{"id":96096,"date":"2023-04-06T15:12:09","date_gmt":"2023-04-06T13:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96096"},"modified":"2023-04-07T11:32:29","modified_gmt":"2023-04-07T09:32:29","slug":"96096","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96096","title":{"rendered":"\u201eHandwerker-Friedenskongress\u201c: Standing Ovations f\u00fcr Russlandversteherin Gabriele Krone-Schmalz"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Die &sbquo;Handwerker f&uuml;r den Frieden&lsquo; sind eine ganz gro&szlig;e Errungenschaft der Friedensbewegung.&ldquo; Das sagte <a href=\"https:\/\/www.friedenskooperative.de\/referenten\/reiner-braun#block-nodeblock-16951\">Reiner Braun<\/a>, der sich seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik f&uuml;r Frieden engagiert, am Sonntag, 2. April, in Dessau. Dort war er einer der mehr als 200 Teilnehmer des ersten &bdquo;Handwerker-Friedenskongresses&ldquo;. Es handele sich um einen neuen Impuls, der Braun mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Friedensbewegung &uuml;berraschte: &bdquo;Wer erwartet eigentlich schon von den Handwerkern, dass sie sich gegen den gesellschaftlichen Mainstream f&uuml;r den Frieden engagieren?&ldquo; Von <strong>Tilo Gr&auml;ser<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Lesen Sie dazu morgen auf den NachDenkSeiten das gro&szlig;e Interview, das Tilo Gr&auml;ser am Rande der Veranstaltung mit Gabriele Krone-Schmalz f&uuml;hren konnte.<\/em><\/p><p>Es sei kein Zufall, &bdquo;dass das aus dem Osten kommt&ldquo;, sagte Reiner Braun unter Beifall. Er rief dazu auf, sich nicht spalten zu lassen und die Handwerker im Westen zu ermutigen, sich ebenfalls zu engagieren. Er forderte dazu auf, sich &bdquo;gegen alle zu wehren, die uns in irgendeine Ecke stellen wollen&ldquo;. &bdquo;Solidarit&auml;t ist das Gebot der Stunde&ldquo;, sagte er. Auch die weltweiten Demonstrationen gegen die westliche Kriegspolitik und f&uuml;r Frieden seien mutmachend.<\/p><p>Zum Kongress im Technikmuseum &bdquo;Hugo Junkers&ldquo; im sachsen-anhaltinischen Dessau hatte die Initiative &bdquo;<a href=\"https:\/\/handwerker-fuer-den-frieden.de\/\">Handwerker f&uuml;r den Frieden<\/a>&ldquo; eingeladen. Deren Initiator ist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95360\">Karl Kr&ouml;kel<\/a>, der Kreishandwerksmeister Anhalt Dessau-Ro&szlig;lau. Im Juni 2022 hatte er gemeinsam mit anderen Handwerker mit einem Brandbrief gegen die antirussische Sanktionspolitik f&uuml;r Aufsehen gesorgt &ndash; ebenso f&uuml;r viel Zustimmung, wie sich auch an diesem Sonntag zeigte. Deutlich mehr als die erwarteten etwa 150 Menschen waren gekommen, nicht nur wegen des angek&uuml;ndigten Vortrages von Gabriele Krone-Schmalz.<\/p><p><strong>Zuspruch trotz Diffamierung<\/strong><\/p><p>Das Publikum kam aus allen Teilen der Bundesrepublik sowie aus der Schweiz. Es lie&szlig; sich nicht davon abhalten, dass in den regionalen Medien im Vorfeld gegen die Veranstaltung wie schon zuvor gegen die Initiative gehetzt wurde, wie Kr&ouml;kel zu Beginn berichtete. Auch das in rein privater Regie und ehrenamtlich betriebene <a href=\"https:\/\/technikmuseum-dessau.org\/\">Technikmuseum<\/a>, vor dem unter anderem einstige Verkehrs- und Kampfflugzeuge stehen und das Nachbauten und Originale der Junkers-Flugzeuge wie die legend&auml;ren Ju-52 und F-13 beherbergt, lie&szlig; sich nicht abschrecken. Es stellte seine Halle und die R&auml;ume f&uuml;r den Kongress mit seinen Foren und Gespr&auml;chsrunden bereit. <\/p><p>&bdquo;Glauben Sie nicht alles, was &uuml;ber unsere Veranstaltung in der Zeitung