{"id":97638,"date":"2023-05-13T16:00:18","date_gmt":"2023-05-13T14:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97638"},"modified":"2023-05-14T16:46:02","modified_gmt":"2023-05-14T14:46:02","slug":"das-internationale-recht-einer-friedensordnung-und-der-krieg-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97638","title":{"rendered":"Das internationale Recht einer Friedensordnung und der Krieg in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Die NATO-Osterweiterung stellt einen Bruch der internationalen Vertragstexte dar. Hier wird darum auf die Schlussakte von Helsinki, den Zwei-plus-vier-Vertrag, die Charta von Paris, die NATO-Russland-Grundakte und die Europ&auml;ische Sicherheitscharta verwiesen. Von <strong>Bernhard Trautvetter<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Bundeswehr betreibt aktuell eine Werbekampagne (k&uuml;rzlich auf den NachDenkSeiten auch von Frank Blenz <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97452\">hier<\/a> aufgegriffen), die vor allem auf junge Menschen zielt &ndash; das zeigen die Kurztexte der Werbeplakate: &bdquo;Stehen unsere Werte auf dem Spiel, gewinnen wir gemeinsam&ldquo; oder &bdquo;Wir bilden neue St&auml;rken aus &ndash; unter anderem 4000 Azubis&ldquo; sowie unter Anwendung einer Liedzeile des Friedensengagierten Reinhard Mey: &bdquo;Damit unsere Freiheit grenzenlos bleibt&ldquo; &ndash; &bdquo;Mach, was wirklich z&auml;hlt&ldquo;; auf einem Plakat ist der Spruch &bdquo;Was z&auml;hlt, wenn wir wieder St&auml;rke zeigen m&uuml;ssen?&ldquo; mit einem Foto einer jungen Frau als &bdquo;Soldatin der Panzertruppe&ldquo; in Kriegsbemalung und Tarnanzug abgebildet.<\/p><p>Das Verst&auml;ndnis von Emanzipation beziehen die Milit&auml;rs auch auf den Dienst mit der Waffe.<\/p><p>Der Spruch, den das Foto illustriert, ist in die Propaganda eingebettet, der zufolge dieser eine Krieg in der Ukraine das Alleinstellungsmerkmal aufweist, dass wir nun <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/sicherheit-und-verteidigung\/sicherheit-und-verteidigung-2018150\">unsere Werte von Demokratie, Menschenrechten und Freiheit gegen Russland<\/a> verteidigen m&uuml;ssen.<\/p><p>Diese Darstellung als Manipulation zu enttarnen, bedeutet mitnichten, die Invasion Russlands in die Ukraine zu unterst&uuml;tzen. Im Gegenteil, ich verurteile sie nicht nur wegen des menschlichen Leids, sondern auch deshalb, weil Russland mit Invasion und Krieg in einem Staat mit <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/akw-kernschmelze-russland-ukraine-krieg-100.html\">15 Atomreaktoren<\/a> ein Risiko eingeht, das niemals jemand eingehen darf.<\/p><p>Gleiches gilt allerdings f&uuml;r die NATO, die mit ihrer Osterweiterung im Widerspruch zu internationalen Vertr&auml;gen des V&ouml;lkerrechts, wie darzulegen ist, Spannungen generiert hat, die das Risiko in Kauf genommen haben, dass nukleare Gefahren unverantwortlich hervorgerufen werden. Im <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/18\/019\/1801915.pdf\">Mai 2014 entsandte die NATO eine Expertendelegation<\/a> zur Beratung der damals illegalen <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/parlament\/reden\/detail\/ukraine-es-gibt-nur-den-weg-der-diplomatie\/\">&sbquo;&Uuml;bergangsregierung&lsquo; der Ukraine<\/a> &uuml;ber den <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/18\/021\/1802109.pdf\">Umgang mit Atomanlagen im Krieg<\/a>, was ebenfalls unverantwortlich ist. Alle Seiten wussten und wissen, welches existenzielle Risiko sie f&uuml;r die Menschen in Europa eingehen, und eskalieren die Gefahr dessen ungeachtet. Das hat mit Werten und Freiheit nichts zu tun.