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Titel: Hinweise des Tages

Datum: 18. März 2026 um 8:48 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Die Rückkehr des Faustrechts: Deutschland ist der Verlierer des Iran-Kriegs
  2. Krieg gegen den Iran: Schiffe versenken macht mehr Spaß
  3. Trump und Iran: It’s The Oil, Stupid!
  4. Jeffrey Sachs: Brics sollen im Krieg zwischen USA, Israel und Iran vermitteln
  5. Selenskij droht Abgeordneten mit Mobilisierung, wenn sie nicht spuren
  6. Totaler Stromausfall in Kuba
  7. Spannungsfall 2026: Wie die deutsche Industrie auf Kriegswirtschaft vorbereitet wird
  8. Der Krieg im Abonnement
  9. Realitätsverweigerung an der Spitze der EZB
  10. Wer die Brandmauer bricht
  11. Großteil der Mittel des Sondervermögens zweckentfremdet
  12. Ossi außer Dienst: Joachim Gauck erklärt 16 Millionen Deutsche zum Problem
  13. Ende der „Chatkontrolle“: Weg frei für echten Kinderschutz!
  14. KI-Agenten werden zu immer größerem Insider-Risiko
  15. Umweltschäden in den USA Wie Rechenzentren Utah trockenlegen

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Die Rückkehr des Faustrechts: Deutschland ist der Verlierer des Iran-Kriegs
    Die Missachtung des Völkerrechts durch Großmächte untergräbt die internationale Ordnung. Warum die jüngsten Entscheidungen der USA und Israels eine gefährliche Eskalationsspirale auslösen könnten.
    Das Völkerrecht war für mächtige Staaten selten handlungsleitend. Doch das Tempo, mit dem die USA und Israel das internationale Recht mit Füßen treten, ist brandgefährlich.
    Wenn die USA nun abermals nach Belieben Regierungen stürzen, ferne Länder bombardieren und umpflügen, dann kehrt das Faustrecht in die internationalen Beziehungen ungebremst zurück. Zwischen 1776 und 2026 hat die Weltmacht USA rund 400 militärische Interventionen in anderen Ländern durchgeführt – die meisten haben mehr Probleme verursacht als gelöst.
    Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Hybris der EU-Spitzen – allen voran EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzler Friedrich Merz –, mit der sie internationale Rechtsnormen verächtlich machten und den Angriffskrieg anfänglich rechtfertigten, aufmerksam verfolgt. Er wird dies in der Ukraine zu seinem eigenen Vorteil nutzen.
    Quelle: Johannes Varwick und Fabio De Masi in der Berliner Zeitung
  2. Krieg gegen den Iran: Schiffe versenken macht mehr Spaß
    Zur Belustigung seiner Zuhörer lobte er die Zerstörung großer iranischer Schiffe. Warum kaputt machen, wenn man sie doch behalten könne, habe er seine Generäle gefragt: Die hätten geantwortet, es mache mehr Spaß, sie zu versenken.
    Geht es hier um die Sicherheit der USA? Der Welt? Die geplante Reise nach China soll nun wahrscheinlich nicht stattfinden. Trump müsse den Krieg managen, hieß es. Oder: China will ihn nicht empfangen.
    Schon in Davos gab sich Trump ganz selbstbewusst und siegessicher. In Venezuela, so Trump damals, sei eine neue Waffe eingesetzt worden, die die Raketenabwehr ausgeschaltet habe. Kein einziger Schuss sei gefallen. Wahrscheinlich sitzen China und Russland nun wieder an den Reißbrettern, spöttelte er. Was die USA unter ihm, Trump, machen, sei immer perfekt ausgeführt. Etwa die israelische Raketenabwehr (Eiserne Kuppel). Alles US-Technologie, alles unser Zeug. In unglaublicher Art und Weise hätten die USA die iranische Atombedrohung ausgeschaltet usw. (Anm.: Trump bezog sich auf den Zwölf- Tage-Krieg 2025, in Kanzler-Deutsch die „Drecksarbeit“.)
    astrid-online.it/static/upload/trum/0001/trump-davos-2026.pdf
    Solche Attitüden entstehen nicht aus dem Nichts. So redet nur einer, der sich an der Spitze der Tafel wähnt, zum Maßstab aller Dinge macht und das eigene Land als „unverzichtbar“ begreift. Man bekommt auch ein Gefühl dafür, wie „richtige“ Kriegsführung verstanden wird: schnell, hart, erbarmungslos, tödlich. Kein Wunder, dass der russische Krieg gegen die Ukraine nicht verstanden wird.
    Quelle: Petra Erler

