{"id":95004,"date":"2023-03-14T12:00:29","date_gmt":"2023-03-14T11:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95004"},"modified":"2023-03-16T07:25:06","modified_gmt":"2023-03-16T06:25:06","slug":"nordstream-sprengung-als-geburtstagsgeschenk-fuer-ukrainischen-oligarchen-die-neuste-theorie-im-mainstream","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95004","title":{"rendered":"Nordstream-Sprengung als Geburtstagsgeschenk f\u00fcr ukrainischen Oligarchen? Die neuste \u201eTheorie\u201c im Mainstream"},"content":{"rendered":"<p>Monatelang zeigten sich bundesdeutsche &bdquo;Leitmedien&ldquo; komplett desinteressiert an der Aufkl&auml;rung des Terroranschlags gegen eines der teuersten zivilen Infrastrukturprojekte Europas. Das &auml;nderte sich schlagartig, als am 8. Februar 2023 der Investigativjournalist Seymour Hersh eine <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93548\">Recherche<\/a> ver&ouml;ffentlichte, in welcher er nachzeichnete, wie laut seinen Informationen US-Spezialeinheiten auf direkten Befehl von US-Pr&auml;sidenten Joe Biden die Sprengung durchf&uuml;hrten. Danach gab es kein Halten mehr. Erst wurde versucht, Hersh und seine Recherche zu <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93624\">diffamieren,<\/a> dann wurde mit eigenen &bdquo;Recherchen&ldquo; nachgelegt. Keine &bdquo;Theorie&ldquo; war zu abwegig, Hauptsache die USA waren nicht mehr als potenzielle T&auml;ter im Fokus. Den mit Abstand absurdesten Erkl&auml;rungsansatz hat jetzt die S&uuml;ddeutsche pr&auml;sentiert. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6642\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-95004-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230314_Nordstream_Sprengung_als_Geburtstagsgeschenk_fuer_ukrainischen_Oligarchen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230314_Nordstream_Sprengung_als_Geburtstagsgeschenk_fuer_ukrainischen_Oligarchen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230314_Nordstream_Sprengung_als_Geburtstagsgeschenk_fuer_ukrainischen_Oligarchen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230314_Nordstream_Sprengung_als_Geburtstagsgeschenk_fuer_ukrainischen_Oligarchen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=95004-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230314_Nordstream_Sprengung_als_Geburtstagsgeschenk_fuer_ukrainischen_Oligarchen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230314_Nordstream_Sprengung_als_Geburtstagsgeschenk_fuer_ukrainischen_Oligarchen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Schon kurz nach dem Attentat auf die Pipelines soll unter skandinavischen Geheimdiensten die Information kursiert sein, dass die Sabotage m&ouml;glicherweise nicht das Werk irgendeines Geheimdienstes war &ndash; sondern eine private Operation, durchgef&uuml;hrt von ehemaligen Milit&auml;rangeh&ouml;rigen, in Auftrag gegeben und finanziert von einem ukrainischen Oligarchen. Auch ein Name machte fr&uuml;h die Runde. Es handelt sich um einen sehr prominenten Gesch&auml;ftsmann, der fr&uuml;her in der Politik aktiv war. Die Nord-Stream-Anschl&auml;ge fanden am 26. September statt &ndash; seinem Geburtstag.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>So die <em>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/em> (SZ) in einem Artikel unter der &Uuml;berschrift <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nord-stream-explosionen-sabotage-ermittlungen-ukraine-1.5767316%20ver%C3%B6ffentlicht%20am%2012\">&bdquo;Pipeline-Sabotage: Andromeda und das Stochern im Nebel&ldquo;<\/a>, ver&ouml;ffentlicht am 12. M&auml;rz.<\/p><p>Der einzige bekannte ukrainische Oligarch, der zudem &bdquo;fr&uuml;her in der Politik aktiv war&ldquo; und am 26. September Geburtstag hat, ist der Schokoladenfabrikant und ehemalige ukrainische Pr&auml;sident Petro Poroschenko. Dieser wurde am 26. September 1965 in Bolhrad, Oblast Odessa, geboren.