{"id":988,"date":"2005-12-14T18:06:06","date_gmt":"2005-12-14T16:06:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=988"},"modified":"2016-02-23T09:56:51","modified_gmt":"2016-02-23T08:56:51","slug":"die-eu-kommission-eine-versammlung-von-ignoranten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=988","title":{"rendered":"Die EU-Kommission &#8211; eine Versammlung von Ignoranten."},"content":{"rendered":"<p>Man kann das beim besten Willen nicht anders sehen. Heute kam mir eine Presseerkl&auml;rung der EU-Kommission zum Thema &bdquo;Fernsehen ohne Grenzen&ldquo; auf den Tisch. Siehe unten. Da r&uuml;hmt sich die EU-Kommissarin Reding der Verabschiedung neuer Regeln. In diesem Dokument wird sichtbar, dass auch diese Vertreterin Europas in der Kommission, was immerhin so etwas wie die europ&auml;ische Regierung ist, keine Ahnung von der Problematik des Vielfernsehens und seiner Kommerzialisierung hat. Keine Ahnung von wissenschaftlich erhobenen Folgen: Verbl&ouml;dung und Erh&ouml;hung der Gewaltbereitschaft.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Die neuen Regeln er&ouml;ffnen neue multimediale Chancen, verbessern den Wettbewerb und die Auswahl der Verbraucher&ldquo;, erkl&auml;rte EU-Medienkommissarin Viviane Reding.<br>\nDas ist die gesamte Perspektive bei einer f&uuml;r die demokratische Entwicklung Europas und f&uuml;r den Bildungsstand und das Wissen und die Gewaltbereitschaft der hier lebenden Menschen entscheidenden Frage. Dass wir in Deutschland im Grundgesetz einen Artikel 5 haben, der die Meinungsfreiheit sch&uuml;tzen soll. Dass wir in Europa schon mehrere praktische Beispiele der Erosion demokratischer Willensbildung wegen der Struktur und der Eigentumsverh&auml;ltnisse beim Fernsehen haben (Berlusconi, Murdochs Macht in Gro&szlig;britannien, gef&auml;hrliche Konzentration der Medien auch bei uns, etc.), das ist in Br&uuml;ssel nicht angekommen.<\/p><p>Damit Sie sich ein bisschen mehr orientieren k&ouml;nnen, finden Sie in der Rubrik &bdquo;Ver&ouml;ffentlichungen der Herausgeber&ldquo; eine kurze Zusammenstellung von mir mit folgendem Titel: <a href=\"?p=266\">Die Folgen des Fernsehens und seiner Kommerzialisierung f&uuml;r Bildung, Wissen und Gewalt.<br>\n<\/a><br>\nTypisch f&uuml;r die Engstirnigkeit der Br&uuml;sseler Spitzenpersonen sind auch die Erw&auml;gungen, die zum Beispiel zu einer Lockerung der Werberegeln f&uuml;hren sollen. Nur weil Productplacement in den USA steigende Ums&auml;tze hat, m&uuml;ssen auch in Europa die entsprechenden Regeln gelockert werden. Primitiver geht es nicht.<br>\n&ldquo;My aim is for Europe&rsquo;s audiovisual content industry to flourish under one of the most modern and flexible set of rules in the world&rdquo; so Commissioner Viviane Reding. Das ist der Geist, der Europas Modell des Zusammenlebens vollends demontiert. Vermutlich haben die kommerziellen Medienkonzerne die neuen Regeln diktiert.<br>\nHier finden Sie die Presseerkl&auml;rung der EU. Von dort k&ouml;nnen sie &uuml;ber verschiedene Links sich weiter orientieren und die &bdquo;Gedankentiefe&ldquo; des Br&uuml;sseler Personals studieren.