{"id":9454,"date":"2011-05-13T16:25:32","date_gmt":"2011-05-13T14:25:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9454"},"modified":"2011-05-13T16:25:32","modified_gmt":"2011-05-13T14:25:32","slug":"hinweise-des-tages-ii-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9454","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Absatzvolumen im Einzelhandel im Euroraum um 1,0% gefallen; Beh&ouml;rde f&uuml;r Lobbyisten &ndash; Weg mit dem Gesundheitsministerium; Schuldenkrise; Fiskalische Effekte eines gesetzlichen Mindestlohns; Ulrike Herrmann: Der Arme ist der Dumme; Berlin schm&auml;lert Chancen f&uuml;r Arbeitslose; Zahl der Aufstocker wieder gestiegen; Heilsamer Befund; Abgeordnetenwatch: Neuer Antwortboykott &ndash; diesmal: Die Hessen-CDU; Nach Fukushima; Ethik-Kommission Atomstrom: Eine absehbare Blamage; Winfried Wolf: Papier und Wirklichkeit; Die Freie Demokratische Pestilenz; NRW: Weg f&uuml;r Direktabwahl von B&uuml;rgermeistern ist frei; Forscher kritisieren Marketing im Klassenzimmer; Wir wollen keine Kaiser-Wilhelm-Schule!; Wikileaks-Enth&uuml;llungen: Wie die USA einen Staatsfeind produzieren (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Absatzvolumen im Einzelhandel im Euroraum  um 1,0% gefallen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Beh&ouml;rde f&uuml;r Lobbyisten &ndash; Weg mit dem Gesundheitsministerium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Schuldenkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Fiskalische Effekte eines gesetzlichen Mindestlohns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Ulrike Herrmann: Der Arme ist der Dumme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Berlin schm&auml;lert Chancen f&uuml;r Arbeitslose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Zahl der Aufstocker wieder gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Heilsamer Befund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Abgeordnetenwatch: Neuer Antwortboykott &ndash; diesmal: Die Hessen-CDU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Nach Fukushima<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Ethik-Kommission Atomstrom: Eine absehbare Blamage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Winfried Wolf: Papier und Wirklichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Die Freie Demokratische Pestilenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">NRW: Weg f&uuml;r Direktabwahl von B&uuml;rgermeistern ist frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Forscher kritisieren Marketing im Klassenzimmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Wir wollen keine Kaiser-Wilhelm-Schule!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wikileaks-Enth&uuml;llungen: Wie die USA einen Staatsfeind produzieren<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=9454&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Absatzvolumen im Einzelhandel im Euroraum  um 1,0% gefallen<\/strong><br>\nIm M&auml;rz 2011 fiel das Absatzvolumen des Einzelhandels gegen&uuml;ber Februar 2011 im  Euroraum (ER17) um 1,0% und in der EU27 um 0,8%. Im Februar nahm der Einzelhandelsindex um 0,3% bzw. 0,1% zu. Gegen&uuml;ber demselben Monat des Vorjahres nahm der Einzelhandelsindex im M&auml;rz 2011 im Euroraum um 1,7% und in der EU27 um 1,0% ab.<br>\n<strong>Monatliche Ver&auml;nderungen<\/strong><br>\nDer Absatz von Nahrungsmitteln, Getr&auml;nken und Tabakwaren fiel im M&auml;rz 2011 gegen&uuml;ber Februar 2011 im Euroraum um 0,6% und in der EU27 um 0,5%. Der Nicht-Nahrungsmittelsektor nahm in beiden Gebieten um 1,1% ab.<br>\nVon den Mitgliedstaaten, f&uuml;r die Daten vorliegen,  war das gesamte Einzelhandelsvolumen in dreizehn Mitgliedstaaten r&uuml;ckl&auml;ufig und erh&ouml;hte sich in acht. Die st&auml;rksten R&uuml;ckg&auml;nge verzeichneten  Portugal  (-4,7%), Slowenien  (-3,0%), Deutschland  (-2,1%) und Polen  (-1,9%) und die h&ouml;chsten Zuw&auml;chse Estland  (+2,1%), Rum&auml;nien (+0,8%), Irland und Lettland (je +0,6%).