{"id":96549,"date":"2023-04-21T12:30:33","date_gmt":"2023-04-21T10:30:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96549"},"modified":"2023-05-10T16:52:55","modified_gmt":"2023-05-10T14:52:55","slug":"gruen-ist-das-neue-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96549","title":{"rendered":"Gr\u00fcn ist das neue Rechts"},"content":{"rendered":"<p>Man sieht es allerorten, und es verdichtet sich. Die politische Rechte ist gr&uuml;n. Braun ist l&auml;ngst vergessen; Christlich-konservativ plagte die 1950er-Jahre, und National war gestern. Die heutige Rechte ist gr&uuml;n. Sie vereint daf&uuml;r alle notwendigen Ingredienzen: Kriegsbegeisterung, Verbotskultur, geopolitischen und kulturellen Missionierungseifer, Affinit&auml;t zum autorit&auml;ren Staat und jede Menge erschaffene Feindbilder. Der Faschismus-Begriff ist f&uuml;r sie unpassend, steckte in diesem doch das Versprechen auf einen gemeinsamen Volksk&ouml;rper mit entsprechender Abschottung nach au&szlig;en, gepaart mit einer Betonung rassischer &Uuml;berlegenheit. Das Gegenteil ist bei der neuen Rechten der Fall. Sie sagt es selbst, wof&uuml;r sie steht: Weltoffenheit und die Betonung der &Uuml;berlegenheit ihrer Werte bilden ein toxisches Gemisch, mit dem innere Repression und &auml;u&szlig;ere Expansion gerechtfertigt werden. Von <strong>Hannes Hofbauer<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7227\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-96549-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230510-Gruen-ist-das-neue-Rechts-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230510-Gruen-ist-das-neue-Rechts-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230510-Gruen-ist-das-neue-Rechts-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230510-Gruen-ist-das-neue-Rechts-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=96549-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230510-Gruen-ist-das-neue-Rechts-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230510-Gruen-ist-das-neue-Rechts-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Kriegsbegeisterung<\/strong><\/p><p>Es war nicht zuf&auml;llig ein gr&uuml;ner deutscher Au&szlig;enminister, der im Verband mit den USA die europ&auml;ische Nachkriegszeit beendete. Der Angriff der kurz zuvor auf 19 Mitglieder angewachsenen NATO-Allianz auf Serbien vom 24. M&auml;rz 1999 war der erste Feldzug des st&auml;rksten Milit&auml;rb&uuml;ndnisses auf einen souver&auml;nen Staat in Europa nach 1945. Die Berliner rot-gr&uuml;ne Koalitionsregierung stellte daf&uuml;r die deutsche Luftwaffe an die vorderste Front. Den jugoslawischen Zerfallsprozess der 1990er-Jahre hatten die alten Christkonservativen noch mit dem Schlagwort der &bdquo;nationalen Selbstbestimmung&ldquo; befeuert, nun drehte die Rechtfertigung f&uuml;r Krieg in Richtung einer wertebasierten gr&uuml;nen Begr&uuml;ndung. Im Slogan &bdquo;Bomben f&uuml;r Menschenrechte&ldquo; kam erstmals dieses neue, post-nationale Narrativ zum Einsatz. Anstatt die kosovo-albanische Seite wegen ihrer Anspr&uuml;che auf nationale Selbstbestimmung zu unterst&uuml;tzen, taten es gr&uuml;ne (und bald auch andere) Kriegstreiber um der Menschenrechte willen; dass diese von den Kosovo-Albanern als nationale Rechte betrachtet wurden, tat dem antinationalen gr&uuml;nen Gerede keinen Abbruch. Das Resultat war ohnedies dasselbe: die Zerst&uuml;ckelung Jugoslawiens, die 1991 begonnen hatte, wurde mit einem internationalen Truppenverband fortgesetzt, der Kosovo aus Serbien herausgel&ouml;st. Die Folgen dieses ersten gro&szlig;en Kriegsgangs in Europa seit 1945 bestimmen bis heute Leben und Politik am Balkan.