{"id":9991,"date":"2011-07-04T09:31:18","date_gmt":"2011-07-04T07:31:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9991"},"modified":"2014-09-08T15:48:19","modified_gmt":"2014-09-08T13:48:19","slug":"eurozone-stabilisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9991","title":{"rendered":"Eurozone stabilisieren"},"content":{"rendered":"<p>Nach mehr als einem Jahr Anti-Krisenpolitik und &bdquo;Griechenland-Rettung&ldquo; stehen die EU-Instanzen und die Bundesregierung vor dem Scherbenhaufen ihrer neoliberalen Spardiktate-Politik. Trotz der Sanierungsversuche hat sich die Situation in den s&uuml;deurop&auml;ischen Krisenl&auml;ndern (und teilweise Irland) nicht verbessert, die Staatsschuldenquoten steigen und die Verunsicherung hat weiter zugenommen. Zwei Gr&uuml;nde sind daf&uuml;r neben anderen besonders wichtig: Erstens st&uuml;rzen die Krisenl&auml;nder wegen der ihnen aufgezwungenen drakonischen &bdquo;Sparma&szlig;nahmen&ldquo; in die Rezession, was Arbeitspl&auml;tze, Masseneinkommen und Steuereinnahmen wegbrechen l&auml;sst. Zweitens sind die an die Rettungskredite gebundenen Zinsen von f&uuml;nf bis sechs Prozent viel zu hoch und von den L&auml;ndern objektiv nicht leistbar. Von Werner Schieder MdB<br>\n<!--more--><\/p><ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Zuspitzung der Krise<\/strong>\n<p>Die immer wieder vor allem von der deutschen Diskussion angefachten Bef&uuml;rchtungen um eine Staatspleite l&ouml;sen immer neue Risikoaufschl&auml;ge f&uuml;r die Staatsanleihen der Krisenl&auml;nder aus. Im Zusammenspiel mit den Ratingagenturen, den &bdquo;Wetten&ldquo; spekulativer Anleger (Kreditversicherern &ndash; CDS), der tats&auml;chlichen Flucht aus Staatsanleihen und dem wirtschaftlichen Absturz der Krisenl&auml;nder wird das Vertrauen auch seri&ouml;ser Anleger zerst&ouml;rt, das durch die Rettungskredite doch zur&uuml;ckgewonnen werden sollte. Mit immer neuen Sparauflagen wird vor allem Griechenland nicht &bdquo;gerettet&ldquo;, sondern in den wirtschaftlichen Abgrund gesto&szlig;en. Einerseits werden mit Rettungskrediten &bdquo;Garantien&ldquo; f&uuml;r die Staatsanleihen der Krisenl&auml;nder ausgesprochen, anderseits werden diese Garantien faktisch dauernd widerrufen, indem ihre Fortf&uuml;hrung permanent infrage gestellt oder offen gelassen wird. Widerspr&uuml;chlicher k&ouml;nnte die europ&auml;ische Politik nicht sein!<\/p>\n<p>Millionen Menschen leiden unschuldigerweise unter der Politik der Troika (Kommission, Europ&auml;ischer Rat,  Europ&auml;ische Zentralbank), die die Krisenl&auml;nder faktisch wie ein Protektorat behandelt und zum &Uuml;bungsgel&auml;nde f&uuml;r knallharte neoliberale Strategien (Deregulierung, Liberalisierung, Sozialabbau, Lohndruck, Privatisierung) degradiert und unabsehbare Folgen f&uuml;r die Akzeptanz europ&auml;ischer Politik heraufbeschw&ouml;rt.<\/p>\n<p>In der deutschen Debatte werden tats&auml;chliche oder vermeintliche Schw&auml;chen der griechischen Wirtschaft und der dortigen Verwaltung zur Ursache der Krise hochstilisiert und eine absch&auml;tzige Haltung gegen&uuml;ber Griechenland gesch&uuml;rt, die nationalistischen Ressentiments gleichkommt, ein Vorgang, der seinesgleichen sucht und den die deutsche Politik &uuml;ber sechs Jahrzehnte zu vermeiden wusste.