{"id":98337,"date":"2023-05-25T14:00:06","date_gmt":"2023-05-25T12:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98337"},"modified":"2023-05-26T16:50:57","modified_gmt":"2023-05-26T14:50:57","slug":"hat-die-linkspartei-noch-eine-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98337","title":{"rendered":"Hat die Linkspartei noch eine Zukunft?"},"content":{"rendered":"<p>Die Linkspartei hat bei der B&uuml;rgerschaftswahl in Bremen zwar gerade mit rund 11 Prozent sehr gut abgeschnitten. Aber hei&szlig;t dies auch, dass die Linkspartei noch eine Zukunft hat? Sven Brajer, Autor des Buches <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/die-selbst-zerstoerung-der-deutschen-linken.html?listtype=search&amp;searchparam=Sven%20brajer%20Die%20Selbst%20Zerst%C3%B6rung%20der%20deutschen%20Linken\">&bdquo;Die (Selbst)zerst&ouml;rung der deutschen Linken. Von der Kapitalismuskritik zum woken Establishment&ldquo;<\/a>, hat da so seine Zweifel, wie auch schon aus dem Titel deutlich wird. Unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> hat das Buch f&uuml;r die NachDenkSeiten gelesen und stellt es vor.<br>\n<!--more--><br>\nBrajer, der fr&uuml;her einmal selbst Mitglied bei der Linkspartei war, ist vermutlich tief entt&auml;uscht von seiner nun ehemaligen Partei. Damit d&uuml;rfte er wohl nicht der Einzige sein. Sein Urteil ist dementsprechend: vernichtend. Auch sein Urteil &uuml;ber die Eliten unseres Landes zeugt nicht von Begeisterung. Gleich zu Anfang in der Einleitung seines Buches stellt er fest:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Linke hat sich in den letzten drei&szlig;ig Jahren &ndash; &auml;hnlich wie 1914 die SPD &ndash; mit in das Lager derer gesetzt, die sie eigentlich bek&auml;mpfen will: Sie hat es geschafft, sich zwischen der Finanzkrise 2008 und der &sbquo;Corona-Krise&lsquo; 2020\/22 komplett &uuml;berfl&uuml;ssig zu machen &ndash; ein Kunstst&uuml;ck in Zeiten, in denen die materielle Ungleichheit immer gr&ouml;&szlig;ere Ausma&szlig;e erreicht, der Mittelstand und die Arbeiterklasse immer st&auml;rker zur Kasse gebeten werden, und eine politische-medial-&ouml;konomisch eng verzahnte und durchkorrumpierte &sbquo;Elite&lsquo; im Wein und in narzisstischer Selbstverliebtheit ers&auml;uft, aber stets Wasser predigt. Die Quittung folgte bei der Bundestagswahl 2021, bei der man lediglich 4,9 Prozent der Stimmen erhielt und nur aufgrund dreier Direktmandate den Einzug ins Parlament schaffte. Ein Jahr sp&auml;ter, inmitten der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftskrise seit Gr&uuml;ndung der BRD, schaffte es die Partei dagegen nicht, den daran schuldhaften Eliten auf die Finger zu klopfen und eine soziale Alternative zur &sbquo;Ampel&lsquo; in Berlin aufzubauen, sondern sie betreibt flei&szlig;ig ihre Selbstzerst&ouml;rung. Anstatt ihr Profil zu sch&auml;rfen, passte sie sich rigoros dem politischen Mainstream an.