{"id":94279,"date":"2023-02-26T09:00:12","date_gmt":"2023-02-26T08:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279"},"modified":"2023-02-26T10:40:46","modified_gmt":"2023-02-26T09:40:46","slug":"hinweise-der-woche-296","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h01\">Antje Vollmers Verm&auml;chtnis einer Pazifistin: &bdquo;Was ich noch zu sagen h&auml;tte&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h02\">Manifest f&uuml;r Frieden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h03\">J&uuml;rgen Habermas &uuml;ber die Ukraine: Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r Verhandlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h04\">Ukraine-Krieg: Von der Leyen &auml;ndert das Narrativ<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h05\">Die Russland-Aff&auml;re war eine b&ouml;sartige Inszenierung. Sie sollte Trump entmachten und f&uuml;hrte zur Entfesselung von Putin <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h06\">USA wussten, dass man Russlands rote Linien bei Nato-Expansion &uuml;berschritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h07\">Es fliesst wieder mehr russisches Gas nach Europa. Mit den Einnahmen finanziert Putin den Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h08\">Der Karlatan &ndash; Folge 5<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h09\">Demokratie braucht keine Denunzianten &ndash; und keine &laquo;Antifeminismus&raquo;-Meldestelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94279#h10\">DIE LINKE im Krisenmodus<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Antje Vollmers Verm&auml;chtnis einer Pazifistin: &bdquo;Was ich noch zu sagen h&auml;tte&ldquo;<\/strong><br>\nDie ehemalige Vizepr&auml;sidentin des Deutschen Bundestages kritisiert die Gr&uuml;nen daf&uuml;r, dass sie sich vom Pazifismus abgewendet haben. Im Essay formuliert sie ihr politisches Fazit. Ein Gastbeitrag. [&hellip;]<br>\nIch widerspreche der heute &uuml;blichen These, 1989 habe es eine etablierte europ&auml;ische Friedensordnung gegeben, die dann Schritt um Schritt einseitig von Seiten Russlands unter dem Diktat des KGB-Agenten Putin zerst&ouml;rt worden sei, bis es schlie&szlig;lich zum Ausbruch des Ukrainekrieges kam.<br>\nDas ist nicht richtig. Richtig ist: 1989 ist eine Ordnung zerbrochen, die man korrekter als &bdquo;Pax atomica&ldquo; bezeichnet hat, ohne dass eine neue Friedensordnung an ihre Stelle trat. Diese zu schaffen, w&auml;re die Aufgabe der Stunde gewesen. Aber die vision&auml;re Phantasie Europas und des Westens in der Wendezeit reichte nicht aus, um sich das haltbare Konzept einer stabilen europ&auml;ischen Friedensordnung auszudenken, das allen L&auml;ndern der ehemaligen Sowjetunion einen Platz verl&auml;sslicher Sicherheit und Zukunftshoffnungen anzubieten vermocht h&auml;tte.<br>\nZwei Gr&uuml;nde sind daf&uuml;r entscheidend. Beide haben mit alten europ&auml;ischen Irrt&uuml;mern zu tun: Zum einen wurde der umfassende wirtschaftliche und politisch Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 einseitig als triumphaler Sieg des Westens im Systemkonflikt zwischen Ost und West interpretiert, der damit endg&uuml;ltig die historische Niederlage des Ostens besiegelte. Dieser Hang, sich zum Sieger zu erkl&auml;ren, ist eine alte westliche Hybris und seit jeher Grund f&uuml;r viele Dem&uuml;tigungen, die das ungleiche Verh&auml;ltnis zum Osten pr&auml;gen.<br>\nDie Unf&auml;higkeit, nach so umfassenden Umbr&uuml;chen andere gleichberechtigte L&ouml;sungen zu suchen, hat in dieser fatalen &Uuml;berheblichkeit ihre Hauptursache. Vor allem aber wurde so das ungeheure und einzigartige Verdienst der sowjetischen F&uuml;hrung unter Michail Gorbatschow mit einer verbl&uuml;ffenden Ignoranz als gerngesehenes Geschenk der Geschichte eingeordnet: Die gro&szlig;e Vorleistung des Gewaltverzichts in der Reaktion auf das Freiheitsbestreben der V&ouml;lker des Ostblocks galt als nahezu selbstverst&auml;ndlich.<br>\nDas aber war es gerade nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ein-jahr-ukraine-krieg-kritik-an-gruenen-antje-vollmers-vermaechtnis-einer-pazifistin-was-ich-noch-zu-sagen-haette-li.320443\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Warum nicht nur Gewalt zum Erfolg f&uuml;hren kann<\/strong><br>\nLobo bleibt in der aktuellen Kolumne seinem alten Prinzip treu. Im April letzten Jahres meinte er, manche Menschen als &ldquo;Lumpen-Pazifisten&rdquo; beschimpfen zu m&uuml;ssen. Von dieser Position aus war es auch nicht weit, um Mahatma Gandhi als &ldquo;sagenhafte Knallt&uuml;te&rdquo; zu bezeichnen.<br>\nLobo kritisierte damals etwa, dass der Friedensbeauftragte der evangelischen Kirchen in Deutschland, Friedrich Kramer, erkl&auml;rte, man d&uuml;rfte den Konflikt nicht gesinnungsethisch angehen. Dagegen pl&auml;dierte Lobo f&uuml;r das Gegenteil und daf&uuml;r, rote Linien zu ziehen.