{"id":9696,"date":"2011-06-08T08:43:51","date_gmt":"2011-06-08T06:43:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9696"},"modified":"2011-06-08T10:00:35","modified_gmt":"2011-06-08T08:00:35","slug":"hinweise-des-tages-1400","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9696","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Sch&auml;uble fordert Umschuldung Griechenlands; Wie Griechenland mit fragw&uuml;rdigen Subventionen Anleger anlockt; Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung &ndash; eine stille neoliberale Revolution; &ldquo;Die Welt ist ein sehr ungleiches Land&rdquo;; Die Rente der &bdquo;Generation Praktikum&ldquo;; Fachkr&auml;ftemangel: Warten auf die fetten Jahre; Umlageverfahren ohne Alternative; FDP beschenkt &Auml;rzte; Eisenbahnnetz in Europa schrumpft weiter &ndash; Deutschland ist im EU-Vergleich Drittletzter; Die Stimmen der Herren; Neue Regierung, alte Vorgaben: Austausch der Machtlosen in Portugal; WZB: Einfluss der Nichtw&auml;hler auf die Regierungsbildung ist geringer als angenommen; Gekaufte Freiheit &ndash; Wer bezahlt die deutsche Forschung?; Privatisierung im Hochschulbereich; Volksz&auml;hler zum Nulltarif; Zu wenig Geld f&uuml;r eine Nachricht; Wenn Zeitungen dumm machen (KR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Sch&auml;uble fordert Umschuldung Griechenlands<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Wie Griechenland mit fragw&uuml;rdigen Subventionen Anleger anlockt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung &ndash; eine stille neoliberale Revolution<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">&ldquo;Die Welt ist ein sehr ungleiches Land&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Die Rente der &bdquo;Generation Praktikum&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Fachkr&auml;ftemangel: Warten auf die fetten Jahre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Umlageverfahren ohne Alternative<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">FDP beschenkt &Auml;rzte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Eisenbahnnetz in Europa schrumpft weiter &ndash; Deutschland ist im EU-Vergleich Drittletzter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die Stimmen der Herren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Neue Regierung, alte Vorgaben: Austausch der Machtlosen in Portugal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">WZB: Einfluss der Nichtw&auml;hler auf die Regierungsbildung ist geringer als angenommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gekaufte Freiheit &ndash; Wer bezahlt die deutsche Forschung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Privatisierung im Hochschulbereich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Volksz&auml;hler zum Nulltarif<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Zu wenig Geld f&uuml;r eine Nachricht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wenn Zeitungen dumm machen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9696&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sch&auml;uble fordert Umschuldung Griechenlands<\/strong><br>\nIn einem Schreiben an seine EU-Amtskollegen und den Internationalen W&auml;hrungsfonds, das der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegt, spricht sich der deutsche Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble f&uuml;r weitere Milliardenhilfen an Griechenland und f&uuml;r eine Umschuldung aus. Sonst drohe &ldquo;der erste ungeordnete Bankrott&rdquo; eines Landes in der Eurozone.<br>\nDie Bundesregierung hat erstmals offen einger&auml;umt, dass Griechenland ein weiteres milliardenschweres Hilfsprogramm und eine Umschuldung ben&ouml;tigt. Ohne ein solches Paket drohe &ldquo;der erste ungeordnete Bankrott&rdquo; eines Euro-Landes, hei&szlig;t es in einem Brief von Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble, der der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegt. An der Umschuldung m&uuml;ssten sich auch die privaten Gl&auml;ubiger, also etwa Banken, beteiligen. Sie sollen sieben Jahre l&auml;nger auf die R&uuml;ckzahlung ihres Geldes warten. [&hellip;] Sch&auml;ubles zweiseitiges Schreiben ist an seine EU-Amtskollegen, den Pr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet war, EU-Finanzkommissar Olli Rehn und den amtierenden Direktor des Internationalen W&auml;hrungsfonds&rsquo; (IWF), John Lipsky, gerichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/schreiben-des-finanzministers-an-europaeische-kollegen-und-den-iwf-schaeuble-fordert-umschuldung-griechenlands-1.1106279\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Sch&auml;uble