<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Die neuste Verschw&ouml;rungstheorie zur Causa <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/NordstreamSabotage?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#NordstreamSabotage<\/a> pr&auml;sentiert die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SZ?ref_src=twsrc%5Etfw\">@SZ<\/a>: Ein &#127482;&#127462;Oligarch (\"sehr prominenter Gesch&auml;ftsmann\") soll die Sprengung am 26.9. als Geburtstagsgeschenk f&uuml;r ihn selbst in Auftrag gegeben haben. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Poroschenko?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Poroschenko<\/a> hat am 26.9.&#127874;.<a href=\"https:\/\/t.co\/0rlqdvjLTa\">https:\/\/t.co\/0rlqdvjLTa<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/wVLFejIJrA\">pic.twitter.com\/wVLFejIJrA<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Florian Warweg (@FWarweg) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FWarweg\/status\/1635222453122404352?ref_src=twsrc%5Etfw\">March 13, 2023<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Jener ukrainische Ex-Pr&auml;sident und Oligarch soll also laut SZ mit Verweis auf &bdquo;skandinavische Geheimdienste&ldquo; anl&auml;sslich seines 57. Geburtstags die Zerst&ouml;rung der Nordstream-Pipelines in Auftrag gegeben haben. Was man sich halt so g&ouml;nnt als gelangweilter Oligarch in voller Midlife-Crisis. Mit einem gesch&auml;tzten Verm&ouml;gen von 1,6 Milliarden US-Dollar (letzte Forbes-Sch&auml;tzung von 2021) sollte Poroschenko, der als Inhaber der Unternehmensgruppe Ukrprominvest &uuml;ber Beteiligungen im Auto- und Schiffbau, der Schokoladenherstellung sowie im R&uuml;stungs- und TV-Sektor verf&uuml;gt, zumindest tats&auml;chlich &uuml;ber das f&uuml;r so eine Operation n&ouml;tige Kleingeld verf&uuml;gen.<\/p><p>Doch damit h&ouml;rt es auch schon mit den Indizien auf, die diese R&auml;uberpistole der SZ st&uuml;tzen k&ouml;nnten.<\/p><p>Allein die Vorstellung, dass ein ukrainischer Oligarch, an allen Geheimdiensten und Milit&auml;rs vorbei, so eine hochkomplexe Operation im best&uuml;berwachten Binnenmeer der Welt unter Nutzung von milit&auml;rischem Spezialsprengstoff, der laut d&auml;nischen und schwedischen Ermittlern 2.000 Kilogramm TNT-&Auml;quivalent entsprach, h&auml;tte durchf&uuml;hren k&ouml;nnen, ist absurd. Denn das ist der SZ wie auch den an der vorherigen &bdquo;Recherche&ldquo; beteiligten Medien wie <em>New York Times<\/em> (NYT), <em>ARD<\/em> und <em>Zeit<\/em> immens wichtig zu betonen: Staatliche ukrainische oder gar US-amerikanische Stellen seien auf keinen Fall in den Terroranschlag involviert gewesen. <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2023\/03\/07\/us\/politics\/nord-stream-pipeline-sabotage-ukraine.html\">So hei&szlig;t es<\/a> beispielsweise bei der NYT dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;US-Beamte erkl&auml;rten, sie h&auml;tten keine Beweise daf&uuml;r, dass der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Zelenskij oder seine Top-Leute an der Operation beteiligt waren.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bei dem f&uuml;r den Anschlag verwendeten Schiff, da folgt die SZ der vorgegebenen R&auml;uberpistole von ARD und Zeit, soll es sich ausgerechnet um eine Segelyacht vom Typ Bavaria Cruiser 50 mit dem Namen Andromeda gehandelt haben, gechartert vom Liegeplatz in Rostock aus. Dabei handelt es sich um genau dieses Schiff der Verleihfirma <a href=\"https:\/\/www.mola-yachtcharter-ostsee.de\/Yachtsuche\/Yachtfinder-Ostsee.html\">Mola Yachting<\/a>.