{"id":98788,"date":"2023-06-05T08:55:05","date_gmt":"2023-06-05T06:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98788"},"modified":"2023-06-09T16:23:33","modified_gmt":"2023-06-09T14:23:33","slug":"abschied-vom-altpapier-der-spiegel-hat-fertig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98788","title":{"rendered":"Abschied vom Altpapier. Der SPIEGEL hat fertig"},"content":{"rendered":"<p>Das Folgende ist ein gemeinsamer Text von <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong>, <strong>Patrik Baab<\/strong>, <strong>Sucharit Bhakdi<\/strong> und <strong>Michael Meyen<\/strong>. Sie waren am 27. Mai gemeinsam Ziel einer SPIEGEL-Attacke. Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6669\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-98788-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230605-SPIEGEL-hat-fertig-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230605-SPIEGEL-hat-fertig-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230605-SPIEGEL-hat-fertig-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230605-SPIEGEL-hat-fertig-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=98788-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230605-SPIEGEL-hat-fertig-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230605-SPIEGEL-hat-fertig-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der SPIEGEL redet politischen S&auml;uberungen in Universit&auml;ten das Wort. Das jedenfalls ist die Botschaft des Artikels &bdquo;Prof. Dr. Kokolores&ldquo; vom 27. Mai 2023: &bdquo;Rauswerfen &ndash; oder aushalten? Die Universit&auml;ten tun sich schwer mit Lehrenden, die Verschw&ouml;rungstheorien anh&auml;ngen oder inhaltlich abdriften. Wie weit reicht die Freiheit von Lehre und Wissenschaft?&ldquo;<\/strong> <\/p><p>Der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/guerot-bhakdi-meyen-der-hilflose-umgang-der-hochschulen-mit-querdenker-professoren-a-418437c4-c290-4c4a-baee-e0d1a1a83f5e\">Artikel<\/a> steht hinter der Bezahlschranke. <\/p><p><strong>Die Hauptaussagen des Artikels sind:<\/strong><\/p><p><strong>Zu Michael Meyen:<\/strong><br>\n&bdquo;In einem Online-Interview lobte der Professor gedruckte Medien als &sbquo;Schutz vor &Uuml;berwachung und Kontrolle&lsquo; offenbar durch eine nicht n&auml;her beschriebene &sbquo;Macht&lsquo;, die der deutschen Medienlandschaft nahestehe &ndash; Geraune, wie man es von Verschw&ouml;rungstheoretikern kennt&hellip; die &sbquo;S&uuml;ddeutsche&lsquo; berichtete, der Professor werde nun auf Wunsch der Universit&auml;t vom Verfassungsschutz &uuml;berpr&uuml;ft&hellip;&ldquo;<br>\n&bdquo;Wenn Professorinnen und Professoren sich in solche Gesellschaft begeben, bringen sie ihre Hochschulen in Schwierigkeiten. Die m&uuml;ssen abw&auml;gen &ndash; zwischen der Freiheit von Lehre und Wissenschaft sowie Meinungsfreiheit einerseits und m&ouml;glichem Durchgreifen andererseits.&ldquo;<\/p><p><strong>Zu Sucharit Bhakdi:<\/strong><br>\n&bdquo;Kokolores mit einem wissenschaftlichen Anspruch zu versehen ist insbesondere f&uuml;r Lehrstuhlinhaber leicht. Der Professorentitel entfaltet fast automatisch seine Wirkung. Das nutzen Akteure wie der Medizinprofessor Sucharit Bhakdi, der die Coronakrise als &sbquo;konstruiert, erfunden und erlogen&lsquo; bezeichnet hat.&ldquo;<\/p><p><strong>Zu Patrik Baab:<\/strong><br>\nDie Universit&auml;t Kiel zog ebenfalls wegen eines auff&auml;lligen Dozenten vor Gericht, konnte sich aber nicht durchsetzen. Sie hatte dem fr&uuml;heren NDR-Journalisten Patrik Baab einen Lehrauftrag entzogen, nachdem er als &sbquo;Wahlbeobachter&lsquo; zu russischen Scheinreferenden in besetzte Regionen der Ukraine gereist war.&ldquo;<\/p><p><strong>Zu Ulrike Gu&eacute;rot:<\/strong><br>\n&bdquo;Ganz anders in Bonn: Dort fanden sich Ende April rund 30 Studierende vor dem Arbeitsgericht zu einer Demonstration ein &ndash; zur Unterst&uuml;tzung der Universit&auml;tsleitung. Die hatte der angestellten Professorin Ulrike Gu&eacute;rot gek&uuml;ndigt, wegen mehrerer aus Sicht der Uni best&auml;tigter Plagiate in Ver&ouml;ffentlichungen der Politikwissenschaftlerin, wie es in einer Erkl&auml;rung der Hochschule hei&szlig;t.&ldquo;<\/p><p>Statt Nachrichten pr&auml;sentiert das selbsternannte &bdquo;Nachrichtenmagazin&ldquo; L&uuml;gen und Framing. Der Artikel zeigt beispielhaft den journalistischen Zerfall der selbsternannten Qualit&auml;tsmedien. <\/p><p>Ein Freund aus Stralsund &ndash; Mediziner, 70, Studium in St. Petersburg &ndash; erinnert sich: &bdquo;Habe w&auml;hrend der deutschen Teilung SPIEGEL gelesen; w&auml;hrend der Studienzeit hat Vater ihn aufgehoben, auf dass ich ihn in den Ferien &uuml;berfliegen m&ouml;ge. 1991 kamen zwei Spalten &uuml;ber DDR-Weine (ich war kompetenter) mit 14 groben Fehlern. Hochgerechnet enthielt das Heft 400 grobe Fehler. Ich habe nie wieder einen SPIEGEL gekauft.