{"id":9854,"date":"2011-06-22T08:50:49","date_gmt":"2011-06-22T06:50:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9854"},"modified":"2011-06-22T09:13:49","modified_gmt":"2011-06-22T07:13:49","slug":"hinweise-des-tages-1409","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9854","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechenlandkrise; Deutschland ist der gr&ouml;&szlig;te Schuldens&uuml;nder des 20. Jahrhunderts; Heiner Flassbeck &ndash; Monetarismus und &bdquo;Wettbewerb der Nationen&ldquo; sind die Totengr&auml;ber des Euro; Paul Krugman &ndash; Mr Keynes and the moderns; Mindestl&ouml;hne sind bei der Bev&ouml;lkerung beliebt; Ganz sch&ouml;n dreist, diese Manager; Steuer gegen Armut: Die Finanztransaktionssteuer (FTS); US-Beh&ouml;rde zieht Gro&szlig;banken vor Gericht; Razzia in Berliner Helios-Klinik; B&uuml;rgerarbeit &ndash; Staatlich gef&ouml;rderter Flop; Die Erwartungen an Erwerbslose sind h&auml;ufig inkompetent und riskant; Jeder zehnte Europ&auml;er mittleren Alters nimmt Antidepressiva; Zeitdruck f&uuml;hrt zu Medizinerpfusch; Braindrain im Gesundheitswesen: Sterben, weil das Wissen fehlt; Schiffe, die kein Wasser vertragen; Mit Knarre am Bauzaun; Atomkraft: Allt&auml;gliche Strahlung; Schon bei Kleinkindern werden Arbeitnehmer-Kompetenzen abgefragt; Qualit&auml;tsjournalismus unter Druck; Das Allerletzte: Riesterrenten- Propaganda in der Berufsschule (MB\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Griechenlandkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Deutschland ist der gr&ouml;&szlig;te Schuldens&uuml;nder des 20. Jahrhunderts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Heiner Flassbeck &ndash; Monetarismus und &bdquo;Wettbewerb der Nationen&ldquo; sind die Totengr&auml;ber des Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Paul Krugman &ndash; Mr Keynes and the moderns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Mindestl&ouml;hne sind bei der Bev&ouml;lkerung beliebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Ganz sch&ouml;n dreist, diese Manager<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Steuer gegen Armut: Die Finanztransaktionssteuer (FTS)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">US-Beh&ouml;rde zieht Gro&szlig;banken vor Gericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Razzia in Berliner Helios-Klinik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">B&uuml;rgerarbeit &ndash; Staatlich gef&ouml;rderter Flop<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Die Erwartungen an Erwerbslose sind h&auml;ufig inkompetent und riskant<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Jeder zehnte Europ&auml;er mittleren Alters nimmt Antidepressiva<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Zeitdruck f&uuml;hrt zu Medizinerpfusch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Braindrain im Gesundheitswesen: Sterben, weil das Wissen fehlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Schiffe, die kein Wasser vertragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Mit Knarre am Bauzaun<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Atomkraft: Allt&auml;gliche Strahlung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Schon bei Kleinkindern werden Arbeitnehmer-Kompetenzen abgefragt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Qualit&auml;tsjournalismus unter Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Das Allerletzte: Riesterrenten- Propaganda in der Berufsschule<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9854&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenlandkrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Lucas Zeise &ndash; Verz&ouml;gertes Elend<\/strong><br>\nEin Schuldenschnitt f&uuml;r Griechenland h&auml;tte gr&auml;uliche Folgen, ist aber nicht zu vermeiden. Die Rettungsaktionen schieben den Krach nur auf. Es gibt aber eine Chance f&uuml;r die Zeit danach. [&hellip;]<br>\nDie letzte Wendung der Ereignisse hat gezeigt, dass der Krise ein sich selbst verst&auml;rkendes Moment innewohnt. Bemerkenswert ist, dass ein vom Finanzmarkt aufgebauter Zeitdruck gar nicht mehr bestand. Das griechische Defizit wird ohnehin von den Partnerl&auml;ndern finanziert. Was Ratingagenturen erz&auml;hlen und wie niedrig griechische Anleihen aktuell notieren, ist unwichtig. Die neue Aufregung kam einfach dadurch zustande, dass man ausgerechnet hatte, dass der im Vorjahr installierte Plan A f&uuml;r Griechenland nicht ausreicht. Zeitdruck entstand nur insofern, als der Internationale W&auml;hrungsfonds eine dringend ben&ouml;tigte Kredittranche nicht auszahlen wollte, solange die Euro-L&auml;nder die Finanzierung nicht aufgestockt hatten. Mitten in der gr&ouml;&szlig;ten Aufregung lockerte der Internationale W&auml;hrungsfonds dann seine Bedingungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-lucas-zeise-verzoegertes-elend\/60067308.