{"id":94228,"date":"2023-02-24T09:03:52","date_gmt":"2023-02-24T08:03:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94228"},"modified":"2023-02-24T12:41:00","modified_gmt":"2023-02-24T11:41:00","slug":"digital-first-almosen-irgendwann-wie-eine-einmalzahlung-fuer-studierende-den-ueberwachungsstaat-pushen-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94228","title":{"rendered":"Digital First \u2013 Almosen irgendwann: Wie eine \u201eEinmalzahlung\u201c f\u00fcr Studierende den \u00dcberwachungsstaat pushen soll"},"content":{"rendered":"<p>Vor bald einem halben Jahr k&uuml;ndigte die Bundesregierung eine Energiepreispauschale f&uuml;r Studierende und Fachsch&uuml;ler an. Das Geld ist nicht nur noch nicht da, es k&ouml;nnte sogar noch Wochen und Monate auf sich warten lassen. Neben den &uuml;blichen Bund-L&auml;nder-Streitereien liegt das vor allem am gew&auml;hlten Beantragungsmodus: Der ist das Gegenteil von &bdquo;schnell&ldquo; und &bdquo;unb&uuml;rokratisch&ldquo; und stellt ein dreistes Man&ouml;ver dar, 3,5 Millionen jungen Menschen eine zentralisierte, digitale Identit&auml;t aufzudr&uuml;cken &ndash; nach dem Motto: Deine Daten gegen 200 Euro. Bei einer Ministerin mit FDP-Parteibuch war damit zu rechnen. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3694\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-94228-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230224-digital-first-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230224-digital-first-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230224-digital-first-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230224-digital-first-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=94228-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230224-digital-first-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230224-digital-first-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Man kann Menschen auf einfache Weise zu ihrem Gl&uuml;ck verhelfen oder man macht es ihnen schwer. Den rund 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland fehlen zu ihrem Gl&uuml;ck nach zwei Jahren Corona-Tristesse und einem Jahr Rekordinflation exakt 200 Euro &ndash; sofern man der Bundesregierung glaubt. Diese Summe hatte Bettina Stark-Watzinger (FDP) als Bundesbildungsministerin ihrem Parteichef und Bundeskassenwart Christian Lindner als Teil des dritten Entlastungspakets zur Bew&auml;ltigung der Energiepreisexplosion im Gefolge des Ukraine-Kriegs abgetrotzt. Die Ank&uuml;ndigung liegt bald sechs Monate zur&uuml;ck und das Geld ist immer noch nicht bei den Betroffenen angekommen. Dabei lie&szlig; die anf&auml;ngliche Formel von der &bdquo;Soforthilfe&ldquo;, gepaart mit dem W&ouml;rtchen &bdquo;unb&uuml;rokratisch&ldquo;, auf einen flinkeren Vollzug hoffen. <\/p><p>Aber irgendwie hat es wohl einen Sinneswandel gegeben und sich die Devise &ndash; freilich unausgesprochen &ndash; ins glatte Gegenteil verkehrt: also &bdquo;extra lahmarschig&ldquo; und &bdquo;maximal kompliziert&ldquo;. Das hat viel damit zu tun, dass das ganze Vorhaben nicht durchdacht war und dilettantisch aufgesetzt wurde. Allein drei Monate gingen bis zur Erkenntnis ins Land, dass die Sache gar nicht so leicht zu realisieren ist, weil keine zentrale Datenbank existiert, in der die Namen, Adressen und Bankverbindungen aller Studierenden und Fachsch&uuml;ler &ndash; auch die will man &bdquo;begl&uuml;cken&ldquo; &ndash; erfasst sind. Dazu kam der &uuml;bliche Zoff um die Zust&auml;ndigkeiten. Obliegt die Federf&uuml;hrung dem Bund oder doch den 16 Bundesl&auml;ndern? Um nur das zu kl&auml;ren, vergingen viele viele Wochen und selbst danach noch m&auml;kelten die Landeswissenschaftsminister, mit einem &bdquo;gut gemeinten, aber nicht hinreichend vorbereiteten&ldquo; Gesetzentwurf konfrontiert zu sein, der f&uuml;r sie schlicht nicht umsetzbar sei.  <\/p><p><strong>&bdquo;Riesenaufriss&ldquo; f&uuml;r Bundesl&auml;nder<\/strong><\/p><p>Immerhin wurde inzwischen eine zentrale Antragsplattform aufgebaut, in Regie Sachsen-Anhalts. Die Technik soll funktionst&uuml;chtig sein und h&auml;tte laut Stark-Watzinger schon im Februar auf Sendung gehen k&ouml;nnen. Allerdings m&uuml;ssen zun&auml;chst s&auml;mtliche L&auml;nder mit entsprechenden Verordnungen oder per Gesetzgebung die n&ouml;tige Rechtsgrundlage f&uuml;r die Leistungserbringung schaffen. Das sei ein <a href=\"https:\/\/www.jmwiarda.de\/https-www.jmwiarda.de-2023-02-14-200-euro-hilfe-soll-ab-15-maerz-fuer-alle-starten-wenn-der-testlauf-klappt\/\">&bdquo;Riesenaufriss&ldquo;<\/a>, schrieb der Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda vor zehn Tagen auf seinem Blog unter Berufung auf Beteiligte. Die fragliche Musterrechtsverordnung und die Bund-L&auml;nder-Vereinbarung liegen erst seit kurzem vor. Mehrere L&auml;nder, darunter Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Bayern, haben ihre Hausaufgaben bereits erledigt. Andere hinken noch hinterher. <\/p><p>Ginge es nach Stark-Watzinger, h&auml;tte jedes Land im Alleingang mit dem Antragsverfahren loslegen sollen, wohl um einen &bdquo;fr&uuml;heren&ldquo; Erfolg vorweisen zu k&ouml;nnen. Dem widersetzten sich ihre L&auml;nderkollegen aus Sorge, ein Start mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten k&ouml;nnte das ohnehin schon bel&auml;chelte Projekt (den Vertr&ouml;steten ist eher zum Heulen zumute) noch mehr in Verruf bringen. Dann lieber eine noch l&auml;ngere H&auml;ngepartie im Gleichschritt als Bilder von Studierenden aus Bayern, die mit zwei Hunderten wedeln, w&auml;hrend solche aus Bremen vor dem Sozialamt kauern. Nachdem l&auml;ngere Zeit der 1. M&auml;rz als Starttermin f&uuml;r die Beantragung gehandelt wurde, wird nun der 15. M&auml;rz angepeilt. Zu Monatsanfang soll lediglich ein Testlauf in Echtzeitbetrieb unter Mitwirkung weniger Hochschulen in zwei bis drei L&auml;ndern losgehen. Aber selbst wenn alles rund l&auml;uft, w&auml;re das l&auml;ngst kein gr&uuml;nes Licht f&uuml;r die Auszahlung. Denn zuvor m&uuml;ssen die Hochschulen noch allerlei Vorarbeiten leisten, die f&uuml;r &Auml;rger und weiteren Verzug sorgen k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Stark-Watzingers Wetteronkel<\/strong><\/p><p>In der Fr&uuml;hphase war einmal die Rede davon, die &bdquo;Einmalzahlung&ldquo; werde zum Jahresanfang 2023 &uuml;berwiesen. Sp&auml;ter legte sich Stark-Watzinger auf &bdquo;in diesem Winter&ldquo; fest, dessen Ende ihr Pressesprecher Clemens Escher &ndash; im Nebenberuf Wetteronkel &ndash; vor drei Wochen in der Bundespressekonferenz freim&uuml;tig auf &bdquo;M&auml;rz, April&ldquo; terminierte, weil <a href=\"https:\/\/taz.de\/Energiepauschale-fuer-Studierende\/!5910947\/\">&bdquo;es ist ja noch kalt&ldquo;<\/a>. Der