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Ursachen der Krise<\/strong>\n<ol>\n<li><strong>Folgekrise der Finanzkrise<\/strong>\n<p> Die &bdquo;Troika&ldquo; und noch st&auml;rker die Bundesregierung fordern von den Krisenl&auml;ndern drakonisches  Sparen, gleichzeitig soll f&uuml;r die k&uuml;nftige Krisenpr&auml;vention der haushaltspolitische &bdquo;Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakt&ldquo; versch&auml;rft werden (so genannte Rehn-Vorschl&auml;ge), denn aus der Sicht dieser Akteure liegt die Ursache der Staatsschuldenkrise in der &bdquo;nachl&auml;ssigen Haushaltspolitik&ldquo; der Krisenl&auml;nder. Dieser Ansatz ist v&ouml;llig falsch, denn er leugnet die entscheidenden Krisenursachen und verdreht schlicht Ursache und Wirkung. Nicht die unregulierten Finanzm&auml;rkte und ihre Akteure, die die Finanzkrise ausgel&ouml;st haben, sind in dieser Interpretation schuld, sondern die Staaten, die Politiker! Die Staaten, die eben die Finanzm&auml;rkte vor dem Zusammenbruch mit viel Geld gerettet haben, werden mit dieser Verdrehung auf die Anklagebank gesetzt! <\/p>\n<p>In allen Mitgliedsl&auml;ndern der W&auml;hrungsunion sind die Staatsausgabenquoten bis zum Ausbruch der Finanzkrise nur moderat gestiegen. In einigen der jetzigen Krisenl&auml;nder sanken die Staatsschuldenquoten sogar drastisch. Von einer &bdquo;nachl&auml;ssigen Haushaltspolitik&ldquo; kann keine Rede sein. In Griechenland mit einer traditionell h&ouml;heren Staatsschuldenquote (bei 100 Prozent) lag und liegt das Problem in einer extrem niedrigen Steuereinnahmequote mit administrativen Schw&auml;chen der Steuererhebung im Hintergrund. <\/p>\n<p>Die Hauptursache f&uuml;r den Defizitanstieg seit 2007 liegt eindeutig im Ausbruch der Finanzkrise. Die nationalen Regierungen mussten mit Schutzschirmen f&uuml;r den Finanzsektor und die abst&uuml;rzende Privatwirtschaft mittels staatlicher Schulden reagieren. Wo die Finanzblase gekoppelt war mit Immobilienblasen (Irland, Spanien, z. T. Griechenland), schlug der staatliche Finanzaufwand bzw. die wegbrechenden Steuereinnahmen besonders zu Buche. Vom anschlie&szlig;enden weltweiten Aufschwung konnten die Krisenl&auml;nder wegen geschw&auml;chter Wettbewerbsf&auml;higkeit nicht profitieren.<\/p>\n<p>Diese Ursache-Wirkungs-Kette verweist auf die Notwendigkeit, den Finanzsektor und die hohen Geldverm&ouml;gen st&auml;rker an der Konsolidierung der &ouml;ffentlichen Haushalte zu beteiligen (z. B. Finanztransaktionssteuer)<\/p><\/li>\n<li><strong>Auslandsverschuldung und Leistungsbilanzungleichgewichte<\/strong>\n<p>Ein Anstieg der Defizite bzw. der Staatsschuldenquoten ist jedoch f&uuml;r sich gesehen kein Grund, um Zweifel an der Schuldentragf&auml;higkeit eines Landes aufkommen zu lassen. Das Problem liegt darin, dass die Krisenl&auml;nder eine hohe Auslandsverschuldung aufweisen, weil nicht nur der Staatssektor, sondern auch der Privatsektor verschuldet ist (= Leistungsbilanzdefizit). Deutschlands Staatsschuld liegt bei zwei Billionen Euro, das Geldverm&ouml;gen der Privaten betr&auml;t aber f&uuml;nf Billionen Euro; die Refinanzierungsm&ouml;glichkeiten bei den eigenen B&uuml;rgern sind unzweifelhaft. Bei den Krisenl&auml;ndern ist es umgekehrt. Die dortigen Refinanzierungsprobleme sind zwar durch Spekulationsaktivit&auml;ten versch&auml;rft worden, haben aber einen realen Grund: weil die Staatsschulden einem ebenso verschuldeten Privatsektor gegen&uuml;berstehen, stellt sich irgendwann die Frage nach der Schuldentragf&auml;higkeit. Das ist das entscheidende Problem der Leistungsbilanzdefizitl&auml;nder.