&ldquo; Der Artikel &bdquo;Prof. Dr. Kokolores&ldquo; im SPIEGEL vom 27. Mai 2023 gibt ihm nachtr&auml;glich recht. Der Beitrag ist anonym. Geschrieben hat ihn Lisa Duhm. Der Hinweis findet sich in der Datenbank Nexis. Das herauszufinden, nennt man Recherche. In diesem Punkt hat Lisa Duhm noch schlummernde Potentiale. Fr&uuml;her waren SPIEGEL-Autoren immer stolz, die Artikel mit ihren Namen zu zieren. Sogar Zuarbeit wurde vermerkt. Aber die postmo&reg;denden Guerilla-Heckensch&uuml;tzen der inzwischen ziemlich verkommenen leitmedialen Journaille schie&szlig;en lieber aus dem Hinterhalt wie Snipers vom Dach.<\/p><p>Das Problem ist die Masche des SPIEGEL &ndash; und der dahinterstehende Habitus. Dass das selbsternannte &bdquo;Nachrichtenmagazin&ldquo; eben genau das nicht ist, wusste schon Hans Magnus Enzensberger 1957. Er schreibt: &bdquo;These 1: Der SPIEGEL-Stil ist kein Stil, sondern eine Masche. These 2: Das &sbquo;deutsche Nachrichten-Magazin&lsquo; ist kein Nachrichten-Magazin. These 3: Der SPIEGEL &uuml;bt nicht Kritik, sondern Pseudo-Kritik. These 4: Der SPIEGEL-Leser wird nicht orientiert, sondern desorientiert.&ldquo; [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<br>\nAll das trifft hier &ndash; wieder einmal &ndash; zu.<\/p><p><strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong><\/p><p>Die Europa-Expertin taucht mit gro&szlig;em Bild auf. Prominenz verkauft sich gut. Sie ist die bekannteste der angeblichen &bdquo;Kokolores&ldquo;-Produzenten. Das Buch &bdquo;Endspiel Europa&ldquo;, das sie mit dem Kulturphilosophen Hauke Ritz geschrieben hat, ist ein Renner. Es handelt vom Scheitern des Projekts Europa und dem Krieg in der Ukraine. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Die Autoren wissen, wovon sie reden: Das Buch ist gut belegt und befindet sich im Einklang mit dem Forschungsstand. Schon 2016 hat der Osteuropa-Experte Prof. Richard Sakwa vom &bdquo;Selbstmord Europas&ldquo; im Ukraine-Konflikt gesprochen. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Der Au&szlig;enpolitik-Experte Prof. John Mearsheimer von der Universit&auml;t Chicago macht die EU-Osterweiterung mitverantwortlich f&uuml;r den russischen Angriffskrieg. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Aber der Forschungsstand ist Lisa Duhm egal. Sie kennt ihn offenbar nicht. <\/p><p>Sie zeigt auch eine Rechenschw&auml;che: Nicht 30 Gegendemonstranten erschienen zum G&uuml;tetermin vor dem Arbeitsgericht Bonn, sondern laut Augenzeugenberichten nur ca. 15, also die H&auml;lfte. Die viel gr&ouml;&szlig;ere Zahl von Unterst&uuml;tzern &ndash; es waren mindestens 80 Demonstranten, die vor dem Gericht f&uuml;r Ulrike Gu&eacute;rot auf die Stra&szlig;e gegangen sind &ndash; unterschl&auml;gt die Autorin. Im Lehrbuch steht: &bdquo;Ausgewogenheit hei&szlig;t: alle Aspekte.&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Was Lisa Duhm hier macht, ist &bdquo;Agenda Cutting&ldquo;: F&auml;lschen durch Weglassen. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Die Universit&auml;t Bonn hat sich am 30. Oktober 2022 von Ulrike Gu&eacute;rot und ihrem Buch distanziert und sich dabei &bdquo;geschlossen an die Seite des ukrainischen Volkes&ldquo; gestellt. Eine un&uuml;bliche Erkl&auml;rung f&uuml;r eine Universit&auml;t, die als St&auml;tte freier Forschung neutral und distanziert sein sollte. Die  K&uuml;ndigung wegen &bdquo;Plagiats-Vorw&uuml;rfen&ldquo; hat den Beigeschmack einer Aufk&uuml;ndigung der Freiheit von Forschung und Lehre nach Art. 5 Grundgesetz, denn es geht um Lappalien. Sie sind vorgeschoben. Ein Gericht wird dies zu kl&auml;ren haben. Aber der Grundsatz <em>in dubio pro reo<\/em> hat den SPIEGEL, das Skandalblatt der Republik, noch nie interessiert. Lisa Duhm folgt in ihrer Darstellung lieber dem Mob der Stra&szlig;e und bedient dessen Gier nach &ouml;ffentlichem Denunziantentum.