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Der Tiefgang der Segelyacht wird mit 2,25 Meter, die maximale Zuladung einer Bavaria Cruiser 50 mit <a href=\"https:\/\/www.inautia.de\/schiff-neu-segelyacht-bavaria-cruiser-50-36681090051268567055706768534568.html\">4.600 Kilogramm angegeben,<\/a> die maximale Treibstoffmenge mit 380 Liter Diesel und der Verbrauch des Motors mit 18 Liter die Stunde. Die Segelyacht soll am 6. September in See gestochen und &uuml;ber Wiek auf R&uuml;gen (erreicht man nur &uuml;ber den Wieker Bodden, dieser verf&uuml;gt au&szlig;erhalb der Fahrrinne aber lediglich &uuml;ber eine Durchschnittstiefe von 2 Meter, der Hafen selbst &uuml;ber 2,8 Meter) dann die d&auml;nische Insel Christians&oslash; angesteuert haben. Danach sei das Segelschiff wahrscheinlich zwei Wochen ohne Zwischenhalt unterwegs gewesen.<\/p><p>Laut der NYT, dies deckt sich auch mit den &ouml;ffentlichen Aussagen d&auml;nischer und schwedischer Ermittler, sollen 500 Kilogramm Sprengstoff pro Explosion zum Einsatz gekommen sein. Das w&auml;ren also mindestens 2.000 Kilo Sprengstoff f&uuml;r die vier nachweislich registrierten Explosionen.<\/p><p>Wir halten fest: Ausgerechnet eine 15 Meter lange Segelyacht mit einer empfohlenen Zuladungskapazit&auml;t von maximal 4,6 Tonnen soll angemietet worden sein, um 2 Tonnen Sprengstoff und die f&uuml;r Tiefseetauchen notwendigen Dutzenden von Atemgasflaschen und weiteres f&uuml;r diese Aktion n&ouml;tiges Ger&auml;t zu transportieren. Als Sprengstoff kommt laut Experten C4 (von dieser Variante spricht Hersh) oder Semtex in Frage. In beiden F&auml;llen wird der Sprengstoff zur besseren Handhabbarkeit &uuml;blicherweise in 500 Gramm-Packungen vertrieben. F&uuml;r nur eine einzige mutma&szlig;lich zum Einsatz gekommene Sprengladung m&uuml;sste man folglich 1.000 einzelne Sprengstoffp&auml;ckchen zusammenf&uuml;gen. Bei vier Sprengladungen entspr&auml;che das 4.000 P&auml;ckchen mit einem Gesamtgewicht von 2 Tonnen. Alleine schon Volumen und Gewicht des Sprengstoffs und dessen notwendige Verladung sprechen komplett dagegen, dass es sich, wie von ARD, ZEIT und SZ mit Verweis auf &bdquo;Ermittlungsergebnisse&ldquo; kolportiert, bei der &bdquo;Andromeda&ldquo; wirklich um das Schiff handelt, &bdquo;das die Geheimoperation auf See durchgef&uuml;hrt haben soll&ldquo;. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Dazu kommt die Absurdit&auml;t der Route. Warum sollte ein Kommando, welches ein &uuml;ber 17 Milliarden Euro teures Pipelineprojekt in die Luft sprengen will und daf&uuml;r zwei Tonnen Sprengstoff an Bord hat, mit einer Segelyacht mit mindestens 2,3 Meter Tiefgang ausgerechnet Wiek anfahren, was zudem gar nicht auf der direkten Route nach Bornholm liegt? Wiek liegt wie bereits erw&auml;hnt mitten im Wieker Boden, dessen Durchschnittstiefe betr&auml;gt lediglich zwei Meter. Selbst die Tiefe des Hafenbeckens in Wiek wird mit nur 2,8 Meter angegeben. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen3.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Zwar verf&uuml;gt die eigentliche Fahrrinne &uuml;ber mindestens drei Meter Tiefe, doch einmal versehentliches Ausscheren aus der ausgebaggerten Fahrrinne reicht und das &bdquo;Geheimkommando&ldquo; s&auml;&szlig;e im Bodden fest. Welche auch nur halbwegs zurechnungsf&auml;hige Kommando-Truppe w&uuml;rde so ein Risiko eingehen? <\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Um jetzt aber von Rostock zum richtigen (&#128514;) Wiek-Hafen zu kommen, muss man, wie auch zuvor beim &bdquo;falschen&ldquo; Wieck ebenfalls durch einen Bodden, Wassertiefe 2 M, selbst die Tiefe beim Hafen wird mit nur 2,8 M angegeben. Wer geht so ein Risiko ein, wenn er so 1 Operation plant?