<\/p><p><strong>Pressenachrichten<\/strong><br>\nVertretung der Europ&auml;ischen Kommission in Deutschland<br>\nBr&uuml;ssel\/Berlin, 13.12.2005 um 12:16  <\/p><p><strong>Fernsehen ohne Grenzen<\/strong><\/p><p>Technik und M&auml;rkte im audiovisuellen Bereich unterliegen einer rasanten Entwicklung. Deshalb hat die Europ&auml;ische Kommission heute einen Reformvorschlag f&uuml;r die 1989 beschlossene Richtlinie &bdquo;Fernsehen ohne Grenzen&ldquo; vorgelegt. Der Vorschlag sieht weniger Regulierung, mehr Flexibilit&auml;t und gleiche Wettbewerbsbedingungen f&uuml;r alle Unternehmen, die fernseh&auml;hnliche Dienste anbieten, vor. Au&szlig;erdem will die Kommission die zahlreichen einzelstaatlichen Vorschriften f&uuml;r den Jugendschutz, gegen die Aufstachelung zum Rassenhass und gegen Schleichwerbung durch europaweit einheitliche Mindestnormen ersetzen. Diese neue Politik soll das Entstehen eines nahtlos funktionierenden Binnenmarktes f&uuml;r Fernsehdienste beschleunigen und eine starke und kreative europ&auml;ische Inhaltsproduktion f&ouml;rdern.<\/p><p>&bdquo;Die neuen Regeln er&ouml;ffnen neue multimediale Chancen, verbessern den Wettbewerb und die Auswahl der Verbraucher&ldquo;, erkl&auml;rte EU-Medienkommissarin Viviane Reding. &bdquo;Sie erleichtern die Verwirklichung der Ziele, die im Interesse der Allgemeinheit liegen, beispielsweise im Hinblick auf den Jugendschutz und die kulturelle Vielfalt. Bestehende Vorschriften, die durch die Technologie- und Marktentwicklung &uuml;berfl&uuml;ssig geworden sind, m&uuml;ssen aufgehoben werden.&ldquo;<\/p><p>Laut Kommissionsvorschlag soll die modernisierte Fernsehrichtlinie sowohl f&uuml;r das Fernsehen als auch f&uuml;r fernseh&auml;hnliche Dienste gelten. Unterschieden wird zwischen &bdquo;linearen&ldquo; Diensten, bei denen die Zuschauer dem Programmplan folgend mit Inhalten versorgt werden, und &bdquo;nicht-linearen Diensten&ldquo;, also dem Abruf von Filmen oder Nachrichten aus dem Netz. F&uuml;r lineare Dienste w&uuml;rden die heutigen Fernsehvorschriften &ndash; in moderner, flexiblerer Form &ndash; weiter gelten. F&uuml;r nicht-lineare Dienste sollen dagegen nur minimale Grundvorschriften festgelegt werden, zum Beispiel f&uuml;r den Jugendschutz und gegen die Aufstachelung zum Rassenhass und zur Verhinderung von Schleichwerbung. <\/p><p>Dank europaweit einheitlicher Regeln werden die Anbieter audiovisueller Mediendienste k&uuml;nftig nur noch den Vorschriften des Mitgliedstaats unterliegen, in dem sie niedergelassen sind, und nicht mehr den vielf&auml;ltigen Vorschriften all der Mitgliedstaaten, in denen ihre Dienste empfangen werden k&ouml;nnen.<\/p><p>F&uuml;r die Fernsehwerbung empfiehlt die Kommission B&uuml;rokratieabbau, flexiblere Vorschriften f&uuml;r neue Formen der Werbung und eine verst&auml;rkte Selbst- und Mitregulierung. Die Gesamtdauer der Werbung darf dadurch allerdings nicht zunehmen. Die Kommission will die bestehende Begrenzung von 12 Minuten pro Stunde beibehalten. Die neue Richtlinie w&uuml;rde auch neue Formen der Werbung wie geteilte Bildschirme, virtuelle und interaktive Werbung zulassen. Erstmalig soll ein klarer rechtlicher Rahmen f&uuml;r die Produktplatzierung geschaffen werden. Au&szlig;er in den Nachrichten, in Sendungen zum aktuellen Zeitgeschehen und in Kinderprogrammen w&uuml;rde das so genannte Product Placement demnach k&uuml;nftig erlaubt. Allerdings m&uuml;ssten die Verbraucher zu Beginn einer Sendung auf die Produktplatzierung hingewiesen werden. <\/p><p>Weitere Informationen finden Sie <a href=\"http:\/\/europa.eu.int\/information_society\/newsroom\/cf\/itemlongdetail.cfm?item_id=2343\" title=\"Externer Link zu http:\/\/europa.eu.int\/information_society\/newsroom\/cf\/itemlongdetail.cfm?item_id=2343\">hier&hellip;<\/a>\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann das beim besten Willen nicht anders sehen. 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