<br>\nEthik ist allerdings nicht willk&uuml;rlich, und Lobo h&auml;tte an dieser Stelle darlegen m&uuml;ssen, warum sich die deutsche &Ouml;ffentlichkeit ausgerechnet in diesem Konflikt engagieren sollte, w&auml;hrend andere Konflikte kaum Beachtung finden.<br>\nWarum nicht Partei ergreifen im Krieg in &Auml;thiopien, im Jemen, in Syrien oder anderswo? Die Hamburger Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r Kriegsursachenforschung listete f&uuml;r das Jahr 2021 weltweit mehr als 25 bewaffnete Konflikte auf &ndash; einige forderten inzwischen Hunderttausende Tote.<br>\nAuch die Gesinnungsethik fragt nach allgemeinen Kriterien, an denen man sich f&uuml;r eine m&ouml;gliche Intervention orientieren k&ouml;nnte. Die Attribute &ldquo;wei&szlig;&rdquo;, &ldquo;Europ&auml;er&rdquo; und &ldquo;christlich&rdquo; d&uuml;rften allerdings nicht die Grundlage f&uuml;r eine Gesinnungsethik bieten. Sie w&auml;ren eher der Ausdruck von Rassismus.<br>\nEbenso schwurbelig ging Lobo die Frage des Pazifismus an: Er unterschied dabei zwischen den &ldquo;Lumpen-Pazifisten&rdquo; und den &ldquo;Vernunftorientierten&rdquo;. Letztere verfolgten &ldquo;einen aufgekl&auml;rten, realistischen Pazifismus&rdquo;, worunter er auch versteht, dass die Angegriffenen den Wunsch versp&uuml;ren, sich zu verteidigen.<br>\nNur, diesen Wunsch hat bislang niemand in Abrede gestellt. Und Verteidigung hei&szlig;t nicht, dass man unbedingt mit Panzern und Gewehren schie&szlig;en; dass man t&ouml;ten muss. Wenn es die Ukrainer wollen, k&ouml;nnten sie auch russischen Besatzern das Leben &ndash; gewaltfrei &ndash; so schwer machen, dass diese sich vielleicht einmal geschlagen geben m&uuml;ssten.<br>\nDer Name Gene Sharp steht f&uuml;r eine Forschung im Kalten Krieg, wie mit gewaltfreien Methoden eine Besatzungsmacht oder eine Diktatur in die Knie gezwungen werden kann. Oppositionelle im Ostblock oder &ndash; nach dem Untergang des Sozialismus in Europa &ndash; in den ehemaligen Sowjetrepubliken nutzten Sharps Hauptwerk als Leitfaden f&uuml;r ihre &ldquo;Revolutionen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Krieg-in-der-Ukraine-Warum-nicht-nur-Gewalt-zum-Erfolg-fuehren-kann-7526092.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Manifest f&uuml;r Frieden<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Manifest f&uuml;r den Frieden&rdquo; ist weder naiv noch unmoralisch<\/strong><br>\nIn ihrem &ldquo;Manifest f&uuml;r den Frieden&rdquo; warnen Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer vor einer Eskalation im Ukraine-Krieg durch Waffenlieferungen des Westens &ndash; der Krieg m&uuml;sse stattdessen am Verhandlungstisch beendet werden. Mehr als 500.000 Menschen haben bereits unterschrieben, doch die Verfasserinnen werden auch heftig kritisiert.<br>\nDer Schriftsteller Heinrich B&ouml;ll war ein gewaltig-friedlicher Streiter gegen milit&auml;rische Gewalt. Er war aber kein Tr&auml;umer. Er wusste, dass man einen Diktator nicht weg beten kann. Es wusste aber auch, dass milit&auml;rische Gewalt niemals den Frieden bringt. Panzer, Haubitzen, Granaten und Raketen k&ouml;nnen t&ouml;dliche Bedrohung abwenden, sie k&ouml;nnen dem Verbrechen Einhalt gebieten und der Tyrannei ein Ende setzen. Aber Frieden bringen, das k&ouml;nnen sie nicht. (&hellip;)<br>\nDas Manifest von Schwarzer und Wagenknecht wird von denen, die noch mehr und noch schnellere Waffenlieferungen an die Ukraine fordern, schwer gescholten &ndash; dass das Manifest &ldquo;naiv&rdquo; sei, ist noch der harmloseste der Vorw&uuml;rfe. Die Lieferung von Leopard-Panzern, von Kampfflugzeugen und Langstreckenraketen sei alternativlos, behaupten Kritiker des Friedensmanifests. Aber wer in der Demokratie Alternativlosigkeit behauptet, der will in Wahrheit, die Wahrheit f&uuml;r sich pachten und setzt sich selbst ins Unrecht, weil er damit sagt, dass er nicht diskutieren will. Man muss aber diskutieren, man muss um den richtigen Weg ringen, weil es um Fundamentalfragen geht. Und wenn &uuml;ber den richtigen Weg zum Frieden gerungen wird, darf man dabei nicht rhetorisch Krieg f&uuml;hren. Der Politologe Herfried M&uuml;nkler nennt den Friedensaufruf &ldquo;gewissenlos&rdquo;. Das f&auml;llt auf ihn selbst zur&uuml;ck. (&hellip;)<br>\nUnsere Diskussionen m&uuml;ssen sich unterscheiden von der Logik machtvoller &Uuml;berw&auml;ltigung, b&ouml;sartiger Unterstellung und hasserf&uuml;llter Abwertung derer, die anderer Meinung sind. Es ist sonderbar, wenn Kriegsrhetorik als Ausdruck von Moral aber Friedensrhetorik als Ausdruck von Unmoral bewertet wird. Es ist nicht gut, wenn die Leute, die f&uuml;r Eskalationsbereitschaft werben, als klug und mutig, und diejenigen, die vor einer Eskalationsspirale warnen, als t&ouml;richt und feige bezeichnet werden. Es ist fatal, wenn W&ouml;rter wie Kompromiss, Waffenstillstand und Friedensverhandlungen als Sympathiekundgebungen f&uuml;r Putin gelten und so ausgesprochen werden, als w&auml;ren sie vergiftet.