{"id":9982,"date":"2011-07-04T09:12:28","date_gmt":"2011-07-04T07:12:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9982"},"modified":"2011-07-04T15:44:15","modified_gmt":"2011-07-04T13:44:15","slug":"hinweise-des-tages-1416","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9982","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechenland; Die europ&auml;ische Krise; Verursacher der Krise zur Kasse bitten; Fachkr&auml;ftemangel?; 3,9 Millionen Arbeitslose; Zehn Euro Stundenlohn bringen nur Sozialrente; Kahlschlag bei Jugendhilfen in Neuk&ouml;lln; Empf&auml;ngerquoten von Leistungen der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende; Ausstieg mit Fragezeichen; Abgefackelt &ndash; Wie &Ouml;lkonzerne unser Klima killen; Patienten an die Macht; Bahn&nbsp;soll Stuttgart-21-Kosten frisiert haben; Der gekaufte Staat; Deutschland will Saudi-Arabien Kampfpanzer liefern; Seitenwechsler; Parteispenden; Forschung und Lehre; &ldquo;Werbung an Schulen&rdquo;; Journalismus und Medien; USA: Willkommener Schlussstrich unter die Opfer des Kriegs gegen den Terror; Zu guter Letzt: Silvana Koch-Mehrin. (WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Die europ&auml;ische Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Verursacher der Krise zur Kasse bitten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Fachkr&auml;ftemangel?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">3,9 Millionen Arbeitslose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Zehn Euro Stundenlohn bringen nur Sozialrente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Kahlschlag bei Jugendhilfen in Neuk&ouml;lln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Empf&auml;ngerquoten von Leistungen der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Ausstieg mit Fragezeichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Abgefackelt &ndash; Wie &Ouml;lkonzerne unser Klima killen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Patienten an die Macht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Bahn&nbsp;soll Stuttgart-21-Kosten frisiert haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Der gekaufte Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Deutschland will Saudi-Arabien Kampfpanzer liefern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Seitenwechsler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Parteispenden: Die Frist ist um &ndash; passiert ist nichts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Forschung und Lehre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">&ldquo;Werbung an Schulen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Journalismus und Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">USA: Willkommener Schlussstrich unter die Opfer des Kriegs gegen den Terror<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Zu guter Letzt: Kann Silvana Koch-Mehrin ihre politische Karriere retten?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=9982&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bankenbeteiligung: Wen die Griechen-Rettung reich macht<\/strong><br>\nFinanzkonzerne&nbsp;und Regierung feiern ihre Grundsatzeinigung zur Griechen-Hilfe als Wohltat f&uuml;r arme S&uuml;deurop&auml;er. Doch bei genauem Hinsehen ist der zugesagte Betrag verschwindend gering. Einen gro&szlig;en Teil der Last tr&auml;gt der Steuerzahler, Grund zum Jubel haben nur die Banken.<br>\nDa ist zun&auml;chst einmal die sch&ouml;ngerechnete Summe von 3,2 Milliarden Euro. Von wirklich privaten Gl&auml;ubigern, die man eigentlich rannehmen wollte, kommt davon h&ouml;chstens die H&auml;lfte. Den Rest steuert der Staat bei.<br>\n1,2 Milliarden Euro sollen die sogenannten Bad Banks tragen, also Abwicklungsanstalten der WestLB und Hypo Real Estate (HRE). Beide Institute geh&ouml;ren ohnehin dem Staat, und f&uuml;r die Verluste ihrer Bad Banks kommt der Steuerzahler auf.<br>\nDie restlichen zwei Milliarden Euro teilen sich die deutschen Gesch&auml;ftsbanken und die Versicherer. Doch auch hier kommt l&auml;ngst nicht alles Geld aus privaten Kassen. Bei den Banken etwa geh&ouml;ren die staatliche Landesbank Baden-W&uuml;rttemberg (LBBW) und die immer noch teilverstaatlichte Commerzbank zu den gr&ouml;&szlig;ten Zahlern.<br>\nWirklich private Beitr&auml;ge in relevanter H&ouml;he d&uuml;rften nur die Deutsche Bank, die DZ Bank sowie die Versicherungskonzerne Allianz und Munich Re leisten.<br>\nEinen guten Teil ihrer Griechenland-Anleihen sind die deutschen Banken ohnehin schon losgeworden &ndash; zum Beispiel an die Europ&auml;ische Zentralbank, die zwischen Mai 2010 und M&auml;rz 2011 griechische Staatspapiere im Wert von gesch&auml;tzt 50 Milliarden Euro am Markt aufgekauft hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,771742,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Ein bemerkenswerter Artikel f&uuml;r SPON. Was einen wirklich verzweifeln l&auml;sst: die Bundesregierung ist offenbar nur noch Handlanger der Finanzindustrie.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Juncker: &ldquo;Souver&auml;nit&auml;t der Griechen wird massiv eingeschr&auml;nkt&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Das jetzige Ma&szlig;nahmenpaket, mit dem Athen sich einverstanden erkl&auml;rt hat, wird die L&ouml;sung der Griechenland-Frage bringen&rdquo;, sagte Juncker dem Magazin &ldquo;Focus&rdquo;.<br>\nExperten sollen Athen auf die Finger schauen.<br>\nIm Gegenzug m&uuml;ssten die Griechen einen teilweisen Verlust ihrer Souver&auml;nit&auml;t hinnehmen. &ldquo;Die Souver&auml;nit&auml;t der Griechen wird massiv eingeschr&auml;nkt&rdquo;, sagte der Luxemburger und k&uuml;ndigte die Entsendung von Fachleuten aus der Euro-Zone an&hellip;<br>\nBundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) r&auml;umte ein, der Privatwirtschaft entgegengekommen zu sein. &ldquo;Die deutschen Banken und Versicherungen haben mir sehr deutlich gemacht, dass ihre Beteiligung nicht zu einer Benachteiligung gegen&uuml;ber europ&auml;ischen Wettbewerbern f&uuml;hren darf&rdquo;, sagte er in einem &ldquo;Spiegel&rdquo;-Interview.<br>\nDie Euro-Zone wappnet sich auch f&uuml;r eine Staatspleite Griechenlands. &ldquo;Nat&uuml;rlich bereiten wir uns f&uuml;r den unwahrscheinlichen Fall vor, dass es entgegen aller Erwartungen doch zu einem Ausfall griechischer Zahlungen kommt&rdquo;, sagte Sch&auml;uble. &ldquo;Dann werden wir daf&uuml;r sorgen, dass es zu keiner unkontrollierten Entwicklung kommt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:schuldenkrise-souveraenitaet-der-griechen-wird-massiv-eingeschraenkt\/60073240.html%20\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Griechenland wird also nun ganz offen ein &bdquo;Protektorat&ldquo; der Troika von IWF, EZB und EU-Kommission und deren neoliberalen Konzepten.<br>\nDie Sch&auml;uble &Auml;u&szlig;erungen &uuml;ber einen Plan B bei einer doch noch m&ouml;glichen Staatspleite sind geradezu verantwortungslos: Da werden auf der einen Seite Milliardenkredite gew&auml;hrt und im gleichen Atemzug &uuml;ber die Pleite des Kreditnehmers spekuliert. Damit rei&szlig;t man mit dem Hintern um, was man mit der Kreditvergabe eigentlich aufbauen wollte: das sog. &bdquo;Vertrauen der M&auml;rkte&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Griechenland: Hilfe aus Eigennutz<\/strong><br>\nNur in der Krise des armen Peripheriestaates Griechenland beweise sich die wahre europ&auml;ische Solidarit&auml;t, sagen die selbst ernannten Retter der europ&auml;ischen Idee. Warum solidarisch sein, schimpft unterdessen der deutsche Stammtisch, wenn diese faulen S&uuml;deurop&auml;er &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt haben und jetzt auf unser sauer verdientes Geld angewiesen sind. Beiden Haltungen liegt die Annahme zugrunde, dass die Hilfspakete vornehmlich dazu dienen, Griechenland zu helfen. Aber diese Annahme ist falsch und dazu angetan, das Verh&auml;ltnis zwischen Deutschen und Griechen nachhaltig zu vergiften. Der gr&ouml;&szlig;ere Teil der an Griechenland &uuml;berwiesenen Mittel ist f&uuml;r die Griechen selbst nur ein Durchlaufposten und wird sofort weitergeleitet an die Gl&auml;ubiger Griechenlands. Nur der relativ kleinere Teil deckt die Haushaltsl&uuml;cke und hilft dabei, die griechische Staatst&auml;tigkeit aufrechtzuerhalten. W&auml;hrend es gute Chancen gibt, dass das Haushaltsdefizit in den n&auml;chsten Jahren sinkt, werden die Betr&auml;ge zur Tilgung der Altlasten eher ansteigen. Dass eine Zahlungsunf&auml;higkeit Griechenlands eine Finanzkrise ausl&ouml;sen w&uuml;rde, wird zwar von vielen &Ouml;konomen bezweifelt. Doch ist es legitim, dass die europ&auml;ischen Staatenlenker das Restrisiko scheuen und sich mit viel Geld die Stabilit&auml;t des Bankensektors erkaufen. Es beweist schlie&szlig;lich nicht das Gegenteil, wenn vor einer Umschuldung vor allem diejenigen warnen, die mittelbar oder unmittelbar davon betroffen w&auml;ren.