{"id":99287,"date":"2023-06-16T10:00:42","date_gmt":"2023-06-16T08:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99287"},"modified":"2023-06-16T16:51:32","modified_gmt":"2023-06-16T14:51:32","slug":"verpackt-und-zugenaeht-mieser-service-gehoert-bei-der-post-zum-geschaeftsmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99287","title":{"rendered":"Verpackt und zugen\u00e4ht! Mieser Service geh\u00f6rt bei der Post zum Gesch\u00e4ftsmodell"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche Post AG streicht Milliardenrenditen ein und l&auml;sst daf&uuml;r ihren Versorgungsauftrag schleifen. Das geht schon lange so, soll jetzt aber gesetzlich verbrieft werden. Das Bundeswirtschaftsministerium empfiehlt unter anderem die Befreiung von der Pflicht, 80 Prozent der Briefe binnen 24 Stunden auszuliefern, w&auml;hrend der Chef der Bundesnetzagentur den Montag als Zustelltag f&uuml;r verzichtbar erkl&auml;rt. Der Global Player aus Bonn will freilich noch mehr: Extratarife f&uuml;r schnellen Versand und einen au&szlig;erplanm&auml;&szlig;igen Portoaufschlag. Dass er damit durchkommt, ist ziemlich wahrscheinlich. Also bl&uuml;hen den Verbrauchern k&uuml;nftig noch h&ouml;here Kosten und noch mehr Frust. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3399\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-99287-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230616_Verpackt_und_zugenaeht_Mieser_Service_gehoert_bei_der_Post_zum_Geschaeftsmodell_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230616_Verpackt_und_zugenaeht_Mieser_Service_gehoert_bei_der_Post_zum_Geschaeftsmodell_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230616_Verpackt_und_zugenaeht_Mieser_Service_gehoert_bei_der_Post_zum_Geschaeftsmodell_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230616_Verpackt_und_zugenaeht_Mieser_Service_gehoert_bei_der_Post_zum_Geschaeftsmodell_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=99287-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230616_Verpackt_und_zugenaeht_Mieser_Service_gehoert_bei_der_Post_zum_Geschaeftsmodell_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230616_Verpackt_und_zugenaeht_Mieser_Service_gehoert_bei_der_Post_zum_Geschaeftsmodell_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es gab Zeiten, da ging die Post richtig ab. Damals, als der Laden noch Deutsche Bundespost hie&szlig;. Da konnte man P&auml;ckchen, Briefe und Postkarten nicht nur auf die Reise schicken, sie kamen auch ziemlich sicher beim Adressaten an. Heute gehen pro Monat Zehntausende Sendungen verlustig und die bei der Bundesnetzagentur auflaufenden Meldungen wegen versp&auml;teter, schadhafter oder ausgefallener Zustellungen erreichen immer neue Rekordst&auml;nde. Im ersten Quartal dieses Jahres z&auml;hlte die Beh&ouml;rde &uuml;ber 8.500 Beschwerden, fast doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2022. Im gesamtem Vorjahr waren es mit 43.500 nahezu dreimal so viele wie 2021. Den Tiefpunkt der vor zehn Jahren eingef&uuml;hrten Statistik markierte bis dahin das Jahr 2020 mit knapp 19.000 Eingaben. Die R&uuml;gen richten sich gegen die gesamte Brief- und Paketbranche, aber die allermeisten betreffen den hiesigen Marktf&uuml;hrer, die Deutsche Post DHL Group. <\/p><p>Mitte Mai hat der Konzern beantragt, eine