{"id":98728,"date":"2023-06-02T14:40:05","date_gmt":"2023-06-02T12:40:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98728"},"modified":"2023-06-02T16:33:29","modified_gmt":"2023-06-02T14:33:29","slug":"wie-der-tod-den-krieg-ueberlebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98728","title":{"rendered":"Wie der Tod den Krieg \u00fcberlebt"},"content":{"rendered":"<p>Der US-gef&uuml;hrte &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; verw&uuml;stet L&auml;nder und Leben. Die guten Nachrichten zuerst. Im Mittleren Osten spricht man wieder miteinander, aus langj&auml;hrigen Gegnern werden Partner. Die beiden Regionalm&auml;chte Saudi-Arabien und Iran haben ihren Konfrontationskurs verlassen und nehmen wieder direkte diplomatische Beziehungen auf. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7290\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-98728-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230602-Wie-der-Tod-den-Krieg-ueberlebt-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230602-Wie-der-Tod-den-Krieg-ueberlebt-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230602-Wie-der-Tod-den-Krieg-ueberlebt-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230602-Wie-der-Tod-den-Krieg-ueberlebt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=98728-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230602-Wie-der-Tod-den-Krieg-ueberlebt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230602-Wie-der-Tod-den-Krieg-ueberlebt-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Vorbereitet wurde die Ann&auml;herung von Irak und Oman, zwei arabische Staaten am Persischen Golf, die mit beiden L&auml;ndern verbunden sind. Russland, seit 2015 in Syrien milit&auml;risch aktiv, dr&auml;ngt seit 2019 auf ein <a href=\"https:\/\/d.newsweek.com\/en\/file\/462297\/russia-collective-security-concept-persian-gulf-region.pdf\"><em>Kollektives Sicherheitskonzept f&uuml;r die Persische Golfregion<\/em><\/a>. Die Vermittlung lag schlie&szlig;lich in den H&auml;nden Chinas, das die beiden Regionalm&auml;chte im M&auml;rz 2023 in Peking <a href=\"https:\/\/www.chinadaily.com.cn\/a\/202303\/10\/WS640b3637a31057c47ebb3af1.html\">zusammenf&uuml;hrte<\/a>. Die direkten Folgen waren <a href=\"https:\/\/www.icrc.org\/en\/document\/yemen-and-saudi-arabia-families-reunited-more-than-970-conflict-related-detainees-released\">schnell zu sehen<\/a>: Gefangenenaustausch und Friedensgespr&auml;che im Jemen. Syrien, dessen Mitgliedschaft in der Arabischen Liga seit 2011 auf Eis lag, wurde Mitte Mai beim 32. Gipfeltreffen des arabischen Staatenb&uuml;ndnisses <a href=\"https:\/\/www.arabnews.com\/node\/2306806\/saudi-arabia\">wiederaufgenommen<\/a>.<\/p><p>Bilaterale Konflikte zwischen Bahrain und Libanon, Syrien und Marokko und &Auml;gypten wichen dem neuen Klima von Dialog, lange geschlossene Botschaften wurden wieder ge&ouml;ffnet. Die Staaten im Mittleren Osten r&uuml;cken zusammen, um die un&uuml;bersehbaren Probleme in der Region gemeinsam zu <a href=\"https:\/\/english.almayadeen.net\/articles\/analysis\/the-middle-east-stabilises-against-the-backdrop-of-a-great-u\">&uuml;berwinden<\/a>: die R&uuml;ckkehr von syrischen Kriegsfl&uuml;chtlingen, der Wiederaufbau Syriens, Reaktivierung des Handels, die L&ouml;sung weiterer Probleme im gegenseitigen Dialog. Einzig Israel, wichtigster US-Verb&uuml;ndeter in der Region, bleibt <a href=\"https:\/\/www.middleeastmonitor.com\/20230525-china-calls-on-israel-to-stop-encroaching-on-palestinian-land\/\">au&szlig;en vor<\/a>. Die Besatzung der pal&auml;stinensischen Gebiete bleibt bestehen, die neue, rechtsradikale Regierung von Benjamin Netanyahu setzt auf Konfrontation, Tod und Vertreibung.