gleichzeitig Westeuropa Millionen ukrainischer Fl&uuml;chtlinge finanzieren m&uuml;sse [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Als Folge der massiv h&ouml;heren Energiepreise sei in Westeuropa bereits eine &Uuml;bersterblichkeit im Umfang von 150&rsquo;000 Menschen entstanden.&nbsp;<\/p><p>Wie lange Russland brauchen wird, um sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs zu erholen, wird sich zeigen. Trotz gegenteiliger Meldungen wird sich der Schaden des Kriegs f&uuml;r die russische Wirtschaft in Grenzen halten. Verschiedene Prognosen sagen f&uuml;r das laufende Jahr einen R&uuml;ckgang der Wirtschaftsleistung von 0,8 bis 4 % voraus, w&auml;hrend der IMF sogar ein bescheidenes Wachstum von 0,3 % prognostiziert [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>].&nbsp;&nbsp;<\/p><p><strong>Gebietsstreitigkeiten in der Ukraine und anderswo<\/strong><\/p><p>Egal, ob ein Waffenstillstand oder&nbsp;ein&nbsp;Friedensabkommen zustande kommt, die USA und der Westen werden die Gebietsgewinne Russlands in der Ukraine formell niemals anerkennen [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]. Damit ist ein weiterer &bdquo;<em>protracted conflict<\/em>&ldquo; in Osteuropa gewiss, obendrein mit Beteiligung eines der f&uuml;nf st&auml;ndigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Die P5 m&uuml;ssten eigentlich als Garanten der internationalen Ordnung nach Ende des Zweiten Weltkriegs funktionieren. Diese ist nun selbst in Gefahr.&nbsp;<\/p><p>Dass Moskaus eigentliches Ziel die Annexion von Gebieten im S&uuml;dosten der Ukraine war, wurde sp&auml;testens im vergangenen September klar, als sich Russland diese Gebiete einverleibte [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. Seither zeigte sich, dass mit zunehmender Dauer des Kriegs auch die Gefahr weiterer russischer Gebietsgewinne besteht.&nbsp;<\/p><p>Zwischenl&ouml;sungen, wie zum Beispiel die Verschiebung der Entscheidung &uuml;ber den Status der betroffenen Gebiete, analog der von niemandem anerkannten Republik Artsakh (Berg-Karabach) gem&auml;ss den Madrider Prinzipien, sind wohl vom Tisch. Auch eine weitere Option wie die Belassung als nicht-anerkannte politische Gebilde wie Pridnistrowien (Transnistrien), S&uuml;dossetien, Abchasien oder auch dem nicht allgemein anerkannten Kosovo, scheidet mittlerweile aus. Dasselbe gilt auch f&uuml;r einen Autonomiestatus, f&uuml;r den Fall, dass die Ukraine die Kontrolle &uuml;ber seine Gebiete wiedererlangen sollte. &Uuml;ber L&ouml;sungen wie im S&uuml;dtirol oder in Nordirland wird mit Kiew in diesem Fall nicht mehr zu diskutieren sein.&nbsp;<\/p><p><strong>Ausschluss der Hauptbetroffenen<\/strong><\/p><p>Es w&auml;re naiv zu glauben, die Frage des Status der von Russland annektierten Gebiete sei mit einer Volksabstimmung zu l&ouml;sen. Einer Volksabstimmung auf der Krim widersetzte sich die Ukraine immer mit dem Hinweis auf aktive russische Propaganda. S&auml;mtliche, in den Regionen Donezk, Lugansk, Zaporozhie, Kherson und der Krim durchgef&uuml;hrten Volksabstimmungen sind aus v&ouml;lkerrechtlicher Sicht ung&uuml;ltig. Nachtr&auml;glich als ung&uuml;ltig erkl&auml;rte Volksabstimmungen kennt man im S&uuml;den der Ukraine aus der Geschichte durchaus [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]. Es hat wohl keinen Sinn, dieser Serie ein weiteres Element beizuf&uuml;gen.<\/p><p>Gerade dem Aspekt der Bev&ouml;lkerung widmet die RAND-Studie wenig Beachtung, was allein schon vielsagend ist. Einzige Aussage ist, es liege im Interesse der USA, m&ouml;glichst viele Ukrainer russischer Herrschaft zu entziehen [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>].