Anmerkung eines Journalisten, dass es mit der Auszahlung durchaus bis Anfang Mai dauern k&ouml;nnte, begegnete er schlie&szlig;lich damit, es werde &bdquo;sehr bald&ldquo; so weit sein. &Uuml;ber die Konsequenzen und Belastungen f&uuml;r die Studierenden, die schon im Jahr 2021 zu fast 40 Prozent unterhalb der Armutsschwelle lebten, hatten die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90744\">hier<\/a> schon im November berichtet. Damals war allerdings noch nicht &uuml;berschaubar, warum sich das Prozedere so in die L&auml;nge zieht. Mittlerweile liegen die Dinge auf dem Tisch und der Skandal wird damit noch gr&ouml;&szlig;er. <\/p><p>Auf seinem Blog hat der Wirtschaftsjournalist Norbert H&auml;ring dieser Tage aufgezeigt, welches einfache Verfahren zur &bdquo;Begl&uuml;ckung&ldquo; der akut Hilfsbed&uuml;rftigen die Bundesregierung &bdquo;abgew&auml;hlt&ldquo; habe. Demnach h&auml;tte man den Betrag mit dem halbj&auml;hrlich f&auml;lligen Semesterbeitrag verrechnen k&ouml;nnen, <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/macht-kontrolle\/bundid\/\">&bdquo;so, wie man es mit dem Dezemberabschlag an die Energieversorger gemacht hat&ldquo;<\/a>. Ohne Frage w&auml;re auch diese Methode nicht ohne T&uuml;cken gewesen. Der Semesterbeitrag variiert in der H&ouml;he je nach Hochschulstandort und nicht &uuml;berall &uuml;bersteigt er 200 Euro. Auch der Umstand, dass all diejenigen Anspruch haben, die zum Stichtag 1. Dezember immatrikuliert waren, von denen im kommenden Sommersemester aber nicht mehr alle studieren werden, erschwert die Sache. Dazu kommt die Frage zum Umgang mit den Fachsch&uuml;lern, wobei H&auml;ring meint, auch &bdquo;hier h&auml;tte sich sicher ein Weg gefunden, eine vom Staat an die Schulen &uuml;berwiesene Summe mit etwas zu verrechnen oder an die Sch&uuml;ler auszuzahlen&ldquo;. <\/p><p><strong>Frischzellenkur f&uuml;r Ladenh&uuml;ter<\/strong><\/p><p>Dem ist zuzustimmen, insbesondere beim Blick auf die L&ouml;sung, die jetzt auf dem Tisch liegt. Diese ist nicht nur um vieles komplexer als alles Vergleichbare, sondern eine gewaltige Zumutung mehr f&uuml;r die Adressaten der sogenannten Hilfe. Die soll es n&auml;mlich nur geben, wenn man sich im Gegenzug eine &bdquo;BundID&ldquo; zulegt, sprich ein digitales Nutzerkonto, wor&uuml;ber sich nach dem Leitbild &bdquo;E-Government&ldquo; Verwaltungsleistungen unterschiedlichster Beh&ouml;rden online beantragen lassen. Der Service ist bisher ein echter Ladenh&uuml;ter. 2019 gestartet, z&auml;hlte das zust&auml;ndige Bundesinnenministerium bis Februar 2022 lediglich 100.000 Nutzer. Dass es inzwischen &uuml;ber 400.000 sind, h&auml;ngt damit zusammen, dass zuletzt diverse Bundesl&auml;nder ihre bisher landeseigenen Services unter dem &bdquo;Nutzerkonto Bund&ldquo; zentralisiert haben. Anfang Februar vollzog Nordrhein-Westfalen den Umstieg, wodurch Zehntausende Inhaber des <a href=\"https:\/\/stadt-bremerhaven.de\/bundid-ueber-400-000-registriert\/\">Servicekonto.NRW<\/a> gezwungenerma&szlig;en unterm Bundesdach Zuflucht fanden. <\/p><p>Indem die Regierung das &bdquo;Angebot&ldquo; Studierenden und Fachsch&uuml;lern f&ouml;rmlich &uuml;berbr&auml;t, gewinnt sie &uuml;ber Nacht mithin 3,5 Millionen Kunden dazu. <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/einmalzahlung-an-studierende-verpflichtung-zur-bundid\/\"><em>Netzpolitik.org<\/em><\/a> gab