{"id":99887,"date":"2023-06-27T09:00:22","date_gmt":"2023-06-27T07:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99887"},"modified":"2023-06-27T14:11:23","modified_gmt":"2023-06-27T12:11:23","slug":"rette-dich-vor-benko-wie-ein-immobilienhai-aus-oesterreich-kaufhaeuser-in-grund-und-boden-saniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99887","title":{"rendered":"Rette Dich vor Benko! Wie ein Immobilienhai aus \u00d6sterreich Kaufh\u00e4user in Grund und Boden saniert"},"content":{"rendered":"<p>Die Signa Holding krallt sich haufenweise marode Warenh&auml;user, macht sie in Serie platt, bereichert sich an den lukrativen Immobilien und kassiert f&uuml;r all das auch noch Hunderte Millionen Euro an Steuergeldern. Was unter &bdquo;Rettung&ldquo; l&auml;uft, ist in Wahrheit ein brutaler Akt sch&ouml;pferischer Zerst&ouml;rung, und aus den Ruinen sch&ouml;pft allen voran Konzernboss Ren&eacute; Benko. Auf der Strecke bleiben Besch&auml;ftigte, Kunden und unternehmerischer Anstand. Mit Recht und Gesetz geht es bei all dem vermutlich auch nicht zu, wie ein Blick zu unseren &ouml;sterreichischen Nachbarn offenbart. Aber auch in Deutschland hinterl&auml;sst sein Gesch&auml;ftsmodell ein Tr&uuml;mmerfeld. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2729\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-99887-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230627-Rette-Dich-vor-Benko-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230627-Rette-Dich-vor-Benko-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230627-Rette-Dich-vor-Benko-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230627-Rette-Dich-vor-Benko-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=99887-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230627-Rette-Dich-vor-Benko-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230627-Rette-Dich-vor-Benko-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ren&eacute; Benko besitzt ohne Frage eine besondere Gabe, viel und schnelles Geld zu machen. Mithin haben die Gesch&auml;fte des Tiroler Immobilienspekulanten etwas Magisches. Da ist dieser Deal aus den Jahren 2007 und 2008. Zun&auml;chst erwirbt er als damals 30-j&auml;hriger Jungunternehmer mit seiner Signa Holding drei Immobilien in der Tuchlauben, im &bdquo;Goldenen Quartier&ldquo; mitten in der Wiener Innenstadt, f&uuml;r 141 Millionen Euro. Bald darauf l&ouml;st er den Komplex aus seinem Portfolio heraus und verkauft ihn zum selben Preis an einen ihm nahestehenden Fonds in Luxemburg. Nur zwei Wochen sp&auml;ter gelingt dann der Coup: Die Objekte wechseln zur Mantelgesellschaft einer Anwaltskanzlei, die ebenfalls mit der Signa verbandelt ist, diesmal f&uuml;r 195 Millionen Euro. Eine Wertsteigerung von 54 Millionen Euro in nur zwei Wochen &ndash; Simsalabim.<\/p><p>Es geht auch andersherum, denn nicht minder versteht sich Benko darauf, zum rechten Zeitpunkt Risiken loszuwerden. Vor drei Wochen ver&auml;u&szlig;erte seine Signa-Gruppe die M&ouml;belkette Kika\/Leiner, die in ihren besten Zeiten Dutzende Einrichtungsh&auml;user in der Alpenrepublik sowie in Ost- und S&uuml;dosteuropa betrieb. Der Laden l&auml;uft schon sehr lange nicht mehr rund, das war bereits so, als Benko ihn im Jahr 2018 &uuml;bernimmt und als gro&szlig;er &bdquo;Retter&ldquo; auf den Plan tritt. Zu Geld macht er in den Folgejahren jedoch nur die Immobilien, die getrennt sind vom operativen Gesch&auml;ft, das immer mehr Verluste und Schulden auft&uuml;rmt. Das l&auml;sst der Multimilliard&auml;r lange tatenlos geschehen, bis ihm die Sache doch zu bunt wird.