{"id":99628,"date":"2023-06-23T09:44:55","date_gmt":"2023-06-23T07:44:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99628"},"modified":"2023-06-23T10:48:01","modified_gmt":"2023-06-23T08:48:01","slug":"deutschland-hat-sich-bei-dem-deal-erpressen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99628","title":{"rendered":"\u201eDeutschland hat sich bei dem Deal erpressen lassen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung sponsert die Ansiedlung eines Intel-Werks in Magdeburg mit knapp zehn Milliarden Euro &ndash; einfach so, blo&szlig; gegen das Versprechen des US-Chipherstellers, 3.000 Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Mehr braucht es heute nicht mehr f&uuml;r Megaunternehmen, die Steuerzahler um Unsummen zu erleichtern. F&uuml;r den linkskeynesianischen &Ouml;konomen <strong>Rudolf Hickel<\/strong> ist das Ausdruck einer Zeitenwende, bei der es nur mehr um &bdquo;eiskalte, r&uuml;cksichtslose Konkurrenz&ldquo; zwischen Konzernen geht, &bdquo;die den Staat als willf&auml;hrigen Erf&uuml;llungsgehilfen vor sich her treiben&ldquo;. Dagegen h&auml;tten alle Ans&auml;tze zur Regulierung, Besteuerung und Zerschlagung der Monopole f&uuml;rs Erste ausgedient, beklagt er im Interview mit den NachDenkSeiten. Mit dem Wirtschaftswissenschaftler sprach <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Lesen Sie zum Thema auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99507\">Jens Berger &ndash; Heizen f&uuml;r Intel &ndash; Standortpolitik aus dem Kuriosit&auml;tenkabinett<\/a><\/em><\/p><p><strong>Herr Hickel, die Bundesregierung will dem US-Chip-Hersteller Intel aus Bundesmitteln knapp zehn Milliarden Euro an Subventionen zur Ansiedlung eines Werks in Magdeburg bereitstellen. Den Deal haben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Konzernchef Patrick Gelsinger am Montag mit ihrer beider Unterschrift perfekt gemacht. Urspr&uuml;nglich wollte die Ampelregierung &bdquo;nur&ldquo; 6,8 Milliarden Euro an F&ouml;rdergeldern aussch&uuml;tten, jetzt sind es drei Milliarden Euro mehr geworden. Machen Sie sich Sorgen um das viele Geld?<\/strong><\/p><p>Zur Begr&uuml;ndung der Zugabe hei&szlig;t es ja, Intel werde anders als zun&auml;chst geplant nicht 17 Milliarden Euro, sondern 30 Milliarden in den Standort investieren. Also m&uuml;sse auch der Bund entsprechend nachlegen, und zwar durch die Erh&ouml;hung der Finanzhilfen auf 9,9 Milliarden Euro. Das mag irgendwie folgerichtig klingen, verst&auml;rkt aber eigentlich nur den Eindruck, dass sich die Bundesregierung mit der Unterst&uuml;tzung dieses Investments in einer klaren Abh&auml;ngigkeit von Intel befindet. Man k&ouml;nnte auch sch&auml;rfer formulieren: Deutschland hat sich bei dem Deal erpressen lassen und der US-Konzern seine strukturelle &Uuml;bermacht gegen&uuml;ber der Politik demonstriert.  <\/p><p><strong>Die Frage ist doch, was bekommt die Ampelregierung beziehungsweise die BRD im Gegenzug f&uuml;r die Gro&szlig;z&uuml;gigkeit? Einen auf Dauer gesicherten Industriestandort, ordentlich bezahlte Arbeitspl&auml;tze in gro&szlig;er Zahl, eine strukturelle Aufwertung der Region &hellip;<\/strong><\/p><p>Erst einmal gehe ich davon aus, dass dies ein langfristig gesichertes Engagement ist. Abzuwarten bleibt allerdings, ob am Ende tats&auml;chlich das ganze Volumen von 30 Milliarden Euro realisiert wird. Da sind wir dann schon beim Eingemachten, denn ein weltweit agierender Konzern investiert nicht ins Blaue hinein, sondern immer in Abh&auml;ngigkeit von den erwarteten Profiten. Und sollte sich im Bereich der hochwertigen Chipproduktion in den kommenden Jahren eine Krise abzeichnen, kann eine Standortplanung auch schnell revidiert werden. An dieser Stelle wird das ganze erpresserische Ausma&szlig; offenbar. Vertretbar