{"id":96919,"date":"2023-04-28T09:57:24","date_gmt":"2023-04-28T07:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96919"},"modified":"2023-04-28T16:58:23","modified_gmt":"2023-04-28T14:58:23","slug":"grosse-und-kleine-uebel-wie-die-deutsche-bahn-verhackstueckt-werden-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96919","title":{"rendered":"Gro\u00dfe und kleine \u00dcbel \u2013 Wie die Deutsche Bahn verhackst\u00fcckt werden soll"},"content":{"rendered":"<p>Der Chor der Bahn-Zertr&uuml;mmerer wird vielstimmiger und lauter. Immer mehr Akteure fordern eine Zerlegung des Staatskonzerns in Netz und Betrieb bei nat&uuml;rlich noch mehr Wettbewerb. Die Kampagne ist so durchsichtig wie der Ausgang absehbar. Je radikaler die Begehrlichkeiten, desto leichter l&auml;sst sich das durchsetzen, was die Ampelparteien l&auml;ngst vorbereiten: die Zerschlagung unter dem DB-Dach. Die Folgen k&ouml;nnten nicht ganz so dramatisch sein, aber schlimm genug. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7342\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-96919-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230428_Grosse_und_kleine_Uebel_Wie_die_Deutsche_Bahn_verhackstueckt_werden_soll_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230428_Grosse_und_kleine_Uebel_Wie_die_Deutsche_Bahn_verhackstueckt_werden_soll_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230428_Grosse_und_kleine_Uebel_Wie_die_Deutsche_Bahn_verhackstueckt_werden_soll_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230428_Grosse_und_kleine_Uebel_Wie_die_Deutsche_Bahn_verhackstueckt_werden_soll_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=96919-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230428_Grosse_und_kleine_Uebel_Wie_die_Deutsche_Bahn_verhackstueckt_werden_soll_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230428_Grosse_und_kleine_Uebel_Wie_die_Deutsche_Bahn_verhackstueckt_werden_soll_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Dieser Tage treten immer wieder neue Akteure auf den Plan, die f&uuml;r eine Zerschlagung der Bahn das Wort ergreifen. Richtig geballt waren ihre Auftritte in den zur&uuml;ckliegenden zwei Wochen. Erst die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/union-vorschlag-deutsche-bahn-101.html\">CDU\/CSU-Fraktion<\/a> im Bundestag, dann die <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/finanzen\/aktuelles\/wirtschaft\/id_100164630\/monopolkommission-regierungsberater-fuer-zerschlagung-der-deutschen-bahn.html\">Monopolkommission<\/a>, kurz darauf die <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/bahn-reform-nach-der-cdu-will-nun-auch-die-fdp-die-bahn-zerschlagen-id66278471.html\">FDP<\/a>. Alle verk&uuml;ndeten sie unisono, Infrastruktur und Fahrbetrieb geh&ouml;ren getrennt &ndash; zum Wohle des Wettbewerbs auf der Schiene, zum Wohle des Kunden.<\/p><p>Der Vorgang tr&auml;gt deutliche Z&uuml;ge einer Kampagne, und beim Publikum bleibt h&auml;ngen: Wenn so viele &bdquo;Experten&ldquo; scheinbar unabh&auml;ngig voneinander das Gleiche meinen, kann das so falsch nicht sein. Tats&auml;chlich sind die Protagonisten ein eingeschworener Haufen, mehr noch, ein verschworener. Vorgelegt hatte schon zu Jahresanfang der Bundesrechnungshof (BRH) mit seinem Sonderbericht <a href=\"https:\/\/www.bundesrechnungshof.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Berichte\/2023\/db-dauerkrise-volltext.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">&bdquo;zur Dauerkrise der Deutschen Bahn AG&ldquo;<\/a>. Das Papier ist ein Verriss des Bahn-Managements und der Bahn-Politik, wobei die Kritik &uuml;ber weite Strecken berechtigt und der Staatskonzern fraglos ein &bdquo;Fass ohne Boden&ldquo; und &bdquo;ein Sanierungsfall&ldquo; ist. Aber stimmen deshalb die Schl&uuml;sse, die der BRH zieht? Die Finanzpr&uuml;fer pl&auml;dieren unter anderem daf&uuml;r, den &bdquo;Wettbewerbs-Schutzschirm&ldquo; &uuml;ber der Deutschen Bahn (DB) zuzuklappen, die &bdquo;integrierte Struktur&ldquo; aufzubrechen und &bdquo;Optionen&ldquo; zu pr&uuml;fen, &bdquo;perspektivisch auch Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB AG abzugeben&ldquo;, sprich zu privatisieren.