    dazu: US-Antiterror-Chef tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück
    In den USA hat ein hochrangiger Vertreter des Sicherheitsapparates aus Protest gegen den Iran-Krieg mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joseph Kent, schrieb am Dienstag im Onlinedienst X, der Iran sei »keine unmittelbare Bedrohung« für die USA gewesen. Er könne diesen Krieg nicht guten Gewissens unterstützen, so der frühere CIA-Mitarbeiter. Es sei offensichtlich, »dass wir diesen Krieg wegen Drucks aus Israel und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben«, schrieb Kent in seinem auf X veröffentlichten Rücktrittsbrief an Trump. Darin argumentiert der 45jährige, »hochrangige israelische Offizielle und einflussreiche Vertreter amerikanischer Medien« hätten Trump nach dem Beginn seiner zweiten Amtszeit mit einer Desinformationskampagne überzeugt, den Iran anzugreifen. Ihm sei suggeriert worden, dass der Iran eine unmittelbare Gefahr für die USA darstelle und dass es einen »klaren Weg zu einem schnellen Sieg« gebe. »Das war eine Lüge«, schrieb Kent weiter. Er rief Trump auf, einen Kurswechsel einzuleiten. Ansonsten würden die USA »weiter Richtung Niedergang und Chaos abrutschen«.
    Quelle: junge Welt

  3. Trump und Iran: It’s The Oil, Stupid!
    Wie Washington unter Trump nach der Kontrolle über globale Energiereserven greift – und warum das Narrativ vom Regimechange in Teheran eine Farce ist.
    Zwei Wochen Krieg gegen den Iran, und die Rhetorik aus Washington klingt nach Befreiung. Das iranische Volk solle sich erheben, die Regierung stürzen – so verkündet es Donald Trump, so wiederholt es, mit bemerkenswerter Bereitwilligkeit, Bundeskanzler Friedrich Merz. Doch wer die Fakten nebeneinanderlegt – die Luftschläge auf Charg Island, die Militärintervention in Venezuela, die systematische Ausweitung der US-Energieexporte nach Europa –, dem drängt sich ein anderes Bild auf.
    Hier geht es nicht um Demokratie. Hier geht es um Öl. Um die Kontrolle über die letzten großen Reserven, die noch nicht unter amerikanischem Einfluss stehen. Und um die Vorbereitung auf einen Konflikt, der größer ist als alles, was der Nahe Osten je gesehen hat: die Konfrontation mit China.
    Quelle: Berliner Zeitung

    dazu auch: Angriff auf Kharg Island: OSINT-Analyse erweckt erhebliche Zweifel an Darstellung der USA
    Nach den US-Luftschlägen auf Irans bedeutende Ölexportinsel Kharg behauptet Donald Trump, dass „jedes MILITÄRISCHE Ziel“ zerstört worden sei. Doch die wenigen öffentlich verfügbaren Informationen zeichnen ein widersprüchliches Bild. Eine Geolokalisierung der vom US-Militär veröffentlichten Aufnahmen deutet darauf hin, dass mehrere Einschläge zivile Infrastruktur getroffen haben könnten. etos.media-Redakteur Jakob Reimann erklärt anhand einer OSINT-Analyse, was sich über die Ziele der Angriffe rekonstruieren lässt.
    Mit den Worten „Vor wenigen Augenblicken hat das Zentralkommando der Vereinigten Staaten auf meine Anweisung hin einen der mächtigsten Bombenangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens durchgeführt“, beginnt US-Präsident Trump am Freitag einen Beitrag auf seinem Netzwerk Truth Social, „und jedes MILITÄRISCHE Ziel auf Irans Kronjuwel, der Insel Kharg, vollständig zerstört.“ Trump weiter: „Doch aus Gründen der Anständigkeit habe ich mich entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel NICHT zu zerstören.“
    Quelle: etos.media