&nbsp;Seit dem 24. Februar vergangenen Jahres flohen 8 Mio. Ukrainer nach Westeuropa und deren 3 Mio. nach Russland. Je l&auml;nger der Krieg dauert, desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen in ihre Heimat zur&uuml;ckkehren, worauf sie grunds&auml;tzlich ein Recht haben, unabh&auml;ngig davon, wo sie Schutz gesucht haben. Auch von einem Massenexodus aus der Krim ist bis&nbsp;<em>dato<\/em>&nbsp;nichts bekannt. Insofern findet eine Abstimmung mit den F&uuml;ssen statt. Verl&auml;ssliche Zahlen &uuml;ber die Anzahl Menschen, die in den betroffenen Oblasten im S&uuml;dosten der Ukraine verblieben, sind derzeit nicht erh&auml;ltlich. Zusammen mit den Fl&uuml;chtlingen d&uuml;rften sie gut und gerne einen Viertel der ukrainischen Bev&ouml;lkerung darstellen. Mit der weiter zu erwartenden Abwanderung aus der Ukraine und den &uuml;blichen demographischen Problemen k&ouml;nnte das dazu f&uuml;hren, dass die Ukraine mittelfristig einen Drittel seiner urspr&uuml;nglichen personellen Ressourcen verliert. Die westliche Gastfreundschaft k&ouml;nnte zum ukrainischen Niedergang f&uuml;hren.<\/p><p>Ob nach all den Ereignissen seit 2014 noch ein friedliches Zusammenleben von Menschen ukrainischer mit solchen russischer Muttersprache in einem politischen Gebilde m&ouml;glich ist, darf bezweifelt werden. Vielmehr wird man davon ausgehen m&uuml;ssen, dass die Region eine &laquo;harte Grenze&raquo; braucht, wie Berg-Karabach heute. Die Vertreter des Panslawismus und die Anh&auml;nger der &laquo;Brudervolk&raquo;-Theorie werden ihre Ansichten &uuml;berarbeiten m&uuml;ssen.&nbsp;<\/p><p>Eine konsequente Ukrainisierung mit der damit einhergehenden &bdquo;Umerziehung&ldquo; der russischsprachigen Minderheit von urspr&uuml;nglich einem Viertel der Bev&ouml;lkerung ist&nbsp;unannehmbar, wenn die Staatengemeinschaft nicht alle L&ouml;sungen von Minderheitenproblemen wie S&uuml;dtirol, Nordirland und andere nachtr&auml;glich desavouieren m&ouml;chte. G&auml;nzlich inakzeptabel w&auml;re eine ethnische S&auml;uberung analog den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien in den Neunzigerjahren. Die Frage, ob die Ukraine das tun w&uuml;rde, ist kaum zu beantworten. Sicher ist aber, dass eine Friedensl&ouml;sung entsprechende Garantien f&uuml;r die russischsprachige Bev&ouml;lkerung und die R&uuml;ckkehrer aus Russland beinhalten m&uuml;sste. Ein westliches Land kommt als solche Garantiemacht nicht in Frage, ganz bestimmt nicht nach den vielen Sanktionsmassnahmen im Westen&nbsp;gegen Menschen russischer und auch belarussischer Staatsb&uuml;rgerschaft [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]. Dass die Menschen im Donbass und auf der Krim sich in keine Experimente einlassen wollen, ist nachvollziehbar. Die Antwort der ukrainischen Regierung auf Fragen von Amnestie und Wiederherstellung der sozio-&ouml;konomischen Verbindung, wie sie im Minsker Massnahmenpaket festgehalten sind, wird ein wichtiger Indikator sein f&uuml;r ihre Einstellung gegen&uuml;ber den Menschen im Donbass.&nbsp;<\/p><p><strong>M&ouml;gliche Nachkriegsordnung<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Russland bleibt die B&uuml;ndnisfreiheit der Ukraine nach wie vor eine der zentralen Forderungen, zumal die Entstehung einer hochgradig militarisierten Frontlinie mitten durch die Ukraine als Folge eines&nbsp;Waffenstillstands&nbsp;zu erwarten ist [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]. Aber Russland hat kein Vertrauen in die Vertragstreue der Ukraine und des Westens und geht von einer Fortsetzung des Sanktionsregimes als Teil des Wirtschaftskriegs aus. Dazu m&ouml;gen auch &Auml;u&szlig;erungen westlicher Spitzenpolitiker beigetragen haben, wonach eines der Ziele des Kriegs in der langfristigen Schw&auml;chung Russlands bestehe [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]. Umgekehrt wird die Ukraine russischen Versprechungen keinen Glauben schenken und Garantien f&uuml;r ihren neutralen Status fordern, sollte ein solcher zustande kommen.