{"id":958,"date":"2005-11-24T17:07:33","date_gmt":"2005-11-24T15:07:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=958"},"modified":"2016-02-28T10:07:58","modified_gmt":"2016-02-28T09:07:58","slug":"finanzfachfrauen-zum-koalitionsvertrag-verlangerte-lebensarbeitszeit-benachteiligt-berufstatige-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=958","title":{"rendered":"FinanzFachFrauen zum Koalitionsvertrag: Verl\u00e4ngerte Lebensarbeitszeit benachteiligt berufst\u00e4tige Frauen"},"content":{"rendered":"<p>Nur sieben Prozent aller Frauen erreichen 45 Pflichtbeitragsjahre. Wer unterhalb des Durchschnittsverdienstes liegt, also keine sog. &bdquo;Eckrentnerin&ldquo; ist, schaut in die R&ouml;hre. Frauen verdienen noch immer nur etwa 80 Prozent von dem, was M&auml;nnern bezahlt wird &ndash; das ist der Grund daf&uuml;r, dass sie k&uuml;nftig fast in jedem Fall mit Rentenk&uuml;rzungen zu rechnen haben. Wenn im Koalitionsvertrag gesagt wird, dass neben den Besch&auml;ftigungszeiten auch Kindererziehung und Pflegeleistung angerechnet werden sollen, so ist dies Augenwischerei. Das sagt Heide H&auml;rtel-Herrmann, Finanzexpertin aus K&ouml;ln.<br>\n<!--more--><br>\nBerufst&auml;tige Frauen werden bei derRenten-Neuregelung im Koalitionsvertrag massiv benachteiligt.<br>\nDarauf machen jetzt die Expertinnen des bundesweiten Verbundes der FinanzFachFrauen aufmerksam. Heide H&auml;rtel-Herrmann, Finanzexpertin aus K&ouml;ln, sagt dazu: <\/p><blockquote><p>Es sieht zun&auml;chst einmal gerecht aus: Wer 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, darf auch in Zukunft mit 65 Jahren in Rente gehen, ohne dass Abschl&auml;ge f&auml;llig werden. Ein Beitragsjahr wird dabei voll angerechnet, wenn der Durchschnittsverdienst all deren, die in einem Jahr in die Rentenkasse einzahlen, vom Beitragszahler erreicht wird. Wer die Voraussetzungen f&uuml;r diese Sonderregelung nicht mitbringt, schaut in die R&ouml;hre. Nach einer &Uuml;bergangszeit muss bis zum Alter von 67 Jahren gearbeitet werden, andernfalls stehen Rentenk&uuml;rzungen ins Haus.<\/p><\/blockquote><p>45 Pflichtbeitragsjahre zu leisten und ein sogenannter &ldquo;Eckrentner&rdquo; im Sinne des Rentenrechts zu werden, das erf&uuml;llen heute nur sieben Prozent aller Frauen. Teilzeitbesch&auml;ftigung, Unterbrechungszeiten aber auch geringere Geh&auml;lter &ndash; Frauen verdienen immer noch etwa 80 Prozent von dem, was M&auml;nnern bezahlt wird &ndash; sind der Grund daf&uuml;r, dass sie k&uuml;nftig fast in jedem Fall mit Rentenk&uuml;rzungen zu rechnen haben. Ein Beispiel: Verdienen Frauen 45 Jahre lang 80 Prozent vom Durchschnitt aller Beitragszahler, brauchen sie 56 Jahre, um ohne Abschl&auml;ge mit 65 in Rente gehen zu k&ouml;nnen. Dazu kommt: Wenn im Koalitionsvertrag ausdr&uuml;cklich neben den Besch&auml;ftigungszeiten auch Kindererziehung und Pflegeleistung alle Voraussetzung f&uuml;r diese Sonderregelung festgehalten werden, ist dies Augenwischerei. Denn f&uuml;r Kindererziehung werden sowieso f&uuml;r alle nach 1992 geborenen Kinder drei Pflichtbeitragsjahre anerkannt. Aber: Eine Frau mit drei Kindern, die zwei Jahre ihre kranke Mutter gepflegt hat, und die deshalb lediglich zehn Jahre Vollzeitbesch&auml;ftigung und 30 Jahre Teilzeitarbeit nachweisen kann, fehlen neun volle Pflichtbeitragsjahre, um schon mit 65 Jahren die