&ldquo; (S. 13)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Linkspartei und Corona<\/strong><\/p><p>Dass die Partei &bdquo;Die Linke&ldquo; ihre linke Identit&auml;t aufgegeben hat, zeigt Brajer an vielen Beispielen auf. Eines davon beleuchtet den Umgang der Partei mit dem Thema &bdquo;Corona&ldquo;. Er beschreibt dazu das Veranstaltungsprogramm der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS). Hier zeigt sich deutlich: Die Linkspartei ist nicht mehr ein zuverl&auml;ssiger Anwalt des B&uuml;rgers gegen einen &uuml;bergriffigen Staat. Gleichzeitig arbeitet Brajer in diesem Zusammenhang sehr gut heraus, wie die &bdquo;modernen&ldquo; Diffamierungsmethoden funktionieren, die auch gerne von den gro&szlig;en Mainstreammedien oder Akteuren der Politischen Klasse angewandt werden, wie etwa dem Bundespr&auml;sidenten Frank-Walter Steinmeier (dazu weiter unten eine Erl&auml;uterung):<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die &sbquo;Corona-Krise&lsquo; war und ist auch ein gro&szlig;es Thema bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS), die noch im Sommer 2022 Veranstaltungen unter der sogenannten 2G+-Regelung abhalten l&auml;sst &ndash; der sch&auml;rfsten Regel von allen, bei der nur Geimpfte und Genesene mit Maske Zutritt haben, die dar&uuml;ber hinaus einen aktuellen Test vorweisen m&uuml;ssen &ndash; der Rest bleibt drau&szlig;en. An passenden Veranstaltungen zur Verunglimpfung jeglicher Kritiker der &sbquo;Corona-Ma&szlig;nahmen&lsquo; hat es dazu nicht gemangelt. Titel wie &sbquo;Von A wie Aluhut bis Z wie Zwangsimpfung. Argumentationstraining gegen Verschw&ouml;rungserz&auml;hlungen&lsquo;, &sbquo;Verqueres Denken &ndash; Gef&auml;hrliche Weltbilder in alternativen Milieus&lsquo; oder &sbquo;Fehlender Mindestabstand &ndash; Die Coronakrise und die Netzwerke der Demokratiefeinde&lsquo; stellen jeden in die rechte Ecke, der sich gegen die &sbquo;Corona-Ma&szlig;nahmen&lsquo; ausgesprochen hat. (&hellip;) Die Methode ist in aller Regel &auml;hnlich: Man sucht sich besonders extreme oder schlichtweg dumme Akteure oder Positionen, dr&uuml;ckt denen den Stempel des &sbquo;Verschw&ouml;rungsideologen&lsquo; auf und diskreditiert so die ganze Bewegung. Dabei ist man stets auf Kurs der Bundesregierung im staatlichen verordneten Kampf gegen den &sbquo;Rechtspopulismus&lsquo; &ndash; im Zweifel noch radikaler und unterscheidet sich kaum noch von anderen &sbquo;Thinktanks&lsquo; wie der olivgr&uuml;nen Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung, die ehemals von Ralf F&uuml;cks geleitet wurde, oder der Amadeu-Antonio-Stiftung, an deren Spitze Anetta Kahane steht.&ldquo; (S. 186-187)\n<\/p><\/blockquote><p>Die hier beschriebene Diffamierungsmethode konnte man auch k&uuml;rzlich wieder bei Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier beobachten. Er konnte es sich in seiner Rede zum 175-j&auml;hrigen Jubil&auml;um der ersten Deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche nicht verkneifen, den Medien Zitate zu liefern, die geeignet sind, das st&ouml;rende Volk zu diffamieren. Eine Gelegenheit, die von den Medien nur zu gern genutzt wurde, m&uuml;ssen diese sich doch schon seit L&auml;ngerem mit einer st&ouml;rrischen Kundschaft herum&auml;rgern, die arroganterweise immer &ouml;fter glaubt, auf Qualit&auml;tsjournalismus verzichten zu k&ouml;nnen. Steinmeier sagte in seiner Rede Folgendes:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;(&hellip;) mein Appell: (&hellip;) achten wir unsere demokratischen Institutionen, die Parlamente, die frei gew&auml;hlten Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Wer heute Parlamente verh&ouml;hnt, st&auml;ndig von dem System, von Gleichschaltung und Meinungsdiktatur spricht, der verh&ouml;hnt in Wahrheit diejenigen, die f&uuml;r Freiheit und Demokratie gek&auml;mpft haben.