{"id":9937,"date":"2011-06-30T16:15:08","date_gmt":"2011-06-30T14:15:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9937"},"modified":"2019-07-05T11:32:01","modified_gmt":"2019-07-05T09:32:01","slug":"griechisches-konsolidierungsprogramm-scheitern-programmiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9937","title":{"rendered":"Griechisches Konsolidierungsprogramm \u2013 Scheitern programmiert"},"content":{"rendered":"<p>Das gestern vom griechischen Parlament verabschiedete mittelfristige Programm zur Haushaltskonsolidierung (f&uuml;r den Zeitraum bis 2015) wird genau so scheitern wie sein Vorl&auml;ufer, das Sparprogramm vom Mai 2010. Und zwar gleich aus drei Gr&uuml;nden.&nbsp;Von Niels Kadritzke<br>\n<!--more--><\/p><p>Die beiden ersten betreffen die Einnahmenseite:<\/p><ol>\n<li>Wegen der weiteren Beschneidung der Masseneinkommen (um 10 bis 15 Prozent) wird die Konjunktur weiter einbrechen, was die erwarteten Steuermehreinnahmen unrealistisch macht.<\/li>\n<li>Die Durchsetzung der Erh&ouml;hung von Steuern und Abgaben kann nicht gelingen. Und das nicht nur wegen der nach wie vor katastrophalen Ineffizienz der die Steuern eintreibenden Beh&ouml;rden (Finanz&auml;mter und Gerichte), sondern auch, weil viele B&uuml;rger die Zahlung einfach verweigern werden, sei es aus Protest, sei es weil sie schlicht das Geld nicht haben.<\/li>\n<li>Ein weiterer Grund ist die unrealistische Annahme &uuml;ber die M&ouml;glichkeit, durch den Verkauf staatlicher Immobilien und Unternehmensbeteiligungen die geplanten 50 Milliarden Euro als einmalige Sondereinnahme zu realisieren.<\/li>\n<\/ol><p>In Bezug auf diesen letzten Punkt ist in <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/world\/2011\/jun\/28\/greece-crisis-protest-against-austerity-drive?intcmp=239\">The Guardian vom Dienstag (28. Juni) ein aufschlu&szlig;reicher Artikel erschienen<\/a>. Es handelt sich um eine Reportage &uuml;ber die &ldquo;Roadshow&rdquo;, die&nbsp;der f&uuml;r das Privatisierungsprogramm zust&auml;ndige Beauftragte der Regierung Papandreou in London veranstaltet hat. Georgios Christodoulakis spricht zwar von einem &ldquo;professionell betriebenen Privatisierungsplan&rdquo;, muss aber selbst zugeben, dass die Dimension von 50 Milliarden Euro, die in f&uuml;nf Jahren erl&ouml;ste werden soll, seiner Regierung aufgezwungen wurde.<\/p><p>Das eigentliche Problem benennt der Vorsitzende der Initiative &ldquo;Invest in Greece&rdquo;, der vom Podium herab erkl&auml;rte: Aris Syngros: &ldquo;Die Krise bietet die Chance f&uuml;r gro&szlig;e Gewinne.&rdquo; Wer die Gewinner sind, pr&auml;zisiert der Guardian mit dem Satz: &ldquo;Die gro&szlig;en Gewinne machen nat&uuml;rlich diejenigen, die griechische Assets zum Schn&auml;ppchenpreis erwerben.&rdquo;<\/p><p>Aber es ist nicht einmal sicher, dass die gro&szlig;en Investoren &uuml;berhaupt auftauchen. Der Manager eines gro&szlig;en Investitionsfonds, der bereits eine Hotelkette in Griechenland aufgekauft hat, erkl&auml;rt dem Guardian-Reporter: &ldquo;Die Athener Regierung ist ein sehr bereitwilliger Verk&auml;ufer, aber wer w&auml;re derzeit ein bereitwilliger K&auml;ufer?&rdquo;<\/p><p>Dagegen &auml;u&szlig;ert ein eines griechischer Reeder die Hoffnung auf Investoren aus China, Indien und Brasilien. Ausgerechnet die Brics-Staaten &ndash; die zu den sch&auml;rfsten Rechnern auf den Kapital- und Finanzm&auml;rkten geh&ouml;ren &ndash; sollen also den armen Griechen einen Rettungsanker werfen? Diese Hoffnung gleicht eher einem Hilferuf eines Ertrinkenden auf hoher See.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gestern vom griechischen Parlament verabschiedete mittelfristige Programm zur Haushaltskonsolidierung (f&uuml;r den Zeitraum bis 2015) wird genau so scheitern wie sein Vorl&auml;ufer, das Sparprogramm vom Mai 2010. 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