{"id":99564,"date":"2023-06-22T09:00:15","date_gmt":"2023-06-22T07:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99564"},"modified":"2023-06-22T16:45:11","modified_gmt":"2023-06-22T14:45:11","slug":"gast-oder-gaestin-das-ist-hier-die-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99564","title":{"rendered":"Gast oder G\u00e4stin? Das ist hier die Frage"},"content":{"rendered":"<p>Bisher wurde die Frage &bdquo;Gast oder G&auml;stin?&ldquo; muttersprachlich ohne jede Aufregung gel&ouml;st: Es hei&szlig;t &bdquo;Gast&ldquo;. &bdquo;Du bist mein Gast&ldquo;, sagt man zu einem Menschen, egal welchen Geschlechts er ist. Das zu &auml;ndern und einfach &bdquo;Gast&ldquo; zu sagen nicht (mehr) gut zu finden, finde ich sehr ungerecht. Denn jeder angesprochene Gast wusste bisher selbst sehr wohl, welches Geschlecht er hat und dass sein Gegen&uuml;ber sehr wohl dies mit dem Wort &bdquo;Gast&ldquo; einbezog: Gast schlie&szlig;t alle ein. Generisches Maskulinum sagt man dazu. Deutsche Sprache &ndash; herrliche Sprache. Ein paar Gedanken von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1410\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-99564-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230622_Gast_oder_Gaestin_Das_ist_hier_die_Frage_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230622_Gast_oder_Gaestin_Das_ist_hier_die_Frage_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230622_Gast_oder_Gaestin_Das_ist_hier_die_Frage_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230622_Gast_oder_Gaestin_Das_ist_hier_die_Frage_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=99564-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230622_Gast_oder_Gaestin_Das_ist_hier_die_Frage_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230622_Gast_oder_Gaestin_Das_ist_hier_die_Frage_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Ein englisches Wort dr&auml;ngt die deutsche Sprache in die Defensive<\/strong><\/p><p><em>NachDenkSeiten<\/em>. Auf dieser hier so lebendigen Plattform <em>NDS<\/em> werden vielf&auml;ltige Themen zur Sprache gebracht. &bdquo;Schau es Dir an, ich habe etwas f&uuml;r Dich, lies mal&ldquo;, sagt man, wenn man einen Tipp zu den <em>NachDenkSeiten<\/em> loswerden, f&uuml;r diese Seite werben will. Mich als Autor und B&uuml;rger besch&auml;ftigt seit l&auml;ngerer Zeit und in j&uuml;ngster zunehmend ein Wort: Gendern (englisch ausgesprochen &bdquo;dschendern&ldquo;).<\/p><p>Ich beobachte: Wir alle sind betroffen, als B&uuml;rger, als Leser, als Kunde, als Student, als Radioh&ouml;rer, Leser, Zuschauer usw., denn vielerorts wird geradezu aggressiv mittels Genderns hervorgehoben, wie wichtig, wie richtig diese &bdquo;neue&ldquo; Sprachmodifikation sei. Die &bdquo;alte&ldquo; Sprache ger&auml;t dabei in die Defensive. Es gehe um Gerechtigkeit, lautet die Begr&uuml;ndung der Genderer, was unterstellt, dass unsere Sprache nicht gerecht sei, weil die Geschlechter in ihr nicht geb&uuml;hrend vork&auml;men. Sie kommen aber vor, finde ich, das generische Maskulinum schlie&szlig;t alle ein. Ein guter Freund, sprachgewandt und belesen, sagte mir j&uuml;ngst, werbend f&uuml;r das Gendern, dass so viel Zeit sein m&uuml;sse, alle einzubeziehen. Sich Zeit nehmen, h&ouml;flich sein, aufmerksam &ndash; ich stimmte ihm zu. Doch die deutsche Sprache ist seit jeher eine, die viele W&ouml;rter, viele Worte zur Verf&uuml;gung stellt, um sich Zeit zu nehmen und h&ouml;flich, ja gerecht zu sein, entgegnete ich ihm. Die H&ouml;flichkeit kommt nicht zu kurz: Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe G&auml;ste, liebe Besucher! Liebe Anwesende! &ndash; Wer wird allein schon bei dieser einleitenden Anrede vergessen?