{"id":94067,"date":"2023-02-21T10:00:42","date_gmt":"2023-02-21T09:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94067"},"modified":"2023-02-23T14:07:10","modified_gmt":"2023-02-23T13:07:10","slug":"sahra-wagenknecht-im-nachdenkseiten-interview-natuerlich-ist-auf-unserer-kundgebung-in-berlin-jeder-willkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94067","title":{"rendered":"Sahra Wagenknecht im NachDenkSeiten-Interview: \u201eNat\u00fcrlich ist auf unserer Kundgebung in Berlin jeder willkommen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Sahra Wagenknecht stellt sich den Fragen unserer Leser. Im Interview spricht sie &uuml;ber das Zustandekommen des Manifests, die &bdquo;armselige Debattenkultur&ldquo; in Deutschland und stellt klar, dass sie sich nicht, wie zuvor kolportiert, f&uuml;r einen Ausschluss von AfD-Mitgliedern bei der geplanten Friedenskundgebung am 25. Februar vor dem Brandenburger Tor ausgesprochen hatte. Zudem geht sie auf die Kritik ein, das Manifest f&uuml;r Frieden w&uuml;rde die Vorgeschichte des Konfliktes ausblenden und Russland einseitig als Aggressor darstellen und skizziert ihren Ansatz f&uuml;r einen ersten Waffenstillstand. Abschlie&szlig;end beantwortet sie die Frage, die uns in Dutzenden Leserbriefen erreichte: Wann sie plane, ihre eigene Partei zu gr&uuml;nden. Das Interview f&uuml;hrte <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4877\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-94067-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230221-Wagenknecht-im-NDS-Interview-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230221-Wagenknecht-im-NDS-Interview-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230221-Wagenknecht-im-NDS-Interview-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230221-Wagenknecht-im-NDS-Interview-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=94067-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230221-Wagenknecht-im-NDS-Interview-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230221-Wagenknecht-im-NDS-Interview-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Frau Wagenknecht, Sie haben k&uuml;rzlich zusammen mit der Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer das <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/manifest-f%C3%BCr-frieden?redirect=false\">&bdquo;Manifest f&uuml;r Frieden&ldquo;<\/a> initiiert und rufen gemeinsam zur Friedenskundgebung am 25. Februar um 14 Uhr vor dem Brandenburger Tor auf. K&ouml;nnen Sie uns verraten, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und wer da auf wen zugegangen ist? <\/strong><\/p><p>Ich habe mit Alice Schwarzer seit knapp einem Jahr Kontakt. Ich hatte ihr damals geschrieben und mich f&uuml;r ihren Offenen Brief an Scholz bedankt, &uuml;ber den ich unglaublich froh war. Wir haben uns danach hin und wieder geschrieben, und im Januar, als die Debatte &uuml;ber die Lieferung von Kampfpanzern hochkochte, kam Alice Schwarzer auf mich zu und sagte: Wir m&uuml;ssen etwas machen. Da war ich nat&uuml;rlich sofort dabei.