{"id":9614,"date":"2011-05-31T09:19:01","date_gmt":"2011-05-31T07:19:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9614"},"modified":"2014-09-01T10:58:16","modified_gmt":"2014-09-01T08:58:16","slug":"milliarden-subventionen-ohne-gegenleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9614","title":{"rendered":"Milliarden-Subventionen ohne Gegenleistung"},"content":{"rendered":"<p>Das &bdquo;Maritime B&uuml;ndnis&ldquo; zwischen der Bundesregierung und den deutschen Reedern wurde an diesem Wochenende von den Reedern einseitig <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:billigflaggenstaaten-reeder-meutern-gegen-regierung\/60058496.html\">aufgek&uuml;ndigt<\/a>. Als Gegenleistung f&uuml;r milliardenschwere Subventionen hatten sich die Reeder <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34094\/34094_2.pdf\">verpflichtet [PDF &ndash; 197 KB]<\/a>, mindestens 600 Schiffe unter deutscher Flagge fahren zu lassen und somit die Ausbildung des inl&auml;ndischen nautischen Personals zu gew&auml;hrleisten. Da die Reeder sich nicht an ihre Zusagen gehalten haben, l&auml;sst Berlin in diesem Kalenderjahr die Lohnkostenzusch&uuml;sse f&uuml;r Schiffe unter deutscher Flagge auslaufen. F&uuml;r die Reeder ist dies jedoch zu verschmerzen, solange nicht eine andere, wesentlich gr&ouml;&szlig;ere, Subvention auf die Liste der Einsparungen gesetzt wird &ndash; die unter Rot-Gr&uuml;n eingef&uuml;hrte <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/estg\/__5a.html\">Tonnagesteuer<\/a>, die de facto eher eine Steuerbefreiung f&uuml;r die gesamte Branche darstellt. Statt einzulenken, gehen die Reeder jedoch zum Frontalangriff &uuml;ber und k&uuml;ndigten am gestrigen Montag an, nun auch die letzten unter deutscher Flagge fahrenden Schiffe auszuflaggen. Wie lange will sich Berlin noch auf der Nase herumtanzen lassen? Von Jens Berger<br>\n<!--more--><\/p><p>Die deutsche Handelsflotte schrumpft von Jahr zu Jahr, zugleich explodiert jedoch die Zahl der Schiffe, die im deutschen Schifffahrtsregister gef&uuml;hrt werden. Die Flotte der  deutschen Reedereien geh&ouml;rt mittlerweile zu den gr&ouml;&szlig;ten der Welt &ndash; mit stark steigender Tendenz. Dieser vordergr&uuml;ndige Widerspruch l&auml;sst sich jedoch schnell aufkl&auml;ren: Mehr als 3.000 der momentan rund 3.600 Schiffe in deutschem Besitz fahren nicht unter der deutschen Flagge, sondern unter der Flagge eines fremden Landes. Meist sind dies ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte &bdquo;Bananenrepubliken&ldquo; aus der Dritten Welt. So fuhren im Jahre 2008 933 Schiffe deutscher Reeder unter der Flagge Antiguas und 811 Schiffe unter der Flagge Liberias. Es muss sich jedoch kein Reeder auf die Karibikinsel Antigua oder ins b&uuml;rgerkriegsgeplagte und AIDS-verseuchte Monrovia begeben, um sein Schiff auszuflaggen. Das <a href=\"http:\/\/antigua.ezapf.de\/\">Schifffahrtsregister Antiguas<\/a> ist im nieders&auml;chsischen Oldenburg beheimatet, das <a href=\"http:\/\/www.liscr.com\/liscr\/\">liberianische Schifffahrtsregister<\/a> residiert in Reston, im US-Staat Virginia. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/reeder03_640.png\" alt=\"Schiffe deutscher Reedereien\"><\/p><p><strong>Versprochen, gebrochen<\/strong><\/p><p>Der Startschuss f&uuml;r das goldene Zeitalter der deutschen Reeder fiel im Jahre 1999. Damals gab die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung den Lobbyforderungen der Reeder nach, indem sie die Tonnagesteuer einf&uuml;hrte. Bei der Tonnagesteuer entf&auml;llt die Besteuerung auf die tats&auml;chlichen Gewinne aus dem Reedereigesch&auml;ft und wird durch eine &ndash; l&auml;cherlich geringe &ndash; Pauschalsteuer <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2007\/erste5116.pdf\">ersetzt [PDF &ndash; 51.6 KB]<\/a>, die sich auf die Tonnage der Schiffe bezieht. Anbieter von Schiffsfonds <a href=\"http:\/\/www.geschlossener-fonds.net\/tonnagesteuer.html\">sprechen<\/a> &ndash; vollkommen zurecht &ndash; in diesem Zusammenhang von Aussch&uuml;ttungen, die &bdquo;so gut wie steuerfrei&ldquo; sind. Da die Flotte der deutschen Reeder zum Gro&szlig;teil nicht den Reedern, sondern verm&ouml;genden Investoren geh&ouml;rt, die sich &uuml;ber geschlossene Fonds an Schiffen beteiligen, stellt die Tonnagesteuer de facto eine teilweise Steuerbefreiung f&uuml;r einige wenige sehr reiche B&uuml;rger dar. Da diese Einnahmen eigentlich zum regul&auml;ren Einkommenssteuersatz oder zumindest in H&ouml;he der Kapitalertragssteuer versteuert werden m&uuml;ssten, entgehen dem Staat durch diese Subvention, je nach konjunktureller Lage, j&auml;hrlich bis zu eine Milliarde Euro. <\/p><p>Als Gegenleistung f&uuml;r dieses au&szlig;ergew&ouml;hnliche Geschenk hatten sich die deutschen Reeder verpflichtet, einen Teil ihrer Flotte unter deutscher Flagge fahren zu lassen. Bis Ende 2010 sollten wieder 600 Schiffe, die im internationalen Seehandel eingesetzt werden, unter deutscher Flagge fahren. Am 31. 10. 2010 <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/043\/1704375.pdf\">fuhren [PDF &ndash; 360 KB]<\/a> jedoch insgesamt nur 439 Schiffe, die diese Voraussetzungen erf&uuml;llten, unter deutscher Flagge. Dass die deutschen Reeder nie ernsthaft geplant haben, ihr Versprechen einzuhalten, zeigt bereits die Entwicklung der Ausflaggung &ndash; seit 2008 nimmt die Zahl der unter deutscher Flaggen fahrenden Schiffe auch absolut ab. Die Zahl der ausgeflaggten Schiffe steigt im Gegenzug seit 1999 rapide, die Gesamttonnage dieser Schiffe hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verzehnfacht. Wenn der Pr&auml;sident des Verbands Deutscher Reeder (VDR) Behrendt nun zu Protokoll <a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/fnp\/print_rmn01.c.8937081.de.htm\">gibt<\/a> &bdquo;wir haben Wort gehalten&ldquo;, so ist dies die Unwahrheit. Und wenn nun f&uuml;hrende deutsche Reedereien ank&uuml;ndigen, aufgrund der auslaufenden Personalkostensubventionen auch ihre verbliebenen deutschen Schiffe auszuflaggen, so ist dies eine Verh&ouml;hnung der Politik.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/reeder04_640.png\" alt=\"Tonnage deutscher Reedereien\"><\/p><p><strong>Ausflaggung &uuml;ber Bareboat-Charter<\/strong><\/p><p>Nach dem Seerechts&uuml;bereinkommen der Vereinten Nationen und dem deutschen Flaggenrecht ist nur ein Schiff, das unter deutscher Flagge f&auml;hrt, ein deutsches Schiff. Die Vorteile dieser Ausflaggung nutzt der deutsche Reeder nat&uuml;rlich gerne. Wo die deutschen Gesetze nicht gelten, m&uuml;ssen die Seeleute auch nicht nach deutschen oder europ&auml;ischen Tarifvertr&auml;gen bezahlt werden, es entf&auml;llt die Sozialversicherungspflicht, und s&auml;mtliche europ&auml;ischen Arbeitnehmerschutzrechte sind ebenso au&szlig;er Kraft gesetzt wie europ&auml;ische Steuer- und Sicherheitsgesetze.