wei&szlig;, dass er damit die Spekulation weiter anheizt und damit das Problem versch&auml;rft statt es zu l&ouml;sen. Er muss wissen, dass ein Brief, den er so weit streut (siehe oben) auch an die Medien gelangt. An diesem Fall wird einmal mehr sichtbar, dass es uns an einem Instrument fehlt, mit dem solche unverantwortlichen und zumindest objektiv den Spekulanten dienende Politiker zur Rechenschaft gezogen werden k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wie Griechenland mit fragw&uuml;rdigen Subventionen Anleger anlockt<\/strong><br>\nWie Griechenland mit fragw&uuml;rdigen Subventionen Anleger anlockt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/-\/id=233454\/did=8151092\/pv=video\/nid=233454\/1nnm181\/index.html\">Report Mainz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung &ndash; eine stille neoliberale Revolution<\/strong><br>\nW&auml;hrend die Notwendigkeit besserer und verst&auml;rkter wirtschaftspolitischer Koordinierung und Steuerung innerhalb der EU weitgehend unbestritten ist, geht dieser Artikel den Fragen nach dem Prozedere und der inhaltlichen Substanz der Vorschl&auml;ge nach. Wie zu diskutieren und zu zeigen sein wird, sind sowohl hinsichtlich der Ausgestaltung der vorgeschlagenen Instrumente und Prozesse als auch hinsichtlich des Zustandekommens der neuen Regelungen aus wirtschafts- und demokratiepolitischer Perspektive grundlegende Einw&auml;nde anzumelden. Diese Ma&szlig;nahmen haben gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftspolitischen Spielr&auml;ume der MS (Mitgliedsstaaten), sie stellen de facto Eingriffe in die Budgethoheit und eine Umgehung von demokratischen Mechanismen in MS und auf EU Ebene dar. &raquo;Unverantwortliche&laquo; Mitgliedstaaten sollen st&auml;rker &raquo;diszipliniert&laquo; werden. Der bisherige wirtschaftspolitische Kurs soll mit noch gr&ouml;&szlig;erer Vehemenz und Geschwindigkeit durchgesetzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.beigewum.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Kurswechsel-1-2011-Klatzer-Schlager.pdf\">Kurswechsel 1\/2011 [PDF &ndash; 301 KB]<\/a>\n<p>Nochmals:<\/p>\n<p><strong>Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung<\/strong><br>\nDer Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Kommission (EK), Jos&eacute; Manuel Barroso, spricht von einer stillen Revolution. Unter dem Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit und ohne breite demokratische Diskussion wollen die EU- Regierungen den Wirtschafts- und Stabilit&auml;tspakt weiter versch&auml;rfen und der EU-Kommission weit reichende Rechte zur Durchsetzung zugestehen, so das B&uuml;ndnis &bdquo;Wege aus der Krise&ldquo; auf ihrer Website.<br>\nUnter massivem Zeitdruck und weitgehend unbeachtet von der &Ouml;ffentlichkeit soll in Br&uuml;ssel (voraussichtlich 8.6.) eine weit reichende Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung beschlossen werden. Deren Folgen w&auml;ren: K&uuml;rzungen bei L&ouml;hnen und Sozialleistungen, Abbau der &ouml;ffentlichen Dienste, niedrigere Steuern f&uuml;r gro&szlig;e Unternehmen und Angriffe auf die ArbeitnehmerInnenrechte, warnen zivilgesellschaftliche Initiativen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksoe.at\/gp\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=249&amp;Itemid=28%20\">ksoe<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&ldquo;Die Welt ist ein sehr ungleiches Land&rdquo;<\/strong><br>\nDie Weltwirtschaft w&auml;chst und w&auml;chst und w&auml;chst. Doch nicht jeder profitiert. Im Gegenteil: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Ungleichheit weltweit vergr&ouml;&szlig;ert, kritisiert Juan Somavia, Chef der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. An diesem Trend habe auch die j&uuml;ngste Krise nichts ge&auml;ndert. Seitdem Banken und Finanzm&auml;rkte gerettet seien, kehrten viele Regierungen wieder zu ihrer alten Politik zur&uuml;ck. &ldquo;Es sieht so aus, als seien manche Finanzinstitute zu gro&szlig;, um zu scheitern&rdquo;, sagte Somavia, &ldquo;w&auml;hrend viele Menschen zu klein sind, um eine Rolle zu spielen.