{"id":9441,"date":"2011-05-13T11:24:54","date_gmt":"2011-05-13T09:24:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9441"},"modified":"2014-08-28T15:32:22","modified_gmt":"2014-08-28T13:32:22","slug":"mal-wieder-die-totale-manipulation-bei-spiegel-online-zum-thema-aufschwung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9441","title":{"rendered":"Mal wieder die totale Manipulation bei Spiegel online zum Thema Aufschwung"},"content":{"rendered":"<p>Heute erschien wieder einer der typischen Propaganda-Artikel von Spiegel online (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,762300,00.html\">&bdquo;Deutsche Wirtschaft ist so stark wie vor der Krise&ldquo;<\/a>) zu einer Ver&ouml;ffentlichung des Statistischen Bundesamtes das Wachstum der deutschen Wirtschaft betreffend. Diese Artikel werden geschrieben, um das Kommentarecho und die Berichterstattung in anderen deutschen Medien zu bestimmen. Sie werden das heute in den elektronischen Medien und Morgen in den gedruckten Medien wiederfinden. Deshalb ein paar Anmerkungen im Text von Spiegel online, jeweils in Klammern und versehen mit &bdquo;AM&ldquo;. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n13. Mai 2011, 08:26 Uhr<br>\n<strong>Quartalswachstum<br>\nDeutsche Wirtschaft ist so stark wie vor der Krise<\/strong><\/p><p><em>(<strong>AM:<\/strong> Eigentlich h&auml;tten wir nach der bisherigen XXL-Aufschwungs- und Boompropaganda erwartet, dass wir das Niveau der Krise schon lange und weit hinter uns gelassen haben. Aber das st&ouml;rt Spiegel online nicht. Die Redakteure gehen davon aus, dass wir vergesslich sind.)<\/em><\/p><p>Der Aufschwung in Deutschland zeigt sich wieder mit voller Wucht: Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft um 1,5 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorquartal. <em>(<strong>AM:<\/strong> Spiegel online verschweigt hier, was drei Abs&auml;tze sp&auml;ter notiert wird, dass n&auml;mlich das Bezugs-Quartal, das letzte Quartal des Jahres 2010, ein &bdquo;schw&auml;cheres Quartals plus&ldquo; von 0,4 % hatte. Deshalb kann man nicht davon sprechen, dass sich der Aufschwung in voller Wucht zeige. Aber das st&ouml;rt nicht. Die Redakteure von Spiegel online gehen davon aus, dass ihre Leser die Bez&uuml;ge nicht herstellen.)<\/em> Damit sind die Unternehmen so stark wie in der Vorkrisenzeit Anfang 2008. <em>(<strong>AM:<\/strong> &uuml;ber die Unternehmen allgemein sagt die Wachstumsziffer wenig)<\/em><\/p><p>Wiesbaden &ndash; Diese Zahlen sind &uuml;berraschend und erfreulich zugleich: Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal deutlich st&auml;rker gewachsen als erwartet. <em>(<strong>AM:<\/strong> das ist der &uuml;bliche Trick, man setzt die Erwartungen niedrig an und kann dann behaupten, die deutsche Wirtschaft wachse st&auml;rker als erwartet.)<\/em> Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Damit wurde das Vorkrisenniveau von Anfang 2008 bereits jetzt wieder &uuml;berschritten. <em>(<strong>AM:<\/strong> beachten Sie die Sprache. &bdquo;bereits jetzt wieder &uuml;berschritten.&ldquo; Das soll den Regierenden einen Erfolg bescheinigen. Spiegel online geb&auml;rdet sich wie ein Wurmfortsatz des Bundespresseamtes und der Presseabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums)<\/em><\/p><p>Auf Jahressicht legte die Wirtschaftsleistung sogar so stark zu wie noch nie seit der Wiedervereinigung: Die Statistiker berechneten ein Plus von preisbereinigt 5,2 Prozent. Im Krisenjahr 2009 war die Konjunktur um 4,7 Prozent abgest&uuml;rzt, 2010 um 3,6 Prozent gewachsen. <em>(<strong>AM:<\/strong> Erstens ist anzumerken, dass hier nicht erkl&auml;rt wird, wie die 5,2 % zu Stande kommen. Diese Ziffer steht auch im Widerspruch zu dem, was einige Abs&auml;tze sp&auml;ter verlautbart wird, n&auml;mlich 2,6 % und 2,8 % und vielleicht eine Drei vor dem Komma als erwartete Wachstumsraten. Zweitens: dass die Wirtschaftsleistung noch nie so hoch gewesen sei seit der Wiedervereinigung ist zum einen falsch und w&auml;re zum andern kein Wunder. Es gab anfangs der Neunzigerjahre eine Wachstumsrate von &uuml;ber 5%. Und au&szlig;erdem ist die Konjunktur seit 1992 immer wieder so kr&auml;ftig abgew&uuml;rgt worden, dass die Wirtschaftsleistung in der gesamten Periode seit 1992 weit unterdurchschnittlich gestiegen ist.)<\/em><\/p><p>Wachstumstreiber sei zum Jahresauftakt vor allem die Binnenwirtschaft gewesen: Besonders dynamisch stiegen die Investitionen von Industrie und Baubranche, aber auch der Konsum. Die Exporte kletterten ebenfalls weiter. Insgesamt sei der Au&szlig;enbeitrag aber geringer gewesen als der inl&auml;ndische Anteil am Wachstum.<\/p><p>Volkswirte hatten nur ein Plus der Wirtschaftsleistung von bis zu einem Prozent im Vergleich zum Vorquartal erwartet. <em>(<strong>AM:<\/strong> wieder die &uuml;bliche Tour, irgendwelche Volkswirte zu zitieren, die ihre Erwartungen tief geh&auml;ngt haben.)