<\/p><p>Auch wenn die Ausflaggung deutscher Schiffe g&auml;ngige Praxis ist, so hei&szlig;t dies nicht, dass sie damit auch legal ist. Das Seerechts&uuml;bereinkommen der Vereinten Nationen sieht vor, dass jedes Schiff in dem Staat registriert sein muss, von dessen Hoheitsgebiet aus es betrieben wird. Um die offensichtliche Verletzung des Seev&ouml;lkerrechts zu umgehen, nutzen die Reeder mit tatkr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung des Bundesverkehrsministeriums eine &bdquo;Gesetzesl&uuml;cke&ldquo;, die aus Zeiten stammt, in denen es den deutschen Reedern tats&auml;chlich nicht gut ging.<\/p><p>Paragraph 7 des <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/flaggrg\/BJNR000790951.html\">Flaggenrechtsgesetzes<\/a> gestattet eine auf maximal zwei Jahre befristete Ausflaggung, wenn das Schiff an einen ausl&auml;ndischen Betreiber verliehen wird. Diese &ldquo;Bareboat-Charter&rdquo; ist jedoch als Ausnahmeregelung f&uuml;r wirtschaftlich angeschlagene Reedereien gedacht. Wie man die Versprechen der Schiffsfonds, die oft mehr als 20% Rendite in Aussicht stellen, mit einer wirtschaftlichen Notlage vereinbaren will, ist wohl das Geheimnis der Reeder. Das Bundesverkehrsministerium dr&uuml;ckt hier beide Augen zu. Die Bareboat-Charter ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel &ndash; in den letzten Jahren wurde kein einziger diesbez&uuml;glicher Antrag einer deutschen Reederei abgelehnt.<\/p><p>W&auml;hrend das Seerechts&uuml;bereinkommen unmissverst&auml;ndlich festlegt, dass ein Schiff, das per Bareboat-Charter ausgeflaggt wird, auch vom Hoheitsgebiet des neuen Flaggenstaats aus betrieben werden muss, belegt die deutsche Rechtspraxis, dass hierzulande das exakte Gegenteil vorliegt. So <a href=\"http:\/\/www.jusmeum.de\/urteile\/fg_schleswig-holstein\/bccfe0126322e876c0ec64f1095fd3fad2b6b0723ff5fe2dc81d55cb63291ba7\">entschied<\/a> beispielweise das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht in einem Fall, in dem das Finanzamt einem Reeder die Tonnagesteuer nicht zuerkennen wollte, dass bei einem Bareboat-Chartervertrag die Bereederung de facto im Inland stattfindet und man bei einem solchen Vertrag nicht davon ausgehen kann, dass er seitens des deutschen Reeders auch eingehalten wird. Wenn man dieses Urteil w&ouml;rtlich nimmt, entf&auml;llt auch die Grundlage der Ausflaggung nach &sect;7 des Flaggenrechtsgesetzes.<\/p><p>Noch eindeutiger ist hier die Rechtsauffassung der deutschen Finanzbeh&ouml;rden. So m&uuml;ssen beispielweise deutsche Seeleute, die auf einem ausgeflaggten Schiff ihren Dienst tun, ihr Einkommen nach deutschem Gesetz versteuern. Es ist schon sehr bemerkenswert, dass diese Argumentation zwar bei den Kleinen knallhart angewendet wird, die Gro&szlig;en jedoch mit fadenscheinigen Konstrukten durchkommen. Deutsche Finanz&auml;mter sehen in der Bareboat-Charter ein &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsshoprod.psml?pid=Dokumentanzeige&amp;showdoccase=1&amp;js_peid=Trefferliste&amp;documentnumber=1&amp;numberofresults=9&amp;fromdoctodoc=yes&amp;doc.id=STRE201070521%3Ajuris-r02&amp;doc.part=L&amp;doc.price=0.0&amp;doc.hl=1\">offensichtliches Scheingesch&auml;ft<\/a>&ldquo; . Scheingesch&auml;fte sind nach &sect; 117 BGB nichtig. Die Praxis der Bareboat-Charter &uuml;ber Briefkastenfirmen und exotische Schiffsregister ist zweifelsohne ein Scheingesch&auml;ft, dessen einziger Zweck die Umgehung von Gesetzen ist. Demnach m&uuml;sste die Praxis der Ausflaggung nach deutschem Gesetz eindeutig illegal sein.