{"id":945,"date":"2005-11-14T11:51:04","date_gmt":"2005-11-14T09:51:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=945"},"modified":"2016-02-28T10:57:16","modified_gmt":"2016-02-28T09:57:16","slug":"mehr-zum-koalitionsvertrag-die-grose-koalition-ziemlich-kleinkariert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=945","title":{"rendered":"Mehr zum Koalitionsvertrag: Die Gro\u00dfe Koalition, ziemlich kleinkariert"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Ich erkl&auml;re hiermit, dass ich diese Koalitionsvereinbarung ebenso wenig lesen werde wie die vorige.&ldquo; So soll sich der noch amtierende Kanzler Gerhard Schr&ouml;der laut BamS nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen ge&auml;u&szlig;ert haben. Mir ist zwar klar, dass solche Vertr&auml;ge zwischen den koalierenden Parteien, die Regierungen &ndash; sind sie erst einmal gew&auml;hlt &ndash; nur noch beim Regieren st&ouml;ren und am liebsten gleich in den Rei&szlig;wolf verf&uuml;gt w&uuml;rden. Dennoch wollte ich mich der M&uuml;he unterziehen und die insgesamt 191 Seiten gr&uuml;ndlich lesen, damit ich mir nicht sp&auml;ter den Vorwurf einhandle: Ich h&auml;tte alles, was auf uns zu kommt, ja vorher wissen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen.<br>\nSp&auml;testens ab Seite 66 habe ich den Text jedoch nur noch &uuml;berflogen. Dort steht n&auml;mlich der Satz: &bdquo;Alle Ma&szlig;nahmen dieses Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt.&ldquo; D.h. man kann den ganzen Streit um den Koalitionsvertrag vergessen, wenn die dort vorgesehenen Ma&szlig;nahmen nicht finanzierbar sind. So wie die Politik angelegt ist, ist aber nichts anderes zu erwarten.<br>\n<!--more--><br>\nDas Wichtigste dieses Koalitionsvertrages steht in der Pr&auml;ambel. Sie steckt voller Politlyrik und ich liege wohl nicht ganz falsch mit der Behauptung, dass die entscheidenden Verhandlungsgremien fast ausschlie&szlig;lich um deren Wortlaut gerungen haben. Die n&auml;chsten 140 Seiten nebst weiteren 45 Seiten Verhandlungsergebnisse zur F&ouml;deralismusreform lesen sich wie die routinem&auml;&szlig;ige Fortschreibung eines von den Beamten der Planungs- und Koordinierungsabteilung des Kanzleramtes ressortabgestimmten Regierungsprogramms, in dem mit beamtengem&auml;&szlig;er Akribie m&ouml;glichst fl&auml;chendeckend das bisherige Regierungshandeln fortgeschrieben wird.<\/p><p>So ein Papier braucht man vielleicht, wenn die Regierungszentrale einen &Uuml;berblick behalten will, welche Vorhaben in welchem Ressort f&uuml;r das Regierungshandeln anstehen. Ich trete aber wohl keinem der Verhandlerinnen oder Verhandler zu nahe, wenn ich behaupte, dass keine oder keiner von ihnen den Vertrag ganz oder auch nur in weiten Teilen durchgelesen hat. Schr&ouml;der steht mit seiner Ignoranz da wohl keineswegs alleine.<br>\nAllenfalls haben die Verhandlungsteilnehmer von ihren &bdquo;Zuschl&auml;gern&ldquo; oder ihren L&auml;nderstaatskanzleien gegilbte Exemplare an die Hand bekommen und Formulierungsvorschl&auml;ge zu einzelnen von Anfang bis Ende durchnummerierten Textzeilen mit in die Sitzungen geliefert bekommen.<\/p><p>Dass die Prosa des Vertrages zum ganz &uuml;berwiegenden Teil aus den Textbausteinen der Fachressorts zusammengest&uuml;ckelt worden ist, zeigt beispielhaft die akribische Auflistung des Katalogs der Marterinstrumente gegen den angeblichen Missbrauch der Hartz IV-Gesetze. Die Formulierungen, die dort gew&auml;hlt worden sind, k&ouml;nnen eigentlich einem Politiker gar nicht einfallen. Z.B.: &bdquo;Unter 25j&auml;hrige, die erstmals eine eigene Wohnung beziehen wollen, k&ouml;nnen k&uuml;nftig nur noch Leistungen erhalten, wenn sie vorher die Zustimmung des Leistungstr&auml;gers einholen.