{"id":95604,"date":"2023-03-29T09:00:11","date_gmt":"2023-03-29T07:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95604"},"modified":"2023-03-30T07:29:10","modified_gmt":"2023-03-30T05:29:10","slug":"faktencheck-der-faktenchecker-wie-manipulativ-ard-faktenfinder-versucht-ganser-guerot-und-krone-schmalz-zu-diffamieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95604","title":{"rendered":"Faktencheck der Faktenchecker: Wie manipulativ ARD-\u201eFaktenfinder\u201c versucht, Ganser, Gu\u00e9rot und Krone-Schmalz zu diffamieren"},"content":{"rendered":"<p>Der beitragsfinanzierte &bdquo;Faktenfinder&ldquo; der Tagesschau nimmt in seinem neuesten St&uuml;ck den Schweizer Historiker und Publizisten Daniele Ganser, die deutsche Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot sowie die ehemalige Moskau-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz, ins Visier. &bdquo;Fragw&uuml;rdig&ldquo;, &bdquo;minderwertig&ldquo; und &bdquo;abwegig&ldquo; sind nur einige der Vokabeln, die bei diesem hochtendenzi&ouml;sen Tagesschau-Beitrag zur Anwendung kommen. Die NachDenkSeiten unterziehen den &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Artikel einem Gegencheck, zeigen Manipulationsmechanismen auf und schauen sich n&auml;her an, was die Redakteure des Machwerks sowie die von ihnen pr&auml;sentierten &bdquo;echten Experten&ldquo; tats&auml;chlich an Fachwissen vorweisen. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1335\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-95604-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230329_Faktencheck_der_Faktenchecker_zu_ARD_Faktenfinder_und_Ganser_Guerot_und_Krone_Schmalz_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230329_Faktencheck_der_Faktenchecker_zu_ARD_Faktenfinder_und_Ganser_Guerot_und_Krone_Schmalz_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230329_Faktencheck_der_Faktenchecker_zu_ARD_Faktenfinder_und_Ganser_Guerot_und_Krone_Schmalz_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230329_Faktencheck_der_Faktenchecker_zu_ARD_Faktenfinder_und_Ganser_Guerot_und_Krone_Schmalz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=95604-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230329_Faktencheck_der_Faktenchecker_zu_ARD_Faktenfinder_und_Ganser_Guerot_und_Krone_Schmalz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230329_Faktencheck_der_Faktenchecker_zu_ARD_Faktenfinder_und_Ganser_Guerot_und_Krone_Schmalz_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Schon der Titel zeigt auf, wohin die &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Reise diesmal gehen soll: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/ganser-guerot-krone-schmalz-101.html\">&bdquo;Viel Aufmerksamkeit f&uuml;r fragw&uuml;rdige Experten&ldquo;<\/a>. Fragw&uuml;rdig ist ein in seiner heutigen Bedeutung explizit abwertend gemeinter Ausdruck, als Synonym gibt der <a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/fragwuerdig\">Duden<\/a> &bdquo;anr&uuml;chig, verd&auml;chtig, zwielichtig&ldquo; an. Mit &bdquo;Faktenfinder&ldquo; im Sinne des Findens und Aufbereitens von Fakten bei h&ouml;chstm&ouml;glichem Bem&uuml;hen um &bdquo;Objektivit&auml;t und Unparteilichkeit&ldquo; im Sinne des <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/medien-journalismus\/medienpolitik\/500714\/programmauftrag\/\">Programmauftrags<\/a> hat bereits die &Uuml;berschrift so rein gar nichts zu tun.<\/p><p><strong>Faktenfinder-Artikel verst&ouml;&szlig;t gegen Staatsvertrag<\/strong><\/p><p>Rufen wir uns in diesem Zusammenhang nochmals den genauen diesbez&uuml;glichen Wortlaut im Staatsvertrag Paragraf 11 Absatz 2 in Erinnerung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erf&uuml;llung ihres Auftrags die Grunds&auml;tze der <strong>Objektivit&auml;t<\/strong> und <strong>Unparteilichkeit<\/strong> der Berichterstattung, die <strong>Meinungsvielfalt<\/strong> sowie die <strong>Ausgewogenheit <\/strong>ihrer Angebote zu ber&uuml;cksichtigen. Von der Einhaltung dieses Programmauftrags kann auch die Berechtigung des Rundfunkbeitrags abgeleitet werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Gerade auch den letzten Satz sollten sich die &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Redakteure, insbesondere in Bezug auf ihre aktuelle Ver&ouml;ffentlichung, nochmal st&auml;rker ins Bewusstsein rufen.