    und: Europa geht aufs Ganze: Russland wird eine neue vollständige Blockade nicht verhindern können
    Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus liegt der Preis für Öl aktuell bei 100 US-Dollar. Doch die eigentliche Gefahr liegt woanders: bei den Düngemitteln. Explodierende Preise und knappe Lieferungen könnten Europas Landwirtschaft hart treffen und eine neue Welle steigender Lebensmittelpreise auslösen. Eine stille Krise mit globalen Folgen.
    Quelle: RT DE

    Anmerkung Christian Reimann: In der EU und insbesondere in Deutschland werden seit einigen Jahren die Auswirkungen von “Murphys Gesetz” immer spürbarer. Verantwortlich dafür sind vor allem transatlantisch geprägte Entscheidungsträger, die wie z.B. die deutsche Präsidentin der EU-Kommission und der BlackRock-Kanzler wie Erfüllungsgehilfen von US-Interessen wirken, aber nicht fähig oder willens sind, den Wohlstand in Deutschland und in der EU zugunsten der Bürgerinnen und Bürger zu sichern.

  4. Jeffrey Sachs: Brics sollen im Krieg zwischen USA, Israel und Iran vermitteln
    Der Krieg könnte aus rationalen Gründen beendet werden, wenn Israel und die USA von der übrigen Welt entschieden zur Rechenschaft gezogen werden. Die Beendigung des Krieges erfordert eine Reihe miteinander verknüpfter Schritte, um grundlegende Sicherheit für alle Beteiligten und letztlich für die ganze Welt zu gewährleisten. Der Iran braucht ein dauerhaftes Ende der amerikanisch-israelischen Aggression. Die Golfstaaten brauchen ein Ende der iranischen Vergeltungsschläge. Die Palästinenser brauchen einen unabhängigen Staat. Israel braucht dauerhafte Sicherheit und die Entwaffnung von Hamas und Hisbollah. Die ganze Welt braucht die Öffnung der Straße von Hormus und die internationale Überwachung des iranischen Atomprogramms, um sicherzustellen, dass der Iran den Atomwaffensperrvertrag einhält, wie er es selbst erklärt. Und alle Länder wollen – oder sollten wollen – echte Souveränität für sich und ihre Region.
    Quelle: Berliner Zeitung
  5. Selenskij droht Abgeordneten mit Mobilisierung, wenn sie nicht spuren
    Präsident Selenskij kann zunehmend die Abgeordneten seiner Partei nicht mehr zwingen, seine Politik umzusetzen. Viele der Abgeordneten würden gerne zurücktreten, werden aber daran gehindert. Gerade hatte der Abgeordnete Oleksandr Jurtschenko darauf aufmerksam gemacht, dass 50-60 Abgeordnete der Partei „Diener des Volkes“ zurücktreten wollen. Als Grund nannte er Müdigkeit und zu geringer Verdienst, weil die Geldzahlungen wegen des verschärften Vorgehens der Antikorruptionsbehörde NABU unterbleiben. Abgeordnete der Partei „Diener des Volkes“ versuchen daher, durch den „Streik“ die Antikorruptionsbehörden zur Einstellung der Ermittlungen gegen Dutzende Mitglieder ihrer Fraktion zu zwingen.
    Selenskij verliert zunehmend die Regierungsfähigkeit, will aber auch auf Druck der Europäer den Krieg fortsetzen und damit Wahlen weiter verschieben, was das Problem weiter verschärfen würde. Man muss es schon als Akt der Verzweiflung betrachten, wenn er nun nicht willfährigen Abgeordneten damit droht, sie zu mobilisieren und an die Front zu schicken. Am 14. März schloss er Wahlen weiter bis zum Kriegsende aus und erklärte gegenüber Journalisten: „Die Abgeordneten müssen entweder gemäß der ukrainischen Gesetzgebung im Parlament ihren Dienst verrichten, oder ich bin bereit, mit Vertretern des Parlaments über ein Gesetz zur Änderung der Mobilmachungsvorschriften zu diskutieren, damit die Abgeordneten an die Front gehen können. Wenn ihr dem Staat nicht im Parlament dient, dann dient ihm an der Front. Das ist mein Ansatz.“
    Quelle: Overton Magazin
  6. Totaler Stromausfall in Kuba
    Auf der kommunistisch regierten Insel Kuba mit rund zehn Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen gibt es seit Montag einen totalen Stromausfall. Ursache sei ein „vollständiger Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes“, teilte die kubanische Energiebehörde mit. Zugleich verschärfte US-Präsident Donald Trump den Druck auf das Land. Er deutete eine mögliche „Übernahme“ Kubas an.
    Quelle: ORF