sind &ouml;ffentliche Subventionen, zumal in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung, allenfalls dann, wenn es daf&uuml;r eine belastbare Standortgarantie gibt, etwa f&uuml;r zehn Jahre oder besser noch mehr. <\/p><p><strong>Die Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, gab dieser Tage zu bedenken, dass Mikrochipfabriken innerhalb weniger Jahre &bdquo;v&ouml;llig veraltet&ldquo; sein k&ouml;nnen. Deshalb m&uuml;ssten staatliche Zusch&uuml;sse mit Investitions- und Forschungszusagen sowie Jobgarantien &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum verkn&uuml;pft sein. Mit Blick auf Intel und vergleichbare Industrieansiedlungen in Ostdeutschland fehle eine solche <a href=\"https:\/\/www.wirtschaft-in-sachsen.de\/dgb-chefin-verlangt-von-mikrochipfabriken-gegenleistung-fuer-subventionen\/\">&bdquo;klare Strategie des Staates&ldquo;<\/a>, meint Fahimi. Wie ist Ihr Eindruck?  <\/strong><\/p><p>Fahimi ist voll zuzustimmen. Ich habe das verf&uuml;gbare Material zu der Intel-Ansiedlung gesichtet und kann dabei nichts finden, was erkennen l&auml;sst, dass die Bundesregierung auf harten und vertraglich verbrieften Gegenleistungen f&uuml;r ihre Milliardenbeihilfen besteht. Schlie&szlig;lich ist die Rede von insgesamt 10.000 Jobs, davon 3.000 feste und hochqualifizierte Arbeitspl&auml;tze im k&uuml;nftigen Chipwerk. Man stelle sich vor, die Menschen werden morgen eingestellt und &uuml;bermorgen wieder auf die Stra&szlig;e gesetzt, weil die Gesch&auml;fte nicht die erhofften Profite bringen. Das w&uuml;rde die Region weiter zur&uuml;ckwerfen. Deshalb: Ohne echte Standortgarantie vor allem im Bereich der Jobs und der tariflich abgesicherten Arbeitsverh&auml;ltnisse k&ouml;nnte die ganze Unternehmung zum Schuss in den Ofen werden.  <\/p><p><strong>Gleichwohl verspricht sich Intel ja zun&auml;chst einmal etwas davon.  <\/strong><\/p><p>Klar, die wollen viel Geld verdienen und spannen daf&uuml;r die Bundesregierung vor ihren Karren. Beachtlich ist der Vorgang noch aus einem anderen Grund: Vor ein paar Jahren w&auml;re es noch undenkbar gewesen, dass ein US-Industriegigant auf der gr&uuml;nen Wiese an der Elbe so ein Projekt stemmt. Manche sprechen hier von einem Zeichen f&uuml;r das &bdquo;decoupling, &uuml;bersetzt &bdquo;Entkoppeln&ldquo;. Dahinter steht die Vorstellung, Wirtschaftswachstum k&ouml;nnte es auch ohne steigende Umweltbelastung geben, weshalb man von der Dreckschleuderproduktion in Billiglohnl&auml;ndern abr&uuml;cken w&uuml;rde. <\/p><p>Das ist Augenwischerei. Nicht eine pl&ouml;tzlich eingekehrte &ouml;kologische Vernunft oder sozialpolitische Verantwortung sind die Treiber dieser Entwicklung. Es geht schlichtweg um die materielle Gewalt der j&uuml;ngsten Krisen der Globalisierung, vor allem die Lieferkettenproblematik, die gerade den Nachschub an Mikrochips monatelang ins Stocken brachte. Deshalb geht man jetzt nicht mehr so ganz aggressiv an den billigsten Standort mit den minderwertigsten sozialen und &ouml;kologischen Bedingungen. Lieber sucht man sich Standorte in vergleichsweise sicheren Regionen, verbunden allerdings mit h&ouml;heren Ausgaben f&uuml;r Besch&auml;ftigte und Logistik. Und eben f&uuml;r diese Mehrkosten werden dann zum Einstieg hohe Subventionen der Allgemeinheit abverlangt. <\/p><p><strong>Dabei bl&uuml;hen Intel noch viel mehr Beihilfen: Das Land Sachsen-Anhalt wird gewiss einiges springen lassen und au&szlig;erdem soll der Konzern mit einem billigen Industriestrompreis gepampert werden. So wird Profitmachen ziemlich leichtgemacht.