{"id":99689,"date":"2023-06-24T15:00:59","date_gmt":"2023-06-24T13:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99689"},"modified":"2023-06-24T16:57:17","modified_gmt":"2023-06-24T14:57:17","slug":"die-legende-von-der-luftbruecke-und-die-historischen-fakten-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99689","title":{"rendered":"Die Legende von der Luftbr\u00fccke und die historischen Fakten (1\/2)"},"content":{"rendered":"<p>Sie erschienen im Sommer 1948 am Himmel &uuml;ber Westberlin und warfen Schokolade und S&uuml;&szlig;igkeiten an Fallschirmen, brachten Kohle, Lebensmittel und retteten die Westberliner vorm Verhungern. So sagt es die Legende &uuml;ber die &bdquo;Rosinenbomber&ldquo; &ndash; bis heute, 75 Jahre sp&auml;ter. Sie verhinderten, dass die Sowjets den Westteil der einstigen Reichshauptstadt kampflos wieder &uuml;bernehmen konnten. Nichts anderes hatten die vor, sagt die Legende ebenfalls. Und sie wird bis heute flei&szlig;ig weitererz&auml;hlt. Ein Blick in die umfangreiche Historikerliteratur zum Thema zeigt, dass die Legende der &bdquo;Luftbr&uuml;cke&ldquo; und die heutigen politischen Erkl&auml;rungen dazu die damalige Wirklichkeit verf&auml;lschen. Beim Lesen waren einige Kratzer am Lack der &bdquo;Rosinenbomber&ldquo; zu entdecken, hier zusammengetragen in einem historischen Faktencheck von <strong>Tilo Gr&auml;ser<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8318\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-99689-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-1-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-1-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-1-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-1-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=99689-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-1-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-1-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ausl&ouml;ser f&uuml;r die Ereignisse vor 75 Jahren war, dass die Sowjetunion in der Nacht zum 24. Juni 1948 die Transportwege zu Land und zu Wasser in die Berliner Westzonen blockierte. Zugleich hatte sie deren Strom- und Lebensmittelversorgung aus der eigenen Besatzungszone unterbrochen. Die Blockade der Berliner Westsektoren dauerte bis zum 12. Mai 1949 an.<\/p><p><strong>1. War es eine &bdquo;Totalblockade West-Berlins&ldquo; wie immer wieder behauptet wird?<\/strong><\/p><ul>\n<li>&bdquo;Westberlin war zwischen dem 26. Juni 1948 und dem 12. Mai 1949 von den sowjetischen Besatzungstruppen l&auml;ngst nicht so hermetisch abgeriegelt worden, wie dies zun&auml;chst scheinen mag&ldquo;, so Arne Hoffrichter im <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/geschichte\/zeitgeschichte\/deutschlandarchiv\/hoffrichter20130214\/\">&bdquo;Deutschland Archiv 2013&ldquo;<\/a>. Das sei &bdquo;mittlerweile Konsens in der Forschung&ldquo;. &bdquo;F&uuml;r die Einwohner der drei Westsektoren bedeutete dies, dass lokaler Handel und Personenverkehr zwischen Westberlin und dem sowjetischen Einflussbereich, das hei&szlig;t Ostberlin und dem brandenburgischen Umland, weitestgehend m&ouml;glich waren.&ldquo;<\/li>\n<li>Der russische Historiker Aleksej M. Filitov stellt in dem von Helmut Trotnow und Bernd von Kostka herausgegebenen Band &bdquo;Die Berliner Luftbr&uuml;cke &ndash; Ereignis und Erinnerung&ldquo; (2010) fest: &ldquo;Etwaige Planungen f&uuml;r [&hellip;] [eine totale Blockade] fehlen [&hellip;] in allen Dokumenten, die in den Archiven einsehbar sind und es gibt keine Indizien im operativen Bereich, die auf die Existenz solcher Planungen hindeuten w&uuml;rden.&rdquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die Blockade war nicht als vollst&auml;ndige Abschn&uuml;rung geplant oder auf das Aushungern West-Berlins angelegt und wies entsprechende L&uuml;cken auf.&ldquo; Darauf weist Gerhard St&auml;lter in seinem Beitrag im Sammelband &bdquo;Die Luftbr&uuml;cke &ndash; Erinnerungsort des Kalten Krieges&ldquo; (2018) hin. &bdquo;Die Grenzen zum Umland waren ohne erheblichen Personalaufwand ohnehin nicht vollst&auml;ndig zu kontrollieren.