&ldquo; Oder bei der &bdquo;Ausgestaltung des Schonverm&ouml;gens&hellip;k&ouml;nnten k&uuml;nftig die Schonbetr&auml;ge zur Alterssicherung angehoben und die bisherigen Freibetr&auml;ge entsprechend abgesenkt werden&ldquo; usw. usf. (Zeilen 1307ff.) Man merkt richtig, wie Clement seinen Beamtenapparat scharf gemacht hat.<\/p><p>Sie, liebe Leserinnen und Leser, brauchen sich also wie Gerhard Schr&ouml;der kein schlechtes Gewissen zu machen, wenn Sie diesen Text nur downloaden und abspeichern. Sie sollten allenfalls die Seiten lesen, die Sie pers&ouml;nlich betreffen k&ouml;nnten. <\/p><p>Wenn Sie die dreiseitige Pr&auml;ambel gelesen haben, wissen Sie im Wesentlichen, worum es bei der Gro&szlig;en Koalition geht und welche Grundrichtung in der Regierungspolitik eingeschlagen werden soll. Allerdings enth&auml;lt auch das &bdquo;Kleingedruckte&ldquo; manche Tretmine und eine Vielzahl von verdeckten Hinweisen auf Interessen, von denen die Gro&szlig;koalition&auml;re geleitet sind. So wird zum Beispiel in 1.2 (Zeile 710) &bdquo;die Beseitigung der Diskriminierung von Public Private Partnerships&ldquo; gefordert und in 6.1 (Zeilen 2252ff.)wird erkl&auml;rt, &bdquo;unser Ziel ist es, mehr privates Kapital f&uuml;r den Verkehrswegebau zu mobilisieren.&ldquo; Die dahinter steckenden Interessen von Seiten privater Investoren, die dem Staat in die Taschen greifen wollen, sind deutlich zu erkennen.<\/p><p>Ich bin zwar selten mit dem Pr&auml;sidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie J&uuml;rgen Thuman einer Meinung, aber wo er Recht hat, da hat er Recht, wenn er sagt:<br>\n&bdquo;Alles in allem ist der Koalitionsvertrag eine Fortsetzung der Reformpolitik mit vielen kleinen Schritten&ldquo;. (BamS v. 13.11.05)<br>\nDas ist eigentlich nicht verwunderlich, denn wir hatten de facto schon bisher eine Gro&szlig;e Koalition, nur nicht in der Regierung, sondern zwischen Regierung und Bundesrat. Deswegen wollte Schr&ouml;der &ndash; was wir auf den NachDenkSeiten von Anfang an vorhergesagt haben &ndash; mit all seinen Man&ouml;vern bis hin zu dem &Uuml;berraschungscoup mit den Neuwahlen auch nie etwas anderes als eine Gro&szlig;e Koalition. Das einzige Pech f&uuml;r ihn ist &ndash; oder vermutlich sieht er das sogar als Gl&uuml;cksfall an &ndash;, dass er nicht mehr im Kanzleramt sitzt.<\/p><p>Der Agenda-Kurs und seine weitere Fortsetzung durch die Gro&szlig;e Koalition hat im Unterschied zu Rot-Gr&uuml;n aber jetzt im Parlament eine satte Zwei-Drittel-Mehrheit (von 73%). Die ganzen Inszenierungen vor und bei den Koalitionsverhandlungen hatten letztlich vor allem einen Zweck: Die Delegierten auf den Parteitagen in den sauren Apfel bei&szlig;en zu lassen und den Koalitionsvertrag abzunicken. Ein weiteres Mal wird die SPD zur Disziplin gegen&uuml;ber einer Regierung gezwungen, die sie zwar nicht mehr f&uuml;hrt, aber an der sie immerhin zur H&auml;lfte beteiligt ist. Nachdem die Linken in der SPD als vermeintliche Meuchelm&ouml;rder von Franz M&uuml;ntefering kaum eine Lippe riskieren k&ouml;nnen werden, wird es in Karlsruhe kaum eine kritische Stimme und somit eine gro&szlig;e Mehrheit f&uuml;r eine Gro&szlig;e Koalition geben. Es wird einmal mehr ein Jubelparteitag.