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Peter Bofinger &ndash; &ldquo;Die Griechen haben genug gespart&rdquo;<\/strong><br>\nWie soll Europa mit der Griechenland-Krise umgehen? Deutlich anders als bisher, findet der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Er wirft der Politik Versagen vor und pl&auml;diert f&uuml;r einen sofortigen Schuldenschnitt. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber die Risiken eines solchen Schrittes, sein Konzept von einer W&auml;hrungsunion 2.0 und die Sparanstrengungen der Griechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/interview-mit-peter-bofinger-die-griechen-haben-genug-gespart-1.1110630\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Das griechische Volk ist unschuldig<\/strong><br>\nDie einfachen Griechen leiden am st&auml;rksten unter der Krise, die Eliten haben die Misere verursacht. Das Volk braucht mehr Zeit f&uuml;r einen Neuanfang.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2011-06\/Griechenland-Volk-Schuldfrage\/komplettansicht\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Athen in Not<\/strong><br>\nDie Schuldenkrise in Hellas f&uuml;hrt zunehmend zu einer Verarmung der griechischen Bev&ouml;lkerung. Im vergangenen Jahr mussten die Griechen im Vergleich zum Vorjahr den st&auml;rksten R&uuml;ckgang ihrer Kaufkraft unter den 27 EU-Staaten hinnehmen. Wie aus einer am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Aufstellung des Europ&auml;ischen Statistikamts Eurostat hervorgeht, verf&uuml;gten die Griechen im vergangenen Jahr nur noch &uuml;ber 89 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf- Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der EU. 2009 &ndash; also im Jahr vor dem Beginn der einschneidenden Sparpakete der Regierung unter Ministerpr&auml;sident Giorgos Papandreou &ndash; hatte das BIP pro Kopf in Griechenland noch bei 94 Prozent des EU-Durchschnitts gelegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/athen-in-not\/4310524.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So so, die Schuldenkrise ist schuld, nicht etwa der von EU, EZB und IWF verordnete Rezession versch&auml;rfende Austerit&auml;tskurs. Sollen jetzt die von  EU-Kommissionspr&auml;sident Jos&eacute; Manuel Barroso in Aussicht gestellte Auszahlung von EU-F&ouml;rdergeld in H&ouml;he von einer 1 Mrd. Euro als keynesianische Wende der EU verstanden werden? Ein Witz, wenn man gleichzeitig fordert, dass Griechenland bis 2014 zus&auml;tzliche Ma&szlig;nahmen zum Defizitabbau von knapp 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts treffen soll. &ldquo;Wir m&uuml;ssen den Griechen zeigen, dass es schwierig ist, aus der Krise zu kommen, aber dass auch L&ouml;sungen zur Verf&uuml;gung stehen&rdquo;, sagte Barroso. Zynismus oder Dummheit pur, wahrscheinlich beides. Nicht besser unser Herr der Finanzen, er erkennt, dass Griechenland eine Wachstumsperspektive brauche: Exportierte Sonnenenergie. Dann baut mal sch&ouml;n &uuml;ber Nacht Sonnenkollektoren auf. &ndash; Wie meinte Max Liebermann aus anderem Anlass: &bdquo;Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen m&ouml;chte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wer ist schuld, falls der Euro scheitert? Deutschland!<\/strong><br>\nEs klingt absurd: Deutschland schultert in der existentiellen Krise der W&auml;hrungsunion Risiken von Hunderten Milliarden Euro  &ndash; doch wir gelten nicht als wohlmeinende F&uuml;hrungsmacht, sondern stehen als &ldquo;Euro-Nazis&rdquo; am Pranger. Wie konnte es blo&szlig; so weit kommen? [&hellip;]<br>\nDie Bundesrepublik war 2009 und 2010 pl&ouml;tzlich in der historischen Position, eine Art europ&auml;ische Hegemonialmacht zu sein. Als einziger gro&szlig;er Euro-Staat war sie &ouml;konomisch handlungsf&auml;hig, mit wettbewerbsf&auml;higer Wirtschaftsstruktur und relativ niedriger Verschuldung. Deutschland h&auml;tte als &ldquo;benevolent hegemon&rdquo;, als g&uuml;tige Vormacht, agieren k&ouml;nnen &ndash; agieren m&uuml;ssen. &Auml;hnlich wie die USA nach dem Zweiten Weltkrieg h&auml;tte die Bundesrepublik fr&uuml;hzeitig und gro&szlig;z&uuml;gig Geld bereitstellen m&uuml;ssen &ndash; verbunden mit der Schaffung neuer, m&auml;chtiger europ&auml;ischer Institutionen, inklusive eines neuen Verfassungsvertrags. Angela Merkel h&auml;tte Europa in eine gemeinsame Zukunft f&uuml;hren m&uuml;ssen &ndash; und k&ouml;nnen.