{"id":97521,"date":"2023-05-11T10:30:27","date_gmt":"2023-05-11T08:30:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97521"},"modified":"2023-05-11T16:17:05","modified_gmt":"2023-05-11T14:17:05","slug":"habecks-preisdeckel-billige-energie-fuer-volkswagen-teure-energie-fuers-volk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97521","title":{"rendered":"Habecks Preisdeckel. Billige Energie f\u00fcr Volkswagen, teure Energie f\u00fcrs Volk"},"content":{"rendered":"<p>Bundeswirtschaftsminister Habeck will die deutsche Industrie mit Strom zum Schn&auml;ppchenpreis von sechs Cent begl&uuml;cken &ndash; als &bdquo;Br&uuml;cke&ldquo; in eine klimafreundliche Zukunft. Kommt es so, h&auml;tten Steuerzahler und Normalverbraucher bis mindestens 2030 die Zeche daf&uuml;r zu zahlen, dass Bayer, BMW und Bosch hemmungslos Energie verpulvern und noch mehr Arbeitspl&auml;tze wegrationalisieren. Die Gewerkschaften schreckt die Aussicht nicht, sie sind voll des Lobes ob der Pl&auml;ne. Der Bundeskanzler ziert sich noch, obwohl er einst sogar vier Cent versprach und der SPD-Chef offen mit 15 Jahren Superrabatt lieb&auml;ugelt. Wem all das nicht zusagt, muss auf die Beharrungskr&auml;fte des Finanzministers hoffen. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9545\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-97521-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230511_Habecks_Preisdeckel_Billige_Energie_fuer_Volkswagen_teure_Energie_fuers_Volk_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230511_Habecks_Preisdeckel_Billige_Energie_fuer_Volkswagen_teure_Energie_fuers_Volk_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230511_Habecks_Preisdeckel_Billige_Energie_fuer_Volkswagen_teure_Energie_fuers_Volk_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230511_Habecks_Preisdeckel_Billige_Energie_fuer_Volkswagen_teure_Energie_fuers_Volk_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=97521-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230511_Habecks_Preisdeckel_Billige_Energie_fuer_Volkswagen_teure_Energie_fuers_Volk_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230511_Habecks_Preisdeckel_Billige_Energie_fuer_Volkswagen_teure_Energie_fuers_Volk_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Was man halt so sagt als Politiker: &bdquo;Unser Vorschlag ist die Antwort auf <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/2023\/05\/20230505-habeck-legt-arbeitspapier-zum-industriestrompreis-vor.html\">einen deutlichen Wunsch<\/a> aus der Breite der Gesellschaft&ldquo;, lie&szlig; Robert Habeck dieser Tage die Leute im Lande wissen, die von diesem &ndash; ihrem &ndash; Wunsch bis dahin wom&ouml;glich gar nichts wussten. Wie der gr&uuml;ne Bundeswirtschaftsminister am vergangenen Freitag kundtat, plant er die Einf&uuml;hrung eines Industriestrompreises f&uuml;r energieintensive Unternehmen, damit die im Standortwettbewerb nicht unter die (Wind-)R&auml;der kommen. Bis voraussichtlich zum Jahr 2030 sollen die Chemie-, Stahl-, Metall-, Glas- und Papierbranche und fast selbstredend Batterie-, Photovoltaik- und Halbleiterfabrikanten von unschlagbar billigem Strom f&uuml;r sechs Cent pro Kilowattstunde (kWh) profitieren d&uuml;rfen. In einem <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Downloads\/W\/wettbewerbsfaehige-strompreise-fuer-die-energieintensiven-unternehmen-in-deutschland-und-europa-sicherstellen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6\">Arbeitspapier<\/a> wirbt der Minister f&uuml;r einen &bdquo;Br&uuml;ckenpreis&ldquo; bis Ende der 2020er-Jahre &ndash; &bdquo;f&uuml;r einen klar definierten Empf&auml;ngerkreis, der aus &ouml;ffentlichen Mitteln finanziert werden muss&ldquo;.