<\/p><p>Zur Kritik aus Washington, Br&uuml;ssel, Berlin und anderen europ&auml;ischen Hauptst&auml;dten, man d&uuml;rfe die Beziehungen mit Assad, der sein Volk ermorde, nicht normalisieren, erkl&auml;rte der stellvertretende Generalsekret&auml;r der Arabischen Liga, Hossam Zaki, gegen&uuml;ber dem katarischen Nachrichtensender Al Jazeera, nach dem schweren Erdbeben in der t&uuml;rkisch-syrischen Grenzregion habe man in der Region eingesehen, dass es &bdquo;keine klare internationale Aufmerksamkeit f&uuml;r eine L&ouml;sung in Syrien gibt&ldquo;. Der Krieg in Syrien habe sich &bdquo;sehr negativ auf die Nachbarl&auml;nder&ldquo; ausgewirkt und man habe &bdquo;die Notwendigkeit erkannt, dass die Krise in Syrien gel&ouml;st werden muss&ldquo;.<\/p><p>Und der saudische Au&szlig;enminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud sagte vor Journalisten, die &bdquo;anhaltenden Herausforderungen verlangen einen neuen Ansatz, was ohne Dialog nicht m&ouml;glich ist.&ldquo; Auch mit den Amerikanern und mit den Partnern in Europa werde man im Dialog stehen, um deren Sorgen zu ber&uuml;cksichtigen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte eine namentlich nicht genannte &bdquo;Quelle am Golf, die Regierungskreisen nahe&ldquo; sei, mit den Worten: &bdquo;Wir, die Golfstaaten, sind diejenigen, die hier in der Region leben. Wir versuchen unsere Probleme so gut es geht mit unseren eigenen M&ouml;glichkeiten zu l&ouml;sen.&ldquo;<\/p><p><strong>Hoffnung f&uuml;r die Menschen?<\/strong><\/p><p>Die neue Ann&auml;herung bietet den Menschen eine Chance. Sie k&ouml;nnen in ihre Heimat zur&uuml;ckkehren, die zukunftslosen Lager verlassen, um in ihrer Heimat ihre H&auml;user und Betriebe wiederaufzubauen. Sie k&ouml;nnten f&uuml;r sich und ihre Kinder an einer neuen Zukunft bauen. Das verw&uuml;stete Land k&ouml;nnte neu bewirtschaftet werden, die heruntergekommene Wirtschaft und den brachliegenden grenz&uuml;berschreitenden Handel k&ouml;nnte man wiederbeleben.<\/p><p>Wenn da nicht der W&uuml;rgegriff von westlichen Sanktionen w&auml;re. EU und USA verhindern mit ihren einseitigen wirtschaftlichen Strafma&szlig;nahmen, dass Ersatzteile, Medizin, Baumaterial und D&uuml;nger Syrien erreichen. Regionale und internationale Staaten, Unternehmen und Einzelpersonen, die mit Syrien kooperieren und in den Wiederaufbau investieren wollen, werden bestraft. Das syrische &Ouml;l wird unter dem Schutz von US-Soldaten aus dem Nordosten Syriens in den Nordirak abtransportiert und verkauft. Ausl&auml;ndische Besatzungstruppen und verb&uuml;ndete Milizen halten den Norden des Landes besetzt. Die US-Armee hat im s&uuml;dlichen Dreil&auml;ndereck Irak, Jordanien, Syrien zudem eine Milit&auml;rbasis gebaut, wo sie K&auml;mpfer ausbildet und den wichtigen Grenz&uuml;bergang Al Walid\/Al Tanf zwischen Syrien und Irak besetzt h&auml;lt. Die einseitigen wirtschaftlichen Strafma&szlig;nahmen verletzen das internationale Recht und die