<\/strong><\/p><p>Ohne Frage wird das ganze Drumherum, also die Erschlie&szlig;ung, die logistische Anbindung, die Wasserversorgung, die Menschen in Sachsen-Anhalt noch einiges mehr kosten. Und den g&uuml;nstigen Strom &ndash; die Rede ist von <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/magdeburg\/magdeburg\/intel-strom-energie-kosten-zugestaendnisse-102.html\">zehn Cent pro Kilowattstunde<\/a> &uuml;ber 20 Jahre &ndash; bezahlt der Normalverbraucher beziehungsweise der  Steuerzahler.   <\/p><p><strong>Intel hat in den vergangenen f&uuml;nf Jahren fast 100 Milliarden Dollar Nettogewinn eingestrichen. Da fragt man sich schon, ob sich die Expansion nicht auch aus eigener Kasse zahlen lie&szlig;e?   <\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte Intel das. Aber wir erleben tats&auml;chlich so etwas wie eine Zeitenwende, was die polit-&ouml;konomischen Machtverh&auml;ltnisse und Interdependenzen zwischen Staat und Wirtschaft in der globalen Welt betrifft. Der protektionistische Schub, der schon unter Donald Trump einsetzte und der sich mit dem Inflation Reduction Act der Biden-Administration noch zugespitzt hat, schwappt jetzt mit voller Wucht auf Europa &uuml;ber. Das l&ouml;st einen nie dagewesenen Subventionswettlauf aus, beg&uuml;nstigt noch durch andere Faktoren: den Ukraine-Krieg, das demonstrative Zusammenstehen gegen&uuml;ber dem russischen Feind, die Energiekrise. Das Ganze gipfelt jetzt in einer Art Beggar-My-Neighbour-Politik, neuerdings auf der Ebene von monopolistischen Konzernen. <\/p><p><strong>Was hat das alles noch mit Kapitalismus zu tun, dem freien Spiel der Kr&auml;fte und der Erz&auml;hlung, dass der Staat sich aus dem Marktgeschehen herauszuhalten habe? <\/strong><\/p><p>Faktisch nichts mehr. Die Beschw&ouml;rung des freien Marktes, der alles regelt und wie eine Maschine zur Wohlstandserzeugung f&uuml;r alle wirkt, war immer schon eine L&uuml;ge. Es sind zwar die neoliberalen &Ouml;konomen, die jetzt lauthals gegen die neue Subventionitis wettern. Dabei haben sie mit ihrem Verzicht auf eine scharfe Wettbewerbspolitik mit ihrer verqueren Ideologie die monopolistische Konkurrenz jahrzehntelang bef&ouml;rdert. Sie haben sich nie im Kampf gegen Monopolmacht engagiert. Durch die drei gro&szlig;en Krisen, die der Infektionen (Corona), der Inflation und der Intervention (Ukraine) hat sich das Wirtschaftsgeschehen noch einmal massiv verschoben, von einer vormals &uuml;berwiegend marktbestimmten hin zu einer politisch bestimmten Produktion unter deregulierter Macht der Konzerne.<\/p><p><strong>Dazu zwei Beispiele: Der Solarzellenfabrikant Meyer Burger mit Sitz im schweizerischen Thun hat in einem Brief an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) unverhohlen damit gedroht, seine Investitionsvorhaben f&uuml;r Deutschland zu annullieren, um stattdessen in &Uuml;bersee zu expandieren. Begr&uuml;ndung: <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/energie\/meyer-burger-solarzellenhersteller-prueft-verlagerung-der-produktion-in-die-usa-a-0461b0ba-b49e-4be4-bfc8-462b1417380b\">&bdquo;In den USA rollt man uns den roten Teppich aus&ldquo;<\/a>. Zweitens will  Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Gr&uuml;ne) Unternehmen im Bereich Zukunftstechnologien mit einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97521\">billigen Industriestrompreis<\/a> entgegenkommen. Wo soll das alles enden und wer soll das alles bezahlen? <\/strong><\/p><p>Macht Meyer Burger seine Drohung wahr, h&auml;tten wir in Europa &uuml;berhaupt keinen Solarzellenhersteller mehr. Dann w&auml;re auf dem Gebiet nicht mehr China unser vermeintlich b&ouml;ser Widersacher, sondern die USA mit ihrem imperialistischen Protektionismus. Dabei sind es die tonangebenden Monopolkonzerne, die den Staat als willf&auml;hrigen Erf&uuml;llungsgehilfen vor sich her treiben. Das ist eine neue Variante eines staatsmonopolistischen Kapitalismus &ndash; jetzt auf globaler Ebene mit Blockbildung. Wo soll das enden? Ich wei&szlig; es