{"id":95763,"date":"2023-04-02T09:00:38","date_gmt":"2023-04-02T07:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763"},"modified":"2023-03-31T13:35:03","modified_gmt":"2023-03-31T11:35:03","slug":"hinweise-der-woche-301","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h01\">Offene T&uuml;r m&ouml;glich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h02\">Ukraine-Konflikt: Die Bundesregierung braucht endlich eine klare Strategie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h03\">Was Uranmunition in der Ukraine anrichten w&uuml;rde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h04\">Supermacht Indien: Warum eine &bdquo;werteorientierte Au&szlig;enpolitik&ldquo; hier an ihre Grenzen st&ouml;&szlig;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h05\">Die Hungermacher (IV)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h06\">Salto mortale<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h07\">Als erste Branche f&auml;llt die Bauwirtschaft der Geldpolitik zum Opfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h08\">Bankenrettung: Droht eine neue Finanzkrise?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h09\">Ein ganz gro&szlig;er Angriff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763#h10\">Lachend in den dritten Weltkrieg?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Offene T&uuml;r m&ouml;glich<\/strong><br>\nK&uuml;ndigt sich da eine Wende an? Ganz nebenbei, mitten in einer langweiligen Sitzung eines US-Kongressausschusses, lie&szlig; Antony Blinken ein paar S&auml;tze fallen, die wohl jedem anderen den Vorwurf eingetragen h&auml;tten, zumindest Def&auml;tist, eher aber Kreml-Propagandist zu sein. Die Ukraine, erkl&auml;rte der US-Au&szlig;enminister, werde sich vermutlich auf neue Grenzen einlassen m&uuml;ssen; alle Gebiete zur&uuml;ckzuerobern, die Russland heute kontrolliere &ndash; das werde ihr kaum gelingen. Blinkens Realismus bietet Anlass zur Hoffnung, auch im Westen k&ouml;nne sich in nicht allzu ferner Zukunft vielleicht eine T&uuml;r f&uuml;r Verhandlungen &uuml;ber die Beendigung des Ukraine-Kriegs &ouml;ffnen. Das ist eine gute Nachricht f&uuml;r alle, die ein Ende des furchtbaren Abschlachtens herbeisehnen; eine unangenehme Botschaft f&uuml;r all die Baerbocks und Strack-Zimmermanns der Republik, die nun nicht mehr jedes Pl&auml;doyer f&uuml;r einen Waffenstillstand mit dem belehrenden Kommentar abtun k&ouml;nnen, erst m&uuml;ssten die russischen Truppen komplett aus der Ukraine abgezogen sein.<br>\nGanz aus heiterem Himmel kommt Blinkens Vorsto&szlig; nicht. Das Grummeln dar&uuml;ber, dass die Biden-Regierung zweistellige Milliardensummen in die Ukraine pumpt, w&auml;hrend sie zu Hause Sozialprogramme k&uuml;rzt, ist in den Vereinigten Staaten seit geraumer Zeit vernehmbar und wird so langsam lauter. Das allein w&auml;re f&uuml;r Washington wohl noch kein Problem, r&uuml;ckte da nicht der Pr&auml;sidentschaftswahlkampf n&auml;her. US-Pr&auml;sident Joseph Biden hat, so wird es berichtet, seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenskij schon bei seinem Besuch in Kiew mitgeteilt, dass die US-Gelder nicht mehr endlos flie&szlig;en werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/447535.offene-t%C3%BCr-m%C3%B6glich.html\">junge Welt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Vier tabuisierte Wahrheiten &uuml;ber den Ukrainekrieg<\/strong><br>\nAnalyse Wenn man in Talkshows oder Zeitungen die Eskalationsgefahr des Ukrainekrieges anspricht, wird man kaltgestellt. Das liegt auch daran, dass die Meinungsmacher in diesem Land linksliberal sind &ndash; ihnen geht es mehr um Moral als Realismus<br>\nVier unbequeme Wahrheiten kennzeichnen den Krieg in der Ukraine. Sie tun dies im Grunde von Anfang an. Dazu geh&ouml;rt erstens: Wie jeder Krieg in der Geschichte hat auch der Ukrainekrieg eine Vorgeschichte, die nicht erst mit dem russischen &Uuml;berfall auf das Nachbarland vor knapp einem Jahr beginnt, ja nicht einmal erst 2014 mit dem Anschluss der Krim an Russland. Zweitens: Dem Krieg wohnt ein immenses Eskalationspotenzial inne. Und zwar sowohl innerhalb der Ukraine als auch &uuml;ber ihre Grenzen hinaus, weil er sich von einem Invasions- zu einem Stellvertreterkrieg mit internationaler Beteiligung auf beiden Seiten ausgeweitet hat, weil es sich um einen Krieg mit einer Atommacht handelt und weil sich abzeichnet, dass ohne direkte Beteiligung von NATO-Truppen der ukrainischen Seite die Soldaten ausgehen, die die aus den USA und auch aus Europa gelieferten Waffen bedienen k&ouml;nnen. Dass der Krieg seine Urspr&uuml;nge in einem B&uuml;rgerkrieg hat, macht die Sachlage nur umso schwieriger.