f&uuml;r Anfang 2025 vorgesehene Erh&ouml;hung der Portopreise um ein Jahr vorziehen zu d&uuml;rfen. Begr&uuml;ndet wird dies mit der allgemeinen Inflation, gestiegenen Energiekosten und den Auswirkungen des j&uuml;ngsten Tarifabschlusses. Eigentlich sollen Anpassungen alle drei Jahre erfolgen, wovon zuletzt jedoch ein ums andere Mal abgewichen wurde. Allein zwischen 2013 und 2022 wurde beim Standardbrief schon <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/482560\/umfrage\/preisentwicklung-fuer-standardbriefe-in-deutschland\/\">sechsmal aufgeschlagen<\/a>, von damals 58 Cent auf heute 85 Cent. Die Genehmigung obliegt der Netzagentur mit Sitz in Bonn, in guter Nachbarschaft zum Hauptquartier der Post AG. Deren W&uuml;nschen entsprach die Regulierungsbeh&ouml;rde in der Vergangenheit so verl&auml;sslich, wie die Konzerngewinne von einem zum n&auml;chsten Allzeithoch jagten. 2022 waren es 8,4 Milliarden Euro. Auch deshalb sollte man nicht allzu viel geben auf die j&uuml;ngste Einlassung von Beh&ouml;rdenpr&auml;sident Klaus M&uuml;ller. Der hatte zu Wochenbeginn angesichts der hohen Beschwerdezahlen gesagt: &bdquo;Ob man in dieser Situation das Porto erh&ouml;ht, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/netzagentur-briefzustellung-post-100.html\">muss man sorgf&auml;ltig pr&uuml;fen<\/a>.&ldquo; Es gebe zwar legitime betriebswirtschaftliche Interessen, allerdings m&uuml;sse man auch die Kunden im Blick haben. <\/p><p><strong>Paketdienst beim Pizzab&auml;cker<\/strong><\/p><p>Deren Interessen sind beim Branchenprimus schon lange nachrangig, so wie die der Besch&auml;ftigten. Seit der Privatisierung 1995 wurden zigtausende Arbeitspl&auml;tze vernichtet und wenn das Management heute &uuml;ber chronischen Personalmangel lamentiert, dann ist das Problem vor allem hausgemacht. Schlechte Bezahlung und miese Arbeitsbedingungen &ndash; bis zu 300 Pakete pro Tag zustellen &ndash; machen nicht nur wenig Lust auf den Job, sondern auch krank. Nach einer Auswertung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sind 17 Prozent der Belegschaft, rund <a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/nachrichten\/++co++440a1632-c551-11ec-a3b9-001a4a16012a\">25.000 Besch&auml;ftigte<\/a>, nur befristet angestellt. In der Vorweihnachtszeit werden Tausende Kr&auml;fte rekrutiert, um sie nach dem Fest wieder vor die T&uuml;r zu setzen. Selbst Leute mit B&uuml;rot&auml;tigkeit verdonnert man im Dezember dazu, bei der Zustellung auszuhelfen. Vergangenen November lie&szlig; die <em>WirtschaftsWoche<\/em> einen Brief- und Paketboten zu den Zust&auml;nden im Zeichen von zunehmender Arbeitsverdichtung und haufenweise &Uuml;berstunden zu Wort kommen. &bdquo;Die Leistungen, die wir gerade erbringen m&uuml;ssen, sind eine Zumutung&ldquo; und weiter: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/dienstleister\/deutsche-post-die-brief-katastrophe-des-bonner-logistikkonzerns\/28792708.html\">Ich komme abends heim und bin v&ouml;llig fertig<\/a>&ldquo;.