{"id":9891,"date":"2011-06-27T08:45:27","date_gmt":"2011-06-27T06:45:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9891"},"modified":"2011-06-28T09:46:05","modified_gmt":"2011-06-28T07:46:05","slug":"hinweise-des-tages-1411","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9891","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuersenkungspl&auml;ne; Ohne Wachstum l&auml;uft nichts; Roland Berger gegen Moody&rsquo;s; Produktivit&auml;tszuwachs &ndash; f&uuml;r wen?; Euro-Krise; The Truth About the Economy in 2 Minutes and 15 Seconds; Land der unbegrenzten Ungleichheit; Nur noch Privatpatienten im Wartezimmer?; Der Skandalversicherer; DIW: Zur Entwicklung der Arbeitsarmut in Deutschland; Wirrwarr wegen des Stresstests; Atompolitik nach Fukushima: Die nukleare Selbstdemontage; Datengier; Pr&auml;vention hei&szlig;t weiterdenken; Metall-Diebst&auml;hle bei der Bahn um 50 Prozent gestiegen; Kniefall vor der Staatsr&auml;son; Die Wut der Quandts; Steinbr&uuml;ck arbeitet an seiner Kanzlerkandidatur; Massig Klasse; Tausende Studienpl&auml;tze werden nicht vergeben; Forschen f&uuml;r die Deutsche Telekom; &Uuml;ber das Spektakul&auml;re an &raquo;Spiegel online&laquo;; Sklavenarbeit f&uuml;r ein paar Cent. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Steuersenkungspl&auml;ne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Fabian Fritzsche &ndash; Ohne Wachstum l&auml;uft nichts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Roland Berger gegen Moody&rsquo;s<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">H. J. Bontrup &ndash; Produktivit&auml;tszuwachs &ndash; f&uuml;r wen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Euro-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Robert Reich &ndash; The Truth About the Economy in 2 Minutes and 15 Seconds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die USA: Land der unbegrenzten Ungleichheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Nur noch Privatpatienten im Wartezimmer?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Der Skandalversicherer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Altersarmut in Deutschland <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Wirrwarr wegen des Stresstests<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Atompolitik nach Fukushima: Die nukleare Selbstdemontage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Datengier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Heribert Prantl &ndash; Pr&auml;vention hei&szlig;t weiterdenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Metall-Diebst&auml;hle bei der Bahn um 50 Prozent gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Kniefall vor der Staatsr&auml;son<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Die Wut der Quandts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Steinbr&uuml;ck arbeitet an seiner Kanzlerkandidatur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Massig Klasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Tausende Studienpl&auml;tze werden nicht vergeben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Forschen f&uuml;r die Deutsche Telekom<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">&Uuml;ber das Spektakul&auml;re an &raquo;Spiegel online&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Sklavenarbeit f&uuml;r ein paar Cent<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9891&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Steuersenkungspl&auml;ne<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sch&auml;uble warnt vor der gro&szlig;en Entt&auml;uschung<\/strong><br>\nSein Beitrag kommt sp&auml;t &ndash; daf&uuml;r f&auml;llt er aber umso vernichtender aus. In der Debatte um Steuersenkungen will Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble kein Jota von seiner bisherigen Linie abweichen. Er h&auml;lt die Sanierung der Staatsfinanzen f&uuml;r weitaus wichtiger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,770492,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> &raquo;F&uuml;r nennenswerte Steuersenkungen sieht der CDU-Politiker ohnehin keinen Anlass. Immerhin liege die Belastung hierzulande &ldquo;unter dem Durchschnitt der  anderen Industriestaaten&rdquo;.&laquo;<\/em><br>\n<em>Na also, endlich sagt es einer aus den konservativen Reihen.<\/em><br>\n<em>Es ist auch richtig, die sog. &ldquo;kalte Progression&rdquo; zu beenden. Diese ist eine inflationsbedingte Erh&ouml;hung des Steuersatzes, die ausschlie&szlig;lich Einkommen unter 60.000 Euro f&uuml;r Ledige bzw. 120.000 Euro f&uuml;r Verheiratete trifft. Ein Mechanismus, wie es in den USA gibt, wodurch die Progressionsstufen um die Inflationsrate angehoben werden, w&uuml;rde das Problem l&ouml;sen.<\/em><br>\n<em>Dem Autor fehlt allerdings offenbar den Sachverstand, um &uuml;ber die kalte Progression zu berichten. Er schreibt:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&bdquo;Bei der kalten Progression handelt es sich um den Effekt, dass Arbeitnehmer bei Lohnerh&ouml;hungen in eine h&ouml;here Steuerstufe rutschen k&ouml;nnen und dann prozentual st&auml;rker besteuert werden.&ldquo; (Betonung von mir)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Offenbar wei&szlig; er nicht, dass bei der linearen Progression der Grenzsteuersatz sich bei jedem Euro Erh&ouml;hung erh&ouml;ht, bis das Einkommen au&szlig;erhalb des Progressionsbereiches liegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Auch Spitzenverdiener sollen weniger Steuern zahlen<\/strong><br>\nSteuersenkungen sind richtig. Aber warum sollen nur untere und mittlere Einkommen entlastet werden? Au&szlig;erdem wird es Zeit, &uuml;ber Steuerprivilegien zu reden. [&hellip;]<br>\nDie neue Spitze der Liberalen tat gut daran, das Thema Steuerentlastungen wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Warum aber will man nur untere und mittlere Einkommen entlasten? Gerade bei der Spitzenbelastung zeigt sich, wie ernst man es mit dem Leistungsprinzip meint. Inzwischen leidet ja auch die Mittelschicht unter dem Spitzensteuersatz. In den F&uuml;nfzigerjahren verlangte das Finanzamt erst ab dem 20-fachen des Durchschnittseinkommens den h&ouml;chsten Steuersatz, heute reicht das Eineinhalbfache des Durchschnittseinkommens, um als Spitzenverdiener deklariert zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article13449992\/Auch-Spitzenverdiener-sollen-weniger-Steuern-zahlen.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines unserer Leser:<\/strong> Erst einmal vielen Dank f&uuml;r ihren <a href=\"\/?p=9877\">Artikel zu den Steuersenkungsberechnungen der BILD-Zeitung<\/a>. Die Verdummung wird heute bei welt.de fortgesetzt &ndash; dort sieht man gar nicht ein, dass nur geringe Einkommen massivst entlastet werden sollen und fordert gleich AUCH noch eine Entlastung von Spitzenverdienern &ndash; dabei setzt man gleich noch Spitzenverdiener mit Mittelschicht gleich, damit der Leser sich gleich zur Zustimmung angesprochen f&uuml;hlt &hellip;  das ganze noch garniert mit den &uuml;blichen Forderungen nach k&uuml;rzung staatlicher Ausgaben &ndash; und fertig ist der Aufregerartikel &ndash; TOLL<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Selbstverst&auml;ndlich vers&auml;umt es die WELT, ihren Lesern auch zu sagen, dass &bdquo;in den F&uuml;nfzigerjahren&ldquo; das Finanzamt nicht nur einen stolzen Spitzensteuersatz von 53% forderte, sondern dass dieser Spitzensteuersatz auch auf Ertr&auml;ge aus Kapitalverm&ouml;gen angewendet wurde. Heute werden leistungslose Einkommen pauschal mit 25% (plus Soli) besteuert. Was die WELT betreibt, ist somit lediglich Rosinenpickerei.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Steuersenkungen? Der Weg ist das Ziel<\/strong><br>\nWarum verfolgt die schwarz-gelbe Regierungskoalition gegen allen Widerstand mit den Steuersenkungen ein Projekt, dessen Verwirklichung angesichts der Haushaltslage und der Mehrheitsmeinung des Bundesrates so gut wie aussichtslos ist? Warum pumpen CDU\/CSU und FDP mit Ausnahme von Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble die Seifenblase immer weiter auf? Ist Schwarz-Gelb endg&uuml;ltig im realit&auml;tsfreien Raum des politischen Universums gelandet? [&hellip;]<br>\nDie Koalition&auml;re wollen die Debattenhohheit, das Gesetz des Handelns zur&uuml;ckgewinnen. Sie wollen endlich einmal wieder die Agenda bestimmen, ein Thema vorgeben. Und nat&uuml;rlich die existenziell bedrohte FDP stabilisieren.Und weil ihnen kein neues Thema einf&auml;llt, weil die Kraft f&uuml;r neue gro&szlig;e Projekte (im Bereich Bildung zum Beispiel) auf dem auszehrenden Marsch durch die Legislaturperiode verloren gegangen ist, m&uuml;ssen die Steuersenkungen wieder aus dem politischen Keller geholt werden. [&hellip;] Und wenn das alles erwartungsgem&auml;&szlig; zu keinem Erfolg f&uuml;hrt, weil L&auml;nder und Opposition nicht einknicken, dann hat die Regierung zumindest ein paar Wochen endlich wieder einmal die politische Deabatte bestimmt. Das gilt schon als Erfolgserlebnis. Und vielleicht kommt auch so ein paar W&auml;hlerstimmen um die Ecke. Die Steuerzahler und ihre Brieftasche spielen dabei keine Rolle. Darum geht es gar nicht. Der Weg ist das Ziel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3685\">Sprengsatz<\/a><\/li>\n<li><strong>DIW: Nicht die Zeit f&uuml;r Steuergeschenke<\/strong><br>\nDer Gro&szlig;teil des aktuellen Aufschwungs ist aber eine reine Aufholjagd. Deutschland hat gerade einmal seine Produktionsverluste aufgeholt. Das ist erfreulich, aber kein Grund zum Jubel, und schon gar kein Grund zum Geldausgeben. Denn in Aufschwungphasen sollten ja eigentlich ausgeglichene Haushalte erreicht werden. Tats&auml;chlich haben wir aber immer noch Haushaltsdefizite von 1 bis 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Au&szlig;erdem drohen neue Milliardenlasten f&uuml;r Energiewende, Bundeswehrreform und Euro-Rettung. Angesichts einer Schuldenquote von deutlich &uuml;ber 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sollte die Haushaltskonsolidierung Vorrang haben. Daf&uuml;r sprechen auch k&uuml;nftige Belastungen der &ouml;ffentlichen Haushalte, die sich angesichts der demografischen Entwicklung deutlich abzeichnen [&hellip;]<br>\nVon einer Senkung des Einkommensteuertarifs im Eingangsbereich w&uuml;rden vor allem mittlere Einkommen profitieren. Die Geringverdiener haben so gut wie nichts davon, weil sie keine oder kaum Einkommensteuer zahlen. Will man mehr Verteilungsgerechtigkeit erreichen, k&ouml;nnte man besser die oberen Einkommensteuers&auml;tze anheben oder gr&ouml;&szlig;ere Verm&ouml;gen st&auml;rker besteuern und damit zum Schuldenabbau beitragen [&hellip;]<br>\nWenn man finanziellen Spielraum sieht, sollte man ihn nutzen um in die Zukunft des Landes zu investieren, durch Schuldenabbau oder mehr Chancengleichheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.375573.de\">DIW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist bemerkenswert und l&ouml;blich, dass das keinesfalls als arbeitnehmernah bekannte DIW explizit auf die mangelnde Verteilungsgerechtigkeit hinweist und sogar eine Erh&ouml;hung der Spitzensteuers&auml;tze fordert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>FDP-Chef R&ouml;sler und die Steuersenkung<\/strong><br>\n&hellip;Einerseits kann sie (Merkel, WL) die Rufe der FDP weiter ignorieren und ihren Partner damit politisch endg&uuml;ltig pleite gehen lassen. Die Folgen f&uuml;r Schwarz-Gelb w&auml;ren allerdings unabsehbar. Oder sie kann ein Rettungspaket f&uuml;r die FDP schn&uuml;ren und endlich diese verdammten Steuern senken. Merkel hat sich f&uuml;r Letzteres entschieden, denn nur mit den Liberalen kann sie nach 2013 so wunderbar wurschtelig weiterregieren&hellip;<br>\nUnd dann hat der Wirtschaftsminister noch einen Gedanken formuliert: &bdquo;Eine konkrete Steuersenkungsperspektive ist ein wichtiges Mittel, um weitere Ausgabenw&uuml;nsche abzuwehren, und kann so helfen, den Haushalt tats&auml;chlich nachhaltig zu konsolidieren.&ldquo; So steht es heute in der &bdquo;Welt&ldquo;&hellip;<br>\nEinfacher gesagt, hei&szlig;t das: Geld, das wir jetzt haben, geben wir lieber jetzt aus, denn morgen ist weit weg. Und wenn wir sp&auml;ter vorgehabt h&auml;tten, etwas auszugeben, es aber ja nicht mehr k&ouml;nnen, weil wir es schon jetzt ausgegeben haben, dann ist das nicht ganz sch&ouml;n d&auml;mlich, dass das Geld schon weg ist, sondern ein Konzept namens: Sparen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/fdp-chef-roesler-und-die-steuersenkung-baby-schimmerlos-1699154.html\">stern.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Fabian Fritzsche &ndash; Ohne Wachstum l&auml;uft nichts<\/strong><br>\n1930, Mitten in der Weltwirtschaftskrise, ver&ouml;ffentlichte John Maynard Keynes den Artikel &bdquo;Economic Possibilities for Our Grandchildren&ldquo; in dem er f&uuml;r 2030 eine L&ouml;sung aller &ouml;konomischen Probleme prognostizierte.  Keynes verstand darunter, dass f&uuml;r alle Menschen in den Industriel&auml;ndern alle materiellen Bed&uuml;rfnisse leicht gestillt werden k&ouml;nnen; drei Stunden (Erwerbs-) Arbeit am Tag sollten seiner Utopie demnach ausreichen.<br>\nDies galt zwar unter der unter der Annahme, dass es keinen gro&szlig;en Krieg und kein starkes Bev&ouml;lkerungswachstum geben sollte, was zwar bekannterma&szlig;en zumindest f&uuml;r ersteres nicht galt. Grunds&auml;tzlich sind beide Bedingungen jedoch f&uuml;r Deutschland oder &uuml;berhaupt Mitteleuropa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erf&uuml;llt und dennoch scheinen wir von dieser Utopie so weit weg wie eh und je. War Keynes also schlicht zu optimistisch?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2692&amp;blogId=16\">FTD G&auml;steblock<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Roland Berger gegen Moody&rsquo;s<\/strong><br>\nDie Beratungsfirma Roland Berger will eine europ&auml;ische Ratingagentur in Form einer Stiftung auf die Beine stellen. Sp&auml;testens Mitte 2012 soll sie ihre Arbeit aufnehmen und zwei Jahre sp&auml;ter voll funktionsf&auml;hig sein. [&hellip;]<br>\nDie neue Agentur soll sich zun&auml;chst um L&auml;nderratings k&uuml;mmern und dann nach und nach auch das Know-how f&uuml;r Bonit&auml;tseinsch&auml;tzungen von Unternehmen aufbauen. [&hellip;] Die politischen Signale waren zuletzt eindeutig. Unter anderem haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), FDP-Fraktionschef Rainer Br&uuml;derle und das Europaparlament f&uuml;r die Gr&uuml;ndung einer europ&auml;ischen Agentur als Gegengewicht zu den drei US-Firmen starkgemacht. [&hellip;]<br>\nAllerdings gibt es auch Stimmen, die Ratingagenturen generell f&uuml;r kritisch halten. Nach Ansicht von Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI), ist die Stunde gekommen, &bdquo;in der die Macht der Agenturen brachial gebrochen werden muss&ldquo;. Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) fordert, den Agenturen ihren Einfluss zu entziehen. Auch dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger geht die Macht der Agenturen viel zu weit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/roland-berger-gegen-moodys\/4322280.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die ideologische Ausrichtung von Roland Berger ist bekannt. Berger und sein Unternehmen haben sich in der Vergangenheit so stark wie kaum ein anderer Akteur mit neoliberaler Politikberatung einen Namen gemacht. Es w&auml;re mehr als &uuml;berraschend, wenn eine Ratingagentur aus dem Hause Berger den Fokus nicht auf Austeri&auml;tsprogramme und marktliberale Reformen legen w&uuml;rde. Als Ratingagentur haben die Mannen um Berger jedoch einen ganz anderen Hebel auf die Politik, da ein negatives Rating nicht nur sehr hohe Refinanzierungskosten mit sich bringt, sondern &ndash; wie am Beispiel Griechenland zu sehen ist &ndash; ganze Volkswirtschaften in den Abgrund ziehen kann. Wer eine solche Machtkonzentration in die H&auml;nde von Roland Berger legt, macht den Bock zum G&auml;rtner. Es erscheint jedoch mehr als unwahrscheinlich, dass eine Politikberatung mit gro&szlig;er N&auml;he zur deutschen Politik, den europ&auml;ischen Segen bekommt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>H. J. Bontrup &ndash; Produktivit&auml;tszuwachs &ndash; f&uuml;r wen?<\/strong><br>\nFritz Vilmar, Professor f&uuml;r Politische Wissenschaften an der Freien Universit&auml;t Berlin, warnte die Gewerkschaftsf&uuml;hrung schon 1975 auf dem Gipfel der damaligen Weltwirtschaftskrise vor den Folgen unterlassener kollektiver Arbeitszeitverk&uuml;rzungen. Reine Wachstumsstrategien w&uuml;rden zuk&uuml;nftig eine vollbesch&auml;ftigte Wirtschaft nicht mehr garantieren k&ouml;nnen. Die Produktivit&auml;tsraten &uuml;berstiegen die realen Wachstumsraten, so da&szlig; selbst bei einem demographisch konstanten Arbeitsangebot das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen zur&uuml;ckgehen werde. 1983 wiederholte Vilmar noch einmal die Warnung: &raquo;Wenn schwerwiegende Gef&auml;hrdungen unserer Gesellschaft vermieden werden sollen, mu&szlig; (&hellip;) in Zukunft Arbeitszeitverk&uuml;rzung das wesentliche Mittel sein, um den jetzt und k&uuml;nftig Arbeitslosen die M&ouml;glichkeit zu geben, sich wieder in den Arbeitsproze&szlig; eingliedern zu k&ouml;nnen.&laquo; Er sollte mit seinen Warnungen Recht behalten. Wesentliche kollektive Arbeitszeitverk&uuml;rzungen unterblieben, die Arbeitslosenzahlen stiegen seit der Wirtschaftskrise 1974\/75 fast kontinuierlich an, und die Gewerkschaften waren immer weniger in der Lage, in den Tarifverhandlungen zumindest den verteilungsneutralen Spielraum &ndash; gemessen an der Produktivit&auml;ts- und Inflationsrate &ndash; zu nutzen. Von der alten gewerkschaftlichen Forderung nach Umverteilung von oben nach unten zu Gunsten der gesamtwirtschaftlichen Lohnquote spricht in den Gewerkschaften heute kaum noch jemand, obwohl die Verm&ouml;gensverteilung in Deutschland immer ungleicher geworden ist (das reichste Zehntel der Bev&ouml;lkerung im Alter ab 17 Jahren verf&uuml;gt &uuml;ber mehr als 60 Prozent des Gesamtverm&ouml;gens). Unter dem Druck der Massenarbeitslosigkeit verloren die Gewerkschaften rapide an Durchsetzungskraft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/4e05ae02031dd\/1.phtml\">Ossietzky<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Euro-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Griechen bringen Geld ins Ausland<\/strong><br>\n&bdquo;In Griechenland gibt es so gut wie kein privates Millionen-Verm&ouml;gen mehr, das nicht zumindest zum Gro&szlig;teil l&auml;ngst ins Ausland verbracht worden w&auml;re. Was jetzt in Deutschland, &Ouml;sterreich, Australien und anderswo ankommt, ist das Geld der Mittelschicht&ldquo;, sagte der renommierte Verm&ouml;gensverwalter und Griechenland-Kenner Bert Flossbach der Wirtschaftswoche. Nach Sch&auml;tzungen von Bankenkreisen betrug das Volumen der Kapitalflucht im Mai rund&nbsp; vier Milliarden Euro, doppelt so viel wie noch im April. Laut griechischer Notenbank gingen die privaten Geldeinlagen bei griechischen Banken von Januar 2010 bis April 2011 um gut 31 Milliarden Euro auf 165,5 Milliarden Euro zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik-weltwirtschaft\/griechen-bringen-geld-ins-ausland-470865\/\">Wirtschaftswoche<\/a><\/li>\n<li><strong>Italien &ndash; Entscheidung &uuml;ber Sparpaket f&auml;llt am Donnerstag<\/strong><br>\nDas italienische Regierungskabinett will nach Angaben von Ministerpr&auml;sident Silvio Berlusconi am Donnerstag ein Sparpaket zur Haushaltssanierung verabschieden. Zuvor sollen am Dienstag die Koalitionsspitzen bei einem Treffen hierzu eine politische Einigung erzielen, sagte Berlusconi am Freitag in Br&uuml;ssel. Das Paket soll es dem hoch verschuldeten Land erm&ouml;glichen, 2014 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Die Verabschiedung des Pakets ist ein wichtiger<br>\npolitischer Test f&uuml;r Berlusconi, der zuletzt einige Wahlschlappen einstecken musste.<br>\nInsgesamt hat das Paket ein Volumen von 43 Milliarden Euro, wie Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters berichteten. In diesem Jahr sollen drei Milliarden Euro eingespart werden, 2012 rund f&uuml;nf Milliarden, 2013 rund 20 Milliarden und 2014 noch einmal 15 Milliarden, wie es weiter hie&szlig;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/entscheidung-ueber-sparpaket-faellt-am-donnerstag\/4322640.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Tanz nach der Pfeife der drei Ratingagenturen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Slowenien &ndash; Juncker fordert &ldquo;brutale&rdquo; Einsparung<\/strong><br>\nDer Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, hat nach Medienberichten von Slowenien &bdquo;sofortige und brutale Ma&szlig;nahmen&ldquo; verlangt, um seine &ouml;ffentlichen Finanzen in Ordnung zu bringen. Juncker habe vor slowenischen Journalisten in Br&uuml;ssel bedauert, dass die Rentenreform der Regierung mit deutlichen Einsparungen gescheitert sei, und jetzt andere Sparma&szlig;nahmen gefordert, berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA am Freitag in Ljubljana.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/juncker-fordert-brutale-einsparung\/4322410.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Juncker hat wohl noch nie von &ldquo;Demokratie&rdquo; &ndash; Herrschaft des Volkes &ndash; geh&ouml;rt, oder sie ist ihm egal. Wie kann ein einzelner Mann es wagen, so in einen fremden Staat hineinregieren zu wollen, mal ganz abgesehen von der indiskutablen Forderung?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.K:<\/strong> Diese Meldung finde ich bemerkenswert. Sie zeigt, dass die EU als politische Institution zur Krisenl&ouml;sung gerade auch in den sogenannten PIGS L&auml;ndern rein gar nichts beizutragen hat, sondern nur auf ihrem neoliberalen Dogma herumreiten kann.<\/em><br>\n<em>Ist Junckers so d&auml;mlich oder tut er nur so? Die volkswirtschaftlichen Folgen des aberwitzigen Sparkurses in Spanien und Griechenland sind doch offensichtlich. Auch das Demokratieverst&auml;dniss dieses Herren ist interessant. &ldquo;Zuvor war die Rentenreform der Regierung bei einer Volksabstimmung mit &uuml;berdeutlicher Mehrheit abgelehnt worden.&rdquo; Dies scheint f&uuml;r Junckers offenbar keine Relevanz zu haben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Robert Reich &ndash; The Truth About the Economy in 2 Minutes and 15 Seconds<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/robertreich.org\/post\/6595110483\">Robert Reich<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die USA: Land der unbegrenzten Ungleichheit<\/strong><br>\nDie USA sind auf dem besten Weg, zur ungleichsten Gesellschaft unseres Planeten zu werden. Eine umfangreiche Wirtschaftsanalyse letzte Woche in der Washington Post beweist diesen Trend mit &uuml;berw&auml;ltigender Klarheit. Sie lotet den wachsenden Graben zwischen den Wohlhabenden und dem Rest der Gesellschaft aus.<br>\nDie Studie tr&auml;gt den Titel &ldquo;Die Zunahme von Arbeitspl&auml;tzen und Einkommen unter Spitzenverdienern und die Ursachen der wachsenden Einkommens-Ungleichheit: Was die US-Steuerstatistik zeigt&ldquo;. Sie stammt von den beiden Wirtschaftswissenschaftlern, Jon Bakija vom Williams College und Bradley Heim von der Universit&auml;t von Indiana, in Zusammenarbeit mit Adam Cole vom Amt f&uuml;r Steueranalysen im US-Finanzministerium.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wsws.org\/de\/2011\/jun2011\/usa-j25.shtml\">WSWS<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/web.williams.edu\/Economics\/wp\/BakijaColeHeimJobsIncomeGrowthTopEarners.pdf\">Jobs and Income Growth of Top Earners and the Causes of Changing Income Inequality: Evidence from U.S. Tax Return Data [PDF &ndash; 454 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Nur noch Privatpatienten im Wartezimmer?<\/strong><br>\nDie gro&szlig;e Mehrheit der Menschen in Deutschland erwartet, da&szlig; jede und jeder im Falle einer Erkrankung oder eines ernsthaften k&ouml;rperlichen Gebrechens Zugang zu angemessener medizinischer und therapeutischer Versorgung hat. In der schwarzgelben Koalition ist das Gesundheitswesen fest in der Hand der FDP. Der zust&auml;ndige Bundesminister war bis vor kurzem Philipp R&ouml;sler, Nachfolger ist sein Parteifreund Daniel Bahr. R&ouml;sler ist zwischenzeitlich zum Vorsitzenden der FDP aufgestiegen und leitet jetzt das Wirtschaftsministerium. Seine Partei scheint ihm zuzutrauen, den Neoliberalismus m&ouml;glichst in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens voranzutreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/12-2011&amp;textfile=1467\">Ossietzky<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Skandalversicherer<\/strong><br>\nDie Ergo-Versicherung macht mit Sexreisen Schlagzeilen und zockt Kunden ab. Das Schlimmste ist: Andere arbeiten genauso&hellip;<br>\nAber das ist l&auml;ngst nicht alles. Zwei weitere Eklats betreffen die Kunden sehr wohl: Die Ergo hat bei Riestervertr&auml;gen h&ouml;here Kosten von den Kunden einkassiert, als auf ihren Formularen stand &ndash; &uuml;ber sechs Jahre. Und sie gibt sogar zu: Sie habe seit 2005 von den zu niedrigen Zahlen auf den Formularen gewusst. Nur ge&auml;ndert hat sie diese nicht&hellip;<br>\nDie sechs Jahre Bummelei k&ouml;nnten die Ergo teuer kommen. Strafrechtler sehen darin einen &bdquo;vors&auml;tzlichen fortgesetzten Betrug&ldquo;. Deshalb will die Versicherung nun vorauseilend nachbessern und k&uuml;ndigte an, die 14.000 betroffenen Riesterkunden w&uuml;rden entsch&auml;digt.<br>\nKostenbremse f&uuml;r Riestervertr&auml;ge&hellip;<br>\nWas Kleinlein noch bemerkenswerter findet: &bdquo;Bisher kenne ich die Ergo nicht mal als einen der schlimmsten Anbieter. Da gibt es eine Reihe, die noch viel kreativer sind, wenn es darum geht, die Fallstricke eines Vertrages zu verstecken.&ldquo; Der Marktf&uuml;hrer Allianz etwa sei besonders einfallsreich bei der &Uuml;berschussbeteiligung. Bei der Riester-Rente Klassik &bdquo;haben Sie als Wenigverdiener oder Kinderreicher keine Chance zu erkennen, dass Sie wohl niemals Kosten&uuml;bersch&uuml;sse erhalten&ldquo;, sagt er. Ohnehin schlagen die Unternehmen bei den Riesterrenten so &uuml;ppig zu, dass die Kosten h&ouml;her sind als die Zulagen vom Staat, monieren Verbrauchersch&uuml;tzer schon l&auml;nger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31151\/ergo-und-die-sex-party-der-skandalversicherer-30448167.html\">FAZ.NET<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Altersarmut in Deutschland<\/strong><br>\nVor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von L&uuml;cken im Erwerbsverlauf, l&auml;ngeren Ausbildungsdauern als auch prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen &ndash; in denen Frauen &uuml;berdurchschnittlich vertreten sind &ndash; unter den derzeitigen Erwerbspersonen gehen wir davon aus, dass das Ph&auml;nomen der Altersarmut in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen kann. Dem werden die Riesterrente und andere Formen privater Vorsorge sowie die weitere Ver&auml;nderung der Haushaltsstrukturen hin zu mehr Paarhaushalten entgegen wirken. Diese Effekte werden aber das grunds&auml;tzliche Problem eines generell absinkenden Rentenniveaus in Verbindung mit sinkenden Anwartschaften f&uuml;r breite Teile der Erwerbsbev&ouml;lkerung wahrscheinlich nur mildern k&ouml;nnen.<br>\nDer weitere Ausbau der privaten Alterssicherung sorgt bisher nicht f&uuml;r einen gr&ouml;&szlig;eren Schutz vor Altersarmut, da insbesondere private Rentenvertr&auml;ge &ndash; wie die Riesterrente &ndash; vor allem von Personen am oberen Rand der Einkommensverteilung in Anspruch genommen werden. Bezieher von niedrigen Einkommen nehmen sie nur unterdurchschnittlich h&auml;ufig in Anspruch [&hellip;]<br>\nNeben punktuellen Reformma&szlig;nahmen sollten grundlegende Reformen nicht aus der Diskussion ausgeschlossen werden. So k&ouml;nnte eine Weiterentwicklung der GRV hin zu einer Erwerbst&auml;tigenversicherung diskutiert werden, bei der auch Selbst&auml;ndige einbezogen w&auml;ren. Man k&ouml;nnte sogar an noch weitergehende Reformmodelle denken, wie zum Beispiel das eines universellen Alterssicherungssystems mit allgemeiner Versicherungspflicht in der GRV in Kombination mit einer Mindestrente oberhalb des Niveaus der Grundsicherung gedacht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php\/375486\">DIW [PDF &ndash; 701 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Leider geht das DIW in seiner Analyse nicht darauf ein, dass die Einf&uuml;hrung der Riesterrente mit einer Senkung des Rentenniveaus der GRV einherging. Die Riesterrente ist somit nicht nur kein Schutz vor Altersarmut, da sie von den gef&auml;hrdeten Einkommensgruppen kaum in Anspruch genommen wird, sondern vielmehr ein Faktor, der zumindest indirekt mit f&uuml;r die wachsende Gefahr der Altersarmut mit verantwortlich ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wirrwarr wegen des Stresstests<\/strong><br>\nDie Deutsche Bahn hat den Stresstest f&uuml;r den Bahnhofsneubau Stuttgart 21 wohl &ldquo;irgendwie&rdquo; bestanden. Das sagte Baden-W&uuml;rttembergs Verkehrsminister der FR. [&hellip;]<br>\nInzwischen rudert das baden-w&uuml;rttembergische Verkehrsministerium aber wieder zur&uuml;ck. Es zitiert jetzt den Minister in einer Pressemitteilung mit den Worten: &bdquo;Die Ergebnisse des Stresstests zum Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 liegen dem Verkehrsministerium Baden-W&uuml;rttemberg noch nicht vor&ldquo;. Der baden-w&uuml;rttembergische Umweltminister Franz Untersteller (Gr&uuml;ne) erkl&auml;rte, das Bahn-Projekt habe den Stresstest noch nicht bestanden. Der Test werde erst Mitte Juli ver&ouml;ffentlicht, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Als n&auml;chster Schritt solle dann ein Volksentscheid stattfinden, bei dem die Gr&uuml;nen daf&uuml;r werben w&uuml;rden, dass der Kopfbahnhof in Stuttgart erhalten bleibe und ausgebaut werde. Dies sei die billigere und verkehrstechnisch bessere L&ouml;sung. F&uuml;r die Gr&uuml;nen gebe es daher keinen Grund, ihre Position zu &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/spezials\/stuttgart-21\/wirrwarr-wegen-des-stresstests\/-\/4767758\/8594734\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Atompolitik nach Fukushima: Die nukleare Selbstdemontage <\/strong><br>\nWie schlimm eine Atomkatastrophe ist, ob es &uuml;berhaupt eine ist, l&auml;sst sich nicht an der Zahl der Toten festmachen &ndash; das ist eine, vielleicht die wichtigste Lehre der Havarie des japanischen Atomkraftwerks Fukushima. Anfangs, kurz nach dem 11. M&auml;rz, war eines der g&auml;ngigen Argumente gegen die Benutzung des Begriffs Nuklearkatastrophe der Vergleich mit jenen Tausenden Toten, die in der doppelten Naturkatastrophe Erdbeben und Tsunami in Japan ihr Leben lie&szlig;en. Eine t&ouml;richte Gegen&uuml;berstellung. Wie absurd sie ist, zeigt ein Vergleich, der inzwischen in diversen Internetforen kursiert: In Deutschland seien in k&uuml;rzerer Zeit mehr Menschen an dem Darmkeim Ehec gestorben als Kraftwerksarbeiter in Fukushima verstrahlt wurden.<br>\nSo kann man mit dem historischen Versagen, f&uuml;r das Fukushima mittlerweile steht, nicht umgehen. Millionen Menschen evakuiert, fast tausend Quadratkilometer Land auf unabsehbare Zeit unbewohnbar und eine Nation, die sich erfreulich konsequent, aber auch gelegentlich argloser als jedes andere Land als Hort wissenschaftlicher Rationalit&auml;t gesehen hat, ist in den Sog diffuser Strahlen&auml;ngste geraten. Mit dieser Beschreibung kommt man der nuklearen Trag&ouml;die Japans schon n&auml;her. Und nur so versteht man vielleicht auch, weshalb w&auml;hrend der Wiener Konferenz der Internationalen Atomenergiebeh&ouml;rde zu Fukushima in dieser Woche viele der alten Strukturprobleme der Atombranche immer noch nicht gel&ouml;st worden sind. Die Branche f&uuml;rchtet die Wahrheit. Und was daraus gemacht wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30351\/atompolitik-nach-fukushima-die-nukleare-selbstdemontage-30448007.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Datengier<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Datenhamster Sachsenpolizei: Nicht nur Funkdaten wurden abgegriffen, auch Busfahrer wurden ausgefragt<\/strong><br>\nWas geschah da wirklich am 19. Februar hinter den Kulissen? Welche Ziele verfolgte die Dresdner Polizei tats&auml;chlich? War die massenhafte Aussp&auml;hung von Handy-Daten Teil einer geradezu exzessiven Sammelfreude der s&auml;chsischen Polizei? &ndash; Die Vermutung legt eine Zahl nahe, die die Gr&uuml;nen verlautbaren: 7.217.989 Datens&auml;tze.<br>\nDiese 7.217.989 Datens&auml;tze existierten schon im Sommer 2009 bei der s&auml;chsischen Polizei. Theoretisch besitzt Sachsens Polizei zu jedem Sachsen 1,7 Personendatens&auml;tze in der Integrierten Vorgangsbearbeitung (IVO). Das ergaben kleine Anfragen des Abgeordneten Johannes Lichdi damals. Sie ist zwar schon &auml;lter. Aber der massenhafte Zugriff auf Verbindungsdaten im Umfeld der Dresdener Demonstrationen vom 19. Februar deutet darauf hin, dass die Polizei des Freistaats ihren Sammeleifer seither keineswegs gebremst hat. Im Gegenteil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/Politik\/Sachsen\/2011\/06\/Sachsenpolizei-Nicht-nur-Funkdaten-abgegriffen-auch-Busfahrer-ausgefragt.html\">Leipziger Internetzeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Offenbar ganz Dresden &uuml;berwacht<\/strong><br>\nDie massenhafte Handy&uuml;berwachung in Dresden hat weit gr&ouml;&szlig;ere Dimensionen als bislang zugegeben. In dem am Freitag ver&ouml;ffentlichen Bericht des S&auml;chsischen Innen- und Justizministeriums an Ministerpr&auml;sident Stanislaw Tillich (CDU) wird die Erfassung von weiteren 896.072 Mobilfunk-Verbindungsdaten einger&auml;umt. Damit steigt die Zahl der insgesamt erfassten Daten auf &uuml;ber eine Million.<br>\nIn dem sechsseitigen Papier bleibt zu diesem zweiten Fall von fl&auml;chendeckender Handy&uuml;berwachung vieles wolkig. Etwa auf welchen Bereich und welchen Zeitraum sich diese Abfrage erstreckt hat. Lediglich vom 18. und 19. Februar ist die Rede. Der Erhebung liege der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zugrunde, sagte Justizminister J&uuml;rgen Martens (FDP). Konkreter wurde er nicht. Die Daten gingen zun&auml;chst an das Landeskriminalamt; dort sind sie noch immer gespeichert und werden &ldquo;aktuell weiter ausgewertet&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Bericht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/schwerpunkt-ueberwachung\/artikel\/1\/offenbar-ganz-dresden-ueberwacht\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Polizeiliche Datengier: Teheran, Damaskus, Minsk &ndash; Dresden <\/strong><br>\nMan h&ouml;rt es in den Nachrichten, aus L&auml;ndern wie Iran, Syrien oder Weissrussland: Politische Demonstrationen, dem Staat nicht ganz genehme Gruppen protestieren. Sicherheitskr&auml;fte zwingen die Mobilfunkanbieter, die Daten dar&uuml;ber herauszur&uuml;cken, welche Telefone sich w&auml;hrend der Kundgebung in welcher der &ouml;rtlichen Mobilfunkzellen aufgehalten haben, mit wem und wann sie telefoniert, mit wem sie SMS ausgetauscht, wo sie sich aufgehalten haben. Nat&uuml;rlich wird mitgeliefert, wem welches Telefon geh&ouml;rt. Sp&auml;ter werden die Daten ausgewertet, um Kommunikationsprofile zu erstellen, Gruppenstrukturen zu ermitteln und besonders missliebige Teilnehmer zu verfolgen. Der Ort dieser Geschichte ist aber nicht Teheran, Damaskus oder Minsk, die Hauptstadt der wei&szlig;russischen Diktatur. Es ist Dresden, die Hauptstadt des Freistaates Sachsen, mit einem demokratisch gew&auml;hlten Innenminister. Und es ging nicht um Revolten, es ging vielmehr um eine von dutzenden Initiativen, Vereinen und Parteien getragene, geradezu zivilgesellschaftlich vorbildliche Demonstration gegen Rechtsradikale, die durch die Stadt ziehen wollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30833\/polizeiliche-datengier-teheran-damaskus-minsk-dresden-30446733.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Heribert Prantl &ndash; Pr&auml;vention hei&szlig;t weiterdenken<\/strong><br>\nInnenminister Friedrich l&auml;dt zum &ldquo;Pr&auml;ventionsgipfel&rdquo; &ndash; und beweist zugleich, warum sich die Politik mit tats&auml;chlicher Pr&auml;vention so schwertut. Denn der CSU-Mann setzt die Priorit&auml;ten falsch: Bei einem solchen Treffen sind nicht Salafismus-, sondern Bildungsexperten wichtig. Doch die waren nicht eingeladen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/vorbeugen-gegen-die-radikalisierung-junger-muslime-praevention-ist-wenn-man-weiterdenkt-1.1112282\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Metall-Diebst&auml;hle bei der Bahn um 50 Prozent gestiegen<\/strong><br>\nDiebe haben es auf Kupferkabel, Oberleitungen und Schienen der Deutschen Bahn abgesehen: Die Zahl der Raube beim Staatskonzern ist nach SPIEGEL-Informationen seit 2009 drastisch gestiegen &ndash; vor allem in sozial schwachen Regionen nehmen die Taten zu. [&hellip;]<br>\nGeklaut wurden 2010 demnach: 347.294 Kilo Kupfer, 675.570 Kilo Stahl, 2399 Kilo Aluminium sowie 1.185.748 Kilo andere Metalle wie etwa Messing, Bronze oder Rotguss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,770594,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kniefall vor der Staatsr&auml;son<\/strong><br>\nDie tonangebenden Medien von FAZ bis zur taz versuchen immerzu, der ungeliebten Linkspartei alle m&ouml;glichen Stolpersteine und Fallen in den Weg zu legen, um sie zumindest in Westdeutschland wieder aus den Landtagen zu vertreiben. Besonders erfolgversprechend erscheint ihnen der Vorwurf des Antisemitismus, auf den die Akteure des ideologischen Streits in der Partei mit gro&szlig;er Nervosit&auml;t reagieren &ndash; als m&uuml;&szlig;te sich die Linke in Deutschland vor der Rechten f&uuml;r den Holocaust rechtfertigen. Die uneingeschr&auml;nkte Solidarit&auml;t mit den USA und mit Israel, nicht mit den Menschen dort, sondern mit den politisch Herrschenden, geh&ouml;rt zu den Kernelementen (west-)deutscher Au&szlig;enpolitik, die von Kanzlerin Merkel anl&auml;&szlig;lich ihrer Knesset-Rede zum 60-j&auml;hrigen Bestehen des Staates Israel zur &raquo;Staatsr&auml;son&laquo; erhoben wurde und damit so etwas wie Verfassungsrang erhalten hat.<br>\nDas Verh&auml;ltnis zu Israel ist das St&ouml;ckchen, das die Herrschenden, die ihnen verbundenen Medien, die sich links f&uuml;hlenden &raquo;Antideutschen&laquo; und wer auch immer der Linken hinhalten, damit sie es artig entweder &uuml;berspringt oder beim Sprungversuch auf die Nase f&auml;llt. Dumm nur, da&szlig; es auf Seiten der Linken eine Reihe von Leuten in h&ouml;heren Positionen gibt, die auf Teufel komm raus Anschlu&szlig; zu den etablierten Kr&auml;ften dieser Republik suchen, sei&lsquo;s weil sie von der Gedankenwelt der Bourgeoisie angesteckt wurden, sei&lsquo;s weil sie einen realpolitischen Zugang zum Mitregieren vermuten. Aber jede Anpassung, die ideologische und die machtpolitische, endet in einer Sackgasse, in der die Linke als gesellschaftspolitische Alternative zerrieben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/4e05adf5bac1a\/1.phtml\">Ossietzky<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Wut der Quandts<\/strong><br>\nPlanwirtschaft, Planlosigkeit, Hysterie: BMW-Gro&szlig;aktion&auml;r und Milliard&auml;r Stefan Quandt spricht sich in Rage und kritisiert die Regierungspolitik.<br>\nF&uuml;r Kanzlerin Merkel wird die Distanz des Wirtschaftsb&uuml;rgertums gef&auml;hrlich&hellip;<br>\nV&ouml;llig &uuml;berraschend nutzte Stefan Quandt dann aber seinen Auftritt zu einer Generalabrechnung mit der Regierungspolitik und der Art und Weise, wie Schwarz-Gelb den Atomausstieg verstolpert habe. &bdquo;Planwirtschaft&ldquo; und &bdquo;Planlosigkeit&ldquo; h&auml;tten sich im hastig herbeigef&uuml;hrten Ausstiegsbeschluss<br>\n(&bdquo;Aktionismus&ldquo;) in &bdquo;unheilvoller Weise&ldquo; vermischt, klagte der Unternehmer und gei&szlig;elte &bdquo;Hysterie und &uuml;berst&uuml;rzte Reaktionen&ldquo;.<br>\nF&uuml;r Angela Merkel (CDU) ist die zunehmende Distanz des Wirtschaftsb&uuml;rgertums brandgef&auml;hrlich. Die Kanzlerin muss nicht nur um den R&uuml;ckhalt ihrer W&auml;hler f&uuml;rchten, sondern auch um finanzielle Unterst&uuml;tzung durch ihre verm&ouml;gende Stammklientel. Stefan Quandt (nebst Schwester Susanne Klatten und Mutter) geh&ouml;rt seit Jahren regelm&auml;&szlig;ig zu den Hauptsponsoren der Union. Zuletzt gingen von der Familie auf dem Konto der CDU im Herbst 2009 nach dem Start von Schwarz-Gelb 450.000 Euro ein. Seither ist der Spendenfluss versiegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C32552\/bmw-grossaktionaer-die-wut-der-quandts-30448505.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> In einer Demokratie z&auml;hlt eigentlich jede Stimme gleich viel und werden Mehrheitsentscheide anhand der numerischen Stimmenzahl gef&auml;llt. Die FAZ geht aber implizit davon aus, dass die Stimme eines Milliard&auml;rs dann doch erheblich wichtiger ist als die Stimme aller anderen und dass Unternehmer auch dank j&auml;hrlicher Halb-Millionen-Euro-Spende berechtigt sind, ihre Interessen in der Politik durchzusetzen. Das ist ein interessantes Politik-Konzept, offen und gelassen ausgesprochen, hat mit Demokratie im herk&ouml;mmlichen Sinne aber nichts mehr zu tun.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Steinbr&uuml;ck arbeitet an seiner Kanzlerkandidatur<\/strong><br>\nGeheimtreffen mit Generalsekret&auml;rin Nahles &ndash; ohne Gabriel<br>\nEin Mann l&auml;uft sich warm. Offiziell sitzt Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck nur noch als einfacher SPD-Abgeordneter im Bundestag. Inoffiziell bereitet er seine Kanzlerkandidatur 2013 vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/peer-steinbrueck\/arbeitet-an-seiner-kanzler-kandidatur-18528090.bild.html\">Bild<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu: <a href=\"\/?p=9830\">Die Systemfrage ist gestellt &ndash; sichtbar an der Entscheidung &uuml;ber den SPD-Kanzlerkandidaten durch die Finanzwirtschaft: Peer Steinbr&uuml;ck<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Massig Klasse<\/strong><br>\nDie Exzellenz-Unis haben viele Doktoranden angelockt. Wohin mit ihnen?<br>\nW&uuml;rde jemand Frank Kr&auml;mer fragen, wo er sich in zehn Jahren sieht, w&uuml;sste er keine Antwort. Erst einmal soll Ende des Jahres seine Dissertation fertig sein. Thema: das 13. Jahrhundert und die mongolischen Eroberungen im Vorderen Orient. Anschlie&szlig;end w&uuml;rde Kr&auml;mer gern eine Wissenschaftskarriere einschlagen. Doch wie das gehen soll, wei&szlig; er noch nicht. &raquo;Mir sind einige F&auml;lle bekannt, in denen der erste Weg nach fertiggestellter Promotion direkt zum Arbeitsamt und in Hartz IV f&uuml;hrte&laquo;, sagt er. Dabei hat Kr&auml;mer Spitzenvoraussetzungen, promoviert er doch am Exzellenzcluster &raquo;Asien und Europa&laquo; in Heidelberg, einem von sechs geisteswissenschaftlichen Forschungsverb&uuml;nden dieser Art. Die Cluster sind neben den gef&ouml;rderten Graduiertenschulen die Eliteschmieden der Exzellenzinitiative. F&uuml;r die einen wahre Reputationsmaschinen. F&uuml;r andere Doktorenfabriken ohne Zukunftsperspektiven.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/26\/C-Promotion\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Tausende Studienpl&auml;tze werden nicht vergeben<\/strong><br>\nChaos bei der Platzvergabe: Der Ansturm auf die Unis ist zu diesem Semesterbeginn besonders gro&szlig;. Dennoch werden viele Studienpl&auml;tze, f&uuml;r die ein NC gilt, nicht verteilt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/studium\/hochschule\/2011-06\/studienplaetze-zulassungschaos\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Forschen f&uuml;r die Deutsche Telekom<\/strong><br>\nAcht Professoren und 180 Mitarbeiter der Technischen Universit&auml;t Berlin arbeiten f&uuml;r die Deutsche Telekom. Die Forschungsabteilung eines Unternehmens auf einem &ouml;ffentlich finanzierten Campus &ndash; das ist nicht nur kein Einzelfall, das ist vielmehr die Zukunft. Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekret&auml;rin im CDU-gef&uuml;hrten Bundesministerium f&uuml;r Bildung, Wissenschaft und Forschung k&uuml;ndigte Mitte Juni auf einer Konferenz des unternehmensnahen Stifterverbands f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft an, dass die Bundesregierung solche &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaften mit einer neuen F&ouml;rderinitiative &ldquo;Forschungscampus&rdquo; unterst&uuml;tzen wolle. Als Vorbild nannte sie die T-Labs der Telekom-AG. Solche An-Institute wie die T-Labs sind privatrechtlich organisierte Einrichtungen, die &ouml;konomische und univerisit&auml;re Interessen vernetzen. Feste Spielregeln f&uuml;r die Zusammenarbeit gibt es nicht, jede Hochschule setzt eigene Vertr&auml;ge auf. Die Vertretung der Hochschulen, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) begr&uuml;&szlig;te im Jahr 1993 die Gr&uuml;ndung solcher An-Institute als additive Forschungseinrichtungen.<br>\nWelche Bl&uuml;ten die Zusammenarbeit treiben kann, zeigte ein Vertrag der TU Berlin mit der Deutschen Bank, den die taz im Mai ver&ouml;ffentlichte. Darin sicherte sich die Deutsche Bank weitreichende Mitspracherechte zu, etwa bei der Besetzung von Professuren. So weit gehen die Telekom-Vertreter bei der Gr&uuml;ndung der T-Labs im Jahr 2005 nicht. Doch auch die Telekom sichert sich Mitsprache, so etwa bei der Berufung von Professoren, die als Kernst&uuml;ck der Wissenschaftsfreiheit gilt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F06%2F25%2Fa0132&amp;cHash=c0ad8eff5d\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>&Uuml;ber das Spektakul&auml;re an &raquo;Spiegel online&laquo;<\/strong><br>\n&rsaquo;Spiegel online&lsaquo; ist bei den meisten unserer Redakteure noch Startseite, gab [der Chef von Sueddeutsche.de] Jakobs zu &hellip; &rsaquo;F&uuml;r viele Leute ist diese Website das Ma&szlig; aller Dinge&lsaquo;, so der Redaktionsleiter von Tagesschau.de&laquo;, so die Website der Fakult&auml;t&hellip;<br>\nDenn Netzjournalismus, sofern er aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden und mit Blick auf Breitestwirkung betrieben wird, ist nicht irgendein Abfallprodukt f&uuml;r die Generation Smartphone, f&uuml;r das ihn der soignierte Qualit&auml;tszeitungsleser immer noch halten mag: Er ist, ganz im Gegenteil, Destillat, die Essenz von Journalismus als Gesch&auml;ft&hellip;<br>\nUnd so gilt der erste Blick des Qualit&auml;tszeitungsredakteurs am Morgen der Spiegel-Seite, und da ein Qualit&auml;tszeitungsredakteur von dem lebt, was man ihm vorbetet, dauert es nicht lang, und alles klingt, wie es klingen mu&szlig;, wenn sich eine Schule erst einmal etabliert hat. &raquo;Die Parole ersetzt das Komplexe, das Schlagwort die Analyse&laquo;&hellip;<br>\nAlso wird nach Kr&auml;ften nachgeplappert und mitgeh&auml;mmert, und es ist, je nach Perspektive, entweder spa&szlig;ig oder niederschmetternd, wie in bspw. der S&uuml;ddeutschen Zeitung, seit &raquo;Spiegel online&laquo; auf Sendung ist und den Takt vorgibt, alles zum dramatisch Drastischen dr&auml;ngt, ob es nun um Ehec-Gurken, Vergewaltigungsprozesse oder Internetverkehr geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.titanic-magazin.de\/stefan-gaertner-leitmedium.html\">Titanic<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Sklavenarbeit f&uuml;r ein paar Cent<\/strong><br>\nJournalisten in Italien gelten inzwischen als billig und leicht zu ersetzen. Ihre Artikel sollen vor allem die Werbung unterbrechen. Nicht wenige l&auml;sst das verzweifeln. [&hellip;]<br>\nIn Italien gibt es etwa 100.000 Journalisten, die im italienischen Presserat eingeschrieben sind. Mehr als die H&auml;lfte davon gilt als prek&auml;r Besch&auml;ftigte. &ldquo;Ihr Zustand &auml;hnelt der Sklaverei&rdquo;, sagt Enzo Jacopino, Pr&auml;sident des Presserats. Diese Menschen unterliegen prek&auml;ren Arbeitsbedingungen, die ihrer Gesellschaft unw&uuml;rdig sind: Sie verdienen zwischen 50 Cent bis 8 Euro pro Artikel. [&hellip;]<br>\nEin von der Mitte-links-Regierung beschlossenes Gesetz schuf 2006 die Tariftabelle der Standesvertretungen ab, deshalb gibt es f&uuml;r die Journalisten kein Grundgehalt mehr. Nat&uuml;rlich steht es ihnen frei, diese Arbeitsbedingungen nicht zu akzeptieren, aber die Konkurrenz ist schonungslos: Es gibt immer einen Kollegen, der ihre Stelle sofort und f&uuml;r noch weniger Geld annehmen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/sklavenarbeit-fuer-ein-paar-cent\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. 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