{"id":9644,"date":"2011-06-01T17:04:07","date_gmt":"2011-06-01T15:04:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9644"},"modified":"2011-06-01T17:04:07","modified_gmt":"2011-06-01T15:04:07","slug":"hinweise-des-tages-ii-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9644","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Morgen ist Feiertag deswegen schon heute unter anderem zu folgenden Themen: Vorw&auml;rts und stets vergessen &ndash; Die unbelehrbare Wissensgesellschaft nach Fukushima und Finanzkrise; IPPNW: Spiegel Online untersch&auml;tzt die soziale Dimension der Anti-Atom-Bewegung; Heinz-Josef Bontrup: Kritisches Handbuch der deutschen Elektrizit&auml;tswirtschaft; Neue Freunde f&uuml;r den Mindestlohn?; Handel mit Griechenland bricht ein; Zur Reform des Einkommensteuertarifs; Finanzberatung bringt Anlegern keinen Vorteil; Wie Frauenrechtler die Abkehr vom Rechtsstaat guthei&szlig;en; Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen; Gesellschaftliche Militarisierung; Zu guter Letzt: Volker Pispers, Zur Erinnerung an K&ouml;hlers R&uuml;cktritt. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Vorw&auml;rts und stets vergessen &ndash; Die unbelehrbare Wissensgesellschaft nach Fukushima und Finanzkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">IPPNW: Spiegel Online untersch&auml;tzt die soziale Dimension der Anti-Atom-Bewegung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Heinz-Josef Bontrup: Kritisches Handbuch der deutschen Elektrizit&auml;tswirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Neue Freunde f&uuml;r den Mindestlohn?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Handel mit Griechenland bricht ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Zur Reform des Einkommensteuertarifs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Finanzberatung bringt Anlegern keinen Vorteil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wie Frauenrechtler die Abkehr vom Rechtsstaat guthei&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Gesellschaftliche Militarisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Zu guter Letzt: Volker Pispers, Zur Erinnerung an K&ouml;hlers R&uuml;cktritt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9644&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Vorw&auml;rts und stets vergessen &ndash; Die unbelehrbare Wissensgesellschaft nach Fukushima und Finanzkrise <\/strong><br>\nBei St&ouml;rf&auml;llen im System der Vermarktung spekulativer Finanzprodukte wird zwangsl&auml;ufig der Herdentrieb wirksam, der die Blasenbildung vorantreibt, die zum Beispiel 2008 in die globale Finanzkrise m&uuml;ndete. Freilich sind &ldquo;normale Katastrophen&rdquo; in der Geschichte des Kapitalismus ein alter Wegbegleiter. Wir haben es nur &ndash; wie nach den &ldquo;technischen&rdquo; Katastrophen &ndash; immer wieder verdr&auml;ngt.<br>\nNach Tschernobyl schaffte es der nuklear-industrielle Komplex noch einmal, den Fundus des &ldquo;gesicherten Wissens&rdquo; gegen Perrows Erkenntnisse &uuml;ber gro&szlig;technische Risiken abzuschotten. Und heute? Nach Finanzkrise und Fukushima ahnen wir, dass unsere &ldquo;Wissensgesellschaft&rdquo; ein Kind ist, &ldquo;das mit Ger&auml;ten spielt, von denen es nicht wei&szlig;, was geschieht, wenn sie kaputtgehen&rdquo;.<br>\nZwei Monate nach dem 11. M&auml;rz zieht sich der atomkritische Diskurs in die Feuilletons zur&uuml;ck. In der hastig gegr&uuml;ndeten &ldquo;Ethikkomission Atomkraft&rdquo; flanieren Monsieur le Capital und Madame la Science schon wieder Hand in Hand; ein paar Kirchenvertreter, Elder Statesmen und Risikoforscher d&uuml;rfen artig die Ethik vortragen. Schon gilt es wieder als schick, gr&uuml;n etikettierte Bef&uuml;rworter der Atomenergie wie Stewart Brand auf die B&uuml;hne zu bitten. Die Argumente, mit denen der in den Medien die Nukleartechnik als Retter vor dem Klimatod anpreist, w&uuml;rde man den Chefs von Eon oder RWE nicht mehr abnehmen &ndash; ein Fortschritt?