vor einer Woche die Netzaktivistin Anne Roth wieder, die f&uuml;r die Bundestagsfraktion Die LINKE als Referentin t&auml;tig ist. So erg&auml;ben sich f&uuml;r den Bund zwei Vorteile: Erstens h&auml;tte man damit ein zentrales digitales Register, das die Daten von Studierenden und Fachsch&uuml;lern enth&auml;lt. Und zweitens w&uuml;rde die Reichweite der &bdquo;BundID&ldquo; schlagartig in die H&ouml;he schnellen. Ein &bdquo;Vorzug&ldquo; mehr: &Uuml;ber das Konto lassen sich auch Leistungen der Bundesausbildungsf&ouml;rderung (BAf&ouml;G) beantragen. Wobei das E-BAf&ouml;G noch so eine Baustelle ist, die seit Jahren f&uuml;r viel <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/funk\/studenten-bafoeg-digitalisierung-buerokratie-101.html\">Frust bei Studierenden und auf den &Auml;mtern<\/a> sorgt. Will die Ampel wom&ouml;glich auch dieses Problem mit dem Hebel der Energiepreispauschale abr&auml;umen?  <\/p><p><strong>Datensch&uuml;tzer alarmiert<\/strong><\/p><p>Dabei sind auf dem Weg zur &bdquo;BundID&ldquo; selbst schon allerhand H&uuml;rden zu nehmen. Um das Konto anzulegen, bedarf es entweder der Online-Ausweisfunktion des neuen elektronischen Personalausweises oder eines pers&ouml;nlichen Elster-Zertifikats des Finanzamtes. Im ersten Fall ben&ouml;tigt man au&szlig;erdem eine Identifizierungssoftware (AusweisAPP2) sowie ein modernes Smartphone mit NFC-F&auml;higkeit (Near Field Communication). Besitzt man einen Ausweis von vor 2018 und hat der Aktivierung der eID-Funktion widersprochen, muss man diesen Widerspruch r&uuml;ckg&auml;ngig machen. Weil nicht jeder diese Voraussetzungen erf&uuml;llen kann, musste die Bundesregierung notgedrungen einen alternativen Antragsweg erm&ouml;glichen. Von ihrer jeweiligen Hochschule erhalten alle Berechtigten einen Zugangscode zum Antragsportal <a href=\"https:\/\/www.einmalzahlung200.de\/eppsg-de\">www.einmalzahlung200.de<\/a>. Zus&auml;tzlich vergeben sie eine pers&ouml;nliche PIN, wohl aber nur f&uuml;r den Fall, dass sich der Betreffende diese leibhaftig unter Vorlage eines Identit&auml;tsnachweises im Sekretariat aush&auml;ndigen l&auml;sst. Aber auch f&uuml;r diese Option braucht es nach den auf dem Portal beschriebenen Modalit&auml;ten die &bdquo;BundID&ldquo;. Warum, fragt man sich. Schlie&szlig;lich w&auml;re die Identit&auml;t des Antragstellers doch auch ohne das Konto schon eindeutig nachgewiesen. Das Kalk&uuml;l d&uuml;rfte einerseits darin bestehen, die Hochschulen vor einem Riesenansturm zu bewahren &ndash; und eben einmal mehr darin, eine neue, aber unpopul&auml;re Technik zu pushen. <\/p><p>Angesichts der Hauptakteure Stark-Watzinger und Lindner (die Sch&ouml;pferin des 200-Euro-Almosens und der edle Spender) f&uuml;hlt man sich zur&uuml;ckversetzt in den Bundestagswahlkampf von 2017, als die Freidemokraten plump plakatierten: &bdquo;Digital first. Bedenken second.