{"id":99692,"date":"2023-06-25T15:00:19","date_gmt":"2023-06-25T13:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99692"},"modified":"2023-06-26T07:33:42","modified_gmt":"2023-06-26T05:33:42","slug":"die-legende-von-der-luftbruecke-und-die-historischen-fakten-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99692","title":{"rendered":"Die Legende von der Luftbr\u00fccke und die historischen Fakten (2\/2)"},"content":{"rendered":"<p>Sie erschienen im Sommer 1948 am Himmel &uuml;ber Westberlin und warfen Schokolade und S&uuml;&szlig;igkeiten an Fallschirmen, brachten Kohle, Lebensmittel und retteten die Westberliner vorm Verhungern. So sagt es die Legende &uuml;ber die &bdquo;Rosinenbomber&ldquo; &ndash; bis heute, 75 Jahre sp&auml;ter. Sie verhinderten, dass die Sowjets den Westteil der einstigen Reichshauptstadt kampflos wieder &uuml;bernehmen konnten. Nichts anderes hatten die vor, sagt die Legende ebenfalls. Und sie wird bis heute flei&szlig;ig weitererz&auml;hlt. Ein Blick in die umfangreiche Historikerliteratur zum Thema zeigt, dass die Legende der &bdquo;Luftbr&uuml;cke&ldquo; und die heutigen politischen Erkl&auml;rungen dazu die damalige Wirklichkeit verf&auml;lschen. Beim Lesen waren einige Kratzer am Lack der &bdquo;Rosinenbomber&ldquo; zu entdecken, hier zusammengetragen in einem historischen Faktencheck von <strong>Tilo Gr&auml;ser<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3547\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-99692-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-2-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-2-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-2-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=99692-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230623-Legende-Luftbruecke-historische-Fakten-Teil-2-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99689\">den ersten Teil des Artikel<\/a>, der gestern erschienen ist.<\/em><\/p><p><strong>5. Wollte Moskau West-Berlin aushungern und &uuml;bernehmen?<\/strong><\/p><ul>\n<li>Der Historiker Christoph Kle&szlig;mann hob in seinem Buch &bdquo;Die doppelte Staatsgr&uuml;ndung &ndash; Deutsche Geschichte 1945 &ndash; 1955&ldquo; (1991) hervor, die sowjetische Blockade Westberlins sei &bdquo;ein letzter massiver Versuch&ldquo;, gewesen, &bdquo;die Bildung eines westdeutschen States doch noch zu verhindern. Sie war weder auf &ouml;stlicher noch auf westlicher Seite Bestandteil einer langfristigen politischen Strategie.&ldquo; F&uuml;r Kle&szlig;mann handelt es sich um ein Modell f&uuml;r &bdquo;die reaktive Mechanik der Konflikteskalation&ldquo;. Der Chef der Sowjetischen Milit&auml;radministration (SMAD), Marschall Wassili Sokolowski, habe seinem US-Gegen&uuml;ber General Clay gesagt, dass Moskau einen westdeutschen Teilstaat verhindern wollte.<\/li>\n<li>Bei Wettig ist zu lesen, Sokolowski habe Clay erkl&auml;rt, der Verkehr bleibe unterbrochen, bis die Westm&auml;chte darauf verzichten, einen separaten westdeutschen Staat zu errichten. Die sowjetische F&uuml;hrung unter Stalin sei l&auml;ngere Zeit davon ausgegangen, den Machtkampf um Berlin gewinnen zu k&ouml;nnen. Ihr Ziel sei unter anderem ein Friedensvertrag f&uuml;r ganz Deutschland gewesen. Doch mit der Zeit h&auml;tten der Ausbau der Kapazit&auml;ten f&uuml;r die &bdquo;Luftbr&uuml;cke&ldquo; nach Westberlin und die negativen Folgen f&uuml;r die eigene Seite f&uuml;r Umdenken in Moskau gesorgt.