<br>\nDrittens: Dieser Krieg wird nicht mit einem Siegfrieden enden. Es gibt keinen prim&auml;r milit&auml;rischen Weg zu einem Ende des f&uuml;rchterlichen Blutvergie&szlig;ens, zu einem Ende von Zerst&ouml;rung, Verst&uuml;mmelung, psychischer Zerr&uuml;ttung, sexualisierter Gewalt, Zwangsrekrutierung und Flucht. Dies zeigt sich immer st&auml;rker jetzt, da der Krieg in eine Phase des Stellungs- und Abnutzungskriegs &uuml;bergegangen ist, mit einem Blutzoll von ann&auml;hernd 300.000 Toten insgesamt und bis zu 1.000 Todesopfern auf beiden Seiten jeden Tag. Und viertens: Der Ukrainekrieg wird, so unertr&auml;glich man das findet, nicht ohne territoriale Zugest&auml;ndnisse der ukrainischen Regierung enden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.Freitag.de\/autoren\/ingar-solty\/vier-tabuisierte-wahrheiten-ueber-den-ukrainekrieg\/9f525234-802c-46a9-a21c-484fd7510696\">Ingar Solty in der Freitag<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Die ukrainische Trag&ouml;die<\/strong><br>\nWeder pragmatischer Realismus noch missionarische Gut-B&ouml;se-Schemata k&ouml;nnen dauerhaft Frieden bringen. Es braucht Empathie, Dialog, Identifikation gemeinsamer Interessen und konstruktive Zusammenarbeit.<br>\nEiner seiner wesentlichen Eindr&uuml;cke bei der M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz im Februar 2023, berichtet der amerikanische Politologe Stephen Walt, sei der Kontrast zwischen der Vehemenz, mit welcher die westlichen Politiker die vorbehaltlose Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Ukraine forderten und der Skepsis, die die G&auml;ste aus dem Rest der Welt zeigten. Weder h&auml;tten diese die Dringlichkeit der Ukraine-Frage vor allen anderen Problemen verstanden noch die westliche moralische Integrit&auml;t akzeptiert. Zu offensichtlich seien die Doppelstandards, die es einigen Staaten (wie den USA oder Israel) erlaubten, unbehelligt Gebiete anderer L&auml;nder zu &uuml;berfallen und zu besetzen und anderen nicht.<br>\nWie sein Kollege John Mearsheimer ist Stephen Walt der realistischen Schule zuzuordnen. Und er akzeptiert es als Realit&auml;t, dass starke M&auml;chte in dem Moment skrupellos milit&auml;rische Gewalt anwenden, in dem sie ihre Sicherheitsinteressen gef&auml;hrdet sehen und diplomatische Mittel keinen Erfolg mehr versprechen. Diese Tatsache des Lebens k&ouml;nnten wir heute nur bei Strafe eine Atomkrieges ignorieren. Und Russland f&uuml;hle sich nun mal durch den geplanten NATO-Beitritt der Ukraine extrem bedroht.<br>\nDaf&uuml;r m&uuml;ssen sich Walt und Mearsheimer heute von der Mehrheit des westlichen Establishments und auch gro&szlig;en Teilen der Bev&ouml;lkerung Zynismus und Naivit&auml;t vorwerfen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/12-2023\/die-ukrainische-tragodie\/\">Makroskop<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ukraine-Konflikt: Die Bundesregierung braucht endlich eine klare Strategie<\/strong><br>\nWas m&ouml;chte die Bundesregierung in der Ukraine erreichen? Unsere Autoren pl&auml;dieren f&uuml;r eine ernsthafte au&szlig;enpolitische Strategiedebatte.<br>\nDie Deutschen seien &bdquo;auf dem Weg zu einer Form von Verantwortung, die wir noch wenig einge&uuml;bt haben.&ldquo; So k&uuml;ndigte der damalige Bundespr&auml;sident Gauck auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2014 einen Wandel der deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik an. Kurz darauf annektierte Russland die Krim. Neun Jahre und eine russische Vollinvasion sp&auml;ter fiel die f&uuml;r die M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2023 angek&uuml;ndigte Pr&auml;sentation der nationalen Sicherheitsstrategie aus, die den neuen Verantwortungsbegriff mit Substanz f&uuml;llen k&ouml;nnte. Die im Ampel-Koalitionsvertrag vereinbarte Einrichtung eines Nationalen Sicherheitsrates &ndash; abgesagt.<br>\nWeite Teile der politischen Spitze Deutschlands verweigern sich einer ernsthaften au&szlig;enpolitischen Strategiedebatte jener Art, wie sie in traditionell &bdquo;militanteren&ldquo; westlichen Demokratien (USA, Frankreich) v&ouml;llig normal ist. Mit Deutschlands Antwort auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben sich die Achsen der deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik bereits verschoben: Die Militanz wird massiv gesteigert (Waffenlieferungen ins ukrainische Kriegsgebiet, milit&auml;rische Aufr&uuml;stung), w&auml;hrend die Strategie (welche Ziele will Deutschland mit welchen Mitteln erreichen?) fehlt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/krieg-aussenpolitik-sicherheitspolitik-ukraine-konflikt-die-bundesregierung-braucht-endlich-eine-klare-strategie-experten-fordern-neue-debatte-li.331147\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ischinger fordert Diplomatie: &bdquo;Regierung muss Verhandlungen vorbereiten&ldquo;<\/strong><br>\nWolfgang Ischinger fordert eine diplomatische Initiative aus Berlin, um die Ukraine zu unterst&uuml;tzen. Berlin m&uuml;sse Verhandlungen vorbereiten und russische Forderungen durchdenken.