{"id":99192,"date":"2023-06-13T12:33:14","date_gmt":"2023-06-13T10:33:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99192"},"modified":"2023-06-16T16:06:09","modified_gmt":"2023-06-16T14:06:09","slug":"wer-solche-friedensforscher-hat-braucht-keine-nato-sprecher-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99192","title":{"rendered":"Wer solche \u201eFriedensforscher\u201c hat, braucht keine NATO-Sprecher mehr"},"content":{"rendered":"<p>In einem aktuellen Gutachten unterwerfen sich Wissenschaftler der &bdquo;Friedensforschung&ldquo; dem offiziellen Kriegskurs. Das Papier ist keine Analyse, sondern eine Sammlung von Durchhalteparolen f&uuml;r eine grundfalsche Politik. Ein Kommentar von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6350\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-99192-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230613_Wer_solche_Friedensforscher_hat_braucht_keine_NATO_Sprecher_mehr_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230613_Wer_solche_Friedensforscher_hat_braucht_keine_NATO_Sprecher_mehr_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230613_Wer_solche_Friedensforscher_hat_braucht_keine_NATO_Sprecher_mehr_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230613_Wer_solche_Friedensforscher_hat_braucht_keine_NATO_Sprecher_mehr_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=99192-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230613_Wer_solche_Friedensforscher_hat_braucht_keine_NATO_Sprecher_mehr_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230613_Wer_solche_Friedensforscher_hat_braucht_keine_NATO_Sprecher_mehr_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>F&uuml;hrende deutsche &bdquo;Friedensforscher&ldquo; haben sich in einer aktuellen Erkl&auml;rung an den Kriegskurs der Gr&uuml;nen und der NATO angebiedert:<\/p><p>So haben die Forscher Forderungen aus der Friedensbewegung nach einem Ende der milit&auml;rischen Hilfe f&uuml;r die Ukraine &bdquo;als gef&auml;hrlich und kontraproduktiv zur&uuml;ckgewiesen&ldquo;, wie etwa <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/friedensgutachten-2023-friedensforscher-gegen-friedensbewegung-9971352.html\">der &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; berichtet<\/a>. Ein Einstellen der milit&auml;rischen Unterst&uuml;tzung der Ukraine zugunsten von sofortigen Friedensverhandlungen, wie es in Offenen Briefen, Manifesten und auch auf Demonstrationen gefordert werde, &bdquo;wird nach unserem jetzigen Wissensstand keinen nachhaltigen Frieden bringen&ldquo;, sagte laut dem Bericht die Chefin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Nicole Deitelhoff, am Montag bei der Vorstellung des Friedensgutachtens 2023 &ndash; das Gutachten wurde von der HSFK, dem Institut f&uuml;r Entwicklung und Frieden der Universit&auml;t Duisburg-Essen, dem Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC) und dem Institut f&uuml;r Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universit&auml;t Hamburg erarbeitet.<\/p><p><strong>&bdquo;Friedensforscher&ldquo; trommeln gegen Friedensverhandlungen<\/strong><\/p><p>Die verwendete Sprache von beteiligten Wissenschaftlern k&ouml;nnte streckenweise einem ukrainischen Propagandakanal entnommen sein: Ein Stopp der Waffenhilfe werde eine milit&auml;rische Niederlage der Ukraine und voraussichtlich deren Zerschlagung nach sich ziehen, &bdquo;einhergehend mit einer Besatzungspraxis von Folter, Verschleppung, sexueller Gewalt und gezielten T&ouml;tungen&ldquo;, sagte Deitelhoff weiter. Zudem sei zu bef&uuml;rchten, &bdquo;dass Russlands Expansionsdrang damit nicht abnehmen&ldquo;, sondern &bdquo;eher zunehmen wird&ldquo;. Fazit der Institutschefin: &bdquo;Dies w&uuml;rde die Sicherheitslage f&uuml;r ganz Europa weiter verschlechtern&ldquo;. Gegenw&auml;rtig seien Friedensverhandlungen daher &bdquo;weder f&uuml;r die Ukraine noch f&uuml;r Europa eine realistische Option&ldquo;.