{"id":9607,"date":"2011-05-31T08:50:33","date_gmt":"2011-05-31T06:50:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9607"},"modified":"2011-05-31T09:30:46","modified_gmt":"2011-05-31T07:30:46","slug":"hinweise-des-tages-1395","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9607","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Atomausstieg; Stuttgart 21; Eurozone: Spanien in der Abw&auml;rtsspirale; Hartz-IV-Reform hat durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nicht reduziert; Nur 8,3 % arme Kinder?; Altersvorsorge Riester-Rente &ndash; Wer blickt da noch durch?; Deutschland droht ein dramatischer &Auml;rztemangel; XXL-Aufschwung geht an B&uuml;rgern vorbei; Nie tariff&auml;hig gewesen; Fukushima &ndash; schon vergessen; Die Schlacht der alten M&auml;nner; Ungew&ouml;hnliche Demut; Afghanistan; Neuausrichtung der Bundeswehr; Linksliberaler Terror; Aufbruch in neue Milieus; Wirtschaft gegen Geheimvertr&auml;ge (KR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Atomausstieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Eurozone: Spanien in der Abw&auml;rtsspirale<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Hartz-IV-Reform hat durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nicht reduziert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Gerd Bosbach, Jens J&uuml;rgen Korff: Nur 8,3 % arme Kinder?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Altersvorsorge Riester-Rente &ndash; Wer blickt da noch durch?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Deutschland droht ein dramatischer &Auml;rztemangel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">XXL-Aufschwung geht an B&uuml;rgern vorbei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Nie tariff&auml;hig gewesen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Fukushima &ndash; schon vergessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Die Schlacht der alten M&auml;nner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Analyse: Ungew&ouml;hnliche Demut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&bdquo;Bis an die Z&auml;hne korrupt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Neuausrichtung der Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Linksliberaler Terror<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Aufbruch in neue Milieus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wirtschaft gegen Geheimvertr&auml;ge<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9607&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Atomausstieg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Hintert&uuml;rchen sind riesige Tore f&uuml;r die Atomkonzerne<\/strong><br>\nW&auml;hrend sich die Koalition f&uuml;r ihr Ausstiegskonzept lobt, sind Atomkraftgegner entsetzt. Jochen Stay von &ldquo;ausgestrahlt&rdquo; sagt, die Kanzlerin habe den gesellschaftlichen Konsens aufgek&uuml;ndigt. Merkel sei nicht nur vor der Energielobby eingeknickt, sondern biete dem neuen FDP-Chef R&ouml;sler die Chance, sich zu profilieren &ndash; um bis 2013 durchzuhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/anti-akw-bewegung-kritisiert-ausstiegsbeschluss-die-hintertuerchen-sind-riesige-tore-fuer-die-atomkonzerne-1.1103183\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>IPPNW: &ldquo;Anschlag auf den Volkswagen der Energiewende&rdquo;<\/strong><br>\nDie atomkritische &Auml;rzteorganisation IPPNW kritisiert den Beschluss von Union und FDP zur drastischen K&uuml;rzung der Solarf&ouml;rderung als &ldquo;Anschlag auf den Volkswagen der Energiewende&rdquo;. Medienberichten zufolge sollen die Verg&uuml;tungss&auml;tze f&uuml;r die Photovoltaik noch st&auml;rker abgesenkt werden als von Umweltminister Norbert R&ouml;ttgen (CDU) ohnehin schon geplant war. Statt den Ausbau der Photovoltaik als Ersatz f&uuml;r Atomkraftwerke zu beschleunigen, plant die Bundesregierung ein regelrechtes Bestrafungssystem zur Entschleunigung des Zubaus: So sollen die Verg&uuml;tungss&auml;tze f&uuml;r im Jahr 2012 gebaute Anlagen umso st&auml;rker gesenkt werden, je mehr Kapazit&auml;t insgesamt neu entstehen wird.<br>\nMit diesem Anschlag auf die Photovoltaik begibt sich die Regierungskoalition in Widerspruch zu der von ihr eingesetzten Ethikkommission. Diese stellte in ihrem Abschlussbericht vom 30. Mai fest, die Photovoltaik werde von vielen Menschen gew&uuml;nscht und betrieben. Die Kommission pl&auml;diert f&uuml;r eine starke Rolle der Photovoltaik in Verbindung mit dezentralen Energiespeichern und betont ausdr&uuml;cklich die Vorteile einer dezentralen Energiewirtschaft&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.s-o-z.de\/?p=47458\">Saarl&auml;ndische Online-Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Verstaatlicht das Stromnetz!