&#129300; <a href=\"https:\/\/t.co\/IDGrCev7OV\">pic.twitter.com\/IDGrCev7OV<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Florian Warweg (@FWarweg) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FWarweg\/status\/1633939051102257152?ref_src=twsrc%5Etfw\">March 9, 2023<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Man k&ouml;nnte nat&uuml;rlich sarkastisch einr&auml;umen, dass eine Fahrrinne von &uuml;ber drei Metern immerhin die Route Wiek wahrscheinlicher macht als die erste und mittlerweile komplett korrigierte ARD-Version. Dort war zun&auml;chst mit Verweis auf mehrere (!) Quellen, die Rede von Wieck am Dar&szlig;. Der dortige Bodden verf&uuml;gt allerdings &uuml;ber keinerlei Fahrrinne und ist maximal zwei Meter tief: <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen_4.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen_4.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Ebenfalls fragw&uuml;rdig ist die Darstellung in deutschen Leitmedien, vorneweg der ARD, die in Bezug auf die Zusammensetzung des Kommandos unter anderem von &bdquo;Tauchassistenten&ldquo; sprechen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip;dieses Kommando aus sechs Personen bestand, mutma&szlig;lich einem Kapit&auml;n, zwei Tauchern, zwei Tauchassistenten und einer &Auml;rztin.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die ARD stellt hier Tauchassistenten als Menschen dar. Generell versteht man unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauchassistent\">&bdquo;Tauchassistent&ldquo;<\/a> aber mitnichten eine Person, sondern &bdquo;ein manngef&uuml;hrtes Unterwasserfahrzeug f&uuml;r Fortbewegung und Anwendungen in Wissenschaft, Industrie und Milit&auml;r&ldquo;. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Screen5.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Angesichts der bisherigen Peinlichkeiten und notwendigen Korrekturen in der &bdquo;Recherche&ldquo; von ARD und Zeit ist es nicht v&ouml;llig auszuschlie&szlig;en, dass auch in dem Fall ein nicht mit der Materie vertrauter Redakteur aus der durchgestochenen Information &bdquo;zwei Tauchassistenten&ldquo; einfach Personen machte, obwohl das &uuml;blicherweise so bezeichnete Unterwasserfahrzeug gemeint war. Gleichzeitig ist die Nennung von nur zwei Tauchern als extrem fragw&uuml;rdig einzuordnen. Konsultiert man Taucher nach deren Einsch&auml;tzung, so wird immer wieder angef&uuml;hrt, dass es ein Ding der Unm&ouml;glichkeit sei, so eine komplexe Operation, die das Anbringen von Sprengstoff an mindestens vier verschiedenen Stellen in bis zu 80 Meter Tiefe in kompletter Dunkelheit und &uuml;ber eine Entfernung von 80 Kilometer hinweg darstellt, von lediglich zwei Tauchern durchf&uuml;hren zu lassen. <\/p><p>Wirklich am&uuml;sant wird es, wenn man sich anschaut, welche Argumente der ARD-Faktenfinder ins Feld gef&uuml;hrt hat, um die Recherche von Seymour Hersh ad absurdum zu f&uuml;hren und wie dieselben &bdquo;Argumente&ldquo; bei der eigenen &bdquo;Recherche&ldquo; pl&ouml;tzlich &uuml;berhaupt keine Rolle mehr spielen. In dem entsprechenden Tagesschau-Beitrag <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/nord-stream-explosionen-hersh-101.html\">&bdquo;Weitere Unstimmigkeiten in Hersh-Bericht&ldquo;<\/a> vom 23. Februar wird unter anderem kritisiert, dass auf Videos der von Hersh in seiner Recherche erw&auml;hnten Kriegsschiffe nach Ende des NATO-Man&ouml;vers Baltops beim Einlaufen in den Kieler Hafen keine f&uuml;r eine solche Operation n&ouml;tige Dekompressionskammer f&uuml;r die Taucher zu erkennen gewesen sei. Bei der dann rund zwei Wochen sp&auml;ter von der Tagesschau in Umlauf gebrachten eigenen &bdquo;Recherche&ldquo; ist die Notwendigkeit einer Dekompressionskammer aber gar kein Thema mehr. Klar, wie soll eine Dekompressionskammer auch Platz finden auf einer 15-Meter-Segelyacht. Um sich eine Vorstellung vom Umfang einer solchen Anlage zu machen, anbei ein Foto einer durchschnittlich gro&szlig;en Dekompressionskammer:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230314-Nordstream-Diving_barocomplex_Savior_of_the_Pacific_Fleet_of_Russia.