nicht. Wer soll das bezahlen? Die einfachen Leute. Denn schlechter als heute standen die Chancen f&uuml;r eine st&auml;rkere Besteuerung von Verm&ouml;gen, Erbschaften oder Unternehmen wohl noch nie. <\/p><p><strong>Sie sprechen es an: Es gab in j&uuml;ngerer Vergangenheit ja zumindest Denkans&auml;tze, global agierende Konzerne wie Google, Apple und Co. endlich wirksam zu besteuern, Steueroasen zu schlie&szlig;en oder eine Finanztransaktionssteuer einzuf&uuml;hren. Kann man das angesichts der neueren Entwicklung nicht alles vergessen? <\/strong><\/p><p>Vergessen sollte man es nicht, denn besagte Instrumente bleiben die Mittel der Wahl, um den kapitalistischen Krisen eines Tages vielleicht doch noch Herr zu werden. Richtig ist, dass diese im Zeichen des polarisierten Protektionismus &ndash; von wegen America First, Germany First, Japan First &ndash; in der politischen Debatte praktisch keine Rolle mehr spielen. Es geht nur noch um eine eiskalte, r&uuml;cksichtslose Konkurrenz der Konzerne, die durch die Staaten nicht zerschlagen, sondern geh&auml;tschelt und gep&auml;ppelt werden. Wir erleben also das genaue Gegenteil dessen, wor&uuml;ber bis vor kurzem noch recht aussichtsreich diskutiert wurde: Wie kann man Konzerne zerschlagen, um ihre geostrategische Macht zu brechen, wie sie bestrafen, wenn sie keine Steuern zahlen? Die Profitlogik bestimmt die Ausbeutung von Mensch und Natur. <\/p><p><strong>Man stelle sich vor, so wie es <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99507\">hier<\/a> Jens Berger am Mittwoch geschrieben hat, statt Intel zehn Milliarden Euro hinterherzuwerfen, das viele Geld in die F&ouml;rderung von Jungunternehmern zu stecken. Spr&auml;ngen dabei nicht ein paar mehr als nur 3.000 zukunftstr&auml;chtige Jobs heraus? <\/strong><\/p><p>Ohne Frage Ja und das w&auml;re eine Standortpolitik, die den Namen verdient, mit einer zukunftsweisenden Regionalisierung und Diversifizierung der Wirtschaftsstrukturen. Stattdessen setzt die Politik auf die ganz Gro&szlig;en, wodurch sich der Staat in eine brutale Abh&auml;ngigkeit begibt und die Risiken und Konsequenzen eines Scheiterns ungleich gr&ouml;&szlig;er sind. Wenn ein Gro&szlig;konzern h&uuml;stelt, dann droht die Lungenentz&uuml;ndung an vielen seiner Standorte.<\/p><p><strong>Zumal bei fehlenden Standortgarantien? <\/strong><\/p><p>Wie gesagt: Die gibt es im Fall Intel nach Lage der Dinge nicht. Aber selbst wenn es sie g&auml;be, w&auml;re auch darauf kein Verlass. Ich habe mich lange mit der regionalen Wirtschaftsstrukturpolitik befasst und kenne aus den letzten 20 Jahren kein einziges Beispiel einer subventionierten Firmenansiedlung, bei dem die paraphierten Bedingungen zum Erhalt oder Ausbau des Standorts, zu &ouml;kologischen Auflagen oder Fragen der Entlohnung eins zu eins eingehalten wurden. <\/p><p><strong>Der Fall erinnert stark an die Tesla-&bdquo;Gigafabrik&ldquo; in Brandenburg. Dabei gibt es schon jetzt  erste Hinweise, der Autobauer k&ouml;nnte <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/regional\/brandenburg\/rbb-mehrere-hundert-leiharbeiter-werden-von-tesla-nicht-weiterbeschaeftigt-102.html\">hinter seinen Produktionszielen zur&uuml;ckbleiben<\/a>. Nicht gerade ein gutes Omen f&uuml;r Magdeburg &hellip; <\/strong><\/p><p>In der Tat und die Sache wird nicht besser, wenn man sich vor Augen f&uuml;hrt, wie das Projekt bezahlt werden soll und auf wessen Rechnung das geht. Tats&auml;chlich will die Bundesregierung die Beihilfen mit Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten im Rahmen des Klima- und Transformationsfonds querfinanzieren. Das ist eine zweckentfremdete Nutzung mit einer sozial-&ouml;kologisch doppelten Fehlwirkung. Denn eigentlich soll der Fonds Ma&szlig;nahmen zur Energieeinsparung sowie sozialen Ausgleichszahlungen f&uuml;r von steigenden Energiepreisen belastete Haushalte zugutekommen. Nun wird etwa die Spritpreiserh&ouml;hung durch die CO&#8322;-Abgabe, die auch die sozial schwachen Pendler trifft, f&uuml;r die Subventionierung von Intel missbraucht. <\/p><p><strong>Den Gro&szlig;en wird gegeben, den Kleinen genommen.