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/4-04052011-AP\/DE\/4-04052011-AP-DE.PDF\">Eurostat [PDF &ndash; 310 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Dass Deutschland mit -2,1% den drittst&auml;rksten R&uuml;ckgang des Einzelhandelsvolumens hat, passt nat&uuml;rlich nicht in die <a href=\"?p=9441\">&bdquo;Wachstumspropaganda&ldquo;<\/a> der Medien und wird daher auch konsequent unter den Tisch gekehrt. Wessen Aufschwung bejubelt man? Den Aufschwung, der dazu f&uuml;hrt, dass deutsche Aktiengesellschaften Rekorddividenden in H&ouml;he von 32 Milliarden Euro an ihre <a href=\"?p=9389#h04\">Aktion&auml;re auszahlen<\/a>? Oder den &bdquo;Aufschwung&ldquo;, der ganz offensichtlich beim B&uuml;rger nicht ankommt und dazu f&uuml;hrt, dass die B&uuml;rger noch weniger Geld ausgeben k&ouml;nnen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Beh&ouml;rde f&uuml;r Lobbyisten &ndash; Weg mit dem Gesundheitsministerium<\/strong><br>\nDie j&uuml;ngste Rochade im Kabinett zeigt: Das Gesundheitsministerium dient nur noch der Lobbyarbeit. Oder als Rangierbahnhof f&uuml;r Politiker. Brauchen tut die Beh&ouml;rde in dieser Form keiner mehr. Vor allem nicht die Kranken.<br>\nAbschaffen &ndash; und zwar sofort. Oder umbenennen in Ministerium f&uuml;r Lobbyismus und Interessenpolitik. Brauchen tut das Gesundheitsministerium in dieser Form keiner mehr. Wie &uuml;berfl&uuml;ssig die Bundesbeh&ouml;rde ist, zeigte sich in diesen Tagen deutlich. F&uuml;r die FDP ist dieser Posten lediglich ein Rangierbahnhof, in dem Nachwuchskr&auml;fte zwischengeparkt werden. In keiner anderen Position k&ouml;nnen Politiker so hitzige Debatten mit Standesvertretern f&uuml;hren, die Macht der Lobbygruppen wie auch eigene Ohnmacht sp&uuml;ren. [&hellip;]<br>\nEs muss kein Naturgesetz sein, dass ein Gesundheitsministerium kaum die Gesundheit der Menschen, daf&uuml;r umso mehr die Gesundung der Medizinwirtschaft im Blick hat. Solange die Minister vor allem Kaufleute sind, wird sich das so schnell nicht &auml;ndern. Philipp R&ouml;sler ist zwar Arzt, doch er kam aus dem Wirtschaftsministerium, und es treibt ihn in die Wirtschaft zur&uuml;ck. Sein Nachfolger Daniel Bahr hat Banklehre und Volkswirtschaftsstudium hinter sich. [&hellip;]<br>\nDoch Reformen, die den Menschen zugutekommen und Kosten senken, werden verz&ouml;gert und vertagt. Seit Jahrzehnten sind sich unabh&auml;ngige Experten einig, dass eine Positivliste mit maximal 1500 sicheren Medikamenten zur Versorgung ausreicht. Stattdessen gibt es fast 60.000 Arzneimittel in Deutschland und das Gesundheitsministerium setzt ein Gesetz durch, mit dem noch mehr Mittel ohne ausreichenden Nutzennachweis auf den Markt kommen. Seit langem ist unbegreiflich, warum &Auml;rzte eher nach Quantit&auml;t denn nach Qualit&auml;t honoriert werden und ihnen zu wenig Anreize geboten werden, bessere Medizin zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/behoerde-fuer-lobbyisten-weg-mit-dem-gesundheitsministerium-1.1096785\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schuldenkrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sind die Griechen wirklich selbst Schuld?<\/strong><br>\nEin Jahr nach den Hilfskrediten von EU und IWF und den damit verbundenen Sparma&szlig;nahmen haben sich die Schulden Griechenlands weiter erh&ouml;ht, das Land ist in eine tiefe soziale Krise gerutscht. Sind die Griechen an dieser Lage selbst Schuld? &Ouml;konomen und Aktivisten aus Griechenland zeichnen ein anderes Bild: Die aggressive deutsche Exportpolitik, &uuml;berh&ouml;hte Zinsen f&uuml;r Notkredite und die milliardenschwere Korruption griechischer Politiker durch deutsche Unternehmen wie Siemens h&auml;tten wesentlich zur Krise beigetragen. Um die Legitimit&auml;t der Schulden zu pr&uuml;fen, fordern sie eine unabh&auml;ngige Kommission nach dem Vorbild Ecuadors.<br>\nG&auml;ste:<br>\nLeonidas Vatikiotis: &Ouml;konom, wissenschaftlicher Berater f&uuml;r den Film &bdquo;Debtocracy&ldquo; und Mitinitiator des griechischen Schulden-Audits, Athen<br>\nEric Toussaint: Kommitte f&uuml;r die Annullierung der Schulden der Dritten Welt, Br&uuml;ssel<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/99\">Kontext-TV<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Auch die anderen Berichte der aktuellen Kontext-TV-Sendung sind sehr interessant:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/100\">Wirtschaftskrise in Spanien: Immobilienblase, deutsche Verm&ouml;gensaufk&auml;ufe, Klage gegen Ratingagenturen<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/101\">Kahlschlag in Gro&szlig;brittanien: Massenproteste gegen Sozialk&uuml;rzungen und Steuerflucht<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/98\">Energiewende: Ausstieg aus Atom, Kohle und &Ouml;l ist m&ouml;glich<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Irland will mit Umschuldung ernst machen<\/strong><br>\nDas Land will private Anleger an der Bankenrettung mit einem Haircut von bis zu 90% beteiligen<br>\nW&auml;hrend &uuml;ber die n&ouml;tige Umschuldung Griechenlands debattiert wird, die mit neuen 60 Milliarden wohl auf 2013 oder sp&auml;ter verschoben werden soll, will Irland ernst machen. Dublin will nun auch die Anleger an den Kosten der Bankenrettung beteiligen. Der Abschlag, den Gl&auml;ubiger auf ihre Forderungen hinnehmen sollen, soll bis zu 90% betragen. Wer das gro&szlig;z&uuml;gige Angebot ablehnt, soll noch deutlich weniger erhalten: 1 Cent f&uuml;r je 1000 Euro.