<\/p><p>Nun zu den Werten selbst: Das Narrativ der <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/nato-gipfel-2022-neues-strategisches-konzept-beschlossen-5454562\">NATO ist, dass sie diese sowie die von ihr so genannte &sbquo;Regelbasierte Ordnung&lsquo;<\/a> verteidigt und dass <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/panorama\/video-bundeskanzler-scholz---russland-hat-alle-regeln-einer-gemeinsamen-friedensordnung-gebrochen-31738132.html\">Russland mit der internationalen Friedensordnung gebrochen<\/a> hat. <\/p><p>Das Gegenteil trifft zu &ndash; Die NATO-Osterweiterung stellt einen Bruch der internationalen Vertragstexte dar, die seit der <a href=\"https:\/\/www.osce.org\/files\/f\/documents\/6\/e\/39503.pdf\">Schlussakte der Konferenz &uuml;ber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa 1975 in Helsinki<\/a> Basis einer Friedensordnung sind; so hei&szlig;t es in der Schlussakte: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Die Teilnehmerstaaten werden ihre Zusammenarbeit miteinander und mit allen Staaten in allen Bereichen gem&auml;&szlig; den Zielen und Grunds&auml;tzen der Charta der Vereinten Nationen entwickeln. &hellip; Sie werden sich bei der Entwicklung ihrer Zusammenarbeit als Gleiche bem&uuml;hen, gegenseitiges Verst&auml;ndnis und Vertrauen, freundschaftliche und gutnachbarliche Beziehungen untereinander, internationalen Frieden, internationale Sicherheit und Gerechtigkeit zu f&ouml;rdern.<\/em><\/p>\n<p>Sie werden sich gleicherma&szlig;en bem&uuml;hen, bei der Entwicklung ihrer Zusammenarbeit das Wohlergehen der V&ouml;lker zu verbessern &hellip; sie werden das Interesse aller ber&uuml;cksichtigen, &hellip;<\/p>\n<p>Sie best&auml;tigen, da&szlig; Regierungen, Institutionen, Organisationen und Personen eine relevante und positive Rolle zukommt, zur Erreichung dieser Ziele ihrer Zusammenarbeit beizutragen. Sie werden bei der Verst&auml;rkung ihrer Zusammenarbeit wie oben dargelegt, danach streben, engere Beziehungen untereinander auf einer verbesserten und dauerhafteren Grundlage zum Nutzen der V&ouml;lker zu entwickeln.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dementsprechend haben die DDR, die Bundesrepublik Deutschland und die vier Siegerm&auml;chte des zweiten Weltkrieges in ihrem <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/deutsche-einheit\/zwei-plus-vier-vertrag\/44112\/praeambel\/\">Zwei-plus-vier-Vertrag zur abschlie&szlig;enden Regelung in Bezug auf Deutschland und damit zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten<\/a> vereinbart, auf eine Friedensordnung hinzuwirken, die &bdquo;die Sicherheitsinteressen eines jeden&ldquo; ber&uuml;cksichtigt, wie es in der Pr&auml;ambel des Vertrages hei&szlig;t.<\/p><p>Passend dazu vereinbarten die Staaten Europas ebenfalls im Jahr <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/189558\/21543d1184c1f627412a3426e86a97cd\/charta-data.pdf\">1990 in der Charta von Paris<\/a>: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Zur L&ouml;sung wirtschaftlicher, sozialer, umweltbezogener, kultureller und humanit&auml;rer Probleme haben wir die feste Absicht, den politischen Konsultationsprozess zu verst&auml;rken und die Zusammenarbeit zu erweitern. Diese gemeinsame Entschlossenheit und die wachsende gegenseitige Abh&auml;ngigkeit werden dazu beitragen, das jahrzehntelange Misstrauen zu &uuml;berwinden, die Stabilit&auml;t zu festigen und ein geeintes Europa aufzubauen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Auch die <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/cps\/en\/natohq\/official_texts_25468.htm?selectedLocale=de\">NATO-Russland-Grundakte<\/a> erlegt den beteiligten Staaten die Aufgaben auf, die sich aus der Konzeption der gemeinsamen Sicherheit ergeben: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Ausgehend