{"id":94775,"date":"2023-03-09T09:15:04","date_gmt":"2023-03-09T08:15:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94775"},"modified":"2023-03-09T11:08:46","modified_gmt":"2023-03-09T10:08:46","slug":"rheinmetall-co2-neutrale-kriege-umweltschonend-gegen-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94775","title":{"rendered":"Rheinmetall: CO2-neutrale Kriege! Umweltschonend gegen Russland!"},"content":{"rendered":"<p>Der gr&ouml;&szlig;te deutsche R&uuml;stungskonzern produziert keine R&uuml;stung, sondern &bdquo;umweltschonende Mobilit&auml;t&ldquo; &ndash; und &uuml;brigens: Er ist gar nicht deutsch. Von <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer Rheinmetall-Konzern, der schon Kaiser Wilhelm und Adolf Hitler lukrativ diente und in der Bundesrepublik Deutschland mit dem CDU-Vorsitzenden und Gr&uuml;ndungskanzler Konrad Adenauer wieder aufstieg (f&uuml;r den US-Krieg gegen Korea, f&uuml;r die Bundeswehr), produziert gepanzerte Kettenfahrzeuge, Turmsysteme, Gro&szlig;- und Mittelkaliberwaffen und Munition f&uuml;r den Leopard und andere Panzer, Flugabwehr- und unbemannte Flugsysteme, U-Boot-Ausr&uuml;stungen, milit&auml;rische Antriebssysteme. Das Ersatzteilgesch&auml;ft bl&uuml;ht auf allen Kontinenten. Gegen den Konkurrenzpanzer Leopard entwickelt Rheinmetall den eigenen Panzer KF51 Panther &ndash; und daf&uuml;r ist nun auch eine Fabrik in der Ukraine geplant.<\/p><p><strong>&bdquo;Ein Unternehmen der umweltschonenden Mobilit&auml;t&ldquo;<\/strong><\/p><p>&Ouml;ffentlich, so auch auf seiner Website, ist bei Rheinmetall allerdings von R&uuml;stung gar nicht die Rede. Der R&uuml;stungskonzern produziert gar keine R&uuml;stungsg&uuml;ter. Sondern: &bdquo;Rheinmetall ist ein integrierter Technologiekonzern f&uuml;r umweltschonende Mobilit&auml;t&ldquo;.<\/p><p>Eine andere Selbstdarstellung lautet: &bdquo;Rheinmetall &ndash; Ein internationaler integrierter Technologiekonzern&ldquo;. Und was macht ein solcher Konzern? Er entwickelt &bdquo;innovative L&ouml;sungen f&uuml;r eine sichere und lebenswerte Zukunft&ldquo;. Flugabwehr- und Tarnsysteme laufen unter &bdquo;Wirkmittel&ldquo;. Und Rheinmetall verspricht: Bis 2035 sind wir &bdquo;CO-2-neutral&ldquo;!<\/p><p>So wird es inszeniert: Milit&auml;r ist kein Milit&auml;r, sondern eine Unterabteilung der allgemeinen Mobilit&auml;t &ndash; nat&uuml;rlich der gr&uuml;nen Mobilit&auml;t. An der B&ouml;rse ist Rheinmetall in der Rubrik &bdquo;Industrieg&uuml;ter&ldquo; versteckt. Da rangiert der Panzer-, Kanonen- und Munitionshersteller harmlos neben Herstellern von Maschinen und Glasprodukten.<\/p><p>So ist Rheinmetall ein R&uuml;stungskonzern der neuen kapitalistischen Art: Nach au&szlig;en gr&uuml;n, umweltschonend, nachhaltig und innovativ angestrichen, einer lebenswerten Zukunft zugewandt: Bis zum letzten ukrainischen Soldaten! Halt, da fehlt doch was: Die ukrainische Armee ist ja an westlichen Werten orientiert, also auch: Bis zur letzten ukrainischen Soldatin!<\/p><p><strong>Ein Unternehmen im US-Eigentum<\/strong><\/p><p>Zu diesem gr&uuml;nlackierten Unternehmen kommt die wichtigste Eigenschaft hinzu: Der &bdquo;deutsche&ldquo; R&uuml;stungskonzern Rheinmetall ist gar nicht deutsch. Er ist im Eigentum von US-Investoren. Das steht aber nirgends in den Gesch&auml;ftsberichten des Konzerns.