<br>\nStattdessen verharrte die nationale Politik im Kleinklein von Landtagswahlk&auml;mpfen und populistischer Kein-Geld-f&uuml;r-schlappe-S&uuml;deurop&auml;er-Rhetorik. Statt die Grundlinie westdeutscher Politik seit Konrad Adenauer fortzuf&uuml;hren, die darin bestand, die europ&auml;ischen Nationen in einem fortschreitend engeren institutionellen Rahmen zu verankern, sind wir auf dem Weg, zur Balance-of-Power-Politik zur&uuml;ckzukehren. Im Vordergrund steht nicht mehr das gemeinsame Schicksal der Europ&auml;er, sondern der Ausgleich nationaler Interessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,769386,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><strong><em>Anmerkung Jens Berger:<\/em><\/strong> Auch wenn der Artikel f&uuml;r SPIEGEL-Verh&auml;ltnisse durchaus ein Lichtblick ist, vers&auml;umt es der Autor Henrik M&uuml;ller (stellv. Chefredakteur des Partnerblattes &bdquo;Manager Magazin&ldquo;) darauf hinzuweisen, dass Deutschland nicht nur in der Krise fast alles falsch gemacht hat, sondern auch durch seine langj&auml;hrige Wirtschaftspolitik die Grundlage f&uuml;r die strukturellen Probleme gelegt hat, an der die Eurozone nun zugrunde zu gehen droht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Ein masochistischer Anpassungsprozess<\/strong><br>\n&Ouml;konomieprofessor Stockhammer findet, die Lohnpolitik soll eine zentrale Rolle bei der Bek&auml;mpfung der Ungleichgewichte in der Eurozone leisten<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1308186648458\/Ungleichgewichte-in-Eurozone-Ein-masochistischer-Anpassungsprozess\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Ende einer Freundschaft<\/strong><br>\nDie Schuldenkrise hat das Verh&auml;ltnis zwischen Deutschland und Hellas vergiftet. Angela Merkel ist mittlerweile die unbeliebteste ausl&auml;ndische Politikerin in Griechenland. Ihre Schelte wird als Schlag unter die G&uuml;rtellinie empfunden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/ende-einer-freundschaft\/-\/1471908\/8583708\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K:<\/strong> Man w&uuml;rde sich w&uuml;nschen, dieser Beitrag der Frankfurter Rundschau w&uuml;rde von all jenen Bundesb&uuml;rgern gelesen werden, die in ihrem Meinungsbild bzgl. Griechenland und den dort lebenden Menschen von Bild und Co. fortw&auml;hrend manipuliert werden.<\/em><br>\n<em>Das deutsche Lohndumping und Sozialdumping (Stichwort: Hartz IV) der vergangenen 15 Jahre und das Entstehen eines gro&szlig;en Niedriglohnsektors in Deutschland haben die Wettbewerbsf&auml;higkeit auch von Griechenland massiv geschw&auml;cht und die &ouml;konomische Schieflage in Griechenland mit verursacht.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Als ich vor Jahren Urlaub in Griechenland machte, war der einzige deutsche Politiker, den die meisten deutsch sprechenden Einheimischen kannten, Helmut Kohl &ndash; den manche auch als Kanzler der europ&auml;ischen Einigung bezeichneten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutschland ist der gr&ouml;&szlig;te Schuldens&uuml;nder des 20. Jahrhunderts<\/strong><br>\nGriechenlands Pleitekarriere l&auml;sst sich nicht &uuml;berbieten? Doch &ndash; von Deutschland, sagt der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl im Interview. Er warnt: Die Bundesrepublik muss sich in der Euro-Krise z&uuml;geln, sonst k&ouml;nnte sich die Stimmung gegen das Land drehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,769052,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines Lesers:<\/strong> Auch wenn Herr Ritschl einiges ausblendet (z.B. dass die DDR durchaus Reparationen geleistet hat &ndash; und das nicht zu knapp), ein sch&ouml;nes Pl&auml;doyer gegen die deutsche Selbstherrlichkeit in dieser Krise. Ein Blick ins Forum l&auml;sst einem allerdings, angesichts der Bei&szlig;reflexe der Leser, die Haare zu Berge stehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck &ndash; Monetarismus und &bdquo;Wettbewerb der Nationen&ldquo; sind die Totengr&auml;ber des Euro<\/strong><br>\nDie dramatischen Entwicklungen in der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion (EWU) wachsen den europ&auml;ischen Regierungen, der EU-Kommission und der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) offenbar &uuml;ber den Kopf: Die nationalen Kapitalmarktzinsen driften nach knapp neun Jahren gr&ouml;&szlig;ter &Uuml;bereinstimmung stark auseinander. Umfangreiche Rettungskredite f&uuml;r vom Kapitalmarkt mit prohibitiv hohen Zinsen belegte Mitgliedstaaten stellen sich als Tropfen auf den hei&szlig;en Stein heraus. Die im Gegenzug zu den Kredithilfen verlangten Sparma&szlig;nahmen in den &ouml;ffentlichen Haushalten der Krisenl&auml;nder entpuppen sich als kontraproduktiv. Folglich wird heftig dar&uuml;ber gestritten, ob nicht Umschuldungsma&szlig;nahmen oder der Austritt eines Krisenlandes aus der EWU langfristig das kleinere &Uuml;bel im Vergleich zu nicht enden wollenden &#64257;nanziellen Hilfen seien.