von dem Grundsatz, dass die Sicherheit aller Staaten in der euro-atlantischen Gemeinschaft unteilbar ist, werden die NATO und Russland zusammenarbeiten, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass in Europa gemeinsame und umfassende Sicherheit auf der Grundlage des Bekenntnisses zu gemeinsamen Werten, Verpflichtungen und Verhaltensnormen im Interesse aller Staaten geschaffen wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Die NATO und Russland werden zur St&auml;rkung der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beitragen, darunter auch zur Weiterentwicklung ihrer Rolle als eines der Hauptinstrumente f&uuml;r pr&auml;ventive Diplomatie, Konfliktverh&uuml;tung, Krisenbew&auml;ltigung, Normalisierungsma&szlig;nahmen nach einem Konflikt und regionale Sicherheitszusammenarbeit, und die Verbesserung ihrer operationellen F&auml;higkeiten zur Durchf&uuml;hrung dieser Aufgaben unterst&uuml;tzen. Der OSZE als einziger gesamteurop&auml;ischer Sicherheitsorganisation kommt eine Schl&uuml;sselrolle f&uuml;r Frieden und Stabilit&auml;t in Europa zu. Im Zuge der St&auml;rkung der OSZE werden die NATO und Russland zusammenarbeiten, um jede M&ouml;glichkeit einer R&uuml;ckkehr zu einem Europa der Spaltung und Konfrontation oder der Isolierung irgendeines Staates auszuschlie&szlig;en<\/em>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Als letztes Dokument mit Bezug auf die Konzeption der gegenseitigen Sicherheit entstand <a href=\"https:\/\/www.osce.org\/files\/f\/documents\/b\/f\/125809.pdf\">1999 die Europ&auml;ische Sicherheitscharta<\/a>, in der es hei&szlig;t: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir sind &uuml;bereingekommen,<\/p>\n<ul>\n<li>die Plattform f&uuml;r kooperative Sicherheit zu verabschieden, um die Zusammenarbeit zwischen der OSZE und anderen internationalen Organisationen und Institutionen zu st&auml;rken und auf diese Weise die Ressourcen der internationalen Gemeinschaft besser zu nutzen;<\/li>\n<li>die Rolle der OSZE in der Friedenserhaltung auszubauen und damit den umfassenden Sicherheitsbegriff der Organisation deutlicher zu machen&hellip;&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Dies stellt den Rahmen daf&uuml;r dar, dass die Staaten &uuml;bereingekommen sind, dass jeder Staat das souver&auml;ne Recht hat, &bdquo;seine Sicherheitsvereinbarungen einschlie&szlig;lich von B&uuml;ndnisvertr&auml;gen frei zu w&auml;hlen oder diese im Laufe ihrer Entwicklung zu ver&auml;ndern. Jeder Staat hat auch das Recht auf Neutralit&auml;t.&ldquo; Die NATO greift sich alleine diese Stelle aus den internationalen Vertr&auml;gen heraus, um ihre NATO-Ost-Expansion und die Militarisierung in den Teilnehmerstaaten als rechtlich abgesichert darzustellen; sie &uuml;bergeht dabei die Basis, in deren Zusammenhang dieser Satz steht.<\/p><p>Als die <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000107598851\/us-raketenabwehr-in-europa-kann-auch-marschflugkoerper-verschiessen\">USA nuklearf&auml;hige Abwehrraketen-Systeme<\/a>, die leicht in Offensivwaffen umzur&uuml;sten sind, nach <a href=\"https:\/\/www.wochenblick.at\/politik\/usa-beendeten-abruestungs-vertraege-die-grosse-nuklear-gefahr\/\">der von den USA 2002 vorgenommenen einseitigen K&uuml;ndigung des ABM-Vertrags<\/a> in Polen und Rum&auml;nien &ndash; wie es offiziell hie&szlig; &ndash; &sbquo;<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/heute-im-osten\/raketenabwehrsystem-usa-rumaenien-polen-100.html\">gegen den Iran<\/a>&lsquo; aufstellte, brach die NATO die europ&auml;ische Friedensordnung erneut, diesmal direkt milit&auml;risch. Nat&uuml;rlich hat Russland diese Systeme als eigene Bedrohung wahrgenommen, und die Iran-Rechtfertigung &auml;nderte das nicht. Diese Systeme sind in besonderem Ma&szlig;e destabilisierend, da sie im Offensivfall wegen ihrer extrem kurzen Flugzeit auch bis zu m&ouml;glichen milit&auml;rischen Zielen in Russland der jeweiligen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/russland-putin-raketen-nato-1.5494140\">Gegenseite nur wenige Minuten Zeit lassen, &uuml;ber milit&auml;rische Reaktionen zu entscheiden<\/a>. Sie machen den Atomkrieg aus Versehen entsprechend wahrscheinlicher, f&uuml;hren die Menschheit also n&auml;her an den Rand des Abgrunds. <\/p><p>Genau dies war ein zentraler Grund f&uuml;r den Aufstieg der Friedensbewegung in der Zeit, als sie gegen die Stationierung nuklearer Mittelstreckenraketen in Europa vorging: Zwar besa&szlig; auch Russland, wie Frankreich und Gro&szlig;britannien, solche Waffensysteme, aber vor allem in der Enthauptungsschlagwaffe &sbquo;Pershing II&lsquo; sahen die Friedenskr&auml;fte eine nicht zu verantwortende Gefahr: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Die Pershing II &hellip; hat Anflugzeiten &hellip; zwischen 4 und 6 Minuten&hellip; . Dieses Waffensystem zwingt ein Land, zu dessen Bedrohung es installiert wird, eine sozusagen automatische Reaktion auf. &hellip; Wird auf den entsprechenden Radarschirmen der Start einer &sbquo;Pershing&lsquo; sichtbar, zwingt dies die verantwortlichen Milit&auml;rs der Gegenseite dazu, unverz&uuml;glich den Startbefehl zum Vergeltungsschlag zu geben. Neben der Gefahr eines bewusst ausgel&ouml;sten Atomkriegs w&auml;chst auch die eines nuklearen Infernos durch simples technisches Versagen oder menschliches Fehlverhalten in einer Gefahrensituation mit einem Zeitdruck, der keinen Raum mehr f&uuml;r eine umfassende &Uuml;berpr&uuml;fung der Datenlage bietet.&ldquo; (Zitat: G. Kade, in: Sagt Nein!, Bl&auml;tter f&uuml;r Deutsche und internationale Politik 9\/1983, K&ouml;ln, S. 1219).<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Diese Gefahr steht mit NATO-Arsenalen in Minuten-Entfernung zur russischen Westgrenze wie einst erneut im Raum. <\/p><p>Die NATO f&uuml;hrte dieses Risiko sehenden Auges herbei. Im Herbst 2014 schrieb die NATO-Strategieschmiede <a href=\"http:\/\/www.japcc.org\/wp-content\/uploads\/Future_Vector_II_web.pdf\">JAPCC in ihrem Tagungsmaterial &bdquo;Future Vector&ldquo;<\/a>, die Annahme, es g&auml;be keinen gro&szlig;en Krieg mehr in Europa, sei anzuzweifeln; als m&ouml;gliche Ausgangspunkte f&uuml;r dieses Inferno machten die Milit&auml;rs Staaten vor der russischen Westgrenze aus (S.141). die Antwort der Milit&auml;rs war ein &sbquo;angemessener&lsquo; (appropriate) Mix nuklearer und konventioneller Arsenale (S. 70). <\/p><p>Seither haben <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/rolle-der-usa-in-der-ukraine-krise-die-egoistischen-staaten-von-amerika-3677574.html\">allein die USA die Ukraine mit Milliarden Dollar aufger&uuml;stet und die Spannungen weiter gesch&uuml;rt<\/a>; dazu hat <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/us-usa-ukraine-idUSKCN1VX213\">auch der ehemalige US-Pr&auml;sident Trump beigetragen<\/a>. Vor seinem Amtsantritt fand die bereits erw&auml;hnte Entsendung von NATO-Nuklear-Experten zur Beratung der nach der Absetzung von Janukowitsch pro-westlichen Kiewer Regierung statt.<\/p><p>Die Scheinheiligkeit der NATO-Propaganda mit ihren doppelten Standards und Halbwahrheiten spitzt sich darin zu, dass sie korrekterweise Russland Desinformation vorwirft, wenn von dort Kriegsverbrechen in Abrede gestellt werden. Allerdings hat die NATO mit Desinformation eine reichhaltige Erfahrung, wie wir in ihrem Umgang mit dem internationalen Recht und der Zerst&ouml;rung des Europ&auml;ischen Hauses mit einer gemeinsamen Sicherheit von Lissabon bis zum Ural oder gar bis Wladiwostok gesehen haben.