<\/p><p>Mit &bdquo;*&ldquo; und &bdquo;-Innen&ldquo; ist es mit der Gerechtigkeit nicht getan, legte ich weiter Einspruch ein. Denn in Sachen umfassender Gerechtigkeit in der Gesellschaft versiegt das Engagement der Genderer*Innen, so meine Beobachtung. Gleichberechtigung in der Sprache, in der Nennung der Personen hinsichtlich ihres Geschlechts und\/oder ihrer Orientierung &ndash; sorgt eben nicht f&uuml;r Gleichberechtigung beim Lohn, bei der Verteilung von Macht und Kompetenzen, bei der Gleichberechtigung in vielen Teilen der Gesellschaft.<\/p><p>Die inflation&auml;r verwendete englische Bezeichnung &bdquo;gender&ldquo; in der deutschen Sprache zur Gew&auml;hrleistung von Gerechtigkeit der Geschlechter &bdquo;m&auml;nnlich&ldquo;, &bdquo;weiblich&ldquo;, &bdquo;divers&ldquo; ist f&uuml;r Otto Normalverbraucher, den Muttersprachler, eine Zumutung. Diese Zumutung h&auml;lt eine andauernde Krise im Land am Laufen, wir haben schon viele Krisen. Die Sprache, die Rede, die Anrede, alles Schriftliche, Vertonte, Werbung &ndash; alle Bereiche werden von Sternchen und &bdquo;Inneninnen&ldquo; okkupiert. Das ist die eine Seite, die der sich wichtig nehmenden, m&auml;chtigen Deutungshoheiten.<\/p><p><strong>Schaut dem Volk aufs Maul<\/strong><\/p><p>Der Durchschnittsb&uuml;rger, mit B&uuml;rger sind alle (geschlechterbetreffend) gemeint, redet wie immer. Gott sei Dank. Man stelle sich Gespr&auml;che von Durchschnittsb&uuml;rgern im Innen-Hicks-Stil vor. Hab ich noch nicht geh&ouml;rt. Tats&auml;chlich wird einem aber diese Sprachweise in TV-Beitr&auml;gen und Rundfunkinterviews zunehmend von Fachleuten und Profis und wohl richtigen Freunden dieses Stils offeriert. Dabei zuzuh&ouml;ren, das ist anstrengend. Man fragt sich: Soll das wirklich d i e Sprache unserer Zukunft sein? Ich erinnere mich: Ein Rundfunk-Interview &uuml;ber die Betreuung von Jugendlichen, die einen Knacks &bdquo;dank&ldquo; all der vergangenen und bestehenden Krisen der Gesellschaft erlitten haben oder gerade erleiden, strotzte vor Genderausdr&uuml;cken. Es reichte der Fachfrau nicht, der Expertin, ja, so viel Zeit muss sein, in der Mehrzahl ihrer Aufz&auml;hlung der beteiligten Psychologen, Physiologen, Experten, Doktoren, Soziologen, P&auml;dagogen die hier genannte Form zu nutzen. Bei jeder Aufz&auml;hlung nahm sie sich stattdessen noch viel mehr Zeit: Psycholog (ganz kurze Redepause) Innen, Physiolog Innen, Expert Innen, Doktor Innen, Soziolog Innen, P&auml;dagog Innen. Sie z&auml;hlte die Experten in dieser Art sehr oft auf &hellip;<\/p><p>K&uuml;rzlich las ich in einem Leserbrief auf einer Internetseite einen Vorschlag, das &bdquo;Innen&ldquo; zu umgehen, laut Gedankenprotokoll meinerseits gebe ich es wieder:<\/p><ul>\n<li><em>Pr&auml;sens: Forschende<\/em><\/li>\n<li><em>Pr&auml;teritum: Geforschte<\/em><\/li>\n<li><em>Perfekt: Geforschthabende<\/em><\/li>\n<li><em>Plusquamperfekt: Geforschtgehabte<\/em><\/li>\n<li><em>Futur I: Forschendwerdende<\/em><\/li>\n<li><em>Futur II: Geforschthabendwerdende<\/em><\/li>\n<li><em>Konjunktiv I: Geforschth&auml;ttende<\/em><\/li>\n<li><em>Konjunktiv II: Geforschthabendw&uuml;rdende<\/em><\/li>\n<\/ul><p><strong>Das Kind &bdquo;Sprache&ldquo; ist schon in den Brunnen gefallen, dank Denglisch. Doch &hellip;<\/strong><\/p><p>Wenn wir ehrlich sind, haben wir unsere Sprache schon enorm ramponiert, besch&auml;digt, kulturell verwahrlosen lassen. Wir erleben bis heute eine Inflation des &bdquo;Denglischen&ldquo;, &bdquo;beeindruckend&ldquo; ist schon lange zu &bdquo;cool&ldquo; geworden, nur bei &bdquo;cool&ldquo; leuchten unsere Augen. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hei&szlig;t neuerdings CEO, und der Abgabeschluss f&uuml;r einen Auftrag wird von einer Deadline gezogen. Roundabout, live, Cashflow, Meeting, App, Smartphone, Flatrate, Shopping, Black Friday, Row Area (ein neues englisches Wort f&uuml;r einen noch spannenderen Raum im Backstage-Bereich einer Musikb&uuml;hne). Man unternehme nur mal zum Spa&szlig; den Versuch, eine DIN-A4-Seite mit englischen W&ouml;rtern, die in unserer Sprache &bdquo;in&ldquo; oder ein &bdquo;must&ldquo; sind, aufzulisten. Ich garantiere, ich schw&ouml;r&rsquo; (habe ich von einem t&uuml;rkischen Freund): Ein Blatt reicht nicht.<\/p><p>Doch &hellip; wir k&ouml;nnen optimistisch sein. Denn die Sprache, also auch unsere Muttersprache &ndash; sie ist ein wunderbares, dynamisches Wesen. Man h&ouml;re nur mal der Jugend zu. Die fanden es fr&uuml;her echt knorke, dann cool und nun mega Dicka. Es k&ouml;nnte auch wieder der Tag kommen, an dem sie im dann angesagten Trend ausrufen werden, freuten sie sich besonders &uuml;ber etwas: &bdquo;Mensch &ndash; das ist sch&ouml;n!&ldquo;<\/p><p><strong>Nein zur N&ouml;tigung, zum Zwang, zum Nachteil f&uuml;r Menschen, die Gendern ablehnen<\/strong><\/p><p>Gendern. Dschendern. Es ist ein Unwort. Es ist ein Wort, welches Unbehagen ausl&ouml;st. Nicht, weil die Idee der Gleichberechtigung Unbehagen ausl&ouml;st. Das Unbehagen l&ouml;st der englische Ausdruck wegen seiner innewohnenden, selbstgef&auml;lligen, besserwisserischen Penetranz des Stils aus. Der Stil versucht, die bisherige und sich doch stets wandelnde und entwickelnde Sprache ins Abseits zu dr&auml;ngen, was von den &bdquo;AktivistInnen&ldquo; bis zu einer fanatischen Ekstase ausgelebt wird. Das Unbehagen der &bdquo;Normalen&ldquo; dagegen verst&auml;rkt sich, weil: Es geht eben um Zwang. Um Ausgrenzen. Um diese unausgesprochene Drohung: Wer nicht mitmacht, der\/die\/es ist drau&szlig;en und\/oder gar nicht (mehr) dabei. Das Leben bietet traurige, emp&ouml;rende Beispiele dieser Entwicklung: Man\/frau stelle sich vor: Eine Diplomarbeit &ndash; ach ja, die hei&szlig;t ja jetzt Bachelor oder Master &ndash; wird von dem Studenten ganz ohne Gendern verfasst. Das aber bedeutet, ganz gleich, ob man\/frau fachlich richtig, ja brillant schreibt &ndash; Punktabzug. In den Medien, Zeitung, TV, Rundfunk &ndash; ist eine berufliche Laufbahn in Redaktionen zunehmend nicht m&ouml;glich, wenn man das Gendern nicht beherrscht und nutzt. B&uuml;rger sch&uuml;tteln den Kopf, lesen sie Beh&ouml;rdenpost. Bei der Deutschen Bahn muss die Kundschaft neuerdings gendergerecht angesprochen werden. Ein Gericht entschied, dass die Anrede &bdquo;Herr&ldquo; oder &bdquo;Frau&ldquo; diskriminierend sei.<\/p><blockquote><p>\n<em>Geklagt hatte eine Person, die sich weder dem weiblichen noch dem m&auml;nnlichen Geschlecht zuordnet. Nach Auffassung des Gerichts wird sie diskriminiert, da sie bei der Fahrkartenbuchung zwingend eine Anrede als &bdquo;Herr&ldquo; oder &bdquo;Frau&ldquo; angeben muss. Das Urteil ist nicht anfechtbar. Gendergerechte Ansprache ab Januar 2023. Dem Urteil zufolge muss die Bahn im kommenden Jahr die Anrede ihrer Kunden umstellen. Bei Zuwiderhandlung muss sie ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro zahlen. Das Gericht sprach der klagenden Person zudem 1.000 Euro plus Zinsen als Entsch&auml;digung zu. Sie hatte 5.000 Euro gefordert. Au&szlig;erdem muss die Bahn die Verfahrenskosten der Person von knapp 500 Euro &uuml;bernehmen.