<br>\nDie Politik des interessierten Nichtwissens geht im Grunde weiter, sie hat sich nur ein wenig Zeit gekauft. Die Wissensgesellschaft pflegt nach wie vor ihre Sprache der Besch&ouml;nigung, die &uuml;ber die Machtverh&auml;ltnisse schweigt. Das Vergessen ist auch in internationalen Institutionen verl&auml;sslich organisiert. Schon macht sich die OECD daran, Fukushima positiv aufzubereiten. Getreu dem Logo &ldquo;Better Policies for Better Lives&rdquo; versammelt sie Anfang Juni 2011 Nuklearexperten aus den OECD- und G-20-L&auml;ndern mit dem Ziel, &ldquo;bessere Schutzma&szlig;nahmen in den Kernkraftwerken f&uuml;r eine Post-Fukushima-Welt einzuf&uuml;hren&rdquo;.<br>\nEin Etappenziel haben die Lobbyisten des Atomstroms im Kampf gegen das Umsteuern bereits erreicht: Die EU-Innenminister wollen es den Betreibern der Atomkraftwerke ersparen, bei ihren Sicherheitstests menschliche Bedienungsfehler oder einen Flugzeugabsturz in Rechnung zu stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2011\/05\/13.mondeText1.artikel,a0012.idx,5\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>IPPNW: Spiegel Online untersch&auml;tzt die soziale Dimension der Anti-Atom-Bewegung<\/strong><br>\nSo sollen neun Atomkraftwerke auf faktisch unbestimmte Zeit am Netz bleiben und zugunsten der Konzerne sollen neue konventionelle Gro&szlig;kraftwerke, Stromtrassen und die Offshore-Windenergie massiv beg&uuml;nstigt werden. Die Energien des Volkes hingegen, die Photovoltaik, die Windenergie an Land und dezentrale Energiespeicher, werden mit aller H&auml;rte bek&auml;mpft und mutwillig ausgebremst. &bdquo;Wenn Spiegel Online suggeriert, es gebe nun eine Sinnkrise und man m&uuml;sse sich ein neues Thema suchen, so untersch&auml;tzt dieses Medium die soziale Dimension der Anti-Atom-Bewegung&ldquo;, so Paulitz. &bdquo;So mancher in der politischen Elite, der jetzt hofft, man h&auml;tte das Thema Atomenergie und die Massenproteste auf der Stra&szlig;e elegant abger&auml;umt, d&uuml;rfte sich massiv t&auml;uschen.&ldquo;<br>\nEs geht im Kern um eine seit &uuml;ber hundert Jahren w&auml;hrende Auseinandersetzung, die von dem Bestreben der Konzerne gekennzeichnet ist, den Stadtwerken und der Bev&ouml;lkerung das Energiegesch&auml;ft aus der Hand zu nehmen.<br>\n&bdquo;Die aktuellen Beschl&uuml;sse der Regierung Merkel zielen allein darauf ab, die Marktmacht der Konzerne zementieren, denen zuletzt mit dem sensationellen Ausbau der Photovoltaik durch die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger Einnahmem&ouml;glichkeiten entglitten. Wenn die Solaranlagen heute schon zur Mittagszeit oftmals etwa so viel Strom ins Netz einspeisen wie die verbleibenden neun Atomkraftwerke, dann erkl&auml;rt das das panische Bestreben, diese Volkswagen der Energiewende vom Markt dr&auml;ngen zu wollen.&ldquo;<br>\nEs ist nach Auffassung der IPPNW aber nicht zu erwarten, dass die vielen tausend Akteure der Energiewende das Feld r&auml;umen werden. Im Gegenteil: Bundesweit entstehen immer mehr Energiegenossenschaften und B&uuml;rgersolaranlagen und auch die Stadtwerke und mittelst&auml;ndische Unternehmen werden es sich nicht nehmen lassen, vor Ort kraftvoll in die erneuerbaren Energien zu investieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/presse\/presse-2011\/artikel\/59ce94d897\/deutschlands-demokratiebewegung.html\">IPPNW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Heinz-Josef Bontrup: Kritisches Handbuch der deutschen Elektrizit&auml;tswirtschaft<\/strong><br>\nDie Liberalisierung der