<br>\nDer fr&uuml;here Chef der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat die Bundesregierung aufgefordert, m&ouml;gliche Verhandlungen vorzubereiten und russische Forderungen zu durchdenken. Ischinger sagt im ZDFheute-Interview:<\/p>\n<blockquote><p>\nEs ist die klassische Aufgabe des Ausw&auml;rtigen Amts, f&uuml;r die Bundesregierung m&ouml;gliche Verhandlungen vorzudenken.<br>\nWolfgang Ischinger\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Bundesregierung m&uuml;sse sich &uuml;berlegen, ob sie auf bestimmte Forderungen Russlands eingehen wolle. Solche Szenarien m&uuml;ssten durchdacht werden. &bdquo;Das ist nicht unsere deutsche Aufgabe allein. Das m&uuml;ssen wir mit den Balten, den Polen, mit anderen Nachbarn und mit der Ukraine durchkakeln.&ldquo; Jetzt sei die Zeit, sich vorzubereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/ischinger-ukraine-russland-diplomatie-verhandlungen-frieden-100.html#xtor=CS5-281\">ZDF<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.B.:<\/strong> Der macht so etwas nicht ohne Absprache mit Amerikanern. Ich glaube, dass ist wirklich eine Sensation. Das sagt mir meine Erfahrung an zwei wichtigen Botschaften. Auch bedeutet, was er sagte, harte Kritik wegen Unt&auml;tigkeit von Baerbock.<\/em><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Ukraine: Die Meinungs-Einfalt hat sich durchgesetzt<\/strong><br>\nAm 22. M&auml;rz kam im Tagesgespr&auml;ch des Schweizer Radios SRF1 der ehemalige deutsche Bundespr&auml;sident Joachim Gauck zu Wort. Er w&uuml;nscht sich weniger altmodische Neutralit&auml;t der Schweizerinnen und Schweizer. Stattdessen sollen sie mehr Gefolgschaft gegen&uuml;ber der EU und der NATO leisten. Selbstverst&auml;ndlich sagt der rhetorisch &auml;usserst gewandte evangelische Theologe dies nicht so unverbl&uuml;mt, sondern verpackt es in ein diplomatisches Kauderwelsch:  &laquo;Zwar ist die Bindung an die nationale Tradition immer noch eine gut funktionierende, doch f&uuml;r meinen Geschmack schon ein wenig &uuml;berholte Form, identit&auml;tspr&auml;gend zu sein.&raquo;<br>\nEs gebe n&auml;mlich &laquo;h&ouml;here Werte&raquo; als nur &laquo;die traditionelle Form der inneren Beheimatung&raquo; Auf gut Deutsch: Die Schweiz soll auf ihre traditionelle Neutralit&auml;t pfeifen und die Munition f&uuml;r den Gepard-Panzer zur Weitergabe freigeben. Und dieses Gemahnen an &laquo;h&ouml;here Werte&raquo; m&ouml;ge &ndash; Gott bewahre &ndash; keine Weisung von Gauck an die Regierung in Bern sein, sondern, wie er betont, ein &laquo;Herzenswunsch&raquo;.<br>\nGauck fordert seit langem, Deutschland m&uuml;sse der Regierung in Kiew schwere Waffen liefern. Was nicht erstaunlich ist, hat er doch in seiner Zeit als Bundespr&auml;sident stets betont, die Bundesrepublik m&uuml;sse die &laquo;Kultur der milit&auml;rischen Zur&uuml;ckhaltung&raquo; aufgeben und als Global Player auch an milit&auml;rischen Eins&auml;tzen teilnehmen. Meist t&ouml;nte in diesem Zusammenhang die Parole vom weltweiten &laquo;Kampf gegen den Terrorismus&raquo;. Auf der M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz im Januar 2014 hatte Gaukk bereits den Anspruch angemeldet, die Bundesrepublik m&uuml;sse &laquo;von einem Nutzniesser zu einem Garanten internationaler Sicherheit und Ordnung&raquo; werden. Dass internationale Sicherheit und Ordnung in milit&auml;rischer Gefolgschaft der USA und der Nato herzustellen seien, versteht sich f&uuml;r Gauck von selbst. Was in Afghanistan, aber auch in Eins&auml;tzen der Bundeswehr in Syrien und Mali bereits ausgiebig ge&uuml;bt wurde. Die Resultate sind in diesen L&auml;ndern zu besichtigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/ukraine-die-meinungs-einfalt-hat-sich-durchgesetzt\/\">Globalbridge<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Die Denunziation der Friedensdemonstrationen soll von der Teilnahme abschrecken: F&uuml;r den Frieden &ndash; ohne &bdquo;Gesinnungs-T&Uuml;V&ldquo;<\/strong><br>\nIn Zeiten wachsender Kriegsgefahr muss die Friedensbewegung zusammenhalten. UZ sprach mit der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (&bdquo;Die Linke&ldquo;) &uuml;ber Anfeindungen gegen Friedenskr&auml;fte und die Notwendigkeit, den Kriegswahnsinn zu stoppen.<br>\nUZ: Gegen den &bdquo;Aufstand f&uuml;r Frieden&ldquo; am 25. Februar in Berlin wurde schon im Vorfeld gehetzt und von einer angeblichen &bdquo;Querfront&ldquo; gesprochen. Dann kamen Zehntausende, um f&uuml;r den Frieden einzustehen. Rechte spielten keine Rolle und mussten mit der Lupe gesucht werden. Eigentlich h&auml;tten die gro&szlig;en Medien den Querfront-Mythos abschreiben m&uuml;ssen &ndash; doch sie hielten daran fest. Steckt dahinter eine Strategie?