{"id":95186,"date":"2023-03-19T09:00:14","date_gmt":"2023-03-19T08:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186"},"modified":"2023-03-17T14:22:32","modified_gmt":"2023-03-17T13:22:32","slug":"hinweise-der-woche-299","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h01\">&laquo;Vorausschauende Politik m&uuml;sste eine neue europ&auml;ische Friedens- und Sicherheitsordnung planen&raquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h02\">The Architects of the Iraq War: Where Are They Now?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h03\">Neue globale Ordnung: Abkommen zwischen Teheran und Riad<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h04\">Emirate: Blendende Gesch&auml;fte mit den Russland-Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h05\">Klassenkampf der Technokraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h06\">Armut offenbar gr&ouml;&szlig;er als angenommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h07\">Habecks Verbot von &Ouml;l- und Gasheizungen: Umwelt&ouml;konom legt die Rechnung vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h08\">Kaum noch vermittelbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h09\">Franz&ouml;sische Regierung verabschiedet Rentenreform ohne finale Abstimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186#h10\">Wer als Journalist vom Staat Geld nimmt, schaufelt dem Journalismus das Grab<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&laquo;Vorausschauende Politik m&uuml;sste eine neue europ&auml;ische Friedens- und Sicherheitsordnung planen&raquo;<\/strong><br>\n&laquo;Sowohl die Ukraine als auch Russland m&uuml;ssen darin ihren Platz haben&raquo;<br>\nInterview mit General a.&thinsp;D. Harald Kujat*<br>\nZeitgeschehen im Fokus Es ist wieder Krieg in Europa. Wie in den beiden grossen Kriegen des letzten Jahrhunderts spielen die Vereinigten Staaten eine zentrale Rolle, was die Zukunft unseres Kontinents betrifft. Auch China hat sich mit einem Positionspapier zu Wort gemeldet und ruft zu einem Waffenstillstand auf. Welche geopolitische Dimension hat der Ukrainekrieg?<br>\nGeneral a.&thinsp;D. Harald Kujat Das 21.&thinsp;Jahrhundert ist gepr&auml;gt vom Aufstieg Chinas als wirtschaftliche und milit&auml;rische Weltmacht und von der Rivalit&auml;t der grossen M&auml;chte, der Vereinigten Staaten, Russlands und Chinas. Nur China und nicht Russland ist in der Lage, die Vereinigten Staaten als f&uuml;hrende Weltmacht abzul&ouml;sen.<br>\nDeshalb verfolgen die Vereinigten Staaten im Ukrainekrieg das Ziel, Russland, den zweiten geopolitischen Rivalen, politisch, wirtschaftlich und milit&auml;risch so weit zu schw&auml;chen, dass sie sich auf die Auseinandersetzung mit China konzentrieren k&ouml;nnen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein enger Schulterschluss mit Europa erforderlich. Mit der gleichen Geschlossenheit wie gegen Russland sollen die Europ&auml;ischen Staaten m&ouml;glichst auch in den Konflikt mit China eingebunden werden &ndash; und gemeinsam mit den regionalen Verb&uuml;ndeten Australien, Japan und S&uuml;dkorea ein indo-pazifisches Netzwerk von Partnern und Alliierten bilden.<br>\nDie Staats- und Regierungschefs der Nordatlantischen Allianz erkl&auml;ren daher im neuen strategischen Konzept vom 29.&thinsp;Juni 2022, China stelle die Interessen, die Sicherheit und die Werte der Mitgliedstaaten in Frage. Sie wollen die &laquo;systemischen Herausforderungen&raquo; Chinas f&uuml;r die euro-atlantische Sicherheit angehen und die dauerhafte F&auml;higkeit der Nato sicherstellen, die Verteidigung und Sicherheit der Verb&uuml;ndeten zu gew&auml;hrleisten.<br>\nDar&uuml;ber hinaus f&ouml;rdert der Ukrainekrieg die Bildung konkurrierender geopolitischer Bl&ouml;cke. W&auml;hrend die Vereinigten Staaten, die Europ&auml;ische Union und die Nato n&auml;her zusammenr&uuml;cken, ist um China und Russland bereits ein zweiter geopolitischer Block entstanden. Dessen Kern bilden die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und S&uuml;dafrika sowie die Schanghai Kooperations-Gruppe mit China, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Pakistan, Russ&not;land, Tadschikistan und Usbekistan. Die BRICS-Staaten repr&auml;sentieren zurzeit 40&thinsp;Prozent, die westlichen G7-Staaten einschliesslich Japan nur etwa 12,5&thinsp;Prozent der Weltbev&ouml;lkerung. Ihr Bruttoinlandprodukt ist gr&ouml;sser als das der G7-Staaten.