<\/p><p>Der Teaser des neuen &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-St&uuml;cks ist die konsequente Fortsetzung des gew&auml;hlten Titels:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sie f&uuml;llen Hallen, schreiben B&uuml;cher oder sitzen in Talkshows: vermeintliche Experten zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Dabei gelten viele ihrer Ansichten in der Wissenschaft als abwegig &ndash; oder ganz falsch.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Fragw&uuml;rdig&ldquo; wird ersetzt durch &bdquo;vermeintlich&ldquo;, und in absoluter Wortwahl wird behauptet, dass die Perspektiven von Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz in &bdquo;der Wissenschaft&ldquo; als &bdquo;abwegig&ldquo; gelten w&uuml;rden. Um es vorwegzunehmen: Im weiteren Verlauf des Artikels entpuppt sich &bdquo;die Wissenschaft&ldquo; als drei semi-bekannte Professoren f&uuml;r osteurop&auml;ische Geschichte, die mehr oder weniger offen erkl&auml;ren, dass au&szlig;er ihnen eigentlich niemand als Experte gelten sollte. Als Detail sei noch angemerkt, dass die sonst so ostentativ um Diversit&auml;t und Quote bem&uuml;hte Tagesschau hier ausschlie&szlig;lich m&auml;nnliche Professoren im besten Midlife-Crisis-Alter befragt, die dann teilweise offensiv unter der G&uuml;rtellinie (&bdquo;minderwertig&ldquo;) und im Duktus verletzter Eitelkeit verbal &uuml;ber zwei Frauen herfallen (Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz). In einem anderen Kontext h&auml;tte allein dieser Umstand zu einem Shitstorm gef&uuml;hrt. Zum Gl&uuml;ck f&uuml;r die ARD stehen aber die Professoren auf der guten Seite im Kampf gegen die angeblich &bdquo;fragw&uuml;rdigen&ldquo; Expertinnen. Da heiligt der woke Zweck auch schon mal die patriarchalen Mittel.<\/p><p><strong>Die &bdquo;Expertise&ldquo; der Faktenfinder-Redakteure<\/strong><\/p><p>Damit w&auml;ren wir bei den Autoren dieses &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Artikels. Verfasst wurde dieser Beitrag von Carla Reveland und Pascal Siggelkow. Beide Redakteure vereint der Hang zum Denunzieren. W&auml;hrend Reveland auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/CarlaReveland\/status\/1620124525118787590?s=20\">Twitter<\/a> und via entsprechende &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Beitr&auml;ge <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/russland-propaganda-finanzierung-101.html\">&bdquo;Wie finanzieren sich Putin-Propagandisten?&ldquo;<\/a> versucht, der deutsch-russischen Bloggerin Alina Lipp den Spenden-Geldhahn zuzudrehen, startete Pascal Siggelkow seine Karriere beim &Ouml;RR, indem er ma&szlig;nahmenkritischen &Auml;rzten nachstellte. In der <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/pascal-siggelkow-100.html\">Kurzbiographie beim SWR<\/a> hei&szlig;t es unter anderem &uuml;ber ihn:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;W&auml;hrend seines Volontariats beim SWR hat er sich besonders im investigativen Bereich engagiert &ndash; bei Report Mainz und in der Rechercheunit. Dabei recherchierte er beispielsweise verdeckt zu &Auml;rzten, die Corona verharmlosten und ohne medizinischen Grund Atteste gegen das Tragen von Schutzmasken ausstellten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Laut einem <a href=\"https:\/\/blogs.faz.net\/deus\/2017\/09\/14\/wie-der-ndr-die-medienkritik-der-afd-bestaetigt-4614\/\">Blogbeitrag der <em>FAZ<\/em><\/a> war die jetzige &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Redakteurin Reveland zuvor neben ihrer T&auml;tigkeit f&uuml;r den NDR in Hamburg auch als &bdquo;freie Referentin&ldquo; bei der Amadeu Antonio Stiftung t&auml;tig, welche mehrere, um im Vokabular des &bdquo;Faktenfinders&ldquo; zu bleiben, <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/meldestelle-antifeminismus-lisa-paus-und-ihr-petz-portal\">&bdquo;fragw&uuml;rdige&ldquo; Denunziationsportale unterh&auml;lt.<\/a><\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Huhu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NDRpresse?ref_src=twsrc%5Etfw\">@NDRPresse<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ZappMM?ref_src=twsrc%5Etfw\">@ZappMM<\/a>, jemand hat die Vita von Frau Reveland \"bereinigt\" &ndash; hier, ich habe das Original aufgehoben! <a href=\"https:\/\/t.co\/rjYXFoWC8W\">https:\/\/t.co\/rjYXFoWC8W<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/PAqqRVKQ14\">pic.twitter.com\/PAqqRVKQ14<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Don Alphonso (@_donalphonso) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/_donalphonso\/status\/908336891111538689?ref_src=twsrc%5Etfw\">September 14, 2017<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Reveland studierte laut