<br>\nSevim Dagdelen: Das von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierte &bdquo;Manifest f&uuml;r Frieden&ldquo; mit mittlerweile einer Dreiviertelmillion Unterzeichnern und die Kundgebung &bdquo;Aufstand f&uuml;r Frieden&ldquo; mit Zehntausenden am Brandenburger Tor in Berlin am 25. Februar haben alle Erwartungen &uuml;bertroffen. Der gro&szlig;e Zuspruch aus breiten Kreisen der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r eine diplomatische Verhandlungsl&ouml;sung im Ukraine-Krieg anstelle immer weiterer und immer schwererer Waffen l&auml;sst sich nicht mehr negieren. Auch wenn die Panzerfans, allen voran bei den Gr&uuml;nen und der FDP, toben und noch so lautstark Stimmung gegen die Friedensbewegung zu machen versuchen, sie haben keine Mehrheit bei den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern. Diffamierungen wie &bdquo;Friedensschwurbler&ldquo; oder &bdquo;Putin-Freunde&ldquo; zielen darauf ab, einen inneren Feind zu konstruieren. Doch das verf&auml;ngt nicht, die Strategie der Ausgrenzung und Abschreckung ist als gescheitert zu bewerten. Das Friedensmanifest und die gro&szlig;e Berliner Friedenskundgebung sind ein Mutmacher, laut die eigene Stimme f&uuml;r einen Waffenstopp und Diplomatie zu erheben und auf die Stra&szlig;e zu gehen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dies auch bei den Osterm&auml;rschen sehen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/fuer-den-frieden-ohne-gesinnungs-tuev-4778641\/\">Sevim Dagdelen in unsere zeit<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Was Uranmunition in der Ukraine anrichten w&uuml;rde<\/strong><br>\nGro&szlig;britannien will DU-Geschosse an Kiew liefern. Dabei hat diese Waffe schon viel Leid verursacht. Warum das zu wenig bekannt ist und welchen Anteil die WHO daran haben k&ouml;nnte.<br>\nDie britische Staatssekret&auml;rin im Verteidigungsministerium, Annabel Goldie, hat unl&auml;ngst erkl&auml;rt, dass mit den von London angek&uuml;ndigten Challenger-2-Panzern auch Urangeschosse in die Ukraine geliefert werden sollen. Das hat besonders in Russland f&uuml;r Aufregung gesorgt, und das mit Recht.<br>\nDenn Urangeschosse und -bomben sind Waffen aus abgereichertem Uran 238&ndash; englisch: depleted uranium oder kurz auch DU. Abgereichertes Uran ist radioaktiv und hochgiftig. Es hat eine Halbwertszeit von rund 4,5 Milliarden Jahren.<br>\nAbgereichertes Uran ist ein Abfallprodukt der Atomindustrie und entsteht, wenn man Natururan f&uuml;r Brennst&auml;be zur Verwendung in Atomkraftwerken anreichert. Ben&ouml;tigt man Brennst&auml;be im Gewicht von einer Tonne, entstehen etwa sieben bis acht Tonnen abgereichertes Uran als Abfallprodukt. Und weil dieses Nebenprodukt radioaktiv und hochgiftig ist, muss es sicher gelagert und bewacht werden. Das kostet Geld, viel Geld.<br>\nEs gibt davon inzwischen weltweit circa 1,3 Millionen Tonnen und dieser Berg w&auml;chst st&auml;ndig.<br>\nDarum war die Atomindustrie froh, als sich Waffenhersteller f&uuml;r dieses Abfallprodukt interessierten. Denn sie hatten festgestellt: Formt man abgereichertes Uran zu einem Metallstab, durchdringt ein solches Geschoss die Metallplatten eines Panzers wie hei&szlig;es Metall ein St&uuml;ck Butter.<br>\nBeim Durchdringen einer Panzerplatte entsteht an dem Urangeschoss ein Abrieb, der sich bei der gro&szlig;en Reibungshitze von etwa 1.000 Grad explosionsartig entz&uuml;ndet. Die Besatzung des Panzers vergl&uuml;ht und der Panzer wird zerst&ouml;rt.<br>\nAufgrund dieser beiden Eigenschaften &ndash; Stahl wie Butter zu durchdringen sowie sich selbst zu entz&uuml;nden und so wie Sprengstoff zu wirken &ndash; ist das Abfallprodukt der Atomindustrie, das abgereicherte Uran, bei den Milit&auml;rs so beliebt geworden.<br>\nDaher sind diese Geschossen in den Irak-Kriegen 1991 und 2003 tonnenweise eingesetzt worden. Aber auch im Kosovo-Krieg 1999, in Afghanistan, im Libanon, in Somalia, im Libyen-Krieg sowie Syrien 2015 im Kampf gegen die Terrormiliz &ldquo;Islamischer Staat&rdquo;.