<\/p><p>Beim unabl&auml;ssigen Renditedruck der Aktion&auml;re werden Menschen und guter Service zum l&auml;stigen Kostenfaktor. Jens Berger hat vor rund drei Jahren unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58637\">Privatisierung paradox<\/a> am Beispiel von Post, Telekom und Bahn geschildert,  wie mit der (Quasi)-Entstaatlichung zentraler Bereiche der Daseinsvorsorge die Bed&uuml;rfnisse der inl&auml;ndischen Verbraucher unter die R&auml;der gekommen sind. Gro&szlig; geworden in Deutschland und jahrzehntelang in staatlicher Obhut, haben die drei Konzerne ihre Heimath&auml;fen brutal heruntergewirtschaftet, um das ganz gro&szlig;e Geld im Ausland zu machen. Post DHL sei so zum weltweit f&uuml;hrenden Logistiker aufgestiegen mit Riesenm&auml;rkten in den USA, Indien und China, &bdquo;nur nutzt es dem deutschen B&uuml;rger nichts, wenn &sbquo;seine Post&lsquo; es zwar schafft, Pakete aus Guangdong 24 Stunden sp&auml;ter in Neukaledonien zuzustellen, gleichzeitig aber die letzten Postfilialen und Briefk&auml;sten auf dem Lande au&szlig;er Betrieb nimmt&ldquo;, schrieb Berger. Seit 2012 betreibt die Post AG praktisch keine eigenen Filialen mehr. Ihre Dienste hat sie gro&szlig;fl&auml;chig ausgelagert an sogenannte Postagenturen in Gestalt von Tankstellen, Kiosken, Superm&auml;rkten oder <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/staedte\/oberhausen\/deutsche-post-eroeffnet-paketshop-in-oberhausener-pizzeria-id237523165.html\">Pizzab&auml;ckern<\/a>. Verblieben sind dazu rund 800 Finanzcenter der Postbank, die Postdienstleistungen anbieten. <\/p><p><strong>Abschied vom Universaldienst?<\/strong><\/p><p>Gr&ouml;&szlig;ere Zweigstellen, die dem Bonner Konzern selbst geh&ouml;ren, soll es laut einem Bericht der ARD vom Januar nur noch zwei geben: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/post-filialen-briefe-pakete-mangel-land-beschwerden-gesetzesnovelle-101.html\">Eine ist im Deutschen Bundestag und die andere in der Bonner Firmenzentrale.<\/a>&ldquo; Expertise wird da zum Auslaufmodell, so wie auch die fl&auml;chendeckende Versorgung. Aufh&auml;nger des Beitrags war seinerzeit eine Missfallensbekundung der Bundesnetzagentur, wonach es bundesweit 140 &bdquo;unbesetzte Pflichtstandorte&ldquo; gibt. Laut Verordnung muss die Post als sogenannter Universaldienstleister in jeder Gemeinde mit mehr als 2.000 Einwohnern daf&uuml;r sorgen, dass wenigstens ein Anbieter vor Ort ist. Vor allem im l&auml;ndlichen Raum mehren sich die wei&szlig;en Flecken. F&uuml;r eine Briefmarke m&uuml;ssen die Leidtragenden dann schon mal die n&auml;chste Stadt ansteuern. <\/p><p>An dem Vorgang wird die ganze Macht des Post-Giganten ersichtlich &ndash; und die Ohnmacht der Netzagentur sowie die der Politik. In j&uuml;ngerer Zeit hat die Chefetage wiederholt damit gedroht, aus dem Universaldienst auszusteigen, unl&auml;ngst in Person des gerade ausgeschiedenen Konzernbosses Frank Appel. &bdquo;Wenn der Gesetzgeber uns zwingt, dass wir andere Ma&szlig;nahmen machen m&uuml;ssen, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/wirtschaft\/article238302895\/Abschied-Frank-Appel-tritt-bei-der-Post-ab.html\">dann m&uuml;ssen wir das betrachten und sehen, was passiert<\/a>&ldquo;, &auml;u&szlig;erte er sich vor zwei Wochen bei seiner Abschiedsrede. Hintergrund sind laufende Vorbereitungen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) f&uuml;r eine Novelle des Postgesetzes, das seit Inkrafttreten 1998 im Kern nahezu unver&auml;ndert geblieben ist und fit gemacht werden soll f&uuml;rs Digitalzeitalter. <\/p><p><strong>Bleibt montags bald der Briefkasten leer?