<br>\nWelchen Stellenwert hat Europa in dieser geopolitischen Konstellation?<br>\nIn der Energieversorgung bisher abh&auml;ngig von Russland, in der Sicherheit von den Vereinigten Staaten, wirtschaftlich und technologisch &ndash; insbesondere in der Digitalisierung &ndash; sowohl von den Vereinigten Staaten als auch von China, durch die Sanktionen gegen Russland wirtschaftlich und machtpolitisch gravierend geschw&auml;cht, durch innere Widerspr&uuml;che und zentrifugale Kr&auml;fte mit selbstgemachten Herausforderungen ringend, ist Europa in der Machtarithmetik der Grossm&auml;chte immer weiter ins Hintertreffen geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitgeschehen-im-fokus.ch\/de\/newspaper-ausgabe\/nr-3-vom-6-m%C3%A4rz-2023.html#article_1485%20\">Zeitgeschehen im Fokus<\/a>\n<p>dazu: <strong>&laquo;Keine Eskalation, keine Waffenlieferung &ndash; daf&uuml;r Verhandlungen&raquo;<\/strong><br>\n&laquo;Der Druck auf Menschen, die sich kritisch zum Krieg &auml;ussern, wird immer gr&ouml;sser&raquo;<br>\nInterview mit dem Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko<br>\nZeitgeschehen im Fokus Ende Februar gab es in Wien ein OSZE-Treffen. Die Medien berichteten sozusagen nichts. Sie waren dort. Was haben Sie beobachtet?<br>\nBundestagsabgeordneter Andrej Hunko Vom 21. bis 24.&thinsp;Februar fand die OSZE-Wintertagung in Wien statt. Zum ersten Mal seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine kam es zu einem Aufeinandertreffen der russischen und belarussischen Abgeordneten mit Parlamentariern der &uuml;brigen OSZE-L&auml;nder in der parlamentarischen Versammlung.<br>\nEs ist schon auff&auml;llig, dass die Medien sich &uuml;ber solch ein bedeutsames Zusammentreffen auf der letzten europ&auml;ischen Dialogplattform so intensiv ausschweigen. Auch wenn von dieser Konferenz keine Impulse f&uuml;r Friedensverhandlungen zu erwarten waren, so ist doch im Fall von Verhandlungen die OSZE eine wichtige Adresse.<br>\nEs gab seit der milit&auml;rischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine andere Treffen der Parlamentarischen Versammlung. Warum war dort Russland nicht dabei?<br>\nDer Grund war der, dass die Visa in den vorangegangenen Sitzungen in Birmingham und in Warschau von Grossbritannien und Polen statutenwidrig verweigert wurden. Diesmal hat &Ouml;sterreich die Visa f&uuml;r die russischen und belarussischen Parlamentarier erteilt. Einerseits weil &Ouml;sterreich der neutrale Ausrichterstaat war und sich der Sitz der OSZE in Wien befindet, was auch v&ouml;lkerrechtlich zur Einladung aller verpflichtet. Andererseits weil der &ouml;sterreichische Aussenminister gesagt hatte, dass diese Dialogplattform erhalten bleiben muss. Das ist eine Aussage, die ich teile.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitgeschehen-im-fokus.ch\/de\/newspaper-ausgabe\/nr-3-vom-6-m%C3%A4rz-2023.html#article_1487%20\">Zeitgeschehen im Fokus<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>The Architects of the Iraq War: Where Are They Now?<\/strong><br>\nThe U.S. and its allies invaded Iraq 20 years ago in Operation Iraqi Freedom. President George W. Bush&rsquo;s press secretary Ari Fleischer twice accidentally referred to it as Operation Iraqi Liberation, which was definitely not its official name and would have generated an unfortunate acronym.<br>\nThe men and women who launched this catastrophic, criminal war have paid no price over the past two decades. On the contrary, they&rsquo;ve been showered with promotions and cash. There are two ways to look at this.<br>\nOne is that their job was to make the right decisions for America (politicians) and to tell the truth (journalists). This would mean that since then, the system has malfunctioned over and over again, accidentally promoting people who are blatantly incompetent failures.<br>\nAnother way to look at it is that their job was to start a war that would extend the U.S. empire and be extremely profitable for the U.S. defense establishment and oil industry, with no regard for what&rsquo;s best for America or telling the truth. This would mean that they were extremely competent, and the system has not been making hundreds of terrible mistakes, but rather has done exactly the right thing by promoting them.<br>\nYou can read this and then decide for yourself which perspective makes the most sense.