<\/p><p><strong>Cui bono?<\/strong><\/p><p>Dabei bezieht sich der BRH ausdr&uuml;cklich auf entsprechende Positionen der Monopolkommission, die die Bundesregierung in Fragen von Wettbewerbsrecht und Regulierung ber&auml;t und dabei zuverl&auml;ssig Kapitalinteressen vertritt. Die Union verwies bei ihrem Vorsto&szlig; wiederum zielsicher auf den BRH, w&auml;hrend sich der FDP-Verkehrspolitiker Valentin Abel bei seinem Verdikt f&uuml;r &bdquo;eine konsequente Aufspaltung der jetzigen DB in die Infrastruktur und den Fahrbetrieb&ldquo; auf die Monopolkommission berief. Dazu kommt: BRH-Pr&auml;sident Kay Scheller ist Mitglied der CDU, genauso wie Claus Weselsky, dessen Lokf&uuml;hrergewerkschaft GDL im Verbund mit dem Fahrgastverband Pro Bahn die Unionsvorschl&auml;ge <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/bahn-aufspaltung-union-reaktionen-gdl-fahrgastverband-101.html\">prompt begr&uuml;&szlig;te<\/a>.<\/p><p>&bdquo;Die Statements der Zerschlagungsf&uuml;rsprecher reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette&ldquo;, bemerkte Carl Wa&szlig;muth, Sprecher beim B&uuml;ndnis <a href=\"https:\/\/bahn-fuer-alle.de\/\">&bdquo;Bahn f&uuml;r Alle&ldquo;<\/a>, am Donnerstag gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em> (<em>NDS<\/em>). So entstehe der Eindruck, die Forderung werde &bdquo;von allen Seiten&ldquo; geteilt. &bdquo;In Wirklichkeit sind es aber nur wenige Kr&auml;fte, die hier ein Konzept promoten, das erwiesenerma&szlig;en f&uuml;r fast alle zerst&ouml;rerisch ist &ndash; mit Ausnahme von Privatbahnbetreibern und ihren kapitalstarken Eigent&uuml;mern.&ldquo; Genauso sieht das der renommierte Bahnfachmann Winfried Wolf von der Initiative <a href=\"https:\/\/buergerbahn-denkfabrik.org\/\">&bdquo;B&uuml;rgerbahn &ndash; Denkfabrik f&uuml;r eine starke Schiene&ldquo;<\/a>: &bdquo;Klar, die FDP spielt jetzt mit der Union und der Monopolkommission &uuml;ber die Bande&ldquo;, sagte er den <em>NDS<\/em>. &bdquo;Fehlen nur noch die Gr&uuml;nen, damit die SPD v&ouml;llig isoliert dasteht.&ldquo;<\/p><p><strong>Ampel will Aufspaltung<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich haben sich die Ampelparteien l&auml;ngst selbst eine Zerschlagung des Staatskonzerns auf die Fahnen geschrieben. Nach dem Wortlaut des rot-gr&uuml;n-gelben Koalitionsvertrags sollen die Bereiche DB Netz, DB Station und Service &bdquo;innerhalb des Konzerns zu einer neuen, <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Koalitionsvertrag\/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf\">gemeinwohlorientierten Infrastruktursparte<\/a> zusammengelegt&ldquo; werden. Die Hoheit dar&uuml;ber h&auml;tte zwar der Bund inne, und die erzielten Gewinne fl&ouml;ssen erkl&auml;rterma&szlig;en in den Ausbau der Schiene, gleichwohl solle die Gesellschaft &bdquo;zu 100 Prozent im Eigentum der Deutschen Bahn als Gesamtkonzern&ldquo; verbleiben. Wie es hei&szlig;t, ist Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) intensiv damit befasst, die Sparte als GmbH unter dem Namen InfraGO bis 1. Januar 2024 aufs Gleis zu setzen.