<\/strong><\/p><p>Mit seinen Ende Januar vorgelegten Reformeckpunkten hatte Ressortchef Robert Habeck (Gr&uuml;ne) dem deutschen Global Player bereits gr&uuml;nes Licht f&uuml;r weitere Qualit&auml;tsabstriche signalisiert, aber eben auch ein paar Kr&ouml;ten serviert. Zum Beispiel werden in dem Konzeptpapier Schritte einer <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Downloads\/M-O\/novelle-des-postgesetzes-20230126.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\">&bdquo;st&auml;rker wettbewerbsorientierten Regulierung im Briefbereich&ldquo;<\/a> avisiert. Das k&ouml;nnte den Bonnern ihr Quasimonopol streitig machen. Daf&uuml;r br&auml;uchte es aber zun&auml;chst einmal Konkurrenten, die sich auf dem Gebiet versuchen wollten. Die gibt es aber gar nicht, weil gerade die Versorgung auf dem Land als Verlustbringer gilt. Bis auf weiteres kann faktisch nur der deutsche Platzhirsch mit einem Marktanteil von 85 Prozent auf dem Briefmarkt die bundesweite Zustellpflicht sicherstellen. Diese Position l&auml;dt nat&uuml;rlich dazu ein, die Politik vor sich herzutreiben, um etwa die Forderung nach einem vorfristigen Portoaufschlag durchzudr&uuml;cken. Die entsprechenden Vorbehalte bei der Netzagentur k&ouml;nnten sich deshalb schon bald verfl&uuml;chtigen, wie davor schon so oft. <\/p><p>Oder bietet die Beh&ouml;rde f&uuml;r den Fall einer Absage etwas zur Wiedergutmachung an? Pr&auml;sident M&uuml;ller jedenfalls erkl&auml;rte sich in diesen Tagen einverstanden damit, wenn k&uuml;nftig am Montag keine Briefe und Postkarten mehr ausgeliefert werden. In anderen L&auml;ndern seien Zustellzeiten von zwei, drei oder vier Tagen normal, befand er gegen&uuml;ber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/postzustellung-bald-nur-noch-an-fuenf-tagen-in-der-woche,TgwqqrF\">&bdquo;Ich bin offen, dass so etwas auch hier m&ouml;glich wird&ldquo;<\/a>, die Entscheidung dar&uuml;ber liege aber beim Bundestag. Das ist bezeichnend: Wenn es ums Profitmachen geht, werden die niedrigen Standards andernorts flugs zum Vorbild f&uuml;r Deutschland. Die Offerte rief jedenfalls umgehend ver.di auf den Plan. &bdquo;Montags nie!&ldquo; sei <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/32403\/5531759\">keine L&ouml;sung<\/a> f&uuml;r erh&ouml;hte Beschwerdezahlen, sondern bedrohe lediglich die Arbeitsplatzsicherheit der Besch&auml;ftigten, erkl&auml;rte Gewerkschaftsvize Andrea Kocsis. Die Einschr&auml;nkung w&auml;re nicht nur schlecht f&uuml;r die Kunden, sie w&uuml;rde &uuml;berdies &bdquo;auf einen Schlag Tausende tarifgebundene Arbeitspl&auml;tze kosten&ldquo;. <\/p><p><strong>Zwei-Klassen-Zustellung<\/strong><\/p><p>Lustig: Die Post AG will am Montag gar nicht blaumachen. &bdquo;Eine Ver&auml;nderung der gesetzlich vorgegebenen Anzahl der Zustelltage pro Woche steht derzeit <a href=\"https:\/\/www.infranken.de\/deutschland\/weniger-zustelltage-fuer-briefe-findet-post-wenig-sinnvoll-fokus-auf-anderem-wert-art-5703706\">nicht im Fokus<\/a> unserer Forderungen&ldquo;, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Das liegt wohl daran, dass der Konzern mittlerweile gro&szlig;fl&auml;chig auf die sogenannte Verbundzustellung umgestellt hat. Hierbei liefern die Boten neben Briefen auch Pakete &ndash; ein Stressfaktor mehr f&uuml;r die