&rdquo;<br>\nInsgesamt gesehen wird die Welt tats&auml;chlich immer reicher. Nach Berechnungen der UN-Arbeitsorganisation stieg seit 1980 weltweit die durchschnittliche Wirtschaftsleistung pro Person um 40 Prozent. &ldquo;Durchschnittswerte sind aber nicht das, was die meisten Menschen erfahren&rdquo;, so Somavia. &ldquo;Die M&auml;rkte haben tendenziell ungleiche Ergebnisse produziert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0607\/wirtschaft\/0040\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Rente der &bdquo;Generation Praktikum&ldquo; &ndash; Das Fundament der Altersarmut 2050 wird jetzt gelegt \/ Rente mit 69 ist der falsche Weg<\/strong><br>\nDer Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) hat der Bundesregierung Mitte Mai eine Expertise zu den &bdquo;Herausforderungen des demografischen Wandels&rdquo; vorgelegt. Im Ergebnis der Untersuchung fordern die f&uuml;nf &bdquo;Wirtschaftsweisen&rdquo; von der Bundesregierung nicht nur ein Festschreiben der umstrittenen Erh&ouml;hung des Renteneintrittalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029, sondern zus&auml;tzlich in den Jahren 2045 und 2060 die nochmalige Erh&ouml;hung des Rentenalters auf zun&auml;chst 68 und sp&auml;ter 69 Jahre.<br>\nIn dem Gutachten zeichnet der Sachverst&auml;ndigenrat Schreckensbilder zuk&uuml;nftiger Belastung durch Sozialabgaben und Staatsverschuldung: &bdquo;Ohne Konsolidierungserfolge l&auml;ge die Schuldenstandsquote im Jahr 2060 bei etwa 270 Prozent mit massiven Verteilungsproblemen zu Lasten k&uuml;nftiger Generationen&rdquo;, mahnen die Gutachter.<br>\nLinke &Ouml;konomen halten dies f&uuml;r Panikmache. Die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik hatte bereits in ihrem Memorandum 2009 ausf&uuml;hrlich dargelegt, dass der vermeintliche Sachzwang Demografie &uuml;berhaupt nicht als Begr&uuml;ndung f&uuml;r einen sp&auml;teren Renteneintritt ausreicht. Produktivit&auml;tsentwicklung mit angemessenen Lohnsteigerungen sowie Vollbesch&auml;ftigung k&ouml;nnen mit Hilfe des bew&auml;hrten Umlageverfahrens diesen Demografiefaktor ausreichend kompensieren.<br>\nV&ouml;llig unbeachtet bleibt im SVR-Gutachten auch, dass mit der gegenw&auml;rtigen Wirtschafts- und Sozialpolitik der Grundstein f&uuml;r Altersarmut der heute 20- bis 30-J&auml;hrigen gelegt wird. So fehlen f&uuml;r die in das Arbeitsleben eintretende Generation ausreichend Arbeitspl&auml;tze. F&uuml;r die etwa zehn Millionen Personen dieser Altersgruppe stehen lediglich 5,2 Millionen Vollzeit- und 1,3 Millionen Teilzeitarbeitspl&auml;tze zur Verf&uuml;gung. Darunter befinden sich 350.000 Personen, die eine Teilzeitstelle nur deshalb &uuml;bernommen haben, weil eine Vollzeitstelle nicht zu finden war&hellip;<br>\nDer Sachverst&auml;ndigenrat h&auml;tte eine sinnvollere Arbeit f&uuml;r die gegenw&auml;rtige junge Generation leisten k&ouml;nnen &ndash; wenn er sich nicht mit ausgedachten Problemen der Jahre um 2060 und sp&auml;ter besch&auml;ftigt h&auml;tte, sondern mit den aktuellen Problemen junger Menschen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www2.alternative-wirtschaftspolitik.de\/uploads\/m1711.pdf\">Wolfgang K&uuml;hn Arbeitsgruppe alternative Wirtschaftspolitik [PDF &ndash; 55.7 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel: Warten auf die fetten Jahre<\/strong><br>\nLiest man die Zeitungen und Zeitschriften, dann leidet Deutschland unter einem enormen Fachkr&auml;ftemangel. Also: Arbeitslosigkeit, ade? Hartz IV war einmal, Armut gibt es nicht mehr, denn K&ouml;nigin Fachkraft diktiert die Preise f&uuml;r ihre Ware Arbeitskraft. Die Profite schrumpfen, Aktion&auml;re gehen leer aus. An allen Ecken und Enden fehlt es an Ingenieuren, es herrschen Pflegenotstand und &Auml;rzteschwund, Erzieher werden h&auml;nderingend gesucht. Und wie es erst in den Jahren 2030, 2040 oder 2050 aussehen mag? Umsonsteinkauf im Supermarkt, weil keine Kassierer zu finden sind? Textfreie Zeitungen, weil die Journalisten fehlen? Sch&ouml;n w&auml;r&rsquo;s.<br>\nLese ich dagegen meine aktuellen Honorarabrechnungen in der real existierenden Gegenwart, sieht die Welt ganz anders aus. Seit zehn Jahren war da kaum eine Erh&ouml;hung zu verzeichnen, trotz allen demografischen Wandels. Ein Kollege, der bei einem Lokalblatt den g&uuml;ltigen Tarif gefordert hatte, wurde gefeuert &ndash; allem Fachkr&auml;ftemangel zum Trotz. In meinem Nebenjob als Sozialp&auml;dagoge sehen die Erfahrungen nicht anders aus. Fast schon niedlich wirkte da der neue FDP-Chef Philipp R&ouml;sler, als er k&uuml;rzlich die Pflegeunternehmen aufforderte, ihren Besch&auml;ftigten mehr als den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Als Marktliberaler m&uuml;sste es f&uuml;r ihn eine Selbstverst&auml;ndlichkeit sein, dass G&uuml;terknappheit zu Preissteigerung f&uuml;hrt, dazu brauchte es keine Ratschl&auml;ge eines Ministers. Stagnieren oder fallen