<br>\nManch einer fragt sich, ob Europa diese Probleme heute genau so h&auml;tte, wenn der Euro vor zw&ouml;lf Jahren nicht eingef&uuml;hrt worden w&auml;re. Offensichtlich sind die Logik einer W&auml;hrungsunion und damit die Voraussetzungen f&uuml;r ihre Funktionst&uuml;chtigkeit ebenso unverstanden geblieben wie ihr Zweck. Eindrucksvoller h&auml;tte man das nicht belegen k&ouml;nnen als mit dem Satz &bdquo;Wir k&ouml;nnen nicht eine W&auml;hrung haben, und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig&ldquo;, mit dem Bundeskanzlerin Merkel j&uuml;ngst aufwartete.<br>\nOhne  Verst&auml;ndnis f&uuml;r die relevanten Zusammenh&auml;nge l&auml;sst sich jedoch weder eine erfolgreiche Rettungsstrategie entwickeln noch glaubw&uuml;rdig argumentieren, warum der Euro rettungsw&uuml;rdig ist. Es hilft nicht, seine politische Bedeutung f&uuml;r Europa zu bem&uuml;hen, wenn er die Staatengemeinschaft vor &ouml;konomische Probleme stellt, die den Verantwortlichen wie den W&auml;hlern nicht nachhaltig l&ouml;sbar erscheinen.<br>\nDie beiden Fragen, die es folglich zu kl&auml;ren gilt, lauten: Wie muss eine W&auml;hrungsunion aufgebaut sein, damit sie langfristig funktioniert, und wozu braucht man sie?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/resserver.php?blogId=9&amp;resource=WirtschaftsdienstJuni2011.pdf\">Wirtschaftsdienst [PDF &ndash; 256 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Paul Krugman &ndash; Mr Keynes and the moderns<\/strong><br>\nKeynes&rsquo; General Theory is 75 years old. In this column, Paul Krugman argues that many of its insights and lessons are still relevant today, but many have been forgotten. A broad swath of macroeconomists and policymakers are applying old fallacies to today&rsquo;s crisis. As the nostrums being applied by the &ldquo;pain caucus&rdquo; are visibly failing, Keynesian ideas may yet make a comeback.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/index.php?q=node\/6668\">VOX<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mindestl&ouml;hne sind bei der Bev&ouml;lkerung beliebt<\/strong><br>\nDer Gewerkschaftsbund r&uuml;hrt die Werbetrommel f&uuml;r seine Mindestlohn-Initiative. Der SGB ver&ouml;ffentlichte am Dienstag die Resultate einer repr&auml;sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Link zum Thema, die er zusammen mit der Gewerkschaft Unia in Auftrag gegeben hatte. Darin sprachen sich 85 Prozent der Befragten f&uuml;r gesetzliche Mindestl&ouml;hne als Mittel gegen Probleme mit Tiefl&ouml;hnen aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/gewerkschaftsbund_mindestlohn-initiative_schweiz_1.11001165.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ganz sch&ouml;n dreist, diese Manager<\/strong><br>\nKonzernchefs von der Deutschen Bank bis Siemens wollen, dass der Euro gerettet wird &ndash; aber gef&auml;lligst ohne ihre Hilfe. In der W&auml;hrungskrise m&uuml;ssten alle zusammenstehen, doch die Wirtschaft versagt moralisch. Sie will Gewinn machen, aber nicht f&uuml;r die Risiken haften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/euro-krise-deutsche-wirtschaft-ganz-schoen-dreist-diese-manager-1.1111125\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Steuer gegen Armut: Die Finanztransaktionssteuer (FTS)<\/strong><br>\nWillkommen auf der Website der Kampagne &ldquo;Steuer gegen Armut&rdquo;. Wir sind ein Zusammenschluss von 83 Mitgliedsorganisationen und fordern seit Oktober 2009 mit unserem Offenen Brief an die Bundes&shy;&shy;regierung die Einf&uuml;hrung einer Finanztrans&shy;&shy;&shy;aktionssteuer. Aus den Einnahmen sollen Ma&szlig;nahmen zur Armutsbek&auml;mpfung und zum Umweltschutz finanziert werden. Die charmanteste Erkl&auml;rung unseres Anliegens ist die von Heike Makatsch und Jan Josef Liefers. Dieser Kampagnenspot ist w&auml;hrend der 22. 