<\/p><p><strong>Der Spiegel k&uuml;rte Sie beide zu &bdquo;Verliererinnen des Tages&ldquo; und erkl&auml;rt, Ihr Aufruf lese sich, als k&auml;me er direkt aus der Feder des Kreml-Pressesprechers. In eine &auml;hnliche Kerbe haut die FAZ, dort ist das Manifest eine &bdquo;Propaganda-Hilfe f&uuml;r Putin&ldquo;, in der taz wird Ihr Anliegen als &bdquo;politobsz&ouml;n&ldquo; und &bdquo;amoralisch&ldquo; bezeichnet, in der S&uuml;ddeutschen war mit Verweis auf den Politologen Herfried M&uuml;nkler von &bdquo;Komplizenschaft mit dem Aggressor&rdquo; die Rede. Die Reaktion von CDU- und Ampel-Vertretern war &auml;hnlich vernichtend, auch aus der eigenen Partei hagelte es massive Kritik. Wieso reagiert Ihrer Meinung nach der mediale und politische Mainstream mit so viel H&auml;me und geradezu Hass auf eine Petition, die sich f&uuml;r Friedensverhandlungen und einen Stopp der &bdquo;Eskalation der Waffenlieferungen&ldquo; ausspricht, also noch nicht einmal einen generellen Stopp von Waffenlieferungen an die Ukraine fordert?<\/strong><\/p><p>Ja, das Niveau der politischen Debatte in Deutschland ist wirklich armselig und die Konformit&auml;t der gro&szlig;en Medien in dieser Frage einer Demokratie unw&uuml;rdig. Warum sind sie so? Die ZDF-Sendung Die Anstalt hatte vor l&auml;ngerer Zeit mal eine sehr aufkl&auml;rende Sendung &uuml;ber die engen Verbindungen zwischen einflussreichen deutschen Journalisten und U.S.-Think-Tanks. Und selbst, wo es keine solchen Bande gibt: Die meisten Journalisten leben in der gr&uuml;nen Blase, in der Kriegsbesoffenheit aktuell en vogue ist.<\/p><p><strong>Jetzt sind Sie und Frau Schwarzer ja bei weitem nicht die Einzigen, die derzeit verbal derma&szlig;en angegangen werden, weil sie sich f&uuml;r Friedens-Verhandlungen aussprechen. Man denke nur an die hysterischen Kampagnen gegen Gabriele Krone-Schmalz und Ulrike Gu&eacute;rot. Wie erkl&auml;ren Sie sich diesen zunehmenden Drang in Politik und Medien, Menschen mit anderen Meinungen und Einsch&auml;tzungen zum Umgang mit dem Ukraine-Krieg nicht nur zu kritisieren, sondern sie bewusst moralisch abzuwerten? Was bedeutet das f&uuml;r die Debattenkultur in unserem Land?<\/strong><\/p><p>Wer keine guten Argumente hat, muss es mit Emotion und Moralisierung versuchen. So funktioniert die Cancel Culture ja auch auf anderen Gebieten. Und wie mit den mutigen Frauen Gabriele Krone-Schmalz und Ulrike Gu&eacute;rot umgegangen wird, schafft ein Klima der Einsch&uuml;chterung. Tats&auml;chlich haben uns ja auch Einige, die wir als Erstunterzeichner angesprochen hatten, mehr oder minder deutlich gesagt, dass sie zwar unser Anliegen teilen, sich diesem &ouml;ffentlichen Shitstorm nicht aussetzen m&ouml;chten. Interessant ist aber, dass trotz des Hasses und der H&auml;me, die &uuml;ber uns ausgekippt wurden, in nur einer Woche eine halbe Million Menschen unser Manifest unterzeichnet haben. Das &uuml;bertrifft alle Erwartungen. In Umfragen ist eine Mehrheit f&uuml;r Verhandlungen und gegen die Ausweitung der Waffenlieferungen. Die Menschen lassen sich von der medialen Propaganda &ndash; so muss man es ja leider nennen &ndash; Gott sei Dank immer weniger beeindrucken.<\/p><p><strong>Neben der schon erw&auml;hnten Kritik, die Ihnen &bdquo;Kreml-Propaganda&ldquo; vorwirft, gibt es auch eine ganz anders geartete Kritik, die der Petition vorwirft, einseitig Russland als Aggressor zu benennen und dabei die Vorgeschichte zu ignorieren, angefangen vom Maidan-Putsch, &uuml;ber den jahrelangen massiven Beschuss ziviler Ziele im Donbass ab 2014 durch die ukrainische Armee bis zur massiven Pr&auml;senz von NATO-Beratern und dem Eingest&auml;ndnis Angela Merkels, Minsk II sei nur Mittel zum Zweck gewesen, um die Ukraine gegen Russland aufzur&uuml;sten. Wie bewerten Sie diese Kritik und mit welchen Argumenten w&uuml;rden Sie diejenigen versuchen zu &uuml;berzeugen, die erkl&auml;ren, dass sie diesen &bdquo;grunds&auml;tzlich guten