gar die Preise oder L&ouml;hne hingegen, kann das Gut nicht allzu begehrt sein. &ldquo;Die Lohnentwicklung l&auml;sst also keinen verbreiteten Fachkr&auml;ftemangel erkennen. Vielmehr scheint es mit Blick auf die L&ouml;hne mehr als hinreichend Fachkr&auml;fte zu geben&rdquo;, erkannten die Wirtschaftsforscher vom DIW deshalb schon im vergangenem Herbst glasklar. Der von der Arbeitgeberlobby ausgerufene Mangel l&auml;sst sich statisch kaum nachweisen. Er basiert vielmehr auf kleinen Stichprobe-Umfragen, Sch&auml;tzungen und Vermutungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F06%2F07%2Fa0104&amp;cHash=1ee11a6238\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Umlageverfahren ohne Alternative<\/strong><br>\nDas zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung verwendete Umlageverfahren ist nach Ansicht des Vorsitzenden des Sozialbeirats der Bundesregierung, Franz Ruland, &ldquo;ohne Alternative&rdquo;. In der Neuausgabe des &ldquo;Handbuchs der Rentenversicherung&rdquo; begr&uuml;ndet Ruland seine Einsch&auml;tzung damit, dass f&uuml;r eine Kapitalabdeckung der Anspr&uuml;che an die Rentenversicherung inzwischen &ldquo;&uuml;ber acht Billionen Euro (8.000 Milliarden, Anm. d. Red.) notwendig&rdquo; seien. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2011 umfasst nach Angaben des Bundesfinanzministeriums knapp 306 Milliarden Euro, also nicht einmal vier Prozent des ben&ouml;tigten Deckungskapitals. Bei einer solchen Verm&ouml;gensmasse &ldquo;w&uuml;rden sich die Unterschiede zwischen dem Kapitaldeckungs- und dem Umlageverfahren weitgehend vermischen&rdquo;, so dass sie letztlich &ldquo;nicht zu realisieren&rdquo; sei, so Ruland. Die Renten k&ouml;nnten in diesem Fall wieder &ldquo;nur aus dem laufenden Bruttosozialprodukt erwirtschaftet&rdquo; werden. Das gebundene Kapital k&ouml;nne dann selbst &ldquo;keinen Beitrag mehr zur Finanzierung der Renten leisten&rdquo;, argumentiert Ruland, der bis 2005 Chef des fr&uuml;heren Verbandes Deutscher Rentenversicherungstr&auml;ger war. Das Umlageverfahren sei daher f&uuml;r den Gesetzgeber &ldquo;ein Weg ohne Umkehr&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/magazin\/nachrichten\/rente\/news-single\/article\/umlageverfahren-ohne-alternative.html\">Ihre Vorsorge<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Der letzte Satz lautet: &bdquo;Aufgrund der jeweiligen St&auml;rken und Schw&auml;chen der Finanzierungsformen gehe es heute &ldquo;nicht mehr um ein &lsquo;Entweder &ndash; Oder&rsquo;, sondern um das richtige Mischungsverh&auml;ltnis&rdquo; von Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren.&ldquo; Das musste der Autor offenbar schreiben, um eine Genehmigung f&uuml;r diesen Text zu erhalten &ndash; in dem keine einzige Schw&auml;che des Umlageverfahrens benannt wird. NachDenkseiten-Leser wissen warum: Die Altersvorsorge per Kapitaldeckungsverfahren ist grunds&auml;tzlich der falsche Weg, da unsicher und teuer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>FDP beschenkt &Auml;rzte<\/strong><br>\nDie Krankenkassen schlagen Alarm: Gesundheitsminister Bahr (FDP) wolle den deutschen Medizinern um bis zu zehn Prozent h&ouml;here Honorare gew&auml;hren &ndash; eine &ldquo;Gelddruckmaschine&rdquo;, so die Kassen. &Auml;rzte geh&ouml;ren zu den wichtigsten W&auml;hlern der Liberalen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/fdp-beschenkt-aerzte\/-\/1472596\/8534676\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Eisenbahnnetz in Europa schrumpft weiter &ndash; Deutschland ist im EU-Vergleich Drittletzter<\/strong><br>\nDas Schienennetz in Europa schrumpft weiter. Das geht aus bisher unver&ouml;ffentlichten Zahlen der EU-Kommission hervor, wonach das Eisenbahnnetz der EU 27 im Laufe der letzten zehn Jahre um 2,2 Prozent k&uuml;rzer geworden ist. Im gleichen Zeitraum wuchs das europ&auml;ische Autobahnnetz um 22 Prozent. Beim Netzabbau rangiert Deutschland mit einem Minus von 7,9 Prozent bei den Bundesschienenwegen an drittletzter Stelle. Nur Polen (minus 12,4 Prozent) und Lettland (minus 19,2 Prozent) schrumpften ihre Schieneninfrastruktur von 2000 bis 2009 noch st&auml;rker als Deutschland. &bdquo;Diese Demontage ist trotz aller Sonntagsreden zur F&ouml;rderung des Schienenverkehrs leider politisch gewollt&ldquo;, sagte der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110608_bundesschienennetz.jpg\" alt=\"Bundesschienennetz\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.allianz-pro-schiene.de\/d2311\">Allianz pro Schiene<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Stimmen