<br>\nVerhandeln komme, so hei&szlig;t es von den Gegnern des Manifests f&uuml;r den Frieden, schon deswegen nicht in Betracht, weil es keine Verhandlungsbereitschaft der Kriegsparteien gebe. Das ist gef&auml;hrlicher Fatalismus. Man kann und soll Verhandlungsbereitschaft auch herbeiverhandeln. Dieser Plan ist viel aussichtsreicher als der Plan, Frieden herbeizubomben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/sendungen\/kommentare\/Kommentar-Manifest-fuer-den-Frieden-ist-weder-naiv-noch-unmoralisch,manifestfuerdenfrieden100.html\">Heribert Prantl in NDR<\/a><\/li>\n<li><strong>Margot K&auml;&szlig;mann distanziert sich von rechter Unterwanderung des &ldquo;Manifests&rdquo;<\/strong><br>\nDie ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot K&auml;&szlig;mann hat vor zwei Wochen die Petition &ldquo;Manifest f&uuml;r den Frieden&rdquo; unterzeichnet. &ldquo;Ich habe mir nicht vorstellen k&ouml;nnen, welche Exegese mit diesem Text betrieben wird&rdquo;, sagt sie im Interview.<br>\nFrau K&auml;&szlig;mann, vor zwei Wochen haben Sie im Interview auf NDR Kultur gesagt, Frau Wagenknecht und Frau Schwarzer seien streitbare Personen, aber es sei besser, &ldquo;dass es streitbare Menschen gibt als lauter Duckm&auml;user&rdquo;. Nun sind zwei Wochen Debatte ins Land gezogen, es gab viele Talkshows. Sie haben zahlreiche Interviews zu diesem &ldquo;Manifest f&uuml;r den Frieden&rdquo; gegeben. W&uuml;rden Sie das heute noch mal genau so sagen oder ein bisschen anders formulieren?<br>\nMargot K&auml;&szlig;mann: Ich w&uuml;rde es, denke ich, genauso formulieren. Ich erlebe nur, dass die Auseinandersetzung mit einer emotionalen Heftigkeit gef&uuml;hrt wird, die sicher auch damit zusammenh&auml;ngt, dass Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht Projektionsfl&auml;chen f&uuml;r viele Emotionen sind.<br>\nDieses Manifest hat auch AfD-Chef Tino Chrupalla unterzeichnet, es wird aber auch von russischer Propaganda genutzt, um zu sagen: Seht her, im Westen br&ouml;ckelt auch die Linie, die Demokratie. Wie sehen Sie das, wie gehen wir in unserer Zeit damit um, wenn man eine Unterschrift unter so etwas setzt?<br>\nK&auml;&szlig;mann: Einerseits finde ich das wirklich belastend und bedr&uuml;ckend. Ich habe mir das nicht vorstellen k&ouml;nnen, als ich den Text gelesen habe, welche Exegese mit diesem Text betrieben wird. Wahrscheinlich muss man in diesen Zeiten lernen, dass die AfD oder der rechte Rand versucht, alles f&uuml;r sich zu kapern, was man zur Radikalisierung finden kann. Wir von der Deutschen Friedensgesellschaft haben noch mal glasklar gesagt, dass wir uns absolut abgrenzen gegen die russische Propaganda, ebenso wie gegen den rechten Rand. Herr Chrupalla ist nicht willkommen. Gleichzeitig finde ich, darf man sich davon auch nicht so ins Bockshorn jagen lassen, dass man sagt: Dann bleibe ich lieber ganz zuhause und &auml;u&szlig;ere &uuml;berhaupt keine Meinung mehr, weil sie missverstanden werden k&ouml;nnte.<br>\nIhre Teilnahme bei dieser gro&szlig;en Kundgebung am Brandenburger Tor am Wochenende haben sie abgesagt &ndash; warum?<br>\nK&auml;&szlig;mann: Nein, ich habe gar nicht abgesagt. Das ist ein Missverst&auml;ndnis, dem ich versuche hinterherzulaufen. Ich habe nie gesagt, dass ich da reden werde, sondern ich bin seit Wochen f&uuml;r die beiden Kundgebungen der Deutschen Friedensgesellschaft in Bonn und in K&ouml;ln. Und da ich um 13 Uhr in Bonn rede und um 17 Uhr in K&ouml;ln, werde ich nicht in Berlin sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/Margot-Kaessmann-distanziert-sich-von-rechter-Unterwanderung-des-Manifests,kaessmann572.html\">NDR<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Kritik an der Kritik von Herfried M&uuml;nkler an dem Manifest f&uuml;r Frieden<\/strong><br>\nDer Politologe Herfried M&uuml;nkler hat das Friedensmanifest von Wagenknecht scharf kritisiert. Mathematikprofessor Matthias Kreck ist Erstunterzeichner und reagiert.<br>\nHerfried M&uuml;nkler ist ein sehr anerkannter Politologe. Trotzdem erlaube ich mir, sein Interview im K&ouml;lner Stadtanzeiger vom 13. Februar 2023 kritisch zu hinterfragen. Auch wenn ich nicht Autor des Manifests bin und, wenn ich es formuliert h&auml;tte, manches anders und anderes geschrieben h&auml;tte, hat er mich als einen der Erstunterzeichner mit angesprochen. Insofern steht es mir nicht nur zu, sondern ich f&uuml;hle mich sogar von ihm aufgerufen, meine Kritik an seiner Kritik zu &auml;u&szlig;ern.<br>\nIch will vorweg klarstellen, dass ich auf manche Vorw&uuml;rfe (&bdquo;verlogen&ldquo;, &bdquo;kenntnisloses Dahergerede&ldquo;, &bdquo;gewissenlos&ldquo;) nicht eingehen m&ouml;chte. Ebenso auf den Vorwurf einer &bdquo;Komplizenschaft mit dem Aggressor&ldquo; Putin. Es ist evident, dass dies den Autorinnen, den ca. 500.000 Unterzeichnern und auch mir pers&ouml;nlich nicht gerecht wird.