<br>\nDie Notkredite an Griechenland sind also in wohlverstandenem Sinne eigenn&uuml;tzige Politik &ndash; und sollten auch als solche benannt werden, der deutsch-griechischen V&ouml;lkerverst&auml;ndigung zuliebe. Denn nicht nur die Deutschen zahlen f&uuml;r die Stabilit&auml;t des Bankensektors. Auch die Griechen leisten ihren Anteil, indem sie auf einen harten Schuldenschnitt verzichten. Zwar w&uuml;rde ein substanzieller Schuldenschnitt das Vertrauen der Anleger kurzfristig ersch&uuml;ttern, f&uuml;r Griechenland aber w&auml;re er ein Befreiungsschlag und f&uuml;r Privatinvestoren im In- und Ausland m&ouml;glicherweise ein Signal, dass ein Neuanfang gelingen kann. Das Land w&uuml;rde sich die Chance geben, zumindest mittelfristig wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Es bedarf also starker Argumente und ausdauernden politischen Drucks, will man die Griechen von einem harten Schuldenschnitt abhalten &ndash; auch wenn das griechische Parlament noch guten Willens zu sein scheint. Dazu ben&ouml;tigen die Geberl&auml;nder den R&uuml;ckhalt im eigenen Land. In Hinblick auf die deutschen W&auml;hler r&auml;cht sich jetzt, dass die Merkel-Regierung bisher davor zur&uuml;ckgescheut hat, mit dem deutschen Eigeninteresse zu argumentieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/hilfe-aus-eigennutz\/-\/1472602\/8622242\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Johannes Becker, r&auml;umt ein, dass es durchaus legitim sei, dass die europ&auml;ischen Staatenlenker das Restrisiko scheuen. Dass viele &Ouml;konomen fest daran glauben, dass eine Zahlungsunf&auml;higkeit Griechenlands keine Finanzkrise ausl&ouml;sen w&uuml;rde, ist zurzeit wohl kaum abzusch&auml;tzen. Vermutlich ist sich eine Mehrheit ob der Folgen eines griechischen Haircuts h&ouml;chst unsicher. Vermutlich w&uuml;rden die Zinsen in Portugal und Spanien steigen und somit die Schuldenlast dieser L&auml;nder vergr&ouml;&szlig;ern. Der schlimmste Fall w&uuml;rde eintreten, wenn die M&auml;rkte auch Italien nicht mehr zutrauen w&uuml;rden, seine Schulden bedienen zu k&ouml;nnen. Die Schuldenquote Italiens ist nach Griechenland mit 120 % die h&ouml;chste in der Eurozone. Die Schulden Italiens, der achtgr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaft der Welt, &uuml;bertreffen mit 1800 Mrd. Euro die Gesamtschuld Griechenlands, Spaniens, Portugals und Irlands. Der Vorteil Italiens lag bisher darin, dass der gr&ouml;&szlig;te Teil der italienischen Staatsanleihen im Lande selbst angelegt ist. Allerdings ist in letzter Zeit zu beobachten, dass Italiens B&uuml;rger beginnen, ihre Staatsanleihen abzusto&szlig;en. Hinzukommt: die Arbeitslosigkeit stagniert bei 8 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit ist allerdings auf 30 % angestiegen, die Kaufkraft ist in den letzten Jahren gesunken und die Wirtschaftsleistung hat noch nicht einmal den Stand von 2005 erreicht. Sollte ein griechischer Schuldenschnitt den Schuldendienst Italiens infrage stellen, w&auml;re der Euro in seiner jetzigen Form tot. &ndash; Nat&uuml;rlich gibt es M&ouml;glichkeiten Griechenland und damit der Eurozone auf andere Weise zu helfen, allerdings sind diese M&ouml;glichkeiten au&szlig;erhalb der derzeitigen Sicht von Politik und Wirtschaft.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die europ&auml;ische Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Reykjav&iacute;k-Gang<\/strong><br>\nZur Jahrtausendwende stieg Island dann ganz gro&szlig; ins internationale Finanzgesch&auml;ft ein. Erm&ouml;glicht wurde dies durch zwei Trends auf globaler Ebene &ndash; billige Kredite im &Uuml;berfluss und unbeschr&auml;nkte Mobilit&auml;t des Kapitals &ndash; und durch drei Voraussetzungen in Island selbst: Erstens hatten die Banken politische R&uuml;ckendeckung; zweitens wurde Investmentbanken erlaubt, mit Gesch&auml;ftsbanken zu fusionieren, womit der riskantere Investmentsektor durch dieselben Regierungsgarantien gedeckt war wie die Einlagen der Gesch&auml;ftsbanken; und drittens sicherte die Tatsache, dass Island eine geringe Staatsverschuldung aufwies, den Banken die f&uuml;r gro&szlig;e Gesch&auml;fte unerl&auml;sslichen Bestnoten der internationalen Ratingagenturen. Angesichts solch pr&auml;chtiger Bedingungen beschlossen die Gro&szlig;aktion&auml;re der Landsbanki, der Kaupthing und der Glitnir, sich der politischen Aufsicht &uuml;ber den Finanzsektor zu entledigen. Zuk&uuml;nftig sollte sich die Politik der Regierung den Zielen des Finanzsektors unterordnen.<br>\nWie stark die damalige Regierung aus Unabh&auml;ngigkeitspartei und Sozialdemokraten mit der Finanzelite verbandelt war, zeigt sich in ihrer nach dem Crash getroffenen Entscheidung, alle Einlagen bei den drei gro&szlig;en Banken ohne jede Obergrenze zu garantieren. H&auml;tte sie diese Garantie auf Guthaben bis 5 Millionen Kronen (etwa 50 000 Euro) begrenzt, w&auml;ren damit 95 Prozent aller Einleger gesch&uuml;tzt gewesen. Von der unbegrenzten Garantie profitierten also nur die reichsten 5 Prozent. Diese Entscheidung hat nicht nur weitere Einschr&auml;nkungen der &ouml;ffentlichen Haushalte erzwungen. Mit ihr kommt auf die isl&auml;ndische Regierung au&szlig;erdem die Forderung zu, auch alle ausl&auml;ndischen Icesave-Anleger vollst&auml;ndig zu entsch&auml;digen. Geschieht dies nicht, verst&ouml;&szlig;t sie gegen EU-Recht, weil sie ausl&auml;ndische B&uuml;rger diskriminiert. Von allen Problemen, die der finanzielle Zusammenbruch von 2008 zur Folge hatte, ist das Problem Icesave dasjenige, das Regierung, Parlament und das isl&auml;ndische Volk noch am l&auml;ngsten besch&auml;ftigen und belasten wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2011\/05\/13.mondeText.artikel,a0004.idx,0\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Proteste der prek&auml;r Besch&auml;ftigten in Italien<\/strong><br>\nAuch Italien hat seine &raquo;Bewegung der Emp&ouml;rten&laquo;. Bisher wurden keine Pl&auml;tze dauerhaft besetzt, aber der Protest der prek&auml;r Besch&auml;ftigen wird gr&ouml;&szlig;er. Trotz der sozialen Proteste und der verlorenen Kommunalwahlen und Volksentscheide h&auml;lt Silvio Berlusconis Mehrheit im Parlament. Zu den Prek&auml;ren z&auml;hlen in Italien Arbeitslose, unbezahlten Praktikanten, Scheinselbst&auml;ndige sowie illegal oder befristet Besch&auml;ftigte, die unter Tarif entlohnt werden und von der arbeitsrechtlichen Grundsicherung ausgeschlossen sind. Nach einer statistischen Erhebung der gr&ouml;&szlig;ten italienischen Gewerkschaft CGIL werden in Italien allein in der &ouml;ffentlichen Verwaltung circa 240&thinsp;000 und im Schulsektor weitere 200&thinsp;000 precari besch&auml;ftigt. Auch im &ouml;ffentlichen Gesundheitswesen hat sich die Zahl der prek&auml;r Besch&auml;ftigten in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, die meisten von ihnen sind zwischen 35 und 45 Jahre alt, 60 Prozent sind Frauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/26\/43493.