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2023\/03\/15\/iraq-war-where-are-they-now\/\">The Intercept_<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Neue globale Ordnung: Abkommen zwischen Teheran und Riad<\/strong><br>\nDas saudisch-iranische Abkommen &uuml;ber die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen binnen zwei Monaten ist zweifellos ein diplomatisches Meisterst&uuml;ck &ndash; seit Jahren aus dem Irak und Oman vorbereitet und am Freitag in Beijing vollzogen. Das Foto der drei hochrangigen Regierungsvertreter wird in die Geschichte eingehen &ndash; und zwar vor allem als Symbol f&uuml;r eine sich wandelnde globale Ordnung, in der Washingtons Einfluss signifikant abnimmt. (&hellip;) Nein, die US-Regierung kann in einer Entspannung der Beziehungen zwischen den beiden Erzrivalen rein gar nichts Gutes erkennen &ndash; auch wenn sich die Sprecherin des Wei&szlig;en Hauses eilig bem&uuml;hte, das Gegenteil zu erkl&auml;ren. Denn die Einigung d&uuml;rfte nicht nur eine Fortf&uuml;hrung der m&ouml;rderischen US-Politik des &raquo;Teile und herrsche&laquo; in der Region ma&szlig;geblich erschweren. Sie k&ouml;nnte auch dazu f&uuml;hren, dass &Ouml;lgesch&auml;fte in Yuan &ndash; mit Riad und Teheran bereits teilweise Realit&auml;t &ndash; weiter zunehmen, was den US-Dollar schw&auml;chen und das anvisierte &raquo;Decoupling&laquo; von China erschweren d&uuml;rfte. Deutlich ehrlicher als Washingtons Floskeln ist vor diesem Hintergrund die offen artikulierte Entt&auml;uschung Israels. (&hellip;) Die gr&ouml;&szlig;ten Gewinner sind die Menschen im Nahen Osten. Sie d&uuml;rfen auf eine Entspannung brutaler Stellvertreter- und Regime-Change-Kriege hoffen &ndash; wenn auch nur vorsichtig, denn Vertrauen aufzubauen wird dauern und mit US-St&ouml;rfeuern ist zu rechnen. Aus dem Jemen aber k&ouml;nnte sich Riad tats&auml;chlich zur&uuml;ckziehen: Weil der Krieg nicht zu gewinnen, aber &auml;u&szlig;erst kostspielig ist, verhandelt man mit den Ansarollah bereits &uuml;ber eine neuerliche Waffenruhe, vielleicht sogar &uuml;ber ein Friedensabkommen. Und zwar entgegen dem Willen Washingtons.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/446683.neue-globale-ordnung.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Emirate: Blendende Gesch&auml;fte mit den Russland-Sanktionen<\/strong><br>\nTrotz massivem Druck aus den USA und der EU bleiben die Vereinigten Arabischen Emirate bei ihrer Neutralit&auml;t. Der Handel mit Russland hat sich sogar vergr&ouml;&szlig;ert &ndash; ein Lehrst&uuml;ck &uuml;ber den begrenzten Einfluss der westlichen Au&szlig;enpolitik.<br>\nBeeindruckend, edel, funkelnd wirken die Skylines der gro&szlig;en St&auml;dte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Hierhin fliegt man in den Urlaub, um Gesch&auml;fte zu machen und auch: Um &uuml;ber diese Orte zu staunen, an denen alles ein gr&ouml;&szlig;er, neuer, funkelnder ist als anderswo.<br>\nKaum jemand, der an den nat&uuml;rlich auch sehr neuen, sehr gro&szlig;en, sehr funkelnden Flugh&auml;fen in Dubai oder Abu Dhabi aus dem Flieger steigt, w&uuml;rde vermuten, dass sich dieses k&uuml;nstliche Gebilde aus sieben Emiraten am Persischen Golf im Fokus der Weltpolitik befindet und noch weit mehr als das: selbst Weltpolitik macht.<br>\nWas, nat&uuml;rlich wie so gut wie alles in diesen Tagen, mit Russland zusammenh&auml;ngt. Nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine wurden von den meisten westlichen Regierungen Sanktionen gegen Russland verh&auml;ngt und in den Medien schon der kurz bevorstehende Zusammenbruch der russischen Wirtschaft ausgerufen. Doch der blieb aus, und das auch weil ein sehr gro&szlig;er Teil der restlichen Welt nicht mitmacht.<br>\nUnter den Sanktionsverweigerern befinden sich nicht nur L&auml;nder wie China, von denen man es von Anfang an erwartet hatte, sondern auch Staaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, deren Regierung sich seit der Pr&auml;sidentschaft von Donald Trump enge Beziehungen zu Washington aufgebaut hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Emirate-Blendende-Geschaefte-mit-den-Russland-Sanktionen-7545930.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Klassenkampf der Technokraten<\/strong><br>\nMit hohen Zinsen will die EZB die Inflation auf dem R&uuml;cken der Arbeiterklasse bek&auml;mpfen &ndash; und wird dennoch scheitern.