<\/p><p>Das Problem dabei: Das Konzept ist zwar weniger radikal als das Modell von Union, FDP, BRH und Monopolkommission. Das allein macht es aber noch nicht gut. Der Hauptunterschied liegt darin, dass die DB als wenigstens formell integrierte Gesamtheit erhalten bliebe, wogegen das andere Rezept die &bdquo;v&ouml;llige Aufl&ouml;sung des Zusammenhalts der Deutschen Bahn zur Folge h&auml;tte zugunsten einer reinen Wettbewerbsstruktur&ldquo;, wie Wolf klarstellte. Mehr Konkurrenz auf der Schiene soll aber auch der Koalitionsbeschluss bringen. &bdquo;Die Eisenbahnverkehrsunternehmen werden markt- und gewinnorientiert im Wettbewerb weitergef&uuml;hrt&ldquo;, liest man dazu im Ampelkontrakt. Durchaus denkbar w&auml;re unter den Bedingungen der InfraGO, dass selbst der Fernverkehr im Ausschreibungsverfahren vergeben und so das DB-Monopol geknackt wird. Die Deutsche Bahn w&auml;re dann nur noch ein Nutzer von Netz und Bahnh&ouml;fen unter vielen und w&uuml;rde absehbar geschrumpft.<\/p><p><strong>Von wegen &bdquo;integrierter Konzern&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nicht belastbar erscheint vor diesem Hintergrund auch die Ansage im Koalitionsvertrag, den &bdquo;integrierten Konzern inklusive des konzerninternen Arbeitsmarktes im &ouml;ffentlichen Eigentum (zu) erhalten&ldquo;. Laut einer Studie von &bdquo;Bahn f&uuml;r Alle&ldquo; enthalte diese Zusicherung eben &bdquo;nicht das Versprechen, den Betrieb des Netzes und den Betrieb der darauf verkehrenden Z&uuml;ge nicht auf unterschiedliche Firmen aufzuteilen oder zumindest diese Teilung nicht zu verst&auml;rken&ldquo;. Vielmehr handele es sich um eine <a href=\"https:\/\/bahn-fuer-alle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/bahn_fuer_alle_studie_netz_und_betrieb_juni_2022.pdf\">&bdquo;inhaltsleere Floskel&ldquo;<\/a>. Die besagte Analyse ist im Kern der Frage gewidmet, ob eine Trennung von Netz und Betrieb &bdquo;das Risiko der Privatisierung von Teilst&uuml;cken, insbesondere des Betriebs, signifikant&ldquo; erh&ouml;he. Im Lichte der Erfahrungen aus dem Ausland wird das eindeutig bejaht. Seit 30 Jahren bef&auml;nden sich die europ&auml;ischen Bahnsysteme in einem Prozess, in dem seitens der EU &bdquo;vertikale Trennungen und Liberalisierungen&ldquo; forciert w&uuml;rden. &bdquo;Formelle, funktionale und materielle Privatisierungen sind die Folge.&ldquo;<\/p><p>Anders als &bdquo;Bahn f&uuml;r Alle&ldquo; sieht &bdquo;B&uuml;rgerbahn&ldquo; in der Koalitionsvereinbarung durchaus eine &bdquo;Chance f&uuml;r einen Neuanfang&ldquo;, wenngleich unter <a href=\"https:\/\/buergerbahn-denkfabrik.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Altgesch_Bericht_2023_WEB-komprimiert.pdf\">Bedingungen<\/a>, die die Politik kaum erf&uuml;llen wird. Man bef&uuml;rworte nicht das Ampel-Modell, &bdquo;unter anderem, weil dort DB Energie in der neuen Infrastrukturgesellschaft fehlt und weil der Begriff &sbquo;gemeinwohlorientiert&lsquo; dehnbar ist&ldquo;, erkl&auml;rte Wolf zuletzt im Interview mit dem Portal <em><a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Streiks-und-Zerschlagungsplaene-Es-gibt-nicht-die-Bahn-Es-gibt-ein-buntes-System-Schiene-8973151.html\">Telepolis<\/a><\/em>. &bdquo;Doch der Vorschlag kommt unter den gegebenen Kr&auml;fteverh&auml;ltnissen unseren Vorstellungen am n&auml;chsten.&ldquo; Im <em>NDS<\/em>-Gespr&auml;ch bekr&auml;ftigte Wolf dann auch die Festlegungen im Koalitionsvertrag: &bdquo;Dort steht: Erhalt des Konzerns. Zusammenlegung der Infrastruktur in eine neue, &sbquo;gemeinwohlorientierte&lsquo; Gesellschaft, keine Gewinnabf&uuml;hrung an die Holding.&ldquo; Was Union und FDP wollten, h&auml;tte sich schon im Fall der Post und des Gesundheitswesens als falsch herausgestellt. &bdquo;Und es ist erst recht falsch im Bereich Schiene, wie das Chaos im Schienenpersonennahverkehr zeigt&ldquo;, beklagte Wolf.<\/p><p><strong>Ablenkungsman&ouml;ver<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Wa&szlig;muth sind die Attacken gegen den Koalitionsvertrag selbst nur ein Ablenkungsman&ouml;ver. &bdquo;Der eigentliche Skandal ist, dass aktuell intensiv die Zerschlagung der Bahn vorbereitet wird, und nicht, dass Lobbyisten das gerade konzertiert fordern und dabei F&uuml;rsprecher in Parteien und Institutionen finden.