<br>\nAngesichts der unnachgiebigen Haltung in Europa, verlieren die Iren offenbar langsam die Geduld. Sie machen Druck vor dem Treffen der EU-Finanzminister am kommenden Montag und Dienstag, denn auch Irland m&ouml;chte eine Reduzierung der hohen Zinss&auml;tze, die das Land f&uuml;r die Nothilfe aufgedr&uuml;ckt bekam.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/149831_1305281366\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Im Klub der h&auml;sslichen Deutschen<\/strong><br>\nBerlins Euro-Zeterer haben es salonf&auml;hig gemacht, andere L&auml;nder mal eben f&uuml;r marode zu erkl&auml;ren. Solch irrer Hochmut ist nicht nur unbeliebt, er wird auch &ouml;konomisch teuer. [&hellip;]<br>\nSo poltern die Geister, sp&auml;testens seit Griechenland wieder unter Finanzmarktbeschuss steht, ohne dass es daf&uuml;r einen erkennbaren Anlass gab &ndash; vom ewigen Hans-Olaf Henkel &uuml;ber Ober-Familienunternehmer Patrick Adenauer bis hin zu Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Und das Bemerkenswerte ist, dass selbst n&uuml;chternere Gem&uuml;ter den neuen deutschen Hochmut mittlerweile vor sich hin reden.<br>\nKlar stecken andere in akuteren Problemen als wir. Gef&auml;hrlich ist dennoch, deshalb ganze L&auml;ndergruppen samt Mensch und Wirtschaft f&uuml;r marode zu erkl&auml;ren. Das ist faktisch kaum haltbar, zertr&uuml;mmert mit jeder neuen Woche unn&uuml;tz Deutschlands Sympathien &ndash; und macht die Krise nur umso teurer. Auch dar&uuml;ber stimmen unsere Abgeordneten de facto bald ab. Ein Desaster in spe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-thomas-fricke-im-klub-der-haesslichen-deutschen\/60051486.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Portugal unter Kuratel<\/strong><br>\nDas Datum deutet auf Kontinuit&auml;t: Am 3. Mai unterzeichneten EU-Kommission, Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) und Internationaler W&auml;hrungsfonds (IWF) die &raquo;Absichtserkl&auml;rung f&uuml;r eine spezifische wirtschaftspolitische Konditionalit&auml;t&laquo; mit Portugal. Auf den Tag genau vor einem Jahr war ein gleichlautendes Memorandum mit Griechenland vereinbart worden. Darin waren dem Land von EU, EZB und IWF die Bedingungen diktiert worden, die es f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Kredithilfen zu erf&uuml;llen hat. So soll garantiert werden, da&szlig; die Darlehen der Banken regelm&auml;&szlig;ig bedient werden. Im Fall Griechenlands l&auml;&szlig;t sich heute eine erste Bilanz ziehen. Sie f&auml;llt vernichtend aus. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hatte ihren Kommentar zu diesem Jahrestag mit &raquo;Das Scheitern&laquo; &uuml;berschrieben.  Das hei&szlig;t noch lange nicht, da&szlig; man in Br&uuml;ssel, Frankfurt\/Main und Washington daraus gelernt h&auml;tte. Offensichtlich gilt f&uuml;r die drei &raquo;Helfer&laquo;-Organisationen nicht die alte Volksweisheit, da&szlig; man aus Schaden klug werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-13\/022.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer meint, dass hier die junge Welt einen allzu alarmistischen Ton anschl&auml;gt, t&auml;uscht sich. Unter dem Titel &ldquo;Portugal wird entm&uuml;ndigt&rdquo; schreibt die SZ bereits am 9. April: &ldquo;Portugals Regierung steht kurz davor, einen gro&szlig;en Teil der politischen und wirtschaftlichen Kontrolle an die Europ&auml;ische Union und den Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) abzugeben. Das sei der Preis, den das Euro-Land f&uuml;r dringend ben&ouml;tigte Finanzhilfen zahlen m&uuml;sse, hie&szlig; es nach einer dramatischen Sitzung der Finanzminister der 17 Euro-L&auml;nder in G&ouml;d&ouml;ll&ouml; bei Budapest.&rdquo; Die Hoffnung, die Andreas Wehr auf die &ldquo;Wut der Stra&szlig;e&rdquo; setzt, d&uuml;rfte allerdings entt&auml;uscht werden, denn alle gro&szlig;en Parteien haben inzwischen den vorgesehenen Ma&szlig;nahmen ihren Segen gegeben. Das europ&auml;ische Kapital darf auf  Schn&auml;ppchenjagd gehen. Dass mit dem Verscherbeln des Tafelsilbers nur der n&auml;chste Tag gesichert ist, wird dem europ&auml;ischen Publikum (B&uuml;rger) erst klar werden, wenn die europ&auml;ischen Volkswirtschaften endg&uuml;ltig an Wand gefahren worden sind.