<\/p><p><strong>Einfluss im &Uuml;berfluss<\/strong><\/p><p>Anfang Juni gibt er die &uuml;brigen Liegenschaften und den Filialbetrieb an zwei K&auml;ufer ab, f&uuml;r kolportierte 500 Millionen Euro. Der gesamte Immobilienbestand landet bei der Supernova Invest, das operative Gesch&auml;ft zu einem Preis von angeblich einem Euro beim Handelsmanager Hermann Wieser. Prompt wird&lsquo;s wieder zauberhaft: Nur wenige Tage sp&auml;ter k&uuml;ndigt Wieser an, in die <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/handel\/kika-leiner-moebelkette-rutscht-nach-verkauf-durch-rene-benko-in-die-insolvenz-a-fece89d5-8593-43a2-91dd-8118ffb82f44\">Insolvenz<\/a> zu gehen. Es ist dies laut Presseberichten die gr&ouml;&szlig;te Firmenpleite der vergangenen zehn Jahre in &Ouml;sterreich, wodurch der Staat als Gl&auml;ubiger und verantwortlich f&uuml;r den Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) einen Schaden von absehbar 100 Millionen Euro erleidet. Richtig bluten m&uuml;ssen wie immer die Besch&auml;ftigten. Im Rahmen der anstehenden Sanierung sollen 23 der zuletzt 40 Standorte geschlossen und rund 2.000 von 3.900 Mitarbeitern ihren Job verlieren.<\/p><p>N&uuml;chtern betrachtet hat Benko nat&uuml;rlich nicht einfach nur Gl&uuml;ck oder einen guten Riecher. Vielmehr kennt er die richtigen Leute, umgibt sich mit den &bdquo;besten&ldquo; Experten und hat mit seinem vielen Geld Einfluss im &Uuml;berfluss. Auf diesem Hintergrund sind auch die beiden beschriebenen Vorg&auml;nge erkl&auml;rbar, zwischen denen offenbar eine enge Verbindung besteht. Tats&auml;chlich steht n&auml;mlich der Verdacht im Raum, dass die &uuml;ber 50 Millionen Euro, die vor 15 Jahren beim Tuchlauben-Gesch&auml;ft durch mehrmaligen Eigent&uuml;merwechsel wie aus dem Nichts aufploppten, am Fiskus vorbeigewandert sind. Das jedenfalls vermutet das Finanzamt Wien, das sich schon sehr lange mit dem Fall besch&auml;ftigt.<\/p><p><strong>Guter Bekannter im Ministerium<\/strong><\/p><p>Wie <em><a href=\"https:\/\/kontrast.at\/benko-geschaeftsmodell\/#Drei_Immobilien_in_Wiener_Top-Lage_das_mehrmals_gekaufte_Goldene_Quartier\">Kontrast.at<\/a><\/em> dieser Tage berichtete, war die Summe seinerzeit nicht als besteuerbarer Gewinn deklariert worden, sondern als stille Reserven, die beispielsweise entstehen, sobald Immobilienverm&ouml;gen unterbewertet wurden. Die Finanzpr&uuml;fer wollten die windigen Tricks nicht durchgehen lassen und machten einen Nachschlag bei der K&ouml;rperschaftssteuer in H&ouml;he von 3,5 Millionen Euro geltend. Signa weigerte sich, wollte die Bemessungsgrundlage auf 35 Millionen Euro dr&uuml;cken. Aber dann passierte &ndash; Hokuspokus &ndash; jahrelang nichts in der Angelegenheit.<\/p><p>Wie sehr viel sp&auml;ter aus den Akten der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hervorging, hat Ren&eacute; Benko einen guten und hochrangigen Bekannten im &ouml;sterreichischen Finanzministerium. Beide h&auml;tten nach Kenntnis der Ermittler &bdquo;seit zumindest Ende 2016&ldquo; im Kontakt gestanden: &bdquo;Man duzt sich und trifft sich regelm&auml;&szlig;ig.