<\/p><p>Die ganze Schizophrenie der gegenw&auml;rtigen Politik spiegelt sich schon im ersten Satz der Pr&auml;ambel wider: &bdquo;Deutschland steht vor gro&szlig;en Herausforderungen: Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, demografischer Wandel und Ver&auml;nderungsdruck der Globalisierung verlangen gro&szlig;e Anstrengungen, um heutigen und k&uuml;nftigen Generationen ein Leben in Wohlstand zu sichern.&ldquo;(Zeilen 480ff.)<br>\nDass wir gegenw&auml;rtig und jedenfalls auch im Verlauf der 16. Legislaturprobleme kein demografisches Problem haben werden und dass Deutschland als Exportweltmeister eher Gewinner der Globalisierung ist, haben wir auf den NachDenkSeiten des &Ouml;fteren herauf und herunter dekliniert. Dass wir ein riesiges Problem mit der Arbeitslosigkeit haben und dass die Lage der &ouml;ffentlichen Haushalte alles andere als rosig ist, das will niemand bestreiten. Schizophren nenne ich es, wenn nicht als erstes und urs&auml;chliches Problem und als entscheidende Ursache f&uuml;r die genannten &bdquo;gro&szlig;en Herausforderungen&ldquo; die stagnierende Wirtschaft und dabei vor allem die mangelnde Binnennachfrage angesprochen wird.<br>\nW&auml;re nicht die Ankurbelung der Konjunktur, die Steigerung der Binnennachfrage und ein dadurch angesto&szlig;enes Wirtschaftswachstum, die Kernfrage gewesen, um das sich der Streit in den Koalitionsgespr&auml;chen h&auml;tte drehen m&uuml;ssen? Zumal die Beamten im Text noch aufgeschrieben hatten, dass &bdquo;seit rund 10 Jahren &hellip;die deutsche Wirtschaft durch eine ausgesprochene Wachstumsschw&auml;che gekennzeichnet&ldquo; ist, und dass ein halbes Prozent Wachstum 2,5 Mrd. Euro zus&auml;tzliche Steuereinnahmen und 2,3 Mrd. Euro Mehreinnamen f&uuml;r die sozialen Sicherungssystem br&auml;chte. (Zeilen 670ff.)<\/p><p>Aber so weit haben unsere Koalition&auml;re wohl nicht mehr gelesen, f&uuml;r sie kommt offenbar ein Konjunkturaufschwung vom Himmel oder allenfalls vom Ausland und Wachstum gibt es eben nur durch langfristig wirkende &bdquo;strukturelle Reformen&ldquo; (Zeilen 485f.). Nicht die Steigerung der Nachfrage, sondern die &bdquo;Wiederbelebung der Investitionst&auml;tigkeit ist der Schl&uuml;ssel f&uuml;r neues Wirtschaftswachstum&ldquo; (Zeilen 691ff.), lautet wie schon bei Rot-Gr&uuml;n auch das wirtschaftspolitische Credo der Gro&szlig;en Koalition. <\/p><p>Im Vertrag steht freim&uuml;tig, dass die Senkung der Steuers&auml;tze die Ertr&auml;ge mancher Unternehmen verbessert und deren Investitionsf&auml;higkeit gesteigert h&auml;tten, jedoch habe die h&ouml;here Ertragskraft nicht zu ausreichenden Inlandsinvestitionen gef&uuml;hrt. Warum aber dann &bdquo;weiter so&ldquo; mit der Verbesserung der Investitionsbedingungen, warum noch bessere Abschreibungsbedingungen, warum Erleichterungen bei der Schenkungs- und Erbschaftssteuer und warum sp&auml;ter eine noch investitionsfreundlichere Unternehmensteuerreform? Was haben denn die bisherigen &bdquo;historisch einmaligen&ldquo; (Schr&ouml;der) Steuersenkungen gebracht?<br>\nWarum dann nur einspurig weiter so, mit weiteren Entlastungen f&uuml;r die Investoren etwa durch Senkung der Lohnzusatzkosten unter 40 %, die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeitr&auml;ge von 6,5 auf 4,5%, die erneute Pr&uuml;fung des Kombi-Lohnmodells mit staatlichen Lohnzusch&uuml;ssen f&uuml;r Niedrigstverdiener usw. usf.?