Elektrizit&auml;tswirtschaft Ende der 1990er sollte laut den Bekundungen der politischen Klasse den Wettbewerb in den Strommarkt bringen. Dieser sollte niedrige Preise, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit garantieren. In einer von der Hans-B&ouml;ckler&ndash;Stiftung in 2010 herausgegebenen umfassenden Studie &bdquo;Kritisches Handbuch der deutschen Elektrizit&auml;tswirtschaft&ldquo; untersuchten die &Ouml;konomen Heinz-J. Bontrup und Ralf&ndash;M. Marquardt die Ergebnisse der so genannten Liberalsierung des Elektrizit&auml;tsmarktes und zogen eine &uuml;beraus kritische Bilanz. &Uuml;ber diese unterhielten wir uns mit Heinz-Josef Bontrup.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/trotzfunk.de\/wordpress\/?p=1037\">Trotzfunk (dort auch der Download)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Neue Freunde f&uuml;r den Mindestlohn?<\/strong><br>\nDer CDA schwebt ein von den Sozialpartnern ausgehandelter Mindestlohn vor, der nur bei Besch&auml;ftigten greift, f&uuml;r die keine sonstigen tariflichen L&ouml;hne gelten. Und die baden-w&uuml;rttembergische FDP schl&auml;gt eine bundesweit einheitliche Untergrenze vor, die sich an den niedrigsten Marktl&ouml;hnen orientiert. Da in vielen Dienstleistungsberufen der niedrigste tarifliche Stundenlohn bei z. T. unter sechs Euro liegt (etwa bei Besch&auml;ftigten im Hotel- und Gastgewerbe; noch darunter sogar bei den FriseurInnen und FloristInnen) w&auml;re eine solche Regelung f&uuml;r die rund 6,5 Mio. Besch&auml;ftigten im Niedriglohnsektor kein Schutz vor Armut. Der DGB fordert deshalb bereits seit 2006 einen allgemeinen, fl&auml;chendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, aktuell in H&ouml;he von mindestens 8,50 Euro.<br>\nW&uuml;rde er eingef&uuml;hrt, k&ouml;nnten nach einer aktuellen Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung f&uuml;nf Millionen oder 15,8 Prozent aller abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten profitieren, die derzeit mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde von der Hand in den Mund leben. Zudem w&uuml;rden Fiskus und Sozialkassen um gut sieben Milliarden Euro entlastet, weil die Zahl der Hartz IVAufstocker zur&uuml;ckginge, der Staat den Unternehmen keine Billigl&ouml;hne mehr subventionieren w&uuml;rde.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110602_gesetzlicher_mindestlohn.jpg\" alt=\"Gesetzlicher Mindestlohn\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++7a54d324-8c2a-11e0-4479-00188b4dc422\">DGB klartext<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Handel mit Griechenland bricht ein<\/strong><br>\nOhne Geld kann man nichts kaufen &ndash; auch keine Waren &ldquo;Made in Germany&rdquo;: Im ersten Quartal 2011 sanken die deutschen Ausfuhren nach Griechenland im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Gleichzeitig kauften die Deutschen auch weniger Produkte aus dem klammen Land: Die Einfuhren gingen um 3,7 Prozent auf eine halbe Milliarde Euro zur&uuml;ck.<br>\nDem deutschen Export-Boom kann das nichts anhaben: Insgesamt stiegen die Ausfuhren im ersten Quartal um 18,8 Prozent auf 260,8 Milliarden Euro. Vor allem die Exporte in Nicht-EU-L&auml;nder legten kr&auml;ftig zu. Allein die Ausfuhren in die T&uuml;rkei stiegen um 56,3 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Auch Russland und China nehmen weiter immer mehr Produkte aus Deutschland ab.<br>\nNoch kr&auml;ftiger legten die Importe zu, hier gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 20,9 Prozent auf 220 Milliarden Euro.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,766115,00.