<\/em> (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/panorama\/urteil-bahn-geschlechtsneutrale-anrede-kunden-100.html\">mdr.de<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Gendern ger&auml;t in die Defensive &ndash; in der Politik schreit man auf &ndash; bei den Konservativen<\/strong><\/p><p>Deutlich sei angemerkt, dass die CDU ganz leise sein sollte mit ihrem ausgestellten Widerstand in Sachen Gendern. H&auml;tte die CDU in vielen Jahren Kanzlerin-Regentschaft der Gleichberechtigung von Mann und Frau einschlie&szlig;lich gleicher L&ouml;hne und gerechter Positionen in der Gesellschaft zum Sieg verholfen, es g&auml;be keinen Fanatismus des Genderns. Sei&lsquo;s drum, nun positioniert sich die einstige Regierungspartei so:<\/p><blockquote><p>\n<em>Die CDU macht sich gegen Gender-Sprache in Beh&ouml;rden, Schulen, Universit&auml;ten sowie im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk stark. Man wolle etwa &bdquo;auch nicht, dass jemand an der Universit&auml;t daf&uuml;r bestraft wird, dass er die Sprache verwendet, die ohne Gendersternchen funktioniert&ldquo;, sagte CDU-Generalsekret&auml;r Mario Czaja am Freitag kurz vor Beginn eines Kleinen Parteitags der Christdemokraten in Berlin.<\/em><\/p>\n<p><em>In einem von der Antragskommission der Partei ver&auml;nderten Antrag des CDU-Verbandes Braunschweig, der von den gut 160 Delegierten diskutiert und verabschiedet werden sollte, hei&szlig;t es: &bdquo;Die CDU Deutschlands spricht sich gegen jede Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aus, die keine Gender-Sprache verwenden m&ouml;chten.&ldquo; &bdquo;Man sei daf&uuml;r, dass in allen Beh&ouml;rden, Schulen, Universit&auml;ten und anderen staatlichen Einrichtungen sowie im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk keine grammatikalisch falsche Gender-Sprache&ldquo; verwendet werde. Zudem lehne man &bdquo;negative Folgen einer korrekten, den Vorgaben des Rates f&uuml;r deutsche Rechtschreibung entsprechenden Schreibweise bei Pr&uuml;fungsleistungen oder F&ouml;rderantr&auml;gen ab.&ldquo; (Quelle dpa)<\/em><\/p>\n<p><em>CDU-Chef Friedrich Merz hat vor dem Hintergrund j&uuml;ngster Umfrageergebnisse mit einer strittigen These zum Erfolg der AfD Kritik auf sich gezogen. &bdquo;Bei n&auml;herer Betrachtung sind die Ursachen doch seit Langem ziemlich klar&ldquo;, erkl&auml;rte Merz am Samstag in seinem Newsletter. &bdquo;Mit jeder gegenderten Nachrichtensendung gehen ein paar Hundert Stimmen mehr zur AfD.&ldquo; Eine gro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung lehne &bdquo;gegenderte Sprache und identit&auml;re Ideologie&ldquo; ab, so der 67-J&auml;hrige.<\/em> <em>(Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/blanker-populismus-cdu-friedrich-merz-empoert-journalisten-mit-aussagen-zum-gendern-in-nachrichten-und-umfrageergebnissen-der-afd-li.355487\">berliner-zeitung.de<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Zur&uuml;ck zur genderfernen, aufmerksamen, gerechten Sprache &ndash; sogar mit &bdquo;innen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das Bem&uuml;hen in der Sprache, die Praxis, die Menschen in der Gesamtheit abzubilden, und zwar unmittelbar &ndash; sie war, ist und bleibt lebendig. Geschlechtliche Abbildung erreicht das generische Maskulinum, vorausgesetzt, man ist gewillt, diese Vereinbarung zu akzeptieren, weil man dem Nutzer eben nicht unterstellt, Menschen mit dem Mittel generisches Maskulinum auszugrenzen. Wenn man, wie mein Freund fordert, sich Zeit und M&uuml;he gibt, sich einen &Uuml;berblick verschafft, wird man bemerken, dass ganz ohne &bdquo;*&ldquo; und &bdquo;Innen&ldquo; Frauen und M&auml;nner und auch Menschen ohne Zuordnung zu den Geschlechtern in der Sprache w&uuml;rdig wiedergegeben werden. Meine Damen und Herren, liebe Anwesende.