<br>\nStattdessen will ich die Punkte aufgreifen, die einer ernsthaften Besch&auml;ftigung zug&auml;nglich sind. Ich mache das, indem ich nacheinander Stellen in dem Interview zusammenfasse und kommentiere.<br>\n1.) M&uuml;nkler sagt: &bdquo;Die Idee des Pazifismus, wie sie seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts in internationale Vertragssysteme &uuml;berf&uuml;hrt wurde, beruht auf dem Verbot des Angriffskriegs. Die Verteidigung gegen einen Aggressor bleibt selbstverst&auml;ndlich zul&auml;ssig. Das Manifest aber nivelliert fortgesetzt die Kategorien von Angriff und Verteidigung. Pazifismus ist dann nichts anderes als Unterwerfungsbereitschaft. Das war er eigentlich nie, und was wir in diesem Papier vorgef&uuml;hrt bekommen, ist das Ende einer politisch ernstzunehmenden Friedensbewegung.&ldquo;<br>\nDas kann man, um es vorsichtig auszudr&uuml;cken, anders sehen. Z.B. sagt der Wikipedia-Artikel &uuml;ber Pazifismus: &bdquo;Pazifismus ist eine weltanschauliche Str&ouml;mung, die jeglichen Krieg als Mittel der Auseinandersetzung ablehnt und den Verzicht auf R&uuml;stung und milit&auml;rische Ausbildung fordert. Diese Bewegung setzt auf Soziale Verteidigung und zivilen Ungehorsam als geeignete Mittel gegen bewaffnete Besetzungen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/eine-kritik-an-der-kritik-von-herfried-muenkler-an-dem-manifest-fuer-frieden-li.320045\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Krieg in der Ukraine: Stopp aller Waffenlieferungen und Kapitulation?<\/strong><br>\nDas &ldquo;Manifest f&uuml;r Frieden&rdquo; fordert weder das eine noch das andere, sagt Erstunterzeichner Trabert. Die Debatte um die Initiative sieht er kritisch. Er verweist auf ein zentrales Problem.<br>\nAm Samstag dieser Woche soll in Berlin eine Gro&szlig;demonstration zum Ukraine-Krieg stattfinden. Hauptorganisatorinnen sind Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht, die sich in ihrer Petition &ldquo;Manifest f&uuml;r Frieden&rdquo; angesichts ukrainischer Forderungen nach &ldquo;Kampfjets, Langstreckenraketen und Kriegsschiffen&rdquo; gegen &ldquo;die Eskalation der Waffenlieferungen&rdquo; aussprechen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird aufgefordert, sich f&uuml;r einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen einzusetzen.<br>\nProf. Gerhard Trabert unterst&uuml;tzt das &ldquo;Manifest f&uuml;r Frieden&rdquo; als einer der Erstunterzeichner. Er ist der Ukraine seit Langem &uuml;ber humanit&auml;re Hilfsprojekte verbunden und engagiert sich als Arzt seit &uuml;ber zwanzig Jahren in Kriegsgebieten. Telepolis sprach mit ihm &uuml;ber das Anliegen des Manifests und seine Sicht auf den Ukraine-Krieg.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Krieg-in-der-Ukraine-Stopp-aller-Waffenlieferungen-und-Kapitulation-7523494.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Habermas &uuml;ber die Ukraine: Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r Verhandlungen<\/strong><br>\nDer Westen liefert aus guten Gr&uuml;nden Waffen an die Ukraine: Daraus aber erw&auml;chst eine Mitverantwortung f&uuml;r den weiteren Verlauf des Krieges. Ein Gastbeitrag.<br>\nDie Entscheidung &uuml;ber die Lieferung von Leopard-Panzern war soeben als &bdquo;historisch&ldquo; begr&uuml;&szlig;t worden, schon wurde die Nachricht von lautstarken Forderungen nach Kampfflugzeugen, Langstreckenraketen, Kriegsschiffen und U-Booten &uuml;berboten &ndash; und relativiert. Die ebenso dramatischen wie verst&auml;ndlichen Hilferufe einer v&ouml;lkerrechtswidrig &uuml;berfallenen Ukraine fanden im Westen ihr erwartbares Echo. Neu war hier nur die Beschleunigung des bekannten Spiels der moralisch entr&uuml;steten Rufe nach schlagkr&auml;ftigeren Waffen und dem daraufhin, wenn auch nach Z&ouml;gern, immer wieder vollzogenen upgrading der zugesagten Waffentypen.<br>\nAuch aus Kreisen der SPD h&ouml;rte man nun, dass es keine &bdquo;roten Linien&ldquo; gebe. Bis auf den Bundeskanzler und dessen Umgebung nehmen sich Regierung, Parteien und Presse beinahe geschlossen die beschw&ouml;renden Worte des litauischen Au&szlig;enministers zu Herzen: &bdquo;Wir m&uuml;ssen die Angst davor &uuml;berwinden, Russland besiegen zu wollen.&ldquo; Aus der unbestimmten Perspektive eines &bdquo;Sieges&ldquo;, der alles M&ouml;gliche hei&szlig;en kann, soll sich jede weitere Diskussion &uuml;ber das Ziel unseres milit&auml;rischen Beistandes &ndash; und &uuml;ber den Weg dahin &ndash; erledigen. So scheint der Prozess der Aufr&uuml;stung eine eigene Dynamik anzunehmen, zwar angesto&szlig;en durch das nur zu verst&auml;ndliche Dr&auml;ngen der ukrainischen Regierung, aber bei uns angetrieben durch den bellizistischen Tenor einer geballten ver&ouml;ffentlichten Meinung, in der das Z&ouml;gern und die Reflexion der H&auml;lfte der deutschen Bev&ouml;lkerung nicht zu Worte kommen. Oder doch nicht ganz?