<\/p>\n<p>(&hellip;) &Auml;hnlich geschieht es mit den Farben Schwarz-Rot-Gold. Vom Hambacher Fest &uuml;ber die Paulskirche und die Weimarer Republik sind sie jetzt unsere Farben, die Farben eines geeinten demokratischen Deutschlands. Um es klar zu sagen: Wer unsere Demokratie verachtet, hat kein Recht auf Schwarz-Rot-Gold.&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Frank-Walter-Steinmeier\/Reden\/2023\/05\/230518-Paulskirchenversammlung.html\">Steinmeiers Rede siehe hier<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Mit anderen Worten: Wer es wagt, das Establishment zu kritisieren, und wer der Meinung ist, dass dessen Verhalten nicht immer dem demokratischen Geist unserer Verfassung entspricht, ist ein Demokratiefeind. Die Methode: Zweifel an der Qualit&auml;t der &bdquo;real existierenden&ldquo; Demokratie (also der Vergleich zwischen der gelebten Praxis und den Ma&szlig;st&auml;ben der Verfassung) sowie Kritik an politischen Akteuren und den Medien wird umgedeutet zu einer Verh&ouml;hnung des Parlaments und der Demokratie. Aus Kritikern, die eine verfassungsgem&auml;&szlig;e Demokratie einfordern, werden so Demokratiefeinde gemacht. Genau wie Brajer es beschrieben hat: Man tut so, als ob alle &ouml;ffentlich ge&auml;u&szlig;erte Kritik am Establishment extremistisch und demokratiefeindlich sei. Innenministerin Nancy Faeser l&auml;sst sch&ouml;n gr&uuml;&szlig;en. Da m&ouml;chte ich doch fragen: Wer hat hier ein Problem mit Demokratie?<\/p><p><strong>Woker Kapitalismus<\/strong><\/p><p>Ziemlich ausf&uuml;hrlich (und das v&ouml;llig zu Recht) zitiert Brajer einen Podcast des &ouml;ffentlich-rechtlichen Senders <em>SWR<\/em>, der im Programm <em>SWR 2<\/em> gesendet wurde. Autor ist der Philosoph und Publizist Alexander Grau, der auch f&uuml;r <em>Cicero-online<\/em> schreibt. Als ich die Zitate las, dachte ich spontan: &bdquo;Oh Wunder, es gibt beim &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk noch kleine Nischen, in denen Herrschaftskritisches mit einer Prise feiner Ironie ver&ouml;ffentlicht werden darf.&ldquo;<\/p><p>In dieser Sendung befasst Grau sich mit dem &bdquo;woken&ldquo; Kapitalismus. Woke &ndash; dieser Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie &bdquo;erwacht&ldquo; oder &bdquo;wach&ldquo;. Er bezeichnet ein &bdquo;erwachtes Bewusstsein&ldquo; f&uuml;r mangelnde soziale Gerechtigkeit und Rassismus. Brajer zitiert ausf&uuml;hrlich Graus Analyse des modernen Kapitalismus:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der moderne Kapitalist ist gar kein Kapitalist mehr. Er ist nun ein Verantwortungstr&auml;ger, Netzwerker oder kreativer Kopf. Man &uuml;bt sich routiniert in Sozialpartnerschaft, achtet die Umwelt, ist offen f&uuml;r soziale Ver&auml;nderungen und die Belange von Minderheiten. (&hellip;) Diversit&auml;t geh&ouml;rt zur Unternehmenskultur, ebenso wie der Kampf gegen Rassismus. Gab man sich fr&uuml;her gerne dezidiert unpolitisch, so kokettiert man nun mit politischen Trends. Mancher Konzern erscheint auf den ersten Blick eher als eine Art NGO f&uuml;r eine bessere Welt (NGO = Nichtregierungsorganisation wie z.B. Amnesty International; UB) denn als gewinnorientiertes Unternehmen. Man k&auml;mpft f&uuml;r Klimaschutz, streitet f&uuml;r mehr Vielfalt und positioniert sich gegen rechts. Auf den Manageretagen herrscht der Geist der Progressivit&auml;t.