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/06\/PD11__208__51,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Der deutsche Export nimmt wegen der &uuml;berragenden preislichen Wettbewerbsf&auml;higkeit immer weiter zu, obwohl doch angeblich die deutschen L&ouml;hne und Sozialabgaben &ldquo;im internationalen Vergleich&rdquo; viel zu hoch sind? Und die Staaten, die die deutsche Bundesregierung auf einen radikalen Austerit&auml;tskurs zwingt, kaufen uns keine Waren mehr ab, was den Export und damit den entscheidenden Teil des Wirtschaftswachstums gef&auml;hrdet? &Uuml;ber diese harten empirischen Fakten sollten die sog. &ldquo;Experten&ldquo; von Hans-Werner Sinn &uuml;ber Straubhaar bis zu den &ldquo;Wirtschaftsweisen&rdquo; doch mal nachdenken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zur Reform des Einkommensteuertarifs<\/strong><br>\nDie fehlgeleitete wachstums- und besch&auml;ftigungspolitische Instrumentalisierung der Steuerpolitik durch st&auml;ndige anreizorientierte Steuersenkungen seit Ende der 1990er Jahre muss aufh&ouml;ren. Sie ist den in sie gesetzten Erwartungen in keiner Weise gerecht geworden und hat stattdessen wesentlich zur Schw&auml;chung der staatlichen Einnahmenbasis und der zunehmenden Schieflage der Einkommensverteilung beigetragen.<br>\nAlle j&uuml;ngeren Vorschl&auml;ge aus der SPD zur Reform des Einkommensteuertarifs stellen sich den skizzierten Herausforderungen und wollen klare Akzente im Bereich der Aufkommenssicherung und der Verteilungsgerechtigkeit setzen: Sie zielen auf eine sp&uuml;rbare Mehrbelastung h&ouml;herer Einkommen und ein entsprechend h&ouml;heres<br>\nSteueraufkommen. Erhebliche Unterschiede bestehen allerdings im Grad der angestrebten H&ouml;herbelastung und in der Frage, ob das erzielte Mehraufkommen durch Senkung des Einkommensteuertarifs bei niedrigeren Einkommen ganz oder teilweise an die Besteuerten zur&uuml;ckgegeben werden soll&hellip;<br>\nAuch die so genannte kalte Progression, also das inflationsbedingte Hineinwachsen der Steuerzahler in eine h&ouml;here Progressionszone und damit eine reale H&ouml;herbelastung, ohne dass das Realeinkommen entsprechend gestiegen w&auml;re, begr&uuml;ndet keinen akuten Handlungsbedarf. Das dauerhafte Wirken der kalten Progression l&auml;sst sich zwar kaum mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit in Einklang bringen. Daher muss der Einkommensteuertarif zumindest in gewissen zeitlichen Abst&auml;nden an die Inflation angepasst werden. Im R&uuml;ckblick zeigt sich sogar, dass die kalte Progression von 1998 bis 2011 durch die Tarifreformen seit 1998 sogar weit &uuml;berkompensiert worden ist. Eine j&auml;hrliche Indexierung des Tarifs w&auml;re teuer und m&uuml;sste mit pro Jahr stetig steigenden Aufkommensverlusten von &ndash; je nach Inflationsrate &ndash; 2 bis 3 Mrd. Euro veranschlagt werden. Im f&uuml;nften Jahr nach Einf&uuml;hrung einer Indexierung fehlten den &ouml;ffentlichen Haushalten also bereits 10 bis 15 Mrd. Euro&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.parlamentarische-linke.de\/service\/PL-Gutachten_29.03.2011_End.pdf%20\">Ein Reader der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion [PDF &ndash; 902 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Finanzberatung bringt Anlegern keinen Vorteil<\/strong><br>\nAuf die Hilfe eines Beraters k&ouml;nnen Anleger getrost verzichten. Einer Studie zufolge bringen die Empfehlungen meist nichts. Das liegt zu einem gro&szlig;en Teil an den falschen Anreizen f&uuml;r die Berater.<br>\nDie Hilfe eines Finanzberaters zahlt sich f&uuml;r Anleger nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die von den Universit&auml;ten in Frankfurt und Neapel erstellt wurde. Daf&uuml;r untersuchten die Wissenschaftler die Anlegerdaten einer gro&szlig;en deutschen Bank und eines Onlinebrokers, dem ein unabh&auml;ngiger Finanzvertrieb angeschlossen ist. Bei beiden Banken schnitten Anleger, die eine Beratung in Anspruch nahmen, nicht besser ab als selbstst&auml;ndige Investoren.