    dazu auch: Warum Donald Trump Kuba “übernehmen” will
    Der US-Präsident hat seine Drohungen gegen Kuba verschärft und erklärt, er rechne mit der “Ehre”, das Nachbarland “in irgendeiner Form zu übernehmen”. Was steckt genau hinter diesen Begehrlichkeiten?
    Quelle: der Standard

  7. Spannungsfall 2026: Wie die deutsche Industrie auf Kriegswirtschaft vorbereitet wird
    Am 4. März habe ich hier analysiert, warum Deutschland und die EU in großem Stil aufrüsten – und wie Kriegswirtschaft zur Antwort auf das Ende des Wachstums werden könnte. Was damals noch Strukturanalyse war, hat nun eine konkrete Dimension bekommen: Mir liegt eine Information aus dem Inneren der deutschen Industrie vor, die belegt, dass dieser Übergang nicht nur geplant, sondern bereits terminiert ist.
    Quelle: Globalbridge
  8. Der Krieg im Abonnement
    Im Februar 2026 veröffentlichte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut (Stockholm International Peace Research Institute, SIPRI) eine Studie mit dem nüchternen Titel »Verantwortungsvolle Beschaffung militärischer künstlicher Intelligenz«. Verfasst wurde sie von Netta Goussac und Vincent Boulanin. Man könnte meinen, es handle sich um einen technischen Leitfaden. Tatsächlich ist es ein Dokument über Macht – und über die stille Transformation des Krieges in ein Geschäftsmodell mit Update-Funktion. Die Autoren beschreiben Beschaffung als Brücke zwischen strategischem Bedarf und operativer Fähigkeit. Das klingt sachlich. Übersetzt heißt es: Hier wird festgelegt, was als militärisch notwendig gilt – und wer daran verdient. Wer diese Brücke kontrolliert, kontrolliert nicht nur das Arsenal, sondern die Richtung der Entwicklung. Beschaffung ist die Stelle, an der politische Entscheidung in technische Realität gegossen wird.
    Quelle: Ossietzky 05/2026
  9. Realitätsverweigerung an der Spitze der EZB
    In einer aktuellen Rede hat die EZB-Direktorin Isabel Schnabel die Mandate der europäischen und der amerikanischen Zentralbank verglichen und kommt zu dem überraschenden Ergebnis, das singuläre Mandat der EZB (nämlich nur Preisstabilität als Ziel zu haben) sei dem dualen Mandat der FED (Beschäftigung und Preisstabilität gleichwertig zu verfolgen) ebenbürtig. Auf dieser Seite ist genau das in der Vergangenheit mehrfach bestritten worden (z. B. hier).
    Duales Mandat nicht nötig?
    Nach Auffassung von Schnabel ist ein duales Mandat nicht nötig. Zur Begründung führt sie an, die geldpolitischen Maßnahmen seien sowieso sehr ähnlich, ganz gleich, welchem Mandat eine Zentralbank folgt. Diese Position erklärt sie am Beispiel der Pandemie. Sie nennt dabei drei Lektionen, die man zur Kenntnis nehmen müsse.
    Quelle: Relevante Ökonomik
  10. Wer die Brandmauer bricht
