{"id":942,"date":"2005-11-14T11:38:21","date_gmt":"2005-11-14T09:38:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=942"},"modified":"2016-02-28T11:03:10","modified_gmt":"2016-02-28T10:03:10","slug":"es-wird-hochste-zeit-uber-das-wahre-gesicht-des-spiegel-aufzuklaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=942","title":{"rendered":"Es wird h\u00f6chste Zeit, \u00fcber das wahre Gesicht des SPIEGEL aufzukl\u00e4ren."},"content":{"rendered":"<p>Franziska Augstein, die Tochter von Rudolf Augstein, hat am vergangenen Donnerstag in einem Vortrag in Berlin die Linie des &bdquo;Spiegel&ldquo; und insbesondere den Chefredakteur Stefan Aust hart kritisiert. Das Blatt habe seine Stellung als Leitmedium des deutschen Journalismus verloren, wichtige journalistische Standards aufgegeben, es sei ein geschw&auml;tziges Blatt unter vielen.<br>\n<!--more--><br>\nLeider konnten wir den Wortlaut dieser Rede bisher nirgendwo beschaffen. Elemente davon finden sich in der <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/standpunkte\/?cnt=755456\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/standpunkte\/?cnt=755456\">FR<\/a> oder im <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/pshb\/fn\/relhbi\/sfn\/buildhbi\/cn\/GoArt!200012,201197,988855\/SH\/0\/depot\/0\/Fehde_zwischen_Augstein-Tochter_und_%84Spiegel%93.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.handelsblatt.com\/pshb\/fn\/relhbi\/sfn\/buildhbi\/cn\/GoArt!200012,201197,988855\/SH\/0\/depot\/0\/Fehde_zwischen_Augstein-Tochter_und_%84Spiegel%93.html\">Handelsblatt<\/a>. <\/p><p>Die Ressortleiter des SPIEGEL haben auf Franziska Augstein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,384466,00.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,384466,00.html\">geantwortet<\/a>. Sie wollen die von Stefan Aust und von ihnen betriebene Ver&auml;nderung der Linie des &bdquo;Spiegel&ldquo; nicht wahrhaben. Sie schielen nur noch auf die Gewinne und vor allem die Auflage. Die K&auml;ufer und die Abonnenten, die wie Franziska Augstein mit der Qualit&auml;t des &bdquo;Spiegel&ldquo; unzufrieden sind, k&ouml;nnten die Ressortleiter des Blattes an ihrer empfindlichsten Stelle treffen, wenn sie mit ihrem Portemonnaie abstimmen.<\/p><p>Ein NachDenkSeiten-Leser kommentiert die Reaktion der Ressortleiter treffend: <\/p><blockquote><p>Zum einen wird auf eine Rede von Franziska Augstein Bezug genommen, die weder verlinkt, noch ausf&uuml;hrlicher zitiert wird und dem Leser somit keine Abw&auml;gung erlaubt. Zum anderen aber wird die Kritik Frau Augsteins am SPIEGEL als reiner Angriff auf den materiellen Wohlstand der Redakteure &ndash; als Anteilseigner &ndash; gewertet. Eigentum an einem Verlag verpflichtet demnach nicht gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit, sondern gegen&uuml;ber den Eigent&uuml;mern. Sch&ouml;n, das in dieser Klarheit von der SPIEGEL-Redaktion zu h&ouml;ren.<\/p><\/blockquote><p>Ich zitiere:<\/p><blockquote><p>Dass Franziska Augstein diese Entt&auml;uschung nun zu einem Rundumschlag gegen diejenigen treibt, die seit Jahrzehnten durch ihre Qualit&auml;tsarbeit den SPIEGEL zu dem gemacht haben, was er ist, und so allen Gesellschaftern kontinuierlich &uuml;ppige Millionengewinne sichern, l&auml;sst uns an ihrer Verantwortung gegen&uuml;ber den Mitarbeitern dieses Hauses zweifeln. Eigentum &ndash; auch wenn man es geerbt hat &ndash; verpflichtet.<\/p><\/blockquote><p>weiter:<\/p><blockquote><p>Der SPIEGEL steht dank der Arbeit der Chefredaktion, aller Redakteure und aller Besch&auml;ftigten gl&auml;nzend da, seine Auflage liegt konstant bei 1,09 Millionen Exemplaren. Die Leser sind von der Qualit&auml;t des Magazins &uuml;berzeugt, selbst eine k&uuml;rzliche Preiserh&ouml;hung von 40 Cent hat nicht zum R&uuml;ckgang der Auflage gef&uuml;hrt. Der SPIEGEL genie&szlig;t im In- und Ausland hohes Ansehen, er ist das meistzitierte Medium der Republik, viele Preise f&uuml;r SPIEGEL-Kollegen belegen den hohen Standard seiner Berichterstattung.<\/p><\/blockquote><p>Man kann es kaum glauben, dass auf die inhaltliche Kritik der Augsteintochter die Ressortleiter, die ja nicht die Buchhalter des Blattes sein sollten, sondern f&uuml;r die Inhalte des &bdquo;Spiegel&ldquo; verantwortlich sind, nahezu ausschlie&szlig;lich mit betriebswirtschaftlichen Zahlen argumentieren. Offenbar hat Rudolf Augstein nur versehentlich Qualit&auml;tsjournalismus geliefert, in krasser Fehleinsch&auml;tzung der Tatsache, dass er mit einem Mainstream-Bl&auml;ttchen mehr h&auml;tte verdienen k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Mein Fazit:<\/strong> Da der &bdquo;Spiegel&ldquo; von vielen Zeitgenossen immer noch als linksliberales, kritisches Medium betrachtet wird und damit seine Hinwendung zum neoliberalen Zentralorgan von vielen nicht wahrgenommen wird, sollten Sie bitte die Gelegenheit der &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen von Franziska Augstein nutzen, um &uuml;ber den wahren Charakter dieses Magazins, das nach wie vor eine Leitfunktion f&uuml;r die anderen Medien hat, aufzukl&auml;ren. <\/p><p>Ich habe letzthin in einem Gespr&auml;ch mit einem Arbeitsrichter, also einem Menschen, der die soziale Wirklichkeit unseres Landes berufsm&auml;&szlig;ig mitbekommt, gemerkt, dass er und damit offenbar auch intelligente Menschen die gro&szlig;e Ver&auml;nderung beim &bdquo;Spiegel&ldquo; noch gar nicht wahrgenommen haben und dieses Magazin wirklich noch von seinem links-liberalen Image lebt. Es ist mir gelungen, meinen Gespr&auml;chspartner davon zu &uuml;berzeugen, dass er mit seinem Abonnement des &bdquo;Spiegel&ldquo; eine Linie des Blattes unterst&uuml;tzt, mit der er &uuml;berhaupt nicht einverstanden ist.<\/p><p><strong>Reden Sie mit Ihren Bekannten, Freunden und Kollegen. Die Ressortleiter, die sich auf die Auflage als Qualit&auml;tskriterium berufen, sollten merken, dass Sie, wie Franziska Augstein, etwas gemerkt haben.<\/strong>\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franziska Augstein, die Tochter von Rudolf Augstein, hat am vergangenen Donnerstag in einem Vortrag in Berlin die Linie des &bdquo;Spiegel&ldquo; und insbesondere den Chefredakteur Stefan Aust hart kritisiert. 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