<br>\nAls ich 2003 f&uuml;r eine WDR-Fernsehdokumentation den Irak, Serbien, Bosnien-Herzegowina und das Kosovo besuchte, geh&ouml;rte zu unserer Ausr&uuml;stung selbstverst&auml;ndlich ein Geigerz&auml;hler, um uns vor den Gefahren dieser Munition zu sch&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Was-Uranmunition-in-der-Ukraine-anrichten-wuerde-7983471.html?seite=all\">Frieder Wagner in Telepolis<\/a>\n<p>dazu: <strong>&bdquo;Diese Sch&auml;den werden uns noch viele, viele Jahre besch&auml;ftigen&ldquo;<\/strong><br>\nAls die Nato w&auml;hrend des Balkankrieges Gebiete 1994\/5 in Serbien und sp&auml;ter 1999 im Kosovo bombardierte, verwendete sie dabei auch mehr als 10.000 Geschosse mit abgereichertem Uran, sogenannte DU-Munition (depleted uranium). &Auml;hnlich der, die Gro&szlig;britannien der ukrainischen Armee nun im Kampf gegen die russische Armee zur Verf&uuml;gung stellen will. Die Nato zerst&ouml;rte damit wichtige Infrastruktur: Br&uuml;cken, Stra&szlig;en, aber auch Flugh&auml;fen, traf dabei aber auch D&ouml;rfer.<br>\nDer Anwalt Srdan Aleksic aus Ni&scaron; vertritt seit Jahren Krebspatienten aus den damals bombardierten Gebieten. Er will, dass sie als sp&auml;te Opfer von DU-Munition anerkannt werden und verklagt deshalb die Nato. Es ist ihm auch eine pers&ouml;nliche Mission: Aleksic wurde in einem der D&ouml;rfer im S&uuml;den Serbiens geboren, die von diesen Bomben getroffen wurde.<br>\nAls WELT ihn telefonisch erreicht, hat er nur wenig Zeit, sagt er. Er bereitet sich gerade auf ein Treffen in &Ouml;sterreich vor, um dort &uuml;ber seine F&auml;lle zu sprechen. F&uuml;r ihn ist die Aussicht, dass DU-Munition in der Ukraine im Krieg gegen Russland, eingesetzt werden k&ouml;nnte, ein unvorstellbarer Vorgang. (&hellip;)<br>\nWELT: Was geht in Ihnen vor, wenn Sie h&ouml;ren, dass in dem Krieg in der Ukraine solche DU-Munition verwendet werden k&ouml;nnte?<br>\nAleksic: Niemand auf dieser Welt sollte diese Waffen mehr einsetzen d&uuml;rfen. DU-Munition geh&ouml;rt f&uuml;r mich auf einem internationalen Level ge&auml;chtet. F&uuml;r mich ist der Einsatz ein Kriegsverbrechen. Denn diese Munition verseucht alles, was die Menschen zum Leben brauchen. Und man nimmt k&uuml;nftigen Generationen die Lebensgrundlage.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article244462294\/Uran-abgereicherte-Munition-Diese-Schaeden-werden-uns-noch-viele-viele-Jahre-beschaeftigen.html%20\">Welt Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Positiv zu bemerken ist, dass recht ausf&uuml;hrlich &uuml;ber den Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran im ehemaligen Jugoslawien und im Irak berichtet wird. &Auml;hnliches droht der Bev&ouml;lkerung und den Soldaten der Ukraine &ndash; sollten tats&auml;chlich solche Geschosse auch dort eingesetzt werden. Das macht deutlich, dass der Westen zeigt, <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2023\/der-westen-zeigt-wofuer-er-wirklich-kaempft\/\">wof&uuml;r er wirklich k&auml;mpft<\/a> &ndash; nicht zugunsten der ukrainischen Bev&ouml;lkerung.<\/em><\/p>\n<p>und: <strong>Schmutzige Geschosse: London will Kiew Uranmunition liefern. F&uuml;r die Menschen in der Ukraine ist das eine gro&szlig;e Gefahr.<\/strong><br>\nDie Projektile sehen wie schwere Metallspeere aus. Sie enthalten Uran-238, erkl&auml;rt Johann H&ouml;cherl, Experte f&uuml;r Waffen- und Munitionstechnik an der Hochschule der Bundeswehr in M&uuml;nchen. Die &raquo;sehr wirksamen Waffen im Panzerduell&laquo; fliegen weit und haben aufgrund ihrer hohen Dichte eine gro&szlig;e Durchschlagskraft, wird H&ouml;cherl in einem Bericht des Redaktionsnetzwerk Deutschland vom 24. M&auml;rz zitiert. Das Uranisotop 238 bezeichnet er als &raquo;relativ g&uuml;nstig&laquo;, es besitze &raquo;sehr gute ballistische Eigenschaften auf der Flugbahn und im Ziel&laquo;. Anlass der Ausf&uuml;hrungen: Gro&szlig;britannien will die Ukraine mit 14 &raquo;Challenger 2&laquo;-Panzern ausstatten. Mitgeliefert werden soll auch panzerbrechende Munition, bekannt als DU-Geschosse. &raquo;DU&laquo; steht f&uuml;r Depleted Uranium, abgereichertes Uran &ndash; ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Reaktorbrennelementen. Die Munition explodiert im Inneren eines Ziels und setzt giftigen, radioaktiven Staub frei. Wird dieser Staub eingeatmet, kann er Krebs und genetische Sch&auml;den bewirken. Kinder, die von derart belasteten Eltern gezeugt und geboren werden, kommen nicht selten mit Fehlbildungen, an Krebs erkrankt oder tot zur Welt. Dringt der Staub in Erdreich und Grundwasser, vergiftet er nicht nur die Umgebung, sondern auch die Nahrungskette. Wird er vom Wind davongetragen, k&ouml;nnen auch Gebiete und Gew&auml;sser in gr&ouml;&szlig;erer Entfernung radioaktiv belastet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/447868.ukraine-krieg-schmutzige-geschosse.html%20\">Karin Leukefeld in junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Supermacht Indien: Warum eine &bdquo;werteorientierte Au&szlig;enpolitik&ldquo; hier an ihre Grenzen st&ouml;&szlig;t<\/strong><br>\nIndien hat neuerdings mehr Einwohner als China. Was wir erleben, ist eine geopolitische Verschiebung, die den Globalen S&uuml;den st&auml;rkt. Hat Deutschland den Blick daf&uuml;r? (&hellip;)<br>\nDie au&szlig;enpolitischen Zielsetzungen, welche Indien in der globalen Politik durchsetzen will, sind jedoch nicht identisch mit den Strategien und Interessen des Westens. Daher wird Delhi kein nat&uuml;rlicher Partner f&uuml;r die USA und Europa sein.