<\/em> Die Bundesregierung ging sogar nur von einem Wachstum von 0,8 Prozent aus. Die Wirtschaft zog auch wegen starker Nachholeffekte etwa am Bau an, nach dem witterungsbedingt etwas schw&auml;cheren Quartalsplus von 0,4 Prozent Ende 2010. <em>(<strong>AM:<\/strong> diese Informationen h&auml;tten wir eigentlich gerne schon ganz zu Anfang gehabt)<\/em><\/p><p>Wirtschaftsweiser: Jahresplus vielleicht &uuml;ber drei Prozent <em>(<strong>AM:<\/strong> wie verh&auml;lt sich diese Angabe zu den 5,2 % von oben?)<\/em><\/p><p>Fachleute rechnen damit, dass sich das deutsche Wachstum im zweiten Quartal verlangsamen wird. Die Gr&uuml;nde sind vielf&auml;ltig: Die Weltwirtschaft verliert an Schwung, zudem belasten die steigenden Preise. <em>(<strong>AM:<\/strong> wie die steigenden Preise die Wirtschaftsleistung beeinflussen sollen, erkl&auml;ren uns die famosen Redakteure nicht)<\/em> Um die Inflation in den Griff zu bekommen, hatte die Europ&auml;ische Zentralbank bereits im April die Zinsen erstmals seit der Finanzkrise angehoben.<\/p><p>Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 2,6 Prozent, die f&uuml;hrenden Forschungsinstitute mit einem Plus von 2,8 Prozent. Der neue Wirtschaftsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) rechnet sogar damit, dass sich das Wachstum beschleunigt. &ldquo;Der Einstieg ins Jahr 2011 ist hervorragend gelungen&rdquo;, sagte R&ouml;sler. Die Zahlen belegten, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnt. &ldquo;Deutschland ist der Wachstumsmotor unter den Industriel&auml;ndern &ndash; und das nicht nur in Europa.&rdquo; <em>(<strong>AM:<\/strong> Das ist reine Propaganda des neuen Wirtschaftsministers, die an uns von Spiegel online treuherzig weitergegeben wird. Was sind das f&uuml;r Journalisten! PR Journalisten!)<\/em><\/p><p>Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz h&auml;lt jetzt sogar ein Wachstum von mehr als drei Prozent f&uuml;r m&ouml;glich. <em>(<strong>AM:<\/strong> 3 % sind nicht viel, wenn man tief im Loch sitzt)<\/em> &ldquo;Wir sind sehr schnell aus der Krise des Jahres 2009 herausgekommen &ndash; unerwartet schnell, unerwartet kr&auml;ftig. Und so geht es in diesem Jahr weiter&rdquo;, sagte Franz im ARD-Morgenmagazin. So h&auml;tten die f&uuml;hrenden Wirtschaftsforschungsinstitute das deutsche Wachstum in diesem Jahr j&uuml;ngst auf 2,8 Prozent gesch&auml;tzt. &ldquo;Vielleicht, mit ein bisschen Gl&uuml;ck, k&ouml;nnen wir sogar eine drei vor dem Komma haben&rdquo;, sagte er. <em>(<strong>AM:<\/strong> Auch hier wieder die Methode der Niedrigsch&auml;tzung, um dann umso begeisterter kommentieren zu k&ouml;nnen. Auch die Redakteure von Spiegel online m&uuml;ssten eigentlich wissen, dass der zitierte Professor kein unabh&auml;ngiger kritischer Kopf ist.)<\/em><\/p><p>Fraglich ist jedoch, wie sehr sich die Euro-Krise noch ausweitet &ndash; und wom&ouml;glich das deutsche Wachstum belastet. Der Internationale W&auml;hrungsfonds hatte am Donnerstag vor einer Ausweitung der Schuldenkrise gewarnt und eine gemeinsame Finanzpolitik der Partner gefordert.<\/p><p>yes\/dpa\/Reuters<\/p><p><strong>P.S. 14:00 Uhr, ein erg&auml;nzender Hinweis von G.K.:<\/strong><\/p><p>Worauf in den Medien nicht hingewiesen wird: Nicht nur im Vergleich zum 4. Quartal 2010 wird das BIP-Wachstum (+1,5%) witterungsbedingt (winterliches Wetter im 4. Quartel 2010) &uuml;berzeichnet. Der Spiegel schreibt in seiner heutigen Meldung zum Vorjahresvergleich:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Auf Jahressicht legte die Wirtschaftsleistung sogar so stark zu wie noch nie seit der Wiedervereinigung: Die Statistiker berechneten ein Plus von preisbereinigt 5,2 Prozent.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Im Mai des vergangenen Jahres schrieb Handelsblatt zur Entwicklung des BIP im 1. Quartal 2010:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Ein st&auml;rkeres Wachstum verhinderten schrumpfende Bauinvestitionen: Grund daf&uuml;r ist der strenge Winter. Schnee und Frost hatten wochenlang viele Baustellen lahmgelegt und viele weitere Branchen behindert.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Demgegen&uuml;ber war der Winter im 1. Quartal 2011 ausgesprochen mild, so da&szlig; der BIP-Anstieg (5,2% gegen&uuml;ber dem 1. Quartal 2010) auch im Vorjahresvergleich deutlich &uuml;berzeichnet ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute erschien wieder einer der typischen Propaganda-Artikel von Spiegel online (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,762300,00.html\">&bdquo;Deutsche Wirtschaft ist so stark wie vor der Krise&ldquo;<\/a>) zu einer Ver&ouml;ffentlichung des Statistischen Bundesamtes das Wachstum der deutschen Wirtschaft betreffend. 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