<\/p><p><strong>Sucharit Bhakdi<\/strong><\/p><p>Dem SPIEGEL zufolge m&uuml;ssen Hochschulen abw&auml;gen &ndash; zwischen der Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie der Meinungs- und Pressefreiheit einerseits und m&ouml;glichem &bdquo;Durchgreifen&ldquo;. Abw&auml;gen also zwischen Rechten mit Verfassungsrang und Eingriffen in diese verfassungsm&auml;&szlig;igen Freiheitsrechte, was nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen m&ouml;glich ist. Unter dem vom SPIEGEL gew&uuml;nschten &bdquo;Durchgreifen&ldquo; ist offensichtlich der Entzug des Professorentitels und der Verlust des Arbeitsplatzes f&uuml;r unbequeme Wissenschaftler gemeint. Geht es nach dem Magazin, soll sich die Hochschule auff&uuml;hren als verl&auml;ngerter Arm der Exekutive. Diese Position ist klar gegen Art. 5 des Grundgesetzes gerichtet und damit eine Aufforderung zur Zensur. Sollte nicht im wissenschaftlichen Diskurs erarbeitet werden, wo die Grenze zwischen &bdquo;Kokolores&ldquo; und Wissenschaft verl&auml;uft? Genau das fordert Sucharit Bhakdi schon lange.<\/p><p>&bdquo;Professor darf er sich weiterhin nennen.&ldquo; Aha. Die Masche des SPIEGEL: Aussagen von Bhakdi und der anderen &bdquo;Kokolores&ldquo;-Professoren einfach als absurd abzutun, h&ouml;hnisch dazu, ohne das Argument, also den Sachverhalt, auch nur ansatzweise zu pr&uuml;fen. Moral ersetzt Verstand. Die Anti-Aufkl&auml;rung findet im SPIEGEL ihre willigen Helfershelfer im Gewand der meist woken Jung-Journalisten mit Karriereambitionen. In der Redaktion regiert die griechische Trag&ouml;die &agrave; la Aischylos: Es ist des Menschen Charakter, den der f&auml;llt, zu treten. Die, auf denen herumgetreten wird, sind die Trittleiter f&uuml;r die eigene Karriere. Die fachliche Autorit&auml;t des Professorentitels ist dem SPIEGEL nur genehm, wenn die Redaktions- und Regierungslinie best&auml;tigt wird. Die Ex-Volont&auml;rin im Panorama-Ressort widerlegt den unliebsamen Wissenschaftler im inhaltslosen Fakten-Check. <\/p><p>&bdquo;Kokolores mit einem wissenschaftlichen Anstrich zu versehen ist insbesondere f&uuml;r Lehrstuhlinhaber leicht.&ldquo; Kokolores mit einem journalistischen Anstrich zu versehen ist insbesondere f&uuml;r SPIEGEL-Redakteure leicht. Die vermeintliche Autorit&auml;t des SPIEGEL entfaltet fast automatisch ihre Wirkung. Wenn der Leser aber allzu oft mit Sottisen an der Nase herumgef&uuml;hrt wird, geht die Masche nach hinten los: Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 33,5 Prozent gesunken. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Dies muss dann mit finanzieller F&ouml;rderung durch die Gates-Stiftung kompensiert werden. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Hat der Kampf der Lisa Duhm gegen vermeintliche Verschw&ouml;rungstheorien vielleicht auch damit zu tun, dass die Bill and Melinda Gates Foundation, die f&uuml;r Massenimpfungen gegen Corona eintritt, den SPIEGEL in Millionenh&ouml;he bezuschusst? Oder dass sich Journalisten bei der Bundesregierung gerne mal ein Zubrot verdienen? [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Follow the money &ndash; so funktioniert Recherche. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Dass der SPIEGEL als einst herrschaftskritisches, investigatives Journal ausgedient hat, und Grundbegriffe journalistischen Arbeitens &ndash; die Suche nach Akteuren, Interessen und Motiven &ndash; in einer luftigen Wolke von &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; verschwindet, ist ein Problem f&uuml;r die Republik: zu beklagen ist die Neutralisierung jedweder Kritik und mithin das ungebremste journalistische Durchwinken regierungsamtlicher Positionen. <\/p><p><strong>Michael Meyen<\/strong><\/p><p>Die &Uuml;berschrift &bdquo;Prof. Dr. Kokolores&ldquo; ist eine Variation des Artikels &bdquo;Prof. Dr. Verschw&ouml;rung&ldquo; &uuml;ber Stefan Homburg, der am 14. Mai 2020 in der S&uuml;ddeutschen Zeitung erschienen ist. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Darin geht es darum, dass Prof. Homburg die Corona-Kontaktsperren f&uuml;r Unfug hielt, was sich im Nachhinein auch als richtig herausgestellt hat. Die Schlagzeile war also im Falle Homburg schon Unsinn und wird durchs Variieren nicht besser. Lisa Duhm schreibt: &bdquo;Zu einem Gespr&auml;ch ist der Professor nicht bereit, eine Anfrage des SPIEGEL blieb unbeantwortet.&ldquo; In ihrer Anfrage vom 2. April 2022 war aber von einem Gespr&auml;ch keine Rede. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Dass Meyen &bdquo;Geraune&ldquo; liefere, &bdquo;wie man es von Verschw&ouml;rungstheoretikern kennt&ldquo;, zeigt nur, dass sie ihm die SPIEGEL-Masche aufdr&uuml;ckt, wobei allein schon der Begriff &bdquo;Geraune&ldquo; derart tendenzi&ouml;s ist, dass er sich f&uuml;r einen analytischen Artikel eigentlich verbietet.