Selbstdarstellung auf der <a href=\"https:\/\/www.hamburgmediaschool.com\/koepfe\/reveland-carla\">Seite der Hamburg Media School<\/a> Kulturjournalismus. Als einzige Auslandserfahrung wird auf &bdquo;Indien und Suriname&ldquo; verwiesen. Diese Information ist nicht v&ouml;llig irrelevant, wenn man bedenkt, dass diese &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Redakteurin mittlerweile regelm&auml;&szlig;ig zu Russland-Ukraine-Themen schreibt und, wie im aktuellen Fall, gestandenen Korrespondenten wie Krone-Schmalz oder auch Historikern wie Daniele Ganser fehlende Expertise zu einer Region vorh&auml;lt, mit der sie sich selbst vor dem 24. Februar 2022 nachweislich kaum besch&auml;ftigt hat.<\/p><p>Ihr Co-Autor Siggelkow erreichte im Februar 2023 einen gewissen Bekanntheitsgrad, weil er das Kunstst&uuml;ck fertigbrachte, die Recherchen von Seymour Hersh zur Nord-Stream-Zerst&ouml;rung v&ouml;llig falsch zu &uuml;bersetzen. Er machte aus der Verbkonstruktion &bdquo;(to) plant shaped C4 charges&ldquo; (also &bdquo;platzieren von C4-Hohlladungen&ldquo;) ein Substantiv: &bdquo;Sprengstoff in Pflanzenform&ldquo; und befragte dazu extra einen Sprengstoff-Experten, der dann auch ausf&uuml;hrlich in einem ganzen Unterkapitel des entsprechenden &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Artikels erkl&auml;ren durfte, wie &bdquo;abenteuerlich&ldquo; die Behauptung von Hersh sei, dass angeblich Sprengstoff in Pflanzenform eingesetzt wurde.<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Der ARD-Faktenfinder &uuml;bersetzte \"plant shaped C4 charges\" (\"C4-Hohlladungen platzieren\") als \"Sprengstoff C4 in Form von Pflanzen\".<\/p>\n<p>Infolgedessen befragte man extra einen Sprengtechnik-Experten, der ausschlie&szlig;en konnte, da&szlig; \"Pflanzenattrappen zum Einsatz kamen\". <a href=\"https:\/\/t.co\/57aZWPPY6k\">pic.twitter.com\/57aZWPPY6k<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Argo Nerd (@argonerd) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/argonerd\/status\/1628987094927560706?ref_src=twsrc%5Etfw\">February 24, 2023<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Selbst beim meist staatskonform berichtenden Nachrichtenportal <em>t-online <\/em>sah man sich danach gezwungen zu titeln: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/unterhaltung\/tv\/id_100134408\/ard-format-faktenfinder-blamiert-sich-mit-uebersetzungsfehler.html\">&bdquo;ARD blamiert sich mit &Uuml;bersetzungsfehler&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Siggelkow gibt in seinem <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/profile\/Pascal_Siggelkow\">Xing-Account<\/a> &uuml;brigens selbstbewusst an, Englisch &bdquo;flie&szlig;end&ldquo; zu beherrschen. Dieser haarstr&auml;ubende Fehler und die darauf aufbauende haltlose Verleumdung von Hersh wurden bis zum heutigen Tage von der Tagesschau-Redaktion nicht aufbereitet. Das prangert mittlerweile auch der damals von Siggelkow befragte Sprengstoffexperte David Domjahn an und <a href=\"https:\/\/sprengtechnik.de\/sprengstoff-in-pflanzenform\/\">fordert<\/a> vor dem Hintergrund des intransparenten Umgangs der ARD mit dem Vorfall eine grundlegende &bdquo;Reform des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks&ldquo;.<\/p><p>Neben Englisch scheint der &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Autor aber auch mit deutscher Grammatik auf Kriegsfu&szlig; zu stehen. Das Online-Portal <em>Telepolis <\/em>weist beispielsweise in einem Artikel mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Wie-der-ARD-Faktenfinder-Realitaet-im-Nachrichtentext-bewertet-7528497.html?seite=all\">&bdquo;Wie der ARD-Faktenfinder Realit&auml;t im Nachrichtentext bewertet&ldquo;<\/a> nach, dass Siggelkow regelm&auml;&szlig;ig in seinen Beitr&auml;gen Verbmodi durcheinanderbringt.<\/p><p>So viel zur Expertise der selbsternannten &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Redakteure der <em>Tagesschau<\/em>. Widmen wir uns nun dem von ihnen verfassten Machwerk.<\/p><p><strong>Drei kaum bekannte Historiker als Kronzeugen gegen Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst f&uuml;hren Reveland und Siggelkow den Professor f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t Basel, Frithjof Benjamin Schenk, an, der erkl&auml;ren darf, dass Ganser keine &bdquo;eigene Forschung oder wissenschaftliche Publikationen &uuml;ber die Ukraine&ldquo; vorweisen k&ouml;nne. Das mag in der Eingrenzung auf &bdquo;wissenschaftliche Publikationen&ldquo; sogar stimmen.