<br>\nEs bleibt also dabei: Auch die Gro&szlig;e Koalition bleibt fixiert auf die Angebotsseite der Wirtschaft und sieht ihr Hauptaufgabenfeld in der Verbesserung der Investitionsbedingungen f&uuml;r die Unternehmensseite. <\/p><p>Eine Worttrias aus der Pr&auml;ambel hat es sogar in die Schlagzeilen geschafft: &bdquo;Sanieren, reformieren, investieren&ldquo;. Schon die Reihenfolge ist Programm: Also erstens sparen, sparen und nochmals sparen. Dann, zweitens, Sozial- und Transfersysteme reformieren (will sagen abbauen und k&uuml;rzen), damit die &bdquo;strukturelle L&uuml;cke&ldquo; (Zeile 3170) aufgef&uuml;llt werden kann. Und wenn dann noch etwas &uuml;brig bleibt, wird, drittens, noch ein bisschen staatlich investiert. (Dass die Koalition ein Investitionsprogramm von 25 Milliarden &ndash; allerdings verteilt &uuml;ber die gesamte Legislaturperiode &ndash; spricht, &auml;ndert nichts an dieser Reihenfolge.)<br>\nGerade umgekehrt w&uuml;rde ein Schuh daraus. Der Staat m&uuml;sste endlich wieder kr&auml;ftig investieren, in Verbindung mit produktivit&auml;tsorientierten Lohnerh&ouml;hungen k&ouml;nnte die Nachfrage gesteigert, dadurch das Wachstum gesteigert, die Beitr&auml;ge f&uuml;r die Sozialsysteme w&uuml;rden wieder steigen und die Steuern wieder etwas st&auml;rker sprudeln.<br>\nDie Logik der Gro&szlig;en Koalition ist aber eine andere: &bdquo;Sanierung des Haushalts und das Erreichen des Maastricht-Defizitkriteriums bis zum Jahr 2007 sind unerl&auml;sslich. Weitere Reformen der sozialen Sicherungssysteme sind erforderlich. .. Deutschland braucht eine Wachstumsstrategie mit deutlich h&ouml;heren Investitionen&ldquo;. (Zeilen 659ff.)<\/p><p>Das sog. (staatliche) &bdquo;Investitionsprogramm&ldquo; ist eine reine Alibiveranstaltung, so als ob man jetzt schon der g&auml;ngigen Behauptung Vorschub leisten wollte, Investitionsprogramme br&auml;chten nichts.<br>\nDa sollen also j&auml;hrlich 35 bis 40 Milliarden eingespart und bis 2007 die Mehrwertsteuer um 3 % oder 24 Milliarden erh&ouml;ht werden und dann soll ein Investitionsprogramm verteilt auf 4 Jahre mit einem Volumen von 25 Milliarden die Wirtschaft in Schwung bringen? Da wird erst ein Mehrfaches an Nachfrage abgezogen, was tr&ouml;pfchenweise investiert wird. In die 25 Milliarden werden eingerechnet:<br>\n6,5 Milliarden Abschreibungserleichterungen vor allem f&uuml;r den Mittelstand und Steuersubventionen bei energiesparenden Geb&auml;udesanierungen.<br>\n5 Milliarden f&uuml;r die steuerliche Abzugsf&auml;higkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen (fr&uuml;her nannte man das &bdquo;Dienstm&auml;dchenprivileg&ldquo; f&uuml;r diejenigen, die sich das leisten k&ouml;nnen), f&uuml;r Geb&auml;udeerhaltung und -modernisierung und f&uuml;r Kinderbetreuungskosten.<br>\nWeiter wird hinzu gerechnet, die Einf&uuml;hrung des Elterngeldes auf 67% des letzten Nettoeinkommens bis maximal 1.800 Euro.<br>\nNicht klein schreiben will ich die 6 Milliarden f&uuml;r die F&ouml;rderung neuer Technologien (Zeilen 3235 ff.).<\/p><p>Diesen Bauchladen an F&ouml;rdermitteln, Steuererleichterungen und Steuersenkungen jedoch als &bdquo;Investitionsprogramm&ldquo; zu bezeichnen, ist schon ziemlich mutig.