<\/strong><br>\nDie Energieversorgung nach Marktgesetzen ist gescheitert. Nur die &ouml;ffentliche Hand, die schon heute permanent eingreifen muss, kann noch die Wende zum &Ouml;kostrom organisieren&hellip;<br>\nDie Sicherung der Energieversorgung war schon immer eine hoheitliche Aufgabe und die Liberalisierung hat weniger den Stromkunden gen&uuml;tzt als den Bilanzen der marktdominanten Konzerne, die mit ihren billigen alten Kraftwerken enorme Gewinne einfahren konnten. Nun ist mit der &ouml;kologischen Energiewende eine weitere Aufgabe hinzugekommen, die das Marktsystem endg&uuml;ltig &uuml;berfordert.<br>\nEs ist also an der Zeit, dass der Staat seine Rolle nicht &uuml;ber komplizierte und fehleranf&auml;llige Regeln, sondern direkt aus&uuml;bt. Es ist an der Zeit, den Stromsektor zum Teil von der impliziten in die explizite Verstaatlichung zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/verstaatlicht-das-stromnetz-\/-\/1472602\/8501702\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Stuttgart 21 braucht ein &ldquo;Wunder&rdquo;<\/strong><br>\nGanze 49 Z&uuml;ge in einer Stunde soll er abfertigen, der neue Tiefbahnhof Stuttgart 21. Die Bahn versucht, diese Leistungsf&auml;higkeit ihres Gro&szlig;projektes im Stresstest zu belegen. Laut einer Studie, die dem stern vorliegt, ein unrealistisches Ziel.<br>\nDer Deutschen Bahn drohen beim umstrittenen Gro&szlig;projekt Stuttgart 21 neue Probleme. Eine Studie, die dem stern vorliegt, kommt zu dem Schluss, dass der Bahnhof einen &ldquo;R&uuml;ckbau der Infrastruktur&rdquo; bedeute. Das Ziel der Bahn, in dem geplanten Tiefbahnhof 49 Z&uuml;ge in einer Stunde abzufertigen, sei unrealistisch.<br>\nDie Zahl war ein Ergebnis der Schlichtungsverhandlungen. Ein Stresstest soll den Nachweis erbringen, dass die Bahn in Stuttgart diese hohe Anzahl an Z&uuml;gen abfertigen kann. Um das zu schaffen, so ein Ergebnis der Studie der Schweizer Fachzeitschrift &ldquo;Eisenbahn-Revue International&rdquo;, m&uuml;sste Stuttgart 21 im Schnitt pro Gleis rund 50 Prozent mehr Z&uuml;ge abfertigen, als heute maximal von deutschen Bahnh&ouml;fen geleistet wird. Wenn S 21 den Stresstest bestehen sollte, w&auml;re das ein Wunder, bilanziert Autor Christoph M. Engelhardt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/bahnhof-im-stresstest-stuttgart-21-braucht-ein-wunder-1690461.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=wirtschaft\">Stern<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Bagger kommen wieder<\/strong><br>\nSeit der Landtagswahl in Baden-W&uuml;rttemberg ruht die Arbeit am Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, jetzt will die Bahn nicht mehr warten. Vom kommenden Montag an soll weitergebaut werden. Konzernchef R&uuml;diger Grube sagt, weitere Verz&ouml;gerungen w&uuml;rden 410 Millionen Euro kosten &ndash; er sei gesetzlich zum Weiterbauen verpflichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/stuttgart-bahn-chef-grube-die-bagger-kommen-wieder-1.1103427\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Eurozone: Spanien in der Abw&auml;rtsspirale<\/strong><br>\nRatingagenturen stufen erneut die Kreditw&uuml;rdigkeit einzelner Euro-L&auml;nder herab. Diese reagieren mit heftigen Sparprogrammen. Doch damit werden Wachstum und Besch&auml;ftigung abgew&uuml;rgt, Steuereinnahmen bleiben aus und der Schuldenberg w&auml;chst weiter. Investitionen w&auml;ren n&ouml;tig &ndash; ohne sie droht der Zusammenbruch der Eurozone.<br>\nSpanien war bis vor der Krise einer der Mustersch&uuml;ler der Eurozone. Zwischen 2000 und 2007 wuchs die Wirtschaft um durchschnittlich 3,5 Prozent. Dank robusten Wachstums gelang es der Regierung, ihre Gesamtverschuldung von 59,3 Prozent in 2000 auf 36,1 Prozent des BIP in 2007 zu reduzieren &ndash; bei einer f&uuml;r eine aufstrebende &Ouml;konomie vertretbaren durchschnittlichen Inflation von knapp &uuml;ber drei Prozent. Das kr&auml;ftige Wachstum sorgte auch f&uuml;r eine gute Entwicklung des Arbeitsmarktes&hellip;<br>\nKr&auml;ftiges Wachstum und hohe Besch&auml;ftigung sorgten f&uuml;r sprudelnde Steuereinnahmen. Dadurch verletzte das Land anders als Deutschland oder Frankreich nie die Drei-Prozent-Neuverschuldungsgrenze&hellip;<br>\nDie Finanz- und Wirtschaftskrise beendete den spanischen Traum. Die Immobilienblase platzte. Das BIP schrumpfte 2009 um 3,7 und 2010 um 0,1 Prozent, die Arbeitslosigkeit stieg um das 2,5fache auf mittlerweile 20,1 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit sogar auf 41,6 Prozent. Das hinterl&auml;sst fiskalische Spuren: Ohne Wachstum keine Steuereinnahmen. Ohne Steuereinnahmen keine Haushaltskonsolidierung. Der einstige Mustersch&uuml;ler in Sachen Haushalt hat jetzt eine Neuverschuldung von 9,2 Prozent. Die Gesamtverschuldung hat sich mit 60,4 Prozent nahezu verdoppelt.