{"id":98886,"date":"2023-06-06T10:22:33","date_gmt":"2023-06-06T08:22:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98886"},"modified":"2023-06-06T11:26:21","modified_gmt":"2023-06-06T09:26:21","slug":"rede-in-shanghai-zu-deutsch-chinesischen-beziehungen-fuer-freiheit-frieden-und-gerechtigkeit-in-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98886","title":{"rendered":"Rede in Shanghai zu deutsch-chinesischen Beziehungen: F\u00fcr Freiheit, Frieden, und Gerechtigkeit in der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Die Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Ausw&auml;rtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages und Sprecherin f&uuml;r Internationale Politik, <strong>Sevim Dagdelen<\/strong>, hat am 5. Juni an der Shanghai International Studies University (SISU) einen Gastvortrag zu deutsch-chinesischen Beziehungen in Zeiten des &bdquo;Stellvertreterkriegs der NATO in der Ukraine&ldquo; und des immer weiter eskalierenden westlichen Sanktionsgebarens gehalten. Die NachDenkSeiten dokumentieren die Rede an einer der renommiertesten Universit&auml;ten Chinas im Wortlaut. Von <strong>Redaktion<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEs ist mir eine au&szlig;erordentliche Ehre, heute hier an der Shanghai International Studies University (SISU) und damit an einer der f&uuml;hrenden akademischen Einrichtungen der Volksrepublik China zu Gast sein und zu Ihnen &uuml;ber die deutsch-chinesischen Beziehungen sprechen zu d&uuml;rfen. Seit der Gr&uuml;ndung als Russische Schule Shanghai und erste Fremdsprachenhochschule Chinas im Jahr 1949 steht Ihre Institution beispielhaft f&uuml;r interkulturelle Kommunikation, internationalen Austausch und V&ouml;lkerverst&auml;ndigung. <\/p><p>Insbesondere in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen und konfrontativer Politikentw&uuml;rfe, in denen Intoleranz und das Denken in Freund-Feind-Schemata das Primat der Diplomatie zu erodieren drohen, sind internationaler Austausch, gegenseitiges Verst&auml;ndnis und friedliche Kooperation von herausragender globaler Bedeutung. Durch Ihre wissenschaftliche Innovation und die globale Ausrichtung Ihrer Universit&auml;t, wie sie sich etwa in Form zahlreicher Bildungskooperationen und des umfangreichen akademischen Austauschs zeigt, leisten Sie hierzu einen wichtigen Beitrag, der nicht hoch genug gesch&auml;tzt werden kann.<\/p><p>Wenn wir &uuml;ber die deutsch-chinesischen Beziehungen 2023 im Licht der Zeitenwende der Emanzipation des globalen S&uuml;dens sprechen, m&uuml;ssen wir zuallererst &uuml;ber ein wichtiges Buch zum Verst&auml;ndnis der Gegenwart sprechen. Es hei&szlig;t &bdquo;The Economic Weapon. The rise of sanctions as a tool of modern warfare&ldquo; und ist 2022 in den USA erschienen. Der Autor ist Nicolas Mulder, ein &bdquo;Assistant professor of European Modern History at Cornell University.&ldquo; Nicolas zeichnet pr&auml;zise nach, wie historisch Wirtschafts- und Finanzsanktionen als Waffe im modernen Krieg entwickelt wurden, angefangen im Ersten Weltkrieg und 1919 vom damaligen US-Pr&auml;sidenten Woodrow Wilson beschrieben in ihrer Wirkung als &bdquo;something more tremendous than war&ldquo;. <\/p><p>Es gilt zu konstatieren, dass die USA, die NATO und ihre Verb&uuml;ndeten in Asien, Australien und Europa nicht nur durch die Lieferung von immer mehr und immer schwereren Waffen an die Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland f&uuml;hren, sondern auch einen Wirtschaftskrieg mit dem Ziel, so dr&uuml;ckte sich die deutsche Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock aus, &bdquo;Russland