&ldquo; (S. 178)\n<\/p><\/blockquote><p>Und dann stellt Grau in diesem Podcast mit Berufung auf die Analysen von Karl Marx fest, dass die Linke sich dazu hergab, f&uuml;r die in kapitalistischen Gesellschaften immer wieder aufs Neue stattfindende Ersch&uuml;tterung und Zerst&ouml;rung alter gesellschaftlicher Zust&auml;nde (ein Beispiel daf&uuml;r erleben wir gerade mit der &bdquo;Heizwende&ldquo;) das passende Lebensgef&uuml;hl zu liefern.<\/p><p>Die Konsequenzen seien fatal, kommentiert Brajer dies. Und zitiert zur Veranschaulichung ein weiteres Mal Alexander Grau:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die letzte Konsequenz dieser Entwicklung ist der woke Kapitalismus. Hier kommt es zu einer endg&uuml;ltigen Amalgamierung von neulinkem Denken und Anforderungen eines globalen Marktes. Konsequentes Produkt dieser Osmose ist die Vision des entgrenzten, geschichtslosen Menschen ohne Herkunft, ohne Geschichte, ohne materiellen K&ouml;rper. Alles steht immer zur Disposition. Jahrhunderte alte Traditionen werden ebenso pulverisiert wie biologische Tatsachen. Nicht nur kulturelle Artefakte, auch biologische Objekte gelten als soziale Konstruktionen, die das Ergebnis von Machtgef&uuml;gen sind und damit von Unterdr&uuml;ckung. Weder gibt es Nationen noch die Bipolarit&auml;t der Geschlechter.&ldquo; (S. 180)\n<\/p><\/blockquote><p>Interessant ist hier, dass ein dezidiert linker Autor wie Brajer heutzutage f&uuml;r eine treffende Analyse der gegenw&auml;rtigen Gesellschaft bei einem eher konservativ ausgerichteten Autor f&uuml;ndig wird. Sind es heute konservative Denker, die sich f&uuml;r linke Werte engagieren?<\/p><p><strong>Fabio De Masis kluge Analyse<\/strong><\/p><p>Gegen Ende des Buches bringt Brajer das, was eine gute linke Politik ausmachen w&uuml;rde, mit einem sehr klugen Zitat des ehemaligen Linkenpolitikers und Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi auf den Punkt. De Masi ist inzwischen aus der Linkspartei ausgetreten. In seiner Begr&uuml;ndung, warum er bei der Bundestagswahl 2021 nicht mehr antreten wollte, schrieb er Folgendes: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Identit&auml;t ist wichtig im Leben. Sie darf aber nicht dazu f&uuml;hren, dass nur noch Unterschiede statt Gemeinsamkeiten zwischen Menschen betont werden und sich nur noch &sbquo;woke&lsquo; Akademiker in Innenst&auml;dten angesprochen f&uuml;hlen. Eine Politik, die nur noch an das Ego und die individuelle Betroffenheit, aber nicht mehr an die Gemeinschaft appelliert, ist auch Donald Trump nicht fremd. Viele Menschen teilen unsere Werte. Aber wir gewinnen nichts, wenn wir weltfremd wirken oder Stress in der Gesellschaft tabuisieren, weil wir Angst haben, auf konkrete Probleme auch konkrete Antworten liefern zu m&uuml;ssen. Dies schlie&szlig;t &uuml;brigens &sbquo;linken Populismus&lsquo; &uuml;berhaupt nicht aus. Wir m&uuml;ssen popul&auml;rer werden &ndash; aber mit Hand und Fu&szlig; und den richtigen Schwerpunkten.&ldquo; (S. 226)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Hat die Linkspartei noch eine Chance?