<\/li>\n<li>Loth betont, was andere gern weglassen: &bdquo;In der &Ouml;ffentlichkeit erschien die Blockade als ein Versuch, ganz Berlin und soviel als m&ouml;glich von ganz Deutschland in den sowjetischen Herrschaftsbereich einzubeziehen; dass sie pr&auml;zise nur gegen die Weststaatsgr&uuml;ndung gerichtet war, wurde meist &uuml;bersehen.&ldquo; Laut dem Historiker waren die Erfolgsaussichten Moskaus nur gering, &bdquo;aber ein anderes Mittel war der Sowjetf&uuml;hrung nicht mehr verblieben&ldquo;. Sie sei das Risiko eines gewaltigen Prestigeverlustes bewusst eingegangen, vermutet der Historiker.\n<p>&bdquo;Sollte es nicht gelingen, die Westm&auml;chte durch die Blockade zum gesamtdeutschen Konzept zur&uuml;ckzuzwingen, so bestand immer noch einige Aussicht, die Westalliierten aus Berlin vertreiben und damit ein betr&auml;chtliches Hindernis beseitigen zu k&ouml;nnen, das der Staatsbildung auf dem Territorium der eigenen Besatzungszone im Wege stand; das sprach zus&auml;tzlich f&uuml;r den Einsatz des riskanten Mittels.&ldquo;<\/p><\/li>\n<li>Rechtswissenschaftler Graf erinnert daran, dass Historiker in den seit 1991 zug&auml;nglichen sowjetischen Dokumenten keine Spur f&uuml;r die oft behauptete aggressive antiwestliche Strategie und Planung Moskaus gefunden haben. Graf zitiert den Historiker Gunter Mai, der 1995 feststellte, dass die sowjetischen Ma&szlig;nahmen &bdquo;keine Kriegstreiberei, sondern ein untaugliches Unternehmen, die Westalliierten erneut an den Verhandlungstisch zu bringen&ldquo; darstellten.<\/li>\n<li>Bei Steininger ist zu lesen, dass Stalin die Vertreter der Westm&auml;chte am 3. August 1948 empfing. Er habe ihnen &bdquo;mit gr&ouml;&szlig;tem Nachdruck&ldquo; versichert, dass er ihre Truppen nicht aus Westberlin vertreiben wolle. Stattdessen habe er ihnen erkl&auml;rt, dass Moskau Vierm&auml;chteverhandlungen &uuml;ber Deutschland als Ziel habe. Sollte aber der Weststaat dennoch wie geplant gegr&uuml;ndet werden, gebe es &bdquo;nichts mehr, wor&uuml;ber man diskutieren k&ouml;nnte&ldquo;, wird Stalin zitiert. &bdquo;Zumindest wussten die Westm&auml;chte jetzt, dass Stalin in Berlin keine milit&auml;rische Gewalt anwenden w&uuml;rde&ldquo;, so Steininger, und er f&uuml;gt hinzu: &bdquo;In Westdeutschland ging die Entwicklung den von den Westalliierten vorgezeichneten Gang.&ldquo;<\/li>\n<li>SMAD-Chef Marschall Wassili Sokolowski hatte laut Kle&szlig;mann bereits am 29. Juni 1948 gefordert, den Interzonenhandel wiederherzustellen. Im August vor 75 Jahren sei es zu alliierten Verhandlungen in Moskau gekommen, &bdquo;die mit einer Direktive an die Berliner Kommandanten endete, die Blockade aufzuheben und die Ost-W&auml;hrung in ganz Berlin einzuf&uuml;hren&ldquo;. Die entsprechende Direktive der vier Alliierten sei aber &bdquo;an der technischen Umsetzung&ldquo; gescheitert, so Kle&szlig;mann.