<br>\nDie spanische Regierung setzt auf einen radikalen Sparkurs und versch&auml;rft die Krise. Wachstum und Besch&auml;ftigung werden abgew&uuml;rgt, Steuereinnahmen bleiben aus und der Schuldenberg w&auml;chst trotz Haushaltsk&uuml;rzungen: Die Wirtschaft trudelt in die Abw&auml;rtsspirale. Spanien droht das gleiche Schicksal wie den anderen Krisenl&auml;ndern.<br>\nUm aus der Krise herauszuwachsen, braucht Spanien ein Investitions- und Entwicklungsprogramm sowie einen Besch&auml;ftigungspakt f&uuml;r Jugendliche. Finanzierbar durch niedrig verzinste Kredite aus dem Rettungsfonds EFSF und der EZB. Wer am Sparkurs festh&auml;lt, nimmt den Zusammenbruch der Eurozone in Kauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++f55c96e4-8acf-11e0-5636-00188b4dc422\/@@index.html?k:list=Wirtschaft\">DGB<\/a>\n<p><em>Fritz Scharpf, Emeritus Direktor des Max Planck Instituts f&uuml;r Gesellschaftsforschung lie&szlig; uns folgende Kopie an den DGB zukommen:<\/em><\/p>\n<p>Liebe Kollegen,<br>\nIhre Analyse ist zutreffend aber unvollst&auml;ndig. Sie ignoriert die vor der Krise rapide gestiegenen Lohnst&uuml;ckkosten und Leistungsbilanzdefizite und die daraus folgende massive &Uuml;berbewertung des &bdquo;realen effektiven Wechselkurses&ldquo; (vgl. den <a href=\"\/upload\/pdf\/110531_fritz_scharpf.pdf\">angeh&auml;ngten Text [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a>. Wenn Spanien nicht aus dem Euro austritt (was es tun sollte), muss es die Lohnst&uuml;ckkosten (und damit die Reall&ouml;hne) massiv senken, um seine internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit zur&uuml;ckzugewinnen.<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun macht es sich auch noch der ehrenwerte Fritz Scharpf so leicht und empfiehlt den Austritt Spaniens aus dem Euro. Wir haben die damit verbundenen Probleme erst wieder gestern am Beispiel der R&uuml;ckkehr Griechenlands zur Drachme behandelt. Dar&uuml;ber hinaus folgt Scharpf  der &bdquo;deutschen Logik&ldquo;, die anderen h&auml;tten &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt, also m&uuml;ssten sie jetzt das seit den 90er Jahren bei uns durchgesetzte Lohndumping schleunigst nachholen, damit sie wieder wettbewerbsf&auml;hig werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus:  in Deutschland m&uuml;ssten die Reall&ouml;hne und damit vielleicht auch die Lohnst&uuml;ckkosten steigen, damit wir unsere Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse abbauen und nicht mehr l&auml;nger unsere europ&auml;ischen Partner niederkonkurrieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Hartz-IV-Reform hat durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nicht reduziert<\/strong><br>\nDie vierte Hartz-Reform sollte arbeitsf&auml;higen Bed&uuml;rftigen schneller neue Arbeitspl&auml;tze verschaffen. Eine statistische Auswertung zeigt: Das hat nicht funktioniert. Arbeitslose sind nach der Reform im Durchschnitt ebenso lang ohne Job wie vorher. Zu diesem Ergebnis kommen Sonja Fehr, Soziologin im Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), und Prof. Dr. Georg Vobruba von der Universit&auml;t Leipzig. Ein Aufsatz zu ihrer Untersuchung ist in den aktuellen WSI Mitteilungen erschienen, der Fachzeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nSonja Fehr und Georg Vobruba verglichen die Dauer der Arbeitslosigkeit von Sozialleistungsempf&auml;ngern vor und nach der Hartz-IV-Reform. Nach der g&auml;ngigen &ouml;konomischen Logik w&auml;re zu erwarten gewesen, dass erwerbsf&auml;hige Hilfsbed&uuml;rftige vor der Reform relativ lange von Arbeitslosen- oder Sozialhilfe gelebt haben. Nachdem die Transferleistungen f&uuml;r viele gek&uuml;rzt, auch schlecht bezahlte Jobs f&uuml;r zumutbar erkl&auml;rt und Sanktionen f&uuml;r die Ablehnung eines Stellenangebots versch&auml;rft wurden, h&auml;tte die durchschnittliche Verweildauer in der Grundsicherung demnach zur&uuml;ckgehen m&uuml;ssen. Dies ist jedoch nicht geschehen. &ldquo;Die Hartz-IV-Reform hat keine deutliche Verk&uuml;rzung der Arbeitslosigkeitsepisoden gebracht&rdquo;, lautet das Fazit der Wissenschaftler&hellip;<br>\nSie verglichen die Dauer der Erwerbslosigkeit von Arbeitslosen- oder Sozialhilfebeziehern, die zwischen Januar 2002 und Dezember 2004 arbeitslos wurden, mit der Entwicklung nach Inkrafttreten der Reform: bei Arbeitslosen, die zwischen Januar 2005 und Dezember 2007 ALG II bekamen. Die Stichprobe besteht aus 2.200 Personen f&uuml;r die erste und etwas weniger als 1.700 Personen f&uuml;r die zweite Gruppe.