&ldquo; Werden die Maximalforderungen wom&ouml;glich nur deshalb unters Volk gejubelt, um die eingeschlagene Linie als &bdquo;moderat&ldquo; erscheinen zu lassen? Das w&uuml;rde sich mit fr&uuml;heren Kampagnen decken, etwa bei der Anbahnung der &bdquo;Autobahn GmbH des Bundes&ldquo;, die vor zwei Jahren die Fernstra&szlig;enverwaltung der Bundesl&auml;nder &uuml;bernommen hat. Auch damals verlangten Hardliner eine materielle Privatisierung, und nach allerlei Aufregung bei SPD-Basis und Gewerkschaften setzte die gro&szlig;e Koalition das &bdquo;kleinere &Uuml;bel&ldquo; einer funktionalen Privatisierung unter dem Dach einer privatrechtlichen Bundesgesellschaft ins Werk. Genau diese Konstruktion ist es, die der Union jetzt als Vorbild f&uuml;r die Bahn dient, obwohl derselbe Laden bis heute damit f&uuml;r <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/autobahngesellschaft-kein-licht-am-ende-des-tunnels-frust-bei-mitarbeitern-der-autobahn-gmbh\/28780108.html\">Schlagzeilen<\/a> sorgt, massenhaft Steuergeld zu verpulvern und seinen Aufgaben nicht nachzukommen, sowie neuerdings mit Vorw&uuml;rfen der <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/autobahngesellschaft-aufsichtsrat-der-autobahn-bremst-wissing-aus\/29117680.html\">Vetternwirtschaft<\/a> konfrontiert wird.<\/p><p>Die Vorg&auml;nge liefern ein starkes Argument mehr gegen jedwede Form der DB-Zerlegung. In &Ouml;sterreich verstrichen beim Aufbau der mit der &bdquo;Autobahn GmbH&ldquo; vergleichbaren &bdquo;Autobahnen- und Schnellstra&szlig;en-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) nicht weniger als neun Jahre. Man muss sich fragen, wie lange es dauert, eine Gesellschaft bis zur Funktionsreife hochzuziehen, die ein Schienennetz mit einem Anlageverm&ouml;gen von fast 200 Milliarden Euro verwalten soll. Bei der Umstrukturierung w&uuml;rden nicht nur mehrere Jahre ins Land gehen, vor allem kostete dies Unsummen an Geld, das doch eigentlich so dringend f&uuml;r die Ert&uuml;chtigung des Schienennetzes gebraucht wird. Bei &bdquo;Bahn f&uuml;r alle&ldquo; ist man sich sicher, dass der Konzernumbau der Generalsanierung des Netzes vorangestellt w&uuml;rde. K&auml;me es so, drohe das Projekt &bdquo;Klimabahn&ldquo; um wertvolle und vielleicht &uuml;berlebenswichtige Zeit zur&uuml;ckgeworfen zu werden.<\/p><p><strong>Verkehrsforscher f&uuml;r Zusammenf&uuml;hrung<\/strong><\/p><p>Erst recht gilt dies, sofern der Wettbewerb auf der Schiene wie geplant noch gepusht wird und mit der Zerkl&uuml;ftung noch mehr der Synergien verlorengehen, wie sie beim System &bdquo;Netz und Betrieb aus einer Hand&ldquo; bestehen. Hier offenbaren sich der ganze Widersinn und die Verlogenheit der Diskussion. Ohne Beleg versucht man, den Menschen als reine Wahrheit aufzutischen, die Deutsche Bahn lasse sich in ihrer aktuellen Struktur nicht steuern. &bdquo;Das ist Unsinn&ldquo;, betonte Wa&szlig;muth. &bdquo;Volker Wissing k&ouml;nnte sich den DB-Vorstand jeden Tag zum Rapport ins Ministerium einbestellen und seine Forderungen zur Niederschrift diktieren. Und wenn sie nicht spurt, k&ouml;nnte er die F&uuml;hrung austauschen.&ldquo; Woran es wirklich fehle, sei der politische Wille, die Bahn im Sinne des Gemeinwohls zu steuern. Statt sie zu zerschlagen, m&uuml;sse sie als Ganzes gemeinn&uuml;tzig werden, bekr&auml;ftigte der Aktivist. &bdquo;Das ist eine kleine, leicht umzusetzende Ver&auml;nderung &ndash; die ungemein wichtige, weitreichende Folgen h&auml;tte. Gewinne m&uuml;ssten reinvestiert werden. Und Klimaschutz k&ouml;nnte Unternehmensziel sein.