&ldquo; Chatprotokolle belegen ferner, dass Benko dem Mann einen Job in seinem Konzern angeboten hat &ndash; f&uuml;r ein Jahressal&auml;r von 300.000 Euro plus Boni. Der besagte Thomas Schmid, damals Generalsekret&auml;r im Ministerium, packte im Herbst 2022 aus und r&auml;umte ein, im Sinne Benkos im Ministerium gewirkt zu haben. &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000140091025\/thomas-schmid-belastet-kurz-benko-sobotka-und-zahlreiche-weggefaehrten-aus\">Lieber Rene (&hellip;) In deiner Sache ist alles auf Schiene!<\/a>&ldquo;, lie&szlig; Schmid ihn 2018 wissen.<\/p><p>Das galt auch f&uuml;r dessen Gesch&auml;fte. Ende 2017 streckt Benko erstmals die F&uuml;hler nach der angeschlagenen Kika\/Leiner-Gruppe aus. F&uuml;r 60 Millionen Euro verleibt er sich zun&auml;chst deren Filetst&uuml;ck auf Wiens schickster Einkaufsmeile, in der Mariahilfer Stra&szlig;e, ein. Daraus soll dereinst der noch im Bau befindliche &bdquo;Luxury Department Store&ldquo; namens &bdquo;Lamarr&ldquo; als Teil seiner im Premiumsegment t&auml;tigen KaDeWe Group werden. Nur sechs Monate sp&auml;ter erh&auml;lt Signa das ganze Paket mit s&auml;mtlichen 68 Filialen. Benko zahlt daf&uuml;r rund 430 Millionen Euro und verpflichtet sich, 100 Millionen Euro in die Sanierung zu stecken.<\/p><p><strong>Steuererleichterung mit Amtshilfe<\/strong><\/p><p>Nach Lage der Dinge verschafft die sogenannte Rettung der M&ouml;belkette samt der damals 5.000 Besch&auml;ftigten, aus der nichts wurde, dem Immobilientycoon einen Segen mehr. Und damit schlie&szlig;t sich der Kreis zum Deal mit dem Tuchlauben-Komplex. Denn w&auml;hrend sich die damalige Regierung unter Sebastian Kurz (&Ouml;VP) im Licht der vermeintlichen Erfolgsstory sonnt, verfl&uuml;chtigt sich ganz nebenbei der &Auml;rger um die betreffende Steuernachforderung. Wie das Politmagazin <em><a href=\"https:\/\/www.falter.at\/morgen\/20230615\/die-kikaleiner-pleite-und-ein-steuerdeal-fur-milliardar-benko\">Der Falter<\/a><\/em> unter Berufung auf Informationen der zust&auml;ndigen Staatsanwaltschaft nachzeichnet, &uuml;bt das Finanzministerium in Person von Sektionschef Eduard M&uuml;ller Druck auf das Wiener Finanzamt aus. Der habe ihn gedr&auml;ngt, das Verfahren &bdquo;zeitnah und schnell (zu) erledigen&ldquo;, gab der fragliche Beamte zu Protokoll.<\/p><p>Als sich dieser wegen m&ouml;glichem Amtsmissbrauchs querstellt, protokolliert in seinem Hilferuf an M&uuml;ller: &bdquo;Warum helft&lsquo;s ihr dem Benko so?&ldquo;, geht pl&ouml;tzlich alles ganz schnell: &Uuml;ber Nacht verlegt die Signa Holding ihren Sitz von Wien nach Innsbruck &ndash; &bdquo;und das dortige Finanzamt stimmte nach einem Telefonat mit M&uuml;ller nur zwei Wochen sp&auml;ter einer viel niedrigeren Bemessungsgrundlage zu: 36 statt 53 Millionen, mit entsprechend geringerer Nachzahlung&ldquo;, hielt <em>Der Falter<\/em> fest. Das Magazin zitierte zudem aus einer fr&uuml;heren Mail des renitenten Finanzbeamten Werner L., der darin echte Weitsicht bewies. Demnach k&ouml;nne er das Argument, Signa habe 5.000 Arbeitspl&auml;tze gerettet, nicht nachvollziehen, &bdquo;weil es anders kommen wird &ndash; Benko m&ouml;chte ja eh nur die Immobilien&ldquo;.