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fiskalische Effekte eines gesetzlichen Mindestlohns<\/strong><br>\nDie Prognos AG hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung die fiskalischen Effekte eines gesetzlichen Mindestlohns berechnet. Ziel des vorliegenden Berichts ist die Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen eines gesetzlichen Mindestlohns auf den Staatshaushalt, einschlie&szlig;lich der Auswirkungen auf die sozialen Transfer- und Sicherungssysteme. Potenzielle Bescha&#776;ftigungseffekte sind nicht Gegenstand der Studie. Eine serio&#776;se Simulation derartiger Wirkungen wa&#776;re innerhalb des kurzen Bearbeitungszeitraums weder mo&#776;glich noch sinnvoll gewesen. Die Berechnungen auf Basis des Sozio&ouml;konomischen Panels (SOEP 2009) liegen fu&#776;r Mindestlohnsa&#776;tze in Ho&#776;he von 5, 7,50, 8,50, 10 und 12 Euro vor.<br>\nDie Studie kommt zu dem Ergebnis, dass z.B. ein Mindestlohn in Ho&#776;he von 8,50 Euro zu erheblichen Mehreinnahmen bei den Steuern und Sozialversicherungsbeitra&#776;gen fu&#776;hrt. Gleichzeitig kommt es zu einer deutlichen Verringerung von Staatsausgaben, u.a. durch Einsparungen bei sogenannten Aufstockern.<br>\nGrundlage der Berechnungen sind knapp 32 Mio. Arbeitnehme- rinnen und Arbeitnehmer, die bezu&#776;glich ihrer soziodemografischen Charakteristika aus dem SOEP hochgerechnet wurden. Ausgeschlossen wurden Personen, fu&#776;r die ein gesetzlicher Mindestlohn keine direkte Gu&#776;ltigkeit besitzt. Dazu geho&#776;ren Selbststa&#776;ndige, aber auch Auszubildende, Praktikanten, Ein-Euro-Jobber, Personen in Arbeitsbeschaffungsma&szlig;nahmen und Wehrpflichtige.<br>\nAnhand der sozio-demografischen Eigenschaften la&#776;sst sich zuna&#776;chst zeigen, welche Personengruppen insbesondere von der Einfu&#776;hrung eines Mindestlohns profitieren wu&#776;rden. Insgesamt erzielen ca. 36 Prozent der Bescha&#776;ftigten (11,4 Mio.) Bruttostundenlo&#776;hne von weniger als 12 Euro. Unterhalb von 8,50 Euro liegen fast 16 Prozent oder 5 Mio. Erwerbsta&#776;tige. 1,2 Mio. Menschen erhalten rechnerisch Stundenlo&#776;hne von weniger als 5 Euro. In der Logik der hier gewa&#776;hlten Vorgehensweise werden die Lo&#776;hne dieser Personen auf die jeweils gewa&#776;hlte Mindestlohnstufe angehoben. Diese Anhebung der Erwerbseinkommen induziert fiskalische Effekte.<br>\nNeben dem Lohnsatz an sich macht die Studie sichtbar, dass vor allem Frauen, Berufsanfa&#776;nger, a&#776;ltere Arbeitnehmer und gering qualifizierte Erwerbsta&#776;tige von einem Mindestlohn profitieren wu&#776;rden. Gleiches gilt fu&#776;r Arbeiterinnen und Arbeiter, die durchschnittliche geringere Stundenlo&#776;hne erreichen als Angestellte. Grundsa&#776;tzlich hat auch der Arbeitsumfang einen deutlichen Einfluss auf die Entlohnung, so dass etwa Teilzeitbescha&#776;ftigte weniger pro Stunde verdienen als Vollzeitbescha&#776;ftigte.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/Prognos_Studie_Mindestlohn.pdf\">Prognos [PDF &ndash; 45 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Der Arme ist der Dumme<\/strong><br>\nDie Steuereinnahmen steigen, hat die neueste Sch&auml;tzung ergeben &ndash; aber wer zahlt eigentlich f&uuml;r den Staat? Auch darauf findet sich eine Antwort in den Daten, und sie lautet kurz zusammengefasst: Es sind vor allem die Verbraucher und abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, die den Staat finanzieren. Die Kapitalbesitzer hingegen kommen billig davon. Die Steuerreformen von Rot-Gr&uuml;n und Schwarz-Rot waren eben nicht folgenlos. Es macht sich bemerkbar, wenn der Spitzensteuersatz von 53 auf 42 Prozent sinkt &ndash; oder wenn Kapitalbesitzer pl&ouml;tzlich nur noch 25 Prozent Abgeltungsteuer auf ihre Zinsen und Dividenden zahlen m&uuml;ssen. Deutschland ist ungerechter geworden, wie sich bei jeder Steuersch&auml;tzung wieder zeigt. Die L&ouml;sung: Es w&uuml;rde schon reichen, einige der Steuerreformen zur&uuml;ckzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F05%2F13%2Fa0178&amp;cHash=a907881250\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Berlin schm&auml;lert Chancen f&uuml;r Arbeitslose<\/strong><br>\nFordern ja, f&ouml;rdern nein: Der Bund hat die Mittel f&uuml;r