&ldquo;. Das h&auml;tten Zeitzeugen best&auml;tigt.<\/li>\n<li>&bdquo;Die Sperren um Berlin waren nicht so dicht wie meistens dargestellt. Die innerst&auml;dtischen Sektorengrenzen blieben weitgehend offen und der Weg ins Brandenburger Umland war fast immer m&ouml;glich.&ldquo; Das ist in dem Buch <a href=\"https:\/\/www.bebraverlag.de\/verzeichnis\/titel\/6-besetzt.html\">&bdquo;Besetzt &ndash; Sowjetische Besatzungspolitik in Deutschland&ldquo;<\/a> des Journalisten Volker Koop (2008) zu lesen.<\/li>\n<li>Es habe nie eine Totalblockade gegeben, schreibt der Rechtswissenschaftler und ehemalige SED-Funktion&auml;r Herbert Graf in seinem Buch <a href=\"https:\/\/www.eulenspiegel.com\/verlage\/edition-ost\/titel\/interessen-und-intrigen-wer-spaltete-deutschland.html\">&bdquo;Interessen und Intrigen: Wer spaltete Deutschland?&ldquo;<\/a> (2011). &bdquo;Auch in dieser angespannten Situation war der Zugang der Westberliner und der Westalliierten nach und &uuml;ber Ostberlin zu jeder Zeit weiter m&ouml;glich. Unbeeinflusst blieben weiter die Luftkorridore, die eine massive Luftbr&uuml;cke erm&ouml;glichten.&ldquo; Zudem werde bis heute ausgelassen, dass die &bdquo;Luftbr&uuml;cke&ldquo; &bdquo;an der Grenze der Legalit&auml;t&ldquo; geflogen wurde, so der Autor. Die benutzten Luftkorridore &uuml;ber der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) seien 1948 nicht durch internationale Abkommen der Alliierten gesichert gewesen.<\/li>\n<li>Im Buch &bdquo;Die Teilung der Welt &ndash; Geschichte des Kalten Krieges 1941 &ndash; 1955&ldquo; des Historikers Wilfried Loth aus dem Jahr 2000 ist zu lesen: &Auml;ngste vor einer Luftblockade Westberlins seien unbegr&uuml;ndet gewesen, &bdquo;weil Stalin nicht bereit war, wegen der Weststaatsgr&uuml;ndung, so sehr sie den sowjetischen Interessen zuwiderlief, einen Krieg zu riskieren, der mit der Vernichtung der Sowjetunion enden musste; aber der Mythos von der sowjetischen St&auml;rke lie&szlig; die meisten westlichen Politiker &uuml;bersehen, wie gewagt, wie hart an der Grenze des tats&auml;chlich Leistbaren das sowjetische Man&ouml;ver in Wirklichkeit war&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p><strong>2. War die Luftbr&uuml;cke &bdquo;nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern vor allem das Zeugnis &uuml;berw&auml;ltigender Menschlichkeit&ldquo; &ndash; oder etwas anderes?<\/strong><\/p><ul>\n<li>Der renommierte Historiker Wolfgang Benz widmet den Ereignissen vor 70 Jahren ein Kapitel in seinem Buch <a href=\"https:\/\/www.dtv.de\/buch\/wolfgang-benz-wie-es-zu-deutschlands-teilung-kam-28158\/\">&bdquo;Wie es zu Deutschlands Teilung kam &ndash; Vom Zusammenbruch zur Gr&uuml;ndung der beiden deutschen Staaten&ldquo;<\/a>. Er beschreibt das &bdquo;gr&ouml;&szlig;te Transportunternehmen in der Geschichte der Luftfahrt&ldquo; in Details. Die Luftbr&uuml;cke sei &ouml;konomisch &bdquo;ein Verlustgesch&auml;ft von seltenem Ausma&szlig;&ldquo; gewesen. Aber die Verluste trugen nicht die westlichen Alliierten: &bdquo;Die Hauptlast der Unterst&uuml;tzung Berlins trug der Steuerzahler in der amerikanischen und britischen Zone.&ldquo; Dem habe seit November 1948 die Sondersteuer &bdquo;Notopfer Berlin&ldquo; gedient.<\/li>\n<li>Ralph Hartmann hat vor 15 Jahren <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/14-2008&amp;textfile=260\">in der Zeitschrift &bdquo;Ossietzky&ldquo;<\/a> darauf aufmerksam gemacht, dass die Luftbr&uuml;cke laut der Londoner &bdquo;Times&ldquo; vom Februar 1949 &bdquo;ein gro&szlig;es strategisches &Uuml;bungsfeld&ldquo; war, das &bdquo;alle fr&uuml;heren Erfahrungen mit der Luftversorgung im Krieg &hellip; v&ouml;llig &uuml;ber den Haufen geworfen hat&ldquo;. Hartman stellte fest, dass der milit&auml;rische Nutzen der &bdquo;Luftbr&uuml;cke&ldquo; bei den Erinnerungsveranstaltungen und -reden ausgeklammert wird.