<\/p><p>Die &uuml;blichen B&ouml;rsenportale dokumentieren: 9 der 10 f&uuml;hrenden Rheinmetall-Aktion&auml;re haben ihren Sitz in den USA, in dieser Reihenfolge: Harris Associates, Wellington, Capital World, Fidelity, LSV, Vanguard, BlackRock, Dimensional, BKF. Nur der norwegische &ouml;lfinanzierte Staatsfonds Norges ist als einziger Nicht-US-Aktion&auml;r dabei: Er tut neuerdings etwas sozial und umweltbewusst und hat seine Anteile in der R&uuml;stung reduziert &ndash; aber ganz kann er seine &ouml;ligen Finger doch nicht vom lukrativen Gesch&auml;ft lassen, gerade jetzt.<\/p><p>Sonst in den DAX-Konzernen wie Bayer, Daimler, Deutsche Bank sind auch noch deutsche Gro&szlig;aktion&auml;re und Investoren aus Katar, Singapur, Kuwait oder China dabei &ndash; nichts davon bei Rheinmetall. Die 9 US-Aktion&auml;re sind zudem mehrheitlich selbst untereinander aktion&auml;rsm&auml;&szlig;ig verflochten[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] und bilden damit die Gruppe der absolut f&uuml;hrenden Rheinmetall-Eigent&uuml;mer, ungleich mehr als in jedem anderen DAX- und MDAX-Konzern.<\/p><p>Zus&auml;tzlich sind die genannten Aktion&auml;re Capital World, Fidelity, Vanguard, Dimensional und BlackRock sowie weitere US-Investoren wie John Hancock und SEI noch mit Spezialfonds an Rheinmetall beteiligt. Damit wird die US-Dominanz weiter gesteigert.<\/p><p>Bei diesen Aktion&auml;ren schwanken die Anteile allerdings st&auml;ndig, weil mit den Aktien je nach B&ouml;rsen- und Kriegslage spekuliert wird, durch schnellen Verkauf und Zukauf. Wie aus den gesetzlichen Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht, hat etwa BlackRock schon im Jahr vor dem Krieg, 2021, seinen Anteil auf 4,99 Prozent verdoppelt. Und einige Monate nach Kriegsbeginn, am 5. Juli 2022, hat BlackRock seinen Anteil nochmal fast verdoppelt, auf 8,28 Prozent.<\/p><p>&bdquo;<strong>Nicht identifizierte&ldquo; Aktion&auml;re<\/strong><\/p><p>Alle diese Aktion&auml;re versteckt der Konzern vor der deutschen &Ouml;ffentlichkeit: In den Gesch&auml;ftsberichten werden sie alle namentlich nicht erw&auml;hnt, sondern nur unter &bdquo;institutionelle Aktion&auml;re&ldquo; anonym als Zahl zusammengefasst. Laut dem letztver&ouml;ffentlichten Gesch&auml;ftsbericht 2021 kommen die meisten dieser Anonymen aus den USA, n&auml;mlich 42. Dann folgen 23 dieser Anonymen aus &bdquo;Europa&ldquo;, und 3 Namenlose aus dem &bdquo;Rest der Welt&ldquo;, zusammen also 68.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Und nach diesen 68 Namenlosen folgen 31 weitere Aktion&auml;re, die noch unter anderen Formen der Namenlosigkeit auf- bzw. abtauchen. Es beginnt mit 17 &bdquo;Privataktion&auml;ren&ldquo;. Dann werden noch drei Aktion&auml;re als &bdquo;andere Aktion&auml;re&ldquo; gef&uuml;hrt, nat&uuml;rlich ebenfalls namenlos.<\/p><p>Und dann sind da noch laut Gesch&auml;ftsbericht 11 weitere Aktion&auml;re. Sie bilden wieder eine eigene Kategorie: Sie werden als &bdquo;nicht identifiziert&ldquo; bezeichnet. &bdquo;Nicht identifizierter&ldquo; Aktion&auml;r &ndash; aufschlussreiche Kennzeichnung, nicht wahr?<\/p><p>Also: Ob man sich demn&auml;chst bei einer Demonstration gegen&uuml;ber der Polizei auch als &bdquo;Privatb&uuml;rger&ldquo; ausweisen kann? Oder als &bdquo;anderer&ldquo; B&uuml;rger? Und das reicht dann, wie bei Rheinmetall? Oder wir machen das bei der n&auml;chsten Demonstration, zum Beispiel vor dem Rheinmetall-Sitz am Rheinmetall-Platz 1 in D&uuml;sseldorf: Hier demonstrieren &bdquo;nicht identifizierte&ldquo; B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger und malen ganz CO-2-frei eine gro&szlig;e Friedensparole und die Namen der US-Eigent&uuml;mer quer &uuml;ber die Fassade: Das muss doch dann auch m&ouml;glich sein, unter deutschem Polizeischutz, oder?