<\/strong><\/p><p>Schlie&szlig;lich stellt sich die Frage, wer die Zehn-Milliarden-Euro-Subvention am Ende bezahlt. Auskunft geben die laufenden Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2024. Die FDP blockiert Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r Verm&ouml;gende und Erben, die Schuldenbremse wird wieder strikt eingehalten und dazu kommen noch die irren Ausgaben f&uuml;r die Bundeswehr. Das alles wird am Ende wohl nur zu weiteren Einschnitten im Sozialstaat f&uuml;hren. <\/p><p>Titelbild: &copy; privat<\/p><p><em><strong>Zur Person:<\/strong> Rudolf Hickel, Jahrgang 1942, ist Professor f&uuml;r Finanzwirtschaft und leitet die Forschungsstelle &bdquo;Wirtschaft und Finanzen&ldquo; am Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universit&auml;t Bremen. Der 81-J&auml;hrige verfolgt einen nachfrageorientierten Ansatz in der Wirtschaftspolitik und tritt als Vertreter einer postkeynesianischen Position f&uuml;r hohe L&ouml;hne, schlagkr&auml;ftige Gewerkschaften, Arbeitszeitverk&uuml;rzungen und den &ouml;kologischen Umbau der Wirtschaft ein. Gemeinsam mit den &Ouml;konomen J&ouml;rg Huffschmid und Herbert Schui hat er 1975 die <a href=\"https:\/\/www.alternative-wirtschaftspolitik.de\/\">&bdquo;Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik&ldquo;<\/a> gegr&uuml;ndet, die allj&auml;hrlich ein &bdquo;Gegengutachten&ldquo; zu den Empfehlungen des &bdquo;Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung&ldquo; (die &bdquo;f&uuml;nf Weisen&ldquo;) vorlegt. Hickel ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des globalisierungskritischen Netzwerks ATTAC und sa&szlig; f&uuml;r die Arbeitnehmerseite in diversen Aufsichtsr&auml;ten deutscher Unternehmen.  <\/em><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/5fb0627c31ef44aaaeb9a67f534528b0\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung sponsert die Ansiedlung eines Intel-Werks in Magdeburg mit knapp zehn Milliarden Euro &ndash; einfach so, blo&szlig; gegen das Versprechen des US-Chipherstellers, 3.000 Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Mehr braucht es heute nicht mehr f&uuml;r Megaunternehmen, die Steuerzahler um Unsummen zu erleichtern. F&uuml;r den linkskeynesianischen &Ouml;konomen <strong>Rudolf Hickel<\/strong> ist das Ausdruck einer Zeitenwende, bei der es<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99628\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":99630,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[135,37,209,30],"tags":[749,3394,2052,909,2174,443,394,1556],"class_list":["post-99628","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-finanzpolitik","category-globalisierung","category-interviews","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-hickel-rudolf","tag-intel","tag-investitionen","tag-kapitalismus","tag-protektionismus","tag-standortwettbewerb","tag-subventionen","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/230623-hickel-titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=99628"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99641,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99628\/revisions\/99641"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/99630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=99628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=99628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=99628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}