<\/p><p><strong>Hei&szlig; auf Immobilien<\/strong><\/p><p>Wenn schon ein &bdquo;einfacher&ldquo; Finanzbeamter Benkos Gesch&auml;ftsmodell durchschaut &ndash; warum f&auml;llt dann die Politik immer wieder auf seine Heilsversprechen herein? Als &bdquo;Rettung&ldquo; hatte hierzulande die gro&szlig;e Koalition vor f&uuml;nf Jahren auch die &Uuml;bernahme der kriselnden Kaufhauskette Galeria Kaufhof gefeiert. Zwei Insolvenzen sp&auml;ter, in denen zig Millionen Euro an Steuergeld verbrannt, etliche Standorte verschwunden und Tausende Arbeitspl&auml;tze vernichtet wurden und noch werden, ist das einstige Karstadt-Imperium nur noch ein klappriges Gerippe. Dabei ging es Benko nie darum, die Kaufh&auml;user vorm Ruin zu bewahren. F&uuml;r ihn z&auml;hlen allein die Immobilien und Grundst&uuml;cke, um diese gewinnbringend zu vermarkten. Er rei&szlig;t sich daf&uuml;r die Warenh&auml;user unter den Nagel, isoliert die kraftlosen Betreibergesellschaften vom werthaltigen Geb&auml;udebestand, als deren Eigner er Galeria Kaufhof stattliche Mieten abverlangt. F&uuml;r den Betrieb der L&auml;den hat er blo&szlig; Kleckerbetr&auml;ge &uuml;brig, erg&auml;nzt um erpresstes Steuergeld &ndash; weil andernfalls der <em><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/immobilien-galeria-karstadt-kaufhof-kaut-bullinger-bundesregierung-muenchen-innenstadt-rene-benko-milliardaer-news-92137736.html\">&bdquo;Gesch&auml;ftsbetrieb unmittelbar einzustellen&ldquo;<\/a><\/em> w&auml;re &ndash;, was das Sterben auf Raten bestenfalls verlangsamt und Zeit verschafft beim Leichenfleddern.<\/p><p>So hat Signa nach der Kika\/Leiner-&Uuml;bernahme umgehend das Osteuropagesch&auml;ft abgesto&szlig;en, das f&uuml;r 200 Millionen Euro an den Mitbewerber XXXLutz ging. Weitere 200 Millionen Euro spielte die Trennung von &bdquo;nicht strategischen&ldquo; Standorten in etlichen St&auml;dten ein, womit Benko ein Viertel der Immobilen vergoldete. Verrechnet mit dem einstigen Kauf- und jetzigen Verkaufspreis der M&ouml;belkette soll ihm die Unternehmung wenigstens <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/6294506\/wie-viel-hat-rene-benko-beim-kika-leiner-deal-verdient\">300 Millionen Euro Gewinn<\/a> beschert haben. Da l&auml;sst es sich verschmerzen, dass er am M&ouml;belverkauf unter dem Strich nichts verdient hat. Zumal er das gar nicht wollte und seine &bdquo;Rettungsmission&ldquo; blo&szlig; ein Trojaner war, um sich zu bereichern, zum Schaden von Besch&auml;ftigten und Steuerzahlern. <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/6294506\/wie-viel-hat-rene-benko-beim-kika-leiner-deal-verdient\">&bdquo;An einer Rettung profitiert in der Regel vor allem der Retter&ldquo;<\/a>, befand die Tageszeitung <em>Die Presse<\/em>.<\/p><p><strong>Monopoly im Herzen Berlins<\/strong><\/p><p>Trotzdem darf der Austria-Zampano weiter schalten und walten, wie er will. Sein neuester Coup: Obwohl noch gar nicht zu Ende errichtet, wird das k&uuml;nftige B&uuml;rohochhaus &bdquo;Mynd&ldquo; am Berliner Alexanderplatz mitsamt des traditionsreichen Galeria-Kaufhauses voraussichtlich in den Besitz einer Commerzbank-Tochter &uuml;bergehen. &Uuml;ber den Deal, den das Bundeskartellamt erst noch genehmigen muss, hatte Signa vor zwei Wochen informiert. Wie beim <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/monopoly-am-alexanderplatz-signa-trennt-sich-galeria-karstadt-kaufhof-und-hochhausprojekt-li.358119\">Monopoly<\/a> erwirbt die Holding im Gegenzug die bisherige 20-Prozent-Beteiligung eines Commerzbank-Fonds an acht Warenhausimmobilien im gesamten Bundesgebiet.