<\/p><p><strong>Und dann noch die ebenfalls gesichts- und namenlosen Profiteure<\/strong><\/p><p>Wellington, BlackRock &amp; Co. leiten den Hauptteil der Rheinmetall-Gewinne an ihre superreichen Kapitalgeber weiter. F&uuml;r sie stellen Wellington, BlackRock &amp; Co. weitere Formen der Anonymit&auml;t und Vermummung bereit.<\/p><p>Wellington aus Boston\/USA hat 5,09 Prozent der Rheinmetall-Aktien. Die sind gegenw&auml;rtig etwa 500 Millionen Euro wert. Das Kapital, um diese Aktien zu kaufen, bekam Wellington von etwa 115 superreichen Kapitalgebern. Wellington &uuml;berweist an sie unter Abzug einer Geb&uuml;hr die j&auml;hrlichen Gewinne.<\/p><p>So &uuml;berweist Wellington die Rheinmetall-Gewinne an Briefkastenfirmen in Finanzoasen, die zum US-gef&uuml;hrten Finanzsystem geh&ouml;ren. Durch die Briefkastenfirmen werden die Kapitalgeber anonymisiert, namen- und gesichtslos gemacht, entpers&ouml;nlicht. Als Anonymisierungskonstrukte dienen zum Beispiel auf den karibischen Cayman Islands die Briefkastenfirmen High Haith Investors (Cayman) II Ltd., Strategies Master Fund (Cayman) L.P. und Elbe Investors (Cayman) sowie Wellington Management Hongkong Ltd.<\/p><p>Der Rheinmetall-Aktion&auml;r BlackRock aus New York hat 8,28 Prozent der Aktien &ndash; jedenfalls galt das am 5. Juli 2022. Die sind etwa 800 Millionen Euro wert. Das Kapital, um diese Aktien zu kaufen, bekam BlackRock von etwa 155 superreichen Kapitalgebern. Die Briefkastenfirmen, an die die Gewinne dieser entpers&ouml;nlichten Superreichen &uuml;berwiesen werden, hei&szlig;en zum Beispiel BlackRock Jersey International Holdings L.P. auf der britischen Kanalinsel Jersey, SAE Liquidity Fund auf den Cayman Islands und BlackRock Luxemburg Holdco im EU-Gr&uuml;ndungsstaat Luxemburg.<\/p><p>So werden die klammheimlichen Aufr&uuml;stungs- und Kriegsgewinnler gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit, den zust&auml;ndigen Finanz&auml;mtern und der Finanzaufsicht unkenntlich und verantwortungslos gemacht. Darunter k&ouml;nnen nat&uuml;rlich auch deutsche Kapitalgeber sein, theoretisch auch Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats von Rheinmetall, auch zum Beispiel R&uuml;stungs-Lobbyistinnen im Bundestag.<\/p><p>Ob eine im Bundestag vertretene Partei mal so &bdquo;mutig&ldquo; ist, um eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung zu stellen, zur organisierten Steuerflucht oder auch zu anderen Aktivit&auml;ten von Rheinmetall und seiner Aktion&auml;re?<\/p><p><strong>Superbrav abgesegnet nach deutschem Mitbestimmungs-Recht<\/strong><\/p><p>Dass alles sein sch&ouml;nes deutsches nachhaltiges Aussehen beh&auml;lt, daf&uuml;r sorgen diverse deutsche Pappnasen. Sie bev&ouml;lkern gut alimentiert den Vorstand und den Aufsichtsrat. Sie alle werden, im Unterschied zu den Aktion&auml;ren, im Rheinmetall-Gesch&auml;ftsbericht mit ihren Namen, Titeln und weiteren Angaben korrekt genannt.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Der Vorsitzende des Vorstands hei&szlig;t Armin Pappberger (Chief Executive Officer). Weitere Mitglieder im Vorstand: Dagmar Steinen (Chief Financial Officer &amp; Director), Michael Salzmann (Chief Compliance Officer), Philipp von Brandenstein (Head Corporate Communication), Peter-Sebastian Krause (Member Management Board), Dirk Winkels (Head Investor Relations) und Dr. Rolf Giebeler (General Counsel).