{"id":95093,"date":"2023-03-16T10:30:02","date_gmt":"2023-03-16T09:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95093"},"modified":"2023-03-16T16:45:11","modified_gmt":"2023-03-16T15:45:11","slug":"einbildungsministerin-stark-watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95093","title":{"rendered":"Einbildungsministerin: Stark-Watzinger gipfelt gern auch mal mit sich selbst"},"content":{"rendered":"<p>Beim &bdquo;Bildungsgipfel&ldquo; der Bundesbildungsministerin machten sich die Bundesl&auml;nder fast komplett rar, obwohl sie beim Thema das Sagen haben. Deutlicher l&auml;sst sich der Geringsch&auml;tzung der Interessen von Kindern, Jugendlichen, Lehrkr&auml;ften und Erzieherinnen kaum Ausdruck verleihen. So betrachtet war der Boykott ein Akt der Ehrlichkeit. Um Bildung im besten Sinne geht es in der &bdquo;Bildungsrepublik&ldquo; ohnedies l&auml;ngst nicht mehr. Ein Kommentar von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9587\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-95093-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230316-Stark-Watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230316-Stark-Watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230316-Stark-Watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230316-Stark-Watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=95093-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230316-Stark-Watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230316-Stark-Watzinger-gipfelt-gern-auch-mal-mit-sich-selbst-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Nie war ein Gipfel so unterirdisch. Am Dienstag hatte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) Vertreter von Bund, L&auml;ndern, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nach Berlin geladen, um unter dem Motto <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/bmbf\/shareddocs\/veranstaltungen\/2023\/bildungsgipfel-2023.html\">&bdquo;Chance Bildung&ldquo;<\/a> &uuml;ber &bdquo;die Herausforderungen im Bildungssystem&ldquo; zu diskutieren. Kennt man ja: Wenn ein Problem zu einem allzu gro&szlig;en &ouml;ffentlichen &Auml;rgernis ger&auml;t, trommelt die Regierung politische Entscheider, Experten und Betroffenengruppen zum gro&szlig;en Brainstorming zusammen, pappt dem Ganzen das Etikett &bdquo;Gipfel&ldquo; auf, l&auml;sst den Trupp wieder von dannen ziehen und das Problem in der Regel unbehelligt. &bdquo;Gut, dass wir mal dar&uuml;ber geredet und uns Ziele gesteckt haben, die wir sowieso nicht einhalten.&ldquo; So geht Symbolpolitik in Reinkultur. <\/p><p>Verglichen damit war der j&uuml;ngste &bdquo;nationale Bildungsgipfel&ldquo; von geradezu bestechender Ehrlichkeit. Das Bildungswesen in Deutschland ist in praktisch allen Bereichen in einem hochgradig desolaten Zustand! &ndash; &bdquo;Stimmt, aber was soll&rsquo;s.&ldquo; So gesagt hat das freilich keiner der Beteiligten, von denen es ohnehin nicht viele gab. Tats&auml;chlich gl&auml;nzten n&auml;mlich die Bundesl&auml;nder durch <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bildungsgipfel-stark-watzinger-schule-lehrermangel-kultusminister-1.5768723\">Abwesenheit beziehungsweise Boykott<\/a>. Lediglich die amtierende Pr&auml;sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und Berliner Schulsenatorin, Astrid-Sabine Busse, sowie ihr Hamburger Kollege Ties Rabe (beide SPD) lie&szlig;en sich blicken. Die anderen hatten kurzerhand abgesagt, weil ihnen Sinn und Zweck der Veranstaltung nicht einsichtig wurden, sie in die Vorbereitungen nicht einbezogen waren oder schlicht Besseres zu tun hatten. Zur Einordnung: Bildung liegt in der L&auml;nderhoheit. Dass die Hauptzust&auml;ndigen dem Stelldichein demonstrativ fernblieben, ist ein krachendes Statement der Sorte &bdquo;rutsch mir doch den Buckel runter&ldquo;.  <\/p><p><strong>Unter Nullniveau <\/strong><\/p><p>Stark-Watzinger avanciert damit nach dem Abgang von Christine Lambrecht (SPD) als Verteidigungsministerin zur Wackelkandidatin Nr. 1 im rot-gr&uuml;n-gelben Regierungskabinett. Ihr Pannenregister umfasst bisher eine vermasselte <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85172\">Reform der Bundesausbildungsf&ouml;rderung (BAf&ouml;G)<\/a>, eine <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94228\">&bdquo;Soforthilfe&ldquo;<\/a> f&uuml;r inflationsbedingt notleidende Studierende, die ein halbes Jahr nach Ank&uuml;ndigung noch nicht angekommen ist, und jetzt einen &bdquo;Bildungsgipfel&ldquo;, der in Pflichterf&uuml;llung eine Vorgabe des Ampel-Koalitionsvertrags umsetzt und f&uuml;r die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) <a href=\"https:\/\/www.gew.de\/aktuelles\/detailseite\/bildungsgipfel-bestenfalls-ein-bildungshuegel\">&bdquo;bestenfalls ein Bildungsh&uuml;gel&ldquo;<\/a> ist. <\/p><p>Er ist sogar weniger als das. Denn ein H&uuml;gel ist immer noch eine Erhebung, w&auml;hrend sich das, was heute unter Bildung verstanden und unter dem Begriff verhandelt wird, &uuml;ber weite Strecken unter Nullniveau bewegt. Die eklatanten Baustellen, die die Politik aktuell problematisiert, sind lediglich Ausdruck einer seit Jahrzehnten exerzierten systematischen Verwahrlosung und Entwertung des einstmals staatlichen Bildungssystems mit der Zielrichtung &Ouml;konomisierung und Privatisierung. Ja, in den Schulen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93325\">fehlen Zehntausende Lehrer<\/a>, ja, es gibt Hunderttausende Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, die weder eine Schule besuchen, noch eine Ausbildung oder einen Job haben, ja, ein F&uuml;nftel aller Viertkl&auml;ssler erreicht nicht einmal mehr die Mindeststandards beim Lesen, Schreiben und Rechnen, und ja, 2021 verlie&szlig;en 50.000 Jugendliche die Schule ohne Schulabschluss. Die im &bdquo;Akademisierungswahn&ldquo; (Julian Nida-R&uuml;melin hatte nicht unrecht) &uuml;berlaufenen Hochschulen z&auml;hlen ein Drittel Abbrecher, w&auml;hrend die berufliche Bildung am Boden liegt und in vielen Branchen Fachkr&auml;fte fehlen. Die Liste an Defiziten und Katastrophen lie&szlig;e sich fortsetzen. <\/p><p><strong>Hauptsache Digital <\/strong><\/p><p>Aber ist das alles vom Himmel gefallen? Nein: Dem System wurden im Rahmen einer umfassenden Entstaatlichung im Gefolge der neoliberalen Wende zielgerichtet Mittel entzogen, um sie mit Kampfbegriffen wie &bdquo;Sparen&ldquo;, &bdquo;Austerit&auml;t&ldquo;, &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; und &bdquo;Schwarzer Null&ldquo; nach oben umzuverteilen. Aber mit dem Auspl&uuml;ndern war die Sache nicht erledigt. Der riesige Substanzverlust &ndash; der sich heute vor allem am massenhaften Mangel an Personal in Kitas, Schulen und den prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen an Hochschulen zeigt &ndash; entpuppt sich als ein riesiges Einfallstor f&uuml;r wirtschaftliche Interessen, die sich ungebremst und ungeniert in Klassenzimmern und H&ouml;rs&auml;len ausbreiten und ihre Gesch&auml;ftemacherei dazu noch als Hilfe in der Not verkaufen. <\/p><p>Wer ahnt schon, dass die hierzulande f&uuml;hrenden Nachhilfeketten Studienkreis und Sch&uuml;lerhilfe zum <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/schuelerhilfe-im-blickpunkt-von-private-equity-18623850.html\">Portfolio von Private-Equity-Fonds<\/a> geh&ouml;ren? Der allgemeine Niveauverlust in deutschen Lehranstalten &ndash; kaschiert durch <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/abitur-anteil-der-einser-abis-stieg-waehrend-der-pandemie-offenbar-deutlich-a-f06aace7-bfb0-4539-a830-de11941d0a43\">immer mehr Einser-Abis<\/a>, selbst in der Pandemie &ndash; l&auml;sst Investorenherzen h&ouml;her schlagen. Und die durch zahllose Problemlagen vielfach &uuml;berforderten Lehrkr&auml;fte werden mit sogenannten Unterrichtsmaterialien von Unternehmen, Stiftungen und Verb&auml;nden f&ouml;rmlich bombardiert. <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/sie-moechten\/presseinfos-abrufen\/detail\/news\/wie-dax-unternehmen-an-schulen-lobbyismus-betreiben\/news-a\/show\/news-c\/NewsItem\/\">&bdquo;Wie DAX-Unternehmen Schule machen&ldquo;<\/a>, hatte vor vier Jahren die Otto Brenner Stiftung eine Studie zu Lobbyismus im Schulsystem betitelt und konstatiert: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der &sbquo;Schonraum Schule&lsquo; wird damit zum Marktplatz und die Lerninhalte verlieren ihre demokratische Legitimation.