<\/p><p>Eine Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Arbeit von Michael Meyen findet nicht statt. Eher gibt Lisa Duhm zu erkennen, dass sie nichts von ihm gelesen hat. Dann w&uuml;sste sie n&auml;mlich, dass sie selbst in der von Meyen beschriebenen &bdquo;Propaganda-Matrix&ldquo; drinh&auml;ngt. [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Die de facto anma&szlig;enden Fragen, die Lisa Duhm stellt, kann sie teils selbst beantworten, teils findet sie Antworten von Meyen im Netz. Dort hat Meyen auch erkl&auml;rt, was er von solchen Denunziations-Etiketten h&auml;lt: Sie sind untauglich f&uuml;r eine wissenschaftliche, juristische oder journalistische Beweisf&uuml;hrung und richten sich abwertend gegen die Zielperson. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Sowas nennt man Denunziation. Vorverurteilung statt Erkenntnisinteresse.<\/p><p>Hans Magnus Enzensberger zitiert das Statut des Magazins: &bdquo;Die Form, in der der SPIEGEL seinen Nachrichtengehalt an den Leser herantr&auml;gt, ist die Story.&ldquo; Doch die Story hat f&uuml;r den Autor einen Haken: &bdquo;Er muss die Fakten interpretieren, anordnen, modeln, arrangieren, aber er darf das nicht zugeben&hellip; Ich kenne keine Publikation, die es in der Technik der Suggestion, des Durchblickenlassens, der Insinuation weitergebracht h&auml;tte als der SPIEGEL. Die Wahrheit wird durch diese Technik allerdings nicht aufgehellt, sondern vielmehr paralysiert.&ldquo; Die Relotius-Aff&auml;re l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en. Eigentlich hatte der SPIEGEL damals schon fertig.<\/p><p>Der Begriff &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; ist sowieso ein brauchbares Gef&auml;&szlig;, was vor allem jeder Journalist wissen m&uuml;sste, dem es doch darum gehen sollte zu erfassen: Was ist passiert? Der Begriff verstellt den analytischen Zugang. Er bietet, wie Umberto Eco sich ausgedr&uuml;ckt hat, &bdquo;eine Form, die jeder nach Belieben mit einem Inhalt f&uuml;llen kann&ldquo;. [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Dies dient, so Zygmunt Bauman, &bdquo;der Politik der Ausgrenzung, derer sich die herrschenden M&auml;chte als Strategie zur Lenkung der Gesellschaft im Allgemeinen und als bevorzugte Technik des Regierens im Besonderen beflei&szlig;igen.&ldquo; [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>Begriffe wie &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo;, so nichtssagend sie sind, zielen nicht auf Debatte, sondern darauf, die Zielperson als blind f&uuml;r Tatsachen und getrieben von b&ouml;sen Absichten hinzustellen: &bdquo;Die Zuschreibung &uuml;bler Absichten macht den Beweis der eigenen Aufrichtigkeit &uuml;berfl&uuml;ssig&hellip; Sich solche Botschaften auch nur anzuh&ouml;ren k&auml;me einem Verrat an &sbquo;unserer&lsquo; Identit&auml;t gleich, durch den unsere Entschlossenheit geschw&auml;cht und die Grundfesten der Welt, zu der wir geh&ouml;ren: unserer Welt, untergraben werden k&ouml;nnten.&ldquo; [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] Solche Denunziations-Etiketten des &ouml;kolibert&auml;ren B&uuml;rgertums passen zum Spiegel und seiner Masche. Enzensberger: &bdquo;Die Ideologie des SPIEGEL ist eine skeptische Allwissenheit, die an allem zweifelt, au&szlig;er an sich selbst.&ldquo; Von Verschw&ouml;rung reden nur die, die den eigenen Standpunkt der Betrachtung nicht infrage stellen d&uuml;rfen, weil sie keine Belege f&uuml;r ihn haben, also am Glauben h&auml;ngen. Und nichts ist schlimmer, als den zu verlieren, wusste schon Friedrich Nietzsche. Denn dann m&uuml;sste man sich mit der Realit&auml;t auseinandersetzen.<\/p><p>Die Behauptung der S&uuml;ddeutschen zu wiederholen, der Professor werde nun auf Wunsch der Universit&auml;t vom Verfassungsschutz &uuml;berpr&uuml;ft, macht sie nicht richtiger. Sie ist offensichtlich falsch. [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] Voneinander Abschreiben hat in der Kopfj&auml;ger-Journaille l&auml;ngst die Recherche ersetzt. Dar&uuml;ber hat sich Meyen beim Presserat beschwert und die Beschwerde &ouml;ffentlich gemacht. [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] Auch hier h&auml;tte schon eine Suchmaschine geholfen. Genug Stoff also f&uuml;r eine Journalistin, die den Grundsatz &bdquo;Audiatur et altera pars&ldquo; ernst nimmt. Was hat Lisa Duhm studiert? Den internationalen Masterstudiengang &bdquo;Journalism, Media and Globalization&ldquo; in Aarhus und Hamburg? [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] Da scheint sie ja richtig was gelernt zu haben. Recherchieren geh&ouml;rt offenbar nicht dazu.