<\/p><p><strong>Die Gesetze m&uuml;ssten nur angewandt werden<\/strong><\/p><p>Wenn die Bundesregierung also die richtigen Schl&uuml;sse aus der einseitigen K&uuml;ndigung des &bdquo;Maritimen B&uuml;ndnisses&ldquo; durch die Reeder ziehen wollte, h&auml;tte sie gleich mehrere M&ouml;glichkeiten, dies auf legale Weise zu tun. W&uuml;rde das Bundesverkehrsministerium beispielsweise k&uuml;nftig alle Antr&auml;ge auf zeitweilige Ausflaggung ernsthaft &uuml;berpr&uuml;fen, w&auml;re dies das Ende der Ausflaggungspraxis, da kaum eine Reederei die strengen Anforderungen der geltenden Gesetze erf&uuml;llt.<\/p><p>Noch wichtiger als die &bdquo;Repatriierung&ldquo; der deutschen Handelsflotte ist jedoch die Aufhebung der milliardenschweren Subventionen durch die Tonnagesteuer. Es ist nicht hinnehmbar, dass ein paar Dutzend millionenschwere Reeder und einige Tausend reiche &bdquo;Investoren&ldquo; durch eine mehr als gro&szlig;z&uuml;gige Ausnahmeregelung f&uuml;r ihre Eink&uuml;nfte beinahe keine Steuern zahlen m&uuml;ssen. Auch deutsche Reeder nutzen die steuerfinanzierten Vorz&uuml;ge eines modernen Staates &ndash; sie fahren auf meist gut ausgebauten Stra&szlig;en, ihr Hab und Gut wird durch Polizei und Justiz gesch&uuml;tzt, sie werden in immer noch recht ordentlichen Kliniken behandelt und ihre Kinder k&ouml;nnen auf vergleichsweise gute Schulen gehen. All dies muss jedoch auch bezahlt werden, auch von gut verdienenden Reedern.<\/p><p><strong>Merkels Kotau<\/strong><\/p><p>Die Dreistigkeit der Reeder wurde erwartungsgem&auml;&szlig; von Erfolg gekr&ouml;nt. Ohne Not und ohne echten Grund <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31151\/schifffahrt-merkel-will-tonnagesteuer-erhalten-30390307.html\">hat sich<\/a> die Kanzlerin an diesem Wochenende bereiterkl&auml;rt, die milliardenschwere Subventionierung &uuml;ber die Tonnagesteuer auch k&uuml;nftig unangetastet zu lassen. Im Vergleich zu diesem gro&szlig;z&uuml;gigen Kotau vor der Lobby spielen die auslaufenden Lohnbezuschussungen, die in der Summe rund 50 Millionen Euro pro Jahr betragen, kaum eine Rolle. Die bisherige Subventionierungspraxis war bereits umstritten, konnte jedoch durch die explizite Zusage der Reeder, ihre Schiffe zum Teil unter deutscher Flagge fahren zu lassen, zumindest im Ansatz begr&uuml;ndet werden. Diese Begr&uuml;ndung f&auml;llt nun ersatzlos weg. Den Milliardensubventionen steht keine &ndash; auch noch so kleine &ndash; Gegenleistung f&uuml;r die Gesellschaft gegen&uuml;ber. <\/p><p><strong>Problemfall EU<\/strong><\/p><p>Ungerechtfertigte Subventionen f&uuml;r heimische Betriebe sind normalerweise stets ein Fall, bei dem die EU-Wettbewerbskommission t&auml;tig wird. Bei der Subventionierung der deutschen Reeder wurden jedoch &uuml;ber mehr als ein Jahrzehnt beide Augen zugedr&uuml;ckt. Mehr noch, durch die Novellierung im Jahre 2004 wurde die EU-Richtlinie f&uuml;r die Beihilferegelung im Schifffahrtswesen sogar massiv aufgeweicht. Die deutsche Subventionierungspraxis <a href=\"http:\/\/www.billigflaggenkampagne.de\/user\/file\/schifffahrt\/schifffahrt0407.pdf\">verst&ouml;&szlig;t [PDF &ndash; 847 KB]<\/a> jedoch immer noch selbst gegen die aufgeweichten EU-Richtlinien. Beispielsweise ist es laut EU nicht gestattet, Reedereien, die mehr als 40% ihre Tonnage in au&szlig;ereurop&auml;ische Staaten ausgeflaggt haben, durch besondere Steuervorteile wie die Tonnagesteuer zu subventionieren.