Aufruf&ldquo; deswegen nicht unterzeichnen k&ouml;nnen, dies doch noch zu tun? <\/strong><\/p><p>Wir wissen um die Vorgeschichte des Krieges und ich selbst habe sie &ouml;ffentlich immer wieder thematisiert. Dieser Krieg w&auml;re verhinderbar gewesen und Teile des politischen Establishments der USA haben es geradezu darauf angelegt, dass der Konflikt milit&auml;risch eskaliert. Es war immer klar, dass Russland nicht hinnehmen wird, dass die Ukraine ein milit&auml;rischer Vorposten der Vereinigten Staaten wird und dann m&ouml;glicherweise Raketen an der russischen Grenze stehen, die Moskau in f&uuml;nf Minuten erreichen k&ouml;nnen. Trotzdem ist es meine tiefe &Uuml;berzeugung: Krieg ist nie eine L&ouml;sung. Mit dem Befehl zum Einmarsch hat die russische F&uuml;hrung V&ouml;lkerrecht gebrochen und sich schuldig gemacht. Das muss man ohne jede Einschr&auml;nkung verurteilen. Es gibt immer auch andere Wege. Aber selbst wer das anders sieht: Es geht doch jetzt darum, alle Kr&auml;fte zu b&uuml;ndeln, um Druck f&uuml;r einen schnellen Verhandlungsfrieden auszu&uuml;ben. Da sollten wir an einem Strang ziehen und brauchen jede Unterschrift &ndash; und jeden Kundgebungsteilnehmer am 25. Februar in Berlin.<\/p><p><strong>Kommen wir auf die von Ihnen geplante Friedenskundgebung am 25. Februar vor dem Brandenburger Tor zu sprechen. Es wird kolportiert, dass Sie AfD-Mitglieder und -W&auml;hler von der Teilnahme an der Kundgebung ausgeschlossen haben. K&ouml;nnen Sie das so best&auml;tigen? In diesem Zusammenhang erreichten uns auch zahlreiche Leserzuschriften, die die Gretchenfrage in Bezug auf die Teilnahme von AfD-Mitgliedern stellen und ganz grunds&auml;tzlich fragen, ob es in dieser existenziellen Frage von Krieg oder Frieden nicht geboten sei, mit den Kr&auml;ften aller politischen Lager zusammenzuarbeiten, ohne dabei alle sonstigen politischen Differenzen zu verschweigen. Was ist Ihre Haltung dazu? <\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich ist auf unserer Kundgebung jeder willkommen, der ehrlichen Herzens f&uuml;r Frieden und gegen Waffenlieferungen demonstrieren m&ouml;chte. Was wir nicht dulden werden, sind rechtsextreme Flaggen, Embleme und Symbole. Dass so etwas auf einer Friedenskundgebung nichts zu suchen hat, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Immerhin steht der Rechtsextremismus in der Traditionslinie eines Regimes, das den schlimmsten Weltkrieg seit Menschheitsgedenken vom Zaun gebrochen hat. Zu der schwachsinnigen Debatte, wir seien &bdquo;rechtsoffen&ldquo;, f&auml;llt mir ansonsten nur der Hinweis ein, dass nicht der Ruf nach Frieden, sondern die bei vielen unserer Kritiker zu beobachtende Unterst&uuml;tzung von Militarismus und Krieg seit ewigen Zeiten Kennzeichen rechter Politik ist. In diesem Sinne haben wir leider eine &bdquo;rechtsoffene&ldquo; Regierung und die Gr&uuml;nen sind die Schlimmsten darin.<\/p><p><strong>Da wir gerade von Allianzen sprachen. Deutschland ist zweifelsfrei das Schl&uuml;sselland in Europa in der Frage Krieg oder Frieden mit Russland. Gab es beim Verfassen des Manifests aber auch die &Uuml;berlegung, dieses auf andere europ&auml;ische Staaten auszuweiten und nicht nur an Olaf Scholz zu richten? In Frankreich h&auml;tte das Manifest beispielsweise vermutlich auch viel Unterst&uuml;tzungspotenzial. Gab es schon Gespr&auml;che in diese Richtung, etwa mit Jean-Luc M&eacute;lenchon, zu dem Ihr Mann gute Verbindungen unterhalten soll?