Redaktion

Beiträge von Redaktion

Fazis und Mitchells „Wie wir den Staat zurückgewinnen“ – das Standardwerk der postkeynesianischen Literatur gibt es nun auch auf Deutsch

Fazis und Mitchells „Wie wir den Staat zurückgewinnen“ – das Standardwerk der postkeynesianischen Literatur gibt es nun auch auf Deutsch

Der Promedia Verlag des österreichischen Historikers Hannes Hofbauer gibt seit geraumer Zeit Bücher aus den Bereichen Ökonomie, Politik und Gesellschaft mit klar keynesianischer Perspektive heraus. In der Edition Makroskop, wie die Buchreihe heißt, ist zuletzt auch das Werk „Wie wir den Staat zurückgewinnen. Souveränität in einer Welt nach dem Neoliberalismus“ des italienischen Journalisten Thomas Fazi und des australischen Ökonomen William Mitchell erschienen. Das Buch ist die deutsche Übersetzung von „Reclaiming the State: A Progressive Vision of Sovereignty for a Post-Neoliberal World“ aus dem Jahr 2017, einem Grundlagenwerk der postkeynesianischen Ökonomie. Die Autoren widersprechen darin dem selbst unter Linken weit verbreiteten Glauben, dass im Zeitalter der Globalisierung keine nationale Wirtschaftspolitik mehr möglich ist. Als Gegenentwurf zum globalen Neoliberalismus schlagen sie die Modern Monetary Theory (MMT) vor, eine Spielart des Postkeynesianismus, die vor allem in den 2010er-Jahren für Furore sorgte. Eine Rezension von Thomas Trares.

Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XLIX – „Aufbruchsgeist“, „gesunder Mix“ und „Munitionsfamilie“

Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XLIX – „Aufbruchsgeist“, „gesunder Mix“ und „Munitionsfamilie“

Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – Diesmal geht es mal wieder um den „enormen Push“, der eine bestimmte Branche gerade in den siebten Himmel beamt. Von Leo Ensel.

Neues aus Tschechien: Die Entdeckung einer absurden militärischen Hinterlassenschaft

Neues aus Tschechien: Die Entdeckung einer absurden militärischen Hinterlassenschaft

2022 unternahm ich eine Radtour durch Tschechien, um Land und Leute besser kennenzulernen. Dieses Jahr radelte ich erneut durch das schöne Land, diesmal größtenteils durch Mähren bis hin zu dessen Hauptstadt Brno. Ich genoss im Besonderen die Fahrt über Land, durch liebevoll gepflegte Dörfer, vorbei an reich bestellten Feldern, durch dichte Wälder. Erholung pur, mal weg von den Sorgen des Alltags, den heftigen Bedrohungen der Zeit und des Friedens. Mal keine Schlagzeilen, Nachrichten, Politik. Das alles fing mich Radler doch wieder ein. Neben einer abseits gelegenen Landstraße sah ich inmitten dichter Bäume einen alten Bau, der sich als ein Bunker aus den Jahren 1937/38 einer aufwändigen bizarren Verteidigungsmaßnahme der damaligen Regierung herausstellte. Zigtausend Bunker wurden errichtet, um schließlich ohne einen Schuss in die Hände der deutschen Besatzer zu gelangen. Ein weiteres Mal zeigte sich mir damit die Sinnlosigkeit allen Rüstens, die Boshaftigkeit von Eroberungen, Kriegen, das daraus folgende Leid. Der Bunker im Wald – für mich Mahnmal und Aufforderung: „Nie wieder!“. Allein hörten es damals wie heute die Entscheidungsträger nicht, es wurde und wird ohne Unterlass aufgerüstet und eskaliert. Ein Zwischenruf von Frank Blenz.