<\/p><p>Den Vorsitzenden des Aufsichtsrats gibt Dipl.Kfm. Ulrich Grillo, Chef der Grillo-Werke und der Rheinzink GmbH und noch Mitglied im EON-Aufsichtsrat. Die weiteren Mitglieder der Kapitalseite: Die Professorin Dr. Susanne Hannemann von der Hochschule Bochum und die Vorsitzende der Pfeiffer Vacuum Technologie, Dr. Britta Giesen, die Professoren Dr. Dr. h.c. Sahin Albayrak und Dr. Andreas Georgi von der TU Berlin bzw. Universit&auml;t M&uuml;nchen. Dr. Ing. Klaus Dr&auml;ger kommt vom Vorstand der BMW AG, und ein Ex-CDU-Verteidigungsminister namens Dr. Franz-Josef Jung passt auch dazu. Akademische Titel in F&uuml;lle, alles seri&ouml;s.<\/p><p>In gleicher Zahl sind im Aufsichtsrat auch die Gewerkschaften bzw. Betriebsr&auml;te vertreten. Den stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gibt Dr. Daniel Hay. Er ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts f&uuml;r Mitbestimmung und Unternehmensf&uuml;hrung in der gewerkschaftlichen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung (HBS).<\/p><p>Als weitere Mitglieder firmieren die Betriebsr&auml;te Dagmar Muth (Rheinmetall Defence), Ralf Bolm (Rheinmetall Waffe Munition), Dr. Michael Mielke (Pierburg Berlin), Markus Schaubel (Rheinmetall Automotive) und Sven Schmidt (Vorsitzender des Konzernbetriebsrats) sowie Barbara Resch von der IG Metall.<\/p><p>Bei Rheinmetall gibt&rsquo;s also &uuml;berhaupt keine Gewerkschaftsfeindlichkeit und keinerlei Verletzung des Mitbestimmungsrechts wie in vielen anderen Unternehmen in Deutschland oder bei US-Konzernen wie Amazon, wo Wellington, BlackRock&amp;Co auch f&uuml;hrende Aktion&auml;re sind. Im Gegenteil: Im US-R&uuml;stungskonzern Rheinmetall gibt&rsquo;s deutsche Mitbestimmung at its best.<\/p><p>Hier in der &ouml;ffentlichen Fassade geht alles superkorrekt und brav nach deutschem Recht zu. Da wird Deutschheit simuliert, w&auml;hrend es dahinter ganz anders zugeht.<\/p><p><strong>Ein grenzen- und gesetzloser Konzern<\/strong><\/p><p>&bdquo;Wir sind &uuml;berall in der Welt&ldquo; &ndash; so das Motto des US-Konzerns Rheinmetall.<\/p><p>Das folgt dem Motto des Eigent&uuml;mer-Staats. Auch wenn die USA keine Kriege, Man&ouml;ver, Spezialoperationen und dergleichen durchf&uuml;hren, sind die US-Milit&auml;rs mit 857 Milit&auml;rst&uuml;tzpunkten au&szlig;erhalb ihres eigentlichen Staatsgebiets rund um den Globus dauerhaft aktiv: In Mitgliedsstaaten von US-gef&uuml;hrten Milit&auml;rb&uuml;ndnissen, in zehn europ&auml;ischen NATO-Staaten wie Deutschland, in annektierten Gebieten wie Hawai, Guantanamo, Guam und Dutzenden anderen Staaten und Territorien,[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] mit Kreuzern und U-Booten, Transportflugzeugen und Kampfjets, Bombern, Drohnen, Satelliten, Panzern, Jeeps, LkWs (alle noch nicht ganz CO-2-frei).<\/p><p>Zur zeit- und ortsnahen Belieferung dieses globalen Milit&auml;rbetriebs betreibt Rheinmetall nach eigenen Angaben 133 Standorte in 33 Staaten, und geliefert wird in noch ein paar mehr, in 139 Staaten. Die Standorte und Kunden sind dort, wo vor allem das US-Milit&auml;r pr&auml;sent und operativ t&auml;tig ist. In Deutschland hat der US-Konzern 42 Standorte. Auf die NATO- und auch (Noch-)Nicht-NATO-Staaten Europas sind 45 Rheinmetall-Standorte verteilt. Aber auch in der &bdquo;neutralen&ldquo; Schweiz ist der US-Konzern pr&auml;sent: Dort wurde ein Teil des traditionsreichen R&uuml;stungsunternehmens Oerlikon &uuml;bernommen.