<\/p><p>Erkl&auml;rterma&szlig;en will Signa das Hochhausprojekt am Alex sowie den laufenden Galeria-Umbau als Projektentwicklungspartner weiter &bdquo;federf&uuml;hrend begleiten&ldquo;, bis 2025 soll das Gesamtensemble fertig sein. Allerdings k&ouml;nnte der neue Eigner neue Bedingungen diktieren, insbesondere mit Blick auf das Warenhaus, f&uuml;r dessen &bdquo;Rettung&ldquo; sowie die weiterer Karstadt-Standorte die Landesregierung Benko schon erhebliche geldwerte Zugest&auml;ndnisse gemacht hatte. Auf Grundlage des vor drei Jahren zwischen Senat und Signa vereinbarten <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/recherchen\/lobbyismus\/signa-lobbyierte-erfolgreich-beim-berliner-senat\">&bdquo;Letter of Intent&ldquo;<\/a> zieht die Gruppe zum Beispiel zwei Hochh&auml;user am Breitscheidplatz hoch. Im Gegenzug versprach die Holding, 45 Millionen Euro in Karstadt zu investieren. Und was passiert? Die H&auml;user in Charlottenburg und im Wedding werden zum 31. Januar 2024 dichtgemacht, wobei Letzteres zu einem Komplex mit Eigentumswohnungen, B&uuml;ros und kleinerem Kaufhaus umgebaut wird. Bundesweit wurden allein im Juni 19 Zweigstellen geschlossen, 22 weitere sollen bis Anfang 2024 abgewickelt werden. Noch Fragen?<\/p><p><strong>Aufkl&auml;rung ungewiss<\/strong><\/p><p>Immerhin sorgt das Treiben in der Politik zunehmend f&uuml;r Unmut. &bdquo;Das Misstrauen gegen das Gesch&auml;ftsgebaren von Herrn Benko hat sich erneut best&auml;tigt&ldquo;, beschied der Baustadtrat des Bezirks Berlin-Mitte, Ephraim Gothe (SPD). &bdquo;Durch mehr Baumasse soll der Wert der Immobilien gesteigert und diese dann <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/452955.raubzug-der-benko-trick.html?sstr=benko\">meistbietend an den n&auml;chsten Investor<\/a> verkauft werden&ldquo;, monierte der SPD-Abgeordnete im Abgeordnetenhaus, Mathias Schulz. Mit Blick auf weitere Bauvorhaben am Hermannplatz in Neuk&ouml;lln und der City West verwies er auf den Parlamentsvorbehalt. &bdquo;Es ist jetzt die Aufgabe von uns als Politik, diesem ausschlie&szlig;lich auf Profitmaximierung zielenden Treiben (&hellip;) Grenzen zu setzen.&ldquo;<\/p><p>In &Ouml;sterreich mehren sich derweil die Stimmen, die eine Aufarbeitung der Kika\/Leiner-Pleite fordern. Neben dem mutma&szlig;lichen Steuerdeal geht es um den Vorwurf, Benko k&ouml;nnte eine Insolvenz verschleppt haben, um seine Sch&auml;fchen ins Trockene zu bringen. Zur Aufkl&auml;rung wurde vom Insolvenzgericht ein &bdquo;besonderer Verwalter&ldquo; bestellt, der insbesondere die Vorg&auml;nge vor dem Verkauf an Wieser beleuchten soll. SP&Ouml; und FP&Ouml; erw&auml;gen au&szlig;erdem, einen Untersuchungsausschuss in der Causa einzusetzen. Ob daraus etwas wird, ist noch unklar. Voraussetzung w&auml;re wohl, dass aus beiden Parteien niemand von Rang und Namen dem Gro&szlig;spekulanten in der Vergangenheit zu nahe gekommen ist. Und Benkos Bekanntenkreis ist bekanntlich ziemlich gro&szlig;.<\/p><p>Titelbild: PR<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/404420d55c764941992267177f1e3cfb\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Signa Holding krallt sich haufenweise marode Warenh&auml;user, macht sie in Serie platt, bereichert sich an den lukrativen Immobilien und kassiert f&uuml;r all das auch noch Hunderte Millionen Euro an Steuergeldern. Was unter &bdquo;Rettung&ldquo; l&auml;uft, ist in Wahrheit ein brutaler Akt sch&ouml;pferischer Zerst&ouml;rung, und aus den Ruinen sch&ouml;pft allen voran Konzernboss Ren&eacute; Benko. 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