UN-Charta. Die Pr&auml;senz ausl&auml;ndischer Truppen in Syrien, zumal in den ressourcenreichen Gebieten im Nordosten, verletzt ebenfalls die UN-Charta und die staatliche Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t Syriens. <\/p><p><strong>Wie der Tod den Krieg &uuml;berlebt<\/strong><\/p><p>Je l&auml;nger das Unrecht anh&auml;lt, desto gr&ouml;&szlig;er die Verw&uuml;stungen, die an Mensch und Natur, an der Wirtschaft und an der Gesundheit der Menschen angerichtet werden. Der Kern von Krieg ist, dass die reichen L&auml;nder und ihr Kapital verdienen, w&auml;hrend die armen, zumeist Entwicklungsl&auml;nder ausgezehrt und gesellschaftliche, staatliche und wirtschaftliche Strukturen zerst&ouml;rt werden. Aus Weizenfeldern werden Schlachtfelder, wie ein Gespr&auml;chspartner der Autorin im Libanon sagte. Der Krieg bringt Macht und Profit.<\/p><p>Um die Zerst&ouml;rung nach Krisen und Kriegen geht es auch in dem neuen Bericht des Watson-Instituts, das an der Brown-Universit&auml;t (Rhode Island, USA) angesiedelt ist. Seit 2001 <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/costs\">dokumentiert das Institut<\/a> die Folgen und die Kosten des US-gef&uuml;hrten &bdquo;Kriegs gegen den Terror&ldquo;. <\/p><p>Der j&uuml;ngste Bericht tr&auml;gt den Titel <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/papers\/2021\/USCounterterrorismOperations\">&bdquo;Wie der Tod den Krieg &uuml;berlebt&ldquo;<\/a>, befasst sich mit den Folgen der &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo;, die von den USA und ihren B&uuml;ndnispartnern in Afghanistan, Irak, Pakistan, Syrien, Jemen, Libyen und Somalia gef&uuml;hrt wurden und werden. Zwar hat der &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; insgesamt mehr als 85 L&auml;nder weltweit involviert, doch die genannten sieben L&auml;nder sind diejenigen, die nach den Untersuchungen des Watson-Instituts am meisten unter den US-gef&uuml;hrten Angriffen gelitten haben. <\/p><p>Mindestens 4,5 Millionen Menschen wurden seit Beginn des &bdquo;Kriegs gegen den Terror&ldquo; allein in diesen L&auml;ndern get&ouml;tet, <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/papers\/2023\/IndirectDeaths\">schreibt das Watson-Institut<\/a>. Diese Menschen starben nicht in Kriegshandlungen, sondern an den Folgen (sic!) der Kriege. Ursache ihres eher indirekten Todes seien der wirtschaftliche Kollaps ihrer Heimat, der Verlust der Lebensgrundlagen, was zu Nahrungsmittelunsicherheit und Verarmung f&uuml;hre. Als weiteren Grund f&uuml;r den millionenfachen Tod benennt das Institut die Zerst&ouml;rung &ouml;ffentlicher Dienstleistungssysteme und der medizinischen Infrastruktur in den betroffenen L&auml;ndern. Hinzu k&auml;men Umweltverseuchung und die anhaltende Traumatisierung und Gewalt in den Nachkriegsgesellschaften. Zus&auml;tzlich auftretende Probleme wie Naturkatastrophen, Trockenheit, Vertreibung und Umsiedlung versch&auml;rften die genannten Todesursachen, hei&szlig;t es in dem Bericht weiter. Die genaue Zahl lie&szlig;e sich nicht benennen, die genannte Zahl von 4,5 Millionen Toten seit Beginn der &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo;, die nach dem 11. September 2001 zwischen Afghanistan und Somalia gef&uuml;hrt wurden, sei eher &bdquo;konservativ&ldquo;.