<br>\n&ldquo;Die Ergebnisse lassen sich darauf zur&uuml;ckf&uuml;hren, dass die Berater die systematischen Anlagefehler ihrer Kunden nicht ausreichend korrigieren und h&auml;ufig auch hohe Kosten produzieren&rdquo;, sagt Andreas Hackethal, Professor f&uuml;r Finanzen an der Universit&auml;t Frankfurt und einer der Autoren der Studie.<br>\nAls Hauptgrund f&uuml;r das schlechte Ergebnis sehen die Wissenschaftler die Verg&uuml;tungsstruktur f&uuml;r Berater, die falsche Anreize setze. Nicht der Kundennutzen stehe an oberster Stelle, sondern die H&ouml;he der mit dem Verkauf der Produkte verbundenen Provisionen. So best&auml;tigt die Untersuchung zum Beispiel, dass Anleger nach einer Beratung deutlich &ouml;fter ihr Depot umschichteten als Kunden, die ihr Verm&ouml;gen selbst verwalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:portfolio-finanzberatung-bringt-anlegern-keinen-vorteil\/60059087.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung E.H.:<\/strong> Eine (un)abh&auml;ngige Anlageberatung wird von der Provisionsh&ouml;he und anderen Vorteilen des Beraters bestimmt und nicht vom Kundenziel oder dessen Wunsch. Das ist ein alter Hut, den jeder Mensch im &ldquo;Kundengespr&auml;ch&rdquo; parat haben sollte. Ein Teil des Kundengeldes wird immer abgezwackt. Bei staatlich gef&ouml;rderten Anlagem&ouml;glichkeiten (Riester-Rente) wird sogar geschaut, dass man u.a. die H&ouml;he der staatlichen Zulagen selbst kassiert und somit dem Anspruchberechtigten vorenth&auml;lt.<\/em><br>\n<em>Hier zeigt sich sehr sch&ouml;n, warum die Verdienstm&ouml;glichkeit bei der Vermittlung von Geldanlagen besser ist als die bei den sozialen Berufen: <\/em><br>\n<em>Berufe, die sich dem Wohl des Menschen widmen und somit moralisch h&ouml;her zu bewerten sind, erhalten den Arbeitslohn aus reglementieren Einnahmet&ouml;pfen, w&auml;hrend sich Anlageberater vom (vorhandenen) Geld der Sparer bedienen. Die &ldquo;Anleger&rdquo; nehmen es treuherzig und bedenkenlos hin, weil es ihnen so offen nicht gesagt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wie Frauenrechtler die Abkehr vom Rechtsstaat guthei&szlig;en<\/strong><br>\nJ&ouml;rg Kachelmann wurde freigesprochen. Dies mag man begr&uuml;&szlig;en oder auch nicht, aber die Ansicht, die Entscheidung sei falsch, weil so eine &ldquo;fatale Signalwirkung f&uuml;r Frauen&rdquo; von ihr ausgeht, ist best&uuml;rzend.<br>\nKeine Frage &ndash; jeder hat das Recht, seine Meinung kundzutun und ein Opferschutzverein wird logischerweise die Lage der Opfer in den Vordergrund stellen. Dennoch ist es wichtig zu bemerken, dass hier eine Abkehr vom Rechtsstaat und seinen Prinzipien gefordert wird, n&auml;mlich eine Symbolverurteilung, auch dann, wenn die Beweise, wie im vorliegenden Fall, nicht f&uuml;r eine Verurteilung ausreichen.<br>\nDies ist eine best&uuml;rzende Ansicht, denn sie bedeutet, dass nur um m&ouml;gliche Anzeigen von Straftaten nicht zu verhindern, ruhig ein laut Gerichtsmeinung Unschuldiger verurteilt werden m&uuml;sse. Damit wird die Frage, ob jemand unschuldig ist oder nicht, zur Frage, die bei Vergewaltigung nicht mehr gestellt werden m&uuml;sste, lediglich die Auswirkungen eines Freispruchs auf das Anzeigeverhalten von Frauen seien zu pr&uuml;fen und dementsprechend sei zu agieren.