die Qualifizierung von Hartz-IV-Beziehern drastisch gek&uuml;rzt. Arbeitsagentur und Wissenschaftler schlagen Alarm: Hunderttausende m&uuml;ssten auf eine Jobperspektive verzichten. SPD-Arbeitsmarktexpertin Anette Kramme greift Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen an: Die Zahlen der Bundesagentur zeigten, &ldquo;wie gravierend sich die K&uuml;rzungspolitik von der Leyens zu Lasten der Langzeitarbeitslosen auswirkt&rdquo;. Rechne man die Ergebnisse der ersten vier Monate hoch, erg&auml;ben sich knapp 800.000 weniger F&ouml;rderungen binnen eines Jahres. Von der Leyen hatte dagegen argumentiert, dass es bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit m&ouml;glich sein m&uuml;sse, Geld zu sparen. Au&szlig;erdem lie&szlig;en sich die F&ouml;rderinstrumente der Jobcenter noch effizienter einsetzen. Nach der Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente will sie deshalb von 2012 bis 2015 nochmals insgesamt 7,5 Milliarden Euro f&uuml;rs F&ouml;rdern und Qualifizieren von Jobsuchern weniger ausgeben. Auch aus der Bundesagentur selbst ist inzwischen vorsichtige Kritik zu h&ouml;ren. Es sei klar, &ldquo;dass bei guter Arbeitsmarktentwicklung und r&uuml;ckl&auml;ufiger Arbeitslosigkeit auch weniger Geld f&uuml;r Arbeitsmarktpolitik gebraucht wird. Der R&uuml;ckgang sollte aber m&ouml;glichst proportional sein&rdquo;, sagt BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Genau dies ist allerdings nicht der Fall. DGB-Frau Buntenbach leuchtet das Argument &ldquo;weniger Arbeitslose, weniger F&ouml;rderung&rdquo; sowieso nicht ein: &ldquo;Bei den Jobsuchenden, die &uuml;brig bleiben, handelt es sich oft um besonders schwierige F&auml;lle. Und gerade die ben&ouml;tigen eine besondere Betreuung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt-berlin-schmaelert-chancen-fuer-arbeitslose-1.1091731\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zahl der Aufstocker wieder gestiegen<\/strong><br>\nDie Zahl der Berufst&auml;tigen, die zus&auml;tzlich Hartz IV bekommen, ist erneut gestiegen. Im vergangenen Jahr lag die Gesamtzahl der so genannten Aufstocker im Schnitt bei 1,383 Millionen. Das geht aus Berechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) hervor. Das waren 4,4 Prozent mehr als 2009, 4,7 Prozent mehr als 2008 und 13,5 Prozent mehr als 2007.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/aufstocker106.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Heilsamer Befund<\/strong><br>\nIn Deutschland kamen im vergangenen Jahr auf 100 000 Einwohner 397 &Auml;rzte. Nach AOK-Angaben ist das nicht nur die bisher gr&ouml;&szlig;te Arztdichte aller Zeiten. &Uuml;ber alle Arztgruppen hinweg werde die Zahl der ben&ouml;tigten Praxismediziner inzwischen bereits um 26 Prozent &uuml;bertroffen. Und selbst von den Haus&auml;rzten, nach denen am h&auml;ufigsten gerufen und mancherorts bereits h&auml;nderingend gesucht wird, gebe es insgesamt zu viele. Unber&uuml;cksichtigt bleibt bei den Steigerungszahlen des AOK-Instituts freilich dreierlei: die Alterung der Bev&ouml;lkerung, die Zunahme von Teilzeitarbeit vor allem bei &Auml;rztinnen sowie die weitere Verbreitung aufwendig zu versorgender Krankheiten. All das sei aber &bdquo;nicht so dramatisch&ldquo;, dass es die Steigerung der &Auml;rztezahl komplett relativieren k&ouml;nne, sagte WidO-Chef Klaus Jacobs. Insgesamt gesehen gebe es weder zu wenige Mediziner in Deutschland noch ein Nachwuchsproblem, wie schon der Blick auf die gro&szlig;e Zahl der abgelehnten Studienbewerber zeige. Selbstkritisch sei zu sagen, dass die Krankenkassen die Probleme auf dem Land &bdquo;lange verniedlicht&ldquo; h&auml;tten. Man d&uuml;rfe nun aber auch &bdquo;nicht das Kind mit dem Bade aussch&uuml;tten&ldquo;.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/heilsamer-befund\/4168136.html\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wido.de\/fileadmin\/wido\/downloads\/pdf_ambulaten_versorg\/wido_amb_pub-aerzteatlas2011_0511.pdf\">&Auml;rzteatlas 2011 [PDF &ndash; 3.4 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In dem Artikel werden regionale  Unterschiede nicht gen&uuml;gend skandalisiert. Der &Uuml;berversorgung in attraktiven Regionen  steht eine betr&auml;chtliche Unterversorgung im l&auml;ndlichen Raum gegen&uuml;ber. Etwa zw&ouml;lf Millionen Menschen sind von einer medizinischen Unterversorgung bedroht. Neben der Attraktion, die von St&auml;dten wie M&uuml;nchen, Freiburg, Berlin oder Hamburg ausgeht, m&uuml;ssen Land&auml;rzte durchschnittlich 50 Prozent mehr Patienten betreuen als &Auml;rzte in der Stadt mit entsprechend l&auml;ngeren Arbeitszeiten. Auch die geringere Zahl an eintr&auml;glichen Privatpatienten spielt eine Rolle f&uuml;r die Entscheidung gegen den l&auml;ndlichen Raum.