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Das Foto stammt von einem Kreuzer der russischen Pazifikflotte und bezeugt zugleich die Absurdit&auml;t der Argumentation des ARD-Faktenchecks. Bei zahlreichen Kriegsschiffen sind solche Dekompressionskammern unter Deck integriert. Die Tatsache, dass man bei den von der ARD verlinkten Hobby-Videoaufnahmen, zudem mindestens 10 Meter von den Schiffen entfernt und ausschlie&szlig;lich aus seitlicher Perspektive aufgenommen, keine au&szlig;en angebrachte Dekompressionskammer sehen kann, ist nun wirklich kein ernsthafter Gegenbeleg f&uuml;r die Darlegungen von Hersh. Wer sich den Spa&szlig; machen will, kann gerne einen Blick auf das Video werfen, welches die ARD als &bdquo;Widerlegung&ldquo; von Hersh in ihrem Faktenfinder-Artikel verlinkt hat:<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/-d3ZUrN3mYc\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Der Umgang mit dem Nordstream-Terrorakt wirft ein erschreckendes Licht auf den Zustand der deutschen Medienlandschaft. ARD, ZEIT, S&uuml;ddeutsche, Der SPIEGEL, kurz gesagt das gesamte Spektrum der deutschen &bdquo;Leitmedien&ldquo;, haben sich im Zuge der Nordstream-Ermittlungen daf&uuml;r instrumentalisieren lassen, von Geheimdiensten und anderen staatlichen Beh&ouml;rden durchgestochene &bdquo;Informationen&ldquo; in die &Ouml;ffentlichkeit zu streuen, ohne dies in irgendeiner Form kritisch zu reflektieren. Im Gegenteil, die genannten Medien haben sogar die Chuzpe, das allem Anschein nach v&ouml;llig unverifizierte Durchreichen von Informationen &bdquo;aus Ermittlerkreisen&ldquo; (siehe das Beispiel &bdquo;Wieck am Dar&szlig;&ldquo;) dem Leser als eigene &bdquo;Recherche&ldquo; zu verkaufen.<\/p><p>Dass staatliche Beh&ouml;rden und insbesondere Geheimdienste ihre ganz eigenen Agenden haben und daf&uuml;r auch im Zweifel Journalisten missbrauchen, scheint den sonst so auf ihre Reputation bedachten Redaktionen in Berlin, Hamburg und M&uuml;nchen nicht in den Sinn zu kommen. Doch ist das wirklich nur Naivit&auml;t?<\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ Ground Picture<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93548\">Der Scoop des Jahres: Reporter-Legende Seymour Hersh macht die USA und Norwegen f&uuml;r die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines verantwortlich<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93624\">From Hero to Zero &ndash; die j&auml;mmerlichen Reaktionen des deutschen Mainstreams auf Seymour Hershs Enth&uuml;llungen. 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Februar 2023 der Investigativjournalist Seymour Hersh eine <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93548\">Recherche<\/a> ver&ouml;ffentlichte, in welcher er nachzeichnete, wie laut seinen Informationen US-Spezialeinheiten auf direkten Befehl von US-Pr&auml;sidenten Joe Biden die Sprengung durchf&uuml;hrten.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95004\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":95005,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,183,166],"tags":[3291,1546,2080,2076,2608,919,1315,460,457],"class_list":["post-95004","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-terrorismus","tag-anschlag","tag-ard","tag-faktenfinder","tag-hersh-seymour","tag-nord-stream","tag-nyt","tag-poroschenko-petro","tag-sz","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/230314-Nordstream-Geburtstag_Poroschenko.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95004"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95004\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95079,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95004\/revisions\/95079"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/95005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}