<\/p><p><strong>Patrik Baab<\/strong><\/p><p>Der Journalist hatte nach Recherchen im Westen der Ukraine auch in den russisch besetzten Gebieten im Donbass recherchiert. Nach einer Denunziationskampagne von t-online haben ihm zwei Universit&auml;ten die Lehrauftr&auml;ge entzogen &ndash; die Hochschule f&uuml;r Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin und die Christian-Albrechts-Universit&auml;t zu Kiel: Allein durch seine Anwesenheit habe er Putins Angriffskrieg legitimiert. Patrik Baab klagte gegen den Entzug des Lehrauftrages durch die Uni Kiel. Das Verwaltungsgericht gab ihm in erster Instanz recht. <\/p><p>Daraus macht der SPIEGEL: &bdquo;Die Universit&auml;t Kiel zog ebenfalls wegen eines auff&auml;lligen Dozenten vor Gericht, konnte sich aber nicht durchsetzen. Sie hatte dem fr&uuml;heren NDR-Journalisten Patrik Baab einen Lehrauftrag entzogen, nachdem er als &sbquo;Wahlbeobachter&lsquo; zu russischen Scheinreferenden in besetzte Regionen der Ukraine gereist war&hellip; Das Verwaltungsgericht Schleswig entschied allerdings, dass die Hintergr&uuml;nde der Reise nicht ausreichend aufgekl&auml;rt worden seien; die K&uuml;ndigung des Lehrauftrages sei rechtswidrig. Der Streit geht auch hier vermutlich in die n&auml;chste Instanz.&ldquo;<\/p><p>Wahr ist dagegen: Nicht die Uni Kiel ist gegen Patrik Baab, sondern Patrik Baab ist gegen die Uni Kiel vor Gericht gezogen. Er war kein &bdquo;Wahlbeobachter&ldquo; im Donbass und ist auch nicht als solcher gereist. Von den geplanten Referenden hat er erst w&auml;hrend der Reise erfahren. Zweck der Reise war die Recherche f&uuml;r ein Buchprojekt. Dieser Hintergrund wurde vor Gericht auch gekl&auml;rt. Die Kammer hat aber festgestellt, dass es die Uni Kiel vor der K&uuml;ndigung des Lehrauftrages verabs&auml;umt hat, genau diese Hintergr&uuml;nde zu kl&auml;ren. Auch deshalb lautet das Urteil, dass die K&uuml;ndigung nicht rechtens war. <\/p><p>Falschaussagen und Verdrehungen, wohin man blickt. War bei Lisa Duhm Vorsatz im Spiel? Denn eins steht fest: Es h&auml;tte gen&uuml;gt, die Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts zu lesen. Sie steht online. Auch andere Quellen sind &ouml;ffentlich. &Uuml;ber eine Realit&auml;tsprobe in der realen Welt reden wir hier nicht; googeln ist offenbar schon zu viel verlangt. <\/p><p>Wie steht es im SPIEGEL-Statut: &bdquo;Alle im Spiegel verarbeiteten Nachrichten m&uuml;ssen unbedingt zutreffen.&ldquo; Nicht doch. Wir halten es mit Colin Crouch: &bdquo;Nachpr&uuml;fbare Fakten spielen keine Rolle. Wir leben im postfaktischen Zeitalter.&ldquo; [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Man k&ouml;nnte sarkastisch sagen: Die Sitzredakteure brauchen kein Handwerk mehr, sondern Killer-Instinkt.  Enzensberger: &bdquo;Die Welt wird zum H&auml;ftling der Masche.&ldquo; Konfrontiert wurde Patrik Baab auch nicht. Auch Ulrike Gu&eacute;rot wurde vom SPIEGEL f&uuml;r diesen Artikel weder gefragt noch um ein Gespr&auml;ch gebeten. Es wird nicht mehr mit Betroffenen, sondern nur noch &uuml;ber sie geredet, damit auch ja nichts das eigene Vorurteil gef&auml;hrdet. <\/p><p>Der SPIEGEL f&uuml;hrt sich nicht auf wie ein Nachrichten-, sondern wie ein Nullrecherche-Magazin. Da f&auml;llt einem Karl Kraus ein: &bdquo;Keinen Gedanken haben und ihn ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen &ndash; das macht den Journalisten.&ldquo; [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>] Zumindest im Falle Lisa Duhm. Das ist ganz schlechtes Handwerk. Das b&ouml;se Nazi-Wort von der L&uuml;genpresse gewinnt hier best&uuml;rzende Aktualit&auml;t.<\/p><p>Heute erscheint der SPIEGEL als Propagandablatt des gehobenen akademischen Mittelstandes. &bdquo;Das Immergleiche&ldquo;, so Enzensberger, &bdquo;wird als Spezialit&auml;t verpackt und an &bdquo;ahnungslose Bescheidwisser verkauft&ldquo;. Aus diesem Milieu ahnungsloser Bescheidwisser stammen wohl auch die meisten Redakteure. Pierre Bourdieu hat den Habitus dieser Leute als &bdquo;respektvollen Konformismus&ldquo; [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] bezeichnet. Sie buckeln nach oben und passen sich an. Die Redaktionen sind voll davon. Der SPIEGEL pr&auml;sentiert hier weniger Gehalt als vielmehr Haltung. Sie entspricht dem Opportunismus der Intellektuellen: Auf Du und Du mit dem St&ouml;ckelschuh der M&auml;chtigen. Was Lisa Duhm macht, hei&szlig;t in der Medienforschung &bdquo;Strategisches Framing&ldquo;: Den Lesern die eigenen Vorurteile unterjubeln, ohne dies als Kommentierung auszuweisen. [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>] Statt Recherche kommen Wertungen, damit die da oben sehen: Die Redakteurin ist zu gebrauchen, die Leser wissen, was sie zu denken haben. Wenn die Fakten nicht passen, werden sie passend gemacht. So empfiehlt sich Lisa Duhm f&uuml;r h&ouml;here Aufgaben im Lohnschreiber-Milieu.