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Abgeordnetenwatch: Neuer Antwortboykott &ndash; diesmal: Die Hessen-CDU<\/strong><br>\nMan darf sich schon wundern &uuml;ber einige Politiker. Das Ansehen ihres Berufsstandes ist seit Jahren im Keller, nur Talkmaster und Banker sind noch unbeliebter (mehr&hellip; ). Eigentlich m&uuml;sste sich ein Politiker jetzt hinstellen und den Menschen zurufen: Ich m&ouml;chte euer Vertrauen zur&uuml;ckgewinnen!<br>\nDoch statt dessen dies: Nach der baden-w&uuml;rttembergischen CDU vor gut einem Jahr hat am Montag dieser Woche auch die Hessen-CDU einen Boykott verk&uuml;ndet. Man werde auf abgeordnetenwatch.de keine B&uuml;rgerfragen beantworten, denn als &ldquo;demokratisch gew&auml;hlte Abgeordnete stellen wir an uns den Anspruch, auch ohne einen Vermittler f&uuml;r die B&uuml;rger ansprechbar zu sein.&rdquo; Das ist seit Jahren &uuml;brigens &ndash; wortgleich &ndash; die Standardbegr&uuml;ndung mehrerer Bundestagsabgeordneter, z.B. von Kristina Schr&ouml;der, Gitta Connemann, Hartwig Fischer oder Andreas Mattfeld &ndash; die hessische CDU hat sie sich nun kurzerhand ausgeliehen.<br>\nDas Argument ist nat&uuml;rlich absurd, zumal im Zusammenhang mit dem Wort &bdquo;demokratisch&ldquo;, denn &uuml;bersetzt lautet es: &bdquo;Als vom Volk gew&auml;hlte Abgeordnete stellen wir an uns den Anspruch, selbst dar&uuml;ber zu entscheiden, auf welchem Wege uns das Volk anzusprechen hat.&ldquo; Noch deutlicher l&auml;sst sich eigentlich nicht ausdr&uuml;cken, welches Rollenverst&auml;ndnis in einem demokratischen System jemand hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2011\/05\/12\/neuer-burgerboykott-diesmal-die-hessen-cdu\/\">Abgeordnetenwatch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Nach Fukushima<\/strong><br>\nLiebe Ana, lieber Andreas,<br>\nwie Ihr wisst, besch&auml;ftigt mich die Atomkraft, seid ihr geboren wurdet. Du, Ana, bittest mich jetzt um eine Einsch&auml;tzung der Katastrophe von Fukushima.<br>\nFukushima hat die Achtlosigkeit, mit der wir die alten Sorgen haben schl&auml;frig werden lassen, hinweggefegt, und ich frage mich mit erneuter Intensit&auml;t, auch als Arzt: Was haben wir zugelassen mit dieser Atomtechnologie in den letzten 50, 60 Jahren? Was ist das f&uuml;r eine Technik, die so auf unseren K&ouml;rper wirken und unser Leben so destabilisieren kann? Mein Brief ist ein Versuch, die Situation diagnostisch besser zu verstehen, der Prozess der Heilung scheint noch ziemlich ungekl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2011\/05\/nach-fukushima\/\">Kontext<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.S.:<\/strong> Ein sehr lesenswerter Artikel zur Atomlobby.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ethik-Kommission Atomstrom: Eine absehbare Blamage<\/strong><br>\nDas noch inoffizielle Ergebnis war absehbar, im Vorfeld gab es sehr viel Kritik, &uuml;berhaupt eine solche Kommission einzurichten. 10 Jahre solle es noch Atomstrom geben, geht es nach der Ethik-Kommission wie ein Berichtsentwurf zeigt. Was hat das mit Ethik noch zu tun? Es d&uuml;rfte pure Interessens- und Gewinnpolitik werden.<br>\n&bdquo;Wer nach Fukushima noch f&uuml;r ein volles Jahrzehnt auf Atomkraft in Deutschland setzt, zeigt ein eigenwilliges Verst&auml;ndnis von Ethik&ldquo;, kommentiert NABU-Pr&auml;sident Olaf Tschimpke den Berichtsentwurf der Ethikkommission der Bundesregierung zur Atomenergie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.glocalist.com\/news\/kategorie\/politik\/titel\/ethikkommission-atomstrom-eine-absehbare-blamage\/\">Glocalist<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Winfried Wolf: Papier und Wirklichkeit<\/strong><br>\nVon vielen Betrachtern werden die Wei&szlig;- und Gr&uuml;nb&uuml;cher der EU zum Verkehr als eine Art Gegenpol zum Maastrichter und Lissabonner Vertrag beziehungsweise zur allgemeinen neoliberalen Grundorientierung der EU (mit Liberalisierung und Privatisierung usw.) gesehen. Tats&auml;chlich k&ouml;nnen sich Leute, die das &raquo;Greenwashing&laquo; der offiziellen Politik betreiben, in solchen B&uuml;chern, die im Gegensatz zu EU-Verordnungen unverbindliche Willens&auml;u&szlig;erungen sind, ohne R&uuml;cksicht