&nbsp;<\/p><p>Die russische Armee wird sich innerhalb weniger Jahre von den Personalverlusten, die sie erlitten hat und erleidet, erholen. Dann wird sie die einzige Armee in Europa darstellen, die Erfahrung in der F&uuml;hrung eines langen Kriegs hoher Intensit&auml;t hat. Gerade diejenigen Staaten, welche die Ukraine am eifrigsten unterst&uuml;tzen, werden bef&uuml;rchten m&uuml;ssen, von Russland f&uuml;r ihr Verhalten bestraft zu werden. Mit zunehmender Dauer des Kriegs erh&ouml;ht sich die Gefahr eines pr&auml;emptiven Schlags gegen L&auml;nder, die sich anschicken, auf Seiten der Ukraine milit&auml;risch zu intervenieren. Die Regime-Wechsel-Strategie gegen Russland, welche einige L&auml;nder immer noch betreiben, k&ouml;nnte Moskau zu Vergeltungsma&szlig;nahmen motivieren, wenn es als Folge westlicher Politik zu inneren Unruhen in Russland kommen sollte. Dasselbe gilt wohl auch f&uuml;r Belarus.&nbsp;<\/p><p><strong>Ratlosigkeit der Berater<\/strong><\/p><p>Wie eine von den Autoren der RAND-Studie gew&uuml;nschte Friedensl&ouml;sung aussieht, ist kaum zu sagen. Im Sinne der Erw&auml;gungen um Territorium, Bev&ouml;lkerung, Sprache und anderer Punkte des Minsker Massnahmenpakets wird eher klar, wie sie&nbsp;nicht&nbsp;aussehen kann. Klar ist auch, dass die RAND-Studie keine Grundlage f&uuml;r eine dauerhafte Friedensl&ouml;sung sein kann. Sie ist ausschliesslich auf US-amerikanische Interessen ausgerichtet und l&auml;sst jene aller anderen Beteiligten, inklusive der Ukraine selbst, ausser Acht. F&uuml;r eine sogenannte Denkfabrik einer Administration, die f&uuml;r sich einen F&uuml;hrungsanspruch in der Weltpolitik reklamiert, ist das einfach zu wenig.&nbsp;<\/p><p>Titelbild: Screenshot Rand Corporation<\/p><p><strong>Siehe zum Think Tank &laquo;RAND Corporation&raquo;<\/strong>&nbsp;auch&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/us-militaerberater-attestieren-putin-ein-defensives-verhalten\/\"><strong>&laquo;US-Milit&auml;rberater attestieren Putin ein defensives Verhalten&raquo;&nbsp;<\/strong><\/a>(von Christian M&uuml;ller)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Siehe Samuel Charap, Miranda Priebe:&nbsp;<em>Avoiding a Long War, U.S. Policy and the Trajectory of the Russia-Ukraine Conflict<\/em>,&nbsp;<em>RAND Corporation<\/em>, Januar 2023, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/pubs\/perspectives\/PEA2510-1.html\">rand.org\/pubs\/perspectives\/PEA2510-1.html<\/a>.&nbsp;Forderungen nach Verhandlungen: Willy Wimmer: Verhandeln jetzt: neues Verhandlungsangebot Moskaus muss ergriffen werden, bei World Economy, 11.02.2023, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.world-economy.eu\/nachrichten\/detail\/verhandeln-jetzt-neues-verhandlungsangebot-moskaus-muss-ergriffen-werden\/\">world-economy.eu\/nachrichten\/detail\/verhandeln-jetzt-neues-verhandlungsangebot-moskaus-muss-ergriffen-werden\/<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Siehe Roger Koeppel: Pentagon-Denkfabrik fordert: Frieden mit Putin. Nur wird der Bericht in deutschen Mainstream-Medien totgeschwiegen, bei Die Weltwoche, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/daily\/pentagon-denkfabrik-fordert-frieden-mit-putin-nur-wird-der-bericht-in-deutschen-mainstream-medien-totgeschwiegen\/\">weltwoche.ch\/daily\/pentagon-denkfabrik-fordert-frieden-mit-putin-nur-wird-der-bericht-in-deutschen-mainstream-medien-totgeschwiegen\/<\/a>. Zusammenfassung unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/seniora.org\/politik-wirtschaft\/rand-corporation-studie-einen-langen-krieg-vermeiden\">seniora.org\/politik-wirtschaft\/rand-corporation-studie-einen-langen-krieg-vermeiden<\/a>. Vgl. Moritz Eichhorn, Maximilian Beer: Bericht; US-Pr&auml;sident bot Putin im Januar 20 Prozent der Ukraine f&uuml;r Frieden an, bei Berliner Zeitung, 02.02.2022, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/bericht-us-praesident-joe-biden-bot-wladimir-putin-20-prozent-der-ukraine-im-gegenzug-fuer-frieden-an-li.313482\">berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/bericht-us-praesident-joe-biden-bot-wladimir-putin-20-prozent-der-ukraine-im-gegenzug-fuer-frieden-an-li.313482<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Medvedev, Dmitri &ldquo;<em>Nu vot i nachalos&rsquo;. .&nbsp;.<\/em>&nbsp;,&rdquo; Telegram Kanal,&nbsp;<a href=\"https:\/\/t.me\/medvedev_telegram\/213\">t.me\/medvedev_telegram\/213<\/a>, 18.11.2022: W&ouml;rtlich &ldquo; &#1040;&#1084;&#1077;&#1088;&#1080;&#1082;&#1072; &#1074;&#1089;&#1077;&#1075;&#1076;&#1072; &#1073;&#1088;&#1086;&#1089;&#1072;&#1083;&#1072; &#1089;&#1074;&#1086;&#1080;&#1093; &#1076;&#1088;&#1091;&#1079;&#1077;&#1081; &#1080; &#1089;&#1074;&#1086;&#1080;&#1093; &#1083;&#1091;&#1095;&#1096;&#1080;&#1093; &laquo;&#1089;&#1091;&#1082;&#1080;&#1085;&#1099;&#1093; &#1089;&#1099;&#1085;&#1086;&#1074;&raquo;. &#1058;&#1072;&#1082; &#1073;&#1091;&#1076;&#1077;&#1090; &#1088;&#1072;&#1085;&#1086; &#1080;&#1083;&#1080; &#1087;&#1086;&#1079;&#1076;&#1085;&#1086; &#1080; &#1074; &#1101;&#1090;&#1086;&#1090; &#1088;&#1072;&#1079;&ldquo;, &uuml;bersetzt: Amerika hat seine Freunde und seine besten &bdquo;Hurens&ouml;hne&ldquo; immer im Stich gelassen. Also wird es auch dieses Mal fr&uuml;her oder sp&auml;ter soweit sein.&nbsp;Mit dem Begriff Hurens&ouml;hne spielte Medvedev auf das Bonmot an: &bdquo;<em>He may be a son if a bitch, but he is our son of a bitch<\/em>&bdquo;. Zum Ursprung dieses Bonmots siehe Kevin Drum: &bdquo;<em>But He&rsquo;s Our Son of a Bitch<\/em>&bdquo;, bei&nbsp;<em>Washington Monthly<\/em>, 16.05.2006, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/washingtonmonthly.com\/2006\/05\/16\/but-hes-our-son-of-a-bitch\/\">washingtonmonthly.com\/2006\/05\/16\/but-hes-our-son-of-a-bitch\/<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Vgl. Ralph Bosshard: Leopard-Panzer an der Grenze der Geografie, bei Global Bridge, 31.01.2023, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/leopard-panzer-an-der-grenze-der-geografie\/\">globalbridge.ch\/leopard-panzer-an-der-grenze-der-geografie\/<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 19.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 5<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Zum Verlauf der &bdquo;Milit&auml;rischen Sonderoperation&ldquo; siehe &bdquo;<em>Q4 : Losers and Winners; a Contrarian Review of Political and Military Ramifications after 300+ Days of Conventional Conflict in the Ukrainian Theatre of Operations<\/em>&bdquo;, bei Cf finnem research, Januar 2023., online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/files.finnem.net\/Cf%20Q42022%20Winners%20and%20Losers.pdf\">files.finnem.net\/Cf%20Q42022%20Winners%20and%20Losers.pdf<\/a>.&nbsp;Vgl. Charap, Priebe, a.a.O., S. 8, 17.