{"id":9475,"date":"2011-05-17T16:08:56","date_gmt":"2011-05-17T14:08:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9475"},"modified":"2014-09-01T10:21:57","modified_gmt":"2014-09-01T08:21:57","slug":"wenn-genosse-steinbruck-wall-street-spielt-eine-aufschlussreiche-skizze-seiner-teuren-politik-findet-sich-bei-sahra-wagenknecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9475","title":{"rendered":"Wenn Genosse Steinbr\u00fcck Wall Street spielt \u2013 eine aufschlussreiche Skizze seiner teuren Politik findet sich bei Sahra Wagenknecht"},"content":{"rendered":"<p>Wer Steinbr&uuml;ck kennt, wer die Kette seiner Misserfolge von der verlorenen Nordrhein-Westfalen Wahl bis zum Bankenrettungsschirm und der zig-Milliarden schweren Rettung der HRE noch zu erinnern im Stande ist, begreift nicht, wie man auch nur das Schwarze unter dem Fingernagel eines Gedankens darauf verwenden kann, diesen Mann zum Kanzlerkandidaten der SPD zu machen. Sahra Wagenknecht hat in ihrem neuen Buch &bdquo;Freiheit statt Kapitalismus&ldquo; kompakt und faktenreich dokumentiert, wie Steinbr&uuml;ck und Eichel, Merkel und Schr&ouml;der den &bdquo;Finanzplatz Deutschland&ldquo; den Spekulanten ge&ouml;ffnet und uns Milliarden-Lasten aufgeb&uuml;rdet haben. (<a href=\"\/upload\/pdf\/110517_zu_steinbrueck_seiten_47_55_aus_wagenknecht_freiheit.pdf\">Hier finden Sie die einschl&auml;gigen Seiten 47-55 [PDF &ndash; 123 KB] *<\/a>) Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p>Wagenknecht zeigt z.B., wie systematisch das spekulative Verbriefungsgesch&auml;ft ausgebaut und politisch gef&ouml;rdert wurde. Wir lernen auch, wie sich die US-Finanzbosse &uuml;ber die tumpen Deutschen, denen man den Finanzschrott andrehen kann, am&uuml;siert haben. Als Fu&szlig;note ist anzumerken, dass nicht nur Steinbr&uuml;ck und Sozialdemokraten wie Eichel, Schr&ouml;der und Clement dem Finanzplatz-Wahn verfallen waren. Das gilt genauso und origin&auml;r f&uuml;r CDU\/CSU und FDP und f&uuml;r die Gr&uuml;nen. Sahra Wagenknecht weist in ihrem Text auf einen Vorgang hin, den wir auch in der NachDenkSeiten <a href=\"\/?p=4130\">schon einmal beschrieben haben<\/a>: die Debatte und Verabschiedung eines Gesetzes zur F&ouml;rderung von kleinen Unternehmen und zur Verbesserung der Unternehmensfinanzierung, die im Mai 2003 stattfand. Damals haben die Vertreter der genannten Parteien um die Troph&auml;e des besten F&ouml;rderers der internationalen Finanzspekulation gek&auml;mpft. Nur tat man so, als ginge es um die F&ouml;rderung von kleinen Unternehmen und um Unternehmensfinanzierung.<\/p><p>Dass Steinbr&uuml;cks Fehler, seine Erfolglosigkeit und seine unsympathischen politischen Vorstellungen jetzt offensichtlich vergessen sind und Steinbr&uuml;ck durchaus Chancen hat, zum Kanzlerkandidaten der SPD ausgerufen zu werden, ist zuvorderst die Folge einer gut angelegten Kampagne zu Gunsten dieses Kandidaten. Er wird zu aller letzt ein Kandidat der SPD sein wird. <\/p><p><strong>Warum Steinbr&uuml;ck hochgejubelt wird:<\/strong><\/p><p><strong>Erstens:<\/strong> Steinbr&uuml;ck ist ein Mann der Finanzindustrie. Das zeigt seine bisherige und im Text von Wagenknecht beschriebene Arbeit zu Gunsten dieses Sektors. Dass er in letzter Zeit anders redet, geh&ouml;rt zur Camouflage.<\/p><p><strong>Zweitens:<\/strong> Weil Steinbr&uuml;ck ein viel zu enges Spektrum der Sozialdemokratie repr&auml;sentiert und einseitig festgelegt ist, wird er die Wahlen wie schon in Nordrhein-Westfalen als damaliger Ministerpr&auml;sident nicht gewinnen. Er wird jetzt hochgejubelt und dann wird man mit gen&uuml;gendem Abstand vor der Wahl zeigen, was er alles angerichtet hat und wes Geistes Kind er ist. Und dann wird er eben wieder runtergeschrieben. Das gleiche Verfahren hat man 1993 und 1994 schon ge&uuml;bt &ndash; mit Rudolf Scharping. Er wurde genauso unverst&auml;ndlich wie im Falle Steinbr&uuml;ck beginnend mit der Vorsitzendenwahl durch die SPD-Mitglieder im Sommer 1993 &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee gelobt und dann im M&auml;rz 1994 mit geb&uuml;hrendem Abstand vor der Bundestagswahl &uuml;ber eine l&auml;cherliche Verwechslung von brutto mit netto fertig gemacht.