der Herren<\/strong><br>\nDer Bundestag ber&auml;t und wird beraten &ndash; von Experten aus der Atomlobby. In beiden Anh&ouml;rungen sollen Stefan Kohler, Chef der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur (Dena), und Hildegard M&uuml;ller, Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Rede und Antwort stehen. W&auml;hrend bei M&uuml;ller klar ist, dass sie Lobby-Interessen vertreten muss, gilt Kohler als unabh&auml;ngiger Experte. Das stimmt f&uuml;r Kohler aber ebenso wenig wie f&uuml;r Joachim Knebel vom Karlsruher Institut f&uuml;r Technologie (KIT), den die FDP geladen hat. Der Etat von Kohlers Dena wird nicht unwesentlich von den gro&szlig;en Energiekonzernen bestritten.  Er d&uuml;rfte auch am Mittwoch wieder vor Stromausf&auml;llen warnen. Von der Dena stammt eine viel zitierte, allerdings auch angezweifelte Studie, die durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und mangelnden Leitungsbau eine &bdquo;Stroml&uuml;cke&ldquo; prognostiziert hat.<br>\nDer Experte Knebel wiederum spricht f&uuml;r das ehemalige Kernforschungszentrum Karlsruhe. Das KIT ist oder war Mitglied in nahezu allen Lobbyorganisationen der Atomwirtschaft. Das hat die Bundesregierung auf eine Anfrage der gr&uuml;nen Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl geantwortet. Die Mitgliedschaften in der europ&auml;ischen und amerikanischen Atomlobby beendete das KIT im Jahr 2000 beziehungsweise schon 1997. Bis heute bezahlt das KIT aber Mitgliedsbeitr&auml;ge bei der VGB Powertech, die seit Wochen versucht, die Atomkatastrophe in Fukushima zu relativieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/die-stimmen-der-herren\/4262216.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Neue Regierung, alte Vorgaben: Austausch der Machtlosen in Portugal<\/strong><br>\n40 Prozent der Portugiesen haben am Sonntag gar nicht erst gew&auml;hlt &ndash; sie glauben nicht an Ver&auml;nderungen. In der Tat haben EU, IWF und die drei gr&ouml;&szlig;ten Parteien Portugals bereits vor der Wahl ein hartes Sanierungsprogramm ausgehandelt. Ein Notkredit von 78 Milliarden Euro soll Portugals Zahlungsf&auml;higkeit in den n&auml;chsten drei Jahren sichern. Im Gegenzug m&uuml;ssen die Staatsausgaben weiter gekappt werden. Es sind K&uuml;rzungen beim Arbeitslosengeld, den Renten und im Gesundheitssystem vorgesehen und h&ouml;here Steuern. Die Mehrwertsteuer betr&auml;gt bereits &uuml;ppige 23 Prozent, Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst wurden schon gestutzt. Und das bei Durchschnittsl&ouml;hnen von kaum mehr als 1000 Euro brutto im Monat. Es drohen also sehr harte Zeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/austausch-der-machtlosen-in-portugal\/4258064.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Hoffnung, dass sich die W&auml;hler von den drei gro&szlig;en Parteien abwenden k&ouml;nnten und sich damit gegen das Spardiktat von EU-Kommission, EZB und IWF aussprechen w&uuml;rden, hat sich nicht erf&uuml;llt. Kommunisten, Gr&uuml;ne und der alternative Linksblock  kamen zusammen auf knapp 13 Prozent der Stimmen. Genauso wie in Deutschland verweigern sich die W&auml;hler einer echten Protestwahl, indem sie kleinere Oppositionsparteien w&auml;hlen, die in diesem Fall ein Treffen mit Vertretern der Troika absagten, und bleiben lieber der Wahlurne fern. In einer Protestwahl geht es nicht so sehr darum die gew&auml;hlte Partei an die Macht zu bringen, sondern den anderen Parteien zu zeigen, dass sie mit ihren &ldquo;Probleml&ouml;sungen&rdquo; nicht einverstanden sind. W&uuml;rde z.B. die Linkspartei in Deutschland 20 Prozent erreichen, w&auml;ren die etablierten Parteien gezwungen sich mit zentralen Positionen der Linken wie z.B. bei der umlagefinanzierte Rente auseinanderzusetzen. &Auml;hnliches gilt nat&uuml;rlich auch, und da sollte man sich nichts vormachen, f&uuml;r ein Erstarken der Rechten.