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Zu Personalst&auml;rken und -verlusten siehe&nbsp;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/s\/Soldaten_und_Reservisten\">telegram.me\/s\/Soldaten_und_Reservisten<\/a>. Die Zahl von 100&rsquo;000 wurde vom Vorsitzenden der US-Stabschefs, General Milley und vom ehemaligen Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr, General Kujat verwendet. Siehe &bdquo;Soll der Krieg durch Gewalt zu Ende gehen oder durch Verhandlungen?&ldquo;, Interview mit Harald Kujat in Preu&szlig;ische Allgemeine, 02.02.2023, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/paz.de\/artikel\/soll-der-krieg-durch-gewalt-zu-ende-gehen-oder-durch-verhandlungen-a8297.html\">paz.de\/artikel\/soll-der-krieg-durch-gewalt-zu-ende-gehen-oder-durch-verhandlungen-a8297.html<\/a>. Wenn die Behauptungen des Vertreters der DNR stimmen, dann ist davon auszugehen, dass 50&rsquo;000 davon infolge Tods oder Invalidit&auml;t als unwiederbringliche Verluste betrachtet werden m&uuml;ssen. Vgl. Charap, Priebe, a.a.O., S. 18.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 21.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Ebd., S. 9, 21-23, 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Ebd., S. 6, 11.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Siehe das Minsker Protokoll vom 01.09.2014 auf der Homepage der OSZE:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.osce.org\/files\/f\/documents\/a\/a\/123258.pdf\">osce.org\/files\/f\/documents\/a\/a\/123258.pdf<\/a>. Deutsche &Uuml;bersetzung auf der Homepage der &bdquo;Welt&ldquo;, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/thema_nt\/article131986171\/Das-Minsker-OSZE-Protokoll-fuer-eine-Feuerpause.html\">welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/thema_nt\/article131986171\/Das-Minsker-OSZE-Protokoll-fuer-eine-Feuerpause.html<\/a>. Das Minsker Ma&szlig;nahmenpaket war Teil der Resolution 2202 des UN-Sicherheitsrats vom 17.02.2015: in deutscher Sprache online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.un.org\/depts\/german\/sr\/sr_14-15\/sr2202.pdf\">un.org\/depts\/german\/sr\/sr_14-15\/sr2202.pdf<\/a>. Vgl. Charap, Priebe, a.a.O., S. 11.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 13.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Ebd., S. 15.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Ebd., S. 16.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Ebd., S. 7.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Den aktuellen Stand der Fl&uuml;chtlingszahlen publiziert das UN HCR laufend auf deiner Homepage: unter&nbsp;<em>Operational Data Portal<\/em>, online unter&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/data.unhcr.org\/en\/situations\/ukraine\">data.unhcr.org\/en\/situations\/ukraine<\/a>. Vgl. Charap, Priebe, a.a.O., S. 8f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Siehe &bdquo;<em>IMF predicts Russian economy to rebound in 2023<\/em>&bdquo;, bei&nbsp;<em>The Bell<\/em>, 04.02.2023, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/thebell.io\/en\/imf-predicts-russian-economy-to-rebound-in-2023\/\">thebell.io\/en\/imf-predicts-russian-economy-to-rebound-in-2023\/<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 6.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Ebd., S. 12, 15.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Die Volksabstimmungen in den Oblasten Donetsk, Lugansk Zaporozhie und Kherson fanden gro&szlig;e Beachtung in den westlichen Medien. Siehe &bdquo;Russland meldet hohe Zustimmung bei &bdquo;Referenden&ldquo;, bei Tagesschau, 27.09.2022, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/scheinreferenden-russland-ukraine-101.html\">tagesschau.de\/ausland\/europa\/scheinreferenden-russland-ukraine-101.html<\/a>. Diese Volksabstimmungen werden allgemein als v&ouml;lkerrechtswidrig beurteilt. Am 20.01.1991&nbsp;sprachen sich&nbsp;in einer Volksabstimmung 93 Prozent der Krimbewohner f&uuml;r die Wiederherstellung der ehem. Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Krim (ASSK) als Subjekt der UdSSR aus und folglich f&uuml;r den Verbleib in der Sowjetunion.&nbsp;Am 17.03.1991 stimmten 70,2&nbsp;% aller abstimmenden Ukrainer bei einem Referendum f&uuml;r den Verbleib in der UdSSR. Trotzdem&nbsp;erkl&auml;rte sich wenig sp&auml;ter die Ukraine unabh&auml;ngig.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 7.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Siehe &bdquo;Aktueller Stand der Sanktionen gegen Belarus, &Uuml;berblick &uuml;ber die restriktiven Ma&szlig;nahmen der EU&ldquo;, besonders &ldquo; Entgegennahme von Bankkontoeinlagen und Notifizierungspflicht &uuml;ber Bankkontoeinlagen&ldquo;, auf der Homepage der Wirtschaftskammer &Ouml;sterreich, online unter&nbsp;<a href=\"#heading_Entgegennahme_von_Bankkontoeinlagen_und_Notifizierungspflicht_ueber_Bankkontoeinlagen\">wko.at\/service\/aussenwirtschaft\/Aktueller_Stand_der_Sanktionen_gegen_Belarus.html<\/a>. Diese und &auml;hnliche Bestimmungen werden auch auf belarussische und russische Privatpersonen angewendet.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Nachweise Neutralit&auml;t Ukraine. Siehe Charap, Priebe, a.a.O., S. 14.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Siehe Matt Murphy:&nbsp;<em>Ukraine war; US wants to see a weakened Russia<\/em>, bei&nbsp;<em>BBC News<\/em>, 25 April 2022, online unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-61214176\">bbc.com\/news\/world-europe-61214176<\/a>.&nbsp;Vgl. Charap, Priebe, a.a.O., S. 20.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rufe nach einer Verhandlungsl&ouml;sung im Ukraine-Krieg werden langsam lauter. Vor kurzem l&ouml;ste die Studie &bdquo;<em>Avoiding a Long War<\/em>&ldquo; der&nbsp;<em>RAND-Corporation<\/em>&nbsp;in westlichen Hauptst&auml;dten Konsternation aus, weil erstmals ein der US-Regierung nahestehendes Institut einen Tabu-Bruch beging, indem es die Ukraine implizit aufforderte, Verhandlungen mit Russland aufzunehmen [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94022#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Die &Uuml;berlassung von gut und gerne 20 Prozent<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94022\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":94026,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,171],"tags":[1652,3240,3004,951,1313,3151,3344,1418,259,260,1556,1464,2377,2376],"class_list":["post-94022","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-militaereinsaetzekriege","tag-abwanderung","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-donbass","tag-iran","tag-krim","tag-nationale-minderheiten","tag-rand-corporation","tag-regime-change","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa","tag-volksabstimmung","tag-waffenlieferungen","tag-waffenstillstandsabkommen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/230320_RAND-Corporation.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/94022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=94022"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/94022\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94031,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/94022\/revisions\/94031"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/94026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=94022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=94022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=94022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}