<\/p><p>Mittlerweile hat die Kriegsbegeisterung auch den gr&uuml;nen Bodensatz erreicht, die Gr&uuml;nw&auml;hler*innen stehen wie ein Mann hinter ihrer bellizistischen Au&szlig;enministerin. F&uuml;r die Zustimmung zum Krieg gegen Russland bedurfte es nur weniger Wochen und der milit&auml;rischen Intervention eines bereits zuvor als Feind ausgemachten Russlands. Hatten die deutschen Gr&uuml;nen im Bundestagswahlkampf 2021 noch plakatiert, dass Waffenlieferungen in Kriegsgebiete mit ihnen nicht zu machen seien, z&auml;hlten sie kurz darauf zu den heftigsten Einpeitschern, immer neuere und immer t&ouml;dlichere Waffen gegen Russland ins Feld zu f&uuml;hren. Selbst im neutralen &Ouml;sterreich sind es die ebenfalls an der Regierung &ndash; hier zusammen mit den Christkonservativen &ndash; beteiligten Gr&uuml;nen, die am lautesten das Feindbild Russland pflegen und keine Gelegenheit verstreichen lassen, f&uuml;r h&auml;rtere Sanktionen gegen m&ouml;glichst alles Russische einzutreten.<\/p><p>F&uuml;r den Waffengang gegen Russland wird nicht mehr, wie zu Gro&szlig;vaters Zeiten, rassisch &ndash; mit der Erz&auml;hlung vom slawischen Untermenschen &ndash; argumentiert; die moderne gr&uuml;ne Rechtfertigung zieht Werte heran, durch die sie sich berechtigt f&uuml;hlt, in den Krieg zu ziehen, oder konkreter: vorl&auml;ufig andere, n&auml;mlich die Ukrainer, in den Krieg zu schicken. Ihnen wird eine den eigenen Wertvorstellungen angedichtete Identit&auml;t unterstellt, die so freilich nicht existiert. Worin diese eigenen Werte bestehen, ist schwerlich definierbar. Auch Begriffe wie Diversit&auml;t k&ouml;nnen &uuml;ber die Schwammigkeit der Definition eines gr&uuml;n-identit&auml;ren Menschenbildes nicht hinwegt&auml;uschen. &Uuml;berspitzt formuliert und wissentlich provokant ausgedr&uuml;ckt, spricht sich der idealtypische deutsche Gr&uuml;ne &ndash; wie sein &ouml;sterreichisches Pendant &ndash; f&uuml;r den Einsatz von Waffen aus, wenn es gegen eine Macht geht, die sich weigert, einem Transgender-Paar die Adoption von Kindern zu erlauben. Die in diesem zugegeben &uuml;bertriebenen Beispiel gipfelnde Wertvorstellung gibt sich post-politisch und universalistisch im schlechtesten Sinn, l&auml;sst kulturelle oder gar nationale Differenzen nicht gelten, weil das Menschenbild auf das Individuum reduziert ist und Vielfalt in erster Linie nach Geschlecht und sexueller Orientierung &ndash; eventuell noch nach k&ouml;rperlicher Gebrechlichkeit &ndash; definiert wird. Wer diesem Wertekanon nicht zustimmt oder gar dagegen auftritt, wird gecancelt, diffamiert und im schlimmsten Fall bekriegt.<\/p><p><strong>Mit Verboten f&uuml;r eine &bdquo;bessere Welt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Rufen wir ein scheinbar nebens&auml;chliches und schon fast vergessenes Beispiel von Verbotspolitik in Erinnerung: das Rauchverbot in immer mehr &ouml;ffentlichen R&auml;umen. Dies ist freilich keine inh&auml;rent gr&uuml;ne Angelegenheit und muss auch nicht politisch zugeordnet werden. Und doch misst sich am gesellschaftlichen Umgang mit Tabakkonsum der Grad von Freiheit, den die jeweilige Herrschaft den unter ihr lebenden Menschen gew&auml;hrt. Im 20. Jahrhundert zeigt sich das Auf und Ab eines freien bzw. repressiven Umgangs mit dem Rauchen deutlich. War in linken Aufbruchszeiten der 1920er-Jahre die Zigarette rauchende Frau geradezu ein Symbol weiblicher Emanzipation, hie&szlig; es in der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte: &bdquo;Eine deutsche Frau raucht nicht&ldquo;. Mit der &Uuml;berwindung des Hitlerismus hin zu den revolution&auml;ren 68ern durfte die Zigarette bei keiner Zusammenkunft fehlen; politisch wegweisende Ikonen wie Jean-Paul Sartre oder Fidel Castro zogen bei jeder sich bietenden Gelegenheit an der unvermeidlichen Zigarre &ndash;&nbsp;bis in den wiederum reaktion&auml;rer gef&auml;rbten 2000er-Jahren das Rauchen erneut in Misskredit geriet. Es wurde aus dem &ouml;ffentlichen Raum, diesmal mit gesundheitlichen Argumenten, nach und nach gesetzlich verbannt. Die &auml;lteren Semestern noch vertrauten l&auml;stigen Werbekampagnen der Tabakindustrie sind mittlerweile den PR-Aktionen der Pharmaindustrie gewichen.<\/p><p>Im Zuge der Verengung der Umweltfrage auf den sogenannten Klimawandel, den es mit allen Mitteln zu bek&auml;mpfen gilt, ergie&szlig;t sich eine regelrechte Kaskade von Verboten &uuml;ber die V&ouml;lker EU-Europas, die so freilich &ndash; aus sprachpolizeilicher Sicht &ndash; nicht genannt werden sollen. Es sind vor allem Gr&uuml;ne, die sich mit Verboten von allem, was den seltsamen Definitionen von &bdquo;CO2-Neutralit&auml;t&ldquo; oder &bdquo;Klimaneutralit&auml;t&ldquo; entgegensteht, hervortun. Darunter fallen Verbrennungsmotoren, &Ouml;l- und Gasheizungen, Flugreisen, nicht mit D&auml;mmstoffen isolierte H&auml;user und vieles andere. Der damit ins Auge gefasste infrastrukturelle Umbau wird von einem Energiediskurs begleitet, der die Umstellung von Gas, &Ouml;l und Kohle auf Strom (wie immer dieser erzeugt und gespeichert wird) inklusive individueller Elektromobilit&auml;t und umfassender Digitalisierung als &bdquo;gr&uuml;ne&ldquo; Alternativen preist, ohne deren Energiebilanz oder Gef&auml;hrlichkeit zu ber&uuml;cksichtigen. Was bleibt, sind st&auml;ndig neue Verbote und &ndash; damit einhergehend &ndash; ein immer autorit&auml;rer auftretender Staat, der in der Lage ist, die Verbotskultur durchzusetzen. Die Corona-Ma&szlig;nahmen haben jeder und jedem von uns vor Augen gef&uuml;hrt, wohin eine solche Politik &ndash; Kontaktverbote, Impfzw&auml;nge etc. &ndash; f&uuml;hren kann; und es waren die Gr&uuml;nen, die in Deutschland und &Ouml;sterreich als h&auml;rteste Verfechter dieser Ma&szlig;nahmen auftraten.<\/p><p><strong>Vom Feindbild zum Feind<\/strong><\/p><p>Die Schaffung von Feindbildern geh&ouml;rt seit jeher zum Repertoire rechter Politik. Damit k&ouml;nnen das eigene Narrativ, die eigene Sicht auf die Welt von anderen Erz&auml;hlungen oder Politiken perfekt abgegrenzt und diese anschlie&szlig;end bek&auml;mpft werden. In den Anf&auml;ngen der gr&uuml;nen Bewegung sprachen sich deren Gr&uuml;nderInnen Petra Kelly und Gert Bastian explizit gegen solche Praktiken aus. Ihr Einsatz in der Friedensbewegung Anfang der 1980er-Jahre kritisierte ja gerade die milit&auml;rische Aufr&uuml;stung der eigenen nordatlantischen Allianz, die sowohl gegen die Sowjetunion als auch gegen missliebige Regime im Globalen S&uuml;den gerichtet war.<\/p><p>Die heutige gr&uuml;ne F&uuml;hrungsriege um Annalena Baerbock und Robert Habeck repr&auml;sentiert das genaue Gegenteil dieses fr&uuml;hen gr&uuml;nen Friedensprojektes. &Uuml;berall au&szlig;erhalb des engen Gesichtskreises werden Feinde ausgemacht. Russland sowieso, und das nicht erst seit dem Ukraine-Konflikt. Bereits im Januar 2014, also noch vor dem Regimewechsel durch Majdan-Kr&auml;fte in Kiew, der dann zum B&uuml;rgerkrieg und sp&auml;ter zur russischen Intervention f&uuml;hrte, waren es die Gr&uuml;nen, die als erste Parlamentsfraktion f&uuml;r einen