<\/li>\n<li>Autor Koop erinnert an den SMAD-Befehl Nr. 80 vom 24. Juli 1948: Mit dem wurde festgelegt, dass sich die 2,1 Millionen Westberliner im Ostteil anmelden konnten, um sich mit Lebensmitteln und Brennstoffen versorgen zu lassen. Moskau habe damit versucht, dem damals schon erhobenen Vorwurf zu begegnen, es wolle die Menschen in den Westsektoren aushungern. Doch nur 103.000 Westberliner h&auml;tten das bis M&auml;rz 1949 genutzt, so Koop. Sie &bdquo;hungerten eher, als dieses Angebot anzunehmen&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p><strong>6. Reagierten die Westm&auml;chte nur mit einer Luftbr&uuml;cke?<\/strong><\/p><ul>\n<li>Laut dem Historiker Wettig sind die Westm&auml;chte anfangs davon ausgegangen, dass die begonnene Luftbr&uuml;cke nicht ausreichen w&uuml;rde, um in Westberlin bleiben zu k&ouml;nnen. Sie h&auml;tten versucht, mit Moskau &uuml;ber einen Kompromiss zu verhandeln, bei dem das gesamte Berlin in das W&auml;hrungs- und Wirtschaftsgebiet der SBZ einbezogen worden w&auml;re. Ihr Interesse sei es gewesen, ihre 1945 erworbenen Besatzungsrechte in Berlin dauerhaft zu sichern. Doch der Kompromiss sei gescheitert, weil die Sowjetunion weiter darauf bestand, dass die Westzonen nicht zu einem separaten Staat vereint werden sollten.<\/li>\n<li>Steininger bezeichnete es in seinem Buch als &bdquo;erstaunlich&ldquo;, dass der britische Milit&auml;rgouverneur Robertson im Juli 1948 erneut versuchte, die Deutschlandfrage gemeinsam mit Moskau zu l&ouml;sen. Dabei sollte auf einige sowjetische Forderungen eingegangen werden, bis hin zum Friedensvertrag f&uuml;r Gesamtdeutschland und der sowjetischen Mitkontrolle des Ruhrgebiets. Doch in den westlichen Hauptst&auml;dten wurde dieser Versuch abgelehnt, von der bisherigen Deutschlandpolitik abzukehren. Die Angst, der Kommunismus k&ouml;nne sich auch in Westdeutschland ausbreiten, war zu gro&szlig;. Die Westm&auml;chte f&uuml;rchteten laut Steininger zudem, eine deutsche Zentralregierung k&ouml;nnte unter sowjetischen Einfluss geraten.<\/li>\n<li>Benz erinnert in seinem Buch an die Gegenblockade der westlichen Besatzungsm&auml;chte, die am 19. September 1948 begann. Damit sei der &bdquo;Zufluss von Waren aller Art aus den Westzonen in die Ostzone&ldquo; gestoppt worden. Lebensmittel durften selbst in Einkaufstaschen nicht mehr nach Ostberlin gebracht werden wie auch das Verkehrsverbot in der britisch-US-amerikanischen Bizone f&uuml;r sowjetische Fahrzeuge und solche mit Fahrziel SBZ.<\/li>\n<li>Der sowjetischen Haltung stand eine nicht minder harte und unnachgiebige Position seitens der westlichen Alliierten gegen&uuml;ber, besonders in Person des US-Kommandanten General Lucius Clay. Er befahl nicht nur die Luftbr&uuml;cke, sondern schlug anfangs vor, die sowjetische Blockade mit einem bewaffneten Konvoi zu durchbrechen. Das wurde aber damals von Washington aus Angst vor einem m&ouml;glichen kriegerischen Konflikt abgelehnt &ndash; w&auml;hrend aber gleichzeitig 60 atomwaffentragende B-29-Bomber nach England verlegt wurden, wie Kle&szlig;mann schreibt. Er stellte fest, dass sich der Konflikt verselbstst&auml;ndigte und mit dem Anlass kaum noch etwas zu tun hatte.