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Thema Digitalisierung: Es ist l&auml;ngst ein Glaubensbekenntnis, den neuen Medien Zugang zu Schulen, Grundschulen, mithin sogar Kinderg&auml;rten zu verschaffen. Per &bdquo;Digitalpakt&ldquo; sollen zwischen 2019 und 2024 Deutschlands Klassenr&auml;ume mit Tablets und Laptops geflutet werden. P&auml;dagogische Konzepte, wie sich die Ger&auml;te sinnvoll im Unterricht nutzen lassen, existieren praktisch keine, so wenig wie dazu, wer die Technik unterhalten soll oder was nach drei, vier Jahren mit dem Elektroschrott passiert. Dazu mahnen Hirnforscher und P&auml;dagogen, dass die exzessive Nutzung von Smartphones und PC-Games physische, kognitive und soziale Sch&auml;den bei Heranwachsenden hinterl&auml;sst und die Konzentrationsf&auml;higkeit und Aufmerksamkeitsspanne in den digitalen Welten beeintr&auml;chtigt werden. Bei all dem auf die Idee zu kommen, das Kindern und Jugendlichen liebste Spielzeug zum demn&auml;chst wichtigsten Lernwerkzeug zu machen, zeugt wahlweise von Naivit&auml;t oder Hinterlist. Tats&auml;chlich ist die Digitalisierung der Schulen ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50213\">Projekt der IT-Industrie<\/a> und keines von Erziehungswissenschaftlern oder Didaktikern. <\/p><p><strong>Als Knirps schon ein Aktiendepot <\/strong><\/p><p>Selbst die schlechten Erfahrungen in der Corona-Krise konnten dem FDP-Mantra &bdquo;Digital first. Bedenken second&ldquo; nichts anhaben. Zwar wurden die Grenzen, Zumutungen und Verlierer der sch&ouml;nen neuen Lernwelt in aller Deutlichkeit entbl&ouml;&szlig;t. Trotzdem ist keineswegs von einer Umkehr die Rede, davon, den physischen Lehrk&ouml;rper zu rehabilitieren und zu st&auml;rken. Nein, das gesamte Parteienspektrum bis hin zur Linkspartei lamentiert &uuml;ber die schleppenden Fortschritte, die der &bdquo;Digitalpakt&ldquo; verzeichnet. Wei&szlig; man bei Die Linke &uuml;berhaupt noch, was Bildung eigentlich meint? Der Begriff ist inzwischen komplett entstellt, vollends auf Arbeitsmarkttauglichkeit reduziert. Man lernt blo&szlig; noch f&uuml;r den sp&auml;teren Job oder f&uuml;r &bdquo;bessere Berufschancen&ldquo;. Von den Kitas aufw&auml;rts geht es nur mehr darum, als Homo oeconomicus zu funktionieren. <\/p><p>Unternehmerverb&auml;nde dr&auml;ngen mit Macht darauf, fl&auml;chendeckend ein &bdquo;Schulfach Wirtschaft&ldquo; zu etablieren, damit man schon als Knirps checkt, wie man ein Konto oder Aktiendepot anlegt. Passend dazu will Stark-Watzinger eine &bdquo;nationale Strategie zur &ouml;konomischen Bildung&ldquo; vorantreiben, denn ein Gro&szlig;teil der Sch&uuml;ler wisse nicht, was ein Investmentfonds ist. Aber die versammelte Journaille mosert: Das Budget sei mit zwei Millionen Euro <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/bettina-stark-watzinger-bundesministerium-beschliesst-zwei-millionen-euro-fuer-finanzbildung-a-b56f498e-ad7b-4593-91e2-f3b0375bd02e\">viel zu niedrig<\/a>. <\/p><p>Fast unn&ouml;tig zu erw&auml;hnen: Die politische Bildung an den Schulen befindet sich seit Jahren <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/404498.unterrichtswesen-bildungsw%C3%BCste-bayern.html?sstr=hedtke\">im R&uuml;ckzug<\/a>. Daf&uuml;r floriert an den Hochschulen die Drittmittelforschung im Auftrag, Dienst und zwecks Profit der Industrie, w&auml;hrend die Sozial-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften zusammengestrichen werden. Und