<br>\nIndien selbst lehnt die Einteilung in Autokratie versus Demokratie rigoros ab. Diese au&szlig;enpolitische Denkschule wurde von dem amtierenden Au&szlig;enminister Subrahmanyam Jaishankar im Januar dieses Jahres in einem Interview mit der &ouml;sterreichischen Tageszeitung wie folgt pr&auml;sentiert. &bdquo;F&uuml;r mich besteht die Notwendigkeit einer sehr grundlegenden Debatte, was eigentlich die demokratische Welt ist. Wer richtet sich nach wem aus? Die scharfe Trennung zwischen Demokratie und Autokratie ist politisch praktisch. Man kann sie verwenden, je nachdem, wie man sie braucht. Indien hat zum Beispiel zeitweise eine Milit&auml;rdiktatur im Westen in Pakistan und eine im Osten in Myanmar gehabt. Die in Myanmar wurde sanktioniert. Die in Pakistan wurde als wichtiger Verb&uuml;ndeter der Nato bezeichnet.&ldquo; Indiens Au&szlig;enminister weiter: &bdquo;Wir werden unsere Sicherheit nicht opfern.&ldquo;<br>\nEin Schwerpunkt bildet die Aufrechterhaltung au&szlig;en- und sicherheitspolitischer Autonomie. Indien ist diesbez&uuml;glich darauf fokussiert, seine Entscheidungshoheit zu wahren und feste Allianzen zu vermeiden. Deshalb strebt Indien heute strategische Partnerschaften mit den wichtigen relevanten Akteuren in der internationalen Politik an. Gleichzeitig versucht Delhi, allzu enge oder einseitige Beziehungen etwa zu Washington zu vermeiden. (&hellip;)<br>\nDie au&szlig;enpolitischen Denkschulen der Bundesrepublik hingegen, von der auch der Mitarbeiterstab des Ausw&auml;rtigen Amtes gepr&auml;gt wurde, haben in den vergangenen Jahren relevante Themengebiete wie Geostrategie und Demographie leichtsinnig vernachl&auml;ssigt, zu Gunsten von Gender-Debatten und identit&auml;tspolitischen Diskursen, die au&szlig;erhalb dieser Blasen keine Rolle spielen. Dadurch erkl&auml;rt sich auch, weshalb Annalena Baerbock nicht in der Lage ist, die weltpolitischen Entwicklungen zu deuten oder gar einordnen zu k&ouml;nnen. Nicht nur im Bezug auf Indien.<br>\nEine &bdquo;werteorientierte&ldquo; Au&szlig;enpolitik, wie sie Au&szlig;enministerin Baerbock zu vertreten vorgibt, entpuppt sich in diesem Zusammenhang als &auml;hnlich substanzlos wie der Wahlkampfslogan der Gr&uuml;nen vom Herbst 2021 &bdquo;Keine Waffen in Krisen -und Kriegsgebiete&ldquo;&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik-supermacht-indien-warum-eine-werteorientierte-aussenpolitik-hier-an-ihre-grenzen-stoesst-li.331287\">Ramon Schack in Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Hungermacher (IV)<\/strong><br>\nTrotz einer pers&ouml;nlichen Intervention von UN-Generalsekret&auml;r Ant&oacute;nio Guterres verhindert die EU weiterhin D&uuml;ngemittelexporte aus Russland und Belarus und treibt damit zahlreiche L&auml;nder Afrikas in den Hunger. Konkret weigert sich Br&uuml;ssel zur Zeit, Ausnahmen bei seinen Sanktionen gegen Belarus zu gew&auml;hren, die es erm&ouml;glichen w&uuml;rden, den sanktionsbedingt grassierenden D&uuml;ngermangel vor allem auf dem afrikanischen Kontinent zu reduzieren. Experten zufolge ist der D&uuml;ngemitteleinsatz in Afrika s&uuml;dlich der Sahara bereits um ein Viertel gesunken. Mit deutlich geringerer Ernte und empfindlich steigendem Hunger ist noch in diesem Jahr zu rechnen. Guterres war zum EU-Gipfel nach Br&uuml;ssel gereist, um f&uuml;r ein Ende der D&uuml;ngemittelblockade zu pl&auml;dieren, war jedoch von &ndash; so der EU-Jargon &ndash; &bdquo;uns Europ&auml;ern&ldquo; abgewiesen worden: Man sei nicht bereit, die Sanktionen einzuschr&auml;nken, nur um &bdquo;die UNO zu beschwichtigen&ldquo;, hie&szlig; es. Besonders die Russland-Sanktionen tragen weiter zum D&uuml;ngermangel bei, der sich in diesem und in den kommenden Jahren in einer zus&auml;tzlichen Knappheit an Nahrungsmitteln vor allem in den L&auml;ndern des Globalen S&uuml;dens niederschlagen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9205\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Salto mortale<\/strong><br>\nWer der Impfung misstraute, mutierte zum Tyrannen &uuml;ber die rechtschaffene Mehrheit, die verzweifelt mit dem Virus rang. Wer k&ouml;rperliche Unversehrtheit nicht im Sinne der politischen Klasse verstand, ihr nicht abnahm, dass Gesundheit nun der Generalnenner aller politischen Zielsetzungen war, musste erfahren, dass er nicht mehr dazu geh&ouml;rte. &raquo;Demokratie&laquo; existierte nur noch insoweit, als sie identisch war mit der Realit&auml;tswahrnehmung der politischen Elite.