<br>\nOb Wocheneinkauf, Tankf&uuml;llung oder Heizrechnung &ndash; die Preise steigen und steigen. Was hat das f&uuml;r Gr&uuml;nde, was sind die Folgen und wo liegt der wirtschaftsliberale Mainstream falsch? All das sind Fragen, die sich der Wirtschaftsanalyst und JACOBIN-Autor Maurice H&ouml;fgen in seinem neuen Buch &raquo;TEUER! Die Wahrheit &uuml;ber Inflation, ihre Profiteure und das Versagen der Politik&laquo; genauer ansieht.<br>\nIn folgendem Vorabdruck geht er der Frage auf den Grund, warum der Zins als Instrument zur Inflationsbek&auml;mpfung f&uuml;r den &ouml;konomischen Mainstream so zentral ist.<br>\nGro&szlig;e Kosten, kleiner Nutzen &ndash; das gilt auch f&uuml;r die Strategie, die Zentralbanken seit dem Sommer 2022 verfolgen. Die Europ&auml;ische Zentralbank (EU), die Bank of England (Gro&szlig;britannien) und die Federal Reserve (USA) liefern sich einen Wettlauf darum, wer die Zinsen am schnellsten anheben kann. Alle drei sind n&auml;mlich f&uuml;r stabile Preise zust&auml;ndig. So sehen es die f&uuml;r die Zentralbank gemachten Gesetze vor. Die meisten &Ouml;konomen und Politiker sind bis heute &uuml;berzeugt, dass das eine gute Idee ist und die Zentralbanken also die richtigen Werkzeuge gegen die Inflation haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/klassenkampf-der-technokraten-zins-ezb-teuer-vorabdruck-maurice-hoefgen\/\">Maurice H&ouml;fgen auf Jacobin<\/a>\n<p>dazu: <strong>Warum wir &uuml;ber Inflation v&ouml;llig falsch reden<\/strong><br>\nJahrelang war sie weg, keiner hat sie wirklich vermisst, doch 2022 redeten alle &uuml;ber sie. Das ist auch richtig so, denn sie geht uns alle etwas an. Die Rede ist von der Inflation. Einkaufen, heizen, duschen: Der Alltag ist teurer geworden, viel teurer. Viele Menschen sind gezwungen zu verzichten. Die einen auf den Sommerurlaub und Biogurken, die anderen auf warme Wohnr&auml;ume und volle K&uuml;hlschr&auml;nke. Kein Wunder also, dass die Inflation laut Umfragen wieder zu den gr&ouml;&szlig;ten Sorgen der Deutschen z&auml;hlt &ndash; neben dem schrecklichen Krieg in der Ukraine.<br>\n2022 musste mehr als jeder Zweite jeden Cent seines Monatseinkommens verwenden, um den Alltag zu wuppen. Sparen? Nicht mehr m&ouml;glich. Sich etwas g&ouml;nnen? Nur mit schlechtem Gewissen. In Deutschland hat jeder Dritte schon vorher kaum nennenswerte Ersparnisse gehabt. Keinen Puffer, auf den man in Krisenzeiten zur&uuml;ckgreifen kann, wenn der Liter Benzin und das Paket Butter pl&ouml;tzlich mehr als zwei Euro kosten; wenn der neue Strom- und Gasvertrag um ein Vielfaches teurer wird; wenn der Betrieb stockt und man in Kurzarbeit ein Drittel seines Gehaltes verliert.<br>\nSchon vor der Krise war jeder zehnte Erwachsene in Deutschland &uuml;berschuldet, konnte also seine laufenden Rechnungen nicht mehr begleichen. Mehr als eine Million Menschen hatten schon vorher Energieschulden, konnten also ihre Strom- oder Heizrechnungen nicht bezahlen. In Hunderttausenden F&auml;llen wurde der Strom abgesperrt. Ein Stapel offener Rechnungen und Mahnungsbriefe, rote Zahlen auf dem Kontoauszug und dann noch Mathelernen mit den Kindern &ndash; im Dunkeln. Schon die wirtschaftliche Verw&uuml;stungsspur der Corona-Pandemie hat die Armuts- und &Uuml;berschuldungszahlen 2021 in neue H&ouml;hen getrieben. Die Pandemie und ihre Folgen waren noch nicht &uuml;berwunden, da kam die Inflation zur Unzeit. Doch vor der Inflation sind wir l&auml;ngst nicht alle gleich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2023\/03\/16\/warum-wir-ueber-inflation-voellig-falsch-reden\/\">Maurice H&ouml;fgen auf Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Armut offenbar gr&ouml;&szlig;er als angenommen<\/strong><br>\nIn Deutschland sind laut Parit&auml;tischem Wohlfahrtsverband mehr Menschen arm als angenommen. Von Armut betroffen waren demnach nicht 13,8 Millionen Menschen, sondern 14,1 Millionen Menschen, teilte die Organisation mit.<br>\nDie Armutsquote in Deutschland habe im Jahr 2021 nicht 16,6 Prozent, sondern 16,9 Prozent betragen. Der Verband korrigierte damit seinen im Juni ver&ouml;ffentlichten Armutsbericht. (&hellip;)<br>\nDie Organisation bezieht sich in der Neufassung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die das Berichtsjahr 2021 betreffen. Die Beh&ouml;rde habe nach den Erstergebnissen aus dem vergangenem Jahr jetzt Endergebnisse &ldquo;mit zum Teil gravierenden Abweichungen&rdquo; vorgelegt, erkl&auml;rte der Verband.