<br>\nVor Hartz IV dauerte die Arbeitslosigkeit im Mittel 12 Monate. Nach einem Jahr hatten 49 Prozent der betrachteten Arbeitslosen entweder einen Job oder standen dem Arbeitsmarkt aus anderen Gr&uuml;nden nicht zur Verf&uuml;gung, beispielsweise wegen Aus- und Weiterbildung, Mutterschaft oder weil sie das Rentenalter erreicht hatten. Im zweiten Jahr ging die Arbeitslosigkeit um weitere 20, im dritten noch einmal um 11 Prozentpunkte zur&uuml;ck. Damit waren nach vier Jahren noch 13 Prozent arbeitslos (siehe auch die Infografik im B&ouml;ckler Impuls; Link unten).<br>\nNach der Hartz-IV-Reform dauerte die Arbeitslosigkeit im Mittel 13 Monate. Nach etwas &uuml;ber einem Jahr war f&uuml;r 50 Prozent der ALG-II-Bezieher die Arbeitslosigkeit beendet. Im Folgejahr sank der Anteil der Arbeitslosen um weitere 20, im Jahr darauf um 10 Prozentpunkte. Nach vier Jahren waren 16 Prozent weiterhin arbeitslos.<br>\nDie Forscher folgern: &ldquo;Trotz des Versuchs, mit Ma&szlig;nahmen der Aktivierungs- und versch&auml;rften Zumutbarkeits- und Sanktionsregelungen den &Uuml;bergang vom Sozialleistungsbezug in die Erwerbst&auml;tigkeit zu forcieren, trat keine wesentliche Ver&auml;nderung der Verweildauer von Sozialtransferbeziehern in Arbeitslosigkeit ein.&rdquo; Weitere Berechnungen, die Faktoren wie Alter, Bildungsabschluss oder regionale Arbeitslosenquote einbeziehen, zeigen: Das Ergebnis l&auml;sst sich nicht auf eine verschlechterte Arbeitsmarktsituation oder ver&auml;nderte Zusammensetzung der Arbeitslosengruppe nach der Reform zur&uuml;ckf&uuml;hren.<br>\nFehr und Vobruba haben eine andere Erkl&auml;rung. Die Therapie konnte nicht wirken, weil die Diagnose falsch war. Sie schreiben, &ldquo;das Armutsfallentheorem und die Sichtweise des &ouml;ffentlichen Diskurses&rdquo; stimmten darin &uuml;berein, dass Armut ein Langzeitph&auml;nomen sei &ndash; einmal Sozialhilfe, immer Sozialhilfe. Diese unzutreffende Annahme sei dadurch bef&ouml;rdert worden, dass der Armutsforschung lange Daten fehlten, die die Einkommensentwicklung personbezogen im Zeitverlauf abbilden. Tats&auml;chlich machten die Beobachtungen der Autoren und andere neuere Studien aber deutlich, dass es bereits vor Hartz IV dem &uuml;berwiegenden Teil der Arbeitslosen- und Sozialhilfebezieher gelang, aus der Arbeitslosigkeit herauszufinden. Daher stehe den durch die Reform m&ouml;glicherweise entstandenen sozialen Kosten &ndash; Zunahme sozialer Ungleichheit, Ausbreitung prek&auml;rer Besch&auml;ftigung, Verletzung verbreiteter Gerechtigkeitsvorstellungen &ndash; &ldquo;kein Nutzen gegen&uuml;ber&rdquo;, urteilen die Forscher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_wsi_2011_05_30.pdf\">Sonja Fehr, Georg Vobruba: Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-IV-Reform, in: WSI-Mitteilungen 5\/2011 [PDF &ndash; 481 KB]<\/a>.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110531_wirkungslose_reformen.jpg\" alt=\"Wirkungslose Reformen\"><br>\nQuelle: Grafik zum Download im <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32015_114013.html\">B&ouml;ckler Impuls 9\/2011<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gerd Bosbach, Jens J&uuml;rgen Korff: Nur 8,3 % arme Kinder?<\/strong><br>\nWie viele Medien Anfang Mai 2011 berichteten, hat das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) seine Angaben &uuml;ber die Armutsquote bei Kindern korrigiert. Demnach gelten jetzt nicht mehr 16 %, sondern nur noch 8,3 % der deutschen Kinder als arm. Die Kritik der Journalisten geht fast einm&uuml;tig davon aus, dass die alten Zahlen falsch waren und die neue nun stimmt. Doch da sind gro&szlig;e Zweifel und Fragen zur Plausibilit&auml;t angebracht.<br>\nDie Begr&uuml;ndung des DIW:<br>\nAls Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Neuberechnung gibt das DIW an, dass es bei seinen Umfragen immer h&auml;ufiger keine oder nur sehr l&uuml;ckenhafte Antworten bekomme. Um die dadurch hervorgerufenen Messfehler zu korrigieren, wende man jetzt eine neue Methode an. Egal wie gut diese Methode ist &ndash; sie kann nicht fehlende Daten ersetzen, sondern nur eine grobe Sch&auml;tzung liefern. Die Stichprobe, aus der das DIW die Zahlen gewinnt, ist eher als klein zu bezeichnen (unter 4000, bei den Einkommensangaben noch geringer). Zum Vergleich: Bei Bundestagswahlen werden zur Prognose am Wahlabend 100 0000 Leute befragt, der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes umfasst ungef&auml;hr 400 000 Haushalte.