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/kultur\/juergen-habermas-ukraine-sz-verhandlungen-e159105\/\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p>dazu: <strong>Der Ukraine-Krieg und unsere Verpflichtung zum Frieden<\/strong><br>\nWenn heute wieder damit argumentiert wird, dass ein Frieden nur durch Waffengewalt errungen werden kann, ist das ein R&uuml;ckfall in die kriegerischen Zeiten vor der UN-Charta.<br>\nDer Krieg in der Ukraine geht nun in ein zweites Jahr &ndash; ohne, dass auch nur der Versuch einer diplomatischen L&ouml;sung unternommen wird. Anstelle von Friedensgespr&auml;chen haben sich die Kriegs- und Konfliktparteien weiter in einer gef&auml;hrlichen milit&auml;rischen Eskalationsspirale unter Einsatz immer schwererer Waffensysteme verfangen. Als w&auml;ren wir noch den Denkmustern der ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts verhaftet, sollen nun milit&auml;rische Gro&szlig;offensiven die L&ouml;sung bringen.<br>\nDas wird die Ukraine nur weiter zerst&ouml;ren. Aber eine noch gef&auml;hrlichere Konsequenz ist, dass am Ausgang solcher Offensiven das Prestige der zwei gr&ouml;&szlig;ten Nuklearm&auml;chte der Welt &ndash; USA und Russland &ndash; h&auml;ngt. Damit steigt das Risiko einer direkten Konfrontation zwischen diesen Nuklearm&auml;chten, die &uuml;ber etwa 90% aller Atomwaffen der Welt verf&uuml;gen.<br>\nNach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg w&auml;re dies das dritte Mal, dass ein Krieg auf europ&auml;ischem Boden zu einem Weltkrieg eskaliert &ndash; nur dieses Mal mit potenziell erheblich verheerenderen Konsequenzen. Schon jetzt leidet die &uuml;berwiegende Mehrheit der am Krieg unbeteiligten Weltbev&ouml;lkerung an den wirtschaftlichen Folgen dieses Krieges; ein Nuklearkrieg k&ouml;nnte alles Leben auf der Welt ausl&ouml;schen &ndash; ohne Unterschied, ob einer Kiegspartei angeh&ouml;rend oder nicht. Es ist also eine Kriegssituation entstanden, die unsere Vorfahren durch die UN-Charta hatten verhindern wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/07-2023\/der-ukraine-krieg-und-unsere-verpflichtung-zum-frieden\/\">Makroskop<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ukraine-Krieg: Von der Leyen &auml;ndert das Narrativ<\/strong><br>\nFast ein Jahr nach der russischen Invasion in der Ukraine &auml;ndert die EU-Kommission ihr Narrativ zum Krieg. Auch &uuml;ber die westlichen Sanktionen gegen Russland spricht man in Br&uuml;ssel pl&ouml;tzlich ganz anders.<br>\nKommissionschefin von der Leyen spricht nun von einem &ldquo;imperialistischen Krieg&rdquo; Russlands. Bisher war stets von einer &ldquo;unprovozierten und nicht zu rechtfertigenden milit&auml;rischen Aggression&rdquo; die Rede (&ldquo;unprovoked and unjustified military aggression&rdquo;), in deutsch auch von einem &ldquo;Angriffskrieg&rdquo;.<br>\nEin imperialistischer Krieg ist nat&uuml;rlich etwas ganz anderes. Da geht es um ein Imperium, das mit Milit&auml;rgewalt ausgebaut werden soll. Von der Leyen &uuml;bernimmt offenbar das Narrativ der Ukrainer und ihrer osteurop&auml;ischen Freunde, die das russische &ldquo;Imperium&rdquo; nach dem &ldquo;Sieg&rdquo; zerschlagen wollen&hellip;<br>\nAuch &uuml;ber die westlichen Sanktionen gegen Russland spricht man in Br&uuml;ssel pl&ouml;tzlich ganz anders. So verglich der EU-Au&szlig;enbeauftragte Borrell die Strafen zuletzt mit Arsen. Das Gift bringe sein Opfer zwar nicht sofort um, doch bei st&auml;ndiger Einnahme entfaltet es mit der Zeit seine t&ouml;dliche Wirkung.<br>\nSo kann man aus einem Scheitern einen todsicheren Erfolg machen! Denn dass die EU-Sanktionen alle Ziele verfehlt haben &ndash; Russland abschrecken, Russland ruinieren, einen Volksaufstand ausl&ouml;sen, die Kriegskasse leeren, den Krieg verk&uuml;rzen etc. pp &ndash; ist mittlerweile auch dem letzten klar geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/ukraine-krieg-von-der-leyen-aendert-das-narrativ\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Russland-Aff&auml;re war eine b&ouml;sartige Inszenierung. Sie sollte Trump entmachten und f&uuml;hrte zur Entfesselung von Putin <\/strong><br>\nDie Demokraten versuchten den damaligen amerikanischen Pr&auml;sidenten und seine Entourage mit allen Mitteln zu diskreditieren. Als Mittel zu diesem Zweck diente ihnen die D&auml;monisierung des Kreml-Herrschers &ndash; mit verheerenden Folgen. [&hellip;]<br>\nEbenso wie Trump wusste auch Putin, dass s&auml;mtliche Geschichten &uuml;ber m&ouml;gliche geheime Absprachen aus der Luft gegriffen waren. Aber die Demokraten und ihre Medien brauchten einen Feind hinter dem Feind Trump, denn ein Windbeutel wie Trump h&auml;tte die Wahl doch wohl kaum allein gewinnen k&ouml;nnen. Ohne einen Feind hinter dem Feind w&auml;re die Blamage f&uuml;r Hillary Clinton noch gr&ouml;sser gewesen.