<\/p><p>Die Jubelbekundungen aus der &bdquo;Mitte der Gesellschaft&ldquo; lie&szlig;en nicht lange auf sich warten. Die Bosse von Lanxess, Covestro, Thyssenkrupp und Trimet zeigten sich voll d&lsquo;accord mit den Pl&auml;nen und &bdquo;w&uuml;nschen&ldquo; sich nichts lieber als eine <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/regionales\/nordrhein-westfalen\/Lanxess-Chef-fuer-Industriestrompreis-article24108640.html\">&bdquo;schnelle und handwerklich saubere Umsetzung&ldquo;<\/a>. Grunds&auml;tzlich gelte, dass Lanxess, ein Spezialchemieproduzent aus K&ouml;ln, bis 2040 klimaneutral werden wolle, versicherte dessen Chef Matthias Zachert. &bdquo;Damit wir diese Transformation erfolgreich bew&auml;ltigen k&ouml;nnen, brauchen wir mittelfristig ausreichend Energie aus erneuerbaren Quellen, und zwar zu wettbewerbsf&auml;higen Marktpreisen.&ldquo; Freude auch beim Bundesverband Glasindustrie (BV Glas), allerdings mit leichten Abstrichen. Habeck will &bdquo;lediglich&ldquo; 80 Prozent des Verbrauchs staatlich bezuschussen, ihren Restbedarf sollen die Nutznie&szlig;er am freien Markt decken, damit wenigstens ein kleiner &bdquo;Effizienzanreiz&ldquo; zum Energiesparen bleibt. Klar, dass BV-Glas-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Johann Overath das <a href=\"https:\/\/www.bvglas.de\/presse\/presseinformation\/news\/glasindustrie-begruesst-vorschlaege-fuer-einen-industriestrompreis\/\">&bdquo;kritisch&ldquo;<\/a> sieht. Immerhin will der Vizekanzler das Geld nicht ganz bedingungslos verjubeln. Mittels einer &bdquo;Transformationsverpflichtung&ldquo; sollen die Profiteure angehalten werden, bis 2045 Klimaneutralit&auml;t zu erreichen, au&szlig;erdem m&uuml;ssten sie eine &bdquo;Standortgarantie&ldquo; abgeben und sich tariftreu verhalten.<\/p><p><strong>Hochgradig asozial<\/strong><\/p><p>Aber was w&auml;re wohl, wenn man die einfachen B&uuml;rger fragte, was sie davon halten, die Zeche daf&uuml;r zu zahlen, dass Konzerne und Gro&szlig;unternehmen ihren Strom demn&auml;chst zum Schn&auml;ppchenpreis hinterhergeworfen bekommen. Schlie&szlig;lich soll das Ganze nicht nur &uuml;ppig subventioniert werden &ndash; das Bundesministerium f&uuml;r Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) rechnet mit 25 bis 30 Milliarden Euro. Bezahlt werden soll dies aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), einem schuldenfinanzierten Sonderverm&ouml;gen neben dem Bundeshaushalt, mit dem auch die Strompreisbremsen finanziert werden. Aber das w&auml;re l&auml;ngst nicht alles. Wenn die Industrie k&uuml;nftig wie entfesselt Strom nachfragt und wegen der minimalen Kosten neue Produktionsanlagen hochzieht, die dann noch mehr Energie fressen, verknappt dies das Angebot an den Stromb&ouml;rsen, wodurch die Preise f&uuml;r Privathaushalte weiter in die H&ouml;he gehen. Der einfache B&uuml;rger zahlt also doppelt drauf: als Steuerzahler und als Verbraucher. Wenn Habeck, wie in seinem Konzept, etwas von &bdquo;solidarisch&ldquo; faselt, dann gilt das einzig f&uuml;r die Wirtschaft. Tats&auml;chlich ist er im Begriff, ein riesiges Umverteilungsprojekt ins Werk zu setzen &ndash; knallhart neoliberal und hochgradig asozial.