<\/li>\n<li>Robert Allertz erinnert in seinem 2003 erschienenen Buch &bdquo;Im Visier die DDR &ndash; Eine Chronik&ldquo;: &bdquo;Bei dieser zweifellos beachtlichen logistischen Leistung proben die US-Streitkr&auml;fte die Flugleit- und Radarsysteme, die erst 1945 entwickelt worden waren.&ldquo; Die Erkenntnisse seien unter anderem im Korea-Krieg (1950-1953) genutzt worden. Allertz hebt hervor, dass die Luftbr&uuml;cke &bdquo;f&uuml;r die von einer Krise bedrohte amerikanische und englische Flugzeugindustrie zum lohnenden Gesch&auml;ft&ldquo; wurde, &bdquo;das monatlich 50 Millionen einbringt&ldquo;. So habe die &bdquo;New York Times&ldquo; am 24. Februar 1949 frohlockt: &bdquo;Der Kalte Krieg ist ein Segen f&uuml;r unsere Flugzeugindustrie. Zum ersten Mal nach dem Krieg hatte sie 1948 ein Verkaufsvolumen von rund einer Milliarde Dollar gegen&uuml;ber nur 48 Millionen Dollar 1947.&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p><strong>3. War die Luftbr&uuml;cke &bdquo;der Grundstein f&uuml;r die deutsch-amerikanische Freundschaft?<\/strong><\/p><ul>\n<li>US-General Clay war &uuml;ber das Ende der Blockade im Mai 1949 nicht gl&uuml;cklich gewesen, ist im Nachrichtenmagazin <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-44436720.html\">&bdquo;Der Spiegel&ldquo; vom 19. Mai 1949<\/a> zu lesen: &bdquo;&lsquo;Der Milit&auml;rgouverneur, ein starrk&ouml;pfiger, streits&uuml;chtiger Milit&auml;r und Staatsmann aus Georgia&lsquo;, schrieb &sbquo;Herald Tribune&lsquo;, &sbquo;soll schwere Bef&uuml;rchtungen ge&auml;u&szlig;ert haben &uuml;ber das sowjetische Angebot, die Blockade aufzuheben. Wenn nicht feste wirtschaftliche und politische Bande es an einen westlichen Europa-Bund kn&uuml;pften, k&ouml;nne, so meinte General Clay, ein besiegtes, aber geeinigtes Deutschland zu einem Pufferstaat in einem kalten Krieg und dem russischen Druck viel zug&auml;nglicher werden als jetzt ein geteiltes Deutschland.&lsquo;&ldquo;<\/li>\n<li>Der &ouml;sterreichische Historiker Rolf Steininger zitiert in Band 2 seiner 1996 neuaufgelegten <a href=\"https:\/\/www.fischerverlage.de\/buch\/deutsche_geschichte\/9783596155804\">&bdquo;Deutschen Geschichte seit 1945&ldquo;<\/a> aus einem Memorandum des damaligen Londoner Unterstaatsekret&auml;rs Ivone Kirkpatrick vom November 1948. Der sp&auml;tere britische Hohe Kommissar in der BRD meinte darin, es gehe um die &bdquo;zuk&uuml;nftige Sicherheit vor Deutschland&ldquo;. Der Rapallo-Komplex habe nachgewirkt, so Steininger: &bdquo;Deutschland allein war keine Gefahr mehr; nur wenn es gemeinsame Sache mit den Sowjets machte, werde es zur &sbquo;t&ouml;dlichen Gefahr&lsquo; (&sbquo;mortal peril&lsquo;). Das einzige und wichtigste Ziel blieb demnach, ein solches Zusammengehen mit den Sowjets zu verhindern.&ldquo; Sicherheit vor Deutschland sei durch Integration desselben zu erreichen, wird Kirkpatrick zitiert, und das &bdquo;zu einem Zeitpunkt, wo dies noch als Zugest&auml;ndnis (&sbquo;favour&lsquo;) an die Deutschen verkauft werden konnte &ndash; und nicht umgekehrt.&ldquo;<br>\nLaut dem Historiker ging es dem britischen Politiker darum, &bdquo;die Deutschen &uuml;bers Ohr zu hauen (&sbquo;bamboozle the germans by roping them in&lsquo;) und sie &sbquo;am Ende wirtschaftlich, politisch und milit&auml;risch so abh&auml;ngig zu machen von der westlichen Welt, dass sie es sich gar nicht leisten k&ouml;nnen, auszuscheren und ins &ouml;stliche Lager zu wechseln&lsquo;&ldquo;. Ziel sei die &bdquo;totale Kontrolle&ldquo; Westdeutschlands, &bdquo;mit allen Mitteln&ldquo;. F&uuml;r Steininger zeichneten Kirkpatricks Vorstellungen &bdquo;denn auch den Weg vor, den die Entwicklung nahm&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p><strong>4. Was waren die Ursachen f&uuml;r die sowjetische Blockade und die westliche Luftbr&uuml;cke?<\/strong><\/p><ul>\n<li>Benz erinnert in seinem Buch daran, dass die von den westlichen Alliierten vorbereitete und am 24. Juni 1948 auch in den eigenen Berliner Sektoren durchgef&uuml;hrte W&auml;hrungsreform zu den Ursachen der Probleme geh&ouml;rte. Der Historiker Gerald Wettig best&auml;tigt in seinem Buch <a href=\"https:\/\/www.bebraverlag.de\/vzgesamt\/titel\/650-die-stalin-note.html\">&bdquo;Die Stalin-Note&ldquo;<\/a> (2015): &bdquo;Die Deutschland- und Berlin-Frage stand in engem Zusammenhang mit dem Problem der W&auml;hrungsreform.