&ldquo; Dabei gibt es auch im aktuellen Fall durchaus Bedenkentr&auml;ger. Der Jurist und Datenschutzexperte Christian Aretz erinnerte gegen&uuml;ber <em>Netzpolitik.org<\/em> daran, dass eine datenschutzrechtliche Einwilligung eigentlich auf dem Prinzip der Freiwilligkeit fu&szlig;en m&uuml;sse. Das ist bei der Konstellation Geld gegen Daten zweifellos nicht der Fall. &Auml;hnlich monierte die Hackerin <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Zwang-zu-BundID-Streit-ueber-Auszahlung-der-Energiepreispauschale-fuer-Studenten-7518235.html\">Lilith Wittmann<\/a> die N&ouml;tigung von Studierenden, der Verarbeitung ihrer Daten zuzustimmen, w&auml;hrend die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) dies eigentlich verhindern solle. Selbst im SPD- und Gr&uuml;nen-Lager wird gemurrt, die &uuml;berfl&uuml;ssige, zus&auml;tzliche H&uuml;rde sei ein &bdquo;schlechter Witz&ldquo;. <\/p><p><strong>Automatisierte &Uuml;berwachung<\/strong><\/p><p>Zum Lachen ist auch dem Blogger H&auml;ring nicht. Man habe sich ein &bdquo;absurd kompliziertes Verfahren&ldquo; f&uuml;r eine Einmalzahlung von 200 Euro ausgedacht, &bdquo;um bei einer begrenzten Gruppe ohne Lobby, bei der kein allgemeiner Proteststurm in den Medien zu erwarten ist, den Zwang zur digitalen ID durchzuexerzieren&ldquo;. Und weiter: &bdquo;Wie schon bei der digitalen Ausweisfunktion werden wir zu unserem Gl&uuml;ck gezwungen, weil es eben um etwas anderes geht: um die Herstellung kompletter automatisierter &Uuml;berwachbarkeit.&ldquo; <\/p><p>Vielleicht kommt es doch noch anders. Wie <em>Tagesschau.de<\/em> berichtete, &uuml;bt die Konferenz der unabh&auml;ngigen Datenschutzbeh&ouml;rden des Bundes und der L&auml;nder (DSK) grunds&auml;tzliche Kritik am vor Weihnachten in Kraft getretenen Studierenden-Energiepreispauschalengesetz (EPPG). &bdquo;F&uuml;r eine bereits im Vorfeld &ndash; vor Antragstellung &ndash; erfolgende &Uuml;bermittlung personenbezogener Daten an die zust&auml;ndige Stelle und Erhebung seitens dieser Stelle fehlt es an einer tauglichen Rechtsgrundlage&ldquo;, befanden die Experten in einer gemeinsamen Stellungnahme. Tats&auml;chlich m&uuml;ssen n&auml;mlich alle betroffenen Ausbildungsst&auml;tten Namen und Geburtsdaten der Studierenden und Fachsch&uuml;ler an die L&auml;nder verschl&uuml;sselt &uuml;bermitteln. Allein das verspricht, noch viel Zeit zu kosten. <\/p><p>Zu der von ihnen so bezeichneten Datenerhebung &bdquo;auf Vorrat&ldquo; h&auml;lt die DSK obendrein fest: &bdquo;Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Studierenden zu Recht unter einen Generalverdacht zu stellen seien, sie w&uuml;rden versuchen, rechtswidrig die Energiepreispauschale mehrfach von verschiedenen L&auml;ndern erhalten, k&ouml;nnen wir nicht erkennen&ldquo;. Schwamm dr&uuml;ber, denn im n&auml;chsten Satz  unterstreichen die Damen und Herren Datensch&uuml;tzer die &bdquo;politische Eilbed&uuml;rftigkeit und das unterst&uuml;tzenswerte Bestreben des Bundes und der L&auml;nder, die Energiepreispauschale m&ouml;glichst rasch den Studierenden auszuzahlen&ldquo;. Die Entwicklung eines abweichenden Verfahrens oder die &Auml;nderung des Gesetzes br&auml;chte &bdquo;voraussichtlich eine weitere Verz&ouml;gerung mit sich&ldquo;. Gar nicht auszudenken, wie lange die &Auml;rmsten dann noch auf ihr &bdquo;Gl&uuml;ck&ldquo; warten m&uuml;ssten. Dann doch besser Recht brechen.  <\/p><p>Titelbild: AlexBuess \/ Shutterstock<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/71bbba2cc0bf4654b881fcd9546c280d\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor bald einem halben Jahr k&uuml;ndigte die Bundesregierung eine Energiepreispauschale f&uuml;r Studierende und Fachsch&uuml;ler an. Das Geld ist nicht nur noch nicht da, es k&ouml;nnte sogar noch Wochen und Monate auf sich warten lassen. 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