<\/em><br>\n<em>Leider ist in der Diskussion um die Ma&szlig;nahmenpakete der Troika untergegangen, dass diese nicht nur die Budgetpolitik und Privatisierungsma&szlig;nahmen betreffen, sondern Eingriffe in Arbeitnehmerrechte wie die Beschr&auml;nkung von Tarifvertr&auml;gen, die Flexibilisierung der Arbeitszeit, den Abbau des K&uuml;ndigungsschutzes und die K&uuml;rzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld beinhalten. Man sollte sich im Klaren dar&uuml;ber sein, dass solche zun&auml;chst einmal f&uuml;r bestimmte Krisenstaaten vorgesehenen Einschnitte die Grundlage f&uuml;r schwere Eingriffe in die national erk&auml;mpften Arbeitnehmerrechte der &uuml;brigen Staaten bilden k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>WZB: Einfluss der Nichtw&auml;hler auf die Regierungsbildung ist geringer als angenommen<\/strong><br>\nHaben Nichtw&auml;hler einen starken Einfluss auf die Regierungsbildung, wie oft vermutet wird? Um diese Frage zu beantworten, muss man ermitteln, wie wahrscheinlich eine Beteiligung der Nichtw&auml;hler zu einer anderen Regierungsbildung gef&uuml;hrt h&auml;tte. Diese Wahrscheinlichkeit wurde f&uuml;r alle Bundestagswahlen seit 1949 untersucht. Dabei erweist sich das politische System der Bundesrepublik in dieser Hinsicht als fehlertolerant. Nur in zwei F&auml;llen, 1994 und 2005, h&auml;tte sich bei einer weitaus h&ouml;heren Wahlbeteiligung eine andere Regierungsbildung ergeben k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wzb.eu\/sites\/default\/files\/publikationen\/wzb_mitteilungen\/wm132.19-21.pdf\">WZB [PDF &ndash; 125 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Autor der Studie, Ulrich Kohler, schreibt selbst, dass Nichtw&auml;hler mit bestimmten Eigenschaften ein &auml;hnliches Verhalten zeigen w&uuml;rden wie W&auml;hler mit den gleichen Eigenschaften, eine &bdquo;etwas gewagte Annahme&ldquo; sei.<\/em><br>\n<em>Selbst wenn diese m.E. unwahrscheinliche Annahme zutr&auml;fe, so ist die Wahlabstinenz ein Signal, dass die Nichtw&auml;hler keinen Sinn darin sehen, die eine oder andere Partei zu w&auml;hlen.<\/em><br>\n<em>Sei es, dass ihnen die jeweilige St&auml;rke der Partei egal ist, sei es, weil sie ohnehin keiner Partei (auch nicht der Partei, der sich etwa nach ihrem Status zuneigen w&uuml;rden) mehr vertrauen, dass sie die Interessen dieser Nichtw&auml;hler vertritt. Es bleibt also nach meiner Vermutung dabei, dass die drastisch sinkende Wahlbeteiligungen vor allem damit zu tun haben, dass das Vertrauen in das Funktionieren der Demokratie abgenommen hat.  Im Osten Deutschland sind nur 34 Prozent mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden, <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/unternehmen\/presselounge\/pressemitteilungen\/2008\/06\/080605_ard_deutschlandtrend_unzufriedenheit.phtml?highlight=dimap\">im Westen Deutschlands 52 Prozent<\/a>. <\/em><br>\n<em>Siehe auch <a href=\"\/?p=8292\">Demokratie von OBEN oder wie die Folgen der Politik den B&uuml;rger zum Aufbegehren brachte<\/a>.<\/em><br>\n<em>Man nehme doch als j&uuml;ngstes Beispiel nur die Wahl in Portugal, welche Alternative hatten da noch die W&auml;hler?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gekaufte Freiheit &ndash; Wer bezahlt die deutsche Forschung?<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank bezahlt ein gemeinsames Institut von Technischer Universit&auml;t und Humboldt Universit&auml;t Berlin und bestimmt mit, wie die Professuren des Stiftungsinstitutes besetzt werden und was dort geforscht und gelehrt wird. Das ist das Gegenteil des Humboldtschen Bildungsideals und der Freiheit der Forschung. Andererseits ist das aber eine logische Fortsetzung der Auftragsforschung mit noch besser eingesetzten Mitteln. So kommt es, dass Wirtschaft drin ist und Universit&auml;t drauf steht. Sollten wir es dann nicht konsequenterweise wie beim Fu&szlig;ball halten: Allianz-Arena und Deutsche-Bank-Universit&auml;t. Da wei&szlig; man wenigstens, woran man<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20110607.mp3\">hr 2 Der Tag [Audio &ndash; mp3]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Privatisierung im Hochschulbereich<\/strong><br>\nDer terti&auml;re Bildungssektor steht unter einem hohen Privatisierungsdruck. Die laufenden Grundmittel pro Studierenden sind von 2000 bis 2008 um lediglich 25 Euro bzw. 0,4 Prozent (von 7.281 Euro auf 7.306 Euro) angestiegen. Insgesamt sind die Grundmittel zwar von 13,1 auf 14,6 Milliarden Euro gewachsen; ber&uuml;cksichtigt man jedoch Preis- und Gehaltssteigerungen sowie den Anstieg der Studierendenzahlen, bedeutet dies eine massive K&uuml;rzung der Zuweisungen der L&auml;nder an die Hochschulen pro Studierenden. Zudem werden zunehmend Drittmittel sowie Beitr&auml;ge der Studierenden zur Finanzierung der Aufgaben der Hochschulen eingeworben bzw. erhoben. Auch Bund und L&auml;nder vergeben zus&auml;tzliche Finanzmittel in der Regel nur noch als Drittmittel, im Rahmen von wettbewerblich ausgeschriebenen Forschungsprogrammen und nicht mehr als institutionelle F&ouml;rderung. Zudem konzentrieren sich diese Finanzmittel in relativ umfangreichen und interdisziplin&auml;ren Forschungsprojekten, deren