<\/strong><\/p><p>Wenn ich Brajer richtig verstanden habe: nein. Er scheint auf eine neue linke Partei mit Sahra Wagenknecht an der Spitze zu setzen, ohne dies aber ganz klipp und klar zu sagen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Riss in der Linken zwischen &sbquo;Reformern&lsquo; wie Wissler, Schirdewan, Hennig-Wellsow, Ramelow oder Kipping einerseits und &sbquo;echten&lsquo; Linken wie Wagenknecht, Lafontaine, Dagdelen, Dehm oder De Masi ist nicht mehr zu kitten. Gut so! Denn niemand braucht eine zweite sozialdemokratische oder gr&uuml;ne Partei. Im Gegenteil sagen zahlreiche Umfragen f&uuml;r eine &sbquo;Wagenknecht-Partei&lsquo; ein Wahlpotenzial im zweistelligen Prozentbereich voraus.&ldquo; (S. 229)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Mein Res&uuml;mee zum Buch<\/strong><\/p><p>Insbesondere die ersten Kapitel von Brajers Buch sind f&uuml;r meinen Geschmack zu detailliert mit gef&uuml;hlt Hunderten Zitaten und Belegen, wer wo was gesagt hat. Das mag vielleicht f&uuml;r Insider der Partei interessant sein. Aber f&uuml;r &bdquo;normale&ldquo; politikinteressierte B&uuml;rger bzw. Leser ist das, zumindest f&uuml;r meinen Geschmack, zu viel des Guten. Da w&auml;re weniger wirklich mehr gewesen.<\/p><p>Ein weiterer Punkt, der mich st&ouml;rte: Ich habe nichts gegen Polemik und Ironie. Beides kann einen Text sehr beleben. Aber an manchen Stellen ist mir der Autor zu ressentimentgeladen. Das gilt zum Beispiel beim Thema &bdquo;Klimawandel&ldquo;. Ich kann verstehen, dass der Autor von den Klimaaktivisten furchtbar genervt ist. Und ja, es stimmt, Klimaver&auml;nderungen hat es immer in der Erdgeschichte gegeben &ndash; aber nicht in dieser Geschwindigkeit und Intensit&auml;t. Da darf man schon vermuten, dass das etwas mit den enormen CO2-Emissionen zu tun hat und menschengemacht ist. Brajer zweifelt dies nicht offen an, l&auml;sst diese Frage bewusst offen. Aber es schimmert durch, dass er am menschengemachten Klimawandel zweifelt, was ich gar nicht kritisieren will. Ich geh&ouml;re ja schlie&szlig;lich nicht zu den woken Guten. Ich kann andere Meinungen respektieren. Aber so wirkt dieser Abschnitt im Buch (&bdquo;Klimareligion&ldquo;) mehr wie N&ouml;rgelei und nicht wie eine politische Analyse. Da w&auml;re es besser gewesen, offen Stellung zu beziehen und dies argumentativ fundiert zu begr&uuml;nden.<\/p><p>Trotz der genannten Kritik, und auch wenn ich mit manchen Aussagen von Brajer nicht &uuml;bereinstimme: Sein Buch ist ohne Zweifel eine wertvolle Quelle f&uuml;r alle, die sich mit der Frage besch&auml;ftigen wollen, warum die Linkspartei sich im Niedergang befindet und welche Schl&uuml;sse man daraus als &bdquo;echter Linker&ldquo; f&uuml;r die Zukunft ziehen kann oder sollte. Der Leser findet hier eine F&uuml;lle von Material. Insofern kann ich das Buch von Brajer mit den genannten Einschr&auml;nkungen empfehlen.<\/p><p><em>Sven Brajer: Die (Selbst)zerst&ouml;rung der deutschen Linken. Von der Kapitalismuskritik zum woken Establishment, Promedia-Verlag, 232 Seiten, 22 Euro.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/8fce8cc600fe4d06991f619e4ba219fe\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Linkspartei hat bei der B&uuml;rgerschaftswahl in Bremen zwar gerade mit rund 11 Prozent sehr gut abgeschnitten. Aber hei&szlig;t dies auch, dass die Linkspartei noch eine Zukunft hat? Sven Brajer, Autor des Buches <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/die-selbst-zerstoerung-der-deutschen-linken.html?listtype=search&amp;searchparam=Sven%20brajer%20Die%20Selbst%20Zerst%C3%B6rung%20der%20deutschen%20Linken\">&bdquo;Die (Selbst)zerst&ouml;rung der deutschen Linken. 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