<br>\nWenige Monate sp&auml;ter hat sich der Wind vollst&auml;ndig gedreht. Nun stehen nicht mehr Leben und k&ouml;rperliche Unversehrtheit nach Artikel zwei des Deutschen Grundgesetzes im Mittelpunkt staatlichen Handelns, nun werden keine Alten und Kranken mehr gesch&uuml;tzt. Leben und &Uuml;berleben sind zu Werten dritter oder vierter Rangordnung herabgestuft worden. Mussten sich die Menschen w&auml;hrend der Pandemie fast jede beliebige Einschr&auml;nkung gefallen lassen, weil jedes einzelne Sterberisiko als untragbar angesehen wurde, werden nun alle, ob alt oder jung, krank oder gesund gezwungen, das gr&ouml;&szlig;te aller nur denkbaren Risiken einzugehen: n&auml;mlich den Horror eines m&ouml;glichen Welt- oder Atomkriegs.<br>\nAuf den ersten Blick k&ouml;nnte eine solche These absurd erscheinen. Wer von den Politikerinnen und Politkern riskiert Krieg und Zerst&ouml;rung, gar ein Massensterben in Deutschland? Und welche politische Klasse ist so verr&uuml;ckt, dass sie ihre Wertsetzungen innerhalb weniger Monate radikal auswechselt und pl&ouml;tzlich im Vergleich zu vorher eine totale Kehrwende hinlegt? Und doch ist es so.&acute;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ossietzky.net\/artikel\/salto-mortale\/\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bankenrettung: Droht eine neue Finanzkrise?<\/strong><br>\nDie Zinsrally der Zentralbanken wird zum Stresstest f&uuml;r Wirtschaft und Banken. Die Entscheidung der Zentralbanken, die Zinsen weiter zu erh&ouml;hen, ist fahrl&auml;ssig. Eine Finanzkrise droht. [&hellip;]<br>\nDer damalige Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck bezeichnete die Finanzkrise 2008 noch als amerikanisches Problem und prophezeite breitbeinig, dass die USA ihren Status als &bdquo;Supermacht des Weltfinanzsystems&ldquo; verlieren w&uuml;rden. Kurz darauf schlitterte Europa in die Euro-Krise. Der aktuelle Finanzminister Christian Lindner (FDP) forderte lauthals Zinserh&ouml;hungen. Er will nun trotz schwacher Wirtschaft zur schwarzen Null im Haushalt zur&uuml;ckkehren. Dies w&uuml;rde der Wirtschaft durch K&uuml;rzung von Staatsausgaben wichtige Einnahmen entziehen.<br>\nEs zeichnet sich damit eine fatale Politik ab: Die Zentralbanken versuchen &uuml;ber Zinserh&ouml;hungen und somit Aufwertung ihrer W&auml;hrungen die Inflation ins Ausland zu exportieren. Das ist so, als w&uuml;rde man dem Nachbarn den eigenen M&uuml;ll vor die Haust&uuml;r stellen. Eine harte Rezession, Firmenpleiten und Arbeitslosigkeit werden dabei in Kauf genommen, obwohl die gegenw&auml;rtige Inflation nichts mit einer &uuml;berhitzten Nachfrage oder m&auml;chtigen Gewerkschaften mit hohen Lohnforderungen zu tun hat. Wir haben vielmehr eine Profit- und Angebotsinflation, die zumindest in Europa neben dem Ukrainekrieg auch eine Nachwehe der Corona-Pandemie und der Zerr&uuml;ttung von Wertsch&ouml;pfungsketten ist.<br>\nDer &Ouml;konom Jens van &sbquo;t Klooster von der Universit&auml;t Amsterdam bemerkte dazu, es zeichne sich eine neue Geldpolitik ab: Diese beinhalte hohe Gewinne f&uuml;r internationale Konzerne, reichlich Sicherheiten f&uuml;r Banken, jedoch Arbeitslosigkeit und Immobiliencrashs f&uuml;r die Mittelschicht. Ich f&uuml;rchte, er k&ouml;nnte recht haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/credit-suisse-bankenkrise-ezb-fed-zinserhoehung-bankenrettung-droht-eine-neue-finanzkrise-wie-nach-lehman-peite-2008-li.330721\">Fabio De Masi in der Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Als erste Branche f&auml;llt die Bauwirtschaft der Geldpolitik zum Opfer<\/strong><br>\nDas Statistische Bundesamt meldete vergangene Woche, dass die (preisbereinigten) Auftragseing&auml;nge im Bauhauptgewerbe im Januar 2023 um sage und schreibe 21 Prozent unter ihrem Vorjahreswert lagen (Abbildung 1). &bdquo;Einen gr&ouml;&szlig;eren R&uuml;ckgang zum Jahresbeginn hatte es zuletzt im Januar 2009 gegeben (-21,8 % gegen&uuml;ber Januar 2008)&ldquo;, so das Amt. Seit M&auml;rz vergangenen Jahres ist die gesamte Nachfrage der Bauwirtschaft um 24 Prozent eingebrochen.<br>\nSchaut man sich die (saisonbereinigten) Zahlen Monat f&uuml;r Monat an, sieht man, dass der Absturz inzwischen alle Bereiche der Bauwirtschaft betrifft. Der Tiefbau (Abbildung 2), der von staatlichen Auftr&auml;gen dominiert wird, war bis 2018 aufw&auml;rts gerichtet gewesen, stagnierte zwischen 2019 und 2022 weitgehend und f&auml;llt mittlerweile ab.<br>\nAm st&auml;rksten ist der Wohnungsbau betroffen (Abbildung 3), den Deutschland nach den Aussagen unserer Politiker so dringend braucht: Gegen&uuml;ber M&auml;rz vergangenen Jahres verzeichnet diese Sparte einen R&uuml;ckgang bei den Auftr&auml;gen von einem Drittel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2023\/03\/29\/als-erste-branche-faellt-die-bauwirtschaft-der-geldpolitik-zum-opfer\/%20\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ein ganz gro&szlig;er Angriff<\/strong><br>\nWas bewirken Zuzahlungen?