<\/p><p>Wirft man allerdings einen Blick auf die <a href=\"https:\/\/forschdb2.unibas.ch\/inf2\/profiles\/projects\/?s=publications&amp;r=A&amp;pid=4c5636ca838da&amp;int=1\">Publikationsliste<\/a> von Prof. Dr. Schenk, dann f&auml;llt auf, dass er zwar durchaus interessante Ver&ouml;ffentlichungen wie zum Beispiel <a href=\"https:\/\/forschdb2.unibas.ch\/inf2\/rm_projects\/object_view.php?r=4611015&amp;type=5\">&bdquo;Imperiale Nostalgie und Genderkonzepte in den Erinnerungen einer russischen Adeligen&ldquo;<\/a> vorzuweisen hat &ndash; aber von eigener Forschung und Publikation zur Ukraine ist vor 2022 ebenfalls nichts zu finden.<\/p><p>Das hindert Schenk aber nicht daran, via &bdquo;Faktenfinder&ldquo; zu erkl&auml;ren, dass sich Gansers Thesen &bdquo;zum russischen Angriffskrieg&ldquo; stark von dem unterschieden, &bdquo;was aus Sicht vieler Osteuropahistoriker Konsens ist&ldquo;. Das ist ein Argumentationsmuster, dessen sich auch die anderen vom &bdquo;Faktenfinder&ldquo; befragten Historiker bedienen: Was Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz erz&auml;hlen, sei kein Konsens in der deutschen Osteuropa-Wissenschaft, ergo sei es falsch.<\/p><p><strong>Ganser zweifelt &bdquo;offizielle Untersuchungsergebnisse&ldquo; an<\/strong><\/p><p>Abschlie&szlig;end wird Schenk mit der Aussage zitiert, &bdquo;ein dezidierter Antiamerikanismus&ldquo; ziehe sich &bdquo;wie ein roter Faden&ldquo; durch die gesamten Arbeiten Gansers. Das &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Autorenteam erg&auml;nzt diese Behauptung mit dem vielsagenden Satz:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Denn Gansers bisherige B&uuml;cher beziehen sich gr&ouml;&szlig;tenteils auf die USA und die NATO, so zweifelt er zum Beispiel die offiziellen Untersuchungsergebnisse zum 11. September an.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Da zweifelt jemand tats&auml;chlich &bdquo;offizielle Untersuchungsergebnisse&ldquo; an. Also wirklich, wenn so was Schule machen w&uuml;rde! Man bedenke nur, Journalisten w&uuml;rden offizielle staatliche Untersuchungsergebnisse, etwa zum Mord an John F. Kennedy, den Massenvernichtungswaffen im Irak oder zum NSU-Komplex, hinterfragen.<\/p><p><strong>Der selbsternannte &bdquo;Ukraine-Experte&ldquo; aus T&uuml;bingen<\/strong><\/p><p>Danach bekommt Klaus Gestwa, derzeit Direktor des Instituts f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t T&uuml;bingen, seinen Auftritt beim &bdquo;Faktenfinder&ldquo;. Gestwa hat ebenso wie Schenk vor dem 24. Februar 2022 keine einzige Publikation zur Ukraine vorzuweisen, wie ein Blick auf seine <a href=\"https:\/\/uni-tuebingen.de\/securedl\/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE2Nzk5MTA4MjgsImV4cCI6MTY4MDAwMDgyNiwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW5cL1VuaV9UdWViaW5nZW5cL0Zha3VsdGFldGVuXC9QaGlsb0dlc2NoaWNodGVcL0hpc3RvcmlzY2hlc19TZW1pbmFyXC9Pc3RldXJvcFx1MDBlNGlzY2hlX0dlc2NoaWNodGVcLzAxX0luc3RpdHV0XC9QZXJzb25hbHNlaXRlblwvR2VzdHdhXC9QdWJsaWthdGlvbmVuX0dlc3R3YV9jaHJvbm9sb2dpc2NoLnBkZiIsInBhZ2UiOjEzNTU5OH0.bjSvkzci3cB7jmMFtCBzA_jLbj0pHuyyQxROOFQ-QcM\/Publikationen_Gestwa_chronologisch.pdf\">Publikationsliste<\/a> bezeugt. Das hindert ihn aber nicht daran, sich aktuell als &bdquo;Ukraine-Experte&ldquo; zu verkaufen &ndash; eine Selbstvermarktung, die von zahlreichen deutschen Medien gerne und v&ouml;llig <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/stuttgart\/id_100144110\/tuebinger-professor-begeistert-bei-youtube-fakten-zu-russland-und-ukraine.html\">unkritisch aufgegriffen<\/a> wird. Befragt man hingegen ehemalige Studierende Gestwas (der Autor dieser Zeilen studierte in den 2000er-Jahren in T&uuml;bingen und verf&uuml;gt daher noch &uuml;ber entsprechende Kontakte), ergibt sich ein ganz anderes Bild, als dieser derzeit von sich selbst zeichnet. Gestwa kommt aus der Wirtschaftsgeschichte, seine Doktorarbeit ging &uuml;ber die &bdquo;Proto-Industrialisierung in Russland von 1741 bis 1932&ldquo;, und er hat sich nach &uuml;bereinstimmender Erinnerung der befragten ehemaligen Studierenden am Osteuropa-Institut nie f&uuml;r die Ukraine interessiert. Im Gegenteil, Magister- und Dissertationsprojekte, die sich nicht mit Russland, sondern mit der Ukraine besch&auml;ftigten, h&auml;tte er, so die Befragten, oft &bdquo;bel&auml;chelt&ldquo; oder mit offenem Desinteresse behandelt.