<\/p><p>&bdquo;Es ist, schlicht und ergreifend, das gute alte &sbquo;Spiegel&lsquo;-Prinzip&ldquo;, schreibt Maxim Biller. &bdquo;Die heuchlerische Methode einer Zeitschrift also, deren gehirngewaschene Redaktions-Moonies seit &uuml;ber 40 Jahren lauthals verk&uuml;nden, sie br&auml;chten dem Publikum Nachrichten und Facts, um es dann aber statt dessen immer nur mit Schnurren, Anekdoten und Polit-Kolportagen abzuspeisen, die von der ersten bis zur letzten Zeile durchkommentiert sind und jeweils einer Story-immanenten Dramaturgie folgen, die wohl der Literatur entlehnt ist, niemals aber damit zu tun hat, wie sich die in der Regel eher langweilige, unverkaufbare Wahrheit abgespielt hat. So bedient der &sbquo;Spiegel&lsquo; perfekt die ewige Seriosit&auml;tsheuchelei der Bildungsbourgeoisie, und er selbst ist f&uuml;r sie aber sozusagen die Kirche, in der dann gev&ouml;gelt wird.&ldquo; [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]<\/p><p>Die Heuchelei des SPIEGEL wird zur Waffe: Wir meinen: Er beteiligt sich an Denunziations-Kampagnen, die darauf abzielen, die Universit&auml;ten politisch zu s&auml;ubern, vorauseilenden Gehorsam unter Studenten und Wissenschaftlern zu erzwingen, Zensur durchzusetzen und die wirtschaftliche Existenz der Zielpersonen zu vernichten. Allein dies dokumentiert ihren antidemokratischen Charakter. Der Zerschlagung der Demokratie geht die Zerschlagung der demokratischen, pluralistischen &Ouml;ffentlichkeit voraus. An dieser Transformation hat der SPIEGEL entscheidenden Anteil, denn er macht sich zum Tr&auml;ger der Gegenaufkl&auml;rung und beeinflusst so die Transformation des demokratischen Bewusstseins. Dies hat Folgen, die &uuml;ber die direkte Wirkung auf seine Leserschaft hinausweisen. Beitr&auml;ge wie der von Lisa Duhm tragen bei zur Vergiftung des sozialen Klimas und s&auml;gen damit an den Grundlagen der Demokratie.<\/p><p><strong>Der SPIEGEL ist bei McCarthy angekommen. Es ist ein Weg nach unten. Das Blatt ist l&auml;ngst kein Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie mehr, sondern reiht sich ein in die Gruppe der Propaganda- und Konzern-Medien, die dem politischen Kurs des herrschenden Parteien-Kartells im Bundestag und der Konzerne folgen. Die Krise des Blattes ist eine Krise seines Journalismus. Es wird noch eine Zeitlang dauern, bis man das auch an der Ericusspitze in Hamburg merkt: Das Magazin hat abgewirtschaftet.  Der SPIEGEL hat fertig.<\/strong> <\/p><p><strong>Wir, die vier betroffenen Autoren dieses Textes, wir &auml;rgern uns nicht &uuml;ber die Diffamierung, die uns hier &ndash; wieder einmal! &ndash; widerfahren ist. Aber wir sind traurig und fassungslos &uuml;ber das inzwischen unterirdische Niveau einst deutscher Qualit&auml;tsmedien und zugleich &auml;u&szlig;erst besorgt &uuml;ber den Zustand der bundesdeutschen Demokratie, deren Erosion der Grundfeste an diesem desolaten Zustand der Leitmedien ablesbar ist.<\/strong> <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99042\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/guerot-bhakdi-meyen-der-hilflose-umgang-der-hochschulen-mit-querdenker-professoren-a-418437c4-c290-4c4a-baee-e0d1a1a83f5e\">Screenshot \/ SPIEGEL Online<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Enzensberger, Hans Magnus: Die Sprache des SPIEGEL. In: Der SPIEGEL v. 05.03.1957, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/die-sprache-des-spiegel-a-2013630a-0002-0001-0000-000032092775\">https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/die-sprache-des-spiegel-a-2013630a-0002-0001-0000-000032092775<\/a> S. auch: Enzensberger, Hans Magnus: Die Sprache des &bdquo;SPIEGEL&ldquo;. In: Mayer, Hans: Deutsche Literaturkritik der Gegenwart IV, 2, Frankfurt a.M.: Goverts 1972, S. 7-40<\/p><p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Gu&eacute;rot, Ulrike u. Hauke Ritz: Endspiel Europa. Warum das politische Projekt Europa gescheitert ist &ndash; und wie wir wieder davon tr&auml;umen k&ouml;nnen. Frankfurt a.M.: Westend 2022<\/p><p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] &ldquo;Im Herzen der EU steht ein Friedensprojekt, und dieses Versprechen hat sie vor 1989 gehalten. Aber vor der nicht weniger anspruchsvollen Herausforderung in der postkommunistischen &Auml;ra, die Grundlagen f&uuml;r einen vereinigten Kontinent zu schaffen, ist die EU spektakul&auml;r gescheitert.