&ldquo;<\/p><p>Solche Stimmen finden in den Leitmedien bislang praktisch kein Geh&ouml;r. Immerhin ein Abweichler vom Zerschlagungs-Blabla schaffte es dieser Tage, zu Wort zu kommen &ndash; der Mobilit&auml;tsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin f&uuml;r Sozialforschung (WZB). Dem <em><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/radio\/mobilitaetsforscher-unbedingter-willen-die-bahn-fit-zu-machen-fehlt-100.html\">SWR<\/a><\/em> sagte er: &bdquo;Im Moment ist die Bahn zerfleddert, sie ist in Einzelunternehmen aufgeteilt, die Wertsch&ouml;pfungsketten sind auseinandergerissen, um sie am Markt (&hellip;) &uuml;ber den Wettbewerb zu optimieren. Wir brauchen wieder eine Bahn, eine Bundesbahn oder eine Reichsbahn, die aus einem Guss ist und auch gegen&uuml;ber dem Kunden in der Verantwortung steht.&ldquo; Ferner &auml;u&szlig;erte er bei <em><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Experte-warnt-vor-Zerschlagung-der-Deutschen-Bahn-article24074122.html\">n-tv<\/a><\/em>: &bdquo;Wir m&uuml;ssen jetzt alle Elemente, alle Konzernteile wieder zusammenf&uuml;gen.&ldquo;<\/p><p>Von den Regierenden will das keiner, nicht einmal die SPD. Und doch bleibt es wohl wieder einmal an ihr h&auml;ngen, die Bahn vor den Attacken der Bahnzerst&ouml;rer zu &bdquo;retten&ldquo;. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat schon Bereitschaft signalisiert, &bdquo;den Prozess mitzugestalten&ldquo;.<\/p><p>Kennt man ja: Ende gut, alles schlecht!<\/p><p>Titelbild: Tupungato\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Zum Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96595\">&bdquo;Wenn die Bahn f&uuml;r alle da sein soll, muss die Zerschlagung verhindert werden.&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/bahn-fuer-alle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/bahn_fuer_alle_studie_netz_und_betrieb_juni_2022.pdf\">Kurzstudie: &bdquo;Die Bahn in Deutschland: Trennung von Netz und Betrieb zu Lasten von Klima, Fahrg&auml;sten und Besch&auml;ftigten?&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/bahn-fuer-alle.de\/zerschlagung-stoppen-privatisierung-verhindern\/\">Unterschriftensammlung: &bdquo;Zerschlagung stoppen, Privatisierung verhindern&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/bahn-fuer-alle.de\/zerschlagung-stoppen-privatisierung-verhindern\/#unterschreiben\">Zerschlagung stoppen, Privatisierung verhindern.<\/a><\/li>\n<\/ul><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/5045829390394707b58fb3b499932109\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chor der Bahn-Zertr&uuml;mmerer wird vielstimmiger und lauter. Immer mehr Akteure fordern eine Zerlegung des Staatskonzerns in Netz und Betrieb bei nat&uuml;rlich noch mehr Wettbewerb. Die Kampagne ist so durchsichtig wie der Ausgang absehbar. Je radikaler die Begehrlichkeiten, desto leichter l&auml;sst sich das durchsetzen, was die Ampelparteien l&auml;ngst vorbereiten: die Zerschlagung unter dem DB-Dach. Die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96919\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":96921,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,28,73],"tags":[268,1903,847,3374,2709,2479],"class_list":["post-96919","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-privatisierung","category-verkehrspolitik","tag-deutsche-bahn","tag-gemeinwohl","tag-rechnungshof","tag-unternehmensspaltung","tag-wassmuth-carl","tag-wolf-winfried"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Shutterstock_68579086.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96919","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=96919"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96919\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97018,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96919\/revisions\/97018"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/96921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=96919"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=96919"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=96919"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}