Boykott der Olympischen Spiele im russischen Sotschi eintraten und diesen auch umsetzten; und dies zu einer Zeit, als sich CDU\/CSU und Angela Merkel noch gegen eine solche Ma&szlig;nahme aussprachen. Nur Bundespr&auml;sident Joachim Gauck als eingefleischter Kremlhasser kam der gr&uuml;nen Bundestagsfraktion zuvor. Als Argument f&uuml;r den Russlandboykott musste damals ein zuvor in Moskau beschlossenes Gesetz herhalten, das Werbung f&uuml;r Homosexualit&auml;t unter Strafe stellte, wenn diese Jugendlichen zug&auml;nglich war. Zw&ouml;lf Jahre zuvor waren Olympische Spiele in Salt Lake City im US-Staat Utah abgehalten worden. Damals stand dort jede geschlechtliche Handlung unter Strafe, die nicht der Reproduktion diente. Nicht einmal die Sowjetunion protestierte dagegen, und auch bundesdeutsche Offizielle stie&szlig;en sich nicht daran.<\/p><p>Neben dem Feindbild Russland pflegen Gr&uuml;ne auch ein t&uuml;rkisches und ein chinesisches Feindbild. Beiden L&auml;ndern wird eine autorit&auml;re Staatsf&uuml;hrung vorgeworfen. Das hat zwar seine Richtigkeit, sollte aber nicht zu zwanghafter Missionierung f&uuml;hren, umso weniger, als autorit&auml;re Ma&szlig;nahmen wie die Einschr&auml;nkung von Meinungs- und Pressefreiheit gerade auch in der EU, insbesondere in Deutschland, um sich greifen. Zensur ist sp&auml;testens mit dem deutschen Verbot des russisch finanzierten Senders RT.de Anfang Februar 2022 &ndash; drei Wochen vor dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine &ndash; zu einer staatlichen Praxis geworden, die von den Gr&uuml;nen angeschoben wurde. &Uuml;berall, wo es darum geht, dem eigenen eng gefassten Wertekanon entgegenstehende Positionen auszuschalten, stehen Gr&uuml;ne in vorderster Reihe. Das war beim Rausschmiss des weltbekannten Dirigenten Waleri Gergijev aus der M&uuml;nchner Philharmonie so wie bei unz&auml;hligen Verboten pal&auml;stinensischer Veranstaltungen und Gedenktage oder bei Auftrittsverboten von missliebigen Historikern wie Daniele Ganser oder Journalisten wie Ken Jebsen. Cancel culture ist zum Markenzeichen moderner rechter Politik geworden; und die Gr&uuml;nen treiben dieses Ausmerzen auf die Spitze.<\/p><p><strong>Die sozio-&ouml;konomische Grundlage<\/strong><\/p><p>Die neue, gr&uuml;ne Rechte ist &ndash; wie die alte &ndash; von Kapitalinteressen getrieben. Die &Auml;nderung der Zusammensetzung f&uuml;hrender Kapitalgruppen bringt es mit sich, dass sich das Kapital nach neuen Verb&uuml;ndeten in der Gesellschaft umsieht, die seine Interessen vertreten und diese in einen m&ouml;glichst breiten gesellschaftlichen Konsens einbauen. Die schleichende, aber stetig voranschreitende Abl&ouml;se des industriellen durch ein kybernetisches Zeitalter, wie sie die Wirtschaftshistorikerin Andrea Komlosy in ihrem Buch &bdquo;Zeitenwende&ldquo; beschreibt, bringt neue Leitsektoren hervor. Dazu geh&ouml;ren Biotechnologie, Pharma- und Kontrollindustrie. Auch alle anderen Sektoren setzen auf immer mehr selbststeuernde Produktionsweisen mit neuen Techniken wie Nano, Robotik, additive Produktionsverfahren, kognitive Techniken und K&uuml;nstliche Intelligenz. Personalisierte Produktentwicklung und optimierende Dienstleistungen &ndash; nicht nur im medizinischen Sektor &ndash; stellen neue Verfahren dar, die das Massenhaft-Serielle abl&ouml;sen.