<\/strong><\/p><p>Wir haben Mitte Januar zum ersten Mal dar&uuml;ber nachgedacht, eine solche Initiative zu starten, am 10. Februar wurde das Manifest mit 69 prominenten Erstunterzeichnern ver&ouml;ffentlicht, seither tun wir alles, um die Kundgebung auch ohne starke Organisationen im R&uuml;cken solide vorzubereiten. Wir haben in dieser Situation noch keine M&ouml;glichkeit gehabt, an einer europaweiten Vernetzung zu arbeiten. Aber es ist eine wichtige Anregung, die wir in Zukunft gern umsetzen werden.<\/p><p><strong>Mehrere Leserzuschriften haben uns erreicht, die sich hilfesuchend an Sie wenden und um Argumentationshilfe f&uuml;r Diskussionen im Bekannten- und Freundeskreis bitten, was denn konkret umsetzbare Vorschl&auml;ge f&uuml;r einen aktuellen Verhandlungsfrieden zwischen der Ukraine (plus westliche Unterst&uuml;tzer) sowie Russland w&auml;ren. Was antworten Sie diesen Lesern?<\/strong><\/p><p>Nach &uuml;bereinstimmender Aussage des ehemaligen israelischen Ministerpr&auml;sidenten Bennet und des t&uuml;rkischen Au&szlig;enministers gab es im Fr&uuml;hjahr bereits Gespr&auml;che und eine so starke Ann&auml;herung zwischen Moskau und Kiew, dass ein Friedensschluss in greifbarer N&auml;he war. Verhindert wurde er damals durch London und Washington. Kern des Ukraine-Konflikts war immer die Frage einer NATO-Mitgliedschaft, die Frage m&ouml;glicher westlicher Milit&auml;rbasen und Raketenrampen. Im Fr&uuml;hjahr waren die Russen offenbar bereit, sich f&uuml;r ein Zugest&auml;ndnis in dieser Frage hinter die Linien des 24. Februar 2022 zur&uuml;ckzuziehen. Ob das heute noch m&ouml;glich w&auml;re, wei&szlig; ich nicht. Mit der Annexion der Regionen Luhansk und Donezk hat Putin Fakten geschaffen, hinter die er kaum zur&uuml;ckgehen wird. Aber das zeigt doch wieder: Je l&auml;nger der Krieg dauert, desto schwieriger wird ein Kompromiss. Aktuell sehe ich eigentlich nur den Weg, die Frontlinie zun&auml;chst einzufrieren und sp&auml;ter ein UN-beaufsichtigtes Referendum in diesen Gebieten durchzuf&uuml;hren.<\/p><p><strong>In den letzten Tagen sorgte die Recherche des renommierten US-Investigativ-Reporters Seymour Hersh f&uuml;r Furore, in welcher er erkl&auml;rte, Nord Stream sei auf direkten Befehl des US-Pr&auml;sidenten Joe Biden gesprengt worden. Bereits vor der Hersh-Ver&ouml;ffentlichung war offensichtlich geworden, dass die Bundesregierung keinerlei Interesse zeigt, die mutwillige Zerst&ouml;rung eines der gr&ouml;&szlig;ten und teuersten Infrastrukturprojekte Europas wirklich aufkl&auml;ren zu wollen. Was ist Ihre Einsch&auml;tzung der Lage? Kennt die Bundesregierung den T&auml;ter, traut sich aber aus diversen Gr&uuml;nden nicht, dies &ouml;ffentlich kundzutun? <\/strong><\/p><p>Die Bundesregierung gibt jedenfalls selbst zu, dass sie mehr wei&szlig;, als sie &ouml;ffentlich sagt. Kollegen im Bundestag und auch ich selbst haben sie mehrfach dazu befragt und immer wurde die Antwort verweigert, nicht, weil man vorgab, nichts zu wissen, sondern &bdquo;aus Gr&uuml;nden des Staatswohls&ldquo;. Wer eins und eins zusammenz&auml;hlen kann, d&uuml;rfte keinen gro&szlig;en Zweifel daran haben, wer die Pipeline gesprengt hat. Zumal Biden das ja faktisch in der Pressekonferenz mit Scholz angek&uuml;ndigt hat. Die russisch-deutschen Pipeline-Projekte waren den Amerikanern immer ein Dorn im Auge, schon zu Beginn der Zusammenarbeit in den achtziger Jahren. Und tats&auml;chlich gibt es auch nur einen gro&szlig;en Profiteur: Alle Experten sind sich einig, dass das nunmehr aus Europa verbannte preiswerte russische Gas in Zukunft nahezu vollst&auml;ndig durch das sehr viel teurere US-amerikanische Fl&uuml;ssiggas ersetzt wird.