<\/p><p>Im Jahre 2008 entfiel 72% der Gesamttonnage deutscher Reedereien auf Schiffe au&szlig;ereurop&auml;ischer L&auml;nder. Nur 10% der Schiffe <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/maritimeaffairs\/pdf\/events\/emd\/presentations\/etf_en.pdf\">fuhren [PDF &ndash; 91.5 KB]<\/a> unter der Flagge anderer EU-Staaten &ndash; selbstverst&auml;ndlich nicht unter der Flagge von Staaten wie Schweden, D&auml;nemark oder den Niederlanden, sondern nahezu ausschlie&szlig;lich unter der Flagge von EU-Steueroasen wie Gibraltar (121 Schiffe), Malta (95 Schiffe) oder Zypern (132 Schiffe). In der Praxis gibt es sogar Reeder, deren Schiffe ausschlie&szlig;lich unter au&szlig;ereurop&auml;ischen Billigflaggen fahren und die dennoch ihre Gewinne &uuml;ber die Tonnagesteuer abrechnen d&uuml;rfen. Die ist ein klarer Versto&szlig; gegen europ&auml;ische Gesetze. <\/p><p>Der Deutsche Bundestag hat am 21. Juni 2007 <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btp\/16\/16105.pdf\">beschlossen [PDF &ndash; 2.2 MB]<\/a>, dass sich die R&uuml;ckflaggungen im Rahmen des &bdquo;Maritimen B&uuml;ndnisses&ldquo; an den Leitlinien der Europ&auml;ischen Union auszurichten haben. Bis heute ist jedoch nichts geschehen. Es ist jedoch nicht nur die Lobby der Reeder, die f&uuml;r diese &bdquo;Unt&auml;tigkeit&ldquo; verantwortlich ist. Wie die Bundesregierung selbst <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/043\/1704375.pdf\">zugibt [PDF &ndash; 360 KB]<\/a>, geht es bei der Frage der Tonnagesteuer &bdquo;insbesondere [auch] um die maritimen Finanzdienstleister wie die Schiffskreditbanken, die Emissionsh&auml;user etc.&ldquo; &ndash; zu nennen w&auml;ren in dieser Aufz&auml;hlung freilich noch die Investoren, die der Tonnagesteuer Steuererleichterungen in Milliardenh&ouml;he verdanken. Die Reeder wissen nat&uuml;rlich, dass sie mit einer derart starken Lobby im R&uuml;cken Narrenfreiheit haben und die Bundesregierung sich auch weiterhin wie ein Tanzb&auml;r am Nasenring durch die Manege f&uuml;hren lassen wird.<\/p><p>Zum Thema: Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34094\/1.html\">Wer sind hier eigentlich die Piraten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &bdquo;Maritime B&uuml;ndnis&ldquo; zwischen der Bundesregierung und den deutschen Reedern wurde an diesem Wochenende von den Reedern einseitig <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:billigflaggenstaaten-reeder-meutern-gegen-regierung\/60058496.html\">aufgek&uuml;ndigt<\/a>. Als Gegenleistung f&uuml;r milliardenschwere Subventionen hatten sich die Reeder <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34094\/34094_2.pdf\">verpflichtet [PDF &ndash; 197 KB]<\/a>, mindestens 600 Schiffe unter deutscher Flagge fahren zu lassen und somit die Ausbildung des inl&auml;ndischen nautischen Personals zu gew&auml;hrleisten. 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