Ergebnisse konkrete (&ouml;konomische) Anwendungen hervorbringen sollen&hellip;<br>\nDie r&uuml;ckl&auml;ufigen Grundmittel sind Ausdruck der dominierenden neoliberalen Ideologie, die den Markt als optimalen Steuerungsmechanismus und die Privatisierung &ouml;ffentlicher Leistungen als effizient und effektiv ansieht. Daraus wird als dominanter Probleml&ouml;sungsansatz das Konzept der &ldquo;autonomen&rdquo;, unternehmerischen oder auch &ldquo;entfesselten&rdquo; Hochschule abgeleitet, die wie ein Unternehmen im Wettbewerb mit anderen Hochschulen stehen soll&hellip;<br>\nMit der voranschreitenden Umsetzung des Konzepts der &ldquo;autonomen&rdquo; Hochschule war vor allem die &ldquo;endogene Privatisierung&rdquo; des Hochschulsystems verbunden. Da die &ldquo;autonome&rdquo; Hochschule auf dem Wettbewerbsparadigma beruht, finden sich viele Strukturelemente, die ein marktf&ouml;rmiger Umbau bedingt. Grundlage der endogenen Privatisierung ist die Privatisierung der Rechtssetzung, die im Hochschulsystem vor allem vom Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) ausgeht, einem Zusammenschluss der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/Hintergrund\/privatisierung_memorandum_2011.php\">Studis Online<\/a>\n<p>Dazu passt: <\/p>\n<p><strong>Skandal&ouml;ser Kooperationsvertrag zwischen Deutscher Bank und Berliner Universit&auml;ten<\/strong><br>\n2006 gr&uuml;ndeten die beiden beteiligten Universit&auml;ten das Institut &bdquo;Quantitative Products Laboratory&rdquo;. Seitdem finanziert die Deutsche Bank die beiden Professuren des Instituts, &bdquo;Angewandte Finanzmathematik&ldquo; der HU Berlin und &bdquo;Finanzmathematik&ldquo; der TU Berlin, mit drei Millionen Euro j&auml;hrlich. Im Gegenzug f&uuml;r die Finanzierung lie&szlig; sich die Bank verschiedenste Einflussm&ouml;glichkeiten in dem Kooperationsvertrag festschreiben. Ein Vertreter der Bank sa&szlig; in den Berufungskommissionen der Professuren, die Lehrverpflichtung der Professuren wurde auf Wunsch der Bank extrem niedrig angesetzt und auch auf den Sitz des Instituts nahm die Bank Einfluss: Dieser sollte nicht zu weit von einer Einrichtung der Bank entfernt sein sollte.<br>\nSchwerwiegend sind zwei weitere andere Details des Vertrags. So m&uuml;ssen alle Ver&ouml;ffentlichungen des Instituts von der Deutschen Bank schriftlich abgesegnet werden, bevor sie publiziert werden d&uuml;rfen. Au&szlig;erdem hat die Besetzung des Lenkungsausschusses mit Wissenschaftsfreiheit nicht viel zu tun. In dem parit&auml;tisch besetzten Gremium, welches &uuml;ber die inhaltliche Ausrichtung des Instituts ber&auml;t, sitzen zwei Vertreter der Bank und zwei an den Universit&auml;ten berufene ProfessorInnen. Bei Stimmgleichheit entscheidet jedoch die Stimme des Managing Directors der Deutschen Bank, der auch den Vorsitz inne hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/05\/skandaloser-kooperationsvertrag-zwischen-deutscher-bank-und-berliner-universitaten\/%20\">LobbyControl<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Volksz&auml;hler zum Nulltarif<\/strong><br>\nIn Sachsen sind Studenten f&uuml;r den Zensus 2011 unterwegs &ndash; ganz ohne die &uuml;bliche Bezahlung. Stattdessen sollen sie Leistungspunkte zur Mithilfe motivieren, so der Plan eines Soziologieprofessors.<br>\nF&uuml;r das Studium vielleicht eine wertvolle Praxiserfahrung: Ein Soziologie-Professor der TU Dresden macht seine Studenten zu Interviewern f&uuml;r den Zensus 2011. Die Sache hat nur einen Haken &ndash; im Gegensatz zu den rund 80000 anderen Volksz&auml;hlern im Land bekommen sie kein Geld daf&uuml;r. Ihr bescheidener Lohn sind zwei Leistungspunkte im Studium. Bevor es richtig losgeht, haben die ersten schon wieder hingeschmissen. Professor Michael H&auml;der hielt es f&uuml;r eine gute Idee: Jeder angehende Soziologe der TU Dresden muss irgendwann im Studium eine praktische &Uuml;bung als Interviewer absolvieren. Warum da nicht mit der Stadt Freital zusammenarbeiten? Die s&auml;chsische Gemeinde suchte noch h&auml;nderingend Volksz&auml;hlern. [&hellip;] Noch nie h&auml;tten Studierende f&uuml;r eine praktische &Uuml;bung ein Honorar bekommen, argumentiert H&auml;der. Geld aber flie&szlig;t m&ouml;glicherweise an sein Institut. Dar&uuml;ber will der Professor mit der Stadt Freital noch verhandeln, sagt er auf Nachfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/studium\/volkszaehler-zum-nulltarif\/-\/5027854\/8531496\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Fragt sich nur, wann Professoren wie H&auml;der auf die glorreiche Idee kommen, ihre Studenten auch f&uuml;r Verkaufsgespr&auml;che in einem Call-Center oder eine Kassierer-T&auml;tigkeit bei Schlecker zu vermitteln. Arbeit gegen Leistungspunkte &ndash; damit erschlie&szlig;en sich dem unterfinanzierten Hochschulen vollkommen neue Finanzierungsm&ouml;glichkeiten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu wenig Geld f&uuml;r eine Nachricht<\/strong><br>\n10 Euro f&uuml;r eine Meldung sind genug. Das findet zumindest der Chefredakteur von pcwelt.de, wenn es um die Bezahlung seiner freien Autoren geht.