darauf, sp&auml;ter beim Wort genommen zu werden, ausbreiten. Als am 28. M&auml;rz 2011 das neue Wei&szlig;buch Verkehr der EU-Kommission in seiner endg&uuml;ltigen Fassung vorgestellt wurde, gab es dann auch ein weiteres Mal Reaktionen, die vieles in dem Text &uuml;bersahen und zu vieles darin f&uuml;r bare M&uuml;nze nahmen. Die Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft (EVG), der Zusammenschlu&szlig; der Eisenbahngewerkschaften Transnet und GdBA, findet in dem Wei&szlig;buch &raquo;eine Reihe von guten Ans&auml;tzen, die die Schiene im intermodalen Wettbewerb st&auml;rken k&ouml;nnte&laquo;. Michael Cramer, gr&uuml;ner Europaparlamentarier, urteilt deutlich kritischer, glaubt aber doch, da&szlig; &raquo;die Kommission die Herausforderungen richtig benennt&laquo;. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) erkennt in dem EU-Dokument &raquo;Anstrengungen, Marktoptionen mit Nachhaltigkeitsanforderungen in Einklang zu bringen&laquo;. &ndash; Um nicht immer erneut Momentaufnahmen des jeweils aktuellen Wei&szlig;- und Gr&uuml;nbuchs vorzunehmen &ndash; und durch diese Art Momentaufnahmen den Blick f&uuml;r das Ganze zu verlieren &ndash; macht die Einordnung des j&uuml;ngsten EU-Dokuments in vorausgegangene Sinn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-11\/063.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Freie Demokratische Pestilenz<\/strong><br>\nProminente FDP-Unterst&uuml;tzer? Abgetaucht! Will man dennoch Menschen treffen, welche nach wie vor die Partei unterst&uuml;tzen, muss man weit fahren. Zum Beispiel zu den Liberalen Senioren nach Rostock.<br>\nDr. Langenscheidt, sagt seine Sekret&auml;rin, habe leider bis tief in den Sommer keinen Termin mehr frei. Das ist schade. Man h&auml;tte ihn doch gerne mal gesprochen. Der Verleger, Buchautor (&bdquo;100 x Mut&ldquo;) und Tausendsassa k&ouml;nnte sicher einiges sagen &uuml;ber die FDP, &uuml;ber die er ja fr&uuml;her schon nur gut gesprochen hat. Er hat Wahlkampf f&uuml;r sie gemacht im Jahr 2009, er ist Promi-Gesicht der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, er hat k&uuml;rzlich ein Fundraising-Dinner f&uuml;r die Partei organisiert, das dann doch abgesagt wurde, weil ganz pl&ouml;tzlich ganz viele keine Zeit mehr hatten. Genug Gespr&auml;chsstoff also. Aber leider, nein, da ist nichts zu machen. Sp&auml;ter vielleicht. [&hellip;] Prinzessin Gabriele Inaara Begum Aga Khan hat auch eine Sekret&auml;rin. Mit putzigem Schweizer Akzent sagt sie zweimal, sie werde sich melden. Zweimal tut sie es nicht. Die Kanutin Birgit Fischer teilt schriftlich mit, sie habe &bdquo;im Moment kein Interesse&ldquo; an einem Gespr&auml;ch. Regine Sixt geht es &auml;hnlich. Bernhard Brink ist nicht aufzufinden. Jean P&uuml;tz antwortet nicht. Dieter Hallervorden schweigt.<br>\nEs ist ein bisschen wie verhext in diesen Tagen. Sechsmillionendreihundertsechzehntausendundachtzig Menschen haben im September 2009 die FDP gew&auml;hlt, Prominente und Nicht-Prominente. Irgendwo m&uuml;ssten sie eigentlich sein. Aber wer sie sucht, der findet sie nicht. Es ist, als sei aus der FDP &uuml;ber Nacht die Freie Demokratische Pestilenz geworden. Niemand will sich anstecken. Keiner &uuml;ber die Nebenwirkungen sprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/die-freie-demokratische-pestilenz\/-\/1472596\/8441428\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da kann man nur hoffen, dass die &bdquo;Pestilenz&ldquo; noch lange anh&auml;lt.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>An der Basis ist eine Revolte im Gange<\/strong><br>\nDie Krise ist pass&eacute;, es lebe die Krise! FDP-Chef R&ouml;sler will seine Partei erneuern, doch an der Basis regt sich Widerstand gegen seine Personalpolitik. Vor allem der liberale Nachwuchs will &ldquo;denen da oben&rdquo; auf dem Rostocker Parteitag einen Denkzettel verpassen. Ein Stimmungsbild von der M&uuml;nchner Basis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/fdp-vor-dem-bundesparteitag-an-der-basis-ist-eine-revolte-im-gange-1.1096824\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>NRW: Weg f&uuml;r Direktabwahl von B&uuml;rgermeistern ist frei<\/strong><br>\nB&uuml;rgermeister und Landr&auml;te sollen k&uuml;nftig von den B&uuml;rgern direkt abgew&auml;hlt werden k&ouml;nnen. SPD, Gr&uuml;ne und Linke einigten sich auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf, wie die Linksfraktion im D&uuml;sseldorfer Landtag am Donnerstag mitteilte.