<\/p><p>Franz M&uuml;ntefering hat &uuml;brigens im Verlauf der Koalitionsgespr&auml;che immer wieder davon gesprochen, dass Sozialdemokraten f&uuml;r einen &bdquo;handlungsf&auml;higen Staat&ldquo; eintreten. Ich hatte dabei immer daran gedacht, dass der Staat in der Lage sein soll, seine Aufgaben zu erf&uuml;llen (vor allem auch im Bereich der Daseinsvorsorge), dem Primat der Politik gegen&uuml;ber der &Ouml;konomie zum Durchbruch zu verhelfen oder die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Da habe ich mich wohl gr&uuml;ndlich geirrt. Die einzigen Stellen, wo ich den Begriff des &bdquo;handlungsf&auml;higen Staates&ldquo; im Koalitionsvertrag gefunden habe, das war im Zusammenhang mit der Konsolidierung der Finanzen (Zeile 528), mit der Reform des F&ouml;deralismus und der Verbesserung der Verwaltungseffizienz (Zeile 330) und &ndash; man h&ouml;re und staune &ndash; im Zusammenhang mit der inneren Sicherheit und der Terrorismusbek&auml;mpfung (Zeile 617). <\/p><p>Der &bdquo;starke Staat&ldquo; zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung passt ganz gut in das wirtschaftsliberale politische Paradigma, das diesen Koalitionsvertrag kennzeichnet: Der Staat hat die Investitionsbedingungen zu verbessern, f&uuml;r mehr Markt, f&uuml;r mehr Wettbewerb zu sorgen und um Verst&auml;ndnis f&uuml;r mehr Ungleichheit zu werben, er hat die Eigenverantwortung bei der Risikovorsorge durch Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme zu verlangen und die Verlierer der Marktgesellschaft zu &bdquo;fordern&ldquo; und &ndash; damit das ganze nicht auseinanderdriftet oder gar explodiert &ndash; hat er f&uuml;r Ruhe und Ordnung zu sorgen. Jedenfalls, bei der inneren Sicherheit darf nicht gespart werden und da h&ouml;rt auch das Gerede von der Freiheit auf.<\/p><p>&Uuml;ber solche gr&ouml;&szlig;eren Zusammenh&auml;nge, &uuml;ber das zu Grunde liegende Gesellschaftsbild ist im Koalitionsvertrag an kaum die Rede. Die Grundentscheidung sozialer Wohlfahrtsstaat oder wirtschaftsliberaler Staat nach angels&auml;chsischem Verst&auml;ndnis ist mit der Gro&szlig;en Koalition machtpolitisch zugunsten der Fortsetzung des Agenda-Kurses und eines wirtschaftsliberalen Weges vorentschieden und sozusagen vor die Klammer gezogen, deswegen auch so viel Kleinkariertes im Koalitionsvertrag.<br>\nJetzt hei&szlig;t es eben CDU\/CSU und SPD &bdquo;Gemeinsam f&uuml;r Deutschland&ldquo;. Eigentlich m&uuml;sste man sagen: CDU\/CSU und SPD gemeinsam gegen den in der Wahl zum Ausdruck gebrachten Willen der Mehrheit der deutschen W&auml;hlerinnen und W&auml;hler f&uuml;r den Sozialstaat, f&uuml;r mehr Solidarit&auml;t.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Ich erkl&auml;re hiermit, dass ich diese Koalitionsvereinbarung ebenso wenig lesen werde wie die vorige.&ldquo; So soll sich der noch amtierende Kanzler Gerhard Schr&ouml;der laut BamS nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen ge&auml;u&szlig;ert haben. Mir ist zwar klar, dass solche Vertr&auml;ge zwischen den koalierenden Parteien, die Regierungen &ndash; sind sie erst einmal gew&auml;hlt &ndash; nur noch beim Regieren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=945\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[144,137,190,30],"tags":[290,380,1151,312,278],"class_list":["post-945","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-private-public-partnership","category-steuern-und-abgaben","category-wahlen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-binnennachfrage","tag-export","tag-konjunkturpolitik","tag-reformpolitik","tag-steuersenkungen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=945"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/945\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31638,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/945\/revisions\/31638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}