23. und 24. Kalenderwoche in ausgesuchten Gro&szlig;stadtkinos in Norddeutschland zu sehen und soll f&uuml;r den Global Action Day f&uuml;r eine Finanztransaktionssteuer am 21.6. sensibilisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.steuer-gegen-armut.org\/\">Steuer gegen Armut<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Bei aller Sympathie f&uuml;r das Projekt und dem Respekt der beiden Darsteller f&uuml;r ihre Unterst&uuml;tzung &ndash; etwas mehr Pfiff, Tempo und Originalit&auml;t h&auml;tten dem Film und auch dem Projekt nicht geschadet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>US-Beh&ouml;rde zieht Gro&szlig;banken vor Gericht<\/strong><br>\nDie Finanzkrise hat enorme Sch&auml;den hinterlassen &ndash; nun w&auml;chst der Druck auf die Banken, daf&uuml;r geradezustehen. Der US-Finanzmarktregulierer NCUA hat am Montag JPMorgan Chase und die Royal Bank of Scotland wegen fehlgeschlagener Hypothekengesch&auml;fte verklagt. Nach Beh&ouml;rdenangaben brachen in Folge dieser Deals f&uuml;nf Zentralinstitute der Genossenschaftsbanken zusammen. &ldquo;Weitere Klagen d&uuml;rften folgen&rdquo;, k&uuml;ndigte die National Credit Union Administration (NCUA) in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia an. Der Gesamtschaden gehe in die Milliarden. In den USA scheint die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise aber gerade erst loszugehen. Die US-Finanzmarktregulierer und die Generalstaatsanw&auml;lte der Bundesstaaten haben an mehreren Fronten Ermittlungen eingeleitet. Bislang hat von den Wall-Street-Gr&ouml;&szlig;en lediglich die US-Investmentbank Goldman Sachs in einem Vergleich mit der B&ouml;rsenaufsicht SEC 550 Millionen Dollar gezahlt. Mit weiteren teuren Vergleichen wird in den kommenden Wochen und Monaten gerechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,769510,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und wann erfolgt die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise bei uns? Inwiefern z.B. die Deutsche Bank seinerzeit Risikopapiere anderen andrehte und gleichzeitig auf einen Verfall solcher Papiere wettete, interessiert anscheinend in Deutschland keinen mehr. Vergessen, wie die Deutsche Bank der IKB diese Schrottpapiere samt dem eigenen M&uuml;ll verkaufte?! Vergessen, wie Herr Ackermann dazu dreist verk&uuml;ndete: &ldquo;Es stimmt, wir hatten zeitweise eine andere Marktauffassung als die IKB&rdquo;, dies sei aber dies f&uuml;r jedermann erkennbar gewesen&rdquo;?! Wo sind die Staatsanw&auml;lte, die &uuml;berpr&uuml;fen, wie vielen Kunden die Deutschen Bank wertloses Papier angedient hat? Aber wir sind ja in Deutschland, wo Minister Strategiepapiere der Deutschen Bank abkupfern und als eigene Politik verkaufen. Etwas stinkt in diesem Land, und zwar vom Kopf her. &ndash; &Uuml;brigens haftet der Staat auch nach der &Uuml;bernahme durch den Finanzinvestor Lone Star immer noch f&uuml;r Verbindlichkeiten der IKB von knapp neun Milliarden Euro.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Razzia in Berliner Helios-Klinik<\/strong><br>\nEtwa 150 Polizeibeamten durchsuchen seit heute morgen die Helios Kliniken GmbH in Berlin. Gegen mehrere Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Helios Kliniken, sowie gegen &Auml;rzte und Chef&auml;rzte besteht der Verdacht des Abrechnungsbetrugs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/praxis_wirtschaft\/recht\/article\/660078\/razzia-berliner-helios-klinik.html\">&Auml;rztezeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>B&uuml;rgerarbeit &ndash; Staatlich gef&ouml;rderter Flop<\/strong><br>\nSie begleiten Senioren in Altenheimen oder &uuml;bernehmen die Essensausgabe bei Bed&uuml;rftigen: die B&uuml;rgerarbeiter. Mit dem bundesweiten Modellprojekt sollen schwer vermittelbare Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, indem sie sich f&uuml;r die Allgemeinheit engagieren. Doch die staatlich gef&ouml;rderten Jobs drohen nach nur einigen Monaten zu einem staatlich gef&ouml;rderten Flop zu werden<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www05.wdr.de\/studio\/dortmund\/serien\/themadestages\/2011\/06\/Buergerarbeit.html\">WDR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Erwartungen an Erwerbslose sind h&auml;ufig inkompetent und riskant<\/strong><br>\nDie Anforderungen an Erwerbslose sind h&auml;ufig unrealistisch und gesundheitsgef&auml;hrdend. Zu diesen Ergebnissen kommen Studien der Universit&auml;ten Dresden und Leipzig. &ldquo;Von Arbeitslosen werden Ver&auml;nderungen verlangt, die viele Menschen in stabilen Verh&auml;ltnissen kaum zu leisten in der Lage sind: finanzielle Einbu&szlig;en, Ver&auml;nderungen der Lebensf&uuml;hrung, Ver&auml;nderung