    Der erneute Bruch der Brandmauer im Europaparlament ist das Resultat weniger von Machenschaften einzelner Abgeordneter als vielmehr einer Rechtsverschiebung von Beschlüssen der Regierungen in der EU. Dies ergibt sich aus einem Blick auf die bisherigen Fälle, in denen die konservative EVP-Fraktion im Europaparlament gemeinsam mit den Rechtsaußenfraktionen der EKR um die Fratelli d’Italia von Giorgia Meloni, der PfE um den französischen Rassemblement National (RN) und des ESN um die AfD Abstimmungsmehrheiten erreichte. Als Architekt der Option, Mehrheiten unter Zuhilfenahme der äußersten Rechten zu erzielen, gilt der Vorsitzende der EVP und ihrer Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU). Weber arbeitet seit mehreren Jahren an einer solchen Option, um Vorhaben der EU-Staaten auch dann durch das Europaparlament bringen zu können, wenn sie so weit rechts stehen, dass eine Zustimmung anderer Fraktionen nicht zu erhalten ist. Jüngst war das vor allem in der Flüchtlingsabwehr der Fall. Dort haben sich die EU-Regierungen auf ein Vorgehen geeignet, das eklatant gegen Menschenrechte verstößt und nur noch mit Hilfe der extremen Rechten durchsetzbar ist.
    Quelle: German Foreign Policy
  11. Großteil der Mittel des Sondervermögens zweckentfremdet
    Ein Jahr nach Verabschiedung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) durch den Bundestag ziehen gleich zwei Institute eine negative Zwischenbilanz.
    86 Prozent der Mittel seien 2025 zweckentfremdet worden, zeigen die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegenden Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).
    Das Münchner Ifo-Institut kommt sogar auf 95 Prozent an neu aufgenommenen Schulden, die nicht für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt worden seien. „Union und SPD hatten die Chance, den Investitionsstau aufzulösen“, sagte IW-Forscher Tobias Hentze. „Sie haben sie bislang nicht genutzt.“
    Ein ähnliches Fazit zieht Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Wir haben festgestellt, dass die Politik die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollständig für andere Zwecke, also zum Stopfen von Haushaltslöchern, genutzt hat“, sagte der Ökonom. „Das ist ein großes Problem.“ Dabei sollte das Geld für zusätzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stützen.
    Quelle: WirtschaftsWoche

    Anmerkung Christian Reimann: Bereits die Verabschiedung an sich war fragwürdig. Erinnert sei daran, dass diese zusätzlichen Schulden noch vom “alten” Bundestag beschlossen worden sind, obwohl bereits die Mitglieder der derzeit gültigen Legislaturperiode gewählt worden waren. Und nun soll das “Sondervermögen” also “zweckentfremdet” worden sein. Aber es handelt sich nicht um ein Vermögen, sondern um Schulden in unglaublicher Höhe. Und “zweckentfremdet” klingt harmloser als Betrug, oder? Bitte lesen Sie dazu z.B. auch:

    1. Und der Wählerwille? „Sondervermögen” soll noch durch abgewählten Bundestag gepeitscht werden
    2. Verschiebebahnhof – Das Sondervermögen Infrastruktur ist gar nicht so besonders
  12. Ossi außer Dienst: Joachim Gauck erklärt 16 Millionen Deutsche zum Problem
    Gauck ist einer der Ossis, die den Osten hassen. Dadurch übersieht er vieles, etwa, dass die AfD längst auch im Westen triumphiert. Eine (Psycho-)Analyse.
    Es gibt einen bestimmten Typus des ostdeutschen Politikers, der in der Berliner Republik Karriere gemacht hat. Nicht trotz seiner Herkunft, sondern gewissermaßen durch ihre permanente Verleugnung. Sein Geschäftsmodell besteht darin, dem westdeutschen Publikum zu erklären, was mit „den Ostdeutschen“ nicht stimmt. Je härter das Urteil, desto lauter der Applaus. Joachim Gauck ist der prominenteste Vertreter dieser Spezies. Am Sonntagabend durfte er bei „Caren Miosga“ wieder einmal vorführen, wie das funktioniert.
    Quelle: Berliner Zeitung
  13. Ende der „Chatkontrolle“: Weg frei für echten Kinderschutz!
    Die umstrittene massenhafte Überwachung privater Nachrichten in Europa könnte in Kürze enden. Die Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament und den EU-Regierungen über die Verlängerung der sogenannten „Chatkontrolle“ sind gestern ohne Einigung beendet worden. Das bedeutet: Ab dem 4. April müssen US-Konzerne wie Meta, Google und Microsoft aufhören, die privaten Chats und Fotos der europäischen Bürgerinnen und Bürger anlasslos zu durchleuchten. Das digitale Briefgeheimnis gilt wieder. Ein rechtsfreier Raum entsteht dadurch nicht – im Gegenteil. Das Ende der anlasslosen Massenscans macht den Weg frei für einen modernen, wirksamen Kinderschutz.
    Quelle: Patrick Breyer
  14. KI-Agenten werden zu immer größerem Insider-Risiko
    Ohne dazu autorisiert worden zu sein, haben KI-Agenten Hacking-Tricks angewendet, um an nicht zugängliche Daten zu gelangen.
    In Tests des KI-Sicherheitslabors Irregular haben mehrere KI-Systeme zusammengearbeitet, um vertrauliche Informationen aus vermeintlich sicheren Systemen zu erhalten. Der Guardian konnte die Testergebnisse einsehen und berichtet, dass KI-Agenten zu einer ernsthaften Bedrohung für interne Systeme werden können.
    In einem Versuch umging eine KI, die eigentlich nur Linkedin-Beiträge aus einer Unternehmensdatenbank erstellen sollte, herkömmliche Sicherheitssysteme und veröffentlichte unaufgefordert Passwörter.
    Quelle: golem

    dazu auch: KI-Agenten drehen in Studie frei, hacken Systeme, schmuggeln Daten
    Eine aktuelle Untersuchung beleuchtet große Risiken beim Einsatz von KI-Agenten. In mehreren Szenarien hackten sie selbstständig IT-Systeme, um simple Routineaufgaben zu lösen. Ohne direkten Befehl umgingen sie Sicherheitsbarrieren und schmuggelten Daten.
    Quelle: WinFuture

  15. Umweltschäden in den USA Wie Rechenzentren Utah trockenlegen
    An vielen Orten der Welt entstehen gerade Rechenzentren, auch in Utah. Dabei sitzt dieser US-Bundesstaat praktisch auf dem Trockenen und hat gar nicht genug Wasser zur Kühlung all der Server. […]
    “Die Herausforderung besteht darin, dass die Rechenzentren entweder Wasser aus dem Colorado River oder aus dem Großen Salzsee verwenden. Sie tragen damit zu einer Krise bei, die wir wegen des Klimawandels und unserer verschwenderischen Wasserpolitik erleben”, sagt Zach Frankel. Er arbeitet bei Utah Rivers Council, einer Umweltorganisation: “In beiden Wassereinzugsgebieten kommt es zu chronischen Engpässen, weil wir uns einfach weigern, innerhalb unserer Möglichkeiten zu leben.”
    Was Frankel geradezu pervers findet: Einen Teil der Einnahmen aus der Grundsteuer erhalten in Utah die Wasserversorger, als Subvention. “Deshalb hat Utah die günstigsten kommunalen Wassergebühren in den Vereinigten Staaten. Und natürlich haben wir wegen der niedrigsten Gebühren auch den höchsten Wasserverbrauch pro Kopf.” Dass Wasser hier so billig sei, mache Utah als Standort für Rechenzentren sehr interessant.
    Quelle: tagesschau


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