&ldquo; Im Kreml sei im Juni vor 75 Jahren nicht geahnt worden, dass die westlichen Pl&auml;ne daf&uuml;r kurz vor der Umsetzung standen.<\/li>\n<li>Graf zeigt in seinem Buch, wie die Westalliierten sp&auml;testens mit der Londoner Sechsm&auml;chtekonferenz zu Beginn des Jahres 1948 gezielt sich von ihrem fr&uuml;heren Verb&uuml;ndeten Sowjetunion abwandten. Diese Kurs&auml;nderung gegen&uuml;ber den gemeinsamen Potsdamer Vereinbarungen von 1945 sei ein &bdquo;Affront gegen&uuml;ber dem fr&uuml;heren Verb&uuml;ndeten, der in der Geschichte seinesgleichen sucht&ldquo;. Moskau sei bei der W&auml;hrungsreform der westlichen Alliierten von diesen get&auml;uscht worden.<\/li>\n<li>&bdquo;Am Anfang der Krise um Berlin stand die Entscheidung der Westm&auml;chte, nach dem Ende der gemeinsamen Deutschlandpolitik der Alliierten der Logik des Marschall-Planes entsprechend mit der staatlichen Organisation Westdeutschlands zu beginnen.&ldquo; Das stellt der Historiker Loth fest. Zu den Initiatoren habe US-General Lucius Clay geh&ouml;rt. Gleichzeitig sei Washington darum besorgt gewesen, &bdquo;die Westm&auml;chte nicht in den Augen der Deutschen als f&uuml;r die Spaltung der Nation verantwortlich erscheinen zu lassen&ldquo;. Nachdem eine Initiative f&uuml;r eine gesamtdeutsche Einheit nach westlichen Vorstellungen erwartungsgem&auml;&szlig; scheiterte, begannen laut Loth die USA und ihre Partner in Westeuropa, ab Februar 1948 die Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik vorzubereiten &ndash; &bdquo;ohne einen m&ouml;glichen Kompromiss mit der Sowjetunion abzuwarten&ldquo;.<\/li>\n<li>Dabei gab es vor der Blockade eine Chance, diese zu verhindern oder zu vermeiden. Nach den Beschl&uuml;ssen der westlichen Au&szlig;enminister in London im Februar 1948 f&uuml;r einen westdeutschen Staat, sah der britische Milit&auml;rgouverneur Brian Robertson die Gefahr der endg&uuml;ltigen Spaltung Deutschlands. Das schrieb der &ouml;sterreichische Historiker Steininger 1996. Robertson habe bef&uuml;rchtet, dass eine Spaltung &bdquo;fr&uuml;her oder sp&auml;ter zu einem Krieg mit der Sowjetunion&ldquo; f&uuml;hrt, was er verhindern wollte. Ihm sei es darum gegangen, einen Weg zu finden, die Deutschlandfrage gemeinsam mit den Sowjets zu l&ouml;sen &ndash; &bdquo;ohne die es keinen Weltfrieden gibt&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p><em>Lesen Sie morgen den zweiten Teil.<\/em><\/p><p>Titelbild: Steffen Seemann\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie erschienen im Sommer 1948 am Himmel &uuml;ber Westberlin und warfen Schokolade und S&uuml;&szlig;igkeiten an Fallschirmen, brachten Kohle, Lebensmittel und retteten die Westberliner vorm Verhungern. So sagt es die Legende &uuml;ber die &bdquo;Rosinenbomber&ldquo; &ndash; bis heute, 75 Jahre sp&auml;ter. Sie verhinderten, dass die Sowjets den Westteil der einstigen Reichshauptstadt kampflos wieder &uuml;bernehmen konnten. Nichts anderes<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99689\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":99690,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,165],"tags":[2653,2250,2147,3259],"class_list":["post-99689","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-innen-und-gesellschaftspolitik","tag-luftbruecke","tag-nachkriegszeit","tag-sowjetunion","tag-waehrungsreform"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/230624_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=99689"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99731,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99689\/revisions\/99731"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/99690"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=99689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=99689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=99689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}