<br>\nF&uuml;r wie wenig Geld sind freie Journalisten bereit zu arbeiten? Das scheinen einige Verlage immer wieder auszutesten. J&uuml;ngstes Beispiel: das Internetportal der Zeitschrift PC Welt.<br>\nDie Redaktion suchte per Rundmail freie Autoren f&uuml;r das Schreiben von News auf pcwelt.de. Die Autoren sollen sich mit IT-Themen hervorragend auskennen, sich aber zugleich mit einem Honorar von 10 Euro pro Nachricht zufriedengeben &ndash; was zu entr&uuml;steten Kommentaren in der Branche f&uuml;hrte. [&hellip;]<br>\nDer Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnte in einer Pressemitteilung vor der Ausschreibung. &ldquo;Kein freier Journalist sollte seine Leistungen zu solchen Konditionen anbieten&rdquo;, wird Bundesvorsitzender Michael Konken zitiert. F&uuml;r Texte in Onlinemedien sehen die Empfehlungen des DJV ein Honorar von 12 Cent pro Zeichen vor &ndash; im Fall der News f&uuml;r pcwelt.de, die zwischen 300 und 500 Zeichen lang sein sollen, w&auml;ren danach also zwischen 36 und 60 Euro Honorar f&auml;llig. In der Praxis ist weniger &uuml;blich: Normalerweise zahlen andere Portale um die 20 Euro f&uuml;r derartige Meldungen &ndash; etwa doppelt so viel wie pcwelt.de.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.journalist.de\/aktuelles\/meldungen\/pc-welt-zu-wenig-geld-fuer-eine-nachricht.html\">journalist online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Honorarempfehlungen des DJV sind leider nur ein frommer Wunsch. In der Praxis hat sich leider durchgesetzt, dass selbst namhafte Zeitungen und Zeitschriften das Prinzip &bdquo;Friss oder stirb&ldquo; beherzigen. So zahlt beispielsweise die Wochenzeitung eines ber&uuml;hmten Publizisten, der in Talkshows regelm&auml;&szlig;ig Sonntagsreden gegen Niedrigl&ouml;hne und den ausufernden Kapitalismus h&auml;lt, freien Journalisten 1,3 Cent pro Zeichen &ndash; dagegen ist die PC Welt sogar spendabel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wenn Zeitungen dumm machen<\/strong><br>\nIch w&uuml;rde gerne ein kleines Gedanken-Experiment machen unter einer Pr&auml;misse: Nehmen wir f&uuml;r den Moment einmal kurz an, Aufkl&auml;rung w&uuml;rde etwas n&uuml;tzen. Dann w&auml;re es sinnvoll, Menschen korrekte Informationen zukommen zu lassen, damit sie auf der Grundlage dieser Informationen vern&uuml;nftige Entscheidungen treffen k&ouml;nnen. Bis hierhin ist es noch relativ einfach.<br>\nAber kommen wir dann einmal zur Realit&auml;t: Die Rating-Agentur Moody&rsquo;s hat das so genannte Credit Rating f&uuml;r Griechenland am Mittwoch noch einmal herabgestuft irgendwo in die Region der Kreditw&uuml;rdigkeit einer Salatbar in Zeiten von EHEC. Und Ihre Tageszeitung hat dar&uuml;ber berichtet. Nehmen wir f&uuml;r dieses Experiment einmal an, Sie lesen die S&uuml;ddeutsche Zeitung &ndash; wozu man ja im Prinzip nur gratulieren kann, das ist eine gro&szlig;artige Zeitung &ndash;, dann haben Sie zum Beispiel diesen Text gelesen, in dem es hei&szlig;t: [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/print-wuergt.de\/2011\/06\/03\/wenn-zeitungen-dumm-machen\/\">Print W&uuml;rgt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Sch&auml;uble fordert Umschuldung Griechenlands; Wie Griechenland mit fragw&uuml;rdigen Subventionen Anleger anlockt; Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung &ndash; eine stille neoliberale Revolution; &ldquo;Die Welt ist ein sehr ungleiches Land&rdquo;; Die Rente der &bdquo;Generation Praktikum&ldquo;; Fachkr&auml;ftemangel: Warten auf die fetten Jahre; Umlageverfahren ohne Alternative; FDP beschenkt &Auml;rzte; Eisenbahnnetz in Europa schrumpft weiter &ndash; Deutschland<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9696\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9696"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9696\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9707,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9696\/revisions\/9707"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}