<\/p><p><strong>Im Zusammenhang mit Nord Stream, dem Sanktionsregime und dem Krieg in der Ukraine erreichten uns viele Leserzuschriften mit einer Frage an Sie, die sich so zusammenfassen l&auml;sst: Wie k&ouml;nnen wir, Deutschland und EU, uns aus der desastr&ouml;sen politischen, wirtschaftlichen und milit&auml;rischen H&ouml;rigkeit und Abh&auml;ngigkeit von den USA l&ouml;sen? Was br&auml;uchte es, um dies &uuml;berhaupt zu einem realistischen Szenario zu machen?<\/strong><\/p><p>Also, in erster Linie br&auml;uchte es einen Bundeskanzler mit R&uuml;ckgrat. Und Koalitionspartner, die ihn dabei unterst&uuml;tzen. Auf europ&auml;ischer Ebene sollte die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit L&auml;ndern wie Frankreich suchen, die sich traditionell ein unabh&auml;ngigeres, souver&auml;nes Europa w&uuml;nschen.<\/p><p><strong>Die wohl unangenehmste Frage f&uuml;r Sie haben wir uns in alter Tradition f&uuml;r den Schluss aufgehoben. Wie bereits erw&auml;hnt, hatten wir im Vorfeld des Interviews unseren Lesern angeboten, uns Fragen an Sie zuzuschicken. Die Reaktion war geradezu &uuml;berw&auml;ltigend, uns erreichten &uuml;ber 350 Fragen. 84 davon, also 24 Prozent der eingegangenen Zuschriften, hatten folgendes Thema in unterschiedlichen Frage-Formulierungen zum Inhalt: &bdquo;Wann gr&uuml;nden Sie endlich Ihre eigene Partei?&ldquo;, &bdquo;Warum haben Sie noch keine eigene Partei gegr&uuml;ndet?&ldquo;, &bdquo;Was hindert Sie daran, eine neue Partei zu gr&uuml;nden?&ldquo;, &bdquo;Wird zu den Europawahlen eine neue Bewegung\/Partei unter Mitwirkung von Ihnen antreten, die sich kompromisslos gegen Waffenlieferungen und Sanktionen stellt, oder bleibt es beim Schaulaufen?&ldquo;.<\/strong><\/p><p>Das ist eine wichtige Frage, &uuml;ber die ich nat&uuml;rlich, wie viele andere, nachdenke. Es ist ja tats&auml;chlich so, dass es eine riesige Leerstelle im politischen System gibt. Die Linkspartei f&auml;llt als relevante Kraft f&uuml;r Frieden und Gerechtigkeit nach dem Urteil vieler W&auml;hler aus, seit die Parteispitze die woken Gr&uuml;nen kopiert und bei wichtigen Themen Angst vor der eigenen Courage hat. Insofern w&auml;re da schon Bedarf f&uuml;r eine neue Partei, die rund 30 Prozent der Menschen endlich einmal wieder eine Stimme gibt. Aber es ist in Deutschland nicht leicht, eine neue Partei zu gr&uuml;nden. Es gibt viele Fallstricke. So ein Projekt ohne solide Vorbereitung zu beginnen, h&auml;tte wenig Aussicht auf Erfolg.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94189\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ photocosmos1<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93729\">Gegen die Gefahr eines gro&szlig;en Krieges gemeinsam vorgehen! Friedenskundgebung am 25. Februar am Brandenburger Tor<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/3d1037fb2e2f47a181547aaaf38fbb87\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sahra Wagenknecht stellt sich den Fragen unserer Leser. Im Interview spricht sie &uuml;ber das Zustandekommen des Manifests, die &bdquo;armselige Debattenkultur&ldquo; in Deutschland und stellt klar, dass sie sich nicht, wie zuvor kolportiert, f&uuml;r einen Ausschluss von AfD-Mitgliedern bei der geplanten Friedenskundgebung am 25. Februar vor dem Brandenburger Tor ausgesprochen hatte. 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