<br>\nGleichwohl gibt das DIW die &ldquo;korrigierte Armutsquote&rdquo; wieder als genaue Zahl an (8,3 %). Und viele glauben jetzt diese Zahl, deren Genauigkeit dar&uuml;ber hinwegt&auml;uscht, auf welch ungenauen Daten sie beruht.<br>\nWiderspr&uuml;chliche Zahlen:<br>\nDie genannten 8,3 % arme Kinder passen gar nicht zu den Zahlen von Kindern in Hartz IV-Familien. So lebten im September 2010 14,8 % aller unter 18-J&auml;hrigen in Deutschland in sogenannten SGB II-Bedarfsgemeinschaften. Definiert man Kinder mit unter 15 Jahren, so waren es sogar 15,6 %. Diese amtlich gut erfasste Gr&ouml;&szlig;e ist seit Jahren ann&auml;hernd konstant und sowohl dem DIW, den Politikern als auch den Journalisten bekannt. Warum diese besser erfasste Vergleichsgr&ouml;&szlig;e nicht zumindest ein gro&szlig;es Fragezeichen hinter die angeblichen nur 8,3 % arme Kinder setzt, ist uns v&ouml;llig unklar. Entsprechende Nachfragen von uns wurden bisher mit Achselzucken oder der lapidaren Bemerkung quittiert: &ldquo;Den Wert dreht sich ja ohnehin jeder so zurecht, wie es politisch gef&auml;llt.&rdquo; Letzteres &uuml;brigens von einer gro&szlig;en Zeitung, hinter der angeblich ein kluger Kopf steht.<br>\nQuelle: Dieser Beitrag entstamm einer Rundmail von Gerd Bosbach und Jens J&uuml;rgen Korff, den Autoren des Buches &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.l%C3%BCgen-mit-zahlen.de\/\">L&uuml;gen mit Zahlen<\/a>&ldquo; <\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Altersvorsorge Riester-Rente &ndash; Wer blickt da noch durch?<\/strong><br>\nDie Policen von Riester-Rentenrentenversicherungen sind schwer verst&auml;ndlich und kosten oft mehr als sie bringen: Manche Anbieter kassieren doppelt so viel an Geb&uuml;hren wie der Staat als Zulage zahlt. Verbrauchersch&uuml;tzer fordern den Staat zum Handeln auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/altersvorsorge-riester-rente-wer-blickt-da-noch-durch-1.1102750\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Es ist ja sch&ouml;n, dass die geringe Rentabilit&auml;t aufgrund der hohen Kosten endlich ins allgemeine Bewusstsein r&uuml;ckt. Der n&auml;chste Schritt wird hoffentlich die Einsicht sein, dass es sich dabei um einen grunds&auml;tzlichen Fehler handelt, denn diese Kosten sind logischerweise zugleich die Gewinne, welche die Anbieter zu erzielen hoffen.<\/em><br>\n<em>Die L&ouml;sung des Problems ist ganz einfach: Die F&ouml;rderung beenden und das Geld wieder der staatlichen Rente zuflie&szlig;en lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutschland droht ein dramatischer &Auml;rztemangel<\/strong><br>\nDeutsche &Auml;rzte arbeiten lieber im Ausland. Damit die Versorgung in Deutschland gesichert bleibt, fordert die Bundes&auml;rztekammer bessere Honorare. [&hellip;]<br>\nLaut Montgomery sind die Arbeitsbedingungen f&uuml;r junge &Auml;rzte in Deutschland so unattraktiv, dass viele ins Ausland oder in die Industrie abwandern. &bdquo;Wenn es so weitergeht wie bisher, werden uns in 20 Jahren rund 50.000 &Auml;rzte in Krankenhaus und Praxis fehlen&ldquo;, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13401913\/Deutschland-droht-ein-dramatischer-Aerztemangel.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>XXL-Aufschwung geht an B&uuml;rgern vorbei<\/strong><br>\nDer Aufschwung ist da, die Gewinne schnellen hoch, der Finanzminister ist selig. Nur die Besch&auml;ftigten profitieren nicht vom Wirtschaftswunder. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert. [&hellip;]<br>\nDie Fakten sprechen f&uuml;r sich: Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wuchs die Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent gegen&uuml;ber dem entsprechenden Vorjahresquartal. Das Steueraufkommen stieg sogar um zehn Prozent. Unternehmenslenker wie BMW-Chef Norbert Reithofer sprechen vom &bdquo;besten Quartalsauftakt aller Zeiten&ldquo;. Und die Arbeitnehmer? Die Tarifl&ouml;hne d&uuml;rften 2011 um durchschnittlich zwei bis zweieinhalb Prozent zulegen. Nicht schlecht &ndash; aber unterhalb der Inflationsrate, die &Ouml;konomen f&uuml;r das Gesamtjahr auf 2,4 bis 3,0 Prozent sch&auml;tzen. Hinzu kommen die steile Steuerprogression bei kleinen und mittleren Einkommen sowie h&ouml;here Sozialabgaben. [&hellip;]<br>\nDas Gegenteil ist geschehen. Die Christliberalen bitten das Volk zur Kasse. Mal heimlich, weil sie nichts an der Einkommensteuerprogression &auml;ndern. Bei einem Prozent mehr Lohn m&uuml;ssen die B&uuml;rger zwei Prozent mehr Einkommensteuer zahlen, so eine Faustformel des Bundes der Steuerzahler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik-weltwirtschaft\/xxl-aufschwung-geht-an-buergern-vorbei-466773\/\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist schon erstaunlich. Da analysiert die Wirtschaftswoche ein sozio&ouml;konomisches Problem vollkommen korrekt und tischt dann im Laufe des Artikels doch wieder einmal nur ihre alten Kamellen von der &bdquo;alternativlosen&ldquo; Senkung der Einkommenssteuer und der Lohnnebenkosten auf.