<\/p><p>Nicht minder verlogen ist das Gerede von der &bdquo;klimapolitischen Verantwortung&ldquo;, wonach sich die Industrie auf die Prozesse umstellen m&uuml;sse, &bdquo;die es f&uuml;r eine klimaneutrale Produktion weltweit braucht&ldquo;. Mit billigem Strom wird der Energiehunger der Wirtschaft noch befeuert, und stillen l&auml;sst sich der auf absehbare Zeit gerade nicht aus erneuerbaren Energien, wovon es schlicht noch zu wenig gibt, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Eine &bdquo;Br&uuml;cke&ldquo; ist die Ma&szlig;nahme deshalb vielmehr f&uuml;r die fossile Energiewirtschaft, f&uuml;r Kohleverbrennung und Fl&uuml;ssiggas (LNG), im Speziellen f&uuml;r schmutziges Frackinggas aus den USA. Dieses ist verglichen mit Pipelinegas nicht nur teurer, der CO&#8322;-Aussto&szlig; bei der Produktion ist &uuml;berdies deutlich h&ouml;her. Wenn der Industriestrom durch staatliche Eingriffe k&uuml;nstlich verbilligt wird, geht absehbar auch mehr LNG-Gas in die Verstromung, wodurch mehr davon ben&ouml;tigt wird. Faktisch wird so eine dreckige Energieform, die unter regul&auml;ren Marktbedingungen schwerlich Abnehmer f&auml;nde, subventioniert, zum Schaden der Umwelt, zum Schaden der Steuerzahler.<\/p><p><strong>Br&uuml;cke ins Irgendwann<\/strong><\/p><p>Industrielle Gro&szlig;abnehmer m&uuml;ssen heute schon wesentlich weniger f&uuml;r Energie aufbringen als Otto Normalverbraucher. Dass die Preise im Gefolge des Ukraine-Krieges auch f&uuml;r sie massiv gestiegen sind, steht au&szlig;er Frage. Was die Bundesregierung aber gerne vergessen macht, ist ihre eigene Verantwortung dabei. Preistreibend wirkten vor allem die Sanktionspolitik gegen Russland und die fixe Idee, sich und ganz Europa quasi &uuml;ber Nacht von russischem Pipelinegas unabh&auml;ngig zu machen. Erst das hat zu den heftigen Eruptionen auf den Energiem&auml;rkten und zu nie dagewesenen, zu betr&auml;chtlichen Teilen spekulationsgetriebenen Mondpreisen gef&uuml;hrt. Der Industrie hat das zugesetzt, vor allem auch kleineren und mittleren Unternehmen &ndash; mehr noch den vielen Menschen, die ihren Job verloren haben und ihre Rechnungen nicht mehr begleichen k&ouml;nnen. Der Unterschied besteht darin: Konzernen hilft die Regierung gerne aus der Patsche, den &bdquo;kleinen Mann&ldquo; l&auml;sst sie h&auml;ngen.<\/p><p>Dabei stellt sich die Lage der deutschen Wirtschaft mittlerweile merklich entspannter dar. Nach einer Analyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat sich der Industriestrompreis gegen&uuml;ber dem 2. Halbjahr 2022 <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/service\/daten-und-grafiken\/bdew-strompreisanalyse\/\">&bdquo;nahezu halbiert&ldquo;<\/a> und lag im April bei knapp &uuml;ber 28 Cent pro kWh. Vom Vorkriegsniveau ist dies zwar noch ein gutes St&uuml;ck, rund zehn Cent, weg. Aufgrund der inzwischen eingezogenen &bdquo;Energiepreisbremsen&ldquo; sind die Marktpreise den deutschen Industriekapit&auml;nen aber ohnehin ziemlich egal. R&uuml;ckwirkend zum 1. Januar und bis planm&auml;&szlig;ig April 2024 zahlen sie blo&szlig; 13 Cent pro kWh f&uuml;r 70 Prozent ihres Verbrauchs. Der Deckel f&uuml;r Privathaushalte greift dagegen erst bei 40 Cent, w&auml;hrend der Marktpreis gem&auml;&szlig; BDEW-Auswertung im bisherigen Jahresverlauf im Schnitt bei knapp 47 Cent lag. Woraus folgt: Der Staat subventioniert die Industrie schon jetzt deutlich st&auml;rker als Privatkunden. Und w&auml;hrend die &bdquo;Bremsen&ldquo; eigentlich als &bdquo;Br&uuml;cke&ldquo; in normalere Zeiten konzipiert waren, will Habeck nun die &bdquo;Br&uuml;cke, die wir mit den Energiepreisbremsen gebaut haben, verl&auml;ngern&ldquo;, um sechs volle Jahre &ndash; f&uuml;r Bayer-Chef Martin Bruderm&uuml;ller, versteht sich, nicht f&uuml;r Oma Erna.