<\/p><p>Mit der Feindschaftserkl&auml;rung unter US-Pr&auml;sident Obama gegen China setzte sich die Amerikanisierung fort: Hinzu kamen 18 Standorte in Asien, in Japan, S&uuml;dkorea, Australien und Neuseeland. Im Jahr 2014 holte Rheinmetall den Ex-Bundesminister f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel (FDP), als Strategieberater. So produzieren und liefern Standorte auch noch in S&uuml;dafrika, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auf dem amerikanischen Kontinent sind es 15 Betriebe, davon 10 in den USA, so viel wie in keinem anderen Staat au&szlig;erhalb Deutschlands.<\/p><p>Rheinmetall hat Erfahrung, wie unter den Kanzlerschaften von Angela Merkel die ohnehin immer weiter gelockerten R&uuml;stungs-Export-Kontrollen umgangen werden konnten, etwa durch Filialen in anderen Staaten wie USA, Italien und &Ouml;sterreich.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p><strong>Enge Kooperation mit US-R&uuml;stungskonzernen<\/strong><\/p><p>F&uuml;r den Ukraine-Krieg hat Rheinmetall seinen Aufstieg beschleunigt. So wurde 2021 der spanische Munitionshersteller Expal zugekauft, damit noch mehr an die Front geliefert werden kann. In 2022 wurden 700 Millionen Euro investiert, um die Produktion um 10 Prozent zu erh&ouml;hen. In Ungarn wird eine neue Fabrik errichtet.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Rheinmetall wurde zum Kooperationspartner des gr&ouml;&szlig;ten US-R&uuml;stungskonzerns. F&uuml;r den neuen Kampfjet F-35 von Lockheed darf Rheinmetall das 6,5 Meter lange Mittelst&uuml;ck zwischen Cockpit und Heck bauen. Das hat auch der deutschen Regierung erleichtert, aus Anlass des Ukraine-Krieges diesen teuren Jet zu kaufen, erstmal drei Dutzend. Das ist auch eine Einladung an weitere europ&auml;ische NATO-Mitgliedsstaaten, ebenfalls auf eigene Entwicklungen zu verzichten und das Lockheed-Rheinmetall-Produkt zu kaufen.<\/p><p>Mit anderen US-Unternehmen werden technologische Innovationen vorangetrieben. American Rheinmetall Vehicles (ARV) hat mit Allison Transmission das elektrische Antriebssystem eGenForce f&uuml;r die neue Generation des US-Kampfpanzers Abrams entwickelt: Der Motor kann bei Bedarf im Gefechtsfeld auf umweltfreundlichen CO2-freien Antrieb umgeschaltet werden: Dann macht der Motor keinen L&auml;rm, emittiert keine W&auml;rme und ist von feindlichen Drohnen schwerer zu entdecken.<\/p><p>Rheinmetall wurde zum integralen Teil der US-Strategie. Und BlackRock ist nicht nur Aktion&auml;r bei Rheinmetall und auch bei den wichtigsten EU-R&uuml;stungskonzernen wie Leonardo (Italien) und BAE Systems (Gro&szlig;britannien) und nat&uuml;rlich auch in den Top Ten des US-Milit&auml;rkomplexes wie Boeing, Lockheed, Raytheon, General Dynamics. BlackRock ist mit zwei Managern auch in der US-Regierung vertreten &ndash; beginnend unter Pr&auml;sident Barack Obama und jetzt wieder unter Joe Biden &ndash; und ist damit auch Kriegspartei bei allen Kriegen und R&uuml;stungsexporten, die von den USA ausgehen, von dort bef&ouml;rdert werden, direkt oder indirekt.<\/p><p>Und seit Ende 2022 ist BlackRock gleichzeitig noch offizieller Berater der ukrainischen Regierung, und zwar f&uuml;r den &bdquo;Wiederaufbau&ldquo; der Ukraine nach dem Krieg: Dieser jetzt vorbereitete und von Rheinmetall-Aktion&auml;r BlackRock koordinierte &bdquo;Wiederaufbau&ldquo; f&auml;llt umso lukrativer aus, je l&auml;nger und lukrativer der ebenfalls von Rheinmetall belieferte Krieg erst noch dauern wird und dadurch vorher m&ouml;glichst viel zerst&ouml;rt wird.