zu ruinieren&ldquo;. Wirtschaftssanktionen sind ein Mittel der modernen Kriegsf&uuml;hrung oder, um in Anlehnung an den preu&szlig;ischen Milit&auml;rtheoretiker Clausewitz zu sprechen: Sie sind die Fortf&uuml;hrung der Politik mit anderen Mitteln. <\/p><p>Was aber haben diese Wirtschaftssanktionen gegen Russland mit den deutsch-chinesischen Beziehungen zu tun und inwiefern f&ouml;rdern sie nach einem mephistophelischen Prinzip eine Zeitenwende und eine Emanzipation des globalen S&uuml;dens? Zur Erl&auml;uterung: Mephistopeles ist eine Figur aus dem Roman &bdquo;Faust&ldquo; des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe: &bdquo;Ein Teil von jener Kraft, \/ Die stets das B&ouml;se will und stets das Gute schafft&ldquo;, so l&auml;sst Goethe ihn seine Wirkung im &bdquo;Faust&ldquo; selbst beschreiben.<\/p><p>Dazu muss man wissen, dass die Sanktionen gegen Russland bisher ihre beabsichtigte Wirkung verfehlten. Auch wenn der wirtschaftliche Schaden f&uuml;r Russland sicherlich betr&auml;chtlich ist, leiden vor allem die Europ&auml;er unter dem Wirtschaftskrieg, allen voran Gro&szlig;britannien und Deutschland, deren &Ouml;konomien in eine Rezession gerutscht sind. In Deutschland wird es wohl nach 2022 mit 4 Prozent auch in diesem Jahr Reallohnverluste f&uuml;r die Besch&auml;ftigten geben. &Uuml;ber zwei Millionen Menschen sind mittlerweile auf Lebensmittelspenden angewiesen, eine Steigerung von 50 Prozent im vergangenen Jahr. Aber die Inflation trifft nicht nur die Menschen &uuml;ber die hohen Preise f&uuml;r Energie und Lebensmittel, sondern auch immer mehr Unternehmen in Deutschland. Eine Deindustrialisierung von gigantischem Ausma&szlig; droht, der Verlust von Millionen von Arbeitspl&auml;tzen steht im Raum. Im Mai 2023 wurden bereits fast 300.000 mehr Arbeitslose als im Vorjahr in Deutschland gemeldet, insgesamt 2,54 Millionen. <\/p><p>Wenn in Deutschland &uuml;ber diesen wirtschaftlichen Einbruch diskutiert wird, dann zeichnen sich oft zwei Linien ab. Die eine Seite argumentiert, der Einbruch habe mit den Wirtschaftssanktionen nichts zu tun und wenn, dann liege die Schuld allein bei Moskau. Und die andere Seite argumentiert, dass der wirtschaftliche Preis f&uuml;r einen m&ouml;glichen Sieg der Ukraine gegen Russland in Deutschland nicht zu hoch sei. <\/p><p>Die Wohlstandsverluste w&auml;ren moralisch als Leistung angemessen angesichts der Kriegstoten in der Ukraine. <\/p><p>Weil der durchschlagende Erfolg im Wirtschaftskrieg bisher ausblieb, hat man sich jetzt auf eine weitere Ausweitung der Sanktionen versteift. Und hier kommt China ins Spiel. Denn weil man analysiert, dass auch m&ouml;gliche Umgehungen der Russland-Sanktionen k&uuml;nftig getroffen werden sollen, hat die EU ein 11. Sanktionspaket aufgelegt, bei dem auch chinesische Firmen getroffen werden sollen. Zwar wurde einschr&auml;nkend betont &ndash; offenbar um die Reziprozit&auml;t durch China abzumildern &ndash;, es handele sich nur um Sanktionen gegen chinesische Firmen, die nach Russland von der EU aus liefern. Aber &uuml;berzeugend ist dieses Argument in einer Zeit der globalisierten Produktion nicht wirklich. <\/p><p>Zwar wurde das 11. Sanktionspaket von Ungarn und Griechenland erst einmal gestoppt, um ungarische und griechische Firmen von der eigenen ukrainischen Sanktionsliste l&ouml;schen zu k&ouml;nnen, aber vieles spricht daf&uuml;r, dass dieser Weg von der EU und auch leider von der Bundesregierung unerbittlich weiter verfolgt werden wird, da es die USA sind, die hier insbesondere auf eine Ausweitung der Sanktionen gegen chinesische Unternehmen dr&auml;ngen, aber