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nie tariff&auml;hig gewesen<\/strong><br>\nDie Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften f&uuml;r Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) war auch in der Vergangenheit nicht tariff&auml;hig. Dies hat das Arbeitsgericht Berlin am Montag entschieden. Damit schlo&szlig; sich das Gericht der Argumentation des Bundesarbeitsgerichts (BAG) an &ndash; allerdings, wie Richter Martin Steinmetz betonte, mit einer &raquo;vergangenheitsbezogenen Entscheidung&laquo;. Das BAG hatte am 14. Dezember 2010 festgestellt, da&szlig; die CGZP zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht tariff&auml;hig war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-31\/047.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><strong>dazu: Manpower muss Sozialbeitr&auml;ge nachzahlen<\/strong><br>\nUnter den mindestens 1400 Zeitarbeitsfirmen, die wegen illegaler Tarifvertr&auml;ge mit christlichen Gewerkschaften f&uuml;r die Jahre 2006 bis 2009 Sozialbeitr&auml;ge nachzahlen m&uuml;ssen, sind drei f&uuml;hrende Unternehmen der Branche: Manpower, USG People Germany und Trenkwalder Personaldienste.<br>\nAlle drei haben insgesamt Tausende Leiharbeitskr&auml;fte zu L&ouml;hnen weit unter den &uuml;brigen Tarifbestimmungen besch&auml;ftigt und dadurch der gesetzlichen Sozialversicherung Beitr&auml;ge sowie den Mitarbeitern Lohn vorenthalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen-maerkte\/manpower-muss-sozialbeitraege-nachzahlen-467785\/\">Wirtschaftswoche<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Fukushima &ndash; schon vergessen<\/strong><br>\nWar da was? Richtig, die Kernschmelze! Noch vor Kurzem galt sie als unm&ouml;glich.<br>\nEin rangloser Unternehmenssprecher namens Aya Omura gab die Sache bekannt, die sich au&szlig;erdem schon Wochen zuvor ereignet hatte. Was konnte das Wichtiges sein? Es sollte so harmlos klingen, als sei in China gerade ein Sack Reis umgefallen. Und wirklich: Die Strategie des Sprechers ging auf. Kaum jemand h&ouml;rte mehr richtig hin. Au&szlig;erhalb Deutschlands, das in der Atomfrage sensibel reagiert, war Herr Omura den meisten Medien nur noch eine Agenturmeldung wert. [&hellip;]<br>\nDie Japaner hingegen emp&ouml;ren sich nicht &uuml;ber Tepco und die Atomkraft, sondern &uuml;ber die Regierung, die den Anwohnern der radioaktiv verseuchten Gebiete verbietet, ihre H&auml;user aufzusuchen. Die Gefahr wird kollektiv verdr&auml;ngt. &raquo;Lasst uns gegen das Atomkraftwerk nicht verlieren! Lasst uns gewinnen!&laquo;, lautet der Slogan einer Kampagne in einem Dorf nahe den Ungl&uuml;cksreaktoren. Doch das Dorf ist auf Jahrzehnte nicht mehr bewohnbar, der Kampf l&auml;ngst verloren. Niemand aber darf das zugeben. Wer es doch tut, wie der Regierungschef, wird als Verr&auml;ter beschimpft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/22\/P-Fukushima\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Ein sehr lesenswerter und gleichzeitig &uuml;beraus verst&ouml;render Bericht des Asien-Korrespondenten Georg Blume.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Schlacht der alten M&auml;nner<\/strong><br>\nDie Fifa hat zwei hohe Funktion&auml;re wegen angeblicher Bestechung suspendiert. Doch Ruhe ist nicht eingekehrt: Pr&auml;sident Blatter wird weiter des Stimmenkaufs bezichtigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/sport\/artikel\/1\/die-schlacht-der-alten-maenner\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Analyse: Ungew&ouml;hnliche Demut<\/strong><br>\nF&uuml;r die Verhaftung von Ratko Mladic hat Serbien Anerkennung verdient. Denn man muss zur Kenntnis nehmen, dass Serbien seine Haltung zur Vergangenheit deutlich ge&auml;ndert hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/ungewoehnliche-demut\/-\/1472602\/8501606\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&bdquo;Bis an die Z&auml;hne korrupt&ldquo;<\/strong><br>\nDer letzte deutsche Auslandskorrespondent verl&auml;sst Kabul. Christoph Reuter kritisiert die Regierung Karsai &ndash; und sieht auf Afghanistan noch schwerere Zeiten zukommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/bis-an-die-zaehne-korrupt\/4235940.