<br>\nSo betrug laut Bundesamt die Kinderarmut nicht, wie zuerst berechnet, 20,8 Prozent, sondern 21,3 Prozent. Die Armutsquote von Alleinerziehenden stieg auf 42,3 statt 41,6 Prozent.<br>\nAls armutsgef&auml;hrdet gilt nach EU-Definition, wer &uuml;ber weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbev&ouml;lkerung verf&uuml;gt. F&uuml;r eine allein lebende Person in Deutschland sind das derzeit etwa 15.000 Euro im Jahr, f&uuml;r eine Familie mit zwei Kindern etwa 31.500 Euro. Dabei handelt es sich um das gesamte Nettoeinkommen des Haushaltes inklusive Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, anderer Transferleistungen oder sonstiger Zuwendungen. (&hellip;)<br>\nDie Armutsquoten seien bereits nach den fr&uuml;heren Daten auf einem Rekordhoch gewesen, sagte der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. &ldquo;Die Armut wird nicht nur immer gr&ouml;&szlig;er, sondern mit den explodierenden Preisen auch immer tiefer&rdquo;, so Schneider.<br>\nDer Verband forderte die Bundesregierung zu wirkungsvollen Ma&szlig;nahmen gegen die steigende Armut in Deutschland auf. Dabei seien eine Anhebung der Regels&auml;tze beim B&uuml;rgergeld und der Altersgrundsicherung von jetzt 502 auf 725 Euro, eine existenzsichernde Anhebung des BAf&ouml;G und eine z&uuml;gige Einf&uuml;hrung der Kindergrundsicherung von zentraler Bedeutung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gesellschaft\/armut-deutschland-bericht-sozialverband-101.html\">tagesschau<\/a>\n<p>dazu: <strong>Neoliberalismus: Spartipps f&uuml;r die Armen, Bewunderung f&uuml;r die Reichen<\/strong><br>\nArmutsbetroffen Die Regeln zu lasch, die Leistungen zu gro&szlig;z&uuml;gig, und muss es ein Buch f&uuml;r 15 Euro sein? Geht es ums Geld, neigen sich Kritik, ungebetene Ratschl&auml;ge und neidische Blicke gern nach unten. Falsche Richtung, findet unsere Autorin<br>\nIch bin armutsbetroffen und twittere &uuml;ber mein Leben in Armut unter dem Hashtag #IchbinArmutsbetroffen. Daf&uuml;r werde ich auf verschiedenste Weise angefeindet. Ich solle mich sch&auml;men, als B&uuml;rgergeldbezieherin mehr Geld zu verlangen, weil der Regelsatz zu niedrig bemessen ist. Niemand schreibt einem Spitzenmanager, der ein paar Tausend Euro mehr verdient in der Krise, dass er sich sch&auml;men soll, so viel Gewinn zu machen. Der gesellschaftliche Blick geht nach unten, nicht nach oben. Maskendeals, Cum-Ex, Lobbyismus &ndash; irgendwie, so wirkt es, kommen Menschen mit viel Geld immer glimpflich davon. Gefl&uuml;chtete, Niedrigl&ouml;hner, die &bdquo;arbeitende Mitte&ldquo;, B&uuml;rgergeldempf&auml;nger, sie alle werden politisch gegeneinander instrumentalisiert.<br>\nDie menschenverachtende &bdquo;B&uuml;rgergelddebatte&ldquo; vor allem von Seiten der Union hat gezeigt, dass im Diskurs ein klassistisches Weltbild vorherrscht. Und das wird gut befeuert, denn wo w&auml;re Deutschland ohne seine Armen, die immer dann wichtig sind, wenn es darum geht, PR-Fotos f&uuml;r Politiker zu machen? S&ouml;der bei der Tafel, Scholz bei der Tafel. Wieso ist Herr Linder da noch nicht gewesen? Oh, ich verga&szlig;: falsches Klientel! Kein verwertbares Humankapital.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/janina-luett\/sozialneid-nach-unten-oder-die-folgen-eines-neoliberalen-weltbildes\">der Freitag<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>&Auml;rmere Haushalte haben um 2,5 Prozentpunkte h&ouml;here Inflationsrate als einkommensreiche Alleinlebende<\/strong><br>\nDie Inflationsrate in Deutschland ist mit 8,7 Prozent im Februar weiterhin sehr hoch und gegen&uuml;ber Januar unver&auml;ndert geblieben. Familien sowie Alleinlebende mit jeweils niedrigen Einkommen hatten im Februar mit je 9,9 Prozent die h&ouml;chste Inflationsbelastung zu tragen, Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen mit 7,4 Prozent die mit Abstand niedrigste. Die soziale Schere bei der haushaltsspezifischen Belastung durch die Teuerung ist somit bei einem Abstand von 2,5 Prozentpunkten weiter weit ge&ouml;ffnet, trotz eines minimalen R&uuml;ckgangs gegen&uuml;ber Januar, als es 2,6 Prozentpunkte waren. Das ergibt der neue IMK Inflationsmonitor des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung, der monatlich die spezifischen Teuerungsraten f&uuml;r neun repr&auml;sentative Haushaltstypen berechnet.