<\/p><p>Da gibt es noch eine Sch&ouml;nheit unserer Sprache. Die Mehrzahl bei W&ouml;rtern, die eine Menge von Menschen bezeichnen: Freundeskreis, Fans, Publikum, Mannschaft, Gemeinschaft, Bev&ouml;lkerung. Sch&ouml;n und charmant ist &ndash; wir lieben ja Fu&szlig;ball &ndash;, wenn zum Beispiel die Frauen auflaufen, sie eben die Frauennationalmannschaft sind.<\/p><p>Es braucht kein anma&szlig;endes Gendern in einer modernen Gesellschaft, konkret kein Gendern, welches den Finger hebt, welches ausgrenzt, welches diejenigen, die das mit dem * und dem Innen nicht k&ouml;nnen und\/oder wollen, dumm dastehen l&auml;sst. Bildungsrundfunk und Bildungsfernsehen lassen das ungebildete Publikum (noch) sp&uuml;ren, wie doof es ist. <em>Kulturzeit<\/em> (<em>3Sat<\/em>) und viele Sendungen bei <em>DLF<\/em>, <em>DLF Kultur<\/em> strotzen vor Sternen und Hicks (die geringf&uuml;gige Pause vor &hellip;Innen).<\/p><p>Die Fanatiker dieser Sprachausformung tun dabei nichts, so meine Beobachtung, die Gesellschaft besser zu machen. Warum? Das w&auml;re anstrengend, die Ursachen f&uuml;r all die wirklichen Ungerechtigkeiten zu benennen. Dann m&uuml;sste man, ganz nebenbei, die Klassenfrage, die Eigentumsfrage stellen. Klassenfrage? Viele wissen gar nicht, was Klassen sind. Denen sei gesagt: Die Bundesrepublik ist eine kapitalistische, eine Klassen-, eine Leistungsgesellschaft, eine, in der unter anderem das (private) Eigentum und die damit verbundene Macht &uuml;ber vielen anderen Dingen stehen. Den selbstgef&auml;lligen Genderfreunden gef&auml;llt es, von ArbeiterInnen und ArbeitgeberInnen zu reden, die sich aber damit eben nicht gleichberechtigt und in fairer Zusammenarbeit zu gleichem Vorteil gegen&uuml;berstehen. Die widerspr&uuml;chliche, ungerechte Situation dieses Klassenkampfes wird mit &bdquo;Innen&ldquo; nicht gel&ouml;st. Im &Uuml;brigen hei&szlig;t es beispielsweise (im Proletarierjargon), so viel Zeit und H&ouml;flichkeit f&uuml;r die Frauen unserer Welt muss sein: &bdquo;Liebe Arbeiterinnen und Arbeiter!&ldquo; und nicht &bdquo;Arbeiter Innen!&ldquo;.<\/p><p>Titelbild: FrankHH\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher wurde die Frage &bdquo;Gast oder G&auml;stin?&ldquo; muttersprachlich ohne jede Aufregung gel&ouml;st: Es hei&szlig;t &bdquo;Gast&ldquo;. &bdquo;Du bist mein Gast&ldquo;, sagt man zu einem Menschen, egal welchen Geschlechts er ist. Das zu &auml;ndern und einfach &bdquo;Gast&ldquo; zu sagen nicht (mehr) gut zu finden, finde ich sehr ungerecht. Denn jeder angesprochene Gast wusste bisher selbst sehr wohl,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99564\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":99565,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,201,165,11],"tags":[2190,2269,2299],"class_list":["post-99564","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-ideologiekritik","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-genderpolitik","tag-konformitaetsdruck","tag-sprachkritik"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Shutterstock_2212963909.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=99564"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99608,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99564\/revisions\/99608"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/99565"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=99564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=99564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=99564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}