<br>\nZur Zeit sind die Angriffe auf unser solidarisch finanziertes Gesundheitswesen mal wieder so scharf wie lange nicht mehr. Auch der Zeitung mit den vier gro&szlig;en Buchstaben ist das eine Schlagzeile wert: &bdquo;Kassen-Patienten sollen 2000 Euro selbst bezahlen&ldquo;. Ein Freiburger &Ouml;konomieprofessor namens Bernd Raffelh&uuml;schen, bisher nur bekannt als Lobbyist der neoliberalen Arbeitgebertruppe &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; (INSM), warnt vor einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen und prophezeit einen Beitragssatz von 22 Prozent im Jahr 2035, wenn man dem keinen Einhalt gebietet. [&hellip;]<br>\nSo alt die Idee der Kostend&auml;mpfung durch Zuzahlungen auch ist und so oft sie auch aufgew&auml;rmt wird, so sehr verfehlt sie schon immer ihr gew&uuml;nschtes Ziel. Die London School of Economics hat bereits vor vierzehn Jahren 173 Studien aus f&uuml;nfzehn Nationen &uuml;ber Zuzahlungen im Gesundheitswesen ausgewertet und zweifelsfrei festgestellt, dass die Folgekosten durch weniger Arztbesuche, durch verz&ouml;gerte Notfallbehandlungen und durch verschleppte Krankheiten h&ouml;her sind als alle Einsparungen und Einnahmen durch Zuzahlungen zusammen. &Ouml;konomisch sind Zuzahlungen also eine Milchm&auml;dchenrechnung. Sie sind kostentreibend, nicht kostensenkend.<br>\nWenn Zuzahlungen den Krankenkassenetat mit nur zwei Milliarden Euro im Jahr so gut wie gar nicht entlasten, wenn Zuzahlungen gar nicht kostend&auml;mpfend wirken, was sollen sie dann? Wenn es &ouml;konomisch gar nichts bringt, steckt vielleicht eine andere Idee dahinter? Die scheibchenweise Erweiterung der Zuzahlungen hat vor Jahrzehnten ganz klein und harmlos mit nur f&uuml;nfzig Pfennig pro Rezept begonnen. Sie belastet chronisch Kranke inzwischen mit mehreren hundert Euro pro Jahr f&uuml;r Verbandsmittel, Medikamente, Hilfsmittel, Heilmittel, h&auml;usliche Krankenpflege, Krankenhausaufenthalt, Rehabilitation, Fahrtkosten und Haushaltshilfen. Das ist nichts anderes als eine scheibchenweise Demontage des Solidarit&auml;tsprinzips.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/kolumnen\/ein-ganz-grosser-angriff-92152119.html\">Bernd Hontschik auf FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Lachend in den dritten Weltkrieg?<\/strong><br>\nKurt Tucholsky stellte in seinem viel zitierten Text &raquo;Was darf die Satire?&laquo; von 1919 fest: &raquo;Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine.&laquo; Was sich heute in Deutschland &raquo;Satire&laquo; nennt, hat mit den antimilitaristischen und sozialistischen Positionen des linken Publizisten meist nichts mehr gemein &ndash; ganz im Gegenteil: Bis auf wenige Ausnahmen flankieren Kabarettisten die &raquo;Zeitenwende&laquo; medial und erweisen sich als willf&auml;hrige Helfer bei der Mobilmachung gegen alle, die es wagen, Kritik am bislang gr&ouml;&szlig;ten Aufr&uuml;stungsprogramm der Bundesrepublik zu &uuml;ben.<br>\nF&uuml;r Tim Wolff, Mitherausgeber des Magazins Titanic und Autor f&uuml;rs &raquo;ZDF Magazin Royale&laquo;, ist Tucholsky &raquo;Schutzheiliger&laquo; der Satiriker. Doch nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sagte er, hinter der Frage, was Satire in Kriegszeiten d&uuml;rfe, stehe die Annahme, dass Komik grunds&auml;tzlich etwas Zersetzendes habe &ndash; &raquo;und dann kann man sich entscheiden: Wollen wir jetzt, dass die Reihen geschlossen sind, und halten uns zur&uuml;ck?&laquo; Offensichtlich ja: Er r&uuml;ckte Putin in die N&auml;he von Hitler und zollte Selenskij Respekt; schlie&szlig;lich erweise sich hier ein Komiker als &raquo;kriegstauglich&laquo;. Auch f&uuml;r Jan B&ouml;hmermann ist der ukrainische Pr&auml;sident ein Vorbild: &raquo;Ein Clown muss jetzt sein Land verteidigen und die Demokratie und die Freiheit in Europa am besten gleich mit.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.melodieundrhythmus.com\/online-spezial\/lachend-in-den-dritten-weltkrieg\/\">M&amp;R<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95763\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-95763","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95763","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95763"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95763\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95765,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95763\/revisions\/95765"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95763"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}