<\/p><p><strong>Neue Panzerfabrik in der Ukraine<\/strong><\/p><p>Rheinmetall will den deutschen Panzerhersteller Krauss Maffei Wegmann (KMW), der einigen urdeutschen Oligarchen-Clans geh&ouml;rt und den bisherigen deutschen Kampfpanzer Leopard herstellt, allm&auml;hlich abl&ouml;sen. Rheinmetall arbeitet an der Entwicklung des eigenen Panzers KF51 Panther.<\/p><p>Am 4. M&auml;rz 2023 gab Vorstandschef Pappberger bekannt: Wir verhandeln mit der Regierung Selensky &uuml;ber die Errichtung eines neuen Panzerwerks in der Ukraine: &bdquo;Die Gespr&auml;che sind vielversprechend, ich hoffe auf eine Entscheidung in den n&auml;chsten zwei Monaten.&ldquo;[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] J&auml;hrlich sollen dann bis zu 400 St&uuml;ck des High-Tech-Panzers Panther gebaut werden. Die Ukraine w&auml;re der erste Kunde.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Damit w&auml;re auch die Abl&ouml;sung der KMW-Leopard-Konkurrenz gekl&auml;rt und alles in US-Hand.<\/p><p>Das neue Panzerwerk w&auml;re wohl erst in zwei Jahren produktionsf&auml;hig. Aber der Krieg gegen (nicht nur) Russland ist auf lange Sicht angelegt, unabh&auml;ngig davon, wie der jetzige Krieg erstmal ausgeht.<\/p><p>Die korrupte, hoffnungslos &uuml;berschuldete Regierung der Ukraine, das schon vor dem Krieg am tiefsten verarmte Land Europas, f&uuml;hrt f&uuml;r die USA den lange vorbereiteten Stellvertreterkrieg gegen Russland. Zehntausende ukrainische Soldaten und Soldatinnen wurden von Selensky, Biden, Scholz, von der Leyen, Baerbock und BlackRock &amp; Co. bereits auf dem Altar der &bdquo;westlichen Werte&ldquo; geopfert, und das soll weitergehen. Das passt auch zur &bdquo;feministischen&ldquo; Au&szlig;enpolitik der deutschen Au&szlig;enministerin, nicht wahr?<\/p><p>Ist diese menschenverachtende, perverse Logik nicht auch einer der vielen Gr&uuml;nde, endlich in Verhandlungen &uuml;ber Waffenstillstand und Frieden einzutreten?<\/p><p>Titelbild: charnsitr \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>]Werner R&uuml;gemer: BlackRock &amp; Co. enteignen! Frankfurt\/Main 2. Auflage 2022, S. 35<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>]Rheinmetall AG: Gesch&auml;ftsbericht 2021, S. 20<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>]Die folgenden Angaben wie sonst aus dem Gesch&auml;ftsbericht beziehen sich auf das Jahr 2021, der Gesch&auml;ftsbericht f&uuml;r 2022 ist noch nicht ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>]<a href=\"http:\/\/worldbeyondwar.org\/no-bases\">worldbeyondwar.org\/no-bases<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>]Die Geschichte von Rheinmetall. Das Gesch&auml;ft mit dem Tod, war-starts-here.camp\/rheinmetall-2\/; hier auch Angaben zu weltweiten Lizenzen, joint ventures sowie Belieferungen von kriegsf&uuml;hrenden Staaten.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>]Der Spiegel 28.1.2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>]So kann Rheinmetall seine Panzerfabrik vor russischen Angriffen sch&uuml;tzen, WirtschaftsWoche 8.3.2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>]Rheinmetall will Panzerfabrik in der Ukraine bauen, <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener noreferrer\">tagesschau.de<\/a> 4.3.2023<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gr&ouml;&szlig;te deutsche R&uuml;stungskonzern produziert keine R&uuml;stung, sondern &bdquo;umweltschonende Mobilit&auml;t&ldquo; &ndash; und &uuml;brigens: Er ist gar nicht deutsch. 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