<br>\nSteinbr&uuml;cks Kandidatur und die Promotion f&uuml;r seine Kandidatur ist also das beste Mittel daf&uuml;r, die Macht der Rechten weiter zu zementieren.<\/p><p><strong>Drittens:<\/strong> Selbst wenn er, bedingt durch eine besonders g&uuml;nstige Konstellation, trotz der in zweitens dargestellten Taktik eine Mehrheit zusammenbekommen w&uuml;rde, w&uuml;rde sich an der f&uuml;r die Finanzwirtschaft interessanten und wichtigen Linie nichts &auml;ndern.<br>\nZweitens und drittens zusammen machen ihn zu einer sicheren Nummer f&uuml;r das rechtskonservative Lager. Zusammengefasst: Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gewinnen. Und wenn er gewinnt, dann ist es nicht weiter schlimm f&uuml;r die hinter ihm stehenden Interessen.<\/p><p><strong>Viertens:<\/strong> Die Rechten in der SPD m&ouml;chten ihn gerne als Kandidaten haben, weil er einer der ihren ist und weil sie vermutlich glauben, sie k&ouml;nnten mit ihm sogar Wahlen gewinnen. Diesen Fehler hat diese Gruppierung in der SPD schon h&auml;ufig gemacht. Sie haben noch nie verstanden, dass von den Medien erzeugte Popularit&auml;t und ein schnelles Mundwerk auch nicht andeutungsweise Garanten daf&uuml;r sind, Wahlen zu gewinnen. <\/p><p>Die Kampagne pro Steinbr&uuml;ck und ihr sich in den Umfragen niederschlagender Erfolg ist ein neuer Beleg daf&uuml;r, dass die Selektion von Personen nicht mehr funktioniert: Nach Qualit&auml;t geht es nicht. Es geht nach Dienstbarkeit. <\/p><p><strong>Wieder ein Beleg f&uuml;r die totale Manipulierbarkeit<\/strong><br>\nDie Kampagne pro Steinbr&uuml;ck ist auch wieder Beleg daf&uuml;r, dass die totale Manipulation m&ouml;glich ist und dass mit dieser Erfahrungen im Hintergrund Kampagnen gefahren werden: Zur Sache, wie zum Beispiel zur Dramatisierung des demographischen Wandels. Und zu Personen wie im konkreten Fall.<\/p><p>&Uuml;brigens:<br>\nAn der Kampagne f&uuml;r Steinbr&uuml;ck als Kanzlerkandidat wird zudem sichtbar, wie weit entfernt die Mehrheit der so genannten Qualit&auml;tsjournalisten von der bundesrepublikanischen Wirklichkeit leben und arbeiten. Die meisten von ihnen nehmen solche Kampagnen immer noch nicht wahr oder sie nehmen sie nicht ernst. Wie jene Journalistin beispielsweise, auf deren Beitrag im Deutschlandradio wir als letzten Hinweis von heute aufmerksam gemacht haben. Qualit&auml;tsmerkmal scheint das Brett vor dem Kopf, oder vornehmer gesagt die Binde vor den Augen zu sein.<\/p><p>* Sahra Wagenknecht<br>\nFreiheit statt Kapitalismus<br>\nEichborn Verlag<br>\n368 S., gebunden<br>\nISBN 978-3-8218-6546-1<br>\n19,95 EUR<br>\nWeitere Informationen zum Buch <a href=\"http:\/\/www.eichborn.de\/buecher\/?tx_commerce_pi1[showUid]=44155&amp;tx_commerce_pi1[catUid]=8&amp;cHash=0&amp;no_cache=1\">gibt es hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Steinbr&uuml;ck kennt, wer die Kette seiner Misserfolge von der verlorenen Nordrhein-Westfalen Wahl bis zum Bankenrettungsschirm und der zig-Milliarden schweren Rettung der HRE noch zu erinnern im Stande ist, begreift nicht, wie man auch nur das Schwarze unter dem Fingernagel eines Gedankens darauf verwenden kann, diesen Mann zum Kanzlerkandidaten der SPD zu machen. Sahra Wagenknecht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9475\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,50,191,190],"tags":[241,293,1080,253,632],"class_list":["post-9475","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-finanzkrise","category-spd","category-wahlen","tag-bankenrettung","tag-finanzwirtschaft","tag-kanzlerkandidat","tag-steinbrueck-peer","tag-wagenknecht-sahra"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9475","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9475"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9477,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9475\/revisions\/9477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}