<br>\nPutin war der dringend ben&ouml;tigte b&ouml;se Geist mit &uuml;berlegener Intelligenz, der Trump ins Weisse Haus gebracht hatte. Ich vermute, dass seine erfundene Rolle in der Russland-Aff&auml;re bei Putin nur zu einer Gewissheit gef&uuml;hrt hat: Die wahren M&auml;chte in den USA werden nicht gew&auml;hlt, sondern sitzen in den Institutionen. [&hellip;]<br>\nAuf grosse Teile der westlichen &Ouml;ffentlichkeit hatte die Eroberung der Krim durch Russland 2014 wenig Eindruck gemacht. Die Geschichte der Krim war f&uuml;r viele nebul&ouml;s, und zugleich war offensichtlich, dass in der Ukraine ein Berg von Konflikten schwelte. Der Medienkrieg um die Russland-Aff&auml;re weckte intensivere Gef&uuml;hle als die Invasion der Krim: Es ging nicht um einen Palast irgendwo am Schwarzen Meer, sondern um das Weisse Haus in Washington. Putins teuflische Macht sei grenzenlos, berichteten die Medien. Putin wurde zum Popanz in jenem Theaterst&uuml;ck aufgeblasen, das von Vertretern der amerikanischen Geheimdienste inszeniert wurde.<br>\nDamit wurde Putin zum Kollateralschaden bei der Jagd auf Trump. Tag f&uuml;r Tag wurden Trump und Putin von Politikern und Medien verunglimpft. Ich glaube, dass dies Putins Argwohn gen&auml;hrt hat, der Westen w&uuml;rde seine rote Linie &uuml;berschreiten und die Ukraine in die Nato aufnehmen. Putin beschloss, die Ukraine zu erobern, bevor die Nato dort Fuss fassen konnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/russiagate-wie-amerikanische-medien-putin-entfesselten-ld.1725932\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>USA wussten, dass man Russlands rote Linien bei Nato-Expansion &uuml;berschritt<\/strong><br>\nDiplomaten-Depeschen belegen, wie Washington die Kriegsgefahr im Zuge der Osterweiterung in Kauf nahm. Warnungen kamen von allen Seiten. Erstaunlich ist, wie pr&auml;zise prophezeit wurde, was schlie&szlig;lich geschah. (Teil 1)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/USA-wussten-dass-man-Russlands-rote-Linien-bei-Nato-Expansion-ueberschritt-7518151.html\">Telepolis<\/a>\n<p>dazu: <strong>Warum die USA selbst die Ukraine nicht als rote Linie akzeptierten<\/strong><br>\nMan wollte schlie&szlig;lich Georgien und die Ukraine in die Nato aufnehmen. Die Warnungen von Liberalen, Hardlinern und Diplomaten wurden immer lauter. Doch Washington verschlie&szlig;t bis heute vor ihnen die Ohren. (Teil 2, Schluss)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Warum-die-USA-selbst-die-Ukraine-nicht-als-rote-Linie-akzeptierten-7519491.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Es fliesst wieder mehr russisches Gas nach Europa. Mit den Einnahmen finanziert Putin den Krieg<\/strong><br>\nDie europ&auml;ischen L&auml;nder wollen sich von russischem Gas unabh&auml;ngig machen. Doch das ist gar nicht so einfach, trotz der Beschaffung von teurem Fl&uuml;ssiggas. Denn am Schluss entscheiden die H&auml;ndler und deren Kunden, welches Gas sie verbrauchen. Und da ist Russland im Vorteil.<br>\nPolitiker betonen gerne, wie sehr es ihnen gelungen sei, Europas Wirtschaft von russischem Gas unabh&auml;ngig zu machen. Tats&auml;chlich haben es viele L&auml;nder auf dem Kontinent geschafft, mit neuen Gaslieferanten ins Gesch&auml;ft zu kommen, etwa mit Herstellern von Fl&uuml;ssiggas (LNG) aus den USA. Am Schluss entscheidet aber nach wie vor der Markt, von wo Firmen und H&auml;ndler das Gas beziehen, und nicht die Politik. Und weil es kein Importverbot f&uuml;r russisches Gas gibt, kam j&uuml;ngst wieder ein steigender Anteil des Energietr&auml;gers aus Russland. In Europa fand es dankbare Abnehmer.<br>\nDass die vielbeschworene Unabh&auml;ngigkeit von russischem Gas und der Markt zwei verschiedene Dinge sind, zeigt das Beispiel &Ouml;sterreich. Als Russland vor einem Jahr den Grossangriff auf die Ukraine startete, entstand f&uuml;r die Wirtschaft des Landes eine bedrohliche Lage: Rund 75 bis 80 Prozent des importierten Gases stammten damals aus Russland, einem engen Wirtschaftspartner.<br>\n&Ouml;sterreichs Energieh&auml;ndler und die Regierung machten sich auf die Suche nach Alternativen und wurden dabei auch f&uuml;ndig, allerdings zu hohen Kosten.