<br>\nEbenfalls etwas &uuml;berdurchschnittliche Inflationsbelastungen trugen im Februar Alleinerziehende (9,2 Prozent) sowie Familien (9,0 Prozent) mit jeweils mittleren Einkommen. Alleinlebende sowie kinderlose Paarhaushalte mit jeweils mittleren Einkommen lagen mit Inflationsraten von 8,8 bzw. 8,7 Prozent nahe am oder im Durchschnitt aller Haushalte. Alleinlebende und Familien mit jeweils h&ouml;heren Einkommen wiesen leicht unterdurchschnittliche Raten von 8,5 bzw. 8,4 Prozent auf.<br>\nDie leichte Verschiebung bei den gr&ouml;&szlig;ten Preistreibern &ndash; Energie hat im Februar etwas an Einfluss auf die Inflation verloren, h&ouml;here Kosten f&uuml;r Nahrungsmittel legten an Gewicht zu &ndash; habe am Muster bei den haushaltsspezifischen Teuerungsraten kaum etwas ge&auml;ndert, erkl&auml;rt IMK-Inflationsexpertin Dr. Silke Tober:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-armere-haushalte-haben-um-2-5-prozentpunkte-hohere-inflationsrate-47717.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Habecks Verbot von &Ouml;l- und Gasheizungen: Umwelt&ouml;konom legt die Rechnung vor<\/strong><br>\nLaut dem Umwelt&ouml;konomen Manuel Frondel w&uuml;rde ein Verbot von &Ouml;l- und Gasheizungen Deutschland wohl eine Billion Euro kosten. Wie kommt er darauf? Ein Gespr&auml;ch.<br>\nDie Bild-Zeitung hat neulich die Verbraucher alarmiert, dass &bdquo;Habecks Wohn-Hammer&ldquo;, also das geplante allm&auml;hliche Verbot von &Ouml;l- und Gasheizungen ab 2024, Deutschland 1000 Milliarden Euro, oder eine Billion, kosten w&uuml;rde.<br>\nIn einem Satz wurde dabei der &Ouml;konom Manuel Frondel vom RWI &ndash; Leibniz-Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung in Essen zitiert. Was bedeutet aber diese Zahl? Eine Nachfrage der Berliner Zeitung beim Institut zeigte, dass sie aus einem Hintergrundgespr&auml;ch stammte und in dieser Form nicht zur Ver&ouml;ffentlichung gedacht war.<br>\nDa seine Sch&auml;tzung der &Ouml;ffentlichkeit sowieso schon bekannt ist, haben wir mit Prof. Dr. Manuel Frondel (58) &uuml;ber deren Hintergr&uuml;nde gesprochen.<br>\nHerr Frondel, worauf basiert Ihre Einsch&auml;tzung bzw. wie sind Sie auf eine Billion Euro gekommen?<br>\nDas ist eine sehr grobe &Uuml;berschlagung der Bruttokosten. Diese Bruttorechnung basiert darauf, dass man die rund 19 Millionen &Ouml;l- und Erdgasheizungen, die es in Deutschland noch offiziell gibt, nach dem Plan von Robert Habeck bis 2045 fr&uuml;her oder sp&auml;ter zugunsten einer Alternative ersetzen muss, die W&auml;rme aus mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien herstellt. Wenn all diese &Ouml;l- und Gasheizungen durch W&auml;rmepumpen ersetzt w&uuml;rden und dabei im Altbau noch Kosten f&uuml;r zus&auml;tzliche D&auml;mmung entstehen, kommt man auf diese Obergrenze von einer Billion Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/robert-habeck-verbot-von-oel-und-gasheizungen-umweltoekonom-legt-die-rechnung-vor-li.327510\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kaum noch vermittelbar<\/strong><br>\nDer ehemalige Chef Kasper Rorsted bekommt seinen Abschied von Adidas mit 16 Millionen Euro vers&uuml;&szlig;t. Auch wenn sie legal sind: Solche goldenen Handschl&auml;ge sind kaum noch zu vermitteln.<br>\nKasper Rorsted bekommt die Restlaufzeit seines Arbeitsvertrags von seinem ehemaligen Arbeitgeber Adidas mit satten 16 Millionen Euro vers&uuml;&szlig;t. Obwohl sich der Sportartikelriese und sein Vorstandschef vergangenen Sommer &bdquo;einvernehmlich&ldquo; getrennt haben, wird dem D&auml;nen die Restlaufzeit bis zum Jahr 2026 f&uuml;rstlich verg&uuml;tet. Dabei hatte sich der Aufsichtsrat bei Vertragsverl&auml;ngerung zwei Jahre zuvor noch dar&uuml;ber gefreut, &bdquo;die erfolgreiche Zusammenarbeit&ldquo; fortzusetzen.<br>\nSolche goldenen Handschl&auml;ge f&uuml;r Manager erhitzen die Gem&uuml;ter seit eh und je. Jennifer Morgan erhielt vom Softwarekonzern SAP rund 15 Millionen Euro daf&uuml;r, dass sie ihren Ko-Vorstandsposten nach einem halben Jahr schon wieder r&auml;umte. Das sind rund 83.000 Euro je Arbeitstag.<br>\nEin Berufst&auml;tiger kommt in seinem gesamten Berufsleben, wenn es gut l&auml;uft, auf 2,5 Millionen Euro. In Zeiten hoher Inflation, in denen um Lohnerh&ouml;hungen von Busfahrern und Krankenschwestern gestritten wird, lassen sich die riesigen Abfindungen der &Ouml;ffentlichkeit kaum noch vermitteln.