<\/p><p>Was US-Au&szlig;enminister Baker und der Deutsche Au&szlig;enminister dem sowjetischen Pr&auml;sidenten Gorbatschow 1990 versprachen, n&auml;mlich dass sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten ausdehnt, m&uuml;ndete in den hier erw&auml;hnten Texten zur europ&auml;ischen Friedensordnung ab 1990. Dazu schrieb Michail Gorbatschow 2019: Das &bdquo;gegenseitige Vertrauen, das mit dem Ende des Kalten Krieges gewachsen war, wurde dann einige Jahre sp&auml;ter schwer ersch&uuml;ttert &ndash; durch die Entscheidung der NATO, sich nach Osten auszudehnen. Und Russland konnte darauf keine Antwort finden.&ldquo; (Was jetzt auf dem Spiel steht, M&uuml;nchen, S. 14)<\/p><p>Das auch im Westen von Diplomaten wie J. Matlock, Geheimdienst-Experten wie Ex-CIA-Chef Burns, F&uuml;hrungspolitikern wie Ex-US-Verteidigungsminister Gates oder dem Strategen des Kalten Krieges George F. Kennan <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2022\/feb\/28\/nato-expansion-war-russia-ukraine\">bef&uuml;rchtete Eskalationsrisiko bis hin zu einem Krieg ging die NATO sehenden Auges ein<\/a>. <\/p><p>Dies zu konstatieren stellt &ndash; wie bereits dargelegt &ndash; keine Parteinahme f&uuml;r die Invasion Russlands in die Ukraine dar, sie beweist allerdings, wie gef&auml;hrlich die Schwarz-Wei&szlig;-Propaganda der NATO und der sie unterst&uuml;tzenden Kr&auml;fte am Rande des nuklearen Abgrunds ist. Ein dritter Weltkrieg w&auml;re der letzte.<\/p><p>Ein erster Schritt f&uuml;r die Zeit vor dem n&auml;chsten NATO-Gipfel in Vilnius Mitte Juni k&ouml;nnte ein solcher breit getragener Appell sein:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Wir fordern die Bundesregierung auf, den Zwei-plus-vier-Vertrag zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten einzuhalten, auf eine Friedensordnung der gegenseitigen und dadurch gemeinsamen Sicherheit in Europa hinzuwirken, die &sbquo;die Sicherheitsinteressen eines jeden&lsquo; ber&uuml;cksichtigt, die mit R&uuml;stungskontrolle und Abr&uuml;stung in eine zukunftsf&auml;hige Zeitenwende m&uuml;ndet. Die NATO-Expansion in Osteuropa bricht mit internationalen Vertr&auml;gen, und die Bundesregierung darf dies nicht weiter unterst&uuml;tzen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Titelbild: Alisusha \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NATO-Osterweiterung stellt einen Bruch der internationalen Vertragstexte dar. Hier wird darum auf die Schlussakte von Helsinki, den Zwei-plus-vier-Vertrag, die Charta von Paris, die NATO-Russland-Grundakte und die Europ&auml;ische Sicherheitscharta verwiesen. Von <strong>Bernhard Trautvetter<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":97641,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,172,180,123],"tags":[1519,2161,466,259,260,2556],"class_list":["post-97638","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-europaeische-vertraege","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-atomwaffen","tag-friedensabkommen","tag-nato","tag-russland","tag-ukraine","tag-unterwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/shutterstock_1334598722.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=97638"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97638\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97741,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97638\/revisions\/97741"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/97641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=97638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=97638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=97638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}