<br>\nKurz vor Weihnachten sagte Bundeskanzler Karl Nehammer mit jubilierendem Unterton, dass man es geschafft habe, die Abh&auml;ngigkeit von russischem Gas im Verlauf des Jahres auf 20 Prozent zu reduzieren. Die &Uuml;berraschung war deshalb gross, als j&uuml;ngst die Importzahlen f&uuml;r Dezember bekanntwurden: Rund 70 Prozent des Gases hat &Ouml;sterreich aus Russland eingef&uuml;hrt. Der Wert hat sich also wieder stark dem Vorkriegsniveau gen&auml;hert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/es-fliesst-wieder-mehr-russisches-gas-nach-europa-mit-den-einnahmen-finanziert-putin-den-krieg-ld.1726503\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Karlatan &ndash; Folge 5<\/strong><br>\nHat der Bundesgesundheitsminister jemals die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen mitgebracht, eine Professorenstelle zu bekleiden? Die Berufungsverfahren weisen eine Reihe Unzul&auml;nglichkeiten auf. Zu viele &bdquo;Fehler&ldquo; sind unserem Autor bei der gr&uuml;ndlichen Recherche in den Bewerbungsunterlagen des damals jungen Kandidaten Lauterbach aufgefallen. Oder war es eine absichtliche T&auml;uschung? Thomas Kubo hat Belege zusammengetragen, die das nahelegen. Jetzt m&uuml;ssten die Universit&auml;ten, allen voran die Universit&auml;t K&ouml;ln, t&auml;tig werden und dem Professor genauer unter den Talar schauen.<br>\nIn den letzten vier Folgen der Serie wurde dargestellt, dass eine Reihe von Punkten im Werdegang von Karl Lauterbach fragw&uuml;rdig ist. In Folge 1 wurden Belege daf&uuml;r angef&uuml;hrt, dass er nie als Arzt gearbeitet hat, es aber dennoch so hat erscheinen lassen. In Folge 2 wurden Fragw&uuml;rdigkeiten dargestellt, die mit seiner wissenschaftlichen Ausbildung und seinen Publikationen zusammenh&auml;ngen. In Folge 3 wurde der Weg Lauterbachs auf die Professur in K&ouml;ln nachgezeichnet: Auch hier zeigte sich, dass es an wesentlichen Voraussetzungen mangelte, die im Anforderungsprofil aber klar bezeichnet wurden. In Folge 4 wurden Belege daf&uuml;r angef&uuml;hrt, dass Lauterbach seinen Lehrverpflichtungen nicht nachgekommen ist.<br>\nAufgrund zus&auml;tzlicher Recherchen, vornehmlich einer Sichtung der Berufungsunterlagen der Universit&auml;t T&uuml;bingen, lassen sich sehr konkrete und deutliche Belege anf&uuml;hren, dass Lauterbachs Bewerbung auf eine Professur dort grob fehlerhafte und qualitativ ungen&uuml;gende Angaben enthielt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/inland\/der-karlatan-folge-5\/\">Hintergrund<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Demokratie braucht keine Denunzianten &ndash; und keine &laquo;Antifeminismus&raquo;-Meldestelle<\/strong><br>\nDas gr&uuml;ne Familienministerium unterst&uuml;tzt mit Steuergeldern eine Website der Amadeu-Antonio-Stiftung, bei der &laquo;antifeministisches&raquo; Verhalten gemeldet werden soll. So wird es kinderleicht, Eltern und konservative Politiker anzuschw&auml;rzen.<br>\nWeniger als f&uuml;nf Minuten dauert es, eine unliebsame Person, die den Studiengang Gender-Studies als &laquo;Geldverschwendung&raquo; bezeichnet, bei einer staatlich gef&ouml;rderten Stiftung zu melden. Die Best&auml;tigung der Meldung folgt sogleich per Mail mit bestem Dank vom &laquo;Antifeminismus-Monitoring-Team&raquo; der Amadeu-Antonio-Stiftung. Vergleiche zum Stasi-&Uuml;berwachungsapparat der DDR w&auml;ren historisch schief, trotzdem ist es nicht frei von Ironie, dass die Gr&uuml;nderin der Stiftung und ehemalige Vorsitzende, Anetta Kahane, von 1974 bis 1982 inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit war.<br>\nDie Meldestelle Antifeminismus ist das erste bundesweite Portal, wo &laquo;sexistisch, frauen- und queerfeindlich motivierte&raquo; Worte, Taten, Organisationen und Menschen anonym gemeldet werden k&ouml;nnen. Das gr&uuml;ne Familienministerium unter Leitung von Lisa Paus f&ouml;rdert diesen feministischen Schutzwall mit 133 000 Euro. Im Jahr 2020 betrug das Budget der Amadeu-Antonio-Stiftung 5,8 Millionen Euro. Ein Teil des Geldes kommt vom Staat und damit von den B&uuml;rgern, die im Fall der neuen Meldestelle durch Steuergelder ihre eigene Diskreditierung finanzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/der-andere-blick\/antifeminismus-meldestelle-ein-problem-fuer-die-demokratie-ld.1726891%20\">NZZ<\/a>\n<p>dazu: <strong>&bdquo;Meldestelle Antifeminismus&ldquo; &ndash; Lisa Paus und ihr Petz-Portal<\/strong><br>\nAversion gegen Gender-Gaga? Fall f&uuml;r die Meldestelle. Kritik an der aggressiven Transgender-Lobby und deren Finanzierung? Fall f&uuml;r die Meldestelle. Zweifel an &bdquo;Aufkl&auml;rungsunterricht&ldquo; f&uuml;r Elfj&auml;hrige &uuml;ber Hormongaben und operative Geschlechtsumwandlungen? Fall f&uuml;r die Meldestelle. Teilnahme an einer &bdquo;Demo f&uuml;r alle&ldquo; zur Verteidigung eines traditionellen Ehe- und Familienbildes? Fall f&uuml;r die Meldestelle.<br>\nEs gen&uuml;gen ein im Sinne der Initiatoren falscher Kommentar in einem Internet-Forum oder ein skandal&ouml;ser, offen getragener Sticker gegen Gluckser und Sternchen, um &bdquo;auff&auml;llig&ldquo; zu werden und in diese neue Art von Kriminalstatistik einzuflie&szlig;en, die ihre Daten aus eben jener &bdquo;Meldestelle Antifeminismus&ldquo; sch&ouml;pfen will, wie sie am 1. Februar unter der Regie der umstrittenen Amadeu-Antonio-Stiftung online gegangen ist.