<\/p><p><strong>Scholz will&lsquo;s noch billiger<\/strong><\/p><p>Begr&uuml;ndet wird das alles wie &uuml;blich mit der Sicherung von Standorten und Arbeitspl&auml;tzen im internationalen Konkurrenzkampf und nat&uuml;rlich mit den Verwerfungen durch den und den Lehren aus dem russischen Angriffskrieg. Zitat: &bdquo;Der Energiepreisschock gef&auml;hrdet akut Deutschlands Wohlstand und seine starke industrielle Basis.&ldquo; Um Wladimir Putin zu begegnen, ist bekanntlich jedes Mittel recht. Allerdings hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schon lange vor dem Ukraine-Krieg, n&auml;mlich im Juni 2021, damals noch als Bundesfinanzminister, das Ziel eines Industriestrompreises ausgegeben und dieses sogar mit <a href=\"https:\/\/vorwaerts.de\/artikel\/energiepolitik-olaf-scholz-angebot-deutsche-industrie\">vier Cent<\/a> pro kWh beziffert. Man fragt sich, ob sich das so einfach h&auml;tte durchsetzen lassen, allein mit dem Argument Energiewende und den Herausforderungen, die sich der Industrie dadurch stellen. Heute, mit dem &bdquo;b&ouml;sen Iwan&ldquo; im Nacken, geht das sehr viel leichter.<\/p><p>Aber warum druckst Scholz aktuell beim Thema so herum? Auf Habecks Vorsto&szlig; angesprochen, wich er am Wochenende bei einem Besuch in Kenia den Fragen aus. &bdquo;Es gibt heute schon Gegenden, in denen die Stromproduktion so billig ist, wie sie sein muss, sodass industrielle Prozesse auch im globalen Wettbewerb mit diesem Strom <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article245197718\/Kanzler-Olaf-Scholz-reagiert-reserviert-auf-Habeck-Plaene-zu-Industriestrompreis.html\">ohne Subvention<\/a> betrieben werden k&ouml;nnen&ldquo;, bemerkte er. Vier Cent &ndash; ohne Subvention? Macht Scholz Witze, will er sich durch Habeck nicht die Show stehlen oder sich nicht schon wieder durch seine Koalitionspartner durch die Manege treiben lassen? Auf seine sogenannte &bdquo;Zur&uuml;ckhaltung&ldquo; sollte man jedenfalls nicht allzu viel geben. Die Konsequenzen seines &bdquo;Zauderns&ldquo; beim Liefern von Kriegsger&auml;t in die Ukraine sind hinl&auml;nglich bekannt.<\/p><p><strong>Gewerkschaften begeistert<\/strong><\/p><p>Und dass sich seine SPD als Bremser beim Bremsen bet&auml;tigt &ndash; wom&ouml;glich gar aus sozialen Erw&auml;gungen und Gerechtigkeitsempfinden &ndash;, steht auch nicht zu erwarten. Vor einer Woche erst hatte der Co-Parteivorsitzende Lars Klingbeil im <em>Handelsblatt<\/em> einen staatlich verbilligten Strompreis f&uuml;r die Industrie <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/dpa\/spd-chef-will-industriestrompreis-innerhalb-von-zwoelf-monaten\/29128446.html\">&bdquo;innerhalb der n&auml;chsten zw&ouml;lf Monate&ldquo;<\/a> versprochen. Daf&uuml;r hatte er unl&auml;ngst auch bei <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/spd-chef-bei-vw-schnell-einen-industriestrompreis-zr-92232410.html\">Volkswagen in Wolfsburg<\/a> die Werbetrommel ger&uuml;hrt. &bdquo;Das wird helfen, durch eine Phase zu kommen, wo viele energiepolitische Umbr&uuml;che sind.&ldquo; Wobei er Habeck noch rechts &uuml;berholt und eine Phase von zehn bis 15 Jahren erw&auml;gt, als &Uuml;bergang zur Digitalisierung und Klimaneutralit&auml;t. Denn &bdquo;am Ende kommt es wieder dem Steuerzahler zugute, wenn wir hier starke Industrie haben, die auch Steuern hier bezahlt&ldquo;. Kennt man ja: Begl&uuml;cke die Wirtschaft mit allem, was geht, und schaue zu, wie sich Belegschaften in Luft aufl&ouml;sen, Managergeh&auml;lter explodieren und Milliardenprofite in Steueroasen verschwinden.