zentraler Rollen, Umz&uuml;ge, Trennung von der Familie bei wohnortfernen Arbeitsangeboten und unsicherer Perspektive &hellip;&rdquo; [&hellip;]<br>\nVerschiedentlich erhalten ALG-II-Bezieher im Jobcenter die Aufforderung, eine m&ouml;glichst hohe Zahl an Bewerbungsschreiben nachzuweisen, auch wenn die Erfolgschancen minimal sind. Das kontinuierlich negative Ergebnis entmutigt die Arbeitssuchenden, sch&auml;digt ihr Gef&uuml;hl der Selbstwirksamkeit und kann damit die emotionalen bzw. gesundheitlichen Voraussetzungen einer Erwerbsf&auml;higkeit ruinieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.psychologie-aktuell.com\/news\/aktuelle-news-psychologie\/news-lesen\/article\/2011\/05\/21\/1305951122-wissenschaftler-bestaetigen-die-erwartungen-an-erwerbslose-sind-haeufig-inkompetent-und-ri.html\">Psychologie Aktuell<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Jeder zehnte Europ&auml;er mittleren Alters nimmt Antidepressiva<\/strong><br>\nRund acht Prozent aller Europ&auml;er nahmen im vergangenen Jahr Medikamente gegen Depressionen. Besonders stark betroffen ist die Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren. Darauf weist eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hin, die auf der Befragung von 30.000 Europ&auml;ern in 27 L&auml;ndern basiert.<br>\nDer britische &Ouml;konom Andrew Oswald, der am IZA in Bonn forscht und die Studie mitverfasst hat, h&auml;lt den Befund f&uuml;r alarmierend: &ldquo;Gemessen an Wohlstand und Sicherheit ging es den Europ&auml;ern nie besser als heute. Dass trotzdem so viele Menschen mit Chemie nachhelfen m&uuml;ssen, um gl&uuml;cklich zu sein, sollte uns zu denken geben.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news429041\">Informationsdienst Wissenschaft<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ftp.iza.org\/dp5785.pdf\">Antidepressants and Age [PDF &ndash; 207 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Au&szlig;er f&uuml;r die pharmazeutische Industrie d&uuml;rfte sich &uuml;ber eine solche Meldung niemand freuen.<br>\nEs stellt sich allerdings die Frage, warum ausgerechnet das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) eine solche Studie in Auftrag gibt und was damit bezweckt wird. Das IZA ist immerhin ein <a href=\"\/wp-print.php?p=7066\">Tummelplatz<\/a> f&uuml;r Arbeitgeberlobbyisten aller Art, einschl&auml;gige Politiker und Journalisten sowie ein paar Feigenblatt-Gewerkschafter.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Zeitdruck f&uuml;hrt zu Medizinerpfusch<\/strong><br>\nDie Gutachterstellen der &Auml;rzteschaft stellten im vergangenen Jahr bei 2199 Patienten falsche Diagnosen oder Behandlungen fest. 87 Patienten starben daran. Die Mediziner rechnen in Zukunft mit mehr Beschwerden &ndash; und mehr Fehlern. [&hellip;]<br>\nCrusius machte den zunehmenden Druck der &Auml;rzte verantwortlich. &laquo;Der Patient muss in immer k&uuml;rzeren Zeitr&auml;umen durchgeschleust werden &ndash; und da k&ouml;nnen Fehler passieren&raquo;, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/zeitdruck-fuehrt-zu-medizinerpfusch\/-\/1472596\/8582634\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Braindrain im Gesundheitswesen: Sterben, weil das Wissen fehlt<\/strong><br>\nDie Abwanderung von medizinischen Fachkr&auml;ften bewirkt, dass viele Entwicklungsl&auml;nder auch in Zukunft kein eigenes Gesundheitssystem entwickeln k&ouml;nnen &ndash; und gef&auml;hrdet weltweit die Grundversorgung von Milliarden Menschen. Es ist eine abstrakte Zahl und im Alltag der westlichen Zivilisation kaum vorstellbar, doch &uuml;ber ein Siebtel der Weltbev&ouml;lkerung hat keinen oder nur eingeschr&auml;nkten Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Diese Menschen sehen nie einen Arzt, der sie operieren k&ouml;nnte, eine Hebamme, die bei der Entbindung hilft, medizinisches Fachpersonal, das sie impft oder dar&uuml;ber informiert, wie sie sich am besten vor Malaria, Tuberkulose oder einer HIV-Ansteckung sch&uuml;tzen k&ouml;nnen. Der Grund daf&uuml;r ist ein eklatanter Mangel an Gesundheitspersonal, der besonders L&auml;nder des S&uuml;dens trifft. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herrscht derzeit in 57 Staaten &ndash; davon in 36 afrikanischen L&auml;ndern s&uuml;dlich der Sahara &ndash; ein &laquo;kritischer Unterbestand&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr24\/international\/20872.html\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Schiffe, die kein Wasser vertragen<\/strong><br>\nDas Getriebe knirscht, die Kupplung versagt, die Elektronik spinnt: F&uuml;nf moderne Korvetten sollten der Stolz der Marine sein &ndash; aber die 1,2 Milliarden teuren Schiffe machen vor allem &Auml;rger. Das Verteidigungsministerium steht vor einem Desaster &ndash; dabei sind die Probleme hausgemacht. [&hellip;]<br>\nKeine der f&uuml;nf Korvetten, die vor vier Jahren noch als die &ldquo;modernsten Kriegsschiffe der Nato&rdquo; gefeiert wurden, ist bis zum heutigen Tag einsatzbereit: Mal brach eine Antriebswelle, dann gab es Probleme mit der Elektronik, und das Getriebe hat eine eigene, ganz lange, knirschende Geschichte. Neuerdings machen die Kupplungen der Schiffsgetriebe Sorgen. Manchmal auch waren einfach nur Schrauben locker. [&hellip;]<br>\nEinerseits sind die traurigen Korvetten in den deutschen H&auml;fen Symbol f&uuml;r die vielen maladen R&uuml;stungsvorhaben der Bundeswehr, andererseits scheinen insbesondere diese Probleme hausgemacht zu sein. Das zust&auml;ndige Bundesamt f&uuml;r Wehrtechnik und Beschaffung wurde zu Zeiten der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung bei der Planung der Korvetten weitgehend au&szlig;en vor gelassen. &ldquo;Auf die Vorgabe von Konstruktionsprinzipien und Bauvorschriften wurde so weit wie m&ouml;glich verzichtet&rdquo;, notierte vor neun Jahren der zust&auml;ndige Planungschef im Bundesamt. Durch die Privatisierung des Projekts und den Verzicht auf Kontrolle durch den Bund sollte das Projekt schneller umgesetzt werden &ndash; und billiger sein. Das war ein Irrtum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bundesmarine-technische-pannen-wenn-schiffe-kein-wasser-vertragen-1.1110803\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Mal wieder hat die Privatisierung &ouml;ffentlicher Aufgaben damit zu tun.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Mit Knarre am Bauzaun<\/strong><br>\nNach der zeitweiligen Besetzung der Baustelle des Bahnhofsprojekts &raquo;Stuttgart 21&laquo; am Montag abend bem&uuml;hte sich das politische Establishment am Dienstag, die Gegner des Neubaus in schlechte &raquo;gewaltbereite Radikale&laquo; und &raquo;friedliche Demonstranten&laquo; zu spalten. Stuttgarts Oberb&uuml;rgermeister Wolfgang Schuster (CDU) beschuldigte das Aktionsb&uuml;ndnis gegen &raquo;Stuttgart 21&laquo;, durch &raquo;die aggressiven und beleidigenden Reden und Angriffe in der Vergangenheit&laquo; zu einem Klima der Gewaltbereitschaft beigetragen zu haben. &raquo;Friedliche Demonstrationen gegen das Bahn-Projekt d&uuml;rfen nicht durch einzelne gewaltbereite Demonstranten mi&szlig;braucht werden&laquo;, erkl&auml;rte der OB per Pressemitteilung. &raquo;Gewaltbereite Radikale nutzen die Lage und die Stimmung, um mit gewaltt&auml;tigen Aktionen Zorn und Zwietracht in unserer Stadt zu s&auml;en.&laquo; Von diesen m&uuml;sse sich das Aktionsb&uuml;ndnis &ouml;ffentlich distanzieren, forderte Schuster.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/06-22\/058.php?print=1\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung B.H.:<\/strong> Stuttgart-21-Proteste, diesmal mit SPD-Innenminister, und denselben L&uuml;gen wie einst bei der CDU.<\/em> <\/p>\n<p><strong>dazu: Wer eskaliert im Konflikt um Stuttgart 21?<\/strong><br>\nParksch&uuml;tzer werfen Polizei Falschmeldungen &uuml;ber Verletzte bei Besetzungsaktion vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/print\/150030\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Atomkraft: Allt&auml;gliche Strahlung<\/strong><br>\nAuch im Normalbetrieb von Atomanlagen gibt es Strahlung. Welche Auswirkungen hat sie auf den Menschen? markt berichtet &uuml;ber den Umgang mit Strahlenbelastung und Grenzwerten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/markt\/sendungsbeitraege\/2011\/0620\/03_radioaktivitaet.jsp\">WDR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Schon bei Kleinkindern werden Arbeitnehmer-Kompetenzen abgefragt<\/strong><br>\nWie die Wirtschaft Erziehung und Schulbildung steuert &ndash; ein Gespr&auml;ch mit Autorin Felicitas R&ouml;mer<br>\nUngest&ouml;rt Spielen war einmal &ndash; heutzutage werden Kinder st&auml;ndig beobachtet, m&uuml;ssen Normen erf&uuml;llen und Schl&uuml;sselkompetenzen nachweisen. Bereits die Kleinsten singen auf Englisch oder kommen zum Bewegungstherapeuten, wenn es mit dem Rollerfahren nicht recht klappen will. Kaum in der Schule, wird gezittert: Klappt der &Uuml;bertritt auf das Gymnasium? Nachhilfe wird zum st&auml;ndigen Begleiter vieler Schullaufbahnen.