<br>\nEs ist ebenso best&uuml;rzend, dass von Seiten jener, die dies fordern, keinerlei Meinung zum Verhalten der Nebenkl&auml;gerin kundgetan wird. Denn die &ldquo;H&ouml;lle&rdquo;, durch die die Opfer gehen m&uuml;ssen, wie es oft so hei&szlig;t, haben sich einige Menschen in diesem Verfahren selbst geschaffen, indem sie freim&uuml;tig &uuml;ber ihre Erfahrungen und ihre Sexualit&auml;t, die sie mit Herrn Kachelmann auslebten, plauderten und sich dies auch gut bezahlen lie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/5\/149928\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen<\/strong><br>\nEin Aktion&auml;r der Deutschen Bank macht auf der Aktion&auml;rshauptversammlung einen &ldquo;Sponsor- und Kooperationsvertrag&rdquo; der Bank mit zwei Berliner Unis &ouml;ffentlich, der betr&auml;chtliche Gegenleistungen der Unis vorsieht. Im Zuge dessen kritisiert er mit harschen Worten den Einfluss nicht nur der Deutschen Bank auf weitere Uni-Institute im In- und Ausland und l&ouml;st deutschlandweit Diskussionen &uuml;ber Kooperationen von Unternehmen und Hochschulen aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1225-deutsche-bank-hu-tu.php\">studis online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gesellschaftliche Militarisierung &ndash; Die Bundeswehr und ihr Einsatz im eigenen Hinterland<\/strong><br>\nDiese offensichtliche Militarisierung der Au&szlig;enpolitik hat innen- und gesellschaftspolitische Voraussetzungen, Begleiterscheinungen und Folgen. Diese erscheinen nicht unbedingt auf den ersten Blick als Militarisierung &ndash; verstanden als das Umsichgreifen (quantitativ) und die Intensivierung (qualitativ) milit&auml;rischer Handlungsweisen, Verh&auml;ltnisse und Diskurse (Befehl, Gehorsam, Uniformierung, Hierarchie, T&ouml;tungstechniken, Bewaffnung, Freund-Gegner-Feind-Bestimmung usw.). Bezieht man in den Militarisierungsbegriff &ndash; wie das im folgenden Artikel geschehen soll &ndash; dar&uuml;ber hinaus alles ein, was den Krieg (den erfolgreich zu f&uuml;hren der Zweck des Milit&auml;rs ist) reibungsloser und intensiver f&uuml;hrbar macht, dann r&uuml;cken die &bdquo;zivilen&ldquo; Dimensionen von Militarisierung in den Blick, ohne dass der Begriff ins Beliebige ausgedehnt wird. In der Konsequenz kommt die b&uuml;rgerliche Vorstellung vom strikt getrennten und trennbaren Nebeneinander einer zivilen, friedliebenden Gesellschaft und eines mehr oder weniger gezwungenerma&szlig;en im Rahmen au&szlig;enpolitischer Zw&auml;nge Krieg f&uuml;hrenden Staates ins Wanken. Ein erweiterter Militarisierungsbegriff st&auml;rkt die These der gesellschaftlichen Militarisierung: Krieg militarisiert die Gesellschaft, in deren Namen er gef&uuml;hrt wird. Oder umgekehrt: Kein Krieg ohne ruhiges Hinterland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.prokla.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/euskirchen-singe.pdf\">prokla [PDF &ndash; 114 KB]<\/a>\n<p>Dazu passt: <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispers, Zur Erinnerung an K&ouml;hlers R&uuml;cktritt<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr2.de\/unterhaltung\/kabarett\/volker_pispers102.html\">wdr2<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgen ist Feiertag deswegen schon heute unter anderem zu folgenden Themen: Vorw&auml;rts und stets vergessen &ndash; Die unbelehrbare Wissensgesellschaft nach Fukushima und Finanzkrise; IPPNW: Spiegel Online untersch&auml;tzt die soziale Dimension der Anti-Atom-Bewegung; Heinz-Josef Bontrup: Kritisches Handbuch der deutschen Elektrizit&auml;tswirtschaft; Neue Freunde f&uuml;r den Mindestlohn?; Handel mit Griechenland bricht ein; Zur Reform des Einkommensteuertarifs; Finanzberatung bringt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9644\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9644","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9644"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9644\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9649,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9644\/revisions\/9649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}