&ldquo; Sakwa, Richard: Frontline Ukraine. Crisis in the Borderlands. London: I. B. Tauris 2016, S. 227<\/p><p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] &ldquo;Bei der EU-Osterweiterung geht es auch darum, die Ukraine wirtschaftlich in den Westen zu integrieren, wie wir zuvor auch Tschechien, die Slowakei und die Baltischen L&auml;nder in den Westen integriert haben. Tats&auml;chlich machen wir das auch mit beiden, mit der NATO als milit&auml;rische und der EU als wirtschaftliche Organisation. Die Absicht ist, die Ukraine von Russland abzul&ouml;sen und zu einem Teil des Westens zu machen. Der dritte Teil der Geschichte ist dann die F&ouml;rderung einer Orangenen Revolution, um in der Ukraine und anderswo die Demokratie zu unterst&uuml;tzen. Wie Sie wissen, versuchen die Vereinigten Staaten &uuml;berall auf der Welt, Regime zu st&uuml;rzen.&ldquo; Mearsheimer, John: Why is the Ukraine the West&rsquo;s Fault? The Causes and Consequences of the Ukraine Crisis. The University of Chicago, 2015, 11:50, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JrMiSQAGOS4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JrMiSQAGOS4<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Horsch, J&uuml;rgen, Josef Ohler, Dietz Schwiesau: Radio-Nachrichten. Ein Handbuch f&uuml;r Ausbildung und Praxis. M&uuml;nchen: List1994, S. 15f. Auch Baab, Patrik: Recherchieren. Ein Werkzeugkasten zur Kritik der herrschenden Meinung. Frankfurt a.M.: Westend 2022, S. 29<\/p><p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] &bdquo;F&uuml;r die Beurteilung von Medienprodukten ist entscheidend, dass nicht durch eine stark stereotype Auswahl von Fakten die vermittelte&hellip; Realit&auml;tsvorstellung erheblich von der erlebten Wirklichkeit vor Ort abweicht. Denn es kann immer ein v&ouml;llig falsches Bild entstehen, auch wenn Fakten berichtet werden. Hierin liegt die Crux, dass auch mit Fakten gelogen werden kann.&ldquo; Schiffer, Sabine: Medien-Analyse. Ein kritisches Lehrbuch. Frankfurt a.M.: Westend 2022, S. 23<\/p><p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ivw.de\/aw\/print\/qa\/titel\/122?quartal%5B20231%5D=20231&amp;quartal%5B19984%5D=19984\">https:\/\/www.ivw.de\/aw\/print\/qa\/titel\/122?quartal%5B20231%5D=20231&amp;quartal%5B19984%5D=19984<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Strate, Gerhard: Der ideale D&uuml;nger f&uuml;r neue Verschw&ouml;rungstheorien. Der &bdquo;Spiegel&ldquo; stellt Proteste gegen die Corona-Ma&szlig;nahmen pauschal in die Verschw&ouml;rungstheoretiker-Ecke. Zugleich bekommt das Magazin von der Bill und Melinda Gates Foundation Millionen f&uuml;r ein journalistisches Projekt. Wie glaubw&uuml;rdig ist es noch? In: Cicero v. 22. Mai 2020, <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/spiegel-magazin-foerderung-bill-gates-duenger-verschwoerungstheorien-corona-proteste\">https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/spiegel-magazin-foerderung-bill-gates-duenger-verschwoerungstheorien-corona-proteste<\/a>; Gates-Stiftung unterst&uuml;tzt den Spiegel mit weiteren 2,9 Millionen Dollar. In: Berliner Zeitung v. 10.11.2021, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/gates-stiftung-unterstuetzt-den-spiegel-mit-weiteren-29-millionen-dollar-li.194183\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/gates-stiftung-unterstuetzt-den-spiegel-mit-weiteren-29-millionen-dollar-li.194183<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Deutscher Bundestag: DS 20\/4850 v. 08.12.2022, <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/048\/2004850.pdf\">https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/048\/2004850.pdf<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Woodward, Bob: Der Informant. Deep Throat, die geheime Quelle der Watergate-Enth&uuml;ller. M&uuml;nchen: DVA 2005, S. 71<\/p><p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Brinkmann, Bastian: Prof. Dr. Verschw&ouml;rung. In: S&uuml;ddeutsche Zeitung v. 14. Mai 2020, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/corona-verschwoerung-stefan-homburg-1.4906380\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/corona-verschwoerung-stefan-homburg-1.4906380<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Sehr geehrter Herr Prof. Meyen, ich arbeite als Redakteurin f&uuml;r den SPIEGEL und m&ouml;chte Sie um eine Stellungnahme zu folgenden Fragen bis Montag, 3.4., 9:00 Uhr bitten.