<br>\nAngesprochen f&uuml;hlen darf sich jeder, der nach Meinung der Urheber nicht links genug ist, denn &bdquo;Antifeminismus kommt in b&uuml;rgerlich-konservativen, in christlichen und sogar linken Kreisen vor&ldquo;. Ideell und finanziell gef&ouml;rdert wurde das Vorhaben nach unbestrittenen Medienberichten bereits 2022 mit 133.000 Euro Steuergeld von &bdquo;Bundesfamilienministerin&ldquo; Lisa Paus. Die Gr&uuml;ne, vor nicht einmal einem Jahr angetreten, den von ihrer ebenfalls an sich selbst gescheiterten Vorg&auml;ngerin Anne Spiegel angerichteten Scherbenhaufen aufzukehren, festigt so ihren Ruf als Problemb&auml;rin der Bundesregierung (&bdquo;Meisterin Petz&ldquo;) und baut ihn aus. Gar nicht so einfach: Die Konkurrenz im Kabinett Scholz ist bekanntlich stark. Deshalb gilt unter der neuen Chefin jetzt erst recht: Was schief gehen kann, geht schief. Und zwar nicht etwa aus Versehen, sondern, wie wir sehen werden, mit Absicht und Anlauf.<br>\nEigentlich, so die subkutane Botschaft der &bdquo;Meldestelle&ldquo; und ihrer Unterst&uuml;tzerinnen, m&uuml;ssten die hier beispielhaft aufgef&uuml;hrten Verst&ouml;&szlig;e gegen das Weltbild radikaler Linker und Gr&uuml;ner l&auml;ngst strafbar sein und als Offizialdelikt von speziellen Staatsanwaltschaften verfolgt und angeklagt werden. Ungl&uuml;cklicherweise existiert &ndash; im Moment jedenfalls noch &ndash; so etwas wie eine &bdquo;Strafbarkeitsgrenze&ldquo;, ein Begriff, den Frau Paus und die von ihr liebevoll gepamperte Amadeu-Antonio-Stiftung am liebsten ausl&ouml;schen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/meldestelle-antifeminismus-lisa-paus-und-ihr-petz-portal%20\">Cicero<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>DIE LINKE im Krisenmodus<\/strong><br>\nAls Vertreter des Gewerkschaftsfl&uuml;gels in der Partei DIE LINKE ist unsere Expertise vorrangig in der Tarif-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gefragt. Au&szlig;enpolitische Entwicklungen gelten eher selten als Schwerpunkte von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Dabei ist das Eintreten f&uuml;r den Frieden urgewerkschaftliche Verpflichtung.<br>\nNicht zuletzt vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und der Machtlosigkeit von Gewerkschaften in Zeiten des Krieges. Auch deshalb verk&ouml;rpern die Gewerkschaften den Gedanken der Einheit wie keine andere Organisation, weil parteipolitischer Streit und Uneinigkeit die Arbeiterbewegung 1933 in eine historische Niederlage gef&uuml;hrt hatten. Die aktuelle Vielfachkrise macht zudem deutlich, wie sehr die K&auml;mpfe um Umverteilung, gegen den Klimakollaps und die neue Kriegsbarbarei zusammengeh&ouml;ren. Dabei zeigt die vielfach bellizistisch gepr&auml;gte, mediale Berichterstattung, dass vermutlich nur der Druck einer starken Friedensbewegung die Bundesregierung zu einer anderen au&szlig;enpolitischen Schwerpunktsetzung bewegen kann.<br>\nUnsere Partei, DIE LINKE, sucht ihren Platz in dieser komplexen gesellschaftlichen Krisensituation. Doch wer sein Schiff sicher durch gesellschaftliche St&uuml;rme navigieren m&ouml;chte, muss die Richtung kennen, den Kahn seet&uuml;chtig halten und verhindern, dass die Mannschaft &uuml;ber Bord geht. Als Gewerkschafter in der LINKEN pl&auml;dieren wir daf&uuml;r, die kollektive Klugheit in der Partei nicht aufs Spiel zu setzen, sondern mit der notwendigen Weitsicht die aktuelle Situation und die dazu geh&ouml;rigen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse zu analysieren, mit der gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Umsicht den strategischen Streit in der Partei produktiv nach vorn aufzul&ouml;sen und mit der erforderlichen Nachsicht f&uuml;r theoretische Schw&auml;chen die Partei dennoch handlungsf&auml;hig zu machen. Das bedeutet: DIE LINKE darf nicht pfeifend an den Spielfeldrand platziert werden, sondern muss als konstruktive Partnerin der Friedensbewegung, der Klimabewegung und der Gewerkschaften aufgestellt werden. Dazu ist es wichtig, den Krieg in der Ukraine politisch einzuordnen und darauf hinzuweisen, dass die NATO-Osterweiterung die russischen Sicherheitsinteressen beeintr&auml;chtigte. Diese Einordnung ist keinerlei Rechtfertigung f&uuml;r den v&ouml;lkerrechtswidrigen Einmarsch Putins in die Ukraine. Dieser ist ohne Wenn und Aber zu verurteilen. Der Krieg in der Ukraine ist jedoch zu einem Krieg um die Ukraine und eine geopolitische Neuordnung der Welt geworden. Letztlich zeigen die von den USA und Gro&szlig;britannien torpedierten Vermittlungsversuche von Bennett Naftali und der Abschuss chinesischer Ballons: Es gibt politische Kr&auml;fte, die wollen Krieg und gegen diese muss sich eine starke Friedenbewegung formieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/die-linke-im-krisenmodus\/\">die Freiheitsliebe<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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