<\/p><p>All dies hindert den Wirtschaftshistoriker nicht daran, gegen&uuml;ber dem &bdquo;Faktenfinder&ldquo; lauthals zu verk&uuml;nden, dass es &bdquo;gleich auf mehreren Ebenen&ldquo; falsch sei, wenn Ganser von einem Putsch gegen den fr&uuml;heren ukrainischen Pr&auml;sidenten Viktor Janukowitsch spreche:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Unter einem Putsch versteht man, dass politische Funktionstr&auml;ger &ndash; meistens das Milit&auml;r oder der Geheimdienst &ndash; die M&ouml;glichkeit einer instabilen politischen Situation nutzen, um an die Regierung zu kommen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Somit stimme das Wort Putsch nicht mit den Geschehnissen des Euromaidans &uuml;berein, denn &bdquo;der Euromaidan&ldquo; sei laut Gestwa &bdquo;die gr&ouml;&szlig;te demokratische Massenbewegung in Europa seit 1989&ldquo; gewesen.<\/p><p>Doch h&auml;lt diese Darlegung und Definition einer &Uuml;berpr&uuml;fung stand? Nicht im Mindesten. Zun&auml;chst l&auml;sst sich festhalten, dass Milit&auml;rs und Geheimdienstler, im Gegensatz zur vorgelegten Definition des T&uuml;binger Historikers, sowohl in der Politik- wie auch der Geschichtswissenschaft nicht als &bdquo;politische Funktionstr&auml;ger&ldquo; gelten. Sie sind, zumindest offiziell, weder Teil der Exekutive noch der Legislative.<\/p><p>Nimmt man den Verweis auf Milit&auml;r und Geheimdienst weg, dann wiederum deckt sich die Putsch-Definition von Gestwa genau mit den Vorf&auml;llen zwischen dem 21. und 23. Februar 2014:<\/p><p>Nach der damals g&uuml;ltigen ukrainischen Verfassung (Artikel 108) konnte die Amtsperiode des Pr&auml;sidenten nur aus vier Gr&uuml;nden vorzeitig beendet werden: wegen R&uuml;cktritts, aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden, im Zuge eines Amtsenthebungsverfahrens oder wenn der Amtsinhaber verstirbt. Keiner der vier Gr&uuml;nde traf auf die Absetzung von Janukowitsch zu. Weder war er zur&uuml;ckgetreten noch schwer erkrankt, und ein Amtsenthebungsverfahren hatten die Oppositionsf&uuml;hrer Vitali Klitschko, Arsenij Jazenjuk und Oleg Tjagnibok auch nicht durchgef&uuml;hrt. Selbst ein <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-faktencheck-putin-und-der-legitime-praesident-a-957238.html\">Faktencheck des <em>Spiegels<\/em><\/a> zu der Thematik kommt zu dem Ergebnis, dass der Sturz von Janukowitsch verfassungswidrig war. Das Hamburger Magazin, Bezug nehmend auf eine entsprechende Aussage des russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin, schlie&szlig;t seinen Faktencheck mit dem Satz:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Betrachtet man den Pr&auml;sidentschaftswechsel in der Ukraine &bdquo;rein juristisch&ldquo;, hat Putin recht.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Fassen wir zusammen: Die damaligen Oppositionsf&uuml;hrer Klitschko, Jazenjuk und Tjagnibok nutzten die instabile Situation Ende Februar 2014, um, ohne verfassungsrechtliche Grundlage, den amtierenden Pr&auml;sidenten abzusetzen und eine neue Interimsregierung zu installieren. Wie lautete nochmal die &bdquo;Putsch&ldquo;-Definition von Gestwa, mit der er angeblich Gansers Darlegung widerlegt?<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Unter einem Putsch versteht man, dass politische Funktionstr&auml;ger (dazu z&auml;hlen nat&uuml;rlich auch Oppositionspolitiker) die M&ouml;glichkeit einer instabilen politischen Situation nutzen, um an die Regierung zu kommen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Gegen&uuml;ber dem &bdquo;Faktenfinder&ldquo; f&uuml;hrt Gestwa dann weiter aus, dass auch die Behauptung Gansers, Janukowitsch sei gest&uuml;rzt worden, &bdquo;faktisch falsch&ldquo; sei. Mit dieser Aussage lehnt sich Gestwa ganz weit aus dem Fenster, denn nicht nur Ganser, sondern auch die gesamten westlichen Leitmedien wie die <em>New York Times<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2015\/01\/04\/world\/europe\/ukraine-leader-was-defeated-even-before-he-was-ousted.html?_r=0\">hier<\/a>) oder auch die <em>ZEIT <\/em>(<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-01\/ukraine-konflikt-maidan-viktor-janukowitsch\">hier<\/a>) sprechen in diesem Zusammenhang von &bdquo;Sturz&ldquo;.<\/p><p>Um den Eindruck ob der intellektuellen Verfasstheit des T&uuml;binger Geschichtsprofs abzurunden, sei auf seine Aussage bei einer Podiumsdiskussion am 15. M&auml;rz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart verwiesen. Dort <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/stuttgart\/id_100146112\/deutliche-worte-daniele-ganser-ein-putin-troll-auf-globuli-.html\">bezeichnete<\/a> er in seiner Eigenschaft als Direktor des Osteuropa-Instituts der Universit&auml;t T&uuml;bingen den Schweizer Historiker &ouml;ffentlich als &bdquo;Putin-Troll auf Globuli&ldquo; sowie &bdquo;Friedensschwurbler&ldquo;.