Besch&auml;ftigten. Und weil man das Paketgesch&auml;ft montags nicht anderen &uuml;berlassen will, verhei&szlig;t ein briefbefreiter Montag auch kein oder kaum Potenzial, Arbeitspl&auml;tze zu streichen. Dazu kommt, dass der US-Online-Riese Amazon mit seinem hauseigenen Paketdienst gerade die Branche aufmischt und dabei ist, sich vom einst besten Kunden zum gr&ouml;&szlig;ten Konkurrenten zu mausern. Aber auch bei diesem Thema signalisiert das Habeck-Ministerium Beistand. Die Eckpunkte zur Postgesetzreform konstatieren &bdquo;Regulierungsbedarf&ldquo;, sofern &bdquo;ein Unternehmen auf einem benachbarten Markt eine beherrschende Stellung einnimmt und die Gefahr besteht, dass es seine Marktmacht wettbewerbsverzerrend auf einen Postmarkt &uuml;bertr&auml;gt&ldquo;. <\/p><p>Solch politischer Eingriffseifer ist auch eine Frage des Selbstschutzes. Der Bund h&auml;lt &uuml;ber die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) gut 20 Prozent der Anteile an der Post AG. Schade nur, dass dies die Verbraucher nicht vor forciertem Qualit&auml;tsabbau sch&uuml;tzt. Zielsicher greifen die Eckpunkte ein zentrales Ansinnen des gelben Riesen auf: die Befreiung von der Verpflichtung, mindestens 80 Prozent der Briefe bis zum n&auml;chsten Werktag auszuliefern. Die Vorgabe sei &bdquo;kaum hilfreich&ldquo;, hei&szlig;t es in der Vorlage, &bdquo;denn der Absendende wei&szlig; nicht, ob sein Brief zu den 80 Prozent geh&ouml;rt oder nicht&ldquo;. Heute wei&szlig; er nicht einmal, ob sein Brief &uuml;berhaupt eintrifft, geschweige denn p&uuml;nktlich.  Aber genau das soll ja mit der Wiederentdeckung der Langsamkeit demn&auml;chst besser werden. So k&ouml;nnten l&auml;ngere Laufzeiten und h&ouml;here Verbindlichkeit &bdquo;den Bed&uuml;rfnissen der Nutzerinnen und Nutzer in h&ouml;herem Ma&szlig;e entsprechen und gleichzeitig eine nachhaltigere Erbringung des Universaldienstes erm&ouml;glichen&ldquo;, phantasiert das BMWK. Im Habeck-Papier ist in diesem Zusammenhang sogar von &bdquo;wirksamen Sanktionen&ldquo; die Rede, wenn gesetzliche Vorgaben &bdquo;schwerwiegend, wiederholt oder anhaltend unterschritten&ldquo; w&uuml;rden. <\/p><p>Ob es so weit wirklich kommt? Die Post denkt lieber noch innovativer: Wer sein Briefchen innerhalb von 24 Stunden am Ziel wissen will, soll daf&uuml;r extra zahlen. Diese Art der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/post-zwei-klassen-zustellung-briefe-101.html\">Zwei-Klassen-Zustellung<\/a> h&auml;lt Personalvorstand Thomas Ogilvie &bdquo;im Sinne der Angebotspalette (&hellip;) f&uuml;r einen guten Schritt.&ldquo; Und wenn das Oma Erna nicht passt? Schick Deinem Enkelchen doch &lsquo;ne WhatsApp!   <\/p><p>Titelbild: Pineapple Content\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/849866033a804203bffb32b91be06096\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Post AG streicht Milliardenrenditen ein und l&auml;sst daf&uuml;r ihren Versorgungsauftrag schleifen. Das geht schon lange so, soll jetzt aber gesetzlich verbrieft werden. Das Bundeswirtschaftsministerium empfiehlt unter anderem die Befreiung von der Pflicht, 80 Prozent der Briefe binnen 24 Stunden auszuliefern, w&auml;hrend der Chef der Bundesnetzagentur den Montag als Zustelltag f&uuml;r verzichtbar erkl&auml;rt. 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