<br>\nDas Parlament soll in der kommenden Woche &uuml;ber den Entwurf abstimmen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Gr&uuml;nen verf&uuml;gen gemeinsam mit der Linksfraktion &uuml;ber eine Mehrheit im Landtag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/politik\/Weg-fuer-Direktabwahl-von-Buergermeistern-ist-frei-id4640731.html\">Der Westen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Forscher kritisieren Marketing im Klassenzimmer<\/strong><br>\nWenn der Staat es nicht schafft, hilft die Wirtschaft aus &ndash; auch bei der Bildung. Unternehmen und Lobby-Gruppen verteilen schon l&auml;nger kostenloses Unterrichtsmaterial mit PR-Charakter. Jetzt rechnet eine Studie mit den Marketingtricks ab. [&hellip;]<br>\nWie die &ldquo;Financial Times Deutschland&rdquo; berichtet, werden die Brosch&uuml;ren unter anderem von der Stiftung Lesen herausgegeben, die gr&ouml;&szlig;tenteils von Firmen finanziert wird. In Materialien f&uuml;r Grundsch&uuml;ler erkl&auml;rt zum Beispiel die Post, dass ihre Mitarbeiter freundlich, humorvoll und immer ansprechbar seien. Die Deutsche Bahn wirbt in ihrer Brosch&uuml;re damit, wie umweltfreundlich ihre Z&uuml;ge sind, und weist nebenbei noch auf ihre Angebote f&uuml;r Klassenfahrten und Jugendreisen hin. [&hellip;] Nicht nur f&uuml;r Grundsch&uuml;ler, sondern auch f&uuml;r h&ouml;here Klassen werden Unterrichtsmaterialien entwickelt &ndash; vor allem f&uuml;r das Fach Wirtschaft. Unter den Anbietern sind bekannte Lobby-Gruppen: So erkl&auml;rt die von der Metall- und Elektroindustrie finanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in ihrem Material, dass Deutschlands Grundgesetz nicht ihren Vorstellungen entspricht: Das Prinzip &ldquo;Eigentum verpflichtet&rdquo; sei &ldquo;ohne Zweifel gut gemeint&rdquo;, schreibt die Initiative, &ldquo;doch von einer freiheitlichen Wirtschaftsverfassung zeugt es nun wirklich nicht.&rdquo; F&uuml;r die INSM ist ganz klar, wie es laufen muss: &ldquo;Man kippt oben Eigeninteresse hinein &ndash; und schwups, kommt unten Gemeinwohl heraus.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,762364,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wir wollen keine Kaiser-Wilhelm-Schule!<\/strong><br>\nDem Landtag liegt der Entwurf der hessischen Landesregierung f&uuml;r ein neues Schulgesetz zur Beratung vor. Wenn das Gesetz, wie beabsichtigt, in den n&auml;chsten Wochen beschlossen wird, h&auml;tte das weitreichende negative Konsequenzen f&uuml;r Hessens Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/GEW_Hessen_Info_14-5-2011.pdf\">GEW Hessen [PDF &ndash; 2.2 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wikileaks-Enth&uuml;llungen: Wie die USA einen Staatsfeind produzieren<\/strong><br>\nFast ein Jahr sass der US-Obergefreite Bradley Manning in Isolationshaft. Er wird beschuldigt, geheime Dokumente &uuml;ber die US-Kriege in Afghanistan und im Irak an Wikileaks weitergegeben zu haben. David House hat Manning als einer der wenigen im Gef&auml;ngnis besuchen d&uuml;rfen. Portr&auml;t eines Skandals.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr19\/thema\/20705.html\">WOZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist nicht die T&ouml;tung Bin Ladens, sondern die sinnlose, von Rachegel&uuml;sten geleitete Brutalit&auml;t eines Regierungsapparates, der diese selbstverschuldete Niederlage in Sachen Geheimhaltung nicht verkraftet, die mich an Barak Obamas Amtsf&uuml;hrung zweifeln lasst. Geheimnisverrat, wie l&auml;cherlich! Auf diese Daten hatten mehrere hunderttausend Leute zugriff. Die Geheimdienste Welt hatten schon l&auml;ngst zugegriffen. Wie bezeichnend, dass Regierungen immer dann so emp&ouml;rt sind, wenn sie in Unterhosen pr&auml;sentiert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Absatzvolumen im Einzelhandel im Euroraum um 1,0% gefallen; Beh&ouml;rde f&uuml;r Lobbyisten &ndash; Weg mit dem Gesundheitsministerium; Schuldenkrise; Fiskalische Effekte eines gesetzlichen Mindestlohns; Ulrike Herrmann: Der Arme ist der Dumme; Berlin schm&auml;lert Chancen f&uuml;r Arbeitslose; Zahl der Aufstocker wieder gestiegen; Heilsamer Befund; Abgeordnetenwatch: Neuer Antwortboykott &ndash; diesmal: Die Hessen-CDU; Nach<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9454\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9454"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9457,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9454\/revisions\/9457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}