stand&ldquo;, sagte Kreishandwerksmeister Kr&ouml;kel, als er den Kongress er&ouml;ffnete. Dabei hatte er unter anderem mit Blick auf die Sanktionsfolgen die Motive der Initiative erkl&auml;rt: &bdquo;Anders als die Gro&szlig;konzerne ist das Handwerk darauf angewiesen, dass in Deutschland produziert und konsumiert wird. Das Handwerk kann nicht einmal locker, wie die Gro&szlig;konzerne es derzeit vormachen, den Standort in die USA oder andere Orte wechseln, wo aufgrund billiger Energie die Produktionskosten geringer sind. Wir  ben&ouml;tigen ein breites B&uuml;ndnis von Arbeitnehmern und Handwerk, um den Produktionsstandort zu erhalten und die Kaufkraft der Bev&ouml;lkerung aufrechtzuerhalten.&ldquo;<\/p><p>Auch Kr&ouml;kel erlebte schon Ausgrenzung und Diffamierung, seit er sich im Juni mit anderen Handwerkskollegen zu Wort meldete. &bdquo;Wenn ich zum Beispiel in einem Krieg f&uuml;r den Frieden bin, dann muss ich mir nicht von irgendjemandem erz&auml;hlen lassen, der noch nie sein gesch&uuml;tztes B&uuml;ro und seinen Bildschirm verlassen hat, ich sei ein &sbquo;Diener des B&ouml;sen&lsquo;.&ldquo; Ihm und seinen Mitstreitern w&uuml;rden falsche Aussagen zugeschrieben, &bdquo;um daraus ein Stimmungsbild zu erzeugen&ldquo;. Aber die Informationsverweigerung habe &bdquo;nicht ganze Arbeit leisten k&ouml;nnen&ldquo;, wie die anwachsende Friedensbewegung zeige. <\/p><p>Kr&ouml;kels Mahnung zu den Medien best&auml;tigte ein Beispiel, von dem Norbert Fischer, Kreishandwerksmeister Oberhavel, in der abschlie&szlig;enden Podiumsdiskussion berichtete. Die lokale &bdquo;M&auml;rkische Oder-Zeitung&ldquo; (MOZ) habe im Herbst letzten Jahres &uuml;ber angebliche Aussagen von ihm berichtet und ihn in die politisch rechte Ecke gestellt. Dabei habe der Redakteur nie mit ihm gesprochen, so Fischer. Die Folge: &bdquo;Ich war niedergemacht worden, ohne dass ich schon ein Wort gesagt hatte. Ich hatte &uuml;berhaupt nicht mit denen gesprochen.&ldquo; Und: Seine Handwerkskollegen bestellten die Zeitung ab. Das empfahl Fischer allen anderen als Reaktion auf die einseitige und verf&auml;lschende Medienberichterstattung.<\/p><p><strong>Verlust an Glaubw&uuml;rdigkeit<\/strong><\/p><p>Das Beispiel illustrierte auch, was die Journalistin und Publizistin Gabriele Krone-Schmalz zuvor in ihrer Er&ouml;ffnungsrede zum Thema Medien gesagt hatte. Diese verlieren zunehmend an Glaubw&uuml;rdigkeit, &bdquo;wenn sich weite Teile der Bev&ouml;lkerung in der Mitte der Gesellschaft nicht mehr wiederfinden, sondern im Gegenteil ausgegrenzt und diffamiert werden, nur weil sie nicht bereit sind, kritiklos einer ausgegebenen politischen Linie zu folgen&ldquo;. Das gelte auch grunds&auml;tzlich f&uuml;r die Demokratie und die Politik, die sich auf Werte beruft. <\/p><p>Die Autorin solcher B&uuml;cher wie &bdquo;Russland verstehen &ndash; Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens&ldquo; und &bdquo;Eiszeit &ndash; Wie Russland d&auml;monisiert wird und warum das so gef&auml;hrlich ist&ldquo; erlebt derzeit selbst Ausgrenzung und Diffamierung. Sie wundere sich, dass der Begriff &bdquo;Russlandversteher&ldquo; inzwischen negativ verstanden werde, sagte sie im Interview am Rande der Veranstaltung. Doch davon l&auml;sst sie sich nicht einsch&uuml;chtern, wie sie in Dessau bewies. <\/p><p>Aus ihrer Sicht sollte selbstverst&auml;ndlich sein, &bdquo;dass Journalisten einen Sachverhalt von allen m&ouml;glichen Seiten beleuchten, unabh&auml;ngig davon, wie sie selbst dazu stehen. Selbstverst&auml;ndlich sollte sein, dass sie sich in der Berichterstattung &uuml;ber einen Meinungsstreit nicht auf eine Seite stellen und das dann mit &sbquo;Haltung zeigen&lsquo; feiern, was angeblich politisch f&uuml;r den Fortbestand der Demokratie so wichtig ist.