abschlagsfreie Rente beziehen zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Die Sonderregelung mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen zu k&ouml;nnen, wird zu Lasten berufst&auml;tiger Frauen finanziert. Durch das Umlageverfahren der Rentenkasse erhalten die Frauen selbst eine niedrigere Altersrente, als dies ohne die bevorzugte Behandlung m&auml;nnlicher Rentner der Fall gewesen w&auml;re. Denn die Logik der Rentenformel besagt: Bei der Rentenkasse handelt es sich um einen Topf, in den alle Besch&auml;ftigten einzahlen. Der Gegenwert &ndash; die eigene sp&auml;tere Rente &ndash; bemisst sich danach, was zu diesem Zeitpunkt ausgegeben werden kann. Jede Bevorzugung der einen Gruppe f&uuml;hrt zu Abz&uuml;gen bei einer anderen. Eine gigantische Umverteilung von Frauen zu M&auml;nnern, von Geringverdienern zu Gutverdienern &ndash; von unten nach oben wird dadurch in Gang gesetzt. Sowohl der Sachverst&auml;ndigenrat als auch der Pr&auml;sident der Deutschen Rentenversicherung, Dr. Herbert Rische, kritisiert diese geplante Ma&szlig;nahme als frauendiskriminierend.<\/p><p>Die FinanzFachFrauen sehen zwei M&ouml;glichkeiten, die Ungerechtigkeiten zu entsch&auml;rfen:<\/p><p>Zum einen k&ouml;nnte die Sonderregelung aus Steuermitteln und nicht auf Kosten der Frauen finanziert werden. Schlie&szlig;lich handelt es sich bei diesem Vorhaben um eine klassische &ldquo;versicherungsfremde&rdquo; Leistung. Als zweite M&ouml;glichkeit schlagen wir vor, die Kindererziehungszeiten als besondere Anwartschaft anzusehen, &auml;hnlich wie bei der Ber&uuml;cksichtigungszeit bei der Erwerbsminderungsrente. Dort wird die Zeit der Erziehung eines Kindes mit der Anrechnung von zehn Jahren ber&uuml;cksichtigt. Zwei Kinder bedeuten dann grunds&auml;tzlich schon einmal 20 Jahre, die als volle Pflichtbeitragsjahre anerkannt w&auml;ren. Damit h&auml;tten auch berufst&auml;tige Frauen, die Kinder erzogen haben, eine kleine Chance mit 65 Jahren ohne Abschl&auml;ge in Rente gehen zu k&ouml;nnen.&rdquo;<\/p><p>Heide H&auml;rtel-Herrmann<br>\nBundesweiter Verbund der FinanzFachFrauen<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.finanzfachfrauen.de\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.finanzfachfrauen.de\/\">www.finanzfachfrauen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur sieben Prozent aller Frauen erreichen 45 Pflichtbeitragsjahre. Wer unterhalb des Durchschnittsverdienstes liegt, also keine sog. &bdquo;Eckrentnerin&ldquo; ist, schaut in die R&ouml;hre. Frauen verdienen noch immer nur etwa 80 Prozent von dem, was M&auml;nnern bezahlt wird &ndash; das ist der Grund daf&uuml;r, dass sie k&uuml;nftig fast in jedem Fall mit Rentenk&uuml;rzungen zu rechnen haben. Wenn<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=958\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[168,39,190],"tags":[635,1847],"class_list":["post-958","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gleichstellung","category-rente","category-wahlen","tag-altersarmut","tag-lebensarbeitszeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=958"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/958\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31617,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/958\/revisions\/31617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}