<\/p>\n<p>Diesen stehen in der Eurozone einige L&auml;nder mit extremen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen gegen&uuml;ber (Deutschland, einige kleinere L&auml;nder). Die Ursache dieser Ungleichgewichte, wie sie in den letzten zehn Jahren entstanden sind,  liegt in der unterschiedlichen Entwicklung der Wettbewerbsf&auml;higkeit. W&auml;hrend Deutschland deutlich an Wettbewerbsf&auml;higkeit gewann, verloren die Krisenl&auml;nder zunehmend an Wettbewerbsf&auml;higkeit. <\/p>\n<p>Diese &bdquo;Wettbewerbsl&uuml;cke&ldquo; gr&uuml;ndet entgegen allgemeiner Vorurteile nicht auf einer besonderen Innovationsfreudigkeit Deutschlands einerseits und der Produktivit&auml;tserlahmung Griechenlands bzw. anderer Krisenl&auml;nder andererseits. Denn die Produktivit&auml;t ist in Deutschland j&auml;hrlich um 0,9 Prozent, in der Eurozone um 0,8 Prozent und in Griechenland immerhin um 2,1 Prozent gestiegen. Die Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit Deutschlands und das Zur&uuml;ckfallen S&uuml;deuropas lief ausschlie&szlig;lich &uuml;ber die L&ouml;hne und &ndash; weil die Lohnst&uuml;ckkosten das interne Preisniveau dominieren &ndash; &uuml;ber die Preise. In S&uuml;deuropa stiegen die Lohnst&uuml;ckkosten um bis zu 30 Prozent, in Deutschland dagegen unter f&uuml;nf Prozent, wobei hier die Ausweitung des Niedriglohnsektors eine besondere Rolle spielte. Den Normalanstieg &ndash; Produktivit&auml;t plus Zielinflationsrate &ndash; repr&auml;sentiert Frankreich mit einer Erh&ouml;hung um gut 20 Prozent.<\/p>\n<p>Werden &Uuml;bersch&uuml;sse und Defizite immer weiter kumuliert, f&uuml;hrt dies zum Aufbau von Gl&auml;ubiger-Schuldner-Verh&auml;ltnissen, die nicht dauerhaft tragf&auml;hig sind. Gibt es hier keine Umkehr, f&uuml;hrt an der Entwertung der Gl&auml;ubigerpositionen kein Weg vorbei, denn irgendwann werden die Schuldner zahlungsunf&auml;hig.<\/p>\n<p>Hier liegt der entscheidende Konstruktionsfehler der W&auml;hrungsunion, n&auml;mlich in der Nicht-Koordination der makro&ouml;konomischen Gr&ouml;&szlig;en: Leistungsbilanzen, au&szlig;enwirtschaftliches Gleichgewicht,  Lohn- und Inflationsanpassung.<\/p>\n<p>Dass die Auseinanderentwicklung bei Lohnzuw&auml;chsen und Wettbewerbsf&auml;higkeit zu einem ernsten Problem wurde, hat seinen Grund in der Existenz der W&auml;hrungsunion, deren Charakteristikum ist, dass kein Mitgliedsland mehr auf- oder abwerten kann: Obwohl Griechenland und die anderen S&uuml;deurop&auml;er h&ouml;here Inflation und Leistungsbilanzdefizite haben, k&ouml;nnen sie nicht abwerten, weil sie in der Eurozone sind. Andernfalls w&uuml;rden sich diese Defizite so gar nicht herausgebildet haben! Obwohl Deutschland eine interne Inflationsrate unterhalb des EZB-Ziels und andauernd hohe Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse hat, kann Deutschland nicht aufgewertet werden, weil es in der Eurozone ist. Andernfalls h&auml;tten die hohen &Uuml;bersch&uuml;sse wegen anhaltender Aufwertung gar nicht entstehen k&ouml;nnen!