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><strong>Spaniens Protestbewegung: Keine Angst vor der Zukunft<\/strong><br>\nMit der Bewegung des 15. Mai w&auml;chst eine neue Generation des Protests heran. Eine Generation, die zwar kaum finanzielle Ressourcen hat, aber auch keine Angst &ndash; weder vor der Gegenwart noch vor der Zukunft. Und mit dieser neuen Generation des Protest w&auml;chst auch eine neue Vorstellung davon heran, wie Politik gestaltet werden kann. N&auml;mlich von unten und in Abgrenzung zur Politik von Parteien und Gewerkschaften &ndash; auch zu denen, die ganz links stehen. Das Wissen um die Schwere der finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Krise ist nicht nur in Spanien allgegenw&auml;rtig. Vielmehr sind sich die B&uuml;rger bewusst, dass diese Krise Ursachen hat, die in allen L&auml;ndern &auml;hnlich sind. Und dass alles, was die Europ&auml;ische Union als L&ouml;sung verspricht, nur eine weitere Versch&auml;rfung der sozialen Ungleichheit und der gesamten Krise bewirkt. Der Blick auf Staaten wie Griechenland zeigt: Alle haben die gleichen Probleme. Keiner sollte sie f&uuml;r sich allein und ohne Hilfe der Nachbarn l&ouml;sen m&uuml;ssen. Nat&uuml;rlich ist die Bewegung des 15. Mai immer noch im Aufbau begriffen. Aber sie hat es geschafft, schnell ins Zentrum der politischen und medialen Debatte zu r&uuml;cken. Sie wird von der &Ouml;ffentlichkeit als maximal glaubw&uuml;rdig wahrgenommen. Es sieht nicht danach aus, als w&uuml;rde sie sich nach und nach aufl&ouml;sen. Vielmehr wird sie auch in Zukunft eine wichtige gesellschaftliche und politische Rolle spielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F07%2F01%2Fa0129&amp;cHash=cd69744fec\">taz<\/a>\n<p>\t<em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Jaime Pastor hat sicherlich recht, dass die Bewegung in das &ldquo;Zentrum der politischen und medialen Debatte&rdquo; ger&uuml;ckt ist, aber seine Einsch&auml;tzung der Bewegung 15. Mai&nbsp; ist sehr optimistisch, denn, wie er selbst eingesteht, wird bei n&auml;chsten Wahlen &ldquo;wahrscheinlich die konservative Partido Popular der Gewinner sein. Und diese steht mit ihren Zielen noch mehr im Gegensatz zu der Bewegung als die derzeit regierenden Sozialdemokraten.&rdquo; &ndash; Und was f&uuml;r eine Verzagtheit! Die Bewegung&nbsp; habe &ldquo;Schaden genommen&rdquo; weil: &ldquo;Politiker gelangten nur unter Polizeischutz in das Geb&auml;ude, es kam zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten&rdquo;. Da ist doch ziemlich &auml;ngstlich, er sollte sich an den Mai 68 in Frankreich erinnern!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>D&auml;nemark: Die offene Gesellschaft macht dicht<\/strong><br>\nIm Herbst wird es Wahlen in D&auml;nemark geben. Wie bei jeder Wahl in den vergangenen Jahren spielt die Einwanderungspolitik im Wahlkampf eine wichtige Rolle. So hatte die Regierung von Ministerpr&auml;sident Lars L&oslash;kke Rasmussen k&uuml;rzlich angek&uuml;ndigt, entgegen den Bestimmungen des Schengen-Abkommens systematische Grenzkontrollen wieder einzuf&uuml;hren, um das Land vor einer vermeintlich un&uuml;berschaubaren Flut von Fl&uuml;chtlingen zu sch&uuml;tzen, die in Folge der arabischen Aufst&auml;nde nach Europa dr&auml;ngen k&ouml;nnten. Diese Pl&auml;ne scheiterten zwar vorerst am Widerstand der Opposition gegen die n&ouml;tigen Mehrausgaben, sie l&ouml;sten jedoch sogleich EU-weite Diskussionen aus. Dabei kam die Idee streng genommen nicht einmal von der Regierung selbst, sondern von der D&auml;nischen Volkspartei, die L&oslash;kke Rasmussens Mitte-Rechts-Regierung wie schon deren Vorg&auml;ngerregierungen im Parlament toleriert. Ihre Position als Mehrheitsbeschafferin erm&ouml;glicht es der D&auml;nischen Volkspartei schon seit l&auml;ngerem, fremdenfeindliche Forderungen regelm&auml;&szlig;ig auf die Tagesordnung zu setzen. Unter ihrem Einfluss entwickelte sich D&auml;nemark innerhalb weniger Legislaturperioden von einem als weltoffen geltenden Land zu einer Hochburg des Rechtspopulismus mit einem der sch&auml;rfsten Einwanderungsgesetze der Welt, wo Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zum Alltag geh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/26\/43481.html\">Jungle World<\/a>\n<p>Dazu auch:<\/p><\/li>\n<li><strong>D&auml;nemarks b&ouml;se Botschaft<\/strong><br>\nDie Kontrollen an den d&auml;nischen Grenzen werden weniger versch&auml;rft als behauptet. H&auml;tte man von Anfang an erkl&auml;rt, dass man 50 Z&ouml;llner mehr an die Grenzen schicken will, die dort nach Schmuggelgut fahnden sollen, w&auml;re dies in internationalen Medien nicht mal eine Notiz gewesen, und niemand in Br&uuml;ssel, Berlin oder sonst wo h&auml;tte die Nase ger&uuml;mpft. Doch die Kopenhagener Botschaft war eine ganz andere. Da lie&szlig; die Regierung ihre rechten Helfer von der D&auml;nischen Volkspartei unwidersprochen verk&uuml;nden, dass man die gute, alte Grenzkontrolle wieder eingef&uuml;hrt habe, um &bdquo;osteurop&auml;ische R&auml;uberbanden&ldquo; und &bdquo;illegale Fl&uuml;chtlinge&ldquo; zu fangen. Dass das mit Schengen nicht zu vereinbaren w&auml;re, k&uuml;mmerte die DVP nicht. Die Partei hat stets postuliert, dass es &bdquo;eine Grenze geben&ldquo; und alles, was von der EU kommt, mit Skepsis betrachtet werden muss. Die liberal-konservative Regierung, die eindeutig proeurop&auml;isch gesinnt ist, lie&szlig; die DVP gew&auml;hren. Das war Teil eines innenpolitischen Kuhhandels.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/daenemarks-boese-botschaft\/-\/1472602\/8618024\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Amartya Sen: It isn&rsquo;t just the euro. Europe&rsquo;s democracy itself is at stake<\/strong><br>\nGreece illustrates the danger of allowing rating agencies, despite their abysmal record, to lord it over the political terrain.<br>\nEurope has led the world in the practice of democracy. It is therefore worrying that the dangers to democratic governance today, coming through the back door of financial priority, are not receiving the attention they should. There are profound issues to be faced about how Europe&rsquo;s democratic governance could be undermined by the hugely heightened role of financial institutions and rating agencies, which now lord it freely over parts of Europe&rsquo;s political terrain&hellip;<br>\nSuppose we accept that the powerful financial bosses have a realistic understanding of what needs to be done. This would strengthen the case for paying attention to their voices in a democratic dialogue. But that is not the same thing as allowing the international financial institutions and rating agencies the unilateral power to command democratically elected governments.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2011\/jun\/22\/euro-europes-democracy-rating-agencies\">guardian.co.uk<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Verursacher der Krise zur Kasse bitten &ndash; Neue Bankenabgabe einf&uuml;hren<\/strong><br>\nIn kaum einem EU-Land war die Bankenrettung so teuer wie in Deutschland. Nach Berechnungen von Eurostat haben deutsche Steuerzahler allein im letzten Jahr zehn Milliarden Euro f&uuml;r die Rettung deutscher Banken aufbringen m&uuml;ssen. Damit liegt Deutschland nach Irland an der Spitze, was die Kosten der Bankenrettung betrifft (FAZ 5.5. 2011). Dabei sind die Kosten, die erst in Zukunft in Form von weiteren Abschreibungen auf riskante Papiere f&auml;llig werden, in dieser Rechnung noch gar nicht enthalten. So lagern allein bei den sogenannten Bad Banks der Hypo Real Estate und der WestLB mehr als 200 Milliarden Euro an ausgesonderten Papieren, von denen unklar ist, ob und zu welchem Preis sie wieder verkauft werden k&ouml;nnen. Bei den &bdquo;Rettungspaketen&ldquo;, die in Europa geschn&uuml;rt werden, um eine Zahlungsunf&auml;higkeit Griechenlands, Irlands oder Portugals abzuwenden, werden weitere milliardenschwere Risiken der Banken auf die &ouml;ffentliche Hand abgew&auml;lzt. Hinzu kommen die indirekten Kosten der Bankenrettung, d.h. Verlust an L&ouml;hnen, Produktion und Gewinnen sowie Ausgaben f&uuml;r Konjunkturpakete oder Kurzarbeitergeld w&auml;hrend der Wirtschaftskrise. Schon jetzt ist daher absehbar, dass die Allgemeinheit auf Krisenkosten in dreistelliger Milliardenh&ouml;he sitzen bleiben wird.<br>\nNach einem Vorsteuergewinn von 4 Milliarden Euro 2010 peilt die Deutsche Bank in diesem Jahr einen Rekordgewinn von 10 Milliarden Euro an. Doch statt die hohen Gewinne abzusch&ouml;pfen, l&auml;sst sich die Bundesregierung bei der geplanten Bankenabgabe mit geringen Betr&auml;gen abspeisen. So wird die Deutsche Bank statt der urspr&uuml;nglich eingeplanten 500 Millionen Euro in diesem Jahr voraussichtlich nur einen Bruchteil dieser Summe in den Restrukturierungsfonds einzahlen.