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Neuausrichtung der Bundeswehr<\/strong><br>\nRede des Bundesministers f&uuml;r Verteidigung am 18. Mai in Berlin:<br>\n&bdquo;Streitkr&auml;fte sind Grundlage des Selbstbehauptungswillens und der Verteidigungsbereitschaft der Nation. Sie wirken mit anderen staatlichen Instrumenten der nationalen Sicherheitsvorsorge zusammen. Streitkr&auml;fte folgen in ihrem Selbstverst&auml;ndnis, ihrer Struktur und Organisation, ihrem Umfang, ihren F&auml;higkeiten und ihrer Ausr&uuml;stung den sich wandelnden Zielen und Interessen der Sicherheitspolitik. Das nennt man kurz gesagt den Primat der Politik&hellip;\n<p>Ich z&auml;hle zu unseren deutschen Sicherheitsinteressen folgendes:<\/p>\n<ul>\n<li>Krisen und Konflikte zu verhindern, vorbeugend einzud&auml;mmen und zu bew&auml;ltigen, die die Sicherheit Deutschlands und seiner Verb&uuml;ndeten beeintr&auml;chtigen;<\/li>\n<li>au&szlig;en- und sicherheitspolitische Positionen nachhaltig und glaubw&uuml;rdig zu vertreten und einzul&ouml;sen;<\/li>\n<li>die transatlantische und europ&auml;ische Sicherheit und Partnerschaft zu st&auml;rken;<\/li>\n<li>f&uuml;r die internationale Geltung der Menschenrechte und der demokratischen Grunds&auml;tze einzutreten, das weltweite Respektieren des V&ouml;lkerrechts zu f&ouml;rdern und die Kluft zwischen armen und reichen Weltregionen zu verringern;<\/li>\n<li>und einen freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien Zugang zur Hohen See und zu nat&uuml;rlichen Ressourcen zu erhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor diesem Hintergrund muss die Bundeswehr k&uuml;nftig in der Lage sein, der Politik ein breites Spektrum an Handlungsoptionen zur Verf&uuml;gung zu stellen&hellip;<br>\nF&uuml;r die Aufgaben der internationalen Konfliktverh&uuml;tung und Krisenbew&auml;ltigung leisten wir durchhaltef&auml;hige Beitr&auml;ge zu b&uuml;ndnisgemeinsamen gro&szlig;en Operationen in bis zu zwei Einsatzgebieten.<br>\nWir leisten Beitr&auml;ge, ich bin jetzt beim level of ambition, f&uuml;r Operationen bis zu zwei Einsatzgebieten. Wir werden auch F&uuml;hrungsverantwortung als Leit- oder Rahmennation in einem dieser gr&ouml;&szlig;eren Einsatzgebiete &uuml;bernehmen k&ouml;nnen&hellip;<br>\nAlle nicht au&szlig;erhalb Deutschlands eingesetzten Kr&auml;fte sch&uuml;tzen die Heimat und unsere B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger oder unterst&uuml;tzen &ndash; gemeinsam mit anderen &ndash; bei schweren Ungl&uuml;cksf&auml;llen und Naturkatastrophen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bmvg.de\/portal\/a\/bmvg\/!ut\/p\/c4\/NYy9DsIwDITfKG5g4GejVEKsLFC2NLEqS41TOW678PAkQtxJN3ynO3hDMbuVRqeU2E3wgt7TedjMENfRZJSVPBrBgLxwINZKcMs_FDBHYsqFZnjWs4DGJ0atqchaF6M4TWLmJDrVZhEpjaEAfWO7trHNX_ZzvPXXw2m3t929fcAc4-ULi81_1g!!\/\">Bundesverteidigungsministerium<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu nochmals meine <a href=\"\/?p=9589#h03\">Anmerkung von gestern<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Linksliberaler Terror<\/strong><br>\nDass Hans-Peter Friedrich ein harter Hund mit weichem Kern ist, war bereits bekannt, als er noch relativ unbekannt war &ndash; ein Proporzminister, der in seiner Zeit als Hinterb&auml;nkler nur durch opportunes Abnicken auf sich aufmerksam machte, kann niemanden &uuml;berraschen. Weicher Kern bedeutet hierbei: mit weichem Inhalt, mit magarineweicher, ja fast fl&uuml;ssiger, verfl&uuml;ssigter Treue zu Werten einer liberalen und aufgekl&auml;rten Gesellschaft, die sich Rechtsstaat schimpft &ndash; und es bedeutet, nach dem, was man so liest (nicht &uuml;ber ihn, sondern von ihm), ganz besonders: die weiche Birne eines Hardliners&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2011\/05\/linksliberaler-terror.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Aufbruch in neue Milieus<\/strong><br>\nT&uuml;bingens Oberb&uuml;rgermeister Boris Palmer stellt in einem Thesenpapier urgr&uuml;ne Forderungen infrage, darunter das Adoptionsrecht f&uuml;r Lesben und Schwule. [&hellip;]<br>\nBei den Gr&uuml;nen ist eine bizarre Debatte dar&uuml;ber ausgebrochen, ob sich die Partei auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft, angesichts von Wahlergebnissen und Umfragewerten jenseits der 20 Prozent, von gr&uuml;nen Kernpositionen verabschieden m&uuml;sse. Angesto&szlig;en hatte diese Diskussion unter anderem Boris Palmer mit einem internen Thesenpapier, das der taz vorliegt.