<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Strategien f&uuml;r die Eurozone<\/strong>\n<p>Die bisherigen L&ouml;sungsans&auml;tze zur &Uuml;berwindung der Krise der Eurozone sind gescheitert. Mit kurzatmigen reflexartigen Beschl&uuml;ssen und Entscheidungen von Fall-zu-Fall, die immer offen lassen, ob die n&auml;chsten Rettungsschritte getan werden oder nicht, kommt man nicht weiter. <strong>Eine vern&uuml;nftige Anti-Krisen-Strategie muss langfristig angelegt sein. Sie hat auf zwei Ebenen anzusetzen: Einerseits muss die Refinanzierung der Krisenl&auml;nder ein f&uuml;r allemal sichergestellt und die Staatsanleihen dauerhaft &ndash; f&uuml;r immer &ndash; gew&auml;hrleistet werden. Zum andern m&uuml;ssen Ma&szlig;nahmen auf der realwirtschaftlichen Ebene f&uuml;r ausreichendes Wachstum sorgen, welches die Konsolidierung der Leistungsbilanzungleichgewichte (Auslandsverschuldung) ebenso unterst&uuml;tzen kann wie die Konsolidierung der Staatshaushalte.<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Weil die Krisenl&auml;nder auf lange Jahre von der Refinanzierung &uuml;ber die Finanzm&auml;rkte abgeschnitten sind und wegen des spekulativen Treibens der &bdquo;Wettm&auml;rkte&ldquo; im Zusammenspiel mit den Ratingagenturen &Uuml;bersprungeffekte auf andere L&auml;nder wahrscheinlich sind, m&uuml;ssen die Mitgliedsl&auml;nder der Eurozone die Refinanzierung der Staatsanleihen aller Mitgliedsstaaten gemeinsam &uuml;bernehmen und die Staatsanleihen gemeinsam und dauerhaft garantieren. Die Refinanzierung muss von den Renditekalk&uuml;len der Anleger entkoppelt werden. Dazu ist ein Finanzinstitut f&uuml;r Staatsanleihen (Eurobonds) zu schaffen, das als Europ&auml;ischer W&auml;hrungsfonds oder als Kreditbank f&uuml;r europ&auml;ische Staatsanleihen die Refinanzierung der Eurostaaten &uuml;bernimmt, sofern Marktturbulenzen diese nicht zulassen. Dieses Institut ist &ndash; wie der beabsichtigte &bdquo;Europ&auml;ische Stabilit&auml;tsmechanismus&ldquo; (ESM) &ndash; mit Eigenkapital auszustatten und refinanziert sich &uuml;ber den Kapitalmarkt wie auch fallweise &uuml;ber die Europ&auml;ische Zentralbank. Beide Institutionen sorgen durch Zusammenwirken auf den Prim&auml;r- wie Sekund&auml;rm&auml;rkten daf&uuml;r, dass ein Zins f&uuml;r Staatsanleihen von drei Prozent nicht &uuml;berschritten wird. Damit werden alle &bdquo;Spekulationsbem&uuml;hungen&ldquo;, die auf h&ouml;here Zinsen setzen, obsolet.<\/li>\n<li>Die Zinsen f&uuml;r die laufenden Rettungsschirme und die k&uuml;nftigen Tranchen m&uuml;ssen zu den Zinsen an die Empf&auml;ngerl&auml;nder weitergereicht werden, zu denen die Fonds die Gelder aufnehmen. Das bedeutet f&uuml;r die Krisenl&auml;nder diesbez&uuml;glich eine Zinserleichterung von etwa zwei Prozent. Nachdem die Geberl&auml;nder bisher paradoxerweise an den relativ hohen Zinsen zulasten der Krisenl&auml;nder verdient haben, ist ein Zinsverzicht von mindestens einem Jahr vertretbar und verschafft den in der Rezession befindlichen Krisenl&auml;ndern zus&auml;tzlichen Spielraum.<\/li>\n<li>Die Krisenl&auml;nder haben bereits &ndash; zulasten ihres Wirtschaftswachstums &ndash; erhebliche Sparma&szlig;nahmen umgesetzt. Von weiteren drakonischen &bdquo;Sparma&szlig;nahmen&ldquo; ist abzusehen, insofern sind die Spardiktate zu stoppen. Andernfalls droht eine Versch&auml;rfung der Rezession, was Konsolidierungsbem&uuml;hungen nahezu aussichtslos macht. Allerdings m&uuml;ssen die Krisenl&auml;nder ihre Ausgabenpfade bei L&ouml;hnen und Staatsausgaben l&auml;ngere Jahre verlangsamen, um ihre Defizite zu verringern. Weitere absolute Absenkungen bei Staatsausgaben oder L&ouml;hnen m&uuml;ssen aber vermieden werden, vielmehr sind Zuw&auml;chse zur wirtschaftlichen Stabilisierung erw&uuml;nscht, sie m&uuml;ssen aber unterhalb der &bdquo;Normalzuwachsrate&ldquo; von Produktivit&auml;t plus Zielinflationsrate bleiben.