<\/p><p>Die Gruppe, die am meisten unter den Folgen dieser Kriege leide, seien die Kinder, hei&szlig;t es in dem Bericht. Das gelte insbesondere f&uuml;r die L&auml;nder Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen und Somalia. Dort seien mehr als 7,6 Millionen Kinder im Alter bis zu f&uuml;nf Jahren mangelern&auml;hrt und gelten in der UN-Fachsprache als &bdquo;ausgezehrt&ldquo;. Im Englischen wird daf&uuml;r der Begriff &bdquo;wasted&ldquo; benutzt, verschwendet.<\/p><p>Schlie&szlig;lich wirft der Bericht &bdquo;Wie der Tod den Krieg &uuml;berlebt&ldquo; noch einen Blick auf die T&auml;ter und Opfer. W&auml;hrend M&auml;nner eher im direkten Krieg get&ouml;tet w&uuml;rden, k&auml;men Frauen und Kinder zumeist indirekt, durch die Kriegsfolgen, ums Leben. Die &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo; w&uuml;rden vor allem in L&auml;ndern gef&uuml;hrt, deren Bev&ouml;lkerung mehrheitlich schwarz oder braun seien, hei&szlig;t es. Die kriegf&uuml;hrenden L&auml;nder wiesen h&auml;ufig &bdquo;eine Geschichte wei&szlig;er Vorherrschaft und Islamophobie&ldquo; auf.<\/p><p><strong>Kosten des US-Krieges im Irak und Syrien<\/strong><\/p><p>Die US-Administration begann vor 22 Jahren den &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo;. &bdquo;Wer nicht f&uuml;r uns ist, ist gegen uns&ldquo;, rief der damalige US-Pr&auml;sident George W. Bush, nachdem zwei Flugzeuge in das Welthandelszentrum im Finanzbezirk von Manhattan\/New York geflogen waren. Zun&auml;chst schickte Washington US-Bomber nach Afghanistan und dann eine US-gef&uuml;hrte Truppenallianz in den Irak. Seitdem haben die &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo; kein Ende genommen.<\/p><p>Im M&auml;rz 2023 <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/papers\/2023\/IraqSyria20\">ver&ouml;ffentlichte<\/a> das Watson-Institut eine &Uuml;bersicht &uuml;ber die finanziellen und menschlichen Kosten, die die USA in 20 Jahren Krieg im Irak und in Syrien (2003-2023) bezahlt hat. <\/p><p>Grundlage sind die offiziellen &ndash; wenn auch nicht immer &ouml;ffentlichen &ndash; Operationen von Pentagon und US-Au&szlig;enministerium in beiden L&auml;ndern. Einschlie&szlig;lich der Folgekosten f&uuml;r US-Veteranen belaufen sich die US-Kosten &ndash; nur f&uuml;r die Kriege in Irak und Syrien &ndash; hochgerechnet bis 2050 auf 2,89 Trillionen US-Dollar. Die Zahl der Toten in beiden L&auml;ndern wird auf bis zu 600.000 Personen gesch&auml;tzt. Mehr als 7 Millionen Menschen verlie&szlig;en infolge der Kriege ihre Heimat, 8 Millionen Menschen gelten als Inlandsvertriebene im Irak und in Syrien. Bis zu 122 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen wurden durch US-Milit&auml;roperationen im Kriegsgebiet ausgesto&szlig;en, das entspricht bis zu 15 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen des US-Verteidigungsministeriums (im Zeitraum 2003-2021). <\/p><p><strong>Aus Weizenfeldern werden Schlachtfelder<\/strong><\/p><p>Obwohl die Kosten bekannt sind, die die US-gef&uuml;hrten &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo; den US-Haushalt zu einer immer h&ouml;heren Verschuldung f&uuml;hren, gibt es seit 22 Jahren weder bei den US-Regierungen noch bei den W&auml;hlern dieser Regierungen, noch bei den Partner- und NATO-Staaten oder bei der EU ein politisches Einlenken. Nach dem Motto &bdquo;nach uns die Sintflut&ldquo; wird