<\/li>\n<li>Die Wirtschaft in der sowjetischen Zone sei durch die westliche Gegenblockade empfindlich getroffen worden, betont Koop. Zum Teil h&auml;tten Betriebe ihre Produktion ganz einstellen m&uuml;ssen. &bdquo;Es gibt zwar viele Darstellungen &uuml;ber Blockade und Luftbr&uuml;cke&ldquo;, so der Autor, &bdquo;aber nur wenige &uuml;ber die Auswirkungen der Gegenblockade, an der im &Uuml;brigen die westdeutsche Wirtschaft auch kein Interesse hatte.&ldquo; Die US-Milit&auml;rbeh&ouml;rden hatten laut Koop bereits am 25. Juni 1948 s&auml;mtliche Bahntransporte innerhalb des Interzonenhandels in die SBZ untersagt. Die Transporte liefen nur noch &uuml;ber die Stra&szlig;e, bis sie im September ganz gestoppt wurden.<\/li>\n<\/ul><p><strong>7. Wem haben die Blockade und die Luftbr&uuml;cke genutzt?<\/strong><\/p><ul>\n<li>Steininger bezeichnet die Blockade als einen &bdquo;der schwersten Fehler der sowjetischen Politik nach 1945&ldquo;. Der Grund: &bdquo;Wer im Sommer 1948 im Westen noch Zweifel an der Richtigkeit des anglo-amerikanischen Kurses gegen&uuml;ber der Sowjetunion hatte &ndash; mit der Teilung Deutschlands als Konsequenz &ndash;, dem wurden diese Zweifel jetzt durch die Brutalit&auml;t der Blockade genommen.&ldquo; Westdeutsche und Westberliner h&auml;tten sich erstmals seit 1945 als Verb&uuml;ndete gef&uuml;hlt &ndash; gegen&uuml;ber dem Hauptsieger und Hauptleidtragenden des von Deutschen angezettelten Krieges (was der Historiker so nicht erw&auml;hnt &ndash; Anm. d. Red.). Die Sowjetunion habe die letzten Sympathien verloren, au&szlig;er bei den Kommunisten.<\/li>\n<li>Die politische Bilanz der Blockade sei im Westen als &bdquo;sehr befriedigend&ldquo; empfunden worden, so Historiker Benz. War doch Washington laut Historiker Loth von Beginn aller Planungen f&uuml;r einen westdeutschen Staat darauf bedacht gewesen, &bdquo;die Westm&auml;chte nicht in den Augen der Deutschen als f&uuml;r die Spaltung der Nation verantwortlich erscheinen zu lassen&ldquo;.<\/li>\n<li>Worum es den Westm&auml;chten ging, erkl&auml;rte laut Hartmann der sp&auml;tere US-Au&szlig;enminister John Foster Dulles in einer Rede im Januar 1949 vor Schriftstellern in Paris. Dabei sagte der einflussreiche Bruder von CIA-Chef Allan Dulles:\n<p>&bdquo;Zu jeder Zeit h&auml;tte man die Situation in Berlin kl&auml;ren k&ouml;nnen &hellip; Die gegenw&auml;rtige Lage ist jedoch aus propagandistischen Gr&uuml;nden f&uuml;r die USA sehr vorteilhaft. Dabei gewinnen wir das Ansehen, die Bev&ouml;lkerung von Berlin vor dem Hungertod bewahrt zu haben, die Russen aber erhalten die ganze Schuld wegen ihrer Sperrma&szlig;nahmen.&ldquo;<\/p><\/li>\n<\/ul><p><strong>8. Welche Folgen hatten Blockade und Luftbr&uuml;cke?<\/strong><\/p><ul>\n<li>&bdquo;Die Berliner Blockade f&uuml;hrte im Ergebnis zu der bis 1990 andauernden Teilung Berlins&ldquo;, stellt wie andere Autoren auch Journalist Koop in seinem Buch fest. Das war nie Ziel der Sowjetunion gewesen, wie die Historiker zeigen.<\/li>\n<li>Die Blockade sei f&uuml;r Moskau &bdquo;ein totaler Fehlschlag&ldquo; gewesen, ist bei Kle&szlig;mann zu lesen. Ihr Ziel sei ins Gegenteil verkehrt worden und habe die Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) noch bef&ouml;rdert, ebenso den antikommunistischen Konsens in Westdeutschland, Westeuropa und den USA.