<\/li>\n<li>Auch f&uuml;r die Krisenl&auml;nder gilt grunds&auml;tzlich: ohne Wachstum keine Steuereinnahmen, ohne Wachstum keine Konsolidierung! Diese L&auml;nder m&uuml;ssen deshalb wieder auf einen Wachstumspfad zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen. Dieser Weg muss durch ein europ&auml;isches Programm f&uuml;r Zukunftsinvestitionen unterst&uuml;tzt werden. Zahlungen aus den Koh&auml;sionsfonds m&uuml;ssen ohne Abstriche in die Empf&auml;ngerl&auml;nder gehen, die Kofinanzierung soll f&uuml;r einige Jahre ausgesetzt werden.<\/li>\n<li>Entscheidende Wachstumsimpulse f&uuml;r die Eurozone m&uuml;ssen von den &Uuml;berschussl&auml;ndern ausgehen. Diese m&uuml;ssen ihre eigene Binnennachfrage substanziell erh&ouml;hen, weil die Leistungsbilanzdefizitl&auml;nder kaum eigene expansive Impulse setzen k&ouml;nnen. Ansonsten droht dem gesamten Euroraum eine lange Phase der Stagnation.<\/li>\n<li>Deutschland muss deshalb den Niedriglohnsektor austrocknen und &uuml;ber die Ausweitung &ouml;ffentlicher Investitionen und nicht zuletzt  &uuml;ber h&ouml;here L&ouml;hne einen eigenen Beitrag zur dauerhaften Erh&ouml;hung der Binnennachfrage leisten. Der Ausgleich der Ungleichgewichte bzw. der Wettbewerbsf&auml;higkeit kann nur beidseitig gelingen, die Krisenl&auml;nder m&uuml;ssen ihre Leistungsbilanzdefizite, die &Uuml;berschussl&auml;nder aber aktiv ihre &Uuml;bersch&uuml;sse zur&uuml;ckf&uuml;hren. Eine einseitige Anpassung der Krisenl&auml;nder &ndash; wie sie die Bundesregierung verlangt &ndash; muss notwendig scheitern: Die Eurozone insgesamt &ndash; deren Leistungsbilanz einigerma&szlig;en ausgeglichen ist &ndash; w&uuml;rde hohe &Uuml;bersch&uuml;sse ausweisen und den Euro in eine Aufwertungstendenz bringen! Alle Bem&uuml;hungen der Krisenl&auml;nder, ihre preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit zu verbessern, w&uuml;rden konterkariert durch Aufwertung und preisliche Verteuerung. Deshalb ist die makro&ouml;konomische Koordinierung zu etablieren und die monetaristische Verengung der einseitigen Sicht nur auf die Staatshaushalte zu &uuml;berwinden.<\/li>\n<li>Ohne Wirtschaftswachstum kann die Konsolidierung nicht gelingen. Eine wichtige Nebenbedingung sind aber ausreichende Steuereinnahmen. Deshalb m&uuml;ssen die Krisenverursacher &ndash; die Finanzm&auml;rkte &ndash; an der Finanzierung der Krisenfolgen beteiligt werden durch die Einf&uuml;hrung der Finanzmarkttransaktionssteuer. Der Steuersenkungswettbewerb bei Unternehmenssteuern ist zu beenden, auch Unternehmen und Verm&ouml;gende m&uuml;ssen sich angemessen an der Finanzierung ihrer Gemeinwesen beteiligen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach mehr als einem Jahr Anti-Krisenpolitik und &bdquo;Griechenland-Rettung&ldquo; stehen die EU-Instanzen und die Bundesregierung vor dem Scherbenhaufen ihrer neoliberalen Spardiktate-Politik. Trotz der Sanierungsversuche hat sich die Situation in den s&uuml;deurop&auml;ischen Krisenl&auml;ndern (und teilweise Irland) nicht verbessert, die Staatsschuldenquoten steigen und die Verunsicherung hat weiter zugenommen. 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