<br>\nDie von der Bundesregierung vorgesehene Bankenabgabe tr&auml;gt zur Deckung der Krisenkosten gar nichts bei. Stattdessen sollen Beitr&auml;ge in einen Versicherungsfonds zur Finanzierung zuk&uuml;nftiger Krisen flie&szlig;en (Restrukturierungsfonds). Dieser Fonds ist von vornherein eine Fehlkonstruktion: So soll der Restrukturierungsfonds erst in einigen Jahrzehnten seine Zielmarke von 70 Mrd. Euro erreichen und w&auml;re auch dann noch zu klein, um eine systemrelevante Bank aufzufangen.<br>\nDie Finanztransaktionssteuer bleibt weiterhin ein unverbindliches Versprechen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/063\/1706303.pdf\">Deutscher Bundestag, Antrag der Fraktion DIE LINKE [PDF &ndash; 118 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel?<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat wieder einmal umgesetzt, was ihr neoliberale Propagandisten als unumg&auml;nglich erkl&auml;rt haben. Um dem angeblichen Fachkr&auml;ftemangel Herr zu werden, hat Merkels Kabinett bestehende H&uuml;rden zur Besch&auml;ftigung der Fachkr&auml;fte aus Staaten au&szlig;erhalb Deutschlands und der EU beseitigt. Als Begr&uuml;ndung wird die akute Not vieler Unternehmen angef&uuml;hrt, die angeblich dringend Fachkr&auml;fte einstellen wollten, diese jedoch auf dem nationalen Arbeitsmarkt nicht f&auml;nden.<br>\nGibt es aber wirklich einen Mangel an Fachkr&auml;ften in Deutschland?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www2.alternative-wirtschaftspolitik.de\/uploads\/m2311.pdf\">Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup und Prof. Dr. Mohssen Massarrat [PDF &ndash; 54.8 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>3,9 Millionen Arbeitslose &ndash; Zeit zu handeln statt zu tricksen<\/strong><br>\nSchlechte Meldungen kann die Bundesregierung nicht gebrauchen. Deshalb bleibt sie dabei, die Arbeitslosenzahlen sch&ouml;n zu rechnen. Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden bereits seit l&auml;ngerem nicht als arbeitslos gez&auml;hlt. Viele der Arbeitslosen, die &auml;lter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Im Mai 2009 kam eine weitere Ausnahme hinzu: Wenn private Arbeitsvermittler t&auml;tig werden, z&auml;hlt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat.<br>\nWer die tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen. Dazu sagte der damalige Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am 4. Juni 2009 in der Fernsehsendung Panorama: &bdquo;Alles, was an Effekten durch arbeitsmarktpolitische Ma&szlig;nahmen entsteht, wird jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik ver&ouml;ffentlicht. &hellip; Ich glaube, dass man sich auf die Seriosit&auml;t dieses Prozesses verlassen kann.&ldquo; Wer anders rechnen wolle, k&ouml;nne ja &bdquo;seine Zahl ver&ouml;ffentlichen &ndash; und dazu ein Flugblatt drucken.&ldquo; Das tun wir gern. Hier ist die tats&auml;chliche Zahl, die allein auf amtlichen Daten der Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit beruht. Im Juni 2011 sind immer noch &uuml;ber 3,9 Millionen Menschen arbeitslos. Zeit zu handeln statt zu tricksen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.klaus-ernst-mdb.de\/aktuell\/positionen\/detail\/zurueck\/mindestlohn\/artikel\/39-millionen-arbeitslose-zeit-zu-handeln-statt-zu-tricksen\/\">DIE LINKE im Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zehn Euro Stundenlohn bringen nur Sozialrente<\/strong><br>\nWer 45 Jahre lang f&uuml;r einen Stundenlohn von zehn Euro Vollzeit arbeitet, der bekommt am Ende seines Arbeitslebens gerade einmal eine Rente in der H&ouml;he der Grundsicherung. Das muss selbst die Bundesregierung einr&auml;umen.<br>\nDie Antwort, die Hans-Joachim Fuchtel, parlamentarischer Staatssekret&auml;r im Bundesarbeitsministerium, liefert, d&uuml;rfte f&uuml;r viele Menschen ern&uuml;chternd sein. 29 Entgeltpunkte sind laut Fuchtel erforderlich, um wenigstens auf 684 Euro im Monat zu kommen. Das ist der Wert von 2009, der f&uuml;r eine Grundsicherung im Alter, eine Sozialrente, angenommen wurde. &ldquo;Um dies bei einer w&ouml;chentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden &uuml;ber 45 Jahre versicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung zu erreichen, w&auml;re rechnerisch ein Stundenlohn von rund 10 Euro erforderlich&rdquo;, schreibt Fuchtel in seiner Antwort.<br>\nDoch der Staatssekret&auml;r versucht Hoffnung zu machen. Nicht ber&uuml;cksichtigt seien in dieser Betrachtung zus&auml;tzliche Leistungen f&uuml;r die Altersvorsorge, etwa eine Riester-Rente, die jeder Mensch abschlie&szlig;en k&ouml;nne. Schon mit einem Beitrag von 30 Cent je Arbeitsstunde k&auml;me der Besch&auml;ftigte in den Genuss einer staatlichen F&ouml;rderung und k&ouml;nnte so seine Alterseink&uuml;nfte &ldquo;deutlich&rdquo; erh&ouml;hen. Was man halt so deutlich nennt. Im Laufe von 45 Jahren k&auml;men bei diesem Sparmodell nicht einmal 10 000 Euro zusammen. Eine &uuml;ppige Zusatzrente d&uuml;rfte das &ndash; selbst bei ordentlicher Verzinsung &ndash; kaum ergeben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.insuedthueringen.de\/regional\/wirtschaft\/th\/wirtschaftfwstz\/art83483,1683095\">S&uuml;dth&uuml;ringen.de<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.klaus-ernst-mdb.de\/fileadmin\/klausernst\/Downloads\/Rente\/Parlamentarische_Initiativen\/Birkwald-Ernst_GA_Rente_erst_ab_67_100625.pdf\">Anschreiben Klaus Ernst und Antwort der Bundesregierung [PDF &ndash; 860 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kahlschlag bei Jugendhilfen in Neuk&ouml;lln<\/strong><br>\nDas Bezirksamt Neuk&ouml;lln hat freien Tr&auml;gern der Jugendhilfe die Vertr&auml;ge gek&uuml;ndigt. Elfi Witten vom Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverband ist entsetzt: &bdquo;60 freie Tr&auml;ger der Jugendhilfe haben diese Schreiben erhalten. Wir w&uuml;rden aus Protest vor das Jugendamt ziehen, doch die meisten Beteiligten sind im Urlaub.&ldquo; B&uuml;rgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) kann den &Auml;rger nachvollziehen: &bdquo;Der Termin ist nicht sch&ouml;n, doch das Bezirksamt musste reagieren.&ldquo; Die zust&auml;ndige Jugenddezernentin Gabriele Vonnekold (Gr&uuml;ne) habe ein drohendes Defizit von &uuml;ber vier Millionen Euro bei der Jugendhilfe verschwiegen und sei in Urlaub gefahren. Vonnekold, die ihren Urlaub abbrach, spricht von einer &bdquo;wilden Prognose&ldquo; Buschkowskys. Es habe eine deutliche Kostensteigerung im Juni gegeben, die Zahlen der vorigen Monate seien jedoch bekannt gewesen. Daniel Wesener, Landesvorsitzender der Gr&uuml;nen, nennt die steigenden Ausgaben f&uuml;r Jugendhilfen ein &bdquo;grunds&auml;tzliches Problem in fast allen Bezirken&ldquo;, dass der B&uuml;rgermeister ohne Not auf dem R&uuml;cken der Kinder und Jugendlichen austrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/kahlschlag-bei-jugendhilfen-in-neukoelln\/4348902.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch Deutschland spart, dies wird angesichts der drastischen Sparhaushalte in Griechenland, Portugal, Spanien oder auch Lettland zur Freude unserer Politiker h&auml;ufig &uuml;bersehen.<\/em><br>\n<em>Weil die Heimkosten f&uuml;r vernachl&auml;ssigte Kinder steigen, will Neuk&ouml;lln bei anderen Projekten sparen. In Neuk&ouml;lln sind vor allem die Heimkosten f&uuml;r vernachl&auml;ssigte Kinder gestiegen, daf&uuml;r soll jetzt bei anderen Projekten gespart werden. Initiativen gegen Gewalt und Missbrauch wurde gek&uuml;ndigt, s&auml;mtliche Schulstationen stehen ab Herbst vor dem Aus. In den Schulstationen helfen Erzieher und Sozialp&auml;dagogen Kindern, die Schwierigkeiten im Schulalltag haben, so dass diese wieder erfolgreich am schulischen Lernen teilnehmen k&ouml;nnen. Es ist schon seltsam bzw. die Regel, die Politik fordert in Sonntagsreden mehr Pr&auml;vention, streicht aber im konkreten Fall erfolgreiche Projekte. In Berlin wird schon seit Jahren bei der Jugendhilfe gespart. Dass die Streichung von Pr&auml;ventionsma&szlig;nahmen letztlich den Staat sehr viel mehr kosten wird, liegt auf der Hand. Aber nicht nur Bankmanager orientieren sich am kurzfristigen Erfolg, was nat&uuml;rlich nicht nur Politik im Bezirk Neuk&ouml;lln auszeichnet, sondern auch die Politik der Landesregierung, die in ihrer Mittelzuweisung die besondere soziale und &ouml;konomische Situation Neuk&ouml;llns wenig ber&uuml;cksichtigt. Allerdings d&uuml;rfte die Umsetzung kurzfristiger Sparziele die Situation in vielen sozialen Brennpunkten der Bundesrepublik pr&auml;gen. Im konkreten Fall werden zudem zuk&uuml;nftige Entwicklungen wie der Zuzug von Osteurop&auml;ern &uuml;berhaupt nicht ber&uuml;cksichtigt. An der Fallada-Grundschule z.B. sollen in sechs Wochen 80 Romakinder ohne Deutschkenntnisse eingeschult werden. Auch die dortige&nbsp; Schulstation wird geschlossen.