<\/li>\n<li>Alles, was Moskau erreichte, war laut Steininger: &bdquo;Mit wachsendem Erfolg der Luftbr&uuml;cke, den Westdeutschen an der Seite der Westm&auml;chte und der Gewissheit, dass die Sowjets keinen Krieg beginnen w&uuml;rden, bekamen jene Kritiker recht, die von Anfang an gegen einen Neuanfang in der Deutschlandpolitik gewesen waren. Seit Herbst 1948 bestand f&uuml;r Anglo-Amerikaner keine Notwendigkeit mehr f&uuml;r einen Kompromiss mit der Sowjetunion.&ldquo;<\/li>\n<li>In den zehn Monaten der Blockade Westberlins &bdquo;wandelte sich in gro&szlig;en Teilen der deutschen Bev&ouml;lkerung die Grundstimmung&ldquo;, beschreibt Autor Graf eine der Folgen. &bdquo;Als Reaktion auf die Blockadema&szlig;nahmen entstand &ndash; was vorher nicht ann&auml;hernd zu erkennen war &ndash; eine Allianz politischer &Uuml;bereinstimmung nicht nur der Westberliner, sondern gro&szlig;er Teile der westdeutschen Bev&ouml;lkerung mit der Haltung und Politik der Westalliierten. Die Sowjetunion hatte an Prestige, an Einfluss, an Vertrauen verloren. Vorher noch m&ouml;glich erscheinende Chancen f&uuml;r eine neutrale gesamtdeutsche L&ouml;sung waren verspielt. Der Strategie der Westm&auml;chte kamen Blockade und Luftbr&uuml;cke entgegen.&ldquo; Durch die Blockade Westberlins habe Moskau &bdquo;zweifellos ungewollt und sicher unerwartet zugleich den Pl&auml;nen der Gegenseite in die H&auml;nde gespielt.&ldquo;<\/li>\n<li>Zu den Folgen geh&ouml;rten laut Wettig &bdquo;eine breite Abwehrfront gegen die UdSSR&ldquo; im Westen sowie die beschleunigte Gr&uuml;ndung der schon vorbereiteten NATO am 4. April 1949. In Westeuropa sei der Eindruck einer &bdquo;sowjetischen Bedrohung&ldquo; entstanden. In der Folge sei es mit UNO-Vermittlung zu Verhandlungen gekommen, die zum Ende der Blockade am 12. Mai 1949 f&uuml;hrten. Die sowjetische F&uuml;hrung habe &bdquo;ihre Ziele in Berlin aufgeben und die Pr&auml;senz der Westm&auml;chte inmitten der Sowjetzone dulden&ldquo; m&uuml;ssen.<\/li>\n<li>Ende August 1948 habe sich der Erfolg der &bdquo;Luftbr&uuml;cke&ldquo; abgezeichnet, ist bei Loth zu lesen. Geblieben sei &bdquo;eine &sbquo;mittlere Krise&lsquo;, die die sowjetische Bedrohung im Westen materiell genug erscheinen lie&szlig;, um eine Konsolidierung des Status quo unter antikommunistischen Vorzeichen zu f&ouml;rdern, ohne da&szlig; die westlichen Positionen weiterhin ernsthaft gef&auml;hrdet waren&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p>Titelbild: Steffen Seemann\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie erschienen im Sommer 1948 am Himmel &uuml;ber Westberlin und warfen Schokolade und S&uuml;&szlig;igkeiten an Fallschirmen, brachten Kohle, Lebensmittel und retteten die Westberliner vorm Verhungern. So sagt es die Legende &uuml;ber die &bdquo;Rosinenbomber&ldquo; &ndash; bis heute, 75 Jahre sp&auml;ter. Sie verhinderten, dass die Sowjets den Westteil der einstigen Reichshauptstadt kampflos wieder &uuml;bernehmen konnten. 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