<\/p><p>Der dabei ausgel&ouml;ste &ndash; und, wie wir in Corona-Zeiten gesehen haben, vom Staat massiv unterst&uuml;tzte &ndash; Akkumulationsprozess ben&ouml;tigt eine neue ideologische Grundlage f&uuml;r seine Rechtfertigung. Altes rechtes Gedankengut ist dabei hinderlich. Die Historikerin Tove Soiland hat darauf <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1162247.die-linke-und-corona-ein-postideologischer-totalitarismus.html\">hingewiesen<\/a>, dass die bekannten rechten Ideologien, die auf Rassendiskursen, konservativer Werthaltung und Anti-Egalitarismus beruhen, &bdquo;f&uuml;r die Erfordernisse der heutigen Kapitalakkumulation dysfunktional geworden sind.&ldquo; Neue Ideologen braucht das Land. In der von identit&auml;tspolitischen, besser: identit&auml;ren Werten getr&auml;nkten gr&uuml;nen Weltsicht scheint der ideale Partner f&uuml;r den herbeigesehnten kybernetischen Aufschwung gefunden. Ihn &bdquo;links&ldquo; zu nennen, weil er Elemente einer gesellschaftskritischen Kultur beibehalten hat, w&auml;re falsch, denn er beinhaltet, wie eingangs erw&auml;hnt, alle Ingredienzen einer rechten Praxis: Hass auf den Feind bis zur Kriegsbegeisterung, den Willen zur Ausmerzung anderer Meinungen sowie die Bereitschaft, im zunehmend autorit&auml;ren Staatsgef&uuml;ge die entsprechende Verantwortung, mehr noch: die Vorreiterrolle zu &uuml;bernehmen.<\/p><p><em>Von Hannes Hofbauer ist zuletzt erschienen: &bdquo;Zensur. Publikationsverbote im Spiegel der Geschichte. Vom kirchlichen Index zur YouTube-L&ouml;schung.&ldquo;, Wien 2022<\/em><\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ 1take1shot<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema: <\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96339\">Nord Stream als Kriegsgrund<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94769\">Staatsfern? Anfrage ergibt: Bundesregierung zahlte Hunderttausende Euro an Journalisten von ARD und ZDF<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82773\">Hannes Hofbauer zur Zensur: &bdquo;YouTube, Facebook und Co erledigen nur die Drecksarbeit&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68872\">Hannes Hofbauer: Europa &ndash; Ein Nachruf<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/9f1198c5a43b4298bf2691fc012743b4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sieht es allerorten, und es verdichtet sich. Die politische Rechte ist gr&uuml;n. Braun ist l&auml;ngst vergessen; Christlich-konservativ plagte die 1950er-Jahre, und National war gestern. Die heutige Rechte ist gr&uuml;n. Sie vereint daf&uuml;r alle notwendigen Ingredienzen: Kriegsbegeisterung, Verbotskultur, geopolitischen und kulturellen Missionierungseifer, Affinit&auml;t zum autorit&auml;ren Staat und jede Menge erschaffene Feindbilder. Der Faschismus-Begriff ist f&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96549\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":96550,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,194,125],"tags":[2938,3293,3041,3260,2686,804],"class_list":["post-96549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gruene","category-rechte-gefahr","tag-autoritarismus","tag-bellizismus","tag-cancel-culture","tag-feindbild","tag-identitaetspolitik","tag-rauchverbot"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Gru\u0308ne_rechts.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=96549"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97503,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96549\/revisions\/97503"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/96550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=96549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=96549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=96549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}