<br>\nSonderbar ist auch, dass der Beschluss in Abwesenheit der f&uuml;r das Jugendamt zust&auml;ndige Jugendstadtr&auml;tin Gabriele Vonnekold (Gr&uuml;ne) gef&auml;llt wurde. Die Formulierung, die Jugenddezernentin Gabriele Vonnekold&nbsp; habe ein drohendes Defizit von &uuml;ber vier Millionen Euro bei der Jugendhilfe verschwiegen und sei in den Urlaub gefahren, ist wohl dem Wahlkampf in Berlin geschuldet. Frau Vonnekold ist bisher eher dadurch aufgefallen, dass ihr Jugendamt die h&ouml;chste Kostenreduzierung aller Jugend&auml;mter in Berlin aufweist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Empf&auml;ngerquoten von Leistungen der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende (SGB II), Januar 2011<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110704_empfaengerquoten.jpg\" alt=\"Empf&auml;ngerquote\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Arbeitsmarkt\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbIV73.pdf\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland [PDF &ndash; 184 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>Hinweis: Auf Sozialpolitik aktuell in Deutschland finden Sie wieder viele aktuelle Dokumente, u.a.:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Zur Entwicklung der Altersarmut in Deutschland (DIW)<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: Armut in Deutschland<\/li>\n<li>&Auml;ltere Menschen in Deutschland und der Europ&auml;ischen Union (DESTATIS)<br>\nAlter, Alterssicherung, Rentenversicherung &ndash; Berichte &amp; Dokumente<\/li>\n<li>Arbeitsaufnahmen von SGB-II-Leistungsempf&auml;ngern. Viele Jobs von kurzer Dauer (IAB)<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: Umsetzung, Auswirkungen, Weiterentwicklung von Hartz IV\/SGBII<\/li>\n<li>Kindertagesbetreuung 2010 &ndash; Kennziffern auf der Ebene der Jugendamtsbezirke (Deutsches Jugendinstitut)<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: Kindertagesbetreuung<\/li>\n<li>Frauen in F&uuml;hrungspositionen (Statistisches Bundesamt)<br>\nArbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik &ndash; Berichte &amp; Dokumente<\/li>\n<li>Weitere Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigung ab 50 Jahren (IAQ)<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: Rente mit 67<\/li>\n<li>Zur Reform des Einkommensteuertarifs (SPD)<br>\nFinanzierung und &ouml;konomische Grundlagen des Sozialstaates : Berichte &amp; Dokumente<\/li>\n<\/ul>\n<p>&hellip;<\/p>\n<p><strong>Siehe auch: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Daten und Fakten aus dem Bereich Arbeit und Soziales<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110704_linke__im_bt_daten_arbeit_und_soziales.pdf\">DIE LINKE im Bundestag [PDF &ndash; 280.9 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ausstieg mit Fragezeichen: Zum Ende der Atomkraft in Deutschland<\/strong><br>\nDie &raquo;Energiewende&laquo; weist einige entscheidende Konstruktionsfehler auf. Zun&auml;chst einmal bleibt das Oligopol der vier gro&szlig;en Stromkonzerne unangetastet. Das sorgt einerseits f&uuml;r hohe Endverbraucherpreise, andererseits wird so eine &ouml;kologisch und &ouml;konomisch sinnvolle Dezentralisierung der Stromproduktion verhindert. Ein Beispiel: Die geplanten gewaltigen Offshore-Windparks k&ouml;nnen nur von finanzkr&auml;ftigen Unternehmen umgesetzt werden &ndash; und der Ausbau der Netze sorgt daf&uuml;r, dass sie auch gen&uuml;gend Abnehmer finden werden. Sinnvoller w&auml;re es wohl gewesen, kleine Windr&auml;der, Blockheizkraftwerke und Solaranlagen nahe bei den Verbrauchern aufzubauen. Damit w&uuml;rden zugleich die immensen Leitungsverluste sp&uuml;rbar verringert. Aber gerade in diesem Bereich wird jetzt die F&ouml;rderung sogar gek&uuml;rzt. Hinzu kommen fragw&uuml;rdige Regelungen im Detail: So sollen die Kosten f&uuml;r eine energetische Geb&auml;udesanierung gro&szlig;enteils auf die Mieter umgelegt werden. Ganz zu schweigen von der noch immer ungel&ouml;sten Endlagerung radioaktiver Abf&auml;lle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dasdossier.de\/presseschau\/wirtschaft\/staat-und-wirtschaft\/ausstieg-mit-fragezeichen\">Das Dossier<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Abgefackelt &ndash; Wie &Ouml;lkonzerne unser Klima killen<\/strong><br>\nBeim Abfackeln des Gases wird von den &Ouml;lkonzernen 400 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgesto&szlig;en, soviel wie alle Autos in Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien zusammen aussto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/videos.arte.tv\/de\/videos\/abgefackelt_wie_oelkonzerne_unser_klima_killen-3994904.html%20\">arte<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Patienten an die Macht<\/strong><br>\n&Auml;rzte h&auml;tten gerne brave Patienten. Doch seit Internet und Selbsthilfegruppen f&uuml;r Transparenz sorgen, lassen Kranke sich nicht mehr alles gefallen. Und das kann sogar die Kosten senken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E44642A6679894ADEBAC3160FB5C64952~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> W&auml;re zu erg&auml;nzen, dass es Selbsthilfegruppen gibt, die unbemerkt von der <a href=\"http:\/\/www.forum-gesundheitspolitik.de\/artikel\/artikel.pl?artikel=0264\">Pharmaindustrie unterwandert<\/a> oder sogar von ihnen gesteuert sind. Bei den Internetangeboten ist zu bemerken, dass diese unter Umst&auml;nden ein hohes Manipulationspotential haben. So ist bei der in der Rubrik &bdquo;Gewusst wie&ldquo; verlinkten <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-D3271B10-6CD7F400\/bst\/hs.xsl\/media_102781.htm\">Wei&szlig;en Liste die Bertelsmann Stiftung<\/a> beteiligt. Insgesamt st&ouml;rt beim FAZ-Artikel die Wettbewerbsrhetorik.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bahn&nbsp;soll Stuttgart-21-Kosten frisiert haben<\/strong><br>\nNach SPIEGEL-Informationen&nbsp;ver&ouml;ffentlichte die Bahn &uuml;ber Jahre&nbsp;niedrigere Kosten f&uuml;r&nbsp;Stuttgart 21 als intern berechnet. Demnach h&auml;tte&nbsp;der Konzern das&nbsp;Mega-Projekt&nbsp;bereits vor zwei Jahren stoppen m&uuml;ssen.&nbsp;Das Unternehmen widerspricht.<br>\nDie Dokumente legen zudem den Schluss nahe, dass bereits vor zwei Jahren bahnintern die Kosten f&uuml;r den Bahnhofsumbau mit weit &uuml;ber 4,5 Milliarden Euro berechnet wurden. Damit h&auml;tte aber das Projekt laut der eigenen Vorgaben der Bahn beendet werden m&uuml;ssen.<br>\nAuch zuvor hat die Bahn den Unterlagen zufolge die Kosten gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit deutlich niedriger angegeben als intern errechnet. Ende 2002 soll die Differenz 700 Millionen Euro betragen haben, im M&auml;rz 2005 bereits 1,3 Milliarden Euro. In der &Ouml;ffentlichkeit sprach die Bahn damals von Kosten f&uuml;r Stuttgart 21 in H&ouml;he von 2,8 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,772001,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der gekaufte Staat <\/strong><br>\nWie Wirtschaftskriminalit&auml;t in s&auml;mtliche Bereiche unseres Lebens wuchert: Dank des globalen Korruptionsindex, den Transperancy International j&auml;hrlich ver&ouml;ffentlicht, k&ouml;nnen sich deutsche Politik und Gesellschaft entspannt zur&uuml;cklehnen. Deutschland nimmt dort den 15. Platz ein, &uuml;bertrumpft nur von scheinbar unerreichbaren Streberstaaten wie Singapur, Schweden und der Schweiz. Dennoch glaubt &uuml;ber die H&auml;lfte der Deutschen, dass Delikte wie Vorteilsnahme und Bestechung in &ouml;ffentlichen Verwaltungen &ldquo;h&auml;ufig&rdquo; oder &ldquo;sehr h&auml;ufig&rdquo; auftreten. Nur ein Widerspruch von vielen im riesigen Feld der Wirtschaftskriminalit&auml;t. Der Z&uuml;ndfunk Generator wagt sich ins Dickicht aus Geheimvertr&auml;gen, Sonderklauseln, Provisionen, Viren, Trojanern, Beraterfirmen, Anwaltskanzleien, Lobbyisten, Politikern und Mafiosi und stellt sich die Frage: Kommt die Gefahr vor allem aus klassischen Mafia-L&auml;ndern wie Russland oder Italien oder doch eher aus der Mitte unserer Gesellschaft? Steckt der Fehler im System oder ist das System der Fehler?