<\/p><p>Obwohl gerade die Gewerkschaften davon ein Liedchen singen k&ouml;nnen, f&auml;llt ihnen nichts als Zuspruch zum Habeck-Konzept ein. Michael Vassiliadis, Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), sprach von einem &bdquo;klaren Signal der Standortst&auml;rkung&ldquo;. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, nannte die H&ouml;he der Deckelung angemessen und ausgewogen und die Finanzierung durch den WSF sinnvoll. Hier zeigt sich einmal mehr, wie gerade die gro&szlig;en Besch&auml;ftigtenverb&auml;nde immer noch der Angstmacherei der Unternehmerlobby erliegen und Waffen sowie Verstand niederstrecken, sobald die den Abgesang auf den Standort Deutschland anstimmen.<\/p><p><strong>&Uuml;berf&ouml;rderung, &Uuml;berforderung<\/strong><\/p><p>Ablehnend &auml;u&szlig;erte sich dagegen Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/fdp-chef-lindner-den-industriestrompreis-sehe-ich-sehr-kritisch\/29125928.html\">&bdquo;Extrem teure Subventionen&ldquo;<\/a> seien &bdquo;aus mehreren Gr&uuml;nden der falsche Weg&ldquo;, schrieb er schon vor einer Woche in einem Gastbeitrag im Handelsblatt. &bdquo;Die Privilegierung von Industrieunternehmen w&auml;re wohl nur auf Kosten anderer Stromverbraucher und Steuerzahler umsetzbar, zum Beispiel von Privathaushalten oder des Handwerks.&ldquo; Wo er recht hat, hat er recht, weshalb man ihm noch keine soziale Ader andichten darf. Eher mimt er im Dauerzwist mit Habeck den eisernen Kassenwart. Durch eine Ministeriumssprecherin lie&szlig; er ausrichten: &bdquo;F&uuml;r dieses Vorhaben stehen keine Finanzmittel zur Verf&uuml;gung.&ldquo;<\/p><p>Auch aus dem Lager der &Ouml;konomen setzte es eine Abfuhr. Der Pr&auml;sident des Leibniz-Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (RWI), Christoph Schmidt, warnte vor einer Ungleichbehandlung von Konzernen und Mittelstand und einer <a href=\"https:\/\/www.tixio.de\/749644-rwi-leibniz-institut-warnt-vor-einfuehrung-von-industriestrompreis.html\">dauerhaften Subvention<\/a>, &bdquo;zumal das Lobbyieren f&uuml;r ihre Verstetigung typischerweise umgehend mit dem Einstieg in Subventionen beginnt&ldquo;. Der Eingriff verlagere die Lasten &bdquo;lediglich von einem ausgew&auml;hlten Teil der Unternehmen, also den gro&szlig;en Industriebetrieben, auf andere Akteure, also auf andere Stromverbraucher oder die Steuerzahler&ldquo;. Deutschland begebe sich mit dem Industriestrompreis <a href=\"https:\/\/taz.de\/Vorstoss-von-Robert-Habeck\/!5932539\/\">&bdquo;in den Subventionswettlauf&ldquo;<\/a>, mahnte auch Achim Wambach, Pr&auml;sident des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW), und weiter: &bdquo;Es besteht die Gefahr einer &Uuml;berf&ouml;rderung.&ldquo; Oder meinte er &bdquo;&Uuml;berforderung&ldquo;? Wambach sitzt im Wissenschaftlichen Beirat des Habeck-Ministeriums.<\/p><p>Titelbild: fongbeerredhot \/ shutterstock<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/2c05770f79c5493b8b88a25d26559142\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundeswirtschaftsminister Habeck will die deutsche Industrie mit Strom zum Schn&auml;ppchenpreis von sechs Cent begl&uuml;cken &ndash; als &bdquo;Br&uuml;cke&ldquo; in eine klimafreundliche Zukunft. 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