selbst im Hintergrund bleiben wollen, damit die Reziprozit&auml;t dann vor allem Europa treffen wird. <\/p><p>Es sei angemerkt, dass vieles daf&uuml;r spricht, dass ein Wirtschaftskrieg der Bundesregierung gegen China f&uuml;r die deutsche Bev&ouml;lkerung noch weit verheerender w&auml;re als die Sanktionen gegen Russland. China ist der gr&ouml;&szlig;te Handelspartner Deutschlands. Die deutsche Autoindustrie mit ihren 850.000 Arbeitspl&auml;tzen w&uuml;rde wohl einen solchen Wirtschaftskrieg, nicht nur was den Verlust des Absatzmarkts, sondern der Produktionsst&auml;tten angeht, nicht &uuml;berleben. Dies erkl&auml;rt vielleicht auch, warum die Bundesregierung noch z&ouml;gert, sich zur Vorhut dieser europ&auml;ischen Kamikaze-Aktion zu machen.<\/p><p>Man muss betonen, welches Potential zum gegenseitigen Nutzen ein Ausbau der deutsch-chinesischen Beziehungen haben k&ouml;nnte. Im kulturellen, wissenschaftlichen und im Bildungsbereich, aber auch in der Verst&auml;rkung der Handelsbeziehungen und der F&ouml;rderung vernetzter Produktionsketten und der daf&uuml;r erforderlichen Infrastruktur. <\/p><p>Gerade im Bereich der Lese- und Rechtschreibkompetenz f&uuml;r Grundsch&uuml;ler, wo Deutschland immer schlechter abschneidet und weit hinter China zur&uuml;ckgefallen ist, g&auml;be es, um nur ein Beispiel zu nennen, M&ouml;glichkeiten des gegenseitigen Lernens. <\/p><p>Das Haupthindernis aber auf dem Weg zur F&ouml;rderung der deutsch-chinesischen Beziehungen sehe ich in der mangelnden Souver&auml;nit&auml;t der Bundesrepublik Deutschland. Gerade im Stellvertreterkrieg der NATO in der Ukraine zeigt sich, dass Berlin nur in Sekundenbruchteilen au&szlig;enpolitische Entscheidungen Washingtons nachvollzieht und sogar, wie an der Frage der Lieferung deutscher Panzer ablesbar, sich in die erste Reihe des Krieges schieben l&auml;sst, w&auml;hrend Washington seine Panzerlieferungen verz&ouml;gerte. <\/p><p>Die Situation in Deutschland erinnert an die Situation in Lateinamerika der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, bei der eine Kompradoren-Bourgoisie die Interessen von US-Konzernen durchsetzt. Oft wird dabei auf die massive Pr&auml;senz von US-Truppen in Deutschland verwiesen, die seit 78 Jahren stationiert sind, oder auf die engmaschigen transatlantischen Netzwerke in Politik, Medien und Wirtschaft. Aber als alleinige Erkl&auml;rung f&uuml;r die extreme Willf&auml;hrigkeit, mit der die deutsche Politik gegen&uuml;ber den USA oft agiert, reicht dies nicht aus. <\/p><p>Aufgrund der K&uuml;rze der Zeit will ich hier nur einen Hinweis geben: Seit 1990 hat der US-Investmentfond BlackRock, mit &uuml;ber 10 Billionen Dollar weltweit die gr&ouml;&szlig;te Gesellschaft verwalteten Verm&ouml;gens, enorm in Deutschland investiert. BlackRock ist an allen 30 Dax-Unternehmen, die den deutschen Aktienindex ausmachen, entscheidend beteiligt und gr&ouml;&szlig;ter Anteilseigner bei acht von ihnen. Sicher, BlackRock investiert auch in China, aber in keinem Fall kann von einer derart starken Stellung wie in Deutschland gesprochen werden. <\/p><p>Diese Zusammenballung wirtschaftlicher Macht wirkt sich auf politische Entscheidungen in Deutschland aus. Das scheint mir unbestritten. Hier ist wie im Bereich der NATO ein weites Feld f&uuml;r wissenschaftliche Untersuchungen, inwieweit dieses Investment politisch dazu beitr&auml;gt, in ein Vasallenverh&auml;ltnis Deutschlands gegen&uuml;ber den USA und vor allem den USA-Konzernen &uuml;bersetzt zu werden. Leider gibt es nur wenig Hoffnung, dass diese wissenschaftliche Arbeit an deutschen Hochschulen geleistet werden k&ouml;nnte &ndash; wir haben dort nicht einen NATO-kritischen Wissenschaftler. Aber hier gilt es anzusetzen, wenn man um die Zukunft der deutsch-chinesischen Beziehungen besorgt ist, dass man auslotet, wie der Einfluss eines Dritten, der kein Interesse an einem Bl&uuml;hen dieser Beziehungen hat, zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden kann.<\/p><p>Im Schach gibt es f&uuml;r die Endspiele eine Regel, die man das &bdquo;Prinzip der zwei Schw&auml;chen nennt&ldquo;. Diese Regel wird vom Westen in der internationalen Politik weithin nicht beachtet. Das &bdquo;Prinzip der zwei Schw&auml;chen&ldquo; besagt folgendes: Manchmal reicht es trotz vorteilhafter Stellung nicht zum Gewinn. Ersteht dem Gegner jedoch mehr als eine Schw&auml;che, dann r&uuml;ckt der Sieg in greifbare N&auml;he. Denn ein Schachfeldzug an zwei Fronten f&uuml;hrt zur &Uuml;berlastung und am Ende zum Verlust. Wenn man sich die Debatte um die Ausweitung der Wirtschaftssanktionen anschaut, dann wird offenbar, wie wenig dieses wichtige Prinzip der zwei Schw&auml;chen in der politischen Praxis Anwendung im Westen findet. <\/p><p>Aber wie im Stellvertreterkrieg scheint am Ende das All-In, ein Alles-oder-nichts-Prinzip zu herrschen, bei dem sowohl das Risiko eines Dritten Weltkriegs und zumindest eines Weltwirtschaftskriegs w&auml;chst mit m&ouml;glicherweise verheerenden Folgen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung auf dem gesamten Globus. Eine Politik am Roulettetisch aber f&uuml;hrt noch sicherer in den absoluten Verlust. Alles, was seit Ende des Zweiten Weltkriegs auch an internationalen Institutionen aufgebaut wurde, um an die Stelle des Krieges die Diplomatie und die Kooperation zu setzen, drohte eingerissen zu werden. Und auf diese Vernunft, die sich einer Apokalyptik der Spieler verweigert, m&uuml;ssen die deutsch-chinesischen Beziehungen in Gegenwart und Zukunft gr&uuml;nden.<\/p><p>Mit Bezug auf das erzeugte Gegenteil muss man die Emanzipation des globalen S&uuml;dens als Resultat des Wirtschaftskriegs des Westens ins Kalk&uuml;l ziehen. 80 Prozent der Welt beteiligen sich nicht an den westlichen Sanktionen. Immer lauter werden hingegen die Rufe nach eigenen Handelsw&auml;hrungen, da nur diese vor den Drittwirkungen westlicher Sanktionen wie vor der modernen Kriegsf&uuml;hrung des Westens auf lange Sicht zu sch&uuml;tzen scheinen. <\/p><p>Und auch hier m&uuml;ssen wir immer wieder auf die doppelten Standards verweisen, vor denen der globale S&uuml;den, um es einmal umgangssprachlich auszudr&uuml;cken, die Nase gestrichen voll hat. Wer w&auml;re auf die Idee gekommen, wegen der US-Intervention im Irak eine weltpolitische Isolierung der USA auf die Agenda setzen zu wollen? Nur Narren vielleicht. Bei Russland aber ist das alles anders. Die Sanktionen zielen ja nicht nur darauf, dem Land wirtschaftlich zu schaden, um ihm seinen Willen aufzwingen zu k&ouml;nnen, sondern um es international, aber vor allem in Europa zu isolieren. Russland hat hier aus der Not eine Tugend gemacht und was Handeln und Beziehungen angeht, so etwas wie eine asiatische Wende eingeleitet, flankiert durch den Ausbau der Beziehungen in Lateinamerika und Afrika. Der Traum einer deutsch-russischen Partnerschaft zu beiderseitigem Nutzen ist ausgetr&auml;umt. <\/p><p>In Castres im S&uuml;den Frankreichs habe ich im Museum einmal ein bezeichnendes Bild dazu gesehen: &bdquo;Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer&ldquo; von Francisco de Goya. Und f&uuml;r Europa hei&szlig;t dieser Versuch des Herausdr&auml;ngens oder gar der Unterwerfung Russlands gr&ouml;&szlig;te Gefahr und dr&auml;uendes Elend f&uuml;r seine Bev&ouml;lkerung. <\/p><p>Die mentale Wirkung deutscher Panzerlieferungen an die Ukraine wie auch die Unterst&uuml;tzung von russischen Neonazis, die jetzt &Uuml;berf&auml;lle auf Russland aus&uuml;ben, wird im Westen und insbesondere leider auch in Deutschland untersch&auml;tzt. <\/p><p>Auch die Angriffe mit Kampfdrohnen aus der Ukraine jetzt auf Moskau mit ausdr&uuml;cklichem Plazet der Regierung in London &ndash; die Biden-Administration und die Bundesregierung halten sich hier etwas bedeckter &ndash; zielen auf den Beginn eines totalen Krieges, als dessen Teil die Isolation Russlands im totalen Wirtschaftskrieg fungieren soll. Und genau so argumentieren diejenigen, die fatalerweise auf eine Ausweitung gen China setzen. Fakt ist, dass das &bdquo;Kap Asiens&ldquo;, wie Europa einmal vom franz&ouml;sischen Dichter Paul Valery genannt worden ist, sich selbst isoliert mit einer Politik, die die Profitinteressen der gro&szlig;en US-Konzerne vor die Interessen der eigenen Bev&ouml;lkerung stellt.<\/p><p>Lenin war auch ein Schachspieler. Bekannt sind die Fotos im Exil auf Capri, die ihn im Spiel gegen Maxim Gorki 1908 zeigen. Im Schach gibt es immer die Empfehlung, der Theorie zu folgen. Aber zugleich gilt der h&ouml;her gestellte Grundsatz &bdquo;Tue, was du tun musst&ldquo;, um eine Praxis und aus ihr eine Theorie zu entwickeln, die auf Gewinn abzielt. Bei der Verteidigung der russischen Revolution ist dieser h&ouml;her gestellte Grundsatz voll zum Tragen gekommen und hier meine ich jetzt nicht nur Lenins neue &ouml;konomische Politik, sondern den Kongress der V&ouml;lker des Ostens von 1920. Mit ihm wurde nichts weniger als ein B&uuml;ndnis der unterdr&uuml;ckten kolonisierten V&ouml;lker mit der Arbeiterklasse vorgeschlagen. Ein B&uuml;ndnis, das auf Emanzipation zielte, um die Sowjetunion zu sch&uuml;tzen gegen die Invasion Gro&szlig;britanniens und Frankreichs und eine Restauration des Kapitalismus.<\/p><p>Manchmal sind hundert Jahre wie ein Tag. Gegen den Versuch, der Welt ein neokoloniales Korsett mit Stellvertreterkriegen und Wirtschaftskriegen aufzuzwingen, zeigt sich Widerstand im globalen S&uuml;den. Von einem B&uuml;ndnis der Arbeiterklasse im Westen mit den V&ouml;lkern des S&uuml;dens w&uuml;rde die gesamte Welt profitieren, um statt auf R&uuml;stungswahn, wirtschaftlichen Abstieg und Putsche auf Diplomatie, Kooperation und gegenseitigen Interessenausgleich zu setzen: F&uuml;r Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt.<\/p><p>Ich danke Ihnen.<\/p><p>Titelbild: <a href=\"https:\/\/smapse.com\/shanghai-international-studies-university-shanghai-university-of-foreign-languages\/\">smapse.com<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98682\">Wie viele ausl&auml;ndische Milit&auml;rs sind in Deutschland stationiert und was kostet dies den Steuerzahler? &ndash; Bundesregierung legt Zahlen vor<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95996\">Parlamentsjuristen hinterfragen bisherige Pressearbeit der Bundesregierung und deren Berufung auf die Bundespressekonferenz<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98342\">&bdquo;Da&szlig; (&hellip;) kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen&ldquo; &ndash; Randnotizen zum Umgang mit China<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/8a23ef3fb16442ccaff8ae0dc008d4ac\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Ausw&auml;rtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages und Sprecherin f&uuml;r Internationale Politik, <strong>Sevim Dagdelen<\/strong>, hat am 5. 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