<br>\n1. Auf der Webseite der LMU M&uuml;nchen ist am 1.4.23 eine Stellungnahme Ihres Kollegiums erschienen, in der Professorinnen und Professoren sich von Ihnen distanzieren. Es hei&szlig;t es, Sie seien &bdquo;in das Herausgebergremium der Wochenzeitung &bdquo;Demokratischer Widerstand&ldquo; aufger&uuml;ckt&ldquo;. Ist das korrekt?<br>\n2. Ist es korrekt, dass Sie seit dem 19. M&auml;rz 2023 Herausgeber der Zeitung sind?<br>\n3. Wie reagieren Sie auf die Stellungnahme und die Vorw&uuml;rfe Ihrer Kolleg*innen?<br>\n4. Welche Folgen wollen Sie daraus f&uuml;r sich pers&ouml;nlich und f&uuml;r Ihr berufliches Wirken ziehen?<br>\n5. 2020 bezeichneten Sie Ken Jebsen als professionellen Journalisten, von Ihrem Blog &bdquo;Medienrealit&auml;t&ldquo; hat sich die Institutsleitung der LMU bereits vor drei Jahren distanziert. &ldquo;Meyen zeigt Anzeichen einer klassischen Radikalisierungsbiografie&rdquo;, warf Ihnen &bdquo;Die Zeit&ldquo; im vergangenen Jahr vor. Wie reagieren Sie auf diesen Vorwurf?<br>\nIch bedanke mich f&uuml;r Ihre Antworten. Herzliche Gr&uuml;&szlig;e, Lisa Duhm, Ressort Deutschland\/Panorama<\/p><p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Meyen, Michael: Die Propaganda-Matrix. Der Kampf f&uuml;r freie Medien entscheidet &uuml;ber unsere Zukunft. M&uuml;nchen: Rubikon 2021, S. 202<\/p><p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Meyen, Michael: Diffamierungs-Zeit III (Schlusswort). In Hypotheses v. 02. M&auml;rz 2022, <a href=\"https:\/\/medienblog.hypotheses.org\/10440\">https:\/\/medienblog.hypotheses.org\/10440<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Eco, Umberto: Der Friedhof in Prag. M&uuml;nchen: Hanser 2011, S. 99<\/p><p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Bauman, Zygmunt: Retrotopia. Frankfurt a.M. 2018(2), S. 56<\/p><p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Bauman, Zygmunt: Retrotopia. Frankfurt a.M. 2018(2), S. 84f.<\/p><p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Schreyer, Paul: Verfassungsschutz gegen Professor Meyen? In: Multipolar v. 14. April 2023, <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/verfassungsschutz-gegen-professor-meyen\">https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/verfassungsschutz-gegen-professor-meyen<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Meyen, Michael: Beschwerde beim Presserat. In: Freie Medienakademie v. 03. Mai 2023, <a href=\"https:\/\/www.freie-medienakademie.de\/medien-plus\/59\">https:\/\/www.freie-medienakademie.de\/medien-plus\/59<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.thalia.de\/autor\/lisa+duhm-14217495\/\">https:\/\/www.thalia.de\/autor\/lisa+duhm-14217495\/<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Crouch, Colin: Postdemokratie revisited. Frankfurt a.M. 2021, S. 243<\/p><p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Kraus, Karl: Die Fackel 281-282, 1909, S. 29<\/p><p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1982, S. 519<\/p><p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Schiffer, Sabine: Medien-Analyse. Ein kritisches Lehrbuch. Frankfurt a.M.: Westend 2021, S. 19-21<\/p><p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Biller, Maxim: 100 Zeilen Hass. Kannibalen des Realen. In: Tempo v. Januar 1992, S. 14<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Folgende ist ein gemeinsamer Text von <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong>, <strong>Patrik Baab<\/strong>, <strong>Sucharit Bhakdi<\/strong> und <strong>Michael Meyen<\/strong>. Sie waren am 27. Mai gemeinsam Ziel einer SPIEGEL-Attacke. Albrecht M&uuml;ller.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":98789,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,17,123,183],"tags":[3041,2970,3058,1544,2597,1865,2155,420,682,968],"class_list":["post-98788","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-hochschulen-und-wissenschaft","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","tag-cancel-culture","tag-denunziation","tag-diffamierung","tag-kampagnenjournalismus","tag-mccarthyismus","tag-meinungsfreiheit","tag-opportunismus","tag-spiegel","tag-verschwoerungstheorie","tag-wissenschaftsfreiheit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230605_am.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=98788"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99104,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98788\/revisions\/99104"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/98789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=98788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=98788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=98788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}