<\/p><p><strong>Ulrike Gu&eacute;rot und ihre angeblich &bdquo;minderwertige Quellenauswahl&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nach Ganser wendet sich der &bdquo;Faktenfinder&ldquo; der Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot<strong> <\/strong>zu. Eingangs erkl&auml;ren die Redakteure, Gu&eacute;rot<strong> <\/strong>h&auml;tte ebenso wie Ganser &bdquo;speziell zur Geschichte Russlands oder der Ukraine keine wissenschaftlichen Publikationen ver&ouml;ffentlicht&ldquo; &ndash; um sich dann darauf aufbauend zu beschweren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dennoch wurde sie unter anderem in Talkshows eingeladen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Man fragt sich umgehend, ob den &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Redakteuren die Implikation ihrer Aussage bewusst ist. Wenn in die Talkshows von ARD und ZDF (Hart aber Fair, Maischberger etc.) nur noch Personen eingeladen werden d&uuml;rften, die &bdquo;wissenschaftliche Publikationen&ldquo; in dem jeweilig zu diskutierenden Themengebiet vorzuweisen haben, dann d&uuml;rfte so gut wie kein Bundestagsabgeordneter, Unternehmer oder FFF-Aktivist mehr als Gast zu sehen sein; und auch nicht die ausf&uuml;hrlich vom &bdquo;Faktenfinder&ldquo; zitierten Osteuropa-Historiker aus Basel und T&uuml;bingen, denn die haben, wie bereits aufgezeigt, &bdquo;speziell zur Geschichte der Ukraine&ldquo; bis 2022 nichts vorzuweisen.<\/p><p>Um die Politikwissenschaftlerin und Publizistin weiter zu diffamieren, wird dann Martin Aust, Professor f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t Bonn, in Stellung gebracht. Dieser verfasste seine Doktorarbeit &uuml;ber &bdquo;Adlige Landstreitigkeiten in Russland. Eine Studie zum Wandel der Nachbarschaftsverh&auml;ltnisse 1676&ndash;1796&ldquo; und hat wie auch seine bereits zuvor zitierten Kollegen vor dem 24. Februar 2022 kaum zur Ukraine geforscht und <a href=\"https:\/\/portal.dnb.de\/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=131694960\">publiziert<\/a>. Schwerpunkte bei allen drei Historikern waren bis 2022 Russland in der Zarenzeit und die Sowjetunion. Das hindert aber auch Aust nicht daran, sich jetzt als Ukraine-Experte zu verkaufen. Das f&uuml;hrt in seinem Fall zu geradezu absurden &Auml;u&szlig;erungen. So wirft er Gu&eacute;rot vor, dass sie die These verbreite, das gro&szlig;e strategische Ziel der US-amerikanischen Au&szlig;enpolitik sei es, Russland und die Europ&auml;ische Union voneinander zu entfremden, und das Instrument daf&uuml;r sei die Ukraine. Diese These sei ein Beleg, dass die Politikwissenschaftlerin auf mehreren Ebenen nicht mit der Thematik vertraut sei. Gegen&uuml;ber &bdquo;Faktenfinder&ldquo; erkl&auml;rt Aust weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das &uuml;bersieht auf Seiten der USA, wie stark sich dort der Fokus auf China gerichtet hat und wie sehr Europa f&uuml;r die US-amerikanische Au&szlig;enpolitik an Bedeutung abnimmt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dieser Einsch&auml;tzung von Aust stehen zum einen die von den USA offiziell einger&auml;umten Zahlungen bis 2014 des US-Au&szlig;enministeriums und der USAID an die &bdquo;ukrainische Zivilgesellschaft&ldquo; in H&ouml;he von &uuml;ber f&uuml;nf Milliarden US-Dollar entgegen. Die <em>ZEIT<\/em> <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2015\/20\/ukraine-usa-maidan-finanzierung\/seite-2\">titelte<\/a> dazu im Mai 2015:<\/p><p>&bdquo;Haben die Amis den Maidan gekauft?&ldquo;<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230329-Faktentinder-Screen1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230329-Faktentinder-Screen1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Zum anderen spricht auch die enorme H&ouml;he an US-Milit&auml;rhilfe f&uuml;r die Ukraine, welche mit rund 50 Milliarden US-Dollar (Stand Januar 2023) fast dem Umfang des gesamten russischen Milit&auml;rhaushalts entspricht, gegen die These von Aust und f&uuml;r die Gu&eacute;rots.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230329-Faktentinder-Screen_2.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230329-Faktentinder-Screen_2.