<\/p><p>Diese &bdquo;Analyse&ldquo; ist inakzeptabel und sie muss scharf zur&uuml;ckgewiesen werden. Sie ist geeignet, den Krieg unn&ouml;tig zu verl&auml;ngern und sie f&uuml;gt sich nahtlos ein in die Meinungsmache von NATO, Journalisten und Bundesregierung. <\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich liefern die &bdquo;Friedensforscher&ldquo; trotzdem &bdquo;diplomatische&ldquo; Lippenbekenntnisse: Ungeachtet ihrer Einsch&auml;tzung forderten die vier Institute die Bundesregierung auf, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/ischingers-vorstoss-fur-ukraine-verhandlungen-das-falsche-signal-im-falschen-moment-9493673.html\">Vermittlungs- oder Verhandlungsinitiativen<\/a> &bdquo;bereits jetzt vorzubereiten&ldquo;. Dabei gehe es darum, Staaten und Pers&ouml;nlichkeiten in einer internationalen Kontaktgruppe zusammenzuf&uuml;hren, gemeinsam mit anderen Regierungen m&ouml;gliche Verhandlungsgegenst&auml;nde zu skizzieren und L&ouml;sungsans&auml;tze zu diskutieren. Dabei sei es geboten, Initiativen aus nicht-westlichen Staaten, etwa aus China oder Brasilien, einzubinden, soweit das m&ouml;glich sei. Unverbindlicher kann man das kaum formulieren. Nat&uuml;rlich fordern die Autoren des Gutachtens auch: &bdquo;Ein neuerlicher R&uuml;stungswettlauf muss verhindert werden.&ldquo;<\/p><p><strong>Durchhalteparolen f&uuml;r eine grundfalsche Politik<\/strong><\/p><p>Die zentrale fatalistische Botschaft aber bleibt: &bdquo;Kein Frieden in Sicht&ldquo;, man muss sich also (von mir zugespitzt) gar nicht erst darum bem&uuml;hen. Indirekt klingt bei den &bdquo;Friedensforschern&ldquo; auch die Losung vom &bdquo;enger geschnallten G&uuml;rtel&ldquo; der B&uuml;rger an, denn die &bdquo;immensen Ressourcen&ldquo;, die f&uuml;r die Verl&auml;ngerung des Krieges n&ouml;tig sind, m&uuml;ssen ja irgendjemandem weggenommen werden: Die Institute forderten laut Medien die Bundesregierung zu einer lang anhaltenden Unterst&uuml;tzung der Ukraine auf. Es sei &bdquo;in naher Zukunft kein Frieden in Sicht&ldquo;, sagte Deitelhoff. Der Krieg in der Ukraine werde Deutschland, Europa und die Welt &bdquo;noch sehr lange begleiten&ldquo;. Deutschland m&uuml;sse die Ukraine zusammen mit den westlichen Partnern milit&auml;risch, &ouml;konomisch und politisch &bdquo;weiter nach Kr&auml;ften unterst&uuml;tzen&ldquo;. Dies werde vermutlich auf sehr lange Zeit notwendig sein und &bdquo;immense Ressourcen&ldquo; erfordern.<\/p><p>Die Unterwerfung der &bdquo;Friedensforscher&ldquo; unter das dominante militaristische und kriegsverl&auml;ngernde &bdquo;Narrativ&ldquo; kennt keine Grenzen, so wird von ihnen auch einer &bdquo;enge(n) Partnerschaft&ldquo; der Ukraine &bdquo;mit der NATO bei der Ausr&uuml;stung und Ausbildung von Soldaten&ldquo; das Wort geredet. Immerhin: Eine Aufnahme der Ukraine in die NATO sei aber in naher Zukunft &bdquo;nicht sehr plausibel&ldquo;. Das jedoch nicht etwa, weil so eine Mitgliedschaft eine Reihe brandgef&auml;hrlicher Folgen f&uuml;r Europa haben k&ouml;nnte, sondern weil  im Fall von NATO-Beitrittsbem&uuml;hungen der Ukraine eine &auml;hnliche &bdquo;H&auml;ngepartie&ldquo; wie im Fall Schweden drohe.<\/p><p>Dieses Papier der &bdquo;Friedensforscher&ldquo; ist keine Analyse &ndash; es ist eine Durchhalteparole f&uuml;r eine grundfalsche Politik. <\/p><p>Die NachDenkSeiten haben sich in zahlreichen Artikeln mit der tragischen und unmoralischen Verhinderung der Diplomatie befasst, eine Auswahl finden Sie unter diesem Text. <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99297\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: homner9op \/ Shutterstock<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99177\">Propaganda auf allen Kan&auml;len<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93356\">Selbst Friedensforscher halten von Verhandlungen nicht viel. Seltsam. Dazu eine kundige Lesermeinung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93295\">Vermittlung unerw&uuml;nscht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91561\">Der R&uuml;ckzug von Kiew, Butscha und Boris Johnson: Woran die ersten Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland scheiterten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92557\">Wenn Journalisten die Kriegstrommeln schlagen und Gener&auml;le den Frieden fordern, l&auml;uft irgendwas komplett falsch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85593\">Kriegsverl&auml;ngerung &ndash; Und die &bdquo;Moral&ldquo; der gr&uuml;nen Sofa-Soldaten<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem aktuellen Gutachten unterwerfen sich Wissenschaftler der &bdquo;Friedensforschung&ldquo; dem offiziellen Kriegskurs. Das Papier ist keine Analyse, sondern eine Sammlung von Durchhalteparolen f&uuml;r eine grundfalsche Politik. 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