<br>\nDoch woher kommt eigentlich der ganze Druck? In ihrem Buch Arme Superkinder zeigt Felicitas R&ouml;mer, wie die Bildung von Kindern zunehmend wirtschaftlichen Interessen unterworfen wird &ndash; und wie Eltern sich gegen den F&ouml;rderwahn wehren k&ouml;nnen. Telepolis sprach mit der in Hamburg lebenden Journalistin und Familienberaterin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34820\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/340785921X\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=nach-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=340785921X\">Arme Superkinder<\/a>&ldquo; ist bei Beltz erschienen und kostet 17,95 Euro.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Qualit&auml;tsjournalismus unter Druck<\/strong><br>\nDie &ouml;konomischen Probleme der Presse besch&auml;ftigen auch die Politik. Zur Diskussion steht die Frage, ob und wie die Medien ihre demokratiepolitischen Funktionen noch wahrzunehmen verm&ouml;gen. Der Bundesrat wird sich demn&auml;chst dazu &auml;ussern. Im April 2010 hat das Bundesamt f&uuml;r Kommunikation (Bakom) f&uuml;nf Studien zur Lage der Medien in der Schweiz in Auftrag gegeben. Der Bundesrat reagierte auf ein Postulat von Nationalrat Hans-J&uuml;rg Fehr, der von der Regierung einen Bericht &uuml;ber die Zukunftschancen namentlich der Presse verlangte.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/medien\/qualitaetsjournalismus_unter_druck_1.10994820.html\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bakom.admin.ch\/themen\/radio_tv\/01153\/01156\/03479\/index.html?lang=de\">Beitr&auml;ge und Studien Medienforschung 2010<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Manche Ergebnisse der Studien d&uuml;rften auch auf Deutschland &uuml;bertragbar sein. F&uuml;r die Schweizer Zeitungen wurden u.a. ausgemacht: Weniger Sachkompetenz bei den Regionalmedien, Ungleicher Zugang f&uuml;r marginale Akteure, Weitere Medienkonzentration (Ein-Zeitungs-Regionen, die f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten Verlage decken 91 Prozent des Abonnements- und Gratis-Tageszeitungsmarkts ab), Qualit&auml;tsprobleme (Personaleinsparungen bei gleichzeitig erh&ouml;htem Produktionsdruck), Boulevardisierung (Fokussierung auf vermutete Leserw&uuml;nsche und Konzentration auf Unterhaltung und Soft-News), Verst&auml;rkte Selbstreferenz (Medienschaffende beziehen sich immer st&auml;rker auf andere Medienschaffende und Medien, verst&auml;rkt durch das Internet), Distanz der Jungen. &ndash; Bemerkenswert, dass ein Regierungsmitglied dezidiert einen Bericht &uuml;ber die Zukunftschancen der Presse anfordert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Das Allerletzte: Riesterrenten- Propaganda in der Berufsschule<\/strong><br>\n&bdquo;Vor einigen Tagen bekam wir im Politikunterricht folgende Arbeitsbl&auml;tter. Unglaublich, oder?&ldquo; schreibt uns ein Leser.<br>\nQuelle 1: <a href=\"\/upload\/pdf\/probleme_der_gesetzlichen_rentenversicherung-teil1.pdf\">Teil 1 [PDF &ndash; 995 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"\/upload\/pdf\/probleme_der_gesetzlichen_rentenversicherung-teil2.pdf\">Teil 2 [PDF &ndash; 287 KB]<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"\/upload\/pdf\/probleme_der_gesetzlichen_rentenversicherung-teil3.pdf\">Teil 3 [PDF &ndash; 213 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Das ist leider schon Alltag und Standard im Schulunterricht. Die Arbeitgeberlobby <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/ueber-die-insm\/FAQ.html\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a> und befreundete Verb&auml;nde und &bdquo;Institute&ldquo; produzieren flei&szlig;ig Unterrichtsmaterial f&uuml;r Lehrer\/innen und Sch&uuml;ler\/innen in dem Projekt &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundschule.de\/\">Wirtschaft und Schule<\/a>&ldquo;. <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechenlandkrise; Deutschland ist der gr&ouml;&szlig;te Schuldens&uuml;nder des 20. Jahrhunderts; Heiner Flassbeck &ndash; Monetarismus und &bdquo;Wettbewerb der Nationen&ldquo; sind die Totengr&auml;ber des Euro; Paul Krugman &ndash; Mr Keynes and the moderns; Mindestl&ouml;hne sind bei der Bev&ouml;lkerung beliebt; Ganz sch&ouml;n dreist, diese Manager; Steuer gegen Armut: Die Finanztransaktionssteuer (FTS); US-Beh&ouml;rde zieht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9854\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9854"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9862,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9854\/revisions\/9862"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}