in den Kultusministerien hofft man insgeheim, die fehlenden Lehrkr&auml;fte wenigstens mittelfristig durch k&uuml;nstliche Intelligenz zu ersetzen. <\/p><p><strong>Entgeistigung, Entm&uuml;ndigung, Antiaufkl&auml;rung<\/strong><\/p><p>Das alles entspringt und entspricht dem Programm der Neoliberalen: Entgeistigung, Entm&uuml;ndigung, Antiaufkl&auml;rung &ndash; nicht zuletzt: Verdummung. Zwei Beispiele, wohin das f&uuml;hrt. Nach einer Studie der Kaufm&auml;nnischen Krankenkasse (KKH) hat die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit <a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/presse\/pressemeldungen\/sprachdefizite\">Sprach- und Sprechst&ouml;rungen<\/a> zwischen 2011 und 2021 um 58 Prozent zugenommen. Gem&auml;&szlig; einer Untersuchung der Universit&auml;t Uppsala (Schweden) und dem Institute of Education am University College London sind Kinder, die mit Tablets spielen, <a href=\"https:\/\/www.aufwach-s-en.de\/2022\/11\/tablet-computer-machen-das-spiel-von-vorschulkindern-weniger-kreativ\/\">weniger kreativ und fantasievoll<\/a> als solche, die mit physischem Spielzeug hantieren. Das sei ein Warnsignal, &bdquo;dass wir vielleicht vorsichtig sein sollten, wenn wir Touchscreens bei Vorschulkindern einsetzen&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich Studienautor Robin Samuelsson. <\/p><p>Es greift bei weitem zu kurz, die Missst&auml;nde allein an den Irrungen und Verfehlungen des Bildungsf&ouml;deralismus festzumachen. Nat&uuml;rlich l&auml;sst sich mit Spardiktaten keine ausk&ouml;mmliche, an den Erziehungs- und Bildungsbed&uuml;rfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Personalausstattung in Kitas und Schulen ins Werk setzen. Gut gemeint erscheinende Reformen wie Ganztagsschulausbau, ein Rechtsanspruch auf fr&uuml;hkindliche Betreuung oder eine Regelbeschulung von k&ouml;rperlich und geistig beeintr&auml;chtigten Kindern (Inklusion) sind, solange nicht gro&szlig;z&uuml;gig finanziell unterf&uuml;ttert, per se zum Scheitern verdammt, was die t&auml;gliche Wirklichkeit beredt beweist. Unter solchen Voraussetzungen, gepaart noch mit der notorischen K&uuml;rzungswut gegen&uuml;ber allen Bereichen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge, m&uuml;ssen Schulen und Kitas zwangsl&auml;ufig zu reinen Verwahranstalten missraten, deren Zweck zuallererst darin besteht, den Ern&auml;hrern den R&uuml;cken freizuhalten. Mit echter Bildung hat das nichts zu tun, wenngleich die Verantwortlichen dies in jeder Sonntagsrede weismachen wollen.<br>\n&nbsp;<br>\nAllen voran tut dies die Bundesregierung, weshalb sie jetzt auch Besserung gelobt. Aber wie? Sie will eine Taskforce &bdquo;Team Bildung&ldquo; ins Leben rufen, um &bdquo;eine neue Kultur in der Bildungszusammenarbeit&ldquo; zwischen Bund, L&auml;ndern und Kommunen anzusto&szlig;en. Wenn Du nicht mehr weiter wei&szlig;t, bilde einen Arbeitskreis. Im Koalitionsvertrag hei&szlig;t es dazu, man wolle &bdquo;alle M&ouml;glichkeiten aussch&ouml;pfen, gemeinsam gleichwertige Lebensverh&auml;ltnisse zu schaffen und Qualit&auml;t, Leistungsf&auml;higkeit und Weiterentwicklung des Bildungswesens zu st&auml;rken&ldquo;. Das klingt nach allerhand Arbeit. Noch in dieser Woche will sich Stark-Watzinger dar&uuml;ber mit den Kultusministern der L&auml;nder austauschen &ndash; f&uuml;r eine Stunde. Das reicht. <\/p><p>Titelbild: photocosmos1 \/ Shutterstock<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/756d0cf497e942789407736c6eed6105\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim &bdquo;Bildungsgipfel&ldquo; der Bundesbildungsministerin machten sich die Bundesl&auml;nder fast komplett rar, obwohl sie beim Thema das Sagen haben. Deutlicher l&auml;sst sich der Geringsch&auml;tzung der Interessen von Kindern, Jugendlichen, Lehrkr&auml;ften und Erzieherinnen kaum Ausdruck verleihen. So betrachtet war der Boykott ein Akt der Ehrlichkeit. 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