<br>\nSie m&ouml;gen legal sein, ob ihre Zusicherung auch legitim ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Solange aber Aufsichtsr&auml;te f&uuml;r ihre Fehlentscheidungen nicht in die Pflicht genommen werden, wird sich an der Praxis wenig &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/adidas-abfindung-fuer-ehemaligen-chef-rorsted-ist-unvermittelbar-18733282.html%20\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Diese perversen Abfindungssummen nicht &ldquo;kaum&rdquo;, sondern &uuml;berhaupt nicht &ldquo;vermittelbar&rdquo;. Es ist gut, dass das groteske Missverh&auml;ltnis zwischen solchen Summen und den mageren Verdiensten in Normalarbeitsverh&auml;ltnissen inzwischen sogar der konservativen FAZ unangenehm auff&auml;llt, der gem&auml;&szlig; sich die Wirtschaft angeblich frei entfalten k&ouml;nnen soll.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Franz&ouml;sische Regierung verabschiedet Rentenreform ohne finale Abstimmung<\/strong><br>\nDer franz&ouml;sische Pr&auml;sident Emmanuel Macron hat in letzter Minute eine Abstimmung &uuml;ber die Rentenreform in der Nationalversammlung abgesagt. Am Donnerstag rief er eine Viertelstunde vor dem Beginn der Abstimmungsdebatte eine Kabinettssitzung im Elys&eacute;e-Palast ein. Bei der Eilsitzung wurde beschlossen, auf Verfassungsartikel 49 zur&uuml;ckzugreifen und die parlamentarische Debatte ohne Abstimmung zu beenden. Marine Le Pen kritisierte daraufhin ein &bdquo;komplettes Scheitern&ldquo; der Regierung und verlangte den R&uuml;cktritt der Premierministerin: &bdquo;Elisabeth Borne kann nicht an ihrem Posten bleiben&ldquo;. Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Mathilde Panot, sagte, der Gesetzentwurf &uuml;ber die Rentenreform habe &bdquo;keinerlei Legitimit&auml;t&ldquo;. Der Vorsitzende der Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, &auml;u&szlig;erte, der Pr&auml;sident habe die soziale Demokratie missachtet und sei gescheitert.<br>\nMacron rechtfertigte die Entscheidung mit &bdquo;zu gro&szlig;en finanziellen Risiken&ldquo;. Er habe aus politischen Gr&uuml;nden lieber eine parlamentarische Abstimmung gewollt. Aber er k&ouml;nne nicht die Kreditw&uuml;rdigkeit Frankreichs aufs Spiel setzen, sagte er laut Teilnehmern w&auml;hrend der kurzfristig einberaumten Kabinettssitzung. Frankreich ist hoch verschuldet und will mit der Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre zeigen, dass es zu haush&auml;lterischen Reformen f&auml;hig ist. Der Rechnungshof hat Frankreich gemahnt, die Staatsfinanzen zu sanieren. Von der Rentenreform verspricht sich die Regierung eine Einsparung von mindestens 17 Milliarden Euro j&auml;hrlich. [&hellip;]<br>\nDie Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre bis 2030 st&ouml;&szlig;t auf gro&szlig;en Widerstand. Die Gewerkschaften haben angek&uuml;ndigt, dass sie ihm Fall der &bdquo;Verfassungskeule&ldquo; des Artikels 49 ihre Proteste fortsetzen w&uuml;rden. In Paris, Nantes, Le Havre, Antibes und anderen St&auml;dten stapelt sich der M&uuml;ll, weil die M&uuml;llabfuhr seit Tagen streikt. Vor der Nationalversammlung kam es zu spontanen Protesten. Eine unangemeldete Protestkundgebung auf dem Platz der Concorde wurde von Ordnungsh&uuml;tern verhindert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/frankreich-macron-verabschiedet-rentenreform-ohne-finale-abstimmung-18753228.html\">FAZ<\/a>\n<p>dazu: <strong>Rentenreform ohne Abstimmung: &ldquo;Eine Schande f&uuml;r die Demokratie&rdquo;<\/strong><br>\nFrankreichs Regierung hat die Abstimmung &uuml;ber die umstrittene Rentenreform abgesagt &ndash; in letzter Minute. Opposition wie Gewerkschaften reagieren w&uuml;tend, ein Misstrauensvotum steht im Raum.