<br>\nDarin schreibt er, dass &ldquo;gr&uuml;nes Wachstum nicht ausschlie&szlig;lich im eigenen Lager m&ouml;glich ist&rdquo;. Seine Partei k&ouml;nne in &ldquo;relevantem Umfang in W&auml;hlerschichten vordringen, die bislang auf Union und FDP festgelegt waren&rdquo;. &ldquo;Das gelingt gewiss nicht durch ein klares linkes Profil&rdquo;, hei&szlig;t es weiter, denn die Fokussierung auf klassisch gr&uuml;ne Themen binde die Kernw&auml;hlerschaft, verschrecke aber Neugr&uuml;ne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/aufbruch-in-neue-milieus\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Tag f&uuml;r Tag sinken die H&uuml;rden f&uuml;r eine schwarz-gr&uuml;ne Koalition auf Bundesebene. Dass die Gr&uuml;nen sich nicht auf &bdquo;ein klares linkes Profil&ldquo;  festlegen wollen, ist jedoch nicht unbedingt neu.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Ein auff&auml;llig dichtes und intransparentes Netzwerk<\/strong><br>\nInterview mit Wilfried Voigt &uuml;ber Jamaika im Saarland, einen gesch&auml;ftst&uuml;chtigen Gr&uuml;nen-Vorsitzenden und dessen Arbeitgeber<br>\nDie Jamaika-Koalition im Saarland ist nicht nur das erste politische B&uuml;ndnis seiner Art in Deutschland, sondern auch das Produkt des hiesigen Gr&uuml;nen-Vorsitzenden Hubert Ulrich, der wiederum mit dem FDP-Politiker und Unternehmer Hartmut Ostermann wirtschaftlich fest verbunden ist. War also Jamaika an der Saar nicht nur eine politische, sondern auch eine &ouml;konomische Erscheinung? Der Journalist Wilfried Voigt hat in diesem Zusammenhang recherchiert und f&ouml;rdert mit seinem Buch Die Jamaika-Clique &ndash; Machtspiele an der Saar Erstaunliches Zutage. Telepolis sprach mit dem W&auml;chterpreistr&auml;ger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34781\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wirtschaft gegen Geheimvertr&auml;ge<\/strong><br>\nDer Deutsche Stifterverband fordert von Firmen eine Ver&ouml;ffentlichungspflicht beim Sponsoring. Geheime Vertr&auml;ge mit Universit&auml;ten soll es nicht mehr geben.<br>\nNach der Kritik an einer umstrittenen Kooperation zwischen der Deutschen Bank und zwei Berliner Spitzenunis hat sich der wirtschaftsnahe Stifterverband f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft f&uuml;r eine k&uuml;nftige Offenlegung von Kooperationsvereinbarungen zwischen Unternehmen und Hochschulen ausgesprochen.<br>\nDass der Stifterverband nun mehr Transparenz fordert, spricht f&uuml;r sich. Der Verband ist ein Zusammenschluss privater Unternehmen, die sich mit einem j&auml;hrlichen Spendenvolumen von 30 Millionen Euro f&uuml;r die F&ouml;rderung der Wissenschaft durch private Mittel einsetzt. Nach Angaben des Verbands geh&ouml;rt die Deutsche Bank zu seinen gr&ouml;&szlig;ten Geldgebern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/bildung\/artikel\/1\/wirtschaft-gegen-geheimvertraege\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es mag gegenintuitiv erscheinen, dass der Stifterverband &ndash; der verl&auml;ngerte Arm der Wirtschaft in die Wissenschaft &ndash; sich f&uuml;r mehr Transparenz ausspricht, aber die Antwort ist trivial: Der Stifterverband in dem viele Unternehmen organisiert sind, f&uuml;rchtet eine Monopolisierung oder Oligopolisierung der Wissenschaft, bei der sich nur noch die wirtschaftlich st&auml;rksten die Wissenschaft aneignen k&ouml;nnen.<\/em><br>\n<em>Das ist &uuml;brigens der Urgrund f&uuml;r eine gesellschaftliche finanzierte Wissenschaft, n&auml;mlich dass Wissen f&uuml;r alle entwickelt wird. <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Atomausstieg; Stuttgart 21; Eurozone: Spanien in der Abw&auml;rtsspirale; Hartz-IV-Reform hat durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nicht reduziert; Nur 8,3 % arme Kinder?; Altersvorsorge Riester-Rente &ndash; Wer blickt da noch durch?; Deutschland droht ein dramatischer &Auml;rztemangel; XXL-Aufschwung geht an B&uuml;rgern vorbei; Nie tariff&auml;hig gewesen; Fukushima &ndash; schon vergessen; Die Schlacht der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9607\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9607","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9607"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9607\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9618,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9607\/revisions\/9618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}