ein Land nach dem anderen in Krieg verwickelt. <\/p><p>Im Irak wurden &ndash; unter dem Vorwand, das Land besitze und produziere Massenvernichtungswaffen &ndash; 2003 intakte Regierungsinstitutionen und die Armee aufgel&ouml;st, was zu einem m&ouml;rderischen innerirakischen Kampf und einer weiteren Eskalation der US-Invasion f&uuml;hrte. Millionen Menschen wurden vertrieben, St&auml;dte wie Falluja und sp&auml;ter auch Mossul wurden in Grund und Boden gebombt, weite Landstriche im S&uuml;dirak wurden mit abgereicherter Uranmunition verseucht. Die Folgen waren tot oder mit schweren Fehlbildungen geborene Kinder, die Gesundheitsversorgung des Landes hat bis heute nicht den Status erreicht, den das Land vor den UN-Sanktionen (1990-2003) hatte. <\/p><p><em>Sehen Sie dazu den Film: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ShcSil9fjMY\">Was von Kriegen &uuml;brig bleibt<\/a><\/em>.<\/em><\/p><p>Die Gesellschaft ist politisch und religi&ouml;s gespalten, Milizen unterschiedlicher Ausrichtung, die von regionalen und internationalen Akteuren unterst&uuml;tzt werden, verhindern eine stabile Regierungsbildung. Im Norden des Landes operieren verschiedene kurdische Akteure mal mit, mal gegen die T&uuml;rkei und tragen zur anhaltenden Instabilit&auml;t des Landes bei.<\/p><p>In Syrien wurden religi&ouml;se und politische Akteure seit 2011 mit Waffen, Geld, Medien und Logistik unterst&uuml;tzt, um die Regierung in Damaskus zu st&uuml;rzen. Die USA kooperierte dabei mit reichen Golfstaaten, die T&uuml;rkei und Jordanien wurden zu Drehscheiben f&uuml;r Waffenlieferung und das Einschleusen von K&auml;mpfern. Aus dem Irak r&uuml;ckte der Islamische Staat auf das syrische Schlachtfeld. Syrien wurde vom Iran, der libanesischen Hisbollah und schlie&szlig;lich Russland verteidigt, was den milit&auml;rischen und politischen Einsatz der USA erh&ouml;hte. Einseitige wirtschaftliche Strafma&szlig;nahmen (Sanktionen) wurden von der EU und der US-Administration verh&auml;ngt. Sie sind bis heute in Kraft, um die Kooperation unter den arabischen und regionalen Staaten mit Syrien zu knebeln. Gebiete im Umland und in der Stadt Aleppo wurden zerst&ouml;rt, Afrin und Idlib besetzt, die Stadt Rakka wurde zerbombt, die syrischen Ressourcen &Ouml;l, Weizen, Baumwolle und Wasser wurden von US-Truppen besetzt, die auch im S&uuml;den Syriens eine illegale Milit&auml;rbasis bauten.  <\/p><p>Die US-gef&uuml;hrten &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo; haben den &bdquo;Fruchtbaren Halbmond&ldquo; &ndash; das reiche Zweistromland vom Persischen Golf &uuml;ber Euphrat und Tigris und die K&uuml;ste der Levante, verw&uuml;stet. Aus Weizenfeldern wurden Schlachtfelder, wie ein libanesischer Gespr&auml;chspartner sagte. Krieg bringt mehr Macht und Profit als der Anbau von Weizen.<\/p><p>Titelbild: Katrevich Valeriy\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-gef&uuml;hrte &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; verw&uuml;stet L&auml;nder und Leben. Die guten Nachrichten zuerst. Im Mittleren Osten spricht man wieder miteinander, aus langj&auml;hrigen Gegnern werden Partner. Die beiden Regionalm&auml;chte Saudi-Arabien und Iran haben ihren Konfrontationskurs verlassen und nehmen wieder direkte diplomatische Beziehungen auf. 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