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/27275\/ruestungs-und-waffenhilfezusagen-von-regierungen-an-die-ukraine\/\">de.statista.com<\/a><\/p><p>Zudem gibt es zahlreiche Aussagen US-amerikanischer Politiker und Geostrategen, welche die These von Gu&eacute;rot untermauern. Am bekanntesten ist wohl die Rede eines der <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Die-Aufrechterhaltung-eines-starken-Keils-zwischen-Deutschland-und-Russland-7286781.html?seite=all\">renommiertesten<\/a> US-Geostrategen, George Friedman. Dieser erkl&auml;rte beispielsweise bei einer Rede vor dem Chicago Council on Global Affairs, einem transatlantischen Thinktank:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das Hauptinteresse der Vereinigten Staaten, wegen dem wir jahrhundertelang Kriege gef&uuml;hrt haben &ndash; den Ersten, den Zweiten und den Kalten Krieg &ndash;, ist die Beziehung zwischen Deutschland und Russland, weil sie dort vereint die einzige Kraft sind, die uns bedrohen k&ouml;nnte. Und wir m&uuml;ssen sicherstellen, dass das nicht passiert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/vln_ApfoFgw\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Der <em>Deutschlandfunk<\/em> <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220125182730\/https:\/www.deutschlandfunkkultur.de\/provozierende-machtpolitische-ueberlegungen-100.html\">schreibt<\/a> hierzu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Aufgabe kommender US-Pr&auml;sidenten sei es, zur Eind&auml;mmung Deutschlands die EU-Partner systematisch gegeneinander auszuspielen und vor allem enge Beziehungen etwa zu Polen oder D&auml;nemark zu pflegen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Bonner Historiker greift dann noch tiefer in die sprachliche Eskalationskiste und wirft Gu&eacute;rot vor, ihre Publikationen h&auml;tten eine &bdquo;minderwertige Quellenauswahl&ldquo;. Weiter f&uuml;hrt er aus:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Anmerkungsapparat erweist sich als ein d&uuml;nner Aufguss von einigen Zeitungsartikeln, Internetseiten und publizistischen Texten. Wissenschaftliche Publikationen zu den einschl&auml;gigen Themen des Buches werden bis auf seltene und h&ouml;chst selektive Ausnahmen nicht zitiert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Weder Aust noch die &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Redakteure nennen einen konkreten Buchtitel, auf den sich dieser Vorwurf beziehen k&ouml;nnte. Vermutlich spielt Aust aber auf den von ihr und Hauke Ritz verfassten und im Westend-Verlag erschienenen Essayband <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/endspiel-europa-ebook\/\">&bdquo;Endspiel Europa &ndash; Warum das politische Projekt Europa gescheitert ist &minus; und wie wir wieder davon tr&auml;umen k&ouml;nnen&ldquo;<\/a> an.<\/p><p>Hier zeigt sich die manipulative Perfidit&auml;t des Vorwurfs von Aust, denn ein Essay hat per definitionem gar <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Essay\">keinen streng wissenschaftlichen Anspruch<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Formalit&auml;t des Essays ist dabei <strong>nicht<\/strong> auf die Kriterien wissenschaftlicher Methodik angewiesen, sondern beruht prim&auml;r auf subjektiven Erfahrungen und Urteilen des Autors (Essayist) &uuml;ber die zu behandelnde Thematik.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Abschlie&szlig;end darf Aust dann noch den Diffamierungsklassiker von sich geben, dass Gu&eacute;rot &bdquo;der russischen Propaganda vollkommen in die Karten&ldquo; spiele.<\/p><p><strong>Krone-Schmalz und der &bdquo;wissenschaftliche Konsens&ldquo;<\/strong><\/p><p>Last but not least arbeitet sich der &bdquo;Faktenfinder&ldquo; noch an der langj&auml;hrigen Moskau-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz, ab. Zun&auml;chst wird sie etwas sanfter angefasst, nur um dann mit um so h&auml;rteren Vorw&uuml;rfen &uuml;bersch&uuml;ttet zu werden. In dem ihr gewidmeten Kapitel hei&szlig;t es eingangs:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Etwas differenzierter sei die ehemalige ARD-Russlandkorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz zu betrachten, sagen die Experten. Anders als bei Gu&eacute;rot und Ganser kokettiere sie nicht mit den extremen R&auml;ndern und Verschw&ouml;rungsideologen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Doch gleich danach hei&szlig;t es in dem &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Artikel, dass auch Krone-Schmalz mit ihren Ansichten zum Teil &bdquo;stark vom wissenschaftlichen Konsens&ldquo; abweiche und zudem &bdquo;die russischen Gr&auml;ueltaten&ldquo; relativiere.