&ldquo;<\/p><p><strong>&bdquo;Wehret den Anf&auml;ngen!&ldquo;<\/strong><\/p><p>Sie berichtete von einer pr&auml;gnanten Aussage, die ihr k&uuml;rzlich jemand geschrieben habe: &bdquo;Demokratischer Konsens ist die Vorstufe zum Faschismus, egal welcher Art!&ldquo; Und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Ich habe zweimal dr&uuml;ber nachdenken m&uuml;ssen, weil ich bei Konsens zun&auml;chst an Kompromiss gedacht habe. Aber das ist nat&uuml;rlich etwas anderes. Ein so demokratischer Konsens ist die Vorstufe zum Faschismus, egal welcher Art! Und wie hie&szlig; es sp&auml;ter: Wehret den Anf&auml;ngen!&ldquo;<\/p><p>Sie habe es nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, &bdquo;dass Begriffe wie Kriegswirtschaft, Kriegsmentalit&auml;t, Kriegsm&uuml;digkeit in unserem Lande mal eine aktuelle Rolle spielen. &Uuml;berhaupt, was f&uuml;r eine perverse Bezeichnung: Kriegsm&uuml;digkeit.&ldquo; Das zeige sehr deutlich, &bdquo;dass Frieden eben keine Selbstverst&auml;ndlichkeit ist, sondern harte Arbeit, in der man nicht nachlassen darf&ldquo;. Und weil diese Erkenntnis der politischen F&uuml;hrungsebene verlorengegangen sei, &bdquo;braucht es Initiativen wie die Ihre, um darauf aufmerksam zu machen&ldquo;, sagte sie den Organisatoren.<\/p><p>Daf&uuml;r bekam sie deutlichen Beifall, ebenso f&uuml;r ihre Kritik an der westlichen Politik gegen&uuml;ber Russland ebenso wie an der antirussischen Stimmungsmache hierzulande. Dabei betonte sie: &bdquo;Ich denke, es wird hier kaum jemanden geben, der den russischen Angriff auf die Ukraine nicht verurteilt. Aber bei dieser Erkenntnis stehenzubleiben und die Vorgeschichte komplett auszublenden und sich mit Begriffen wie Gerechtigkeit und Strafe auf einen moralischen Thron zur&uuml;ckzuziehen, von dem aus es keine Gnade f&uuml;r Verbrecher geben kann, das ist meines Erachtens eine Bankrotterkl&auml;rung von Politik.&ldquo;<\/p><p><strong>Kleiner Schritt zur Kriegsbereitschaft<\/strong><\/p><p>Sie ging in ihrer Rede ausf&uuml;hrlich auf die Vorgeschichte des Ukraine-Konfliktes ein, die aus ihrer Sicht mit dem Untergang der Sowjetunion 1991 begann. Denn wer die gegenw&auml;rtigen Ereignisse verstehen wolle, m&uuml;sse Vergangenes &bdquo;wenigstens ansatzweise kennen&ldquo;. Die Entwicklung des Konfliktes in und um die Ukraine zeige, &bdquo;wie wichtig Chronologien sind und wie fatal es ist, wenn man Ursache und Wirkung verwechselt&ldquo;. Ihre These: &bdquo;W&auml;re Putin in seiner ersten und zweiten Amtszeit vom Westen respektiert und unterst&uuml;tzt worden, w&auml;ren seine Angebote ernstgenommen worden, h&auml;tte sich die russische Gesellschaft ganz anders entwickeln k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p><p>Es r&auml;che sich fr&uuml;her oder sp&auml;ter, &bdquo;wenn man sich nur auf die eigenen Denkmuster verl&auml;sst und sich den Perspektivwechsel aus ideologischen oder welchen Gr&uuml;nden auch immer verweigert&ldquo;, stellte die Publizistin klar. Sie sprach sich f&uuml;r eine Politik aus, die Verhandlungen und Diplomatie h&ouml;her bewertet als Waffenlieferungen. Der EU warf sie vor, mit &bdquo;unverhohlener Kriegsrhetorik&ldquo; zur Eskalation beizutragen. &bdquo;Niemand sollte untersch&auml;tzen, wie klein der Schritt von solcher Kriegsrhetorik zur Kriegsbereitschaft ist.&ldquo;<\/p><p>Sie zitierte die k&uuml;rzlich verstorbene Antje Vollmer: &bdquo;Wir m&uuml;ssen Hass und Krieg verlernen.