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/podcast\/mp3-download\/bayern2\/mp3-download-podcast-zuendfunk-generator.shtml\">BR-online (Einleitungstext)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/cdn-storage.br.de\/mir-live\/bw1XsLzS\/bLQH\/bLOliLioMXZhiKT1\/uLoXb69zbX06\/MUJIuUOVBwQIb71S\/iw11MXTPbXPS\/_2rc_K1S\/_-TS\/_-rp5-xp\/110605_2204_Zuendfunk_Der-gekaufte-Staat.mp3\">BR online (Audio-Podcast, ca. 45 Minuten) [mp3 &ndash; ca. 43 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutschland will Saudi-Arabien Kampfpanzer liefern<\/strong><br>\nMitten im arabischen Fr&uuml;hling will Deutschland Hightech-Waffen an ein undemokratisches Regime der Region liefern. Nach SPIEGEL-Informationen&nbsp;hat Saudi-Arabien Interesse an bis zu&nbsp;200 &ldquo;Leopard&rdquo;-Kampfpanzern. Mit einem Verkauf w&uuml;rde die Bundesrepublik ihre jahrzehntelange zur&uuml;ckhaltende Position aufgeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,771989,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die saudi-arabische Monarchie ist mindestens so diktatorische wie die Herrschaft des libyschen Herrschers Gaddafi und unterdr&uuml;ckt die dortige Bev&ouml;lkerung mehr als es Mubarak in &Auml;gypten oder Ben Ali in Tunesien getan haben. Dazu braucht man nur die L&auml;nderberichte von Amnesty International zu lesen. Tausende Menschen wurden ohne Gerichtsverfahren unter Terrorismusverdacht verhaftet. Menschen die sich friedlich f&uuml;r politische Reformen einsetzen, werden verhaftet oder in Gewahrsam genommen, die Rechte auf Meinungs&auml;u&szlig;erung, Religionsfreiheit oder Versammlungsfreiheit sind stark eingeschr&auml;nkt. Frauen werden systematisch diskriminiert.<br>\nRiad bietet sich als Zufluchtst&auml;tte des Kleptokraten Ben Ali an. Es entsandt tausend Soldaten ins benachbarte Bahrein, die mitgeholfen haben, die dortige Protestbewegung niederzuschlagen.<\/em><br>\n<em>Kurz: Saudi-Arabien ist die wichtigste (westliche) Bastion der Reaktion im Nahen Osten.<\/em><br>\n<em>Und nun k&ouml;nnte die Bundesregierung erlauben, dass diesem Regime 200 Kampfpanzer geliefert werden. Das f&uuml;gt sich ein, in die unl&auml;ngst vom MDR-Magazin Fakt aufgedeckten Belege daf&uuml;r, dass deutsche Beamte in Saudi-Arabien f&uuml;r den R&uuml;stungskonzern EADS arbeiten und Bundespolizisten saudische Sicherheitskr&auml;fte f&uuml;r ihr Vorgehen gegen Demonstrationen und Unruhen schulen.<\/em><br>\n<em>Die Bundesregierung sollte nicht schon wieder in die hochnotpeinliche Situation geraten, zuerst den arabischen Despoten zu F&uuml;&szlig;en zu liegen und anschlie&szlig;end den demokratischen Aufbruch zu feiern. Auch in Saudi-Arabien werden Forderungen nach politischen Reformen lauter. &Auml;hnlich wie in den nordafrikanischen Staaten gibt es auch dort f&uuml;r die Jugend keine Zukunftsperspektive. Wenn es auch dort zu einem demokratischen Aufbruch k&auml;me, dann st&uuml;nden den Demonstranten wom&ouml;glich deutsche Kampfpanzer entgegen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Seitenwechsler<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Tag der Seitenwechsler<\/strong><br>\nHeute treten zwei prominente Seitenwechsler Ihre neuen Posten in der Wirtschaft an. Der ehemalige hessische Ministerpr&auml;sident Roland Koch (CDU) ist seit heute Vorstandsvorsitzender des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger Berger. Es ist sein zweites Engagement in der Wirtschaft, nachdem er im Januar 2011 zum Aufsichtsratchef von UBS Deutschland gew&auml;hlt wurde. Markus Kerber, bis vor kurzem noch Leiter der Abteilung f&uuml;r Grundsatzfragen und Chefvolkswirt im Bundesfinanzministerium, ist seit heute Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des BDI. Au&szlig;erdem wurde heute bekannt, dass der ehemalige Bundesbankchef Axel Weber, der auch f&uuml;r die Nachfolge von Joseph Ackermann als Chef der Deutschen Bank gehandelt wurde, im Mai 2012 in den Aufsichtsrat des Schweizer Gro&szlig;bank UBS gew&auml;hlt werden soll. Danach soll er Vize-Pr&auml;sident werden, bis er dann 2013 den Verwaltungsratschef Kaspar Villiger abl&ouml;st.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/07\/tag-der-seitenwechsler\/\">LobbyControl<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Was hier noch als Spekulation formuliert wird, steht mittlerweile fest. Axel Weber geht zur <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/2.220\/axel-weber-von-bundesbank-zur-ubs-ein-teurer-gastarbeiter-am-zuerichsee-1.1114821\">Schweizer Gro&szlig;bank UBS<\/a>. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Stoiber f&uuml;hrt Beirat von Pro Sieben Sat 1<\/strong><br>\nEdmund Stoiber ist ein Medienprofi. Das findet jedenfalls die zweitgr&ouml;&szlig;te private Rundfunkanstalt Deutschlands &ndash; und l&auml;sst sich vom ehemaligen CSU-Chef beraten. Mit Stoiber plant die Sendergruppe einen Angriff auf die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/it-medien\/medien-internet\/:neuer-beirat-stoiber-fuehrt-beirat-von-pro-sieben-sat-1\/60072527.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder einmal ein Beispiel f&uuml;r ein nachtr&auml;gliches Dankesch&ouml;n f&uuml;r treue Dienste.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Parteispenden: Die Frist ist um &ndash; passiert ist nichts<\/strong><br>\nDeutschland h&auml;lt sich nicht an die Hinweise der Staatengruppe gegen Korruption (Greco) des Europarates. Die Gruppe, der Deutschland seit 1999 angeh&ouml;rt, will gemeinsam die Strukturen f&uuml;r Korruption ausmachen und bek&auml;mpfen. Greco hatte vor anderthalb Jahren in einem umfassenden Bericht diverse Defizite bei der Regelung f&uuml;r die Parteienfinanzierung kritisiert. Das betrifft die Abgeordnetenspenden, die stark verz&ouml;gerte Ver&ouml;ffentlichung von Spenden unter 50.000 Euro und die unzureichende Pr&uuml;fung der Spenden. Gestern lief die Frist ab, in der Deutschland Fortschritte vorweisen sollte. Doch die Parteien haben es nicht geschafft, einen Bericht vorzulegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F07%2F01%2Fa0062&amp;cHash=81f8c88dca\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Forschung und Lehre<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gekaufte Freiheit &ndash; wer bezahlt die deutsche Forschung?<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank bezahlt ein gemeinsames Institut von Technischer Universit&auml;t und Humboldt Universit&auml;t Berlin und bestimmt mit, wie die Professuren des Stiftungsinstitutes besetzt werden und was dort geforscht und gelehrt wird. Das ist das Gegenteil des Humboldtschen Bildungsideals und der Freiheit der Forschung. Andererseits ist das aber eine logische Fortsetzung der Auftragsforschung mit noch besser eingesetzten Mitteln. So kommt es, dass Wirtschaft drin ist und Universit&auml;t drauf steht. Sollten wir es dann nicht konsequenterweise wie beim Fu&szlig;ball halten: Allianz-Arena und Deutsche-Bank-Universit&auml;t. Da wei&szlig; man wenigstens, woran man<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20110607.mp3\">hr2\/Kultur &bdquo;Der Tag&ldquo; (Audio-Podcast, ca. 52 Minuten) [mp3 &ndash; 49 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>BVerwG: Bei Studienfachwechsel wird vorherige BAf&ouml;G-F&ouml;rderung angerechnet<\/strong><br>\nBei der Berechnung des Zeitpunktes, ab dem die Baf&ouml;G-F&ouml;rderung f&uuml;r ein Studium nach einem Fachrichtungswechsel nur noch als verzinsliches Bankdarlehen gew&auml;hrt wird, sind die Fachsemester aller zuvor abgebrochenen Studieng&auml;nge zu ber&uuml;cksichtigen. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 30.06.2011 entschieden. Denn der Gesetzgeber habe mit der Einf&uuml;hrung des verzinslichen Bankdarlehens bezweckt, die begrenzten staatlichen F&ouml;rderungsmittel sparsam zu verwenden und m&ouml;glichst gerecht zu verteilen sowie die Studierenden zu veranlassen, sich m&ouml;glichst fr&uuml;hzeitig f&uuml;r einen geeigneten Studiengang zu entscheiden, diesen z&uuml;gig durchzuf&uuml;hren und abzuschlie&szlig;en. Nur die Anrechnung der gesamten vorangegangenen Ausbildungszeit wird laut BVerwG diesen Zwecken gerecht (Az.: 5 C 13.10).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/beck-online.beck.de\/default.aspx?vpath=bibdata%2freddok%2fbecklink%2f1014508.htm\">beck-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung A.G.:<\/strong> Das BVerwG hat entschieden, dass im Falle eines Fachrichtungswechsels die Semester des fr&uuml;heren Studienganges vollumf&auml;nglich auf die F&ouml;rderungsgew&auml;hrung (die sich an der Regelstudienzeit orientiert) f&uuml;r das neue Studium anzurechnen sind. Wer also erst 2 Semester Medizin studiert und dann auf einen Bachelor z.B. in Physik wechselt, erh&auml;lt F&ouml;rderung nicht mehr f&uuml;r die 6 Semester Regelstudienzeit im Studiengang Physik, sondern f&uuml;r nur noch 6-2=4 Semester. Danach steht nur noch ein verzinsliches Bankdarlehen zur Verf&uuml;gung.<\/em><br>\n<em>Ich kann, da der volle Text des Urteils noch nicht vorliegt, keine rechtswissenschaftliche Kritik &uuml;ben.<\/em><br>\n<em>Rechtspolitisch ist es aber besorgniserregend, aus vier Gr&uuml;nden:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Heute kommen viele mit 18 Jahren aus der Schule und nehmen unmittelbar das Studium auf. In diesem Alter bestehen oft erhebliche Unsicherheiten &uuml;ber die eigenen Studienpr&auml;ferenzen, aber auch die eigenen Talente. Die Schulf&auml;cher sagen &uuml;ber die Eignung f&uuml;r Studienf&auml;cher oftmals nicht viel aus. Wer sich in diesem Alter geirrt hat, und seine Studienentscheidung nach einem oder zwei Semestern revidiert, dem ist eigentlich nichts vorzuwerfen.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Begr&uuml;ndung, dass man die Studierenden anhalten wolle, sich fr&uuml;h auf ein Studium festzulegen, f&uuml;hrt ins Abseits. Denn man zwingt die Menschen damit, ggf. in einer Fachrichtung zu verharren, in der sie sich nicht entfalten und keine Bestleistungen erbringen k&ouml;nnen. Selbst wenn man die Ausbildung der Einzelnen an der Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit misst, macht es wenig Sinn, Menschen davon abzuhalten das zu studieren, was ihnen am Besten liegt.<\/em><\/li>\n<li><em>Nur eine Beobachtung im pers&ouml;nlichen Umfeld, ohne jeden empirischen Beleg: Nicht selten sind es Studierende aus eher bildungsfernen Elternh&auml;usern, die sehr verunsichert &uuml;ber ihre Studienpr&auml;ferenzen sind und daher die Fachrichtung nach einer Zeit noch einmal wechseln. Grund: Diesen Leuten fehlen eben akademische Rollenbilder und das Wissen dar&uuml;ber, welche Anforderungen ein bestimmtes Studium stellt. Akademikerelternh&auml;user mit geh&ouml;riger Bildungstradition sind da bessere &ldquo;Beratungsstellen&rdquo; an der Schnittstelle zwischen Abi und Studium.<\/em><\/li>\n<li><em>Das verzinsliche Bankdarlehen als &ldquo;Finzierungskr&uuml;cke&rdquo; ist nur ein schwacher Trost. Denn f&uuml;r weiterf&uuml;hrende Studieng&auml;nge, Auslandsstudien, Promotionen etc. braucht man erfahrungsgem&auml;&szlig; wiederum den einen oder anderen Kredit. Die diesbez&uuml;glichen Entscheidungen werden aber eher nicht zu Gunsten weiterer Studienvorhaben ausfallen, wenn bereits aus dem Erstabschluss-Studium Bankkredite zu tilgen sind!<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Der absurde Kampf gegen das Diplom<\/strong><br>\nWie der Schwanz mit dem Hund wackelt: Die L&auml;nder, findet der Akkreditierungsrat, sollen bei der Vergabe von Hochschulabschl&uuml;ssen gegen ihre eigenen Parlamente und gegen ihr Landesrecht entscheiden&hellip;<br>\nDieselben Arbeitgeber, die das Hochschulsystem seit Jahrzehnten einerseits mit widerspr&uuml;chlichen Erwartungen &uuml;berziehen &ndash; mal zu viel, mal zu wenig Ingenieure, mal zu theoretische Ausbildung, dann wieder zu wenig Grundlagenkenntnisse &ndash; und die andererseits das Kriterium der Konkurrenzf&auml;higkeit in allen Lebenslagen hochhalten, wollen hier auf eklatante Weise den Wettbewerb der L&auml;nder um Studienmodelle unterbinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30901\/bologna-reform-der-absurde-kampf-gegen-das-diplom-30449934.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Kostenlose Mitarbeit? Immer wieder gern genommen<\/strong><br>\nStudie: Praktika sind zu einer Form der &ldquo;&Uuml;bergangsarbeitslosigkeit von Hochschulabsolventen&rdquo; geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/print\/150078\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&ldquo;Werbung an Schulen&rdquo;<\/strong><br>\nIn einem am Dienstag gesendeten Bericht von Panorama Nord, kritisiert unser Mitarbeiter Felix Kamella die Einflussnahme von Unternehmen in Schulen. Diese haben die Kinder und Jugendlichen in den Klassen als Zielgruppe ausgemacht und versuchen Ihren Einfluss auf die Schulen zunehmend auszuweiten. Unter anderem durch Kooperationen und Unterrichtsmaterialien sollen die Sch&uuml;ler\/innen schon fr&uuml;h an die jeweilige Marke gebunden werden. Im Beitrag von Panorama Nord (NDR) wird diese Vorgehensweise kritisch beleuchtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/06\/werbung-an-schulen-bei-panorama-nord\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Journalismus und Medien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Interview Hans-J&uuml;rgen Arlt zur BILD-Studie<\/strong><br>\nHans-J&uuml;rgen Arlt hat f&uuml;r die Otto-Brenner-Stiftung der IG Metall eine Studie &uuml;ber die BILD-Zeitung geschrieben. Wir sprechen mit ihm &uuml;ber Griechenland-Berichterstattung der BILD, BILD Gesch&auml;ftsmodell und BILD als Anti-Journalismus.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/medienradio.org\/mr\/mr046-bild-studie\/\">Medienradio (Einleitungstext mit Abspielfunktion)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/banse.cc\/media\/MR046_110601_BILD-Studie.mp3\">Medienradio (Audio-Podcast, ca. 1 Stunde 30 Minuten) [mp3 &ndash; 63 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Herbert Prantl: &ldquo;Ich schei&szlig; Dich zu mit meinem Geld&rdquo;<\/strong><br>\nDie verschlossene Auster ist ein Kommunikationspreis &ndash; er wird Kommunikationsverhinderern und Kommunikationsblockierern verliehen&hellip;<br>\nDas kann man von der Atomindustrie wirklich nicht sagen. Die Atomindustrie kommuniziert wie der Teufel. Die Atomindustrie schreibt mehr Pressemitteilungen, als ein Birkenbaum Bl&auml;tter hat. Ihre Manager und Lobbyisten dr&auml;ngen in jede Talkshow. Und wenn die Atomindustrie der Meinung ist, dass das nicht reicht, dann ver&ouml;ffentlicht sie ganzseitige Anzeigen mit potenten Unterschriften, in denen sie die Kanzlerin zum Diktat bittet und der Politik erkl&auml;rt, was sie zu tun hat. Man kann sich &uuml;ber den Stil wundern, auch &uuml;ber den Inhalt und die politische Pr&auml;potenz, die darin zum Ausdruck kommt.<br>\nWof&uuml;r werden die vier Atomkonzerne ausgezeichnet?<br>\nSie werden ausgezeichnet f&uuml;r gef&auml;hrlich einseitige, marktm&auml;chtige Information, sie werden ausgezeichnet f&uuml;r die Verharmlosung von Gefahren, f&uuml;r exzessiven Lobbyismus.<br>\nSie werden ausgezeichnet daf&uuml;r, dass sie an den politischen Schaltstellen ihre Leute postiert haben &ndash; Leute wie den CDU-Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer.<br>\nDie Atomkonzerne werden mit der &ldquo;Verschlossenen Auster&rdquo; ausgezeichnet f&uuml;r das Verschweigen und Herunterspielen von Unf&auml;llen, die sie &ldquo;St&ouml;rf&auml;lle&rdquo; nennen, welche sie oft erst auf Druck offenbaren und dann kleinreden und kleinschreiben. Sie werden ausgezeichnet f&uuml;r ihre schleichend-besch&ouml;nigende Beeinflussung der politischen Sprache. Sie werden ausgezeichnet f&uuml;r das verbraucherfeindliche Raffinement, mit dem sie die Strompreise auf hohem Niveau halten, f&uuml;r die Art und Weise, mit der sie an der Stromb&ouml;rse EEX ihre Machinationen trieben und mit der sie die Regulierung f&uuml;r diesen Handelsplatz hintertrieben haben. Sie werden ausgezeichnet daf&uuml;r, dass sie den Verbraucher die Zeche haben bezahlen lassen: &ldquo;Oligopole wie die gro&szlig;en vier Kernkraftwerksbetreiber k&ouml;nnen die Preise bestimmen und durchsetzen. Die Milliardengewinne der Konzerne kommen aus dem Portmonee der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger.&rdquo;<br>\nDie vier Kernkraftwerksbetreiber werden auch ausgezeichnet f&uuml;r die Chuzpe, mit der sie in Anzeigen und kostenlosen B&uuml;chlein der &Ouml;ffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen versuchten, Anzeigen und B&uuml;chlein, in denen die AKWs als Idylle mit Schafen, Schreberg&auml;rten und R&uuml;benbauern abgebildet wurden und in denen die &ldquo;Kernkraft als Klimaschutz&rdquo; propagiert wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/verschlossene-auster-fuer-stromkonzerne-ich-scheiss-dich-zu-mit-meinem-geld-1.1115387%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Bis sich die Balken strecken<\/strong><br>\nBundesinnenminister Friedrich hat heute den Verfassungsschutzbericht 2010 vorgestellt. Die Zahl der &ldquo;Straftaten mit extremistischem Hintergrund aus dem Bereich &lsquo;Politisch motivierte Kriminalita&#776;t &ndash; links'&rdquo; ist demnach von 4.734 im Jahr 2009 auf 3.747 im vergangenen Jahr gesunken (ein Minus von 20,8%), die der &ldquo;Straftaten mit extremistischem Hintergrund aus dem Bereich &lsquo;Politisch motivierte Kriminalita&#776;t &ndash; rechts'&rdquo; von 18.750 auf 15.905 (minus 15,2%).<br>\nZeichnet man den Balken der linksextremen Straftaten im gleichen Ma&szlig;stab wie den der rechtsextremen, sieht die Grafik ungef&auml;hr so aus:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110704_verfassungsschutzbericht.jpg\" alt=\"Verfassungsschutzbericht\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/31601\/bis-sich-die-balken-strecken\/\">BILDBlog<\/a><\/li>\n<li><strong>Netzwerk Recherche-Vorstand Thomas Leif nimmt seinen Hut<\/strong><br>\nDer Journalistenverein Netzwerk Recherche steht vor einem Umbruch. Ausgerechnet zum zehnj&auml;hrigen Jubil&auml;um, das an diesem Wochenende in Hamburg gefeiert werden sollte, knallte es nicht an der Sektbar, sondern im Vorstand. Auf der Mitgliederversammlung des Vereins am Freitagabend musste der Vorsitzende des Vorstands, der SWR-Chefreporter Thomas Leif, seinen Abschied nach zehn Jahren an der Vereinsspitze bekanntgeben. [&hellip;]<br>\nWorum geht es? Verk&uuml;rzt zusammengefasst, hat das Netzwerk Recherche (NR) Zuwendungen durch die Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung (BpB) bekommen, die ihm m&ouml;glicherweise nicht zustanden. [&hellip;] Nachdem Leif diese Absicht in der Versammlung nicht so deutlich wie von seinen Kollegen erwartet formulierte, k&uuml;ndigten gleich drei Vorst&auml;nde, unter ihnen Leyendecker, vor&uuml;bergehend ihre R&uuml;cktritte an. Nun machen sie zun&auml;chst bis zum Herbst weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/print\/thomas-leif-nimmt-seinen-hut\/2011\/07\/02.html\">Meedia<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> H&auml;tte Leif nicht seinen Hut wegen der umstrittenen Zuwendendunen genommen, h&auml;tte er ihn &ndash; zumindest moralisch &ndash; wegen der &ldquo;<a href=\"http:\/\/meedia.de\/print\/das-kapitel-ist-fuer-mich-beendet\/2011\/06\/30.html\">L&uuml;tgert-Aff&auml;re<\/a>&rdquo; nehmen m&uuml;ssen. Es bleibt zu hoffen, dass sich das &ldquo;Netzwerk&rdquo; nach dem Wechsel an der F&uuml;hrungsspitze wirklich von innen heraus reformiert, um den eigenen Anspr&uuml;chen vielleicht einmal gerecht zu werden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>USA: Willkommener Schlussstrich unter die Opfer des Kriegs gegen den Terror<\/strong><br>\nNur in zwei von mehr als hundert F&auml;llen von in CIA-Gewahrsam gestorbenen &ldquo;Terror&rdquo;-Gefangenen will das Justizministerium strafrechtlich gegen die Beteiligten ermitteln. Noch-CIA-Chef Leon Panetta, der am Freitag seinen neuen Arbeitsplatz als Verteidigungsminister antrat, zeigte sich erleichtert: &ldquo;Wir k&ouml;nnen jetzt endlich dieses Kapitel der Geschichte unseres Dienstes schlie&szlig;en&rdquo;, sagte er. Menschenrechtsorganisationen in den USA hingegen sind emp&ouml;rt. Zwar ist offiziell nicht bekannt gegeben worden, um welche beiden Todesf&auml;lle es sich handelt. Allgemein vermutet wird jedoch, dass es dabei um den Tod des irakischen Gefangenen Manadel al-Jamadi geht, der 2003 in CIA-Gewahrsam im ber&uuml;chtigten Abu-Ghraib-Gef&auml;ngnis in Bagdad starb, und um den Afghanen Gul Rahman, der 2002 in einem CIA-Geheimgef&auml;ngnis in Afghanistan starb. Al-Jamadis Fall wurde weltweit bekannt, weil seine auf Eis gelegte und in Klarsichtfolie eingewickelte Leiche zusammen mit dem US-Soldaten Charles Greiner zu sehen war, der sich stolz und grinsend mit dem &ldquo;Thumbs-up&rdquo;-Zeichen &uuml;ber die Leiche beugt. Greiner war sp&auml;ter wegen der auf den Bildern dokumentierten Gefangenenmisshandlungen zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Al-Jamadi war am 4. November 2003 von einem Navy-Seals-Team gefangen genommen worden. In Abu Ghraib wurden ihm die Augen verbunden, er wurde in einen orangefarbenen Overall gesteckt und mit Handschellen in einem Duschraum ans Fenstergitter gefesselt, wo er starb. Gul Rahman soll im afghanischen CIA-Geheimgef&auml;ngnis &ldquo;Salt Pit&rdquo; bei Kabul nackt auf dem Betonfu&szlig;boden seiner Zelle gefesselt worden und dort erfroren sein. &ndash; Menschenrechtsorganisationen in den USA fordern seit Langem, s&auml;mtliche Verfehlungen von US-Mitarbeitern im Rahmen des &ldquo;Krieges gegen den Terror&rdquo; strafrechtlich aufzuarbeiten und dabei auch die Befehlskette aufw&auml;rts zu untersuchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2011%2F07%2F02%2Fa0174&amp;cHash=0539bf8396\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da waren die USA schon einmal weiter, z.B im Wilhelmstra&szlig;enprozess (The United States of America vs. Ernst von Weizs&auml;cker et al.): &ldquo;Wenn die Kommandanten der Todeslager &hellip; bestraft werden &ndash; und dar&uuml;ber haben wir keinen Zweifel &ndash; dann sind die M&auml;nner ebenso strafbar, die in der friedlichen Stille ihrer B&uuml;ros in den Ministerien an diesem Feldzug durch Entwurf der f&uuml;r seine Durchf&uuml;hrung notwendigen Verordnungen, Erlasse und Anweisungen teilgenommen haben.&rdquo; (WikipediA: Schreibtischt&auml;ter)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Kann Silvana Koch-Mehrin ihre politische Karriere retten?<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110704_zu_guter_letzt.jpg\" alt=\"Zu guter Letzt\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub91CEC4693F434CF6B91E1C8ED47F60F8\/Doc~EFEEBFCD342E24B5F8CD145B10B09F687~ATpl~Ecommon~SMed.html#F35A1F583FD94F3B92E36D0742A87D4E\">Frankfurter Allgemeine<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechenland; Die europ&auml;ische Krise; Verursacher der Krise zur Kasse bitten; Fachkr&auml;ftemangel?; 3,9 Millionen Arbeitslose; Zehn Euro Stundenlohn bringen nur Sozialrente; Kahlschlag bei Jugendhilfen in Neuk&ouml;lln; Empf&auml;ngerquoten von Leistungen der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende; Ausstieg mit Fragezeichen; Abgefackelt &ndash; Wie &Ouml;lkonzerne unser Klima killen; Patienten an die Macht; Bahn&nbsp;soll Stuttgart-21-Kosten frisiert<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9982\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-9982","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9982"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9982\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10000,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9982\/revisions\/10000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}