<\/p><p>Bereits der erste Vorwurf ist vielsagend. Hier wird im &bdquo;Faktenfinder&ldquo;-Artikel behauptet, Krone-Schmalz w&uuml;rde von einem &bdquo;wissenschaftlichen Konsens&ldquo; abweichen. Doch wer bestimmt eigentlich, was &bdquo;wissenschaftlicher Konsens&ldquo; ist? Und in welcher Fachrichtung? Die drei zitierten und bisher kaum bekannten Osteuropa-Historiker, die vor Februar 2022 zudem selbst kaum zur Ukraine geforscht und publiziert haben?<\/p><p>Ebenso bezeichnend ist dann die n&auml;chste Aussage von Aust in Bezug auf Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das grundlegende Problem, das wir bei solchen Leuten haben: Sie versuchen sich in einer Schuldumkehr. Sie versuchen herauszuarbeiten, dass nicht Putin an allem schuld ist, sondern dass der Westen zumindest auch eine gro&szlig;e Portion Schuld tr&auml;gt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r den Bonner Osteuropa-Historiker ist es also bereits ein &bdquo;grundlegendes Problem&ldquo;, wenn ein Historiker wie Ganser oder eine Politikwissenschaftlerin wie Gu&eacute;rot darauf hinweisen, dass &bdquo;Putin nicht an allem schuld ist&ldquo;. Dieser hier von Aust formulierte, v&ouml;llig undialektische Absolutheitsanspruch, dass nur eine einzige Seite die alleinige Schuld am aktuellen Krieg in der Ukraine tr&uuml;ge, zeugt von einem erschreckenden (Un)Verst&auml;ndnis wissenschaftlichen Arbeitens in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Aust, der sich anma&szlig;t, anderen die &bdquo;Wissenschaftlichkeit&ldquo; abzusprechen, offenbart damit, wer hier in Wirklichkeit die gr&ouml;&szlig;ten Defizite aufweist.<\/p><p>Doch nicht nur Aust leistet durch seine Aussagen gegen&uuml;ber &bdquo;Faktenfinder&ldquo; einen Offenbarungseid zum Zustand der Osteuropa-Forschung in Deutschland. Fast noch gravierender aus wissenschaftlicher Sicht sind die abschlie&szlig;enden Darlegungen des Direktors des Instituts f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t T&uuml;bingen. Gegen&uuml;ber dem &bdquo;Faktenfinder&ldquo; erkl&auml;rt dieser am Ende:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es geht Putin im Wesentlichen um den eigenen Machterhalt. Putin konnte nicht als Modernisierer oder Reformer Geschichte schreiben, weil er seine Oligarchie unterst&uuml;tzen musste. Deshalb will er es unbedingt als Eroberer und als Feldherr schaffen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Erneut l&auml;sst sich dasselbe Ph&auml;nomen wie bei seinem Kollegen aus Bonn beobachten: anderen vehement die Wissenschaftlichkeit absprechen &ndash; aber selbst auf Basis reiner K&uuml;chen-Psychologisierung argumentieren. Und es wird noch besser. Gestwa f&uuml;hrt dann n&auml;mlich weiter aus, &bdquo;aus diesem autorit&auml;ren Regime Putins&ldquo; heraus &bdquo;erwachse automatisch (!) so etwas wie eine &auml;u&szlig;ere Aggression&ldquo;, die sich dann auch in Kriegsaktionen niedergeschlagen habe.<\/p><p>Automatisch ist wohl der mit Abstand unwissenschaftlichste Begriff &uuml;berhaupt, der sich f&uuml;r die Beschreibung von politischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen finden l&auml;sst. Der zumindest dem Titel nach f&uuml;hrende Osteuropa-Forscher der &bdquo;Leuchtturm-Uni&ldquo; T&uuml;bingen tut aber genau dies und versucht, uns &bdquo;via Faktenfinder&ldquo; Geschichte als Automatismus zu verkaufen. Deutsche Osteuropa-Forschung gemeinsam mit dem &bdquo;Faktenfinder&ldquo; am Abgrund der Glaubw&uuml;rdigkeit.<\/p><p>Titelbild: Screenshot von <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/\">tagesschau.de\/faktenfinder\/<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94511\">Faktencheck der Faktenchecker: UN-Berichte widerlegen Darlegung von &bdquo;Hart aber fair&ldquo;-Moderator Klamroth gegen&uuml;ber Sahra Wagenknecht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95294\">Meist hilft der Blick in die Liste der Manipulationsmethoden<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84691\">Faktencheck der Faktenchecker: Die fragw&uuml;rdige Finanzierung und Zertifizierung von Correctiv<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/33538d6d1d044dbe9184326b48cc1eef\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der beitragsfinanzierte &bdquo;Faktenfinder&ldquo; der Tagesschau nimmt in seinem neuesten St&uuml;ck den Schweizer Historiker und Publizisten Daniele Ganser, die deutsche Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot sowie die ehemalige Moskau-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz, ins Visier. &bdquo;Fragw&uuml;rdig&ldquo;, &bdquo;minderwertig&ldquo; und &bdquo;abwegig&ldquo; sind nur einige der Vokabeln, die bei diesem hochtendenzi&ouml;sen Tagesschau-Beitrag zur Anwendung kommen. 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