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/frankreich-nationalversammlung-rentenreform-101.html\">tagesschau<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Landesweite Proteste gegen die Rentenreform &ndash; und Macron? Sitzt es aus<\/strong><br>\nDie Entscheidung im Senat ist schon gefallen, nun richten sich die Blicke auf die Nationalversammlung. Sollte hier eine Mehrheit die &ouml;ffentliche Meinung ignorieren, kann man in Frankreich von einer besch&auml;digten Demokratie sprechen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/oliver-fahrni\/landesweite-proteste-gegen-die-rentenreform-und-macron-sitzt-es-aus\">der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wer als Journalist vom Staat Geld nimmt, schaufelt dem Journalismus das Grab<\/strong><br>\nEine Anfrage der AfD brachte es ans Licht: Mehr als 1,4 Millionen Euro zahlte die Bundesregierung seit 2018 an Journalisten &ndash; den Grossteil an solche des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dabei hat dieser ohnehin schon ein Neutralit&auml;tsproblem. (&hellip;)<br>\nBundesbeh&ouml;rden zahlten seit 2018 insgesamt Honorare von mehr als 1,4 Millionen Euro an Journalisten, f&uuml;r &laquo;Moderationen, Texte, Lektorate, Fortbildungen, Vortr&auml;ge und andere Veranstaltungen&raquo;, davon 875 000 Euro an Journalisten von ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie knapp 600 000 Euro an deren Kollegen aus privaten Medien, wie &laquo;Bild&raquo; berichtete. Ans Licht gebracht hat dies eine Anfrage der AfD im Bundestag.<br>\nDie ohnehin schon &uuml;bergrosse Staatsn&auml;he des &ouml;ffentlichrechtlichen Rundfunks, der hinsichtlich seiner Einnahmen von den Parlamenten abh&auml;ngt, erreicht so eine weitere Dimension. Zervakis ist derzeit zwar bei einem Privatsender besch&auml;ftigt, aber es sind auch zahlreiche andere Journalisten von ARD, ZDF und Deutschlandradio gebucht und bezahlt worden.<br>\nWenn Journalisten jedoch keine Hemmungen haben, Geld entgegenzunehmen, das die Ministerien f&uuml;r derartige &laquo;politische Landschaftspflege&raquo; verteilen, dann schaufeln sie dem Journalismus das Grab.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/zervakis-und-andere-journalismus-vertraegt-keine-staatsnaehe-ld.1729663\">NZZ<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wie &uuml;berbezahlte Elite-Journalisten von ARD und ZDF ihre Glaubw&uuml;rdigkeit und Unabh&auml;ngigkeit aufs Spiel setzen<\/strong><br>\nVon wegen seri&ouml;ser und &bdquo;unabh&auml;ngiger Qualit&auml;tsjournalismus&ldquo;: Warum sich eine Mehrheit den alternativen Online-Medien zuwendet<br>\n&bdquo;Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich`s fortan ungeniert&ldquo;. Das Image der Journalisten ist mittlerweile bei Befragungen am unteren Ende der Skala angelangt, quasi neben Autoh&auml;ndlern und Maklern. Daran sind die hochbezahlten Spitzen-Journalisten und politischen Moderatoren bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern als &bdquo;Leitmedien&ldquo; nicht ganz unschuldig. Denn statt nach dem Pressekodex f&uuml;r Medienvertreter die gebotene Distanz einzuhalten, bringen sie durch ihre N&auml;he zum Staat, aber auch zur Wirtschaft, die einstmals seri&ouml;sen und allseits gesch&auml;tzten Qualit&auml;tsmedien immer mehr in Verruf und verlieren deshalb Zuschauer. Und das nicht nur wegen des ungeheuerlichen Intendanten-Skandals, der eine uns&auml;gliche Diskussion um den Fortbestand von ARD und ZDF ausl&ouml;ste.<br>\nDie &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender sollen ja kein &bdquo;Staatsfunk&ldquo; sein, sondern als &bdquo;vierte Gewalt&ldquo; im Staate als &bdquo;Kontrolleure der M&auml;chtigen&ldquo; auftreten und Verfehlungen aufdecken. Sie haben neben ihren Informationspflichten auch einen Kultur- und Bildungsauftrag und sollen deshalb auch zu einer politischen Kultur beitragen. Deshalb geh&ouml;ren die Formate der Politikvermittlung und Demokratiediskussion immer wieder auf den Pr&uuml;fstand. Doch deren Spitzenjournalisten treiben es hinter den Kulissen mit ihren fragw&uuml;rdigen politischen und wirtschaftlichen Vernetzungen zu den Regierungskreisen wie auch zur Wirtschafts- und Finanzwelt selber besonders dreist und unverfroren, wie jetzt wieder einmal publik wurde. Doch das meiste bleibt der kritischen &Ouml;ffentlichkeit noch verborgen und soll hier ein wenig transparenter werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lokalkompass.de\/duesseldorf\/c-politik\/wie-ueberbezahlte-elite-journalisten-von-ard-und-zdf-ihre-glaubwuerdigkeit-und-unabhaengigkeit-aufs-spiel-setzen_a1844632\">Lokalkompass<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95186\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-95186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95186"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95188,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95186\/revisions\/95188"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}