&ldquo; Und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Dazu kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Das ist n&auml;mlich gelebte Demokratie, in der Werte und Moral nicht beliebig zurechtgebogen werden.&ldquo; Mit stehendem Beifall dankten die mehr als 200 Kongressteilnehmer der Russlandversteherin und -erkl&auml;rerin. Und eine lange Schlange bildete sich, als Krone-Schmalz in der Kongress-Pause ihre B&uuml;cher signierte. Die sind wieder erh&auml;ltlich, wenn auch nicht im Buchhandel, und k&ouml;nnen &uuml;ber ihre <a href=\"http:\/\/www.krone-schmalz.de\/\">Webseite<\/a> direkt bei ihr bestellt werden.<\/p><p><strong>Frieden und Umwelt gemeinsam sichern<\/strong><\/p><p>Der Physiker und Konfliktforscher J&uuml;rgen Scheffran gab danach einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Folgen der Kriege f&uuml;r die Umwelt. Dabei blickte er nicht nur auf den aktuellen in der Ukraine, sondern ebenso auf jenen in Syrien, den im Irak und anderswo. Alle Kriege in der Menschheitsgeschichte h&auml;tten massive Sch&auml;den verursacht. &bdquo;Es wurden sogar und explizit biologische und chemische Kriegsf&uuml;hrung betrieben und eingesetzt, bis hin zur nuklearen Kriegsf&uuml;hrung, die besonders sch&auml;dlich f&uuml;r die Umwelt ist&ldquo;, erinnerte Scheffran an das 20. Jahrhundert.<\/p><p>Milit&auml;r und Krieg seien die gr&ouml;&szlig;ten Umweltzerst&ouml;rer und Klimasch&auml;diger. Er sprach sich daf&uuml;r aus, das angesichts der nicht minder starken Folgen der Klimakrise, die Konflikte und Kriege hervorrufe, die Umwelt- und die Friedensbewegung zusammenarbeiten. &bdquo;Man kann Klimaschutz als Beitrag zur Friedenssicherung ansehen und man kann Friedenssicherung als Beitrag zum Klimaschutz ansehen. Die beiden k&ouml;nnen sich gegenseitig positiv verst&auml;rken.&ldquo; Es gehe darum, den Teufelskreis aus Umweltzerst&ouml;rung, Unterentwicklung und Gewaltkonflikten umzukehren. So k&ouml;nnen aus Sicht von Scheffran das Ziel von Frieden und nachhaltiger Entwicklung erreicht werden.<\/p><p>In drei folgenden Foren diskutierten die Kongressteilnehmer &uuml;ber die Gefahr der Selbstvernichtung durch die Konfrontation zwischen Nato und Russland, die Notwendigkeit und die Perspektiven f&uuml;r eine neue europ&auml;ische Sicherheitsarchitektur sowie &uuml;ber die Folgen des westlichen Wirtschaftskrieges gegen Russland. Daran nahmen auch die Journalistin und Friedensaktivistin Christiane Reymann und der Friedensaktivist Reiner Braun teil. Dabei kam immer wieder zur Sprache, dass es wichtig sei, dass die verschiedenen gesellschaftlichen Kr&auml;fte sich gemeinsam f&uuml;r Frieden einsetzen. <\/p><p>Zudem wurde beklagt, dass die etablierten Medien nicht auf der Seite derjenigen seien, die sich f&uuml;r Frieden und das Ende des Krieges engagieren. Das gelte ebenso f&uuml;r die Parteien und die Gewerkschaften. &bdquo;Lasst uns nicht spalten!&ldquo;, forderte ein Teilnehmer. &bdquo;Lasst uns gemeinsam das machen!&ldquo; Ein anderer benannte den klaren Grundgedanken: &bdquo;Wir wollen Frieden! Punkt. Ende. Aus.&ldquo;<\/p><p><strong>Massive Folgen der Sanktionspolitik<\/strong><\/p><p>Das wurde auch nochmal in der abschlie&szlig;enden Podiumsdiskussion deutlich. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95274\">Peggy Lindemann<\/a>, Mitarbeiterin der Raffinerie PCK Schwedt, berichtete von den Folgen der Sanktionen gegen Russland. Die Raffinerie und mit ihr Tausende direkt und indirekt Besch&auml;ftigte stehen vor dem Aus, weil die Bundesregierung den &Ouml;l-Hahn der Pipeline abgedreht hat, um Russland zu schaden. Die verantwortlichen Politiker wissen anscheinend nicht, was sie tun. Das zeigte sich auch am kleinen Detail, dass nach Lindemanns Worten Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Besuch in der &Ouml;l-Raffinerie in Schwedt im September 2022 immer wieder &uuml;ber Gas-Lieferungen sprach.<\/p><p>Klaus-Lothar Bebber, Obermeister der KfZ-Innung Dessau, berichtete, dass die Handwerkskammern bis zur Bundesebene offiziell die Sanktionspolitik richtig finden &ndash; trotz der offensichtlichen Folgen f&uuml;r die Handwerksbetriebe. Das best&auml;tigte unter anderem Kreishandwerksmeister Fischer auf der Podiumsb&uuml;hne in Dessau. Deshalb w&uuml;rden sie sich selbst organisieren, auch wenn die etablierten Medien ihren Protest verschweigen oder diffamieren. <\/p><p>Handwerker seien f&uuml;r Au&szlig;enstehende schwer einzuordnen und w&uuml;rden eine gewisse Neutralit&auml;t genie&szlig;en. Das beschrieb Mario Bayer vom Landesinnungsverband (LIV) der Dachdecker Brandenburg als Vorteil. &bdquo;Das macht es dem Staat nicht gerade einfach: Je mehr Handwerker auf die Stra&szlig;e gehen, die weder in die so bequeme rechte oder &sbquo;Querdenker&lsquo;-Szene oder andere gesteckt werden k&ouml;nnen, desto weniger kann behauptet werden, dass nicht richtig ist, was sie machen.&ldquo; Er f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Das Problem f&uuml;r den Staat wird gr&ouml;&szlig;er.&ldquo;<\/p><p>Zugleich wurde immer wieder deutlich, dass wie in der gesamten Bev&ouml;lkerung auch unter den Handwerkern viele sich aus verschiedenen Gr&uuml;nden nicht trauen, offen ihre Meinung gegen die deutsche Kriegs- und Sanktionspolitik zum Ausdruck zu bringen. Das berichtete unter anderem Christian Lellau, Obermeister der Bauinnung Harz-Bode. Er sei allein nach Dessau gekommen, um Gleichgesinnte zu treffen und Netzwerke zu kn&uuml;pfen, wie er im Gespr&auml;ch sagte.<\/p><p><strong>Zunehmende Vernetzung<\/strong><\/p><p>&bdquo;Was Mut macht, ist, hier zu sein&ldquo;, sagte Friedensaktivist Braun auf eine Frage von Moderatorin Mona Aranea in der Abschlussdiskussion. W&auml;hrend des Kongresses wurde f&uuml;r die mehr als 100 Osterm&auml;rsche in den verschiedenen Regionen der Bundesrepublik geworben. Die Termine und Orte sind auf der <a href=\"https:\/\/www.friedenskooperative.de\/ostermarsch-2023\/termine#block-nodeblock-16951\">Webseite<\/a> des &bdquo;Netzwerkes Friedenskooperative&ldquo; zu finden.<\/p><p>F&uuml;r Initiator Kr&ouml;kel war der erste &bdquo;Handwerker-Friedenskongress&ldquo; in Dessau ein gro&szlig;er Erfolg, wie er auf Nachfrage sagte. Das gelte nicht nur wegen der nicht erwarteten hohen Teilnehmerzahl, sondern auch wegen der neuen Kontakte zu Handwerkern aus anderen Regionen. Die w&uuml;rden ebenfalls &auml;hnliche Veranstaltungen organisieren und ihn einladen. Es komme zu einer zunehmenden Vernetzung auch mit anderen Protestbewegungen wie &bdquo;Stopp Ramstein&ldquo;, &bdquo;Rettet die Industrie&ldquo; und &bdquo;Nord Stream 2 statt Ruin&ldquo;, berichtete Kr&ouml;kel.<\/p><p>Titelbild: &copy; Eva Peli<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Die &sbquo;Handwerker f&uuml;r den Frieden&lsquo; sind eine ganz gro&szlig;e Errungenschaft der Friedensbewegung.&ldquo; Das sagte <a href=\"https:\/\/www.friedenskooperative.de\/referenten\/reiner-braun#block-nodeblock-16951\">Reiner Braun<\/a>, der sich seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik f&uuml;r Frieden engagiert, am Sonntag, 2. April, in Dessau. Dort war er einer der mehr als 200 Teilnehmer des ersten &bdquo;Handwerker-Friedenskongresses&ldquo;. 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