{"id":98962,"date":"2023-06-08T11:00:43","date_gmt":"2023-06-08T09:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98962"},"modified":"2023-06-08T12:06:57","modified_gmt":"2023-06-08T10:06:57","slug":"plaedoyer-fuer-entspannungspolitik-und-warnung-vor-der-eskalation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98962","title":{"rendered":"Pl\u00e4doyer f\u00fcr Entspannungspolitik und Warnung vor der Eskalation"},"content":{"rendered":"<p>Antworten auf die Frage, warum Europa eine neue Entspannungspolitik braucht, gibt ein k&uuml;rzlich erschienener Sammelband zum Thema Ukraine-Krieg. Darin besch&auml;ftigen sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und aus verschiedenen L&auml;ndern sowie zwei ehemalige deutsche Au&szlig;enpolitiker mit den Ursachen und Folgen des Krieges in und um die Ukraine. &bdquo;Kein Frieden ohne Diplomatie&ldquo; ist auf dem Buchr&uuml;cken zu lesen. Der ehemalige EU-Kommissar G&uuml;nter Verheugen hat das Buch am Dienstag in Berlin vorgestellt. Ein Bericht von <strong>Tilo Gr&auml;ser<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Es ist wieder passiert. Wie in Kriegen zuvor gerieren sich viele Medien im russischen Krieg gegen die Ukraine nicht als Vierte Gewalt, die grunds&auml;tzlich alles infrage stellt, sondern vielfach als Kriegspartei.&ldquo; Das stellt die Kommunikationswissenschaftlerin Sabine Schiffer in ihrem Beitrag im k&uuml;rzlich erschienenen Sammelband <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/ukrainekrieg\/\">&bdquo;Ukrainekrieg &ndash; Warum Europa eine neue Entspannungspolitik braucht&ldquo;<\/a> fest. Sie meinte damit nicht etwa russische Medien, sondern die der westlichen Staaten, einschlie&szlig;lich der Bundesrepublik.<\/p><p>&bdquo;Stimmen, die Zweifel an der milit&auml;rischen Aufr&uuml;stung der Ukraine als alleinigem Mittel gegen den russischen Angriff anmelden, werden seit Kriegsbeginn attackiert&ldquo;, so Schiffer. In den etablierten Medien w&uuml;rden sie im Framing als Unbelehrbare vorkommen, aber nicht als Anlass zu kritischen Recherchen zur Kriegspropaganda. Die Kommunikationswissenschaftlerin attestiert auch den deutschen etablierten Medien &bdquo;Feindbildpflege durch D&auml;monisierung und Doppelstandards&ldquo; sowie &bdquo;Schuldzuweisung statt Recherche&ldquo;.<\/p><p>Das best&auml;tigte am Dienstag in Berlin mit G&uuml;nter Verheugen ein ehemaliger hochrangiger deutscher Politiker. Er stellte gemeinsam mit den beiden Herausgebern Sandra Kostner und Stefan Luft den im Westend-Verlag erschienenen Band vor. Der ehemalige FDP- und SPD-Au&szlig;enpolitiker sowie fr&uuml;here EU-Kommissar w&uuml;nscht sich von den Medien, &bdquo;nicht einfach das zu &uuml;bernehmen, was ihnen angeliefert wird&ldquo;. Ihm drehe sich &bdquo;immer der Magen um&ldquo;, wenn er sehe, wie gezielte Informationen aus US-Geheimdiensten &uuml;ber US-Zeitungen wie &bdquo;New York Times&ldquo; und &bdquo;Washington Post&ldquo; in deutsche und europ&auml;ische Medien gelangen.<\/p><p><strong>Kritische Stimmen diffamiert<\/strong><\/p><p>Verheugen schlug vor, dass solche &bdquo;dubiosen Informationen&ldquo; durch einen freiwilligen Warnhinweis in den Medien gekennzeichnet werden: &bdquo;Achtung! Dieser Beitrag kann Informationen enthalten, die aus dubiosen Quellen stammen. Und die k&ouml;nnen wir nicht unabh&auml;ngig &uuml;berpr&uuml;fen.&ldquo; Er w&uuml;nsche sich au&szlig;erdem &bdquo;mehr kritische Reflexion &uuml;ber das, was geschieht, und nicht die einfache &Uuml;bernahme dessen, was man heute Narrativ nennt&ldquo;.<\/p><p>Zuvor hatte der 79-J&auml;hrige aus eigenem Erleben best&auml;tigt, dass kritische Stimmen schnell als &bdquo;n&uuml;tzliche Idioten im Dienst von Putin oder als Handlanger russischer Interessen&ldquo; diffamiert werden. Das habe er erlebt, als er sich kritisch zur westlichen Politik im Konflikt um die Ukraine &auml;u&szlig;erte. In Berlin stellte er die Frage: &bdquo;Wie wollen wir eigentlich diejenigen nennen, die bedingungslos den politischen Vorgaben und den politischen Interessen der westlichen F&uuml;hrungsmacht folgen?&ldquo;<\/p><p>Der Ex-EU-Kommissar verwies auf die mehr als 810.000 Menschen, die bisher das <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/manifest-f%C3%BCr-frieden\">&bdquo;Manifest f&uuml;r Frieden&ldquo;<\/a> der Gruppe um Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht unterzeichnet haben. Er habe es auch unterschrieben, auch wenn er nicht mit allen Aussagen im Manifest einverstanden sei. Aber es sei notwendig, &bdquo;den Regierenden klarzumachen, dass es eine andere Meinung in diesem Lande gibt&ldquo;. In vielen europ&auml;ischen L&auml;ndern, auch in Deutschland, sei eine Mehrheit der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r Verhandlungen, um den Krieg zu beenden, zeigte sich Verheugen sicher.<\/p><p>Er kenne nur Menschen, die gegen diese Kriegspolitik seien, berichtete er. Doch es sei die Frage, wo au&szlig;erhalb von Regierung und Bundestag jene zu finden sind, die diese Kriegstreiberei f&uuml;r richtig halten. &bdquo;Ich kann sie nicht finden&ldquo;, so Verheugen.<\/p><p><strong>Vorgeschichte als Tabuthema<\/strong><\/p><p>Doch zugleich gebe es keine notwendige Debatte hierzulande dar&uuml;ber, &bdquo;was wir in Deutschland in diesem Krieg zu suchen haben und was wir von diesem Krieg und von seinen Ergebnissen erwarten&ldquo;. Er w&uuml;nsche sich, dass das vorgestellte Buch einen Ansto&szlig; dazu geben k&ouml;nne. Doch das Lager derjenigen in der deutschen Politik, die &bdquo;Russland ruinieren&ldquo; wollen, sei in der Mehrheit und weiche der inhaltlichen Diskussion aus.<\/p><p>Stattdessen werde insbesondere die Vorgeschichte des Krieges tabuisiert, hob Verheugen hervor. Kein Krieg falle einfach vom Himmel oder werde von einem &bdquo;einzelnen Verr&uuml;ckten&ldquo; gef&uuml;hrt, stellte er klar. Aus seiner Sicht hat das aktuelle Geschehen in der Ukraine eine &bdquo;sehr lange Vorgeschichte&ldquo;, die vor mehr als 30 Jahren begonnen habe. Sie habe mit dem gebrochenen Versprechen an die Sowjetunion im Zusammenhang mit der deutschen Einheit angefangen, die NATO nicht nach Osten zu erweitern.<\/p><p>&bdquo;Ich wei&szlig; es aus erster Hand, dass die Zusage gemacht wurde, dass es keine Verschiebung der NATO nach Osten geben wird&ldquo;, sagte Verheugen. Russland habe in den 1990er Jahren aus Schw&auml;che &bdquo;murrend und knurrend&ldquo; die dann doch erfolgte Nato-Osterweiterung akzeptiert. &bdquo;Aber es war ein gebrochenes Versprechen. Damit fing der Weg an, der uns dahin gef&uuml;hrt hat, wo wir heute sind, n&auml;mlich an Stelle gesamteurop&auml;ischer Kooperation ein tiefer Konflikt mitten in Europa, dessen Ende wir nicht absehen k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p><p><strong>Lange vorbereiteter Regime Change<\/strong><\/p><p>Der Westen habe alle roten Linien Moskaus &uuml;berschritten, vor allem jene klar ge&auml;u&szlig;erte zur 2008 angek&uuml;ndigten Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato. Die Warnung davor sei ignoriert worden, so der Ex-EU-Kommissar mit Blick auf die Folgen. Er erinnerte auch an das &bdquo;Schl&uuml;sseljahr 2013\/14&ldquo;: &bdquo;Der Maidan ist auch so eine Geschichte, die bei uns nicht hinterfragt werden darf&ldquo;. Neben dortigen spontanen Demonstrationen sei das Geschehen auf dem zentralen Platz in Kiew &bdquo;auch Teil einer seit l&auml;ngerem vorbereiteten Regime-Change-Operation&ldquo; gewesen. <\/p><p>Die USA seien dabei federf&uuml;hrend gewesen, wovon nicht nur das &bdquo;Fuck the EU&ldquo;-Telefonat von Victoria Nuland zeuge. Aber auch einige EU-Staaten, &bdquo;einschlie&szlig;lich Deutschland&ldquo;, seien an dem Staatsstreich in Kiew im Februar 2014 beteiligt gewesen, stellte Verheugen klar. &bdquo;Dieser Regime Change ist vorbereitet worden und das Maidan-Ergebnis, obwohl ein eindeutiger Verfassungsbruch in der Ukraine, ist auch sofort akzeptiert worden.&ldquo;<\/p><p>Der ehemalige EU-Kommissar, der unter anderem f&uuml;r die EU-Osterweiterung zust&auml;ndig war, berichtete davon, dass er den Kiewer Ex-Pr&auml;sidenten Petro Poroschenko sehr gut kenne. &bdquo;Ich wei&szlig;, was er im Kopf hatte.&ldquo;  Das sei &bdquo;nicht das, was passiert ist. Aber ich wei&szlig; auch, unter welchen Zw&auml;ngen er stand.&ldquo; Verheugen f&uuml;gte erkl&auml;rend hinzu: &bdquo;Sie haben den rechtsradikalen, nationalistischen Geist aus der Flasche gelassen und bis heute haben sie ihn nicht wieder reingekriegt.&ldquo;<\/p><p><strong>&Uuml;berh&ouml;hung des Konfliktes<\/strong><\/p><p>Aber danach d&uuml;rfe nicht gefragt werden und dar&uuml;ber werde nicht gesprochen, stellte er fest. &bdquo;Deshalb ist die Erz&auml;hlung, der wir ausgesetzt sind, eine ganz andere: N&auml;mlich wir befinden uns in einem titanischen Kampf des Guten gegen das B&ouml;se. Die &Uuml;berh&ouml;hung dieses Konflikts zur gro&szlig;en, armageddonhaften Systemauseinandersetzung muss her, damit Unterst&uuml;tzung f&uuml;r dieses Unternehmen erzeugt werden kann.&ldquo;<\/p><p>Doch in den USA werden &bdquo;viel ehrlicher&ldquo; dar&uuml;ber gesprochen, so Verheugen, weil dort das eigene geopolitische Interesse offen benannt werde, &bdquo;Russland nie wieder zu einem m&ouml;glichen Rivalen werden zu lassen&ldquo;. Er selbst habe zwei US-Pr&auml;sidenten im Oval Office des Wei&szlig;en Hauses in Washington erlebt, die ihren Besuchern aus Deutschland und der EU erkl&auml;rten, &bdquo;was Sache ist mit der Ukraine: N&auml;mlich, dass das westliche Ziel darin bestehen muss, sie nicht wieder in den Einflussbereich Russlands fallen zu lassen.&ldquo;<\/p><p>Es sei &bdquo;&uuml;berhaupt nicht um die Frage von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand in der Ukraine&ldquo; gegangen, erinnerte sich Verheugen. &bdquo;Es ging ausschlie&szlig;lich um die Frage: Wie kann man verhindern, dass mithilfe der Ukraine Russland wieder zu einem m&ouml;glichen Systemrivalen wird?&ldquo; Er warnte Deutschland und die EU ausdr&uuml;cklich davor, sich weiter in die dominierende Konfliktbereitschaft der f&uuml;hrenden Kreise der USA hineinziehen zu lassen, auch mit Blick auf China.<\/p><p><strong>&bdquo;Deutschland ist Kriegspartei&ldquo;<\/strong><\/p><p>&bdquo;Bis wohin wollen wir die Eskalation im Ukraine-Krieg treiben lassen?&ldquo;, fragte der Ex-EU-Kommissar wie auch die Herausgeber des vorgestellten Buches. Er rechne damit, dass auch Deutschland noch Kampfjets liefern werde, nachdem in den letzten Monaten alle m&ouml;glichen roten Linien &uuml;berschritten wurden. Es f&uuml;hre kein Weg an der Erkenntnis vorbei: &bdquo;Wir sind Beteiligte an diesem Krieg, nicht nur, wie Habeck gesagt hat, eine Wirtschaftskriegs-Partei. Wir sind in Wahrheit eine Kriegspartei, wesentlich st&auml;rker als seinerzeit im Kosovo.&ldquo;<\/p><p>Deutschland sei das logistische Zentrum f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung der Ukraine. Hier w&uuml;rden ukrainische Soldaten ausgebildet, Munition und Nachschub geliefert ebenso wie Geheimdiensterkenntnisse. Verheugen stellte die Frage, was damit erreicht werden soll. &bdquo;Ist es unser Interesse, Russland und China zum Beispiel zu einem gro&szlig;en eurasischen Block zusammenzuschlie&szlig;en? Ist es unser Interesse, dass sich die gewaltige wirtschaftliche und demographische Macht Chinas mit der gewaltigen nuklearen Macht Russlands verbindet? Das ist wirklich furchterregend. Wir sind im Augenblick dabei, das zu schaffen.&ldquo;<\/p><p>Mit Blick auf die Aussage von Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock (Gr&uuml;ne), Russland ruinieren zu wollen, fragte der erfahrene Au&szlig;enpolitiker: &bdquo;Ist es unser Interesse, eine Super-Nuklearmacht im Chaos versinken zu lassen?&ldquo; Und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Glaubt jemand im Ernst, dass eine im Chaos versinkende atomare Supermacht in unserem Interesse liegt? Ich glaube das jedenfalls nicht. Unser Interesse kann es eigentlich nur sein, alles daran zu setzen, dass eine diplomatische L&ouml;sung gefunden wird, alles daran zu setzen, erst einmal den Weg zu Gespr&auml;chen &uuml;berhaupt freizumachen und dann solche Gespr&auml;che zu f&uuml;hren.&ldquo;<\/p><p><strong>Frieden nur mit Russland m&ouml;glich<\/strong><\/p><p>Verheugen widersprach bei der Buchvorstellung auch vehement der These des SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil, dass Sicherheit in Europa heute nur gegen Russland m&ouml;glich sei. Das f&uuml;hre nur zu einer &bdquo;unendlichen Aufr&uuml;stungsspirale&ldquo; und einem &bdquo;ungehemmten R&uuml;stungswettlauf&ldquo;. Stattdessen forderte er wie die Autoren im Buch eine R&uuml;ckkehr zur Entspannungspolitik ein, weil diese sich am wichtigsten Grundwert orientiere, dem Leben. Es gebe in der internationalen Politik nur eine W&auml;hrung, schrieb er den heutigen deutschen Au&szlig;enpolitikern ins Stammbuch: &bdquo;Diese W&auml;hrung hei&szlig;t Vertrauensw&uuml;rdigkeit.&ldquo;<\/p><p>Vertrauen und Vertrauensw&uuml;rdigkeit k&ouml;nnten nicht hergestellt werden, wenn nicht miteinander geredet werde, stellte er klar. Methoden und Mittel der Entspannungspolitik m&uuml;ssten sich den neuen Verh&auml;ltnissen anpassen. Aber der Grundgedanke sei immer noch derselbe: &bdquo;Kooperation statt Konfrontation, Dialog statt Ausgrenzung, vern&uuml;nftiger Interessenausgleich, gegenseitiger Respekt&ldquo;. F&uuml;r Verheugen geht es darum, die M&ouml;glichkeiten zur Kooperation offenzuhalten, weil seiner Erfahrung nach gesamteurop&auml;ische und kooperative Strukturen m&ouml;glich seien. &bdquo;Irgendwann wird der Krieg zu Ende sein und wir m&uuml;ssen einen Weg finden, wie wir dann in Europa zusammenleben.&ldquo;<\/p><p>In dem vorgestellten Buch sind neben Beitr&auml;gen von Politikwissenschaftlern auch zwei Gespr&auml;che mit anderen ehemaligen Regierungspolitikern zu finden, mit Willy Wimmer (CDU) und Klaus von Dohnanyi (SPD). Wimmer beschreibt, wie die deutsche Politik endg&uuml;ltig &bdquo;im Fahrwasser US-amerikanischer Interessen landete. Auf die Frage, ob es eine tragf&auml;hige Friedensl&ouml;sung f&uuml;r die Ukraine geben kann, sagt er, diese sei nicht m&ouml;glich, wenn die USA an ihren Pl&auml;nen festhalten, Russland aus Europa zu verdr&auml;ngen. <\/p><p>&bdquo;Diese Verdr&auml;ngung ist eine Voraussetzung daf&uuml;r, dass die USA ihre Hegemoniepl&auml;ne umsetzen k&ouml;nnen&ldquo;, so der fr&uuml;here Staatssekret&auml;r im Bundesverteidigungsministerium. &bdquo;Den USA geht es darum, eine gesamteurop&auml;ische Zusammenarbeit, die Russland einbezieht, zu verhindern, weil das ihre Pl&auml;ne durchkreuzen w&uuml;rde.&ldquo;<\/p><p><strong>Chancen f&uuml;r eine L&ouml;sung<\/strong><\/p><p>Dohnanyi sieht die Ursache des Krieges in und um die Ukraine in der Frage ihrer k&uuml;nftigen geopolitischen Einbindung. Darin sieht er zugleich &bdquo;Chancen f&uuml;r eine L&ouml;sung und f&uuml;r Frieden nicht nur in Europa&ldquo;. Und erkl&auml;rt: &bdquo;Einen Frieden f&uuml;r die Ukraine und f&uuml;r Europa kann es nur mit Russland und nicht gegen Russland geben&ldquo;. &bdquo;Allen schnellf&uuml;&szlig;igen Kritikern der deutschen Russlandpolitik&ldquo; der vergangenen Jahrzehnte gibt Dohnanyi ein Zitat Willy Brandts auf den Weg: &bdquo;Au&szlig;enpolitik ist Generalstabsarbeit am Frieden.&ldquo; Und f&uuml;gt hinzu: &bdquo;Vielleicht gibt es ja noch einen Mitarbeiter des Ausw&auml;rtigen Amtes, der Frau Baerbock wenigstens diesen einen Satz mal zum Lesen gibt.&ldquo;<\/p><p>Dem vorgestellten Buch sind viele Leser zu w&uuml;nschen. Die erste Auflage, auch wenn sie nicht sonderlich hoch war, sei innerhalb von vier Wochen ausverkauft gewesen, berichtete Mitherausgeber Luft. Die Frage aus dem Publikum, warum junge Menschen das Buch lesen sollten, beantwortete er so: &bdquo;Junge Leute sollten das Buch lesen, weil man, ohne die Vergangenheit zu kennen, die Zukunft nicht erleben wird&ldquo;. <\/p><p>F&uuml;r Mitherausgeberin Kostner ist es wichtig, dass J&uuml;ngere, die die Entspannungspolitik nicht kennengelernt haben, die Hintergr&uuml;nde des Krieges besser verstehen k&ouml;nnen. Es gehe auch darum, zu verstehen, wie Konfrontation und Dynamiken sich aufbauen und wie schwierig es ist, ab einem gewissen Punkt aus diesen Konfrontationen herauszukommen. &bdquo;Entspannungspolitik ist eine Notwendigkeit, damit man in einer sehr unterschiedlichen Welt, wo es sehr unterschiedliche Interessen gibt, friedlich miteinander koexistieren kann&ldquo;, f&uuml;gte sie hinzu.<\/p><p>Titelbild: &copy; Tilo Gr&auml;ser<\/p><p><em>Sandra Kostner\/Stefan Luft (Hg.): <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/ukrainekrieg\/\">&bdquo;Ukrainekrieg &ndash; Warum Europa eine neue Entspannungspolitik braucht&ldquo;<\/a><br>\nVerlag Westend Academics 2023. 352 Seiten; ISBN: 978-3-949925-10-8; 24 Euro<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antworten auf die Frage, warum Europa eine neue Entspannungspolitik braucht, gibt ein k&uuml;rzlich erschienener Sammelband zum Thema Ukraine-Krieg. Darin besch&auml;ftigen sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und aus verschiedenen L&auml;ndern sowie zwei ehemalige deutsche Au&szlig;enpolitiker mit den Ursachen und Folgen des Krieges in und um die Ukraine. &bdquo;Kein Frieden ohne Diplomatie&ldquo; ist auf dem Buchr&uuml;cken zu lesen.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98962\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":98963,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,123,183,171],"tags":[3293,379,3058,3240,2013,2102,911,466,1418,259,260,1556,2347,229,1089],"class_list":["post-98962","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-friedenspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-militaereinsaetzekriege